Ehrengäste am Rheinfall

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Seltene Gäste am Rheinfall beschäftigen den Schweizer Künstler Henri Dubois. rheinsein freut sich über die Zusendung einer Serie Dateien, aus denen wir unsere Lieblingsbilder auswählen dürfen! Hier zu sehen: Neil Armstrong und Buzz Aldrin beim angeblich ersten Betreten der Fälle – durch sie selbst. Nachdem sie in gemeinsamer Arbeit die Schweizerfahne (hier nicht im Bild) einem der rheinmittigen Felsen aufgepflanzt hatten, gingen sie, den Chroniken zufolge “noch ein wenig spazieren”. Spätestens mit diesem Besuch dürfte die Moderne am Rheinfall Einzug gehalten haben; gleichzeitig erfuhren Tischrheinfälle und Schweizaccessoires in us-amerikanischen Haushalten einen erheblichen Boom.

Adolf Clarenbach

Zum Geleit

Es war zur Winterzeit. In Eis erstarrte
Der Niagara selbst. Ein Blizzard fegte
Mit wildem Brausen heulend durch die Staaten,
Schneemassen schüttend auf das Land am Erie,
Wie mit Lawinen Buffalo begrabend.
Laut keuchend flog der Blitzzug zwischen Wällen
Aus weißem Schnee, getürmt von tausend Händen,
So hoch wie unsre Wagen schier, von denen
Herab vom Schneedach zu den Eisenrädern
Eiszapfen, glitzernd wie ein Silberpanzer,
In märchenhafter Pracht herniederhingen –
So fuhren wir hinaus zum Staat Indiana.
Es schwirrten um mein Ohr die fremden Laute
Der neuen Welt, der tatenfrohen Yankees.

Da tauchte plötzlich auf vor meinem Geiste
Das ferne Heimatland am grünen Rheine,
Der Drachenfels mit seiner stolzen Spitze,
Der deutsche Strom im Zauber seiner Ufer.
Und horch! um seine Berge scholl, erst leise,
Dann laut und immer lauter mir erklingend,
Ein holdes Lied aus fernen Jugendtagen,
Als ob des Sturms Gewalt unwiderstehlich
Die Äolsharfe mir im Herzen rührte.
Es nahten sich die freundlichen Gestalten,
Sie schwebten um mich her, vertraulich winkend,
Sie hielten lächelnd Schritt mit dem Kurierzug,
Sie ließen sich an meiner Seite nieder
Und drängten: „Wags und halt uns fest im Liede!“
 
Ich nahm den Stift und schrieb. Und ich schrieb weiter
Im breiten Tal des stolzen Mississippi,
Im Tal des Delaware und des Ohio,
Am Susquehannah, Hudson und Potómac
Und auf des Ozeans endlosen Flächen.
Sie zogen mit, die mahnenden Gestalten
Wie einst im West, so auch im fernen Osten:
Selbst an des roten Meeres glühnder Küste
Umschwebten unablässig sie den Reiter,
Der auf dem Rücken des Kamels dahinflog,
Im weißen Zelt der menschenleeren Wüste,
An Horebs majestätischen Riesenwänden,
An Sinais gewaltgen Felskolossen,
Wo schweigend auf die farbgen Urgebirge
Wie einst zu Moses Zeit die Sonne brannte.
Sie schwebten unsichtbar an meiner Seite
Auf meiner fernen Kindheit trauten Bergen,
Die felsgekrönt Jerusalem umgeben,
Im einsam grünen Uferwald des Jordans,
In Jericho, im Schatten schlanker Palmen,
Am leuchtend blauen See Genezareth.
 
So ward im fremden Land dies Lied vom Rheine.
Und was aus innerem Drang sich mir gestaltet,
Wag ich zu bieten euch auf diesen Blättern.
Und bleichen auch schon meinen Hauptes Haare
Und fehlt der Jugend holder Sturm und Drang –
Nehmt auch vom Alternden die schlichte Gabe
Und seid ihm freundlich, wenn ihr könnt, gewogen.
 
(aus: Ludwig Schneller – Adolf Clarenbach. Ein Sang vom Rhein, Kommissionsverlag von H G Wallmann, Leipzig 1911, Bestand Fliedner Kulturstiftung Kaiserswerth.
Adolf Clarenbach wurde als evangelischer Ketzer in Köln vom katholischen Klerus verbrannt.)

