Presserückschau (August 2012)

Nachdem noch im Juli die DLRG verschiedentlich gemeldet hatte, daß Schwimmen im Rhein nirgendwo sicher sei, veranstaltete sie im August wieder ihre traditionellen Rheinschwimmen zwischen Heidenfahrt und Ingelheim (136 Teilnehmer, Erbsensuppe), in Rheinfelden (44 Naturfreaks, ein Biber), und in Kooperation mit den Schweizer Kollegen zwischen Mumpf und Bad Säckingen (327 Schwimmbegeisterte, Fischessen): Hasardeure! Die weiteren Meldungen des Augusts:

1
Die Dreiländerbrücke (zwischen den Partnerstädten Huningue und Weil; Anm.: rheinsein) ist mit 248 Metern die längste Radfahrer- und Fußgängerbrücke der Welt“, konstatiert die Badische Zeitung und befragt Passanten zu ihren Nachbarschaftsgefühlen. Nicole Kebel (79) aus Saint Louis: “Ich (mache) fast jeden Tag einen Spaziergang auf der Brücke und trinke dann in Weil einen Kaffee. Ich habe den Krieg erlebt, diese Partnerschaft hat eine sehr starke Bedeutung für mich. Sogar wenn ich auf der Brücke gehe, bin ich sehr gerührt.” Hingegen Audrey Allgeyer (31) aus Village-Neuf: “Wir mögen die Stadt Weil am Rhein und die Läden dort nicht, deshalb ist es uns egal, wenn es Veranstaltungen gibt und dass Weil am Rhein und Huningue Partnerstädte sind.”

2
Die ortsansässige Schildkröte Rheini wurde von einem Mann aus dem Konstanzer Rheinstrandbad gestohlen, berichtet der Südkurier: „Der Unbekannte sei bei seiner Tat beobachtet worden. Trotz Protests der Badegäste habe er sich von seinem Vorhaben nicht abbringen lassen. Die Rheini-Fans bitten ihn darum, das Tier wieder zurückzubringen, sonst werde Strafanzeige gestellt. Schließlich sei es nicht erlaubt, einfach ein wildes Tier nach Hause zu nehmen.“ Die Hintergründe dürften in einem Streit um artgerechte Tierhaltung liegen, wie die Kommentarspalte vermuten läßt.

3
Am Gotthardpass ist der Vier-Quellen-Weg, eine Wanderroute, welche die Quellen von Rhein, Reuss, Rhône und Ticino berührt/verbindet, eröffnet, meldet der Tagesanzeiger. Zur Einweihung sprach Ueli Maurer. „Der Gotthard, das zentrale Massiv der Strecke, stehe für Freiheit, den Gründungsgedanken der Eidgenossenschaft und die direkte Demokratie. Der Bundesrat hofft, dass Wanderer entsprechende Emotionen durchleben werden.“ (Aber hallo, das muß unbedingt ausprobiert werden! Gilt das auch für Ausländer?)

4
Bizarre Tiernachricht aus den Tiefen des Sommerlochs: Weil er seine Mischlingshündin mit Paketschnur an den Vorderfüßen gefesselt in den Rhein geworfen habe, wurde ein Kölner wegen Tierquälerei zu einer Geldstrafe verurteilt, berichtet der Kölner Stadt-Anzeiger. Das Tier indes überlebte. „Winselnd, das Fell völlig durchnäßt“ wurde Bonnie von einer Passantin am Stammheimer Ufer entdeckt. (Wir fühlten uns umgehend an die (durchaus noch ein Quentchen bizarrere) Hundeszene in Guy Helmingers Etwas fehlt immer erinnert und gedachten für einen weiteren Moment der so oder so zustandegekommenen Gequältheit diverser Gottesgeschöpfe.)

