Aus den Tagebüchern von Marcel Crépon

Die Volksweisheit findet Gefallen am Glauben, dass die vergangenen Tage angenehmer waren als die diejenigen, die heute ablaufen oder darauf warten, es noch zu tun; wenn das tatsächlich der Fall wäre, sollte ich nicht ein retro-aktives Tagebuch führen?

Worte. Ich habe weniger das Gefühl zu schreiben als abzutropfen, Wort für Wort, mich abzuworten.

Gerne spaziere ich durch die Straßen, wenn ich keinen Grund habe, der mich daran hindert raus zu gehen, weil ich immer einen guten Grund habe es zu tun, sei es nur um Fotos zu machen. Bleibe ich drin, widme ich mich meinem Tagebuch. Es ist ratsam, diese Arbeit beim Aufstehen zu erledigen: es ist noch nichts geschehen, und war die Nacht traumlos, ist der Eintrag schnell erledigt.

Nach jedem Waschgang: die Wäsche im Garten, vom Wind befummelt, wedelt Gebete, die sich in Stoff wickeln, sich an Drähten strangulieren, sich zusammenrollen und zuletzt schweigen.

Je weniger ich schlafe, desto weniger träume ich. Der Vorteil ist eindeutig: je weniger ich träume, desto länger die Zeit, während der mein Hirn keinerlei Aktivität ausübt. Eine Länge, die jedoch durch die relative Kürze des Schlafs verringert wird.

“Das ist das größte Loch der Welt”, sagte A., und zeigte auf eine Kohlengrube mit gigantischen Baggern, die den Horizont klein hackten. So ein Krater könnte einen Asteroiden eifersüchtig machen, dachte B.

Tage habe ich erlebt, ja, von exemplarischer Geschmacksneutralität. Vor Langeweile verdutzt.

Rheinsein. Rhein sein… Ich weiß nicht, warum mich das an dieses Lehrerpaar erinnert, die Velloins…, vor langer Zeit. Ich erinnere mich nur halb. Ungefähr zu dieser Zeit übte ich an einer Schule zwei Tätigkeiten aus. Im Rahmen der ersten sollte ich den Schülern die Geheimnisse der Fotografie (Aufnahme, Entwicklung, Abzüge, etc) beibringen. Fakultativer Unterricht – niemand nahm daran teil. Für die zweite Tätigkeit (Dokumentarlisten, Gehilfe, sic!), verbrachte ich meine Zeit mit dem Durchblättern von Lexika und Enzyklopädien, da die Schüler im allgemeinen den Ort mieden. Worte habe ich gesehen wie andere Dinge von der Welt sehen!

Wer sagte: Auch seine Vergänglichkeit muss man finanzieren können?

Wie reiste wohl Herodot? Sicher zu Fuß, vielleicht an Bord einer Galeere, wahrscheinlich auf einem Pferd oder Esel. Wie viele Kilometer legte er zurück? Mit ihm verglichen reiste Sebastian Münster weniger, doch besaß er ungefähr 120 Augenpaare.

In der Accademia, der Zyklus der Heiligen Ursula. Ihre Ankunft auf dem Rhein in Köln. Die Segelboote mit imposanten Masten, dunkel wie Bestattungsgondeln. Der Hund auf dem Ponton, bewaffnete Männer vor den Befestigungen, die an den Arsenale erinnern (Carpaccio soll von Reuwich (selbst von Bellini beeinflusst) inspiriert worden sein, der den Peregrinatio in Terram Sanctam von Breydenbach illustrierte). Die Figur, die mit ausgestreckten Armen, schlafwandlerisch oder blind, auf dem betürmten Pier vorankommt. Der im Vordergrund sitzende Soldat, träumend, einen Bogen in Händen (?). Auch im Vordergrund, aber rechts, in einer Gruppe, die Figur, die einen Brief hält und auf die Schiffe zeigt. Ist der Brief eine Beschreibung Ursulas? Die Frau, die es abzuschießen gilt… Ein Armbrustschütze zielt auf – was? eine Taube? ein Rebhuhn? Die Ankündigung kann das dem Heiligen vorbehaltene Schicksal sein. Vielleicht. Aber wer tötet wen? Die Familie Loredan, die die Bruderschaft unterstützte, für die Carpaccio den Zyklus der Heiligen Ursula schuf, engagierte sich im Kampf gegen die feindlichen Königreiche von Venedig (angeführt von Sultan Mehmet). Diese waren mit drei Kronen bezeichnet (die wie das Rot und das Weiß auch auf dem Wappen von Köln erscheinen). Carpaccio erzählt etwas anderes als das, was er malt …

Der Taikonaut Yang Liwei erzählte, dass er während seiner Reise im Weltraum an Bord des Shenzhou 5 Shuttles ein Geräusch hörte, dessen Quelle er nicht bestimmen konnte und das ihn an den Lärm erinnerte, welchen ein gegen einen Eimer schlagender Holzhammer machen würde. Die Shuttle-Astronauten von Shenzhou 6 und Shenzhou 7 behaupteten später, die gleiche Art von Lärm gehört zu haben.

Wenn ich also richtig verstanden habe, wäre diese weiße Substanz Carbid oder Carbid-Calcium. Mit Wasser vermischt erzeugt sie ein explosives Gas. Dieses Carbid ist vor allem der für Acetylenlampen verwendete Brennstoff. Carbidschießen-Wettkämpfe gibt es auch, und da hört mein Interesse an der Sache auf.

Auf dem Weg nach Rotterdam ein Hausboot namens “Paradox”. Am Ufer scheint eine Läuferin nicht mehr als eine Mütze, eine Sonnenbrille, ein MP3-Player, ein T-Shirt, Shorts und ein paar Tennisschuhe zu sein. Sie hatte sich gründlich zu Tode gejoggt, zu nichts.

Jenseits des Flusses, diesseits. Die Löwin und der Löwe. Der Ruf der Löwin, der Tod des Löwen (1).

