Loreley (8)

The passage from Oberwesel to St. Goar, is principally amongst steep and craggy hills that are not even adorned with any other ruins than their own. A few fishermen’s huts are placed contiguous to the borders of the Rhine, that the stream may yield nourishment, where the earth refuses it. The hills are so near to the edge of the river, that scarcely is there space left for the horses that draw the vessels against the current, and this is frequently interrupted by the fall of large masses from the summit, and of shivering of flate from the sides of the mountains.
At Luhrley, where the Rhine forms a kind of bay, is a rock celebrated for its echo. It repeats several times very distinctly. From this circumstance it derives its name, the word Luhrley, signifying to resound. Here, as you will suppose, we all of us gave specimens of stentorial powers. Like the members of some disputing clubs, each tried in his turn who could be heard the longest and loudest. We were delighted with the sound of our own voices, and not a little flattered, that the rocks should deign to repeat so frequently every thing we uttered. When our lungs and our ears were tired with this exercise, we solicited of our fair musician to sooth us with some plaintive ditty. She modulated her voice to the full swell of resonance, without the articulation of an echo, and her husband softly breathing a secondo upon the German flute, we were charmed with a duetto. The rocks of Luhrley never assisted at one so good. We repeatedly pronounced it No! Never! And they as repeatedly answered No! Never!

(Thomas Cogan, The Rhine: Or, A Journey from Utrecