Presserückschau (März 2017)

1
Methadon-UFO
“In der Rheinüberwachungsstation (RÜS), die auf der deutschen Seite unterhalb der Palmrainbrücke in Weil liegt, werden (…) Wasserproben dem Rhein entnommen. Die Analytik erfolgt im Labor des Amts für Umwelt und Energie Basel-Stadt (AUE BS). Dort hat man einen Katalog von 670 Stoffen, von denen man weiss, dass sie in Industrie, Haushalt und Landwirtschaft flussaufwärts zum Einsatz kommen. Nach 380 dieser Substanzen fahndet man täglich. Überschreiten sie einen Grenzwert, wird Alarm ausgelöst. Die Konzentration der 290 weiteren Verbindungen wird in anderen Zeitabständen überprüft. (…) Parallel zu dieser Überwachung bekannter Substanzen schaut man mittels eines sogenannten Screenings, was sonst noch im Wasser vorkommt. Mit der Kombination verschiedener Messmethoden (…) bekommt man wie bei einem Radar auf dem Bildschirm gewisse Signale. Bei einigen weiss man aus Erfahrung, um was es geht. Andere sind buchstäblich «Unbekannte Flugobjekte». Ein solches chemisches UFO war (…) Methadon, das man im Rhein nicht erwartete.” (BZ)

2
Rhein im Mittelmeer
“Nach monatelangen Vorbereitungen hat der Tender “Rhein” (…) seinen Heimathafen Kiel verlassen, um sich im Mittelmeer am internationalen Kampf gegen Schleusernetzwerke zu beteiligen. Die “Rhein” steuert zunächst den Hafen von Augusta in Italien an. Sie wird dort den Tender “Main” aus Eckernförde ablösen, der sich seit Oktober an der EU-Operation “Sophia” beteiligt. Laut Marine wechselt in Augusta ein Teil der Besatzung des Tenders “Main” auf die “Rhein”. An Bord werden dann insgesamt mehr als 100 Frauen und Männer sein, darunter Militärpolizei, Ärzte und Sanitätspersonal.” (NDR)

3
Goldfische
“Walter Hirschmann (…) ärgert sich (…): «Manche setzen ­ihre Goldfische im Rhein aus, wohl, bevor sie in die Ferien fahren wollen und niemanden für die Fütterung finden» (…). Er habe selber Goldfische im Unterland, am Übergang der Glatt zum Rhein, gesehen. «Sie fallen einem wegen ihrer roten Farbe sofort auf», sagt Hirschmann. Vom Verzehr rät er aber ab: Sie seien zwar nicht giftig, jedoch schmeckten sie bitter. (…) Das kantonale Amt für Landschaft und Natur (…) be­stätigt, dass Aquariumfische im Rhein zu beobachten sind: (…) Es gebe vereinzelt Goldfische und Koikarpfen, Blaubandbärblinge und amerikanische Sonnenbarsche. Bei den genannten Fischen vermutet der Kanton, dass sie im Rhein «entsorgt» oder aus falscher Tierliebe ausgesetzt werden. «Möglicherweise stammen auch die zahlreichen Kamberkrebse im Rhein ursprünglich aus Aquarien» (…). Zahlen zu diesen ausgesetzten Aquariumfischen erfasst der Kanton nicht.” (Der Landbote)

4
Nicht immer grün
“»Der Rhein und Meißenheim« – dieses »Paar« stand beim zweiten Abend mit Geschichten am Stammtisch im »Eventhaus Sonne« im Mittelpunkt. (…) Es gibt vor und es gibt nach Tulla. Johann Gottfried von Tulla (1770 bis 1828) ist bekannt für seine Rhein-Regulierung. Davor waren sich Fluss und Mensch nicht immer grün. Der wilde Strom mit seinen immer neuen Armen trat oft über seine Ufer. Der Arm, der nach einem Hochwasser ein tieferes Bett geschaufelt hatte, war der Talweg, der die Grenze zwischen Deutschland und Frankreich bildete – außer wenn das Elsass gerade Deutsch war. Staatsgrenze und Gemarkungsgrenze waren nicht identisch. Meißenheim hatte – wie alle Gemeinden am Rhein – auch Land jenseits des Flusses. Das schlimmste Hochwasser gab es (…) 1876. Bei Wittenweier brach ein Damm. Die Massen flossen übers Land. 1480 war auch gewaltig. 40 Kilometer um Straßburg stand alles unter Wasser. Nach Tulla wurde einiges anders. (…) Die ersten Dampfschiffe tauchten auf dem Rhein auf. Bis dahin undenkbar, musste doch vor der Regulierung manche Schiffe vom Ried bis nach Straßburg von Menschen gezogen werden. Erst danach konnten Pferde eingesetzt werden.” (Baden Online)

5
Mary Roos
“Die Schlagersängerin ist Patin und Namensgeberin für eine neue Event-Autofähre in Bingen. Diese kann man buchen und Partys auf ihr feiern, zum Beispiel eine Schlagerparty.” (ARD)