Das Fenster weit offen und das ist es, die Landschaft breitet sich aus, mit rechts und links verstreuten Häusern. Und ich sage mir, dass der Weg, den ich gehen musste, um definitiv mit der Natur zu brechen, zweifellos so lange ist, wie der, den ich wieder aufnehmen müsste, um mich wirklich wieder mit ihr zu verbinden.

Im Allgemeinen schlafe ich zu wenig, um Zeit zum Träumen zu haben.

Zeit kauen.

Fixiert man eine Weile die kleinen Wellen, die gegen die Basaltblöcke springen, glaubt man tatsächlich, dass eine von ihnen uns etwas übermittelt, ohne zu wissen, was es ist.

Silhouetten von Bäumen, von Häusern, im Gegen-Licht, im Gegen-Leben…

Als er die Quelle des Nils erblickte, dachte Bruce (2) an die Rhône, den Rhein und die Saône; Gabriel Bonvalot (3), der in Tibet reiste, verglich die Ruinen, die hier und dort zu sehen waren, mit denen von Schlössern, die bei Touristen entlang des Rheins oder des Neckars so beliebt sind. In gleicher Art finden wir in Cécile de Rodt (4): “Der Hudson, der der amerikanische Rhein genannt wird”, “Der Ganges in Benares hat etwa die Breite des Rheins in Köln”, in Montesquieu (5): “… unter den letzten Kaisern, das auf die Vorstädte von Konstantinopel reduzierte Reich, endet wie der Rhein, der nicht mehr ist als ein Bächlein, wenn er im Ozean verloren geht.” Oder in einem Gedicht von Hermann Hesse, die Reise nach Indien (?). (6)

Langsam schlendernd, den Rumpf im zerfetztes Leder eingepackt, die Beine in eine abgenutzte Drillhose, der ausgebleichte Kamm, gefolgt von einem Bastard an der Leine, der seinem Zustand angemessen war: ein pensionierter Punk.

“Der Perückenmacher kommt herein. Er wirft einen Blick auf meine Perücke und weigert sich, sie zu berühren. Sie scheint etwas oberhalb oder unterhalb seiner Kunst. “Aber was dann tun?”, sagte ich zu ihm. “Monsieur, Sie müssen eine von mir nehmen, es sind welche da, fertig.” “Aber ich fürchte, mein Freund”, sagte ich und untersuchte die, die er mir zeigte, “dass diese Schleife nicht aufrechterhalten werden kann.” “Sie könnten”, sagte er, “sie ins Meer tauchen, sie würde halten.”
In dieser Stadt wird alles in großem Maßstab gemessen, sagte ich mir. Das größte Ausmaß der Ideen eines englischen Perückenmachers wäre niemals weiter gegangen, als ihn dazu zu bringen, zu sagen: “Tränken Sie sie in einem Eimer Wasser.” Was für ein Unterschied! Es ist wie die Zeit in der Ewigkeit. [...] Ein Eimer Wasser macht zweifellos eine traurige Figur neben dem Meer; aber er hat den Vorteil, zur Hand zu sein, und Sie können die Schleife in kürzester Zeit eintauchen…” (7)

Das Laub fegen, es langsam zu Haufen schieben, dann mit einer Schubkarre transportieren, um es schließlich zu begraben. Das ist es, was mir beim Fotografieren in den Sinn kommt. In der Tat sind Fotos nichts anderes als die toten Blätter des Waldes, durch die wir uns wohl oder übel bewegen. Wenn alles mit Glanz untergeht, wird die Gelassenheit, mit der wir dem Fall der Welt folgen können, aufsteigende Verzweiflung genannt.

***

(1) s. Jacques Brel, Le lion.
(2) James Bruce, Voyage aux sources du Nil, en Nubie et en Abyssinie, Tome VI (Paris, 1790).
(3) Gabriel Bonvalot, L’Asie inconnue : à travers le Tibet (Paris, 1896).
(4) Cécile de Rodt, Voyage d’une Suissesse autour du monde (Neuchâtel, 1904).
(5) Charles-Louis de Secondat Montesquieu, Oeuvres complètes, De l’esprit des lois, Grandeur et décadance des Romains (Paris, 1834).
(6) Tatsächlich in: Hermann Hesse, Aus Indien (Aufzeichnungen, Tagebücher, Gedichte, Betrachtungen und Erzählungen), Berlin 1913.
(7) Laurence Sterne, Yoricks empfindsame Reise durch Frankreich und Italien, Die Perücke – Paris.

Victor Hugo am Rheinfall in seinem Gehirn

Mon ami, que vous dire ? Je viens de voir cette chose inouïe. Je n’en suis qu’à quelques pas. J’en entends le bruit. Je vous écris sans savoir ce qui tombe de ma pensée. Les idées et les images s’y entassent pêle-mêle, s’y précipitent, s’y heurtent, s’y brisent, et s’en vont en fumée, en écume, en rumeur, en nuée. J’ai en moi comme un bouillonnement immense. Il me semble que j’ai la chute du Rhin dans le cerveau.

J’écris au hasard, comme cela vient. Vous comprendrez si vous pouvez.

On arrive à Laufen. C’est un château du treizième siècle, d’une fort belle masse et d’un fort beau style. Il y a à la porte deux guivres dorées, la gueule ouverte. Elles aboient. On dirait que ce sont elles qui font le bruit mystérieux qu’on entend.

On entre.

On est dans la cour du château. Ce n’est plus un château, c’est une ferme. Poules, oies, dindons, fumier ; charrette dans un coin ; une cuve à chaux. Une porte s’ouvre. La cascade apparaît.

Spectacle merveilleux !
Effroyable tumulte ! Voilà le premier effet. Puis on regarde. La cataracte découpe des golfes qu’emplissent de larges squames blanches. Comme dans les incendies, il y a de petits endroits paisibles au milieu de cette chose pleine d’épouvante ; des bosquets mêlés à l’écume ; de charmants ruisseaux dans les mousses ; des fontaines pour les bergers arcadiens de Poussin, ombragées de petits rameaux doucement agités. ― Et puis ces détails s’évanouissent, et l’impression de l’ensemble vous revient. Tempête éternelle. Neige vivante et furieuse.

