Loreley im Regen und Deutsches Eck bei Nacht

Petersberg, Drachenfels,
Rolandseck und Oberwinter,
gegenüber Unkel.
Belgisches Frachtschiff “Pecunia”
flußaufwärts nördlich von Remagen, um 16 Uhr 40.
Bad Breisig rast vorbei (IC 2027).
Bei Strom-km 618 ein grauer
Hanomag-Trecker mit roten Rädern.
Namedy ca. zehn vor fünf. Roter
Barth-Traktor auf der Bundesstraße.
“Hotel Leyscher Hof” in weißen Großlettern
an die Uferbefestigung von Leutesdorf gepinselt.
Turm und Kirche von Andernach lassen sich
soeben erblicken, eh ein Güterzug
auf dem Gleis der Gegenrichtung
dazwischeneilt.
Weizen vor der Stadt Weißenthurm.
RWE-Kraftwerksturm, davor winzig wirkende Bagger.
In die Luft ragende Sand- und Kies-Verarbeitungsbänder
und Sand- und Kiesberge. Gemüsefelder,
gelbe Gleisreparaturfahrzeuge.
In Koblenz Hbf umgestiegen in den
RE 4298, Abfahrt 17 Uhr 26, Dieselzug, der nur sonntags fährt,
via Bingen mit Endhalt in Karlsruhe.
Schlösser am Hang,
Kirchen auf Hügeln,
Burgen auf Hügeln
(In den Tagen des Raubrittertums
mussten die Mädchen um ihre Unschuld fürchten,
umso mehr achteten darauf die Kirchen).
Rhensersprudel. Marksburg mit 3 Schornsteinen dahinter
(Blei- und Silberhütte Braubach).
Stromversorgung von Hausdach zu Hausdach.
Grüne Weinberge,
grüne Hügel,
angegrauter Himmel.
Km 574, der Rhein kurvt
südwärts nach links.
Dann Windräder auf Höhen,
eine Seilbahn am Hang,
kurz vor Boppard, genannt die Perle am Rhein.
“Bitte den Türbereich freigeben, damit wir abfahren können.”
“Einsteigen, bitte!”
“Sehr geehrte Fahrgäste, aufgrund von Kundenverhalten wird
sich unsere Abfahrt verzögern. Wir bitten, dies zu entschuldigen.”
Vor Stadtmauerresten die Bopparder Stadthalle. Tennisclub Rot-weiß.
Rechtsrheinisch ggü. weißgetüncht auf Ufermauer “Hotel/ Cafe Rheinkönig”.
Im Blickbereich Strom-km 567 zwei Burgen auf zwei Hügeln rechtsrheinisch.
Minuten später die Burgen Katz und Maus und Rheinfels.