“Während im Rheingau und im Mittelrheintal wieder über den Bau von Rheinbrücken bei Rüdesheim und nördlich von St. Goar diskutiert und gestritten wird, setzt die Bingen-Rüdesheimer Fähr- und Schifffahrtsgesellschaft ein Zeichen. Mit der „Mary Roos“ hat das traditionsreiche Binger Unternehmen die modernste Autofähre am Rhein in Dienst gestellt. (…) Die Besonderheit ist ihre Zulassung als Fahrgastschiff. Die „Mary Roos“ kann nicht nur quer über, sondern auch längs auf dem Rhein. Dafür ist sie wie ein Ausflugsschiff ausgerüstet und ausgestattet und erfüllt die Auflagen wie beispielsweise Schwimmwesten für bis zu 600 Passagiere.” (FAZ)

6
Atmosferischer Techno
“The ninth release on the DSR-C series comes from Rhine. A new name with his roots in atmospheric techno steps up for his first solo EP. ‘De Storm’ opens the account with a loose collage of textured drums and scuffed-up synths. It makes for a bubbly groove that journeys far off into the night while ‘De Bron’ is more rooted underground, with cavernous echo chambers run through by supple bass synths and icy hi hat trails. Spooky and haunting, its a track to send shivers down your spine. Last of all, ‘Het Meer’ is a watery affair, with aqueous drips and drops, radiant pads and then more tightly coiled drums brushing up against one another to make for something atmospheric but also nicely driven. All three tracks are characterised by a rather tender and reflective mood that makes them all the more unique.” (deejay.de)

7
Distanz und Interesse
“Die Engländer schwanken in ihrem Verhältnis zum Kontinent seit je zwischen Distanz und Interesse. Der romantische Rhein zum Beispiel ist eine touristische Entdeckung reiselustiger Briten. Zu ihren Protagonisten gehört auch der Offizier und Zeichner Robert Batty, von dem ein opulentes Exemplar des ersten mit Stahlstichen illustrierten Rheinbuches Scenery of the Rhine (1826) in der Frühjahrsauktion von Venator & Hanstein aufgerufen wird. Das in vier große Foliobände gebundene Werk beinhaltet Stiche mit Abzügen auf Chinapapier vor der Schrift und die Originalzeichnungen zu 60 Stahlstichen. Die Taxe liegt bei 30.000 Euro. Bewunderer des Rheins gab es auch andernorts. In Wien erschienen 1798 Fünfzig malerische Ansichten des Rhein-Stromes von Speyer bis Düsseldorf von dem Landschafts­malers Laurenz Janscha. Das Spitzenlos der Auktion sollte den Interessenten mindestens 50.000 Euro wert sein.” (Weltkunst)

8
Grundelgruppe
“Seit einigen Jahren verbreiteten sich im Rhein bei Basel invasive Fischarten aus dem Schwarzmeerraum, schreibt der Bundesrat (…). Wahrscheinlich seien die Grundeln als Larven mit grossen Transportschiffen eingeschleppt worden. Die Schwarzmeergrundeln sind eine Konkurrenz für die einheimischen Arten. Besonders betroffen ist die Groppe. Aber auch Alet, Barben und Salmoniden seien bedroht (…). Die Fischfauna habe sich bereits stark verändert. Fünf Arten von Schwarzmeergrundeln werden nun auf die Liste der invasiven gebietsfremden Arten gesetzt. Die Haltung dieser Grundeln in Teichanlagen oder Aquarien wird damit bewilligungspflichtig, und ihre aktive Verbreitung ist verboten. (…) An der Universität Basel (MGU) gibt es eine Grundelgruppe, die sich mit den Bioinvasoren im Rhein beschäftigt.” (Basler Zeitung)

9
Neubürger
“Ihr Name geht darauf zurück, dass sie ihre Vorderpfoten wie beim Händewaschen bewegen, wenn sie etwas Essbares gefunden haben und sich daran machen, es zu verzehren. Waschbären suchen oft an Bachläufen nach Futter. Die Tiere sind possierlich anzuschauen. Doch ihr Aussehen täuscht darüber hinweg, dass mit ihnen nicht unbedingt gut Kirschen essen ist, denn sie sind Raubtiere. Der kluge und anpassungsfähige deutsche Neubürger ist auch im Rhein-Sieg-Kreis auf dem Vormarsch. (…) In der Jagdsaison 2010/2011 wurde ein Waschbär erlegt, fünf Jahre später 2015/2016 waren es schon 15. (…) Darum hat sich der BUND im Rahmen der Landesjagdgesetznovelle dafür ausgesprochen, den Waschbären von der Liste der jagdbaren Arten zu nehmen. Bisher sei es ohnehin nicht gelungen, die Kleinbären durch die Jagd zu dezimieren. Laut Naturschutzbund Deutschland (NABU) liegt das daran, dass sich die Tiere, je stärker sie bejagt werden, umso stärker vermehren.” (Kölnische Rundschau)