Le flot est d’une transparence étrange. Des rochers noirs dessinent des visages sinistres sous l’eau. Ils paraissent toucher la surface et sont à dix pieds de profondeur. Au-dessous des deux principaux vomitoires de la chute, deux grandes gerbes d’écume s’épanouissent sur le fleuve et s’y dispersent en nuages verts. De l’autre côté du Rhin, j’apercevais un groupe de maisonnettes tranquilles, où les ménagères allaient et venaient.

Pendant que j’observais, mon guide me parlait. ― Le lac de Constance a gelé dans l’hiver de 1829 à 1830. Il n’avait pas gelé depuis cent quatre ans. On y passait en voiture. De pauvres gens sont morts de froid à Schaffhouse. ―

Je suis descendu un peu plus bas, vers le gouffre. Le ciel était gris et voilé. La cascade fait un rugissement de tigre. Bruit effrayant, rapidité terrible. Poussière d’eau, tout à la fois fumée et pluie. À travers cette brume on voit la cataracte dans tout son développement. Cinq gros rochers la coupent en cinq nappes d’aspects divers et de grandeurs différentes. On croit voir les cinq piles rongées d’un pont de titans. L’hiver, les glaces font des arches bleues sur ces culées noires.

Le plus rapproché de ces rochers est d’une forme étrange ; il semble voir sortir de l’eau pleine de rage la tête hideuse et impassible d’une idole hindoue, à trompe d’éléphant. Des arbres et des broussailles qui s’entremêlent à son sommet lui font des cheveux hérissés et horribles.

A l’endroit le plus épouvantable de la chute, un grand rocher disparaît et reparaît sous l’écume comme le crâne d’un géant englouti, battu depuis six mille ans de cette douche effroyable.

Le guide continue son monologue. ― La chute du Rhin est à une lieue de Schaffhouse. La masse du fleuve tout entière tombe là d’une hauteur de « septante pieds ». ―

L’âpre sentier qui descend du château de Laufen à l’abîme traverse un jardin. Au moment où je passais, assourdi par la formidable cataracte, un enfant, habitué à faire ménage avec cette merveille du monde, jouait parmi des fleurs et mettait en chantant ses petits doigts dans des gueules-de-loup roses.

Ce sentier a des stations variées, où l’on paie un peu de temps en temps. La pauvre cataracte ne saurait travailler pour rien. Voyez la peine qu’elle se donne. Il faut bien qu’avec toute cette écume qu’elle jette aux arbres, aux rochers, aux fleuves, aux nuages, elle jette aussi un peu quelques gros sous dans la poche de quelqu’un. C’est bien le moins.

Je suis parvenu par ce sentier jusqu’à une façon de balcon branlant pratiqué tout au fond, sur le gouffre et dans le gouffre.

Là, tout vous remue à la fois. On est ébloui, étourdi, bouleversé, terrifié, charmé. On s’appuie à une barrière de bois qui tremble. Des arbres jaunis, ― c’est l’automne, ― des sorbiers rouges entourent un petit pavillon dans le style du café turc, d’où l’on observe l’horreur de la chose. Les femmes se couvrent d’un collet de toile cirée (un franc par personne). On est enveloppé d’une effroyable averse tonnante.

De jolis petits colimaçons jaunes se promènent voluptueusement sous cette rosée sur le bord du balcon. Le rocher qui surplombe au-dessus du balcon pleure goutte à goutte dans la cascade. Sur la roche qui est au milieu de la cataracte, se dresse un chevalier troubadour en bois peint appuyé sur un bouclier rouge à croix blanche. Un homme a dû risquer sa vie pour aller planter ce décor de l’Ambigu au milieu de la grande et éternelle poésie de Jéhovah.

Les deux géants qui redressent la tête, je veux dire les deux plus grands rochers, semblent se parler. Ce tonnerre est leur voix. Au-dessus d’une épouvantable croupe d’écume, on aperçoit une maisonnette paisible avec son petit verger. On dirait que cette affreuse hydre est condamnée à porter éternellement sur son dos cette douce et heureuse cabane.

Je suis allé jusqu’à l’extrémité du balcon ; je me suis adossé au rocher.

L’aspect devient encore plus terrible. C’est un écroulement effrayant. Le gouffre hideux et splendide jette avec rage une pluie de perles au visage de ceux qui osent le regarder de si près. C’est admirable. Les quatre grands gonflements de la cataracte tombent, remontent et redescendent sans cesse. On croit voir tourner devant soi les quatre roues fulgurantes du char de la tempête.

Le pont de bois était inondé. Les planches glissaient. Des feuilles mortes frissonnaient sous mes pieds. Dans une anfractuosité du roc, j’ai remarqué une petite touffe d’herbe desséchée. Desséchée sous la cataracte de Schaffhouse ! Dans ce déluge, une goutte d’eau lui a manqué. Il y a des cœurs qui ressemblent à cette touffe d’herbe. Au milieu du tourbillon des prospérités humaines, ils se dessèchent. Hélas ! C’est qu’il leur a manqué cette goutte d’eau qui ne sort pas de la terre, mais qui tombe du ciel, l’amour !

Dans le pavillon turc, lequel a des vitraux de couleur, et quels vitraux ! Il y a un livre où les visiteurs sont priés d’inscrire leurs noms. Je l’ai feuilleté. J’y ai remarqué cette signature : Henri, avec ce paraphe : (hier im Original die Abbildung eines einfachen verschnörkelten handgezeichneten, vielleicht lateinischen, vielleicht auch griechischen Buchstabens; Anm. rheinsein) Est-ce un V ?

Combien de temps suis-je resté là, abîmé dans ce grand spectacle ? Je ne saurais vous le dire. Pendant cette contemplation, les heures passeraient dans l’esprit comme les ondes dans le gouffre, sans laisser trace ni souvenir.

