Szene bei Kaiserswerth

ansicht bei kaiserswerth

“als junger wollte ich mal einen roman schreiben, von einem mädel mit braunem haar, das an den kreidefelsen der küste an der ostsee entlangreitet, wo man bunte feuersteine findet, das mädel wird dann meine frau und reitet mit mir in ihr dorf, wo ihr stamm lebt, ein schwarm fische schwimmt rheinauf, einer rheinab, die aale schlängeln sich am schiff vorbei, in der ferne der flughafen, ausläufer der häuser und pappeln und gebüsche mit vogelnestern noch relativ nackt am rande des ortes kaiserswerth, pappeln, braune äcker gefurchtes feuchtes land, startende flugzeuge, gegenüber auch wieder pappeln und weiden, der lanker kirchturm, das schiff ist vermutlich ein tankschiff mit ethanol und fährt rheinauf nach dormagen, fast alles aus unserer kultur ist ja daraus gemacht, wem es gehört der hat auch geld und macht, millionen jobs in der industrie hängen davon ab, mikroplastik sammelt sich in den meeren, zerriebene kleinteile, rheinaufwärts geht es nach kölle und bis in die schweiz. in manchen der container auf den schiffen ist schmuggelgut, etwas zum rauchen und träumen, aus rotterdam, aus übersee, erreicht hier die gebraucher in den metropolen…”

(Ein Beitrag unseres Niederrhein-Korrespondenten Rainer Vogel)

moenchengladbach

ich moechte wiedergeboren werden & zwar
in moenchengladbach: mit nem sprung in

der platte: ewiges jazzgedudel zum roehren
der britischen bomber ausm weltempfaenger

ne spur jauche in der luft, seitenscheitel &
koteletten, kraeftige kraeuterbitter zu schlecht

gebuegelten gesichtern. pastors sonntags-
predigt hallt in den schlagzeilen nach, bis ein

groove aus uebersee die tanzflaeche in bunte
truemmer zerlegt. es wabert & echot. geblaese

auf hochtouren & am tresen lehnt guenter
netzer mit nem glas orangensaftkonzentrat