Ausstieg in St. Goar.
Letzte Rückfahrmöglichkeit nach Koblenz um 00 Uhr 40.
Kurz vor 18 Uhr kreist ein ADAC-Hubschrauber
über St. Goarshausen, landet vor der Kirche.
Außengastronomiegäste in St. Goar filmen es mit ihren Smartphones.
Eine Mutter, ihr Kleines auf dem Arm, erklärt,
was ein Hubschrauber ist.
Der Schaufelraddampfer Goethe, 2013 Hundert Jahre
geworden, legt linksrheinisch an.
Beim Ablegen echoschallt
der schwere Schiffshornton vom Berg über
der Kirche St. Goarshausens wieder.
Vier ergraute ZZ Top-Fans.
“…Sitzplatzkarte übern Comjuter. Dat is jar nich’ jut. Ich hab’n
neues Hüftjelenk und muß mich viel bewegen.”
Drüben hebt der Hubschrauber ab, landet
wenige hundert Meter nördlich auf einer Wiese.
Die Goethe hat auf dem Rhein gedreht und
legt nun auch in St. Goarshausen ab.
Mit der Fähre Loreley VI übergesetzt, wobei man ein
rotes Armband bekommt als Nachweis, dass
die Rückfahrt bereits bezahlt ist (zus. 3,60 €).
Nach der Überfahrt einen vor einem Cafe sitzenden
Herrn gefragt, was los gewesen sei – Hubschrauber.
“Do is aner kollabiert, an der Fähr’.
Wor abä net so schlimm.”
Buslinie 535 Shuttlebus Loreley, wobei man ein zweites,
blaues Armband erhält, zum Nachweis, dass die Rückfahrt
bezahlt ist (in summa 5,50 €).
In den Berg rauf, vorbei an Hermannsmühle, Wasserwerk St. Goar,
ein Schild kündet vom kühlen Grunde.
Zwei Polizeikontrollen, 2 x 2 Streifenwagen, lässig stehen
ältere Beamte und eine Beamtin in der Landschaft.
Schon Western-mäßig.
Oben erstmal zu Fuß zur Felsspitze.
Bei Strom-km 554.
193,14 Meter über Normalnull und
125 Meter über dem Rhein, laut Schild.
Exotisches findet sich vor dem Eingang zur Freilichtbühne:
“Jeju Dolharbang”, von der Stadt Jeju in Korea (wohl Süd-?), welche der
“Region Loreley”, so der Gedenkstein, das “Kultursymbol”
“Dolharbang” schenkt, am 28.11.2009,
zwei steinerne Figuren, ein “Paar” aus
Zivilbeamten und “Militäroffizier”, die
zusammen die “Funktion eines Schutzgottes” hätten,
“der ein Dorf bewacht”. Unterzeichnet vom Bürgermeister in Jeju.
Die Figuren sind auch auf den zweiten Blick identisch.
Zu einem dritten bleibt keine Zeit,
da auf der Bühne Status Quo ihren Auftritt beginnen.
Also rein, um meinen Eindruck von vor 31 Jahren zu überprüfen.
Schon 1986 wippte ich, sechzehnjährig, mit, weil das
bei ihrer Art von Rock`n`Roll kaum zu vermeiden ist,
blieb aber eher beeindruckungsfrei. Ich respektiere sie.
Viele verehren sie.
Mit “Rockin’ all over the world” macht man auch alles richtig.
Gestandene Männer mit grauen Haaren und Halbglatze spielen
beseelt Luftgitarre.
Die jüngere Generation leicht in der Unterzahl.
Eher vereinzelt Mobiltelephone über die Köpfe gereckt
zwecks Videodokumentation.
Smartphonefilmen scheint eine Erinnerungstechnik
der Jüngeren zu sein, bis etwa Mitte 40.
Nicht, dass die Älteren keine Smartphones hätten, der Unterschied:
sie bleiben eher in der Tasche.
Mein Anwesenheitsgrund beginnt
staubtrocken
mit
“She got me under pressure,
she got me under preeesure”.
SWR 1 überträgt / zeichnet auf.
Mehrfach fallen mir dunkelhäutige Damen in
den T-Shirts des texanischen Trios auf.
ZZ Top spielen 12 Songs,
bis es weiter südlich überm Rheintal heftig blitzt.
Natürlich dabei “Gimme all your lovin’”
und “I’m bad, I’m nationwide”.
Irgendwann singt Billy F. Gibbons
“I’m shufflin` in Texas sand, but my head`s in Mississippi
on Loreley”
Gitarrentechniker Elwood Francis kommt als Gastmusiker
mit steel guitar auf die Bühne zu einem Song,
den Gibbons als “real country” ankündigt und als
“back to the real USA”.
(Nach Januar 2017 bedarf das kaum weiterer Worte.
Gerade ja auch wertkonservative Republikaner
hadern mit der Personalie der aktuellen Präsidentschaft.)
Bei “Sharp dressed man”,
es sind um die 15 Songs nun,
rücken die Blitze bedenklich näher.
“Legs” (“She’s my baby, she’s my baaaby”),
mit jeweils in weißen Plüsch gekleideten Bass- und Gitarrenkorpus
geht noch. Dann verschwinden die Musiker hinter
der Bühne, was als das übliche Ritual zwischen Gig und Zugabe
interpretiert werden kann.
Die Light Show imitiert sinnig das Wetterleuchten.
Die meisten wollen more,
nicht wenige strömen ob des einsetzenden Regens zum Ausgang.
Die Zugabe ist, natürlich, “La Grange”.
Allein dafür hat sich die Reise gelohnt.
Die Musiker kommen nicht dazu, sich zu verabschieden.
“Danke, ZZ Top. Sie hätten gern noch mehr gespielt.
Räumt jetzt bitte das Festivalgelände. Es kommt ein bißchen was.
Geht in Eure Fahrzeuge. Es geht um Eure Sicherheit.”
Wer nun automobil- bzw. wohnmobilfrei ist,
hätte gut daran getan, Schirme oder Regenzeug mitzubringen.
Die Schlangen vor den Shuttlebussen triefend nass.
Einer will mir meinen Taschenschirm (dm-Standard) abkaufen.
Für einen mittleren zweistelligen Betrag,
Freundlich lehne ich ab.
Letztlich verläuft alles geordnet.
Da ich Zeit habe (die Anschlusszüge nach Wuppertal
gehen erst morgen früh und ich bin auf eine Nachtwanderung
am Koblenzer Rheinufer eingerichtet),
erstmal raus aus der triefenden Menge.
In der Nähe untergestellt.
Eine auf freundliche Weise alkoholisierte Besuchergruppe
mit deren Smartphone fotografiert.
Einem gut abgefüllten Altrocker mit grauer Mähne
und Rauschebart war aufzuhelfen – er ist mit einer
Bierbank umgekippt.
Einige fliehen in eine Art Almhütte mit Ausschank,
der ob des Ansturms das Bier ausgeht.
Ein Tisch gröhlt los: “Wir lagen vor Madagaskar…”,
ein anderer Tisch stimmt lautstark ein.
Maßkrüge donnern auf Holz.
In die vermutlich viertletzte Shuttlebusfahrt
springe ich gerade noch, bekomme auch
die Fähre nach St. Goar.
Bei Regen nachts übern Fluss gesetzt.
Die Fährleute gelassen:
“Schiebt e bißchen. Mir wolle los.”

Den letzten Zug nach Norden bekommen.
Nachts um halb drei am Deutschen Eck
im Regen und das freiwillig.
Poetischer Reichtum.
Die wahre 1%-Gesellschaft.

(Ein Berichtgedicht von GrIngo Lahr vom 09. Juli 2017, exklusiv für rheinsein.)

Marcel Crépon über Franz Liszts Platane (3)

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(…) Zwei Metro-Stationen entfernt von der Kirche befand sich seine Wohnung, eigentlich ein ehemaliges Zofenzimmer, im fünften Stock gelegen, mit genügend Platz, um keinen wirklichen Platz zu haben, welcher jedoch ausreichte, um sich im Kreis zu drehen. Das eingerahmte Blatt hing über dem Bett, es stammte eindeutig von einer Platane ab. Obwohl die Lichtverhältnisse miserabel waren, sah ich wie der Mann ein Profil von Liszt mit Tusche und Wasserfarbe darauf gezeichnet hatte. Es sah nicht schlecht aus, wenn auch nicht besonders schön. Während wir uns darüber unterhielten, blieb die Frau stumm auf dem Bett sitzen. Dann stand sie auf, näherte sich dem Rahmen, riss ihn plötzlich vom Wand ab und schlug mit der Hand darauf, wobei ihre Ringe als eine Art poing américain dienten und das Glas zerbrachen. Überrascht (ich) und entsetzt (der Mann) blieben wir still und starrten sie an. Sie schaute mit einer Art pathologischem Vergnügen zurück, so als ob sie die Absicht hätte, das braune, getrocknete Blatt zu zerreißen, oder es vielleicht zu verschlucken, um sich dessen Zauber einzuverleiben. Doch weder das eine noch das andere tat sie, sondern sie nahm es an ihren Mund und küsste es. Dann legte sie es auf das Bett und ging. Nun lag es da, von verstaubtem Glas befreit. Vorsichtig, doch fest entschlossen fragte ich um Erlaubnis, es photographieren zu dürfen. Der noch regungslose Mann bejahte mit den Augenlidern. Ich machte einen Aufnahme, und hörte wie er in meinen Rücken flüsterte:

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Dies, das letzte meiner Lieder
ruft dir. Komme wieder, wieder!