Cependant on est venu m’avertir que le jour baissait. Je suis remonté au château, et de là je suis descendu sur la grève d’où l’on passe le Rhin pour gagner la rive droite. Cette grève est au bas de la chute, et l’on traverse le fleuve à quelques brasses de la cataracte. On s’aventure pour ce trajet dans un petit batelet charmant, léger, exquis, ajusté comme une pirogue de sauvage, construit d’un bois souple comme de la peau de requin, solide, élastique, fibreux, touchant les rochers à chaque instant et s’y écorchant à peine, manœuvré comme tous les canots du Rhin et de la Meuse, avec un crochet et un aviron en forme de pelle. Rien n’est plus étrange que de sentir dans cette coquille les profondes et orageuses secousses de l’eau.

Pendant que la barque s’éloignait du bord, je regardais au-dessus de ma tête les créneaux couverts de tuiles et les pignons taillés du château qui dominent le précipice. Des filets de pêcheurs séchaient sur les cailloux au bord du fleuve. On pêche donc dans ce tourbillon ? Oui, sans doute. Comme les poissons ne peuvent franchir la cataracte, on prend là beaucoup de saumons. D’ailleurs dans quel tourbillon l’homme ne pêche-t-il pas ?

Maintenant je voudrais résumer toutes ces sensations si vives et presque poignantes. Première impression : on ne sait que dire, on est écrasé comme par tous les grands poèmes. Puis l’ensemble se débrouille. Les beautés se dégagent de la nuée. Somme toute, c’est grand, sombre, terrible, hideux, magnifique, inexprimable.

De l’autre côté du Rhin, cela fait tourner des moulins.

Sur une rive, le château ; sur l’autre, le village, qui s’appelle Neuhausen.

Tout en nous laissant aller au balancement de la barque, j’admirais la superbe couleur de cette eau. On croit nager dans de la serpentine liquide.

Chose remarquable, chacun des deux grands fleuves des Alpes, en quittant les montagnes, a la couleur de la mer où il va. Le Rhône, en débouchant du lac de Genève, est bleu comme la Méditerranée ; le Rhin, en sortant du lac de Constance, est vert comme l’océan.

Malheureusement le ciel était couvert. Je ne puis donc pas dire que j’aie vu la chute de Laufen dans toute sa splendeur. Rien n’est riche et merveilleux comme cette pluie de perles dont je vous ai déjà parlé, et que la cataracte répand au loin ; cela doit être pourtant plus admirable encore lorsque le soleil change ces perles en diamants et que l’arc-en-ciel plonge dans l’écume éblouissante son cou d’émeraude, comme un oiseau divin qui vient boire à l’abîme.

De l’autre bord du Rhin, d’où je vous écris en ce moment, la cataracte apparaît dans son entier, divisée en cinq parties bien distinctes qui ont chacune leur physionomie à part et forment une espèce de crescendo. La première, c’est un dégorgement de moulins ; la seconde, presque symétriquement composée par le travail du flot et du temps, c’est une fontaine de Versailles ; la troisième, c’est une cascade ; la quatrième est une avalanche ; la cinquième est le chaos.

Un dernier mot, et je ferme cette lettre. À quelques pas de la chute, on exploite la roche calcaire, qui est fort belle. Du milieu d’une des carrières qui sont là, un galérien, rayé de gris et de noir, la pioche à la main, la double chaîne au pied, regardait la cataracte. Le hasard semble se complaire parfois à confronter dans des antithèses, tantôt mélancoliques, tantôt effrayantes, l’œuvre de la nature et l’œuvre de la société.

(aus Victor Hugo: Le Rhin, Lettres à un ami, 1842)