5
Es war wohl wenig los im August. Bei Lorch lief das 105 Meter lange Schiff Karola auf Grund. Der Frachter hatte Eisenplatten geladen (SWR). Beim U-Bahn-Bau in der Düsseldorfer Innenstadt trat ein Mammut-Stoßzahn zutage – bei weitem nicht der erste in der Gegend (Rheinische Post). Weil also wenig passierte, verlegte sich die Presse stärker auf Ankündigungen: „178-Millionen-Euro-Projekt: Die neue Schiersteiner Brücke soll in zwei Abschnitten bis 2018 entstehen. Sie wird fast 1,3 Kilometer lang und 44 Meter breit sein.“ (FAZ) Ab 9. September wird das große Binger Weinfest unter dem Motto “Schon Hildegard von Bingen lobte den Wein – drum lasst beim Winzerfest am Wein uns erfreun” eröffnet (business-on). Und nicht zuletzt: „Gedichte sollen den Rheinuferweg bei Basel säumen“ – was für Gedichte genau, werde sich noch herausstellen (Tageswoche).

6
Schließlich erregte noch eine Meldung von einer jungen Schweizerin größeres Aufsehen, die von der Karlsruher Wasserschutzpolizei aus der Iffezheimer Schleuse gefischt wurde (ka-news, Focus): in ihrem Schlauchboot, das sie mit Schwimmflossen an den Beinen manövrierte. Besondere Erwähnung gewährte die Presse ihrer Kopfbedeckung, einer Kapitänsmütze. Seit Biel (Aare) hatte die 26jährige innert 14 Tagen bereits über 200 km in dieser Fortbewegungsart absolviert, gab das Schlauchbootflosseln nach einer polizeilichen Gefahrenaufklärung jedoch auf und will nun versuchen, per Schiffsanhalterin an ihr Ziel, die Nordsee, zu gelangen.

Otto Bierbaum passiert den Gotthard mit dem Automobil (2)