In Hochachtung und mit freundlichen Grüßen,
Ihr Marcel Crépon

***

Direkt oder indirekt zitiert :

- Felix Lichnowsky, Die Nonnenzelle
- Franz Liszt, Die Nonnenzelle, S.274/1 (Eck, Köln 1843)
- Jean Cras, Poèmes intimes, Nr. 5: La maison du matin (Eschig, Paris 1912)
- Antoine Mariotte, Kakémonos op. 20, 4 pièces japonaises pour piano, III – Temple au crépuscule (Enoch, Paris 1925)
- Wind des Rheines – “Le Vent du Rhin”: unter diesem Titel wurde Alcools von Apollinaire in dessen Revue Immorale 1905 angekündigt.

nonnenwerth_apollinaire_revue

- Jacques Trochet (Nonenwerth, 9. August 1794), Baptiste Toulié (Nonenwerth, 26. August 1794). In: Charles-Louis Chassin & Léon Hennet, Les volontaires nationaux pendant la Révolution. Historique militaire et états de services des huit premiers bataillons de Paris, levés en 1791 et 1792 (Paris, 1899-1906)
- Günther Prötzies, Studien zur Biographie Franz Liszts und zu ausgewählten seiner Klavierwerke in der Zeit der Jahre 1828-1846 (Bochum, 2004)
- ”Der nach dem mittleren Rheinarm gelegene Rand der Insel trug den stolzen Namen ”Die Schweiz”. Woher der Name kam, ist schwer zu begreifen, denn es war der häßlichste Theil des ganzen Besitzthums: ein sandiges, unebenes Terrain mit ruppigen Birken und Hollergebüsch, das im Sommer stets klebrig und voll Insekten war, und das die Aussicht auf den Rhein und das Gebirge versperrte. Auf der anderen Langseite der Insel, Rolandseck gegenüber, zog sich eine alte Pappelallee hin. Ringsum aber rauschte der Strom, und von den Ufern winkten die Berge mit ihren Ruinen und ihren Landhäusern zu uns herüber.”
Christine von Hoiningen-Huene, Nonnenwerth. Eine rheinische Klosterschule. In: Deutsche Rundschau, Bd. 100, Juli-August-September 1899.
- Franz Liszt und die Gräfin d’Agoult in Nonnenwerth 1841-1842. Aus dem Nachlass Varnhagens von Ense mitgeteilt von Emil Jakobs. In: Die Musik, Halbmonatsschrift mit Bildern und Noten, hrg. von Kapellmeister Bernhard Schuster, October (Berlin und Leipzig 1911-1912).

It was short work to squeeze all the poetry out of this group

The afternoon was lovely, when, passing the conical and castle-crowned steep of Godisberg, we approached the hills, where the road for the first time runs on the immediate borders of the stream. Opposite to us were the Seven mountains, topped by the ruins of the Drachenfels, crag and masonry wearing the appearance of having mouldered together under the slow action of centuries; and, a little in advance, the castle of Rolandseck peered above the wooded rocks on our own side of the river. Two low islands divided the stream, and on one of them stood the capacious buildings of a convent. Every one at all familiar with the traditions of the Rhine, has heard the story of the crusader, who, returning from the wars, found his betrothed a nun in this asylum. It would seem that lies were as rife before the art of printing had been pressed into their service, or newspapers known, as they are to-day, for she had been taught to think him dead or inconstant; it was much the same to her. The castle which overlooked the island was built for his abode, and here the legend is prudently silent. Although one is not bound to believe all he hears; we are all charmed with the images which such tales create, especially when, as in this case, they are aided by visible and tangible objects in the shape of good stone walls. As we trotted along under the brow of the mountain that upholds the ruins of the castle of Charlemagne’s nephew, my eye rested musingly on the silent pile of the convent. “That convent,” I called out to the postilion, “is still inhabited?” “Ja, mein Herr, es ist ein gasthaus.” An inn!—the thing was soon explained. The convent, a community of Benedictines, had been suppressed some fifteen or twenty years, and the buildings had been converted into one of your sentimental taverns. With the closest scrutiny I could not detect a soul near the spot, for junketing in a ruin is my special aversion. A hamlet stood on the bank at no great distance above the island; the postilion grinned when I asked if it would be possible to get horses to this place in the morning, for it saved him a trot all the way to Oberwinter. He promised to send word in the course of the night to the relay above, and the whole affair was arranged in live minutes. The carriage was housed and left under the care of François on the main land, a night sack thrown into a skiff, and in ten minutes we were afloat on the Rhine. Our little bark whirled about in the eddies, and soon touched the upper point of the island.

We found convent, gasthaus, and sentiment, without any pre-occupants. There was not a soul on the island, but the innkeeper, his wife, a child, a cook, a crone who did all sorts of work, and three Prussian soldiers, who were billeted on the house, part of a detachment that we had seen scattered along the road, all the way from Bonn. I do not know which were the most gladdened by the meeting, ourselves or the good people of the place; we at finding anything like retirement in Europe, and they at seeing anything like guests. The man regretted that we had come so late, for a large party had just left him; and we felicitated ourselves that we had not come any sooner, for precisely the same reason. As soon as he comprehended our tastes, he very frankly admitted that every room in the convent was empty. “There is no one, but these, on the island. Not a living being, herr graf” for these people have made a count of me, whether or not. Here then were near two hundred acres, environed by the Rhine, prettily disposed in wood and meadow, absolutely at our mercy. You can readily imagine, with what avidity a party of young Parisiennes profited by their liberty, while I proceeded forthwith to inspect the ladder, and then to inspect the cloisters. Sooth to say, sentiment had a good deal to do with two of the courses of a dinner at Nonnenswerth, for so is the island called. The buildings were spacious, and far from mean; and it was a pleasant thing to promenade in cloisters that had so lately been trodden by holy nuns, and see your dinner preparing in a convent kitchen. I could do no less than open a bottle of “Liebfraumilch” in such a place, but it proved to be a near neighbour to bonny-clabber.