Hirnrinde

Von einer himmlischen Höhe gesehen, müßte diese Alpenwelt mit ihren Tälern und ihren keulenförmigen steinernen Lappen wie die Rinde einer Hirnmasse erscheinen. Was würde dann noch zu erkennen sein von den Hecken, Landstraßen und Viehweiden in dem gleichförmigen Bewuchs ihrer Tiefe? Man würde aber an diesem Punkte hier, wo die beiden kleinen Flüsse kampflustig aufeinanderprallen, das Ende zweier langgestreckter Furchen erkennen, die von weither einander zustreben, um sich nun in einer einzigen größeren Talbreite fortzusetzen. Auf den Treppen der Bergwände stehen die Tannen, die kurzgefaßten Wiesen, auf einem samtgrünen Hügel der unscheinbare Obelisk des Kirchturms, der in entfernte Schluchten hinüberblickt. Dem Wanderer sind die Horizonte verkürzt. Die spitzen Glockentürme und die Reste hochgelegener Burgen sind in diesen Tälern wie Periskope, die das ewige Recht des Auges wahren.
Eine Landstraße rankt sich vom Bahnhof über die eiserne Brücke des Tales zu den breiten Höfen des Fleckens Reichenau hinüber, sie führt auf einer zweiten schräg gestellten Brücke über den kiesbelegten Abgrund und verzweigt sich durch Felder und waldnahe Reviere den halbversteckten Ortschaften zu. Und von der Bastei des wohlgepflegten Gartens auf dem Felsenvorsprung, auf dessen Wipfelgewölb das Dachtürmchen eines weißen Schlosses nach allen Seiten um sich blickt, sieht der Wanderer die beiden Wasserflüsse, kalkgefärbt, sonneglänzend, von einem sanften grünlichen Pastellgrau an den beschatteten Stellen. Ihr helles Rauschen, wie auf Dur gestimmt, hebt sich aus jenem kurzen, brausenden Wirbel, dessen Schollen geglättet weiterjagen. Das ist der Rhein, der hier aus seinen beiden fernen Quellen zusammenfließt, aus Gletscherwassern, von kalten Schneefeldern herabgeschmolzen, in funkelnden Wasserstürzen geläutert und im Anprall ausgehöhlter Felsenwände mit Sand, Geröll und Steinpulver gesättigt. Er flutet schwer und gläsern gegen den Fels, von dem der zierliche Pavillon aus den benetzten Gebüschen herabsieht; sein gegenüberliegendes Ufer ist eine kleine, vom Flugsand gebildete Dünenlandschaft, von strömungsloser, glasreiner Flut gestreichelt. Schon haben alle die Gewässer, die aus versteckten Tälern kamen, um dies stolze Rinnsal anzufüllen, den Namen des Rheins getragen. Rhein, Rhone und Reuß, die wie ein Stern von langen Silberadern dem gewaltigen Felsenleib des Gotthard entstrahlen, mit ihren Wurzeln zusammengebunden, doch nach drei Weltseiten entfliehend, tragen das Urwort ihres Namens durch alle Sprachen Europas und bewahren wie im romanischen und germanischen Klang so auch im halbvergessenen keltischen und griechischen den geheimnisvollen Sinn. Auf dem Felsenvorsprung hier, den der erste und schönste Garten des Rheintales mit seinen Rosenbeeten, seinen Felsenspalieren, seinen Papyruswäldchen, seinen Blutbuchen, bläulichen Kiefern und uralten Waldresten deckt, stand in der Vorzeit ein römisches Steinbild. Es war von den Fremden errichtet, die dem größeren Strom in Köln die Münze mit der Inschrift Deus Rhenus schlugen. Das weitgereiste und überschauende Volk der Römer sah den Rhein neben Nil und Tiber als einen der drei großen Naturkräfte, die zu Stützen seiner Machtbereiche geworden waren, und stellte die liegende Gestalt des Flußgottes mit dem umgestürzten Krug auf dem Kapitol zur Schau.
Im Hofe des bürgerlichen Schlosses ist der Knecht beschäftigt, einen Reitsattel zu putzen; in dem stattlichen Wirtshaus zum Adler an der Seite des Schloßgartens sitzen Bauern beim Wein; vor dem Dorfe begegnet mir ein Heuwagen mit falben Rindern, von schwarzhaarigen Männern von römischem Aussehen geführt; ein paar Kinder grüßen den Fremdling mit gelassener Freundlichkeit; im abendlichen Schatten der Bäume gehen zwei Engländerinnen. Das kleine Blockhaus des Bahnhofs steht ein wenig über der Landstraße, auf der jahrhundertelang die Karawanen mit Kaufmannsgütern, Schriftstücken und Waffen beladen von Italien nach Deutschland, von Deutschland nach Italien zogen; die beiden Täler des Rheins waren hoch und drohend, beide verdienten es, Via Mala zu heißen. In ihrer schmalen Tiefe eilen jetzt die Züge mit der Gabel am Draht, schwere Maschinenwagen, lackglänzend. Das Blockhaus, in der beginnenden Nacht, ist mit gelber Lichtfarbe angefüllt, an den Wänden die Fahrplantafeln und die Plakatbilder schwedischer Schneegebirge und Wasserfälle. Das kleine Haus ist heute nichts weiter als einer der Stützpunkte in der nüchternen und exakten Gastlichkeit der modernen Touristik. Aber diese Landschaft umfaßt in ihrer ungeheuren steilen Gedrängtheit den Süden wie den Norden, wie sie von jeher die Menschen von Süden und Norden an sich zog. Im uralten Wechsel von Tag und Nacht ist jetzt die kurze, schweigende Dämmerstunde. Noch weilt am Himmel die klare Tagesbläue, die Talwände versinken im Schwarz. Plötzlich erhebt sich das Geläute einer Dorfkirche irgendwo mit gleichmäßig tönendem Hämmern, um einsam und zögernd zu verstummen. Aus einer schwarzen Talkulisse schießt der Zug in das aufstrahlende Geleise, dessen Wegzeichen glühenden Pfeilspitzen ähnlich sind. Der Zug eilt durch die frische Heuluft einer nebelhaften Ebene der alten Stadt entgegen. Wie ein Sternbild elektrischer Lichtpunkte zeichnet die Stadt Chur in die Dunkelheit der Bergwände den Umriß der alten Schuttmoräne, auf die sie hingebaut ist.

(Alfons Paquet: Der Rhein, eine Reise, Frankfurt/Main 1923)