10
Kalkschlammabdeckung
“Rund 2500 Kubikmeter Kalkschlamm, den der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF in den 1950er-Jahren im Rhein nördlich von Frankenthal entsorgt hat, werden gut sechs Jahrzehnte später mit einem Deckel aus Spezialkunststoff abgedeckt. (…) Der auf einer Fläche von 2900 Quadratmetern verteilte Produktionsabfall ist (…) für Fische giftig und kann, wenn Menschen oder Tiere mit ihm in Berührung kommen, ätzend wirken. Dass die BASF sich jetzt zu dem aufwendigen Sanierungsverfahren entschlossen hat, hängt mit dem inzwischen häufigen Niedrigwasser im Rhein zusammen.” (Rheinpfalz)

11
Der Rhein als Person
“Wird nach den Flüssen Ganges und Yamuna in Indien bald auch der Rhein rechtlich zu einer Person ernannt? Wenn es nach der Deutschen Umwelthilfe geht: Ja. Sie schlägt vor, den Rhein in einer symbolischen Aktion als Lebewesen einzustufen und ihn so vor Verschmutzung zu schützen. (…) Die beiden heiligen Flüsse der Hindus in Indien genießen künftig die gleichen Rechte wie natürliche Personen. Das heißt: Wer ihnen Schaden zufügt, wird juristisch so belangt, als hätte er einem Menschen geschadet. Umweltschützer in Indien zweifeln aber, ob das Urteil dem Schutz der extrem verschmutzten Flüsse helfen wird. Das neuseeländische Parlament hatte vor kurzem den Fluss Whanganui zur Rechtsperson erklärt, damit die „Interessen“ des 290 Kilometer langen Wasserlaufs vor Gerichten eingeklagt werden könnten.” (Augsburger Allgemeine)

12
Rheintote
“Die Polizei ist (…) zu einem Einsatz nach Unkel ausgerückt. Am Rheinufer war dort (…) eine Wasserleiche entdeckt worden. Die Polizei musste sie aus dem Fluss bergen. Wie die Beamten in Koblenz mitteilten, handelt es sich um eine weibliche Person. Nähere Einzelheiten sind noch nicht bekannt. So gebe es nach Angaben der Polizei derzeit keine Hinweise auf die Identität der Frau. Auch sei noch unklar, wie lange der Körper dort schon gelegen habe, bevor er gefunden wurde.” (General-Anzeiger)

“In Niederkassel haben Spaziergänger (…) eine Leiche im Rhein entdeckt. Die Feuerwehr barg den Leichnam im seichten Wasser am Ufer und brachte ihn an Land. Bisher ist nur bekannt, dass es sich bei der Leiche um einen Mann handelt.” (WDR)

“Bei Schaan trieb (…) eine leblose Frau im Rhein. Zuerst war nicht klar, ob die Person noch lebt oder nicht. Kurze Zeit später liess die Liechtensteinische Polizei wissen: «Die Person konnte nur noch tot geborgen werden.» Der leblose Körper sei bei einer Fussgängerbrücke auf der Höhe des Ortes Schaan entdeckt worden. Wie die Landespolizei am Abend mitteilte, handelt sich um eine noch unbekannte Frau. Das Fürstliche Landgericht hat eine Obduktion angeordnet. Noch ist völlig unklar, ob es sich um einen Unfall, ein Verbrechen oder einen Suizid handelt.” (Vaterland)

“Drei Wochen nach seinem Sturz von einer Brücke in den Rhein ist ein 32-jähriger Mann tot aus dem Fluss geborgen worden. Die Leiche des Mannes wurde (…) bei Mannheim von zwei Jetski-Fahrern entdeckt (…). Die Wasserschutzpolizei brachte den Toten an Land. Es handele sich um den aus Mannheim stammenden Mann, der Anfang März bei Ludwigshafen von einer Brücke in den Rhein gestürzt war. Er wurde seither vermisst, auch umfangreiche Suchaktionen waren ergebnislos geblieben. Die Polizei geht von einem Unglück aus. Hinweise auf ein Verbrechen oder die Beteiligung anderer Personen gebe es nicht.” (Stuttgarter Nachrichten)

Unter-Föhn-ein-Fluß

“Fluß, Du fließt in alter Weise / durch Dein programmiertes Tal” beginnt ein Ohrwurm aus den frühen Achtzigern (1). Gemeint ist der Rhein, nicht nur nach David Hume schönster Fluß der Welt (2), der auf immerhin gut zwanzig Kilometern als schlingernder Rebell, die Taschen voller Steine (3) das Fürstentum tangiert, bedrängt und mit seiner eigenartig-eingezwängten Rheinheit bestäubt. Es mag am Föhn oder der gerade aufkeimenden Leichtigkeit des klimawandelnden, bisher noch ewig wiederkehrenden Frühlings liegen, auch dürfte die Übersichtlichkeit Liechtensteins dazu beitragen, daß im Spannungsfeld dahingeträllert-erinnerter Liedzeilen und literarischer Zitate ganze Utopien und Dystopien für diesen Landstrich entstehen und zerfallen. So zeichnete bereits vor zwei Jahrhunderten der notorische Rheinromantiker Brentano ein kirmesartig überdrehtes “Vadutz” als Mischung aus verlorenem Paradies, Eldorado und Schlaraffenland, dessen Fluß die ganze Woche ein unzugängliches Steinmeer ist und nur am Sabbath seine Wogen bewegt (4), ein Land voller Absonderlichkeiten wie Schlüsselblumen-Champagner und wasserdichten Lobzetteln, ein Land aber auch des “Alles, wie es seyn soll und nie seyn wird” (5).