As the evening closed we took possession of our rooms. Our parlour had been that of the lady abbess, and A—— had her bed-chamber. These were spacious rooms and well furnished. The girls were put into the cells, where girls ought never to be put. Jetty had another near them, and, these dispositions made, I sallied forth alone, in quest of a sensation.

The intense heat of the day had engendered a gust. The thunder was muttering among the “seven mountains,” and occasionally a flash of lightning illumined the pitchy darkness of the night. I walked out into the grounds, where the wind was fiercely howling through the trees. A new flash illumined the hills, and I distinctly saw the naked rock of the Drachenfels, with the broken tower tottering on the half-ruined crag, looked fearful and supernatural. By watching a minute, another flash exposed Rolandseck, looking down upon me with melancholy solicitude. Big drops began to patter on the leaves, and, still bent on sensations, I entered the buildings.

The cloisters were gloomy, but I looked into the vast, smoked, and cavern-like kitchen, where the household were consuming the fragments of our dinner. A light shone from the door of a low cell, in a remote corner of the cloisters, and I stole silently to it, secretly hoping it would prove to be a supernatural glimmering above some grave. The three Prussians were eating their cheese-parings and bread, by the light of a tallow candle, seated on a stone floor. It was short work to squeeze all the poetry out of this group.

The storm thickened, and I mounted to the gallery, or the corridor above the cloisters, which communicated with our own rooms. Here I paced back and forth, a moment, in obscurity, until, by means of a flash, I discovered a door, at one extremity of the passage. Bent on adventure, I pushed and it opened. As there were only moments when anything could be seen, I proceeded in utter darkness, using great caution not to fall through a trap. Had it been my happy fortune to be a foundling, who had got his reading and writing “by nature,” I should have expected to return from the adventure a Herzog, at least, if not an Erz-Herzog. Perhaps, by some inexplicable miracle of romance, I might have come forth the lawful issue of Roland and the nun!

As it was, I looked for no more than sensations, of which the hour promised to be fruitful. I had not been a minute in the unknown region, before I found that, if it were not the abode of troubled spirits, it at least was worthy to be so. You will remember that I am not now dealing in fiction, but truth, and that, unlike those who “read when they sing, and sing when they read,” I endeavour to be imaginative in poetry and literal in my facts. I am now dealing strictly with the latter, which I expect will greatly enhance the interest of this adventure.

After taking half-a-dozen steps with extreme caution, I paused a moment, for the whole air appeared to be filled by a clatter, as if ten thousand bats’ wings were striking against glass. This was evidently within the convent, while, without, the wind howled even louder than ever. My hand rested on something, I knew not what. At first I did not even know whether I was in the open air, or not, for I felt the wind, saw large spaces of dim light, and yet could distinguish that something like a vault impended over my head. Presently a vivid flash of lightning removed all doubt. It flickered, seemed extinguished, and flared up again, in a way to let me get some distinct ideas of the locus in quo. I had clearly blundered into the convent chapel; not upon its pavement, which was on a level with the cloisters below, but into an open gallery, that communicated with the apartments of the nuns, and my hand was on the chair of the lady abbess, the only one that remained. The dim light came from the high arched windows, and the bats’ wings were small broken panes rattling in the gale. But I was not alone. By the transient light I saw several grim figures, some kneeling, others with outstretched arms, bloody and seared, and one appeared to be in the confessional. At the sight of these infernal spectres, for they came and went with the successive flashes of the lightning, by a droll chain of ideas, I caught myself shouting, rather than singing—”Ship ahoy! ship ahoy!—what cheer, what cheer?” in a voice loud as the winds. At last, here was a sensation! Half-a-dozen flashes rendered me familiar with the diabolical-looking forms, and as I now knew where to look for them, even their grim countenances were getting to be familiar. At this moment, when I was about to address them in prose, the door by which I had entered the gallery opened slowly, and the withered face of an old woman appeared in a flash. The thunder came next, and the face vanished—”Ship ahoy! ship ahoy!—what cheer, what cheer?” There was another pause—the door once more opened, and the face re-appeared. I gave a deep and loud groan; if you ask me why, I can only say, because it seemed to be wanting to the general effect of the scene and place. The door slammed, the face vanished, and I was alone again with the demons. By this time the gust was over I groped my way out of the gallery, stole through the corridor into my own room, and went to bed. I ought to have had exciting dreams, especially after the Liebfraumilch, but, contrary to all rule, I slept like a postilion in a cock-loft, or a midshipman in the middle watch.

The next morning at breakfast, A—— had a melancholy tale to relate; how the poor old crone, who has already been mentioned, had been frightened by the gust—how she stole to the chapel to mutter a prayer—how she opened the door of the gallery—how she heard strange sounds, and particularly certain groans—how she had dropped the candle—how the door had blown to, and she, miserable woman, had stolen to the bed of her (A——’s) maid, whom she had implored to give her shelter and protection for the night! We went in a body to look at the chapel, after breakfast, and it was admitted all round, that it was well suited to produce a sensation, in a thunder-storm, of a dark night, and that it was no wonder Jetty’s bed-fellow had been frightened. But now everything was calm and peaceful. The glass hung in fragments about the leaden sashes; the chair and prière-dieu of the lady abbess had altogether an innocent and comfortable air, and the images, of which there were several, as horrible as a bungling workman and a bloody imagination could produce, though of a suffering appearance, were really insensible to pain. While we were making this reconnoissance a bugle sounded on the main, and looking out, we saw the Oberwinter postilion coming round the nearest bend in the river. On this hint, we took our leave of the island, not forgetting to apply a little of the universal salve to the bruised spirit of the old woman whose dread of thunder had caused her to pass so comfortless a night.