Der Rhein bei Quarks & Co

Intensiv mit dem Rhein beschäftigte sich das Wissenschaftsmagazin Quarks und Co des Westdeutschen Rundfunks vom 18. Mai 2010 und förderte dabei einige wissenswerte und vor allem: gut im Netz aufbereitete Informationen zutage. So erfahren wir von rheinischen Tierarten, die anderswo ohne Namensnennung (im Hinterkopf wohl unter: Gekreuch) zusammengefaßt werden. Die Sumpfdeckelschnecke ist in der Lage, ihr Gehäuse mit einem am Fuß verwachsenen Deckel zu verschließen. Der Lachs kann sein Heimatwasser am Geruch erkennen. Die Wollhandkrabbe kneift Angelfäden durch, um sich die Köder zu verschaffen. Es existieren Süßwasserschwämme im Rhein! Die militärische Lage im Krebsreich läßt sich etwa wie folgt zusammenfassen: aus dem Donauischen zugewanderte Schlickkrebse vs Wandermuschel (welche den Krebsschlick nicht verträgt), Höckerflohkrebs vs alle anderen Kleinkrebse, bartelnde Barben vs alle Krebsarten, während der aus den USA eingedrungene Kamberkrebs die Krebspest verbreitet, gegen die er selber immun ist. Ebenfalls aus dem Donauischen stammende Schwebgarnelen dringen via Bodensee allmählich nach Nordwesten vor. Der aktuelle Zählstand bewegt sich bei rund 360 Tierarten „im Rhein“. Eintagsfliegenlarven weiden erstmal ein Jahr lang unter Wasser Algen von Rheinkieseln, bevor sie sich in ihr kurzlebiges Fliegenstadium begeben. Bachneunaugen fressen nur als Querder (ihrem eigenartigen Larvenstadium), nicht mehr als ausgewachsene Tiere. Sowieso herrscht auch unter den Larven Krieg. Jene der Prachtlibelle ist auf die der Köcherfliege aus etc, etc – die Sendung liefert prima Bilder und laienverständliche Erklärungen: ein Highlight unter den kursierenden Rheindokus. Sonst noch zu erfahren: eine weitere Entstehungstheorie, die bis Pangäa und die Entstehung des Mitteleuropäischen Rifts zurückreicht und besagt, daß nach Bildung der Alpen zunächst drei voneinander getrennte Teilrheine (Mittelrhein, Oberrhein, Alpenrhein) bestanden, die, nach komplexeren Schritten über hundert Millionen Jahre hinweg, schließlich vor 30.000 Jahren zum aktuellen Lauf fusionierten. Desweitern: Buhnen dienen der Strömungsregulierung und erzeugen schwimmerfeindliche Strudel, Ertrinkende im Rhein: pro Jahr im Schnitt rund 30. Klappschuten transportieren Oberrheinkies als Geschiebezugabe an den Niederrhein und ein Tauchglockenschiff namens Carl Straat ermöglicht Trocken-Spaziergänge auf dem Rheingrund. Tullas Rheinregulierung wird am Oberrhein mittels Poldern wieder in Richtung Naturzustand nachreguliert. (Eine veritable Tierwoche auf rheinsein, das Sommerloch öffnet auch hier sein Maul.)