Der Utopie wohnt die Dystopie wohl zwangsläufig inne – und umgekehrt. Und ein nur feiertags fließender Fluß gibt Grund zu grübeln. Was, wenn der Rhein, zum Eingewöhnen gerne zunächst nur unter der Woche, schließlich aber komplett vor Balzers Richtung Walensee abflösse? Eine Programmierung gewissermaßen, die schon einmal zum Einsatz gekommen sein soll, in einer Zeit allerdings, bevor es Menschen gab, die davon Zeugnis hätten ablegen können – während heute keine halbe Stunde verginge, bis eine solche Sensation im Internet stünde, mit Videobeweis und jeder Menge abstruser Äußerungen in der Kommentarspalte. Nicht nur würden wir derartige Wunder heute postwendend nachweisen, wir hätten sie wahrscheinlich selber bewerkstelligt, eben: programmiert. Es muß schließlich immer weitergehen. Daß ein Flußlauf sich korrigieren, stauen und angesichts des entstandenen Schlamassels hübsch renaturieren läßt, gehört längst zum kulturellen Repertoire der Menschheit.

Was die Schweizer mit dem neuen Flußverlauf anfingen, sei an dieser Stelle außen vor. Schauen wir auf die Chancen für das Fürstentum. Ohne Rhein würde es etwas trockener in Liechtenstein, gewiß, doch ließe sich mit dem gewonnenen Areal Begeisterndes beginnen. Das Rheingold entpuppte sich neuerdings als Bauland, auf den Kiesbänken wüchsen zunächst, was ihnen umgangssprachlich ohnehin innewohnt: Banken. Statt des Rheins strömte einfach noch mehr Geld durchs Land. Welchem ernstzunehmenden Menschen gilt heute die Metafer vom Leben, das als Wasserlauf betrachtet werden sollte (6)? Vielmehr liest sich ein modernes Leben in Kontoauszügen und Börsendiagrammen. Im Rheintal entstünde, Kapital zieht Kapital an, mit Kapital wird gebaut, wo gebaut wird kommen ungelernte Kräfte, die sich bekanntlich rasend vermehren, Schaan, Vaduz und Triesen machen es derzeit ganz zaghaft vor, eine Megalopole mit Angeboten weit über Brentanos nicht selten kindliche Vorstellungen hinaus, das planierte Rheinbett diente, endlich, als International Airport, die neuerdings animierten Bergzacken leuchteten als wechselnde Tageskurse ins Tal, die riesigen Fußballstadien von Ruggell und Triesenberg wären weithin gefürchtete Festungen, vermutlich in Planken siedelte unter einem überdimensionierten Schriftzug die Filmindustrie und das Fürstenhaus wäre tägliches Thema im deutschen Fernsehen. Klingt das phantastisch oder realistisch? Spinnerei und Business liegen viel näher beieinander, als allgemein angenommen wird. „Unsere Geldsorten schnitten wir aus Goldpapier“ (7) schrieb Brentano über sein Traumland Vadutz, als Liechtenstein Bauernland war – von seiner Vorstellungskraft läßt sich bis heute lernen.

Wie bitte, Sie würden den Rhein vermissen? Dieses eingedeichte Abziehbild von einem Fluß? Ist nicht nötig, noch ist er ja da. Besonders gut zu betrachten aus den höheren Warten. Im aktuellen Energiekonzept der Landesregierung wird er demnach als potentieller Energielieferant geführt. Das klingt nach Staustufen und Kraftwerksbauten und Rückfall in die Zukunft. Noch hat niemand die Verklappung des Flußlaufs unter eine Asfaltdecke vorgeschlagen, ein Projekt, welches Energie- und Siedlungspolitik sinnvoll vereinen könnte. Nutzen Sie also, falls Sie den Rhein wirklich vermissen würden, den Mai, machen Sie einen Ausflug auf den Damm, nehmen sie Bruce Springsteen im Kopfhörer mit, der unvergleichlich von Lügen gewordenen Träumen orakelte und ausgetrockneten Flüssen (8) und schauen Sie sich den Rhein nochmal in seiner jetzigen Form an. Wer weiß – Warnungen gibt es zuhauf (9) – wie lange das noch möglich ist.