Le Styx des Alpes

À ma gauche coule le Rhin ; au delà c’est le canton des Grisons ; je suis entré dans celui de Saint-Gall. On a cru reconnaître que le Rhin n’a pas toujours suivi le cours actuel : les terrains d’ alluvion du pays de Wallenstadt, et en général de la vallée de la Limmat, tendent à démontrer que, il y a une vingtaine de siècles, le fleuve se jetait dans le lac de Wallenstadt, couloit ensuite dans celui de Zurich, et finalement se confondait avec l’Aar, à partir de Brugg (Suisse). Le silence des Romains à l’endroit de la cataracte de Schaffhouse est très significatif à cet égard. Suivant des sérieuses observations hydrographiques, le Rhin se serait donc frayé peu à peu un passage à travers les rochers pour prendre une direction nouvelle vers le nord. Ce serait un de ces caprices qu’il s’est déjà permis ailleurs : du temps de Philippe-Auguste, la ville de Vieux-Brisach, batie sur de haute rochers, était alsacienne ; mais le Rhin, changeant de cours au moment d’une grande inondation, rejeta la ville sur la rive droite, et depuis lors elle est badoise.
En roman le mot “Rhin” signifie eau courante : ne faudrait-il pas trouver l’origine de ce nom propre dans le verbe grec (…), qui signifie couler, et rapprocher de cette étymologie les mots Rhône et Rha (l’ancien nom du Volga)?
Le pays où je suis est vaste et large ; il est dominé par les montagnes du canton de Glaris.
À Ragatz je descendis avec mon compagnon. Il me suffira de dire que cinquant mille personnes visitent anuellement Ragatz et la Tamina, pour donner une idée de l’animation qui règne en cet endroit. Nous entendons les couchers de toute livrée nous crier: “Hôtel Ragatz, hôtel Quellenhof (hôtel des sources), hôtel Rosengarten (jardin des roses), hôtel Freieck, hôtel Schweizerhof, hôtel Tamina, etc.” Reste à savoir si les notes de consommation sont aussi poétiques que les noms des hôtels.
Nous nous dirigeons aussitôt vers le joli bourg de Ragatz (1 900 habitants) : nous approchons de l’un des passages les plus fameux et les plus terribles des Alpes. Ce n’est point de la gorge de la sauvage Tamina, un affluent du Rhin, soit dangereuse pour le touriste ; mais, par le fait même qu’il n’a point à se soucier de sa conservation, il peut mieux sonder de l’oeil le gouffre, et jouir en frissonnant d’un site peut-être sans pareil.
Déjà nous avons dépassé Ragatz ; déjà la vallée se resserre, et les rochers font place à la nature cultivée. Ça et la une petite voiture marche au pas sur la route ; mais la plupart des touristes préfèrent s’enfoncer à pied dans l’étroit passage.
Les rochers cependant se resserrent ; la portion de ciel dont on jouit devient plus étroite ; seule la nature brute et morte accompagne le voyageur vers les autres profonds. La vallée n’est plus que le cours torrentueux et effrayant de la Tamina.
La route serpente le long de la rive gauche ; à mes pieds se précipitent les caux, dont je ne suis séparé que par un talus cacarpé et toujours vertigineux ; à droite je remarque quelques traînées de maigre végétation sur un sol escarpé, halayé par chaque pluie d’orage ; mais enfin les rochers perpendieulaires font aussi leur apparition de ce côté, et occuperont désormais sans partage les deux rives du torrent. Il nous arrive donc souvent de voir les blocs énormes suspendus au-dessus de nos têtes, tandis que les eaux mugissantes exécutent leur valse éternelle sous nos pieds. La lumière devient plus rare ; le rayon de soleil, même en plein midi, est un luxe ; quelques mousses, quelques herbes souffreteuses poussent encore à des rares intervalles sur les parois humides, hautes de deux cent cinquante à trois cent mètres.
Continuons à suivre cet effroyable ravin dont l’embouchure se trouve à Ragatz, à environ quinze lieues du lac de Constance. Le chemin, encore accessible aux voitures, s’enfonce complètement dans le roc vif, comme s’il voulait fuir les abîmes inévitables. Maint touriste ne voit qu’avec terreur le fond où se précipitent les eaux, sur un lit formé de cailloux noirâtres, complètement différent des parois calcaires, veinées de quartz, qui forment le gouffre. Lorsque le torrent tombe perpendiculairement, l’écume jaillit jusqu’aux pieds du passant. La route est étroite ; si donc deux voiture s’y rencontrent, il faut que l#une d’elles approche de l’abîme, et que l’autre frise les rochers pendants ; ceux-ci se touchent, est c’est un moment d’émotion à subir. Je conseille à tout voyageur de ne passer qu’à pied en de tels lieux.

(F. A. Robischung, Un touriste alpin à travers la forêt de Bregenz et la Via Mala (1881))

Petrarca über Köln, den Rhein und die Rhône

Franciscus Petrarca Iohanni Columnae Cardinali salutem plurimam dicit

Aquis digressum, sed prius, unde ortum oppidi nomen putant, aquis Baiano more tepentibus ablutum, excepit Agrippina Colonia, quae ad sinistrum Rheni latus sita est: locus et situ et flumine clarus et populo. mirum in terra barbarica quanta civilitas, quae urbis species, quae virorum gravitas, quae munditiae matronarum! forte Iohannis Baptistae vigilia erat, dum illuc applicui: et iam ad occidentem sol vergebat. confestim amicorum monitu (nam et ibi amicos prius mihi fama pepererat, quam meritum) ab hospitio traducor ad fluvium, insigne spectaculum visurus. nec fallebar: omnis enim ripa praeclaro et ingenti mulierum agmine tegebatur. obstupui. Dii boni! quae forma! quae facies! quis habitus! amare potuisset quisquis eo non praeoccupatum animum attulisset. in loco paulo altiore constiteram, unde in ea, quae gerebantur, intenderem. incredibilis sine offensione concursus erat: vicissimque alacres, pars herbis odoriferis incinctae, reductisque post cubitum manicis, candidas in gurgite manus ac bracchia lavabant, nescio quid blandum peregrino murmure colloquentes. vix nunquam clarius intellexi quod Ciceroni (Cic., Tusc. V, 116) placet, et veteri proverbio dici solet: inter linguas incognitas omnes propemodum surdos ac mutos esse. unum mihi solatium gratissimorum interpretum non deerat. nam et hoc inter cuncta mirabere, coelum illud spiritus Pierios alere. itaque dum miratur Iuvenalis (Iuv., sat. 15, 111), quod “Gallia causidicos docuit facunda Britannos”, miretur itidem ”docta quod argutos aluit Germania vates”. at, ne me auctore fallaris, scito ibi nullum Maronem esse, Nasones plurimos; ut dicas verum fuisse praesagium, quod in fine libri Metamorphoseos multum vel posteritatis gratiae vel ingenia suo fidens ponit. siquidem qua Romana potentia, seu verius, qua Romanum nomen domito orbe se porrigit, plausibiliter nunc faventis populi ore perlegitur. his ego comitibus ubi quid audiendum, seu respondendum incidit, pro lingua et pro auribus usus sum. unum igitur ex eo numero admirans. et ignarus rerum percontatus Vergiliano (Verg., Aen. VI, 318 sq.) illo versiculo: ”quid vult concursus ad amnem, quidve petunt animae?” responsum accepi: pervetustum gentis ritum esse, vulgo persuasum praesertim femineo. omnem totius anni calamitatem imminentem fluviali illius diei ablutione purgari et deinceps laetiora succedere. itaque lustrationem esse annuam inexhausto semper studio cultam colendamque. ad haec ego subridens: “o nimium felices”, inquam, “Rheni accolae, quorum ille miserias purgat: nostras quidem nec Padus umquam valuit purgare nec Tibris. vos vestra mala Britannis, Rheno vectore, transmittitis; nos nostra libenter Afris atque Illyricis mitteremus. sed nobis (ut intelligi datur) pigriora sunt flumina”. commoto risu, sero tandem inde discessimus. proximis aliquot diebus a mane ad vesperam civitatem iisdem ducibus circumivi: haud iniucundum exercitium, non tam ob id, quod ante oculos erat, quam recordatione nostrorum maiorum, qui tam procul a patria monumenta Romanae virtutis tam illustria reliquissent. in primis autem occurrebat Marcus Agrippa coloniae illius auctor, qui licet multa domi, multa foris praeclara construxerit, illam tamen ex omnibus dignam censuit. cui suum nomen imponeret, aedificator ac bellator egregius, dignusque habitus, quem Augustus in generum ex toto orbe deligeret, qualiscumque filiae virum, sed dilectae, sed unicae, sed augustae. vidi tot simul trunca millia sacrarum virginum, et terram generosis dicatam reliquiis, ac degenerum (ut aiunt) cadaverum expultricem. vidi Capitolium, effigiem nostri; nisi quod pro senatu, illic pacis ac belli consilia agitante, hic formosi iuvenes ac puellae mixtim nocturnas laudes Deo concinunt aeterna concordia: ibi rotarum et armorum strepitus ac gemitus captivorum; hic quies et gaudium et iocantium voces; denique illuc bellicus, huc pacificus triumphator ingreditur.