Rheinsein unterwegs

Nach langen Jahren mal wieder die weltkulturelle Mittelrheinstrecke auf der Autobahn angegangen, doch lange: sollte dieser Genuß nicht währen. Die Autobahn hatte sich über zahlreiche omnivore Sommer und Winter wenig verändert, wollte uns scheinen – dann aber urplötzlich offenbar doch: „Bei Gonsenheim ist die Fahrbahn abgesackt“, meldete lakonisch der Verkehrsfunk. Keine weiteren Hinweise auf die technischen Strukturen, noch erwägenswerte Bedeutung/Auswirkungen eines solchen Ereignisses. Hitlers langer Atem, schoß es uns – unsinnig, das geben wir freimütig zu – durch den Sinn, der, von bärtigen Autobahnwitzen vernebelt, nach Halt, Hoffnung und, so widersprüchlich und zugleich sympathisch wie das bisher vorhandene menschliche Sein: nach Ankommen strebte. Wir befanden uns kurz vor Gonsenheim. Mußten aber weiter nach Karlsruhe. Wir: das waren der Kabarettist Stefan Reusch, bekannt für den nach ihm benannten Reusch`schen Dreher, ein eigenartiges, seltenes, hauptsächlich von Reusch selbst gepflegtes Sprachfänomen, das derzeit in den USA linguistisch erforscht wird, der Kabarettist Ismael Fischmord, bekannt für seinen Namen, den er sich gemacht hat, sowie unsere stets lyrisch gestimmte Wenigkeit. Der Bordroutenplaner riet zur Umgehung Richtung Alzey. „Alzey, Alzey, das ist doch noch ein Stückchen…“ – warnte unser rheinisch-geografisches Hintergrundwissen. Und: „Eine Fahrbahnabsackung – was sollte das im engeren Sinn vorstellen? Das Land geht zugrunde/“sackt wortwörtlich ab“ und schreit nach literarisch gebildeten Zeitzeugen, die…“ Reusch: „Das ist ein Loch…“, Fischmord: „…in das die ganzen Autos nach und nach hineinkippen…“, Reusch: „…wir nehmen die Abfahrt, basta!“ Die beiden bilden ein eingespieltes Team, bekannt für seine abstrusen, kaum erforschlichen Gedankengänge: Die Ableser. Bisweilen nehmen sie, ihrer altruistischen Art gemäß, in bewährt humanistisch-liberaler Sprungbrettmanier (auf Sprungbretter wird noch präziser zu kommen sein) zu ihren Auftritten unbekannte Gastautoren mit, die kurze Zeit später einigermaßen bis ziemlich groß herauskommen: Guy Helminger, Richard David Precht, etc… (lauter edle, mehr oder minder den universellen wundervollen Kraftsäften der Lyrik zugetane Zeitgenossen jedenfalls). Gesagt, getan: die Abfahrt war genommen, zwar stand uns von Sensationslust grundiertes Aufmucken im Sinn, wurde auch formuliert: „So eine Absackung, die solltet auch ihr, die ihr vieles schon gesehen habt, mal gesehen haben – wie oft im Leben ergibt sich eine solche Chance?: eine veritable Autobahnabsackung, das ist bestimmt was ganz anderes als die Geschichte mit dem Kölner Stadtarchiv, es wird dort auch kaum nach Geothermie gebohrt worden sein wie in Staufen, hört mal, wir könnten ja ganz vorsichtig da ranfahren, wir müssen ja nichts riskieren!“ – allein: „Zu spät“, kam es höhnisch-zufrieden von den Vordersitzen. (An dieser Stelle erfährt die ohnehin wirre Erzählung einen kaum zu kittenden Bruch, denn:) Wir enterten Rheinhessen: McDonald`s-Minarette kündetens, eine ansonsten bis auf gelegentliche Baumärkte leergefegte Landschaft bestätigte es. Rheinhessen! Rheinsein bislang unbekanntes, unbedingt jedoch noch zu erforschendes Terrain! Unser Herz klopfte, wenn schon nicht bis zum Anschlag, so doch in freudiger Entdeckenslaune. Und Fischmords Konsum amerikanischer Erfrischungsgetränke versprach den ein oder anderen Halt zwecks kontemplativer Einsichtnahme in die rheinhessische Region und Kultur vom Landstraßenrand! Welch selten betretene Gegend! Die lockende Gonsenheimer Fahrbahnabsackung war so gut wie vergessen.

