Der Rheinsteig im Radio

SWR 2 sendet dieser Tage das Wanderweg-Feature „Der Rheinsteig – von Wiesbaden bis ans Deutsche Eck” von Helmut Frei, worauf Rheinseins Hüfingen/Baar-Korrespondent Dr. Lutz Mittler uns dankenswerterweise hinwies. Den ersten Teil gibts bereits als knapp halbstündigen MP3-Download: Niederwalddenkmal, Wacht am Rhein, Drosselgass, Heine, Goethe (in seiner Eigenschaft als Ausflugsdampfer), Bacharach: so weit, so bekannt seit 2000 Jahren. Dann tritt die Reblaus auf den Plan und ihr schärfster Gegner: der pfälzische Winzer, der Sylt beliefert. Auf die Reblaus folgt die Klimaverschiebung – der Riesling verträgt nicht zu viel Hitze – und die gefährdete Brückenlosigkeit des romantisch grundierten Weltkulturerbes: ein Fährmann weist auf die wirklichste aller Rheinwirklichkeiten: den Verkehrslärm. Im Biotop der Dörscheider Heide oberhalb Kaub leben Spanische Fliege, Gottesanbeterin, Gottesanbieterin, Diptam, Abwurz und brennende Büsche. Daß der Fluß früher schmutziger war, belegt eine schöne O-Ton-Stelle: “Hauptberuflich arbeitete Stefan Lauer viele Jahre als Schieferdecker. Grauschwarz waren Hände und Gesicht, wenn er abends nach Hause kam: „Wir konnten also früher ohne weiteres mit dem Kahn hin und her nach Sankt Goar. Das kann man heute einfach nit mehr so, das is teilweise sogar verboten, na, also dieses Fahrwasser zu kreuzen. Ich war immer in nem Beruf, wo ich also sehr schwarz wurde. Dann is mer abends heim gekommen und hat mer en Handtuch und Seife genommen und dann is mer an den Fluss und hat sich gewaschen, is da herumgeschwommen und dann war das gut. Dann nachher, bedingt durch die Industrie, durch die Abwässer und alles so. Der Rhein, der kippte ja fast in den Sechziger Jahre, da wars dann umgekehrt. Wenn mer dann im Rhein schwimmen war, dann musste man sich zuhause duschen. Ich weiß, ich hatte noch mal Fische gehabt und beim Putzen, beim Schrubben und beim Ausnehmen, da kam der Gestank hoch; da hab ich alles zusammen gepackt, hab das wieder dem Rhein übergeben, also das wars dann halt.“” Des Berichts erster Teil schwingt aus mit der im allgemeinen Rheinlärm erzitternden Kesterter Kirsche oder Kesterter Kirche, die einstens in Berlin gesichtet worden sein soll. Teil 2 ist für den morgigen Dienstagvormittag, halb neun angesetzt.