vidi templum urbe media pulcherrimum quamvis inexpletum, quod haud immerito summum vocant. magorum ibi regum corpora ab ortu ad occasum tribus saltibus transvecta, quos aethereum quondam regem ad praesepia vagientem cum muneribus venerates legimus, venerabundus aspexi. parumper hic, pater optime, et pudoris mei metas excessisse videor et plura collegisse, quam necesse erat.

utrumque fateor; sed mihi nil tam necesse est, quam ut imperio tuo paream. inter multa sane, quae abeunti iusseras, hoc fuit extremum: ut de terris, ad quas ibam, et de singulis, quae vidissem audivissemque, perinde te certiorem scripto facerem ac verbo solito, nec calamo parcerem, nec brevitati vel ornatui studerem, neve floridiora decerperem, sed cuncta complecterer. denique Tulliano (Cic., ad Att. I, 12, 4) verbo usus “scribe”, dixisti, “quidquid in buccam venerit!” promisi me facturum; promissum crebris ex itinere litterulis implesse videor. si iussisses loqui de altioribus, temptassem. nunc epistolae officium reor, non ut scribentem nobilitet, sed ut certificet legentem. quodsi omnino videri volumus, ostendamus nos in libris, in epistolis colloquamur.

procedo. ad II. Kalendas Iulias Colonia discessi tanto sole ac pulvere, ut saepe “Alpinas nives ac frigora Rheni” a Vergilio (Verg., Bucol. 10, 47) requirerem. inde Arduennam silvam, scriptorum testimonio pridem mihi cognitam, sed visu atram atque horrificam, transivi solus, et (quod magis admireris) belli tempore. sed incautos, ut aiunt, Deus adiuvat. ac ne longum iter vix equo peractum calamo remetiar, multis ego regionibus ambitis, hodierno die Lugdunum perveni. nobilis et ipsa Romanorum colonia est paululumque vetustior Agrippina. duo hic noti amnes in nostrum mare currentes, Rhodanus Ararisque conveniunt: Sonnam incolae appellant. sed de his nihil amplius: iuncti enim ad te properant, alter cogenti, alter coacto similis, et Avenionem, ubi te nunc ac genus humanum Romanus Pontifex detinet, permixtis vadis abluunt. huc ego cum mane pervenissem, et intranti forte familiaris hic tuus occurrisset, mille eum quaestiunculis (ut mos est peregre redeuntium) aggredior.

ille autem nihil ad reliqua: sed praeclarissimum fratrem tuum, ad quem maxime properabam, sine me Romam petiisse narravit. quo audito. quaerendi veniendique ardor repente deferbuit. hic igitur expectare in animo est. donec et aestas ipsa deferveat. quam hucusque non senseram, et me vegetiorem quies faciat, qui me fessum esse hoc ipso primum loquente perpendi. nulla quidem fatigatio maior quam animi est; quod si reliqui itineris taedium subierit, Rhodanus mihi pro vehiculo erit. interim, ut noris, ubi sum, haec tibi festinante nuntio transcurrere (sic) non piguit. de fratre item tuo, duce olim, nunc (da dolori veniam) desertore meo. nusquam alibi quam apud ipsum conqueri visum est. quam querelam ut sibi quam primum mitti iubeas, oratus facito. et vale nostri memor.

Lugduni, V. Idus Augusti.

