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	<title>rheinsein &#187; Zundelfrieder</title>
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	<description>stan lafleur schlafwandelt durch die rheinische sferiferie</description>
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		<title>Zundelfrieder</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Jul 2009 16:07:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stan Lafleur</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie der Zundelfrieder eines Tages aus dem Zuchthaus entwich, und glücklich über die Grenzen kam
Eines Tages, als der Frieder den Weg aus dem Zuchthaus allein gefunden hatte, und dachte: „Ich will so früh den Zuchtmeister nicht wecken“, und als schon auf allen Straßen Steckbriefe voranflogen, gelangte er abends noch unbeschrieen an ein Städtlein an der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie der Zundelfrieder eines Tages aus dem Zuchthaus entwich, und glücklich über die Grenzen kam</p>
<p>Eines Tages, als der Frieder den Weg aus dem Zuchthaus allein gefunden hatte, und dachte: „Ich will so früh den Zuchtmeister nicht wecken“, und als schon auf allen Straßen Steckbriefe voranflogen, gelangte er abends noch unbeschrieen an ein Städtlein an der Grenze. Als ihn hier die Schildwache anhalten wollte, wer er sei, und wie er hieße, und was er im Schilde führe; „könnt Ihr Polnisch?“ fragte herzhaft der Frieder die Schildwache. Die Schildwache sagt: „Ausländisch kann ich ein wenig, ja! Aber Polnisches bin ich noch nicht darunter gewahr worden.“ „Wenn das ist“, sagte der Frieder, „so werden wir uns schlecht gegeneinander explizieren können.“ Ob kein Offizier oder Wachtmeister am Tor sei? Die Schildwache holt den Torwächter, es sei ein Polak an dem Schlagbaum, gegen den sie sich schlecht explizieren könne. Der Torwächter kam zwar, entschuldigte sich aber zum voraus, viel Polnisch verstehe er auch nicht. „Es geht hiezuland nicht stark ab“, sagte er, „und es wird im ganzen Städtel schwerlich jemand sein, der kapabel wäre, es zu dolmetschen.“ „Wenn ich das wüßte“, sagte der Frieder, und schaute auf die Uhr, die er unterwegs noch an einem Nagel gefunden hatte, „so wollte ich ja lieber noch ein paar Stunden zustrecken bis in die nächste Stadt. Um neun Uhr kömmt der Mond.“ Der Torhüter sagte: „Es wäre unter diesen Umständen fast am besten, wenn Ihr gerade durchpassiertet, ohne Euch aufzuhalten, das Städtel ist ja nicht groß“, und war froh, daß er seiner los ward. Also kam der Frieder glücklich durch das Tor hinein. Im Städtlein hielt er sich nicht länger auf, als nötig war, einer Gans, die sich auf der Gasse verspätet hatte, ein paar gute Lehren zu geben. „In euch Gänse“, sagte er, „ist keine Zucht zu bringen. Ihr gehört, wenn&#8217;s Abend ist, ins Haus oder unter gute Aufsicht.“ Und so packte er sie mit sicherm Griff am Hals, und mir nichts dir nichts unter den Mantel, den er ebenfalls unterwegs von einem Unbekannten geliehen hatte. Als er aber an das andere Tor gelangte, und auch hier dem Landfrieden nicht traute, drei Schritte von dem Schilderhaus, als sich inwendig der Söldner rührte, schrie der Frieder mit herzhafter Stimme: „Wer da!“ Der Söldner antwortete in aller Gutmütigkeit: „Gut Freund!“ Also kam der Frieder glücklich wieder zum Städtlein hinaus, und über die Grenzen.</p>
<p>(aus: Johann Peter Hebel &#8211; Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes; Hebel traf laut Isteiner Chronik einst am Klotzen auf den Zundelfrieder, wo selbiger dem großen Dichter in felsenhohen Waldestiefen einige seiner besten Anekdoten gesteckt haben mag.)</p>
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		<title>Heiße Quellen</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Jul 2009 14:03:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stan Lafleur</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein plötzliches und wunderbares Quellenaufkommen bescheren Rheinsein derzeit einige, unter Zusicherung von Anonymität zugespielte Auszüge aus der mächtigen Isteiner Ortschronik. Nachdem Rheinsein bereits aus einer Schicksalslaune mit dem Ortschronisten (einem bemerkenswerten Mann, sowohl an Geist als auch an Gestalt) des Istein benachbarten Kleinkems am dortigen Dorfbrunnen zusammentraf, verschärft sich nun die Informationslage zu diesem stark an Eden erinnernden Gebiet und dringt weiter in geschichtliche Tiefen &#8211; gar bis auf Adams Zeiten und tiefer. Als frappierend erweist sich dabei sowohl die ungeheure Kenntnis der Isteiner Chronisten um lyrische und sonstwie literarische sowie bildnerische Bearbeitungen ihres Heimatfleckens, als auch solcher Werke zahlreiche und tatsächliche Existenz. (Wobei: der Isteiner Klotzen und der auf alten Stichen noch direkt an ihn langende Rhein, selbst die heutigen, harmlos wirkenden  Schwellen auf dem Restrhein und die surrenden Auen &#8211; das alles steht der Loreley samt Hügel und Vorhof in nichts nach. Nur daß der hebelsche Zundelfrieder nicht ganz an der Sirene Popularität zu kratzen vermag. Und Scheffel im Vergleich mit Heine nicht ganz dessen Tiefgang und Spritzigkeit erreicht.) Wie auch immer, es riecht geradezu danach, als müßten diese Informationen ins Große Elektronische Myzel gerettet werden, bevor die letzte gedruckte Chronik als Grabbeigabe des letzten Isteiner Lesers im dortigen Heimatboden aufgeht. Die Rheinsein verfügbaren Materialien datieren auf die frühen 1960er, der Einstieg zu einer kurzen (zumindest blatt)goldenen Ära der allgemeinen Volksbildung und historischer Nachfragen, offenbar. Und beinahe zeitgleich mit dem postalisch angelangten Isteiner hot stuff schwemmt aus dem Internet ein letztes Jahr via ddp losgeschickter Artikel unseres Kölner Dichterkollegen Markus Peters, in dem der rheinisch-romantische Mord an Stemmeler aus Enno Stahls jüngstem Gastbeitrag rückwirkend zu weiten Teilen aufgeklärt wird. </p>
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