Badebuchten

An heißen Sommersonntagen kommt in den Rodenkirchener Buchten ein Volk zusammen, das sich leicht ganz ähnlich zur Okkupationszeit durch Rom vorstellen ließe: Internationalität mit vorwiegend südsüdosteuropäischem Einschlag und Tonfall, doch auch Westafrikaenglisch, britannisiert und nachfolgend us-amerikanisiert manifestiert sich da im Strandsand, in Person etwa eines Hobbyprivatdozenten, der über die vier heißesten Mittagsstunden ununterbrochen über internationale staatliche Toleranzschwellen gegenüber Homosexualität, Oprah, öffentliche Kühlräume für Senioren ohne eigene Klimaanlage etc pp, vor allem aber die Großartigkeit der Vereinigten Staaten, ablabert, als sei dies ein asiatischer Hippiestrand und eben nicht Rodenkirchen, um schließlich anhand von Safttüten (nicht etwa von Tütensaft) amerikanisch-simpel das internationale Denken in verschiedenen fixen Größenmaßstäben zusammenzufassen, dabei nur das Klischee vom überselbstbewußt dauerparlierenden, dabei völlig nichtssagenden Ami zu verfestigen, während die Natur so einige Wölkchen an den Himmel getupft hat, um welche sie nun die Luftzüge herumzuleiten scheint. Die Wölkchen jedenfalls stehen reglos wie Wölkchen nur reglos stehen können. Der Autor dieser Zeilen beobachtet das Geschehen indessen von innerhalb einer der berühmten Rodenkirchener Badebuchten. Die Hände in den Sand gekrallt, ansonsten in der Horizontalen, den Blick direkt über die bisweilen von vorüberziehenden Frachtern leicht wogende Wasseroberfläche, vermeint er sich in die Lage eines Schlammpeitzgers oder ähnlichen Bodenfisches zu versetzen, eines solchen, der, den Körper unter der Wasserhaut getarnt, die Augen darüber offen hält, ein für Fische vergleichsweise kosmisches Bewußtsein zu erlangen. Das limitierte Imitieren immerhin führt zu einströmender Weite, Sensualität und schwer dimensionierbaren Gedanken und falls erwähnte Fische tatsächlich ebenso denken sollten, täte kultische Verehrung ihnen recht. Aus dem Hinterkopf dringen hektische Liedzeilen “wir ham als Kinder im Rhein gebadet / das hat uns sicher nicht geschadet” von Family 5. Ein Tretboot mit zwei Insassen unter Schweizer Flagge dimmt dazu in Ufernähe von Süd nach Nord, fadet weg unterm Domdunst wie eine kleine nichtige Halluzination. Glitzernde blitzende Blattwelt der Uferweiden. Schwebender Pappelschnee. Unter der Wasserhaut in Schlieren sich verbergende, verlierende Tiere: schlangenartiges, egliges; insektöses irrschwirrt, sich tiefspiegelnd, drüber hinweg, verliert unter Wasser seine Schatten, vermehrt sich auf solche Art. Seit Stunden plantscht ein blonder Kindergartenknabe im Flachwasser, läßt Steine hüpfen, vergißt sich selbst. Seit Stunden auch zieht ein gigantischer schwarzer Frachter von Nord nach Süd durchs Bild, sein Name: Anaconda.

(Ein Gastbeitrag von Sven Löffler. Rheinsein dankt!)

Neue Rheinmetropole, neue Rheinlänge

Das Monatsende bringt essentielle Meldungen zur rheinischen Existenz: nicht nur, daß die Länge des Rheins wegen eines Zahlendrehers bisher öffentlich meist falsch mit 1320 statt mit richtig 1230 Kilometern angegeben wird, wie der Kölner Biologie-Professor Bruno Kremer laut gestrigen Zeitungsmeldungen per eigenen Vermessungen herausgefunden haben will, nein, es existiert sogar recht unvermittelt eine neue Rheinmetropole, wenn auch zunächst nur für einen Monat, wie der folgenden Ankündigung (merci erneut an Roland Bergère) entnommen werden kann:

Ecole Regionale des Beaux-Arts in Besançon: Copacabana doesn’t exist! About the existence of the Rhin Rhône territory

If there is a place where human utopia has been achieved, that place is Copacabana. It is decadence in the poetic sense. The decadence in Copacabana works as a curtain, a protection for everything which happens within. Copacabana doesn’t have a centre, nor links with golden youth… It is a sort of oasis for all kinds of… Copacabana is wonderful. It is a wonderful town. Copacabana doesn’t exist!