Fließtheorie

(…) Die Verhältnisse, welche zu berücksichtigen sind, wenn ein Hauptfluß ansehnliche Nebenflüsse empfängt, verdienen ebenfalls Beachtung. Wiebeking hat auch hierüber lehrreiche Bemerkungen mitgetheilt. Der Winkel, unter welchem die Ströme einander treffen, hat einen bedeütenden Einfluß auf den Stand und die Geschwindigkeit beider, und besonders des letztern. Soll die Vereinigung so von Statten gehen, daß daraus für beide keine Beschränkung oder Hemmung entsteht, so muß dieser Winkel, wie sich aus den Gesetzen der Hydrodynamik ergiebt, ein möglichst spitzer sein; denn in diesem Falle zieht der große Strom den kleinen an sich, ohne Unregelmäßigkeiten zu veranlassen, und vermischt sein Material mit dem seinigen. Ist aber der Winkel, unter dem sie sich treffen, ein rechter, oder gar stumpf, so wirft der Hauptstrom den Nebenstrom von sich, und der letztere wird zurückgestaut und kann nur langsam abfließen. Dieses Verhältniß steigert sich, wenn der Hauptstrom anschwillt und mächtiger wird; dann kann er wol den Nebenstrom weit hinauf zum Austreten bringen. So zeigt Wiebeking, daß der Rhein früher den Main bei hohem Stande drei Stunden oberhalb seiner Mündung über das Ufer zu treten nöthigte, ein Übel, welches auch noch gegenwärtig vorkommt, und dem man nur durch Erhöhung der Deiche steüern kann, da der Main seine alte spitzwinklige Mündung bei Cassel (Mainz gegenüber) noch nicht wieder erhalten hat. So sah auch Saussure einst die Wasser der Arve bei einem Anschwellen des Rhone rückwärts fließen. Ein großer Übelstand waltet in diesen Fällen ob: da nämlich die Kraft der Nebenflüsse plötzlich gebrochen wird, so lassen diese ihr Material schnell fallen und verursachen eine Versandung der Mündungen und des Hauptflusses. Wiebeking erlaütert dieses durch Beispiele und rügt sehr kräftig den Unverstand, welcher bei vielen Anlagen der künstlichen Leitung der Flußmündungen, namentlich am Rhein, begangen worden, wo man die Nebenflüsse zu einem Kampf mit dem Hauptfluß gezwungen hat, da doch die Gewalten beider so ungleich sind.
Es giebt indeß noch eine andere sehr verbreitete Ansicht über das Verhalten der Vereinigung zweier Flüsse, wovon wir noch etwas hinzufügen müssen. Man hat nämlich oft gesagt, daß, wenn ein Hauptstrom einen bedeütenderen Nebenfluß empfängt, seine Breite unterhalb dieser Vereinigung sich nicht merklich vermehrt und wenigstens wol selten in dem Verhältniß der beiden Durchmesser der Ströme, da sie noch getrennt waren. Bossut will dies dadurch erklären, daß nach der Vereinigung die Geschwindigkeit sich im Verhältniß der Wassermasse vermehre, und also kein weiteres Bette erforderlich sei; nicht genug hieran, hat man behauptet, daß die Hauptflüsse sich nicht erhöhen, wenn die Nebenflüsse selbst beträchtlich anschwellen, indem immer die Geschwindigkeit der vermehrten Wassermenge proportional sei. So soll u. a. der Main den Rhein nicht anschwellen, und eben so der Rhein umgekehrt nicht schmäler werden, wo er sich in die Waal und den Rhein scheidet, ja es ist hierauf sogar ein sonderbarer Vorschlag gegründet worden, wie die versandeten Flüsse Hollands zu reinigen sein würden. Wiebeking hat hierauf geantwortet, daß, wenn diese Ansicht richtig wäre, gar keine Überschwemmungen eintreten könnten, weil dann immer die vermehrte Geschwindigkeit des Flusses hinreichen würde, die vergrößerte Wassermenge abzuführen. Er fügt zugleich hinzu, daß, wenn auch in vielen einzelnen Fällen ausgezeichnete Abweichungen von der Regel vorkommen, es doch noch viel zu sehr an Beobachtungen fehle, um hierüber von irgend einem Strome etwas Vollständiges anführen zu können; so fließen z. B. alle Flüsse Baierns, der Inn, die Jser, der Lech u. s. w. bedeutend schneller als die Donau, in welche sie münden; und so weit Wiebekings Erfahrungen reichen, ist fast immer die Geschwindigkeit des Hauptflusses geringer, als die seiner Nebenflüsse, sobald beide niedrig stehen; erhöht sich aber einer von beiden, so ändert sich dieses Verhältniß. Bei niedrigem Wasserstande ist z. B. die Geschwindigkeit des Rheines geringer, als die der Sieg; schwillt dagegen der Rhein durch die Mosel und Ahr an, so tritt der umgekehrte Fall ein. Dabei ist es nicht zu übersehen, daß, wenn dieses Verhältnis; in aller Strenge begründet wäre, die Geschwindigkeit der Ströme endlich doch gegen ihre Mündungen am größten sein müßte, was aber, wie wir oben schon gesehen haben, nicht der Fall ist, so sehr auch die Theorie dafür zu sprechen scheint. (…)

(Heinrich Karl Wilhelm Berghaus: Allgemeine Länder- und Völkerkunde: Nebst einem Abriß der physikalischen Erdbeschreibung: ein Lehr- und Hausbuch für alle Stände, Stuttgart 1837)

Die schwarze Lorelei

greco_die schwarze loreley_4Im Frühjahr 1959 kam “Whirlpool – Die schwarze Lorelei” von Lewis Allen, mit Juliette Gréco und O. W. Fischer, in die deutschen Kinos. Laut damaliger Zeit-Kritik ein unsäglicher Schinken: “Man hat die Lorelei durch ein Whisky-Glas besehen!” Die Gréco laufe gern existentialistisch-barfuß einher, um “das berühmte Rheinlied” Pieds nus dans mes sabots zu singen, mit dem Rhein habe das alles, außer der Kulisse, nichts zu schaffen: “Ein Kleinfilm, der gerade so gut an der Rhône oder an den Ufern unseres englischen Ost-West-Kanals spielen könnte. (…) Es wurde aber kein Rheinfilm, sondern ein Reinfall. Dabei wartet das wirkliche Drama und die Tragik des europäischen Schicksalsstroms immer noch auf eine ehrliche Dramatisierung.”

greco_die schwarze loreley_3Neutraler beschreibt den Film der französische Wikipedia-Artikel: “La légende germanique de la blonde Lorelei revue et corrigée façon sombre mélodrame moderne pour une Lora-Lorelei brune. Juliette Gréco (…) se fait ici marinière chaussée de sabots blancs et maniant périlleusement la barre entre le gentil O. W. Fischer et le méchant William Sylvester. L’action se déroule tout au long des rives de l’éternel et esthétique Rhin romantique, mises en valeur par la photographie pastel, nuancée de gris, d’ocre et de vert tendre (…).”