“(…) An dem berühmten Hospiz fuhren wir ohne Einkehr vorüber, froh, daß es nun im beschleunigten Tempo bergab gehen durfte. Die Bremsen bekamen jetzt scharfe Arbeit, denn das Gefälle nach Norden ist sehr streng. Wir begegneten auf dieser Seite vielen Touristen, während wir auf der Südseite keinen einzigen Rucksack erblickt hatten. Bald erschienen auch Wagen (hinter Andermatt sogar sehr viele), und, was schlimmer war, solche mit Schweizer Kutschern, die es für wichtiger halten, ausgiebig und laut zu schimpfen, statt sich um ihre Pferde zu kümmern. Zum Glück verstanden wir den Sinn ihrer wütenden Expektorationen nicht, da sie urnerdeutsch fluchten, also in einem Dialekt, der dem ans Hochdeutsche gewöhnten Ohre mehr wie eine unbegreifliche Anhäufung von Rachenlauten, denn als eine Abart deutscher Sprache erscheint. Wir beantworteten diese Konglomerate aus Ch-Lauten aufs freundlichste mit dem Gruße: Leben Sie wohl, mein Herr! und gaben uns im übrigen dem Anblick der hier wahrhaft grandiosen Natur hin. So gelangten wir glücklich, ohne irgend ein Pferd des Kantons Uri in ernstliche Verlegenheit gesetzt zu haben, über die Teufelsbrücke und schließlich nach Göschenen. Hier aber ereilte uns unser Geschick. Es hatte die Gestalt eines überlebensgroßen Polizisten, der sich wie ein Turm breitbeinig vor uns aufpflanzte, indem er abwechselnd äußerst laut und mächtig rief: Anhalte! Usschtiege! – Nun bin ich zwar ein Mensch voller Respekt vor der Polizei, zumal, wenn sie in überlebensgroßen Exemplaren auftritt, aber ich lege einigen Wert auf höfliche Behandlung. Und so sagte ich meinesteils: Sehr schön! Aber, bitte, schreien Sie nicht so und erklären Sie mir ruhig und sachlich den Grund Ihrer Aufregung. – Anhalte! Usschtiege! brüllte der Turm. – Wenn Sie so freundlich sein wollen und ruhig die Sachlage betrachten, erwiderte ich mit himmlischer Gelassenheit, so werden Sie unschwer bemerken, daß wir bereits halten, und ich kann Ihnen versichern, daß wir auch aussteigen werden, wenn Sie nur eine Andeutung darüber machen wollten, warum wir hier aussteigen sollen, wo wir keineswegs die Absicht haben, Station zu machen. – Diese längere und wohlgesetzte Rede besänftigte den Riesen von Uri, und er versicherte uns nun, unter deutlichem Ringen nach Höflichkeit, wir hätten nichts von ihm zu befürchten und möchten ihm auf die benachbarte Polizeiwache folgen, wo sich alles schnell schlichten werde. – Meine Frau sah sich schon in Kerkersbanden, Riegel meinte, das Gescheiteste wäre, den Turm umzufahren, ich aber war gerührt von dem Streben des Enaksohnes nach Urbanität und folgte ihm mutigen Schrittes in die Heimstätte der Urner Sicherheitsbehörde (wie meine Frau behauptet, hat es ausgesehen, als würde ein Klippschüler von seinem Lehrer in die Schule geschleppt). Was mir dort eröffnet wurde war dies: Die Polizei von Andermatt hat hierher telegraphiert: “Automobil hier durchgefahren; unmöglich es aufzuhalten” (Aha, dachte ich mir, die Andermatter haben keinen Riesen!) “Stellt es und verfügt nach dem Gesetze.” – Wieso? fragte ich; ist es nicht erlaubt, über den Gotthard zu fahren? – Doch, antwortete der Gewaltige, das ist erlaubt, und es ist auch erlaubt, im Kanton Uri zu fahren. – Na also! – Ja, aber es ist nicht erlaubt, von Andermatt nach Göschenen zu fahren. – Jetzt fängt der Riese an, Witze zu machen, dachte ich mir, denn das sah doch nicht anders, als wie ein Witz aus: Man darf zwar über den Gotthard fahren, muß aber in Andermatt wieder umkehren. Und ich entwickelte diesen Gedankengang ebenso logisch wie bescheiden. Aber weder meine Logik noch meine Bescheidenheit rührte den Mann des bewaffneten Gesetzes. Er sprach, und der Sinn seiner Rede war dies: Das mögen Sie mit dem Kanton Tessin ausmachen, der es erlaubt hat, über den Gotthard zu fahren. Wir in Uri erlauben eben bloß, von Göschenen weiter zu fahren. – Demnach hätte ich, fuhr ich unter andauernder Logik und Bescheidenheit fort, von Andermatt aus, da ja dort keine Eisenbahn ist, ein Ochsengespann mieten und meinen Wagen bis hierher durch die Tiere befördern lassen müssen, deren Kopf das Wappen dieses Freistaates ist? – Das hätten Sie allerdings müssen, antwortete der Turm, der mich selbst sitzend weit überragte, wenn Sie den Gesetzen hätten gehorsam sein wollen. Da Sie es aber nicht getan haben, müssen Sie nach dem Gesetze bestraft werden. – Wieviel kostet es? fragte ich mit schnellem Verständnis. – Zwanzig Fränkli antwortete prompt der Übermensch. – Wie, rief ich, und wegen 20 Fränkli muß ich aussteigen? Das hätten wir doch auch draußen machen können? – Nein, erwiderte der Riese, ich muß Ihnen eine Quittung ausstellen. – Und tats. – Ich empfing meine Quittung, überreichte ihm, zur Einverleibung in das Archiv von Uri, meine Visitenkarte, nahm Stellung, machte kehrt und begab mich in den Wagen, um, so lange wir auf Urner Boden fuhren, Meister Riegel beharrlich zur Langsamkeit zu mahnen, denn diesen Rat hatte mir das riesige Organ der Sicherheit von Uri noch mit auf den Weg gegeben: Schritt fahren, oder in jedem Falle sechs Franken Buße. (…)”

(aus: Otto Julius Bierbaum – Eine empfindsame Reise im Automobil, Berlin 1903. Der gesamte Text der frühen Cabrio-Reise von Berlin nach Sorrent und zurück an den Rhein ist ua im Projekt Gutenberg vorhanden.)

Von den fliessenden wässern Teütsches lands.