1 Rheingold: Fluß
2 „the finest river in the world“ (David Hume: The Letters)
3 Richard Pietraß: Mit einem Bein in Liechtenstein
4 Clemens Brentano: Gockel, Hinkel und Gackeleia
5 Ebd.
6 „An individual human existence should be like a river“ (Bertrand Russell: Portraits from memory and other essays)
7 Clemens Brentano: a.a.O.
8 Bruce Springsteen: The River
9 Golgowski-Quartett: Am dreißigsten Mai ist der Weltuntergang

(Aktuelle Kolumne für das Monatsmagazin KuL des Liechtensteiner Vaterlands)

Das Teufelsloch

In der Gegend über Sax und Gams erhebt sich eine senkrechte Felswand. In der Mitte hat die Wand ein Loch, und über die Entstehung dieser Öffnung erzählt die Sage:
Ein Bauer verpfändete dem Teufel seine Seele, wenn er in einem Tag das ganze Schaaner Ried abmähe und einfechse. Aber vor dem Abendläuten müsse die Arbeit vollendet sein, sonst habe der Vertrag keine Gültigkeit mehr. Der Teufel ging fest an die Arbeit und war schon bis zum Binden des letzten Fuders gekommen, als einermal und unerwartet die Abendglocke vom Benderer Kirchturm ertönte. Im grössten Zorn über die mühevolle, fast vollendete und doch vergebliche Arbeit und im bitteren Verdruss, dass ihm des Bäuerleins arme, christliche Seele entgangen war, fasste der Teufel den Wiesbaum und schleuderte ihn mit solcher Gewalt von dannen, dass er wie ein mächtiger Pfeil die Breite des Tales durchfuhr, über den Rheinstrom flog und im Gebirge jenseits das Loch schlug, das man von der Zeit an das Teufelsloch nennt.

(Otto Seger, Sagen aus Liechtenstein, Vaduz 1966)

Schaan (3)

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Vlado Franjević schickt uns eine Reihe farbintensiver Aufnahmen aus dem Zentrum der liechtensteinischen Metropole Schaan. Dieses zeigt nebst Himmel und Bergen den (mit Kreuz) 81,11 Meter hohen Turm von St. Laurentius, dem höchsten Gebäude Liechtensteins, welcher weithin sichtbar, in elegant-schlanker Manier das Rheintal dominiert wie sonst in der Gegend nur noch der warngestreifte, unablässig süßlichen Rauch emittierende, somit den Wind anzeigende Schlot der Kehrrichtverbrennungsanlage Buchs (auf der Schweizer Talseite) und das etwas krötenhaft im Fels hockende Fürstenschloß zu Vaduz. In der Kugel unter dem Kreuz sollen sich, Gerüchten zufolge, Grußbotschaften an die Außerirdischen befinden, über deren Form und Inhalt wir jedoch bisher nichts Näheres in Erfahrung zu bringen vermochten. (Sachdienliche Hinweise werden auf Wunsch vertraulich behandelt.)

Der rheinische Biber (4)

Vergangenen Spätsommer hatte sich rheinsein auf die Spuren des klandestinen Vaduz-Schaaner Grenzbibers begeben und von Gerüchten über Bibersichtungen im liechtensteinischen Unterland berichtet. Innerhalb weniger Monate haben sich diese Gerüchte nun bis hin zur Ausstellungsreife manifestiert:

“Von 1989 bis 2000 wurde der Ruggeller Binnenkanal von der Einmündung in den Rhein 1,8 km flussaufwärts etappenweise revitalisiert. Der Höhenunterschied von 4,5 Metern zwischen Binnenkanal und Rhein wurde ausgeglichen. Alle Fischarten des Rheins erhielten somit freien Zugang in die Talgewässer. Es wurden neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen sowie ein neu strukturiertes Flussbett geschaffen und der Erholungswert für Menschen aufgewertet. Allein die Revierzahl der Brutvögel verdreifachte sich seither und neue Arten wie Eisvogel und Reiherente brüteten zum ersten Mal. Wurden hier 1980 noch 4 Fischarten festgestellt, sind es heute über 20 Arten.

Auch der Biber profitierte von den Massnahmen. Die relativ grosse renaturierte Fläche und das hohe Nahrungsangebot sind so attraktiv für den grossen Nager, dass er auf seiner Wanderung vom Bodensee rheintalaufwärts hier optimale Bedingungen fand, um Familien zu gründen. Die ersten Biber setzten hier ihre Duftmarken, die von weiteren nachwandernden Bibern aus dem Rhein oder über Land wahrgenommen wurden und dieser Spur folgten. So ist wahrscheinlich der revitalisierte Binnenkanal die entscheidende Pforte der Biberweinwanderung in den Liechtensteiner Talraum.”

Holzfäller Architekt Baumeister
Der Biber ist zurückgekehrt
17. März bis 1. September 2013
im Küefer-Martis-Huus, Ruggell

Eine Ausstellung der Naturmuseen Thurgau und Olten ergänzt mit Informationen zur Einwanderung und Verbreitung des Bibers in Liechtenstein, kuratiert von Michael Fasel.

Am Samstag, den 6. April 2013 findet um 15.00 Uhr eine Exkursion mit dem Biologen und Ausstellungskurator Michael Fasel zum Lebensraum der Biber an die Ruggeller Binnenkanalmündung statt. Treffpunkt: Küefer-Martis-Huus.