(aus: James Fenimore Cooper, A residence in France; with an excursion up the Rhine, and a second visit to Switzerland; Paris, 1836)

Rolandseck

In Rolandseck träumte ich auf dem grünen Ufer
Die Nonne Rolands auf der Insel Nonnenwerth
Schien ihr Alter unter den kleinen Mädchen zu verlieren

Die sieben Berge träumten wie Tiere
Endlich müde die legendären Prinzessinnen
zu bewachen
Und träumend wartete ich auf die
rechteckige Fähre

Vom Berge kamen Leute um
den Fluss zu überqueren
Drei Damen mit hannoverschem Akzent
Blätterten grundlos Rosen in den Rhein
Der eine Ader deines so edlen Körpers
zu sein scheint

Auf der mit Schatten befleckten Strasse
am Fluss entlang
Flohen vor Furcht zitternd
Die Autos wie unwürdige Reiter
Während sich auf dem Band des Rheins
Dampfschiffe entfernten

(Guillaume Apollinaire, übertragen von Ernst Meister)

Aufm Drachenfels (2)

Zu den frühen Tatort-Folgen gehörten Anfang der 70er die Fälle des vornamenlosen Zollfahnders Kressin, einer Art Kölner James Bond. Anders als in den heutigen Folgen wurden die Verbrecher damals meist direkt eingeführt und kamen nicht selten ungeschoren davon. Für den Kressin-Fall Tote Taube in der Beethovenstraße (1973), der in Köln, in Bonn, auf dem Drachenfels und am Rolandseck spielt, führte Samuel Fuller Regie. Kressin wird gleich zu Beginn angeschossen und somit aus seiner eigenen Folge gekickt. Zur Musik von Can irrt ein verrückter Mörder namens Charlie Umlaut durch die Gegend (inkl Rosenmontagszug). Die hocheloquente, durchtriebene, emanzipierte Christa steht exemplarisch für eine ganze Reihe kesser Tatortbienen in feinem 70er-Chic. Die Screenshots zeigen Szenen vom Drachenfels, der cooler (samt byronschen Nebelnoten) wohl selten als Filmkulisse genutzt worden sein durfte:

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“Tut mir leid, Verehrteste, ich hab die Eier vergessen.”

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“Es ist Ihnen wohl klar, daß nur ein Amerikaner auf den Gedanken kommen kann, hier zu frühstücken.”

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“Ich habs garnicht gern, wenn dieser wunderbare Fluß von aller Welt zur Kloake Europas erklärt wird, bloß weil Schmutzfinken wie du ihren Abfall reinwerfen!”

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“Wissen Sie, der InDuna war von einer bezwingenden Gastfreundschaft: Hyänenohren und Impalas, Affenzähne und Zibetkatzen – und ein Fernsehapparat.”
“Hahaha! Hat er funktioniert? Ich möchte wetten, das hat er nicht.”
“Hat er auch nicht. Und dann schlug der InDuna sein Assagai gegen ein Ochsenschild. Und in seinem berechtigten Zorn sagte er: da geben sich die Weißen Mühe, die Zivilisation auf den Mond zu tragen, aber für die große Nation Ihrer Exzellenz bestimmt das Tempo des Fortschritts immer noch das Ochsengespann!”
“Ach, das ist also die wundervolle Aussicht, die Sie mir zeigen wollten.”
“Nein, eigentlich sind es mehr die vier Premiers, nicht zu vergessen die acht Botschafter, die neun Kabinettsmitglieder und natürlich der Präsident persönlich… Aber der Blick ist doch wundervoll – oder nicht?”
“Sehr schön!”

ist es am rhein so schön

stand in der Betreffzeile der Mail, die Rolf Persch schickte, nachdem wir ihn um seine Rheingedichte gebeten hatten. Kein Fragezeichen, kein Ausrufezeichen, nur Wellengang der Worte.  Et voilà: fünf Texte von Rolf Persch. (rheinsein dankt!)

fluss eins

heute in der früh
mit dem rad fuhr ich am fluss entlang
ein kalter schwerer dunst lag über allem
das ergab einen geheimnisvollen klang

was ihr stellenweise gelang
die ehrgeizige sonne versuchte
folgend einem zwang
durchzudringen

sie war mir nicht minder lieb
wo sie fahle scheibe blieb

***

er sagt rhein

reglos sitzt ein hund
die schwarze aktentasche
neben dem mann
unter der brücke

der mann steht da
und ergeht sich
in einer rede
an den fluss

er sagt rhein
und wie es scheint
manches mehr
von strömen umtost

***

versuch einer verführung

komm, spring, wir reisen.
badehose ist nicht nötig.

wohin ist meine reiselust?
fluss, unermüdlich bist du.

komm, dem meer entgegen,
tauch ein, ich bins, der rhein.

och nee, später vielleicht, noch
gilt, so weit die füße tragen.

***

bordfest, treib gut

an bord der autofähre
rolandseck und zurück
gehört zu den festen mitarbeitern
ein dreizeiler
der weiß was er will

Fahrer im Auto bleiben.
Licht und Motor aus.
Feststellbremse fest.

bordfest
treib gut
drei zeilen gehen baden

musiker an bord
Jeff Beck

***

wellengang

ich weiß nicht
was soll ich
bedeuten

Die Gegend ist dort wirklich dreier Ausrufezeichen werth

Bonn, 7. und 9. Dezember 1864
[...]
Nun ist der Brief doch noch etwas liegen geblieben. So kann ich Dir denn noch vom Abend bei Prof. Schaarschmidt erzählen.
Seine Frau ist eine Holländerin, und wir haben beide zusammen über rheinisches Essen und rheinische Unreinlichkeit geschimpft; sie will mich nächstens einmal zu Holländisch(er) Küche einladen. Der Prof. ist urgemüthlich, Berlinerkind; wir haben ebenso angenehm uns unterhalten als gegessen.
[...]
F.