ES ist kein land in dem gantzen Europa / darin man so vil vnd so gros wässer findt als in Germania oder Teütschland. Under denen ist das erst vn das gröst die Tonaw / die im Schwabeland oder im Schwartzwald im dorff Doneschingen entspringt / vnnd laufft gegen Orient in das Pontisch möre / vnd schöpfft in sich sechtzig andere große vn schiffreiche wässer / ehe sie in das mör lanfft. Die alten nennen den berg darauß sie entspringt Abnobam / wie wol mer dan auff ein halbe meyl kein berg bey jrem vrsprug ist / sunder sie quelt mit einem grossen fluß auß einem bühel / der über zwo oder drey closster hoch nit ist / wie jch das eigentliche vnd wol besehen hab / vnd ein besunder tafel darüber gemacht. Es ist bey den alten gelerten männern ein gros begird gewesen den vrsprung dises wassers zu sehen / darumb auch ettlich von Rom härauß zogen / domit sie gesehen möchten seinen vrsprüngliche brunnen. Wir lesen auch von Tiberio / do er ein mal komme was zu dem Bodensee / nam er für sich ein tagreiß zu besichtigen den anfang der Tonaw.
Das ander groß wasser ist der Rhein / vnnd der entspringt hinder Chur im höchsten Schweytzer gebirg / Strabo nent den selbigen berg Adulam / vnd hat der Rhein daselbst zwen vrsprüng / vnd werden auch beide der Rhein genant / lauffen zusammen ein Teütsch meil ob Chur. Einer heißt der vorder vn der ander der hinder Rhein. Von vrsprung des vordern Rheins ist es ongeferlich drei stund fußgangs biß an vrsprung des Rhodans rechter distantz vnd nit weiter / wo es vor den obersten bergspitzen der richte nach zu wandlen möglich were. Do entzwischen in gerader lini ligt der berg Gotthart / vor zeite Sume Alpes / das ist das höchst Alp gebirg genant / darin entspringt Ticinus / laufft gegen mittag in Italiam. An der gegen seite die Rüß / laufft durch Vry in Lucerner see / vnd darauß gegen mitternacht in Rhein. Aber der obgenant Rhodan laufft anfangs gegen vndergag / vnd der vorder Rhein von seinem vrsprug biß ghen Chur gegen auffgang. Vnd also geben dies flüß alle vier bey jrem vrsprung auß fliessende / ein creütz / deß halb nit onbillich die höhe des gebirgs doselbst / Summe alpes genant werden. Der Rhein laufft anfangs biß ghen Chur / demnach wendt er sich gegen mitnacht / vn macht zwen grosse seen / der erst heißt der Brigantzer oder Costentzer oder Bodensee. Etlich meinen das er vorzeite Lemannus hab geheissen / aber mögen das nit gnügsam probieren. Diser see geüßt wider auß jm bey der statt Costentz den Rhein / vn nit fern von der statt theilt sich der Rhein in ein andern see / den die alten haben genent lacum Venetum / aber ietzundt nent man jn den Undersee oder den Cellersee / vnd do krümpt sich der Rhein gegen vndergang / vnd behalt auch den lauff biß ghen Basel / do kert er sich gegen mitnacht / etc. Das dritt wasser ist der Necker vn des vrsprung ist nit über drey oder vier stund fußgangs von dem anfang der Tonaw. Er wirt auch zimlich gros / ehe er in den Rhein kompt / durch andere vil wässer / die allenthalben von dem Schwartzwald daryn rinen / vnder wölchen die fürnempste seind die Entzg / die von Pfortzen härab kompt / der Cochar vnd die Jagt / die von Elbangen durch Schwaben vnd durch den Otenwald fliessen / vnd bey Wimpffen in Necker fallen. Das vierd schiffreich wasser ist der Mayn / der hinder Bamberg in Voitland entspringt / vnd darnach mit grossen krümmen durch das Francken land dem Rhein zu laufft. Das fünfft ist Amasus die Emß / die druch Frießland laufft / die Weser / die aus Hessen läd durch Brunschweigerland dem mör zu laufft. Das siebend ist Albis die Elb / von die kompt auß Behmer land und laufft durch Meyßen und Sachsen dem mör zu. Das acht Suenus / die Spre. Das neündt Viadus / die Oder. Das zehend Vistula die Wixel. Vnd über dem Rhein Obrinca / das ist die Mosel. On dise schiffreiche wässer / seind sunst onzelich andere wässer im Teütsch land / die jre beywonern nit zu kleinem nutz dienen / als die Nahe bey Creütznach / die Brüsch vnd Jll zu Sraßburg / die Murg in der Marggraueschafft / die Kintzig zu Offenburg / die Ar / die Limmat / vnd Rüsch im Schweytzerland / der Lech bey Augspurg / der vor zeiten die Baiern hat gescheiden von den Alemannern / die Vindelici hiessen. Die Jser bey München vnd Landshut / der Jn von Jnspruck gegen Passaw / item Anisus der Ens / der vor zeiten die Hunen hat gescheide von den Baiern. Gang jch über die Thonaw in das Mortgöw zu dem Fichtelberg / so find ich ein gantzen hauffen wasser die daraus fliessen vn do sein vrsprung nemen / als nemlich die Nab / die Sal / der Eger / vnd die Pegnitz.