Die halbe Wahrheit über Martin Smyrk

“Der esotherische Poet Martin Smyrk lebte im 19. Jahrhundert in Planken.”
Dieser Satz steht seit dem 27. September 2007 im nach wie vor eher spärlichen deutschsprachigen Wikipedia-Eintrag zur liechtensteinischen Ortschaft Planken. Nur daß Martin Smyrk in der Zwischenzeit, genauer: im Februar 2008, von den Wikipedianern das altbackene h aus seinem vielsagenden Poeten-Attribut “esotherisch” herausgekürzt wurde. Im Kanon der liechtensteinischen Lyrik ist Martin Smyrk nicht anzutreffen. Überhaupt trafen wir im ganzen Fürstentum bisher noch niemanden, der zugeben wollte, Smyrks Namen zu kennen. Diese Diskrepanzen ließen uns aufmerken. Wer mochte dieser zwar namentlich exponierte, doch ansonsten offenbar höchst unbe- bzw verkannte Dichter gewesen sein, der im 19. Jahrhundert in Planken lebte? (Fremdsprachliche Übersetzungen der Wikipedia-Quelle behaupten inzwischen sogar: geboren wurde.)

Womöglich ist es an dieser Stelle angebracht, die Ortschaft Planken etwas näher zu charakterisieren. Wo Liechtenstein insgesamt recht nah beieinander liegt, befindet sich Planken relativ abseits auf einer Anhöhe im nördlichen Landesteil. Eine Straße führt von Schaan durch den Wald bergan. Eine einsame Raserstrecke. Die Busanbindung ist der geringen Einwohnerzahl Plankens gemäß: ab 18 Uhr ist Sense. Auf rund 800 Metern Höhe verteilen sich die Häuser Plankens auf nicht viel mehr als zwei drei Straßen. Das Dorf dünstet Wohlstand aus und besteht aus extremer Stille. Weiter oberhalb rauscht ein kleiner Wasserfall. Die Talbewohner sagen, die Plankner bekämen häufig ungesunde Lüfte ab.

Im 19. Jahrhundert war Planken “nur über Trampelpfade zu erreichen”. So haben wir es zumindest gelesen und es ist auch leicht vorstellbar, denn diese Trampelpfade existieren teilweise heute noch und wir haben uns Planken mehrfach über genau diese Trampelpfade genähert. Bei schwieriger Witterung geht man diese Pfade nur ungern. Sie führen über knackige kurze Anstiege, durch brombeergesäumte Hohlwege und vorbei an Holzfäller-Mahnmalen, denn nicht nur die Holzfäller fällen Bäume, sondern die Bäume fällen bisweilen auch Holzfäller. Aus dem Tal ist Planken bei gutem Wetter deutlich sichtbar, in der Dunkelheit leuchten die Lichter der nurmehr bescheiden abgeschiedenen Ortschaft am Berg, doch im 19. Jahrhundert dürfte das deutlich anders ausgesehen und Planken viel weiter im Hinterland gelegen haben. Wer dort wohnte, hauste sozusagen in einem dunklen Hinterzimmer eines anstrengenden Waldmärchens.

Was hatte ein “esotherischer Dichter” in diesem Szenario zu suchen? Wie konnte er überhaupt dort überleben? Smyrk klingt eher wie ein slawischer, denn wie ein liechtensteinischer Name. Und: die Xenofobie der heutigen Liechtensteiner läßt eine gewisse Tradition vermuten. Zugleich wird den Liechtensteinern traditionell Verbrecherfreundlichkeit attestiert; und die Zahl der Dichterverbrecher ist schließlich Legion. Als wir uns bei einer slawischen Expertin nach möglichen Namensbedeutungen erkundigten, erhielten wir die vage Antwort, daß smyrk, dann ganz sicher aber in einer anderen Schreibweise, auf Tschechisch einen seltenen Waldpilz bzw ein Hutzelmännchen bezeichnen könne. Der Name habe gewiß mit Feuchtigkeit, Moor, Dämmerung zu tun, auch sei das russische “smorkajutsa” zu bedenken, ein Niesen und Schneuzen. Tests mit dem Google Übersetzer wiederum erbrachten das Resultat “grinsen” für “smirk” in mehreren slawischen Sprachen.

Martin Smyrk – ein grinsender Pilz? Ein Moormensch? Oder vielleicht eine elektronische Geburt, unversehens zwischen zwei Zeilen gerutschter Appendix, eine pure Erfindung für die ständig sich umwälzenden Enzyklopädien des digitalen Zeitalters, von denen ausgehend der Delinquent, eigentlich nur ein Avatar, ein Scherz, über den Umweg eines entlegenen Bergdorfs des 19. Jahrhunderts Gestalt und Geschichte annimmt, um endlich dem heutigen Planken als illuster geschilderte Gestalt zu Dichter- und Denkerehren, am Ende gar zu Tourismus zu verhelfen?