***

Bonn, 11. und 12. Dezember 1864

Meine liebe Lisbeth,
gar gerne möchte ich als Motto meines Briefes darüber schreiben “interessant und geistreich”, ich gehe nämlich von der Ansicht aus, daß ein Brief immer so ist, wie er aufgenommen wird, und vielleicht darf ich in dieser Beziehung die besten Hoffnungen haben.
Das war ein Posaunenstoß zur Einleitung. Jetzt kommt Schilderung der Situation.
Ich schreibe jetzt, morgens, eben des Bettes mich entwunden habend, zur direkten Widerlegung der Ansicht, daß ich Kater hätte. Du wirst diese geschwänzten Thiere nicht kennen. Gestern war großer Commersabend mit dem feierlichen Landesvater und unendlichen Bowlenströmen; Gäste aus Heidelberg und Göttingen; mehere Professoren, darunter Schaarschmidt waren eingeladen und haben sehr nette Reden geredet. Deussen hielt eine famose Fuchsrede; unendliche Telegramms von allen Weltenden und Burschenschaften, von Wien, Königsberg, Berlin usw. Wir waren über 40 Mann zusammen, die Kneipe war prächtig geschmückt. Ich habe eine sehr angenehme Bekanntschaft gemacht, die des Doktor Deiders, der fabelhafter Schumannfreund ist; wir haben uns unsre gegenseitigen Besuche versprochen; nun habe ich doch endlich einen tüchtigen Musikkenner gefunden. Die gestrige Gemüthlichkeit war eine herrliche, erhebende.
Weißt Du, an solchen Commersabenden herrscht ein allgemeiner Seelenschwung, da giebt es keine Biergemüthlichkeit. Heute Mittag ist großer Auszug durch die Hauptstraßen mit Paradeanzügen und fabelhafter Rennomage. Dann fahren wir mit Schiff nach Rolandseck, dort ist großes Diner in Hotel Croyen, und was weiter folgt, das steht im subjektiven Belieben. – Vorgestern Abend fieng der Commers an, wir tranken bis gegen 2 Nachts, sammelten uns gestern um 11 morgens zu einem Frühschoppen, machten dann einen Markttrottoirbummel, aßen zu Mittag und tranken bei Kley gemeinsam Kaffe. Du siehst, die Thätigkeit und die Anstrengung ist groß – und ich habe Recht, mit erhobenem Bewußtsein sagen zu können: ich habe keinen Kater.
Dies Schilderung der Situation. Jetzt kommt der literarische Briefkasten.
Viele von den Büchern, die Du beschreibst, sind mir nicht ganz unbekannt, die Lebensräthsel habe ich wohl auch einmal gelesen. Ich dächte, mehr noch als die Altejungferstube müßte Dir der junge Professor, der gegen Schluß antritt, gefallen haben. – In Daheim lies doch “Marie und Maria.” Hausse und Baisse, das Du mir vielleicht nicht zu übersetzen brauchst, scheint mir vom philosophischen Katheder herab geschrieben. Durch Kreuz zur Krone und Gott ist mein Heil, wie Morgen und Abend verschieden, wird von der Kreuzzeitung gelobt. Die Problematischen Naturen habe ich auch noch nicht ausgelesen. Wie so ich überhaupt in diesem Semester noch keinen Roman gelesen habe. –
Heute morgen setze ich den Brief fort, und Du bekommst auf diese Weise eine vollständige Schilderung unsres Commerses.
Wir haben ein wunderschönes Wetter gehabt, der Auszug mit schöner Husarenmusik machte großes Aufsehen, der Rhein hatte die schönste blaue Farbe, wir hatten Wein mit auf das Dampfschiff genommen. Wie wir nach Rolandseck kamen, wurden Böller zu unserm Empfang gelöst. Wir tafelten nachher bis gegen 6 Uhr, waren ausnehmend vergnügt und sangen viele selbstverfaßte unsinnreiche Lieder. Draußen war es Dämmrung geworden, der Mondschein lag auf dem Rhein und beleuchtete die Gipfel des Siebengebirgs, die aus dem bläulichen Nebel hervortraten. Nach Tische saß ich mit Gaßmann, vielleicht dem interessantsten Menschen der Frankonia und Bierzeitungsredakteur und Kneipwart zusammen; wir blieben bei einem edlen Rheinwein, während die andern Champagnerbowlen tranken. Die Gegend ist dort wirklich dreier Ausrufezeichen werth, besonders die reizende Insel Nonnenwörth, auf der ein Mädchenpensionat ist; darüber ragt der Drachenfels, diese mächtige steile Felswand. Der Ort macht den Eindruck der tiefsten Ruhe. – Nachher bin ich mit wenigen nach Bonn zurück gefahren, während die andern die Nacht dort geblieben sind und wahrscheinlich heute morgen eine Spritze in das Siebengebirge machen.
Heute morgen bin ich denn sehr froh und munter aufgestanden, denke zuerst an Dich und beendige den Brief, damit er noch zeitig genug eintrifft.
So hast Du denn ein Bild meiner letzten Tage, wunderschönen Tage, die Du Dir mit aller Phantasie ausmalen darfst. Allerdings habe ich bei dieser Ueberfülle des Stoffs Dir nur einiges Thatsächliche mitgetheilt und keine Gelegenheit gehabt, schöne und feine Bemerkungen zu machen. Lebe nun recht wohl und grüße die liebe Tante Rosalie, sowie alle, die sich meiner gern erinnern. Adieu, liebe Lisbeth
Dein Fritz.