(Soweit Sebastian Münster in seiner Cosmographia, hier zitiert nach der Ausgabe von 1550. Die Cosmographia liegt nun digitalisiert vor, in zwei deutschen (davon der hier zitierten, recht lesefreundlichen, der Uni Köln) und einer lateinischen Version.)

Rheinquellen

Erquickend zu sehen, wie der Rhein bei Wikipedia verläuft. Die Informationen zum Thema wachsen und werden zunehmend differenzierter dargestellt. Bei Rheinseins letztem Wikipedia-Besuch sah die Informationslage zur Rheinquelle lediglich den Tomasee vor. Mittlerweile steht dort eine Beschreibung des Wassersystems aus zahlreichen Quellflüssen, wie sie klarer formuliert (und dazu noch kostenlos!) andernorts kaum zu haben sein dürfte. Zu erfahren ist nun also, daß die Entfernung der oberhalb des Tomasees liegenden Quelle des den Tomasee durchfließenden Rein da Tuma (der nach einem Keltenfürst benannt sein soll) bis zum Zusammenfluß von Vorder- und Hinterrhein etwa 71 Kilometer betragen soll. Sowohl im Vorder- als auch im Hinterrheingebiet existieren jedoch einige mündungsfernere Quellen: Rein da Medel, im Mittellauf auch Froda, in seinem Tessiner Oberlaufgebiet Reno di Medel genannt (etwa 76 Kilometer); Rein da Maighels (etwa 75 Kilometer); Rein da Curnera (etwa 74 Kilometer); Rein da Nalps (etwa 71 Kilometer); die beiden von den Gebieten Puozas und Milez (in der Nähe des Oberalppasses) herunterkommenden Quellbäche (etwa 70 Kilometer); der aus dem Val Val herunterkommende Quellarm (etwa 70 Kilometer). Ganz hervorragend die vagen Kilometerangaben, tragen sie doch der Beweglichkeit ihrer Objekte/Subjekte Rechnung. Im Gebiet des Hinterrheins, vereint mit dem Albula-Landwasser-System, kommen hinzu: Dischmabach (etwa 72 Kilometer); Flüelabach (etwa 70 Kilometer); desweiteren die in der Regel etwas kürzeren Totalpbach, Julia, Madrischer Rhein und der Albula-Quellarm Ava da Ravaisch. Auch die Aare, die bei ihrem späten Zusammenfluß mit dem Rhein die deutlich größere Abflußmenge aufbringt, wird nun im Artikel „Rheinquelle“ bedacht. „Die Rheinquellen“ lautet ein weiterer, der sich jedoch einer gleichnamigen Bündner Zeitung aus der Mitte des 19. Jahrhunderts widmet. Nach den Literaten (s. Spescha, s. Rheinsein) kommen nun also auch die Wikipedianer zum Schluß, daß bei der Rheinherkunft von deutlich mehr als zwei Quellen gesprochen werden kann, darf, muß. Die weiteren Aussagen des Artikels beziehen sich eher trocken auf Abflußmengen, Einzugsgebietsgrößen und Subsysteme.