Der rheinische Biber

Die unverkennbaren Nagespuren hatten wir vor Jahr und Tag bereits bei einem Streifzug durchs Gebüsch entdeckt – vor einem guten Monat wurde uns erstmals eine glaubwürdige Sichtung des Bibers „in ganzer Pracht“ übermittelt, und zwar exakt jenes Exemplars Castor fiber, das im und am Kanal auf Höhe der Schaan-Vaduzer-Gemarkungsgrenze sich herumzutreiben seit geraumer Zeit in höchstem Verdacht stand. Noch während uns die Nachricht erreichte, hatten wir geschworen, dem Biber solange aufzulauern, bis wir ihn, in memoriam Bernhard Grzimek und Heinz Sielmann, mit eigenen Augen die freie Wildbahn durchstreifen sähen. Am 03. September startete unsere Expedition.

Auf einer schier endlosen, strapaziösen Zugreise (mit bis Basel versiegelten, ab Basel wundersam wieder geöffneten und mit frischem Tissue ausgestatteten Bordtoiletten), gelangten wir aus Köln, durch ungezählte Reihen weinbestandener, spätsommerlich goldener Täler, deren Farben der Fluß anmischte, indem er das Septembersonnengleißen mit überschwänglicher Freude weithin streuend reflektierte, erneut bis in die bedrohlichen Alpen mit ihren archaischen Staatsformen.

Ab Sargans ließen wir das Gepäck mit dem Jeep ins Vaduzer Basislager transportieren, wo wir nach den Entbehrungen der Reise mit etlichem Griebenschmalz versorgt wurden. Das Nachtmahl verschmolz wie so häufig mit dem Buschfunk. Der Biber gilt gemeinhin als unberechenbarer Geselle, doch ab der Abenddämmerung sollte, ging im Lager die Kunde, mit unserem Exemplar zu rechnen sein. Um keine Zeit zu verschwenden, brachen wir gegen 19 Uhr, nur mit Notizbüchern bewaffnet, ganz nach Gehör in Richtung des tosenden Rheinstroms auf. Einheimische Führer/Träger waren zu dieser späten Stunde wegen ihres ausgeprägten Aberglaubens und unseres kurzfristigen Entschlusses keine mehr aufzutreiben. Die große Filmausrüstung mußte bedauerlicherweise im Lager zurückbleiben.

Bis zum Anbruch der Dämmerung verblieb noch eine halbe Stunde, als wir den Fluß erreichten. Das magisch-milde Abendlicht tönte unsere Gesichter in freundliche, gesunde Farben. Auf den Kiesbänken inmitten des rasend davonfliehenden Stroms sammelten sich zu Dutzenden, wenn nicht zu Hunderten schwarzglänzende Saatkrähen, hielten abgehackte Palaver und vermittelten den Anschein, als hätten sie keine rechte Ahnung, was sie eigentlich dort sollten: als wären den ersten Herumlungernden in einer Art vogelfreier Glaubenskongregation immer mehr ihresgleichen an den wasserumbrausten Zufallsort gefolgt. Von Osten zogen Blaukohlschwaden auf, von jenseits der westlichen Bergkette war Donner zu vernehmen, über die Schaaner Eisenbahnbrücke weit im Norden eilte mit Schwellengeratter der seltene Railjet ins mählich wabernde Fangnetz der Nacht.

Beim Griebenschmalz hatten wir den Einheimischen abgelauscht, daß sie Biber anlocken, indem sie zwei Stöcke gegeneinanderschlagen. Ein simpler Trick. Der Biber, hieß es, denke dann, es halte sich ein Rivale in der Nähe auf und käme nachschauen. Am Kanal herrschte inzwischen ideale Dämmerung. Sogleich marschierten wir ins Unterholz und fanden nach wenigen Minuten Kampfes mit dem Geäst, das uns, wie wir später bemerkten, mehrere versorgungspflichtige Wunden zufügte, einen Zweig mit Bißspuren, die nicht älter als 24 Stunden sein konnten! Ein deutliches Zeichen für die Anwesenheit eines erwachsenen Bibermännchens ganz in unserer Nähe! Mit angehaltenem Atem sondierten wir das Terrain. Dort im Osten stand ein verstecktes Uferbänkchen der Schaaner Gemeindeverwaltung. Welch ein Glück! Ein idealer Ansitz!  

Erst nachdem wir die Sitzbank sorgfältig nach allen Seiten geprüft hatten, fiel uns auf, daß wir in der vorherigen Anspannung versäumt hatten, biberlockende Stöcke zu brechen. Doch konnten wir nun unmöglich zurück. Es half (wieder einmal!) nur Improvisation. Also schlugen wir mit den Fingerknöcheln einige bibertypische Takte an die Rückenlehne unserer unter so glücklichen Umständen entdeckten Uferbank. Äußerste Geduld war jetzt gefragt. Alle zwei Minuten wiederholten wir das Geknöchel. Nichts geschah. Zufällig fanden wir einen abgenagten Zwetschgenkern in unserer Hosentasche und setzten ihn zur Abwechslung als Klopfwerkzeug ein. Da! Ein Schemen zeichnete sich am gegenüberliegenden Kanalufer ab und machte sich im Gras zu schaffen.