(aus: Friedrich Nietzsche, Briefwechsel, Kritische Gesamtausgabe, Erste Abteilung, Zweiter Band, September 1864 – April 1869)

Marie heißt am Rhein alles

Bonn, 24. und 25. Oktober 1864

[...]
Ich habe bis jetzt von allen Seiten sehr viel angenehmes und liebes erfahren. Neulich habe ich Musikdirektor Brambach eine Visite gemacht und mich in den städtischen Gesangverein aufnehmen lassen. Mit den Märkern habe ich eine Partie nach Rolandseck gemacht; die Gegend ist prachtvoll, und wir haben einige sehr schöne Tage gehabt. Gestern fuhren die Frankonen nach Plittersdorf, dort war Kirmes, und es wurde tüchtig getanzt, bei einem Bauer Most getrunken; Abends gieng ich mit einem Frankonen, den ich besonders gern habe, meinem Leibburschen den Rhein entlang nach Bonn zurück; auf den Bergen waren Weinlesefeuer. Ihr glaubt nicht, wie schön alles ist.
Neulich habe ich zufällig zu meiner größten Freude den lieben Baron von Frankenstein getroffen und ihn auf ein paar Stunden im Hotel Kley besucht. Er ist ganz derselbe liebenswürdige Mensch wie ehemals und erkundigte sich lebhaft nach Euch und den Naumburger Verhältnissen. Er wird mich in diesen Tagen besuchen. Auch Hachtmann hat mich gesprochen. Dem Dr. Wachsmuth mache ich heute Visite.
Heute gehe ich auf den Gottesacker um Schumanns, Schlegels und Arndts Gräber zu sehen. Nachmittags fahre ich mit meinen Wirthsleuten in ein benachbartes Dorf zu einer Kirmes. Es sind sehr feine und angenehme Leute, mit deren Sorge um mich ich in jeder Weise zufrieden sein kann. Ich wohne ganz allerliebst, esse recht gut, werde reinlich und pünktlich bedient und bin so gern Abends ein Stündchen mit ihnen zusammen. – Jetzt eben war ich auf dem wunderschönen Friedhof und habe Robert Schumann einen Kranz dedizirt. Meine Wirthin und ihre Nichte Fräulein Marie (denn Marie heißt am Rhein alles) haben mich begleitet.
[...]
Fritz.

(aus: Friedrich Nietzsche, Briefwechsel, Kritische Gesamtausgabe, Erste Abteilung, Zweiter Band, September 1864 – April 1869)

Auguste Duméril sur les bords du Rhin

Copie d’une lettre que j’ai écrite à Joseph Fabre, après mon voyage sur les bords du Rhin, en 1846, et qui peut servir de journal abrégé de ce voyage.

Le soir du jour où vous m’avez embarqué au chemin de fer, c’est-à-dire, lundi 14 Septembre, je suis arrivé, à 2 h ½ environ, à Bruxelles, et là, suivant le conseil de M. V. Cumont, je me fis immédiatement conduire à la diligence de Namur, qui allait partir, et je me trouvai le lendemain matin à Namur, à 6 h.: à 6 h ½, une autre diligence, se mettant en route pour Liège, je m’installai sur une banquette surnuméraire, adossée au cabriolet de l’impériale, et de là, comme d’un observatoire, d’où ma vue pouvait s’étendre de tous côtés, j’ai parfaitement joui de la vue des bords pittoresques de la Meuse, dont la grande route suit presque constamment le cours, de sorte que je n’aurais pas mieux vu, je crois, à bord du bateau, si j’avais suivi mon premier plan, qui était d’aller par eau, de Namur à Liège, où je ne serais arrivé que le mardi soir, tandis que j’y étais à une heure, et qu’à 5 h, je me trouvais à Aix-la-Chapelle, où je me mis en rapport avec M. Darancourt, qui ne savait pas l’Allemand plus que moi. Nous passâmes notre soirée au café de la source Elise, au théâtre, et à la redoute, où nous ne vîmes pas de joueurs trop acharnés, mais où je pus prendre une idée de ce que sont la Roulette et le 31. Le lendemain matin, nous avons visité l’hôtel de ville, la cathédrale, dont je fus très frappé, car c’était le premier exemple que je voyais de cette architecture byzantine, dont je devais voir de si beaux échantillons à Bonn, mais surtout à Mayence: les fameuses reliques, et la jolie montagne du Louisberg. Ce même jour, nous avons visité Cologne, dont j’ai extrêmement admiré la magnifique cathédrale, malheureusement inachevée, mais pour laquelle on dépense maintenant 500 000 F par an: si elle est jamais achevée, ce sera, je crois, une des plus belles églises gothiques qui se puissent voir. L’Eglise Ste Marie du capitole, curieuse par des restes de constructions romaines; l’église des Jésuites, richement ornée, surtout par un banc de communion, de marbre blanc, couvert de charmante sculpture, et l’église de St Pierre, où se voit le curieux tableau de Rubens, représentant le crucifiement de St Pierre, qui est vu la tête en bas. Le soir de ce même jour, nous vînmes coucher à Bonn. Ici, commence le magnifique spectacle qu’offre le Rhin, et la matinée du jeudi, passée, ainsi que je vais vous le raconter, a été pour moi pleine d’enchantement. Nous prîmes un guide, et après avoir visité, dans la ville, la cathédrale, d’un aspect particulier, et la statue de Beethoven, nous nous dirigeâmes, en voiture, vers le Kreutzberg, montagne élevée, où existe une église, avec un escalier de marbre, qui ne se monte qu’à genoux, et dont un caveau contient des moines momifiés, par la sécheresse du lieu, et l’absence complète pendant des siècles, du contact de l’air extérieur: physiologiquement, c’est un fait, qui ne manque pas d’intérêt: la peau est parfaitement intacte et dure, comme du cuir tanné. De là, la vue est déjà belle, mais elle est plus belle encore, du Godesberg, où nous allâmes ensuite, et où se voient des ruines assez considérables: elle l’est certainement davantage, sur le Rolandseck, où se voient quelques ruines, et d’où la vue plonge sur le Rhin, et sur les îles considérables qui existent dans ce point, et sur l’une desquelles est construit un grand bâtiment qui, de monastère qu’il était autrefois, est devenu un hôpital.