This exhibition is the result of work carried out in a workshop of research at the ERBA. It was initiated by Philippe Terrier-Hermann and carried out jointly by students and two artists in residence, Ariane Bosshard, graphic artist, and Maxime Brygo, photographer. The question of creating a Rhône-Rhine agglomeration, utopian conurbation of two million inhabitants, stretching in an arc from Le Creusot to Bâle, including especially Dijon, Besançon and Mulhouse, has been the driving force of this workshop based on the question of how the territory can be represented. Indeed, isn’t this territory for now a mere mental representation? Will not this new entity measuring more than 300 Km in length, with an efficient high speed train network as backbone, exist only for an elite or a limited circle of informed civil servants and elected officials? Does the development scheme take into account all the essential aspirations of the inhabitants in all their diversity? Is grouping of competences in order to establish centres of excellence to exist on an international level compatible with the necessity to preserve social benefits and access to culture. Where are the centre and the boundaries of an agglomeration? How do we represent a new metropolis made up of diverse cities, each having their own specific identity, equally historically as mythically? We have tried to reply to these questions both together and individually and present our diverse research here. Maxime Brygo, in his photographic work attempting to represent this agglomeration has searched for images meaningfully illustrating history and symbols. He questions the subject of identification with a territory, its history and its potential monuments. Two notes, one official, the other descriptive are given to each of these pictures. In this way, Maxime Brygo offers us the chance to dare to assume the position of judge between the image and its potential interpretations; he leaves the images to float in an undefined status. With this body of work, Maxime Brygo asserts that this territory exists in its capacity to link these stories and their representations. As an accompaniment to this research, Ariane Bosshard has reflected on the traceability of this mental territory and on the good way of realizing a book about such a myth. So, she has conceived a black book, a book to elaborate mentally only from what is given to us: the oral description of the pictures. Thus she also plays with the zones of mental construction existing between words and images.

Artists’ representation of a territory stimulates possibilities and their perception of these possibilities is potentially utopian. Though attempting to activate a deliberately real territory, artists, through their visions have potentialities for turning them into Utopia (Nicolas Moulin, Bernard Voïta, Edwin Zwakman…). Either by the use of shifting, altering shapes, framing, darkening, … or any odd vision, the works shown here transform our perception of the world and lead us to look at it in another way. Gabor Osz shows a photograph of a beach, normally a place for leisure, in a warlike vision, having converted a bunker into a camera obscura. The virgin Namibian landscape by Balthasar Burkhard offers possibilities. David Renaud and Philippe Terrier-Hermann present maps which, though realistic, are made unusual by their own point of views. Ayako Yoshimura depicts a new territory, between utopia and heterotopy : a hyper megalopolis combining Tokyo, Shanghai, São Paulo, Chicago, New York and Yokohama; Marie-José Burki presents a scan of the Genevan suburbs. A manure heap by Philippe Gronon plays as a counterpoint to three cliché-like landscape paintings by Lisa Milroy. Sébastian Diaz-Morales’ movie takes us into unknown and unidentified areas, though real. Simon Faithfull’s video showing an abandoned fishing station in the Falkland Islands inhabited again by the native population as well as Neal Beggs’ performance about appropriating public spaces suggest an opportunity for hope. Delphine Bedel has travelled the mythical Route 66 from Chicago to Los Angeles, Gérard Collin-Thiébaud has wandered through Corsica and Valérie Jouve has approached Munster by river, rail and road. With ‘Celebration’, Quirine Racké and Helena Muskens present a town built in 1996 by Disney, which is how a capitalistic firm has seized the concept of Utopia…

Innovation may bring some practical applications contributing to activate some concepts of utopia in its desire of a better ‘living together’ but it ought to be done in respect of community ideals specific to its genesis. Should utopia be applied thanks to innovations only available for an elite, it would result again in a dead end, in the same way as the one which led to the dismantling of the housing schemes buildings of the 60’s and 70’s.

Putting in place utopias based on innovation should benefit to everybody, far from the law-and-order drifts of gated communities or other barrio cerrados. These walled residential areas started in the USA, are developing from Buenos Aires to Cape Town and show a worrying rise in Europe. This fantasized Rhine-Rhône metropolis, in which it would take 20 minutes for a Besançon resident to attend an opera in Dijon or for a Belfort inhabitant to be in Mulhouse thanks to high speed trains is surely a pleasing idea, but on the condition that access to the trains should not be challenged by an elitist commercial policy which would again result in a new failure for Utopia. At least, this is the message which seems to be expressed by the artists and their ‘territorial’ visions!

«Today, the world is too dangerous for anything less than utopia» Richard Buckminster Fuller

Opening: Jan 28th from 8pm to midnight
From 28th January to 26th February 2010: Open from Monday to Friday from 2pm to 7pm (closed from 6th to 23rd February)