Unser Instinkt erkannte sofort den Biber, der sich rasch ins Wasser begab und nicht wieder auftauchte. Welch grandioser Erfolg für einen ersten Versuch! Wir hatten ihn tatsächlich auf Anhieb erwischt, den wilden rheinischen Biber! (Kursierten doch sogar Geschichten über offizielle Biberbeauftragte, denen sich angeblich wochenlang kein einziger ihrer Schützlinge zeigen wollte.) Der scheue, nachtaktive Gesell! Voll abgepaßt! Zwar nur als fellig-dunkles biberartiges Etwas, doch wissen wir fortab, wie wir ihn kriegen. Mit Zwetschgenkernen. Die Biberforschung dürfte zu Teilen umgeschrieben werden müssen.

Malocher

rheinische transportarbeiter

Gesehen in Vaduz. Zwei Arbeiter stemmen demonstrativ einen gewaltigen Malbuner Fleischriegel, um ihn aus dem ewig changierenden Hintergrundbraun ins Hier und Jetzt zu transportieren (evtl auch umgekehrt). Es handelt sich bei den fleißigen Malochern augenscheinlich um Ausländer, nicht um Einheimische und insgesamt um einen dem liechtensteinischen Alltag entnommenen Akt:

Daß Fremde in Liechtenstein sich erst einmal mittels hartem Anpacken bewähren müssen, lautet im auf bäurischem Treu und Glauben fußenden Staatsgefüge des Fürstentums das ungeschriebene Gesetz. Ob das Prinzip der Vorläufigkeit für Staatsfremde jemals ausläuft, ist dabei ungewiß und letztlich eine Geldfrage. Bis vor wenigen Jahren lebten mittellose Ausländer in Liechtenstein sogar höchst gefährlich. Beredtes Zeugnis davon gibt der erste Immigrant aus dem Reich der Waschbären, ein unbedarfter Wandergesell, der heute ausgestopft im Nationalmuseum in Vaduz zu betrachten ist und der nur wenige Minuten nach seiner Entdeckung in einem Schaaner Vorgarten exekutiert wurde.

Die beiden Malocher hingegen sind gewissermaßen willkommen, weil sie um geringen Lohn bereit sind, tagein tagaus das vielfache des eigenen Körpergewichts zu schleppen, wohin der Chef (ein Einheimischer, nicht im Bild) befiehlt. Immerhin stecken die Transportarbeiter in gummierten, modischen, der Landestracht nachempfundenen Knautschanzügen, was ihre Arbeit zwar nicht erleichert, jedoch einen funktionalen Unfallschutz hergibt.

Für oder gegen das Vetorecht (nicht im Bild, siehe hier) des Fürsten (ebenfalls nicht im Bild) durften die Zuzüglinge nicht stimmen. Die spontane Vaduzer Demonstration, während derer vier fleischriegeltragende Fabrikarbeiter mit Migrantenhintergrund (zwei davon im Bild) der liechtensteinischen Bevölkerung symbolisch am Arsch vorübergingen, fand vorvergangenen Dienstag statt und in der lokalen Presse keine Resonanz.

Rheinische Tierwelt (13)

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Doppelkopf (Koppelkolportierte Horsekonsorten). Eine Pferdegeduld braucht dieses (darum auch so seltene) Tier, wenn es sich für eine Richtung entscheiden soll: im Sommer von allzu gutmütigen Landwirten zum Heimweg animiert, steht der Doppelkopf häufig bis in den Winter (des Folgejahres) – dieser hier gar stur seit Juli 2006 in den Schaaner Bofeln.

Schaaner Weih- und Rauhnächte (6)

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Schaaner Weih- und Rauhnächte (5)

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Rhein in Flammen oder Kölner Lichter sind weithin bekannte Volksfeste, massenbindende Lichtspektakel mit programmierten Ahs und Ohs zu grausiger Konservenmusik. Die weit weniger bekannten Schaaner Rheinächte bieten in den Weih- und Rauhnächten individuell-besinnliche Lichtspiele auf Basis legaler Psychedelik. Die musikalische Untermalung übernehmen der natürliche Landstraßenverkehr und St. Bimbam (mit seinen aleatorischen Gastspielen bei St. Laurentius).

Schaaner Weih- und Rauhnächte (4)

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Mondundsternumkränzt-vitrinierte Rentiere, lichtbepocktes Astwerk, im Schnee bulldozernde Enten und nicht zuletzt weihnachtlich geschmückte Halteverbote: die Schaaner Weih- und Rauhnächte bieten im Vergleich zur Gemeindegröße (6000 Einwohner) eine Menge, im Vergleich zum Siedlungsalter (6000 Jahre) dann aber doch nichts allzu Überraschendes.

Schaaner Weih- und Rauhnächte (3)

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schaaner weihnachtslichter

schaaner weihnachtswürmchen

schaaner weihnachtslicht

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