Après être descendus, nous avons traversé le Rhin, en bateau: il a, dans ce point, une largeur extrême: sur l’autre rive, est la haute montagne du Drachenfels, que nous avons également gravie, et d’où nous avons joui du plus admirable point de vue, car on a, autour de soi, les autres monts; qui forment ce que l’on nomme les 7 monts, le Rhin, et, de l’autre côté, les monts qui bordent la rive. En redescendant, on arrive à la petite ville de K, où mon compagnon de voyage me quitte, pour prendre le bateau à vapeur, qui devait le conduire à Coblentz, et moi, je traversai le Rhin, sur un pont volant, pour rejoindre la voiture qui me ramènera à Bonn, que je ne voulais pas quitter sans avoir visité l’Université. Les 6 heures environ passées dans cette ravissante excursion, si elles furent accompagnées d’une assez grande fatigue, qui me dura 2 ou 3 jours, furent vraiment délicieuses, car je n’avais jamais eu encore l’occasion de voir la nature sous un si magnifique et si imposant aspect; mais je ne savais pas encore quels enchantements m’étaient réservés, pour le lendemain. A Bonn, tous les professeurs étaient absents: je visitai cependant avec assez de détails Cl., ancienne résidence d’été des électeurs, où se voient une belle collection d’anatomie, mais surtout, de magnifiques collections d’histoire naturelle, renfermées dans des salles, de l’aspect le plus grandiose. J’ai visité la clinique d’accouchement, composée de 12 lits, d’une collection curieuse de bassins vicieux, et d’instruments d’obstétrique, qui me furent montrés par l’aide de clinique du professeur Kilian. Il y a là une douche ascendante de 2 mètres ½ environ de hauteur, pour les accouchements prématurés: il paraît qu’on obtient de bons résultats de ce procédé, qui n’est jamais mis en usage chez nous, à ce que je crois.

(Quelle: http://correspondancefamiliale.ehess.fr/)

Melville in London

“X X X I last wrote in my journal on the banks of the Rhine – & now after the lapse of a few days, I resume it on the banks of the Thames, in my old chamber that overlooks it, on Saturday the 15th of Dec: `49. – I broke off at Coblentz on Monday night, Dec: 10th. The same night I fell in with a young Englishman at a cigar shop & had a long talk with him. He had been in America, & was related to Cunard of the Steamers. Next morning, Tuesday Dec 11th, I again rambled about the town – saw the artillery-men & infantry exercise on the parade ground. Very amusing indeed. Saw a squadron of drumers. Walked down & up the river, & while waiting for the Cologne boat spent at least two hours standing on a stone peir, at the precise junction of the Rhine & Moselle. At 3 o´clock started for Cologne on a Dusseldorf boat. It was intensely cold. Dined at the table d`hote in the cabin. Fine dinner & wine. Drank Rhenish on the Rhine. Saw Drachenfells & the Seven Mountains, & Rolandseck, & the Isle of Nuns. The old ruins & arch are glorious – but the river Rhine is not the Hudson. In the evening arrived at my old place – Hotel de Cologne. Recognized Drachenfells in a large painting on the wall. Drank a bottle of Steinberger with the landlord, a Rhinelander & a very gentlemanly, well-informed man, learned in wines. At 1/2 past 6 P.M went to the Theatre. Three vaudevilles acted. Audience smoking & drinking & looking on. Stopped in a shop on my way home & made some purchases for presents, & was insidiously cheated in the matter of a breast-pin, as I found out after getting to London, & not before. God forgive the girl – she was not very pretty, either – which makes it the more aggravating.”

Rhein vs Themse

In seiner britisch-perfekten Art ringt Thomas Hood, als recht später der frühen englischen Rheintouristen, der üblichen Rolandseck-Nonnenwerth-Drachenfels-Konstellation ein paar eigene Aspekte ab, stellt den überfälligen Vergleich zur heimatlichen Themse an und entdeckt einige historische Zwerge: „And now, Gerard, could I but write scenery as Stanfield paints it, what a rare dioramic sketch you should have of the thick-coming beauties of the abounding river: – the Romantic Rolandseck – the Religious Nonnenwerth – the Picturesque Drachenfels! But „Views on the Rhine“ are little better than shadows even in engravings, and would fare still worse in the black and white of a letter. Can the best japan fluid give a notion of the shifting lights and shades, the variegated tints of the thronging mountains – of the blooming blue of the Sieben Gebirge? Besides, there is not a river or a village but has been done in pen and ink ten times over by former tourists. Let it be understood then, once for all, that i shall not attempt to turn prospects into prospectuses: „And do all the gentlemen`s seats by the way.“ I must say a few words, however, on a peculiarity which seems to have escaped the notice of other travellers: the extraordinary transparency of the atmosphere in the vicinity of the Rhine. The rapidity of the current, always racing in the same direction, probably creates a draught which carries off the mists that are so apt to hang about more sluggish streams – or to float lazily to and fro with the ebb and flow of such tide rivers as the Thames: certain it is that the lovely scenery of the „arrowy Rhine“ is viewed through an extremely pure medium. To one like myself, not particularly lynx-sighted, the effect is as some fairy euphrasy had conferred a supernatural clairvoyance on the organs of vision. Trees and shrubs, on the crests of the hills, seem made out, in the artist phrase, to their very twigs; and the whole landscape appears with the same distinctness of detail as if seen through an opera-glass or spectacles. To mention one remarkable instance: some miners were at work on the face of a high precipitous mountain near Unkel; – the distance from the steamer was considerable, so that the blows of their sledges and pickaxes were quiet unheard; yet there were the little figures, plying their tiny tools, so plainly, so apparently close to the eye, that it was difficult to believe that they were of the common dimensions of the human race. Had those dwarf miners, the Gnomes of German romance, a material as well as a fabulous existence? Of course not: but I could not help thinking that I saw before me the source whence tradition had derived the Lilliputian mine-hunting elfins of the Wisperthal, who constructed the Devil`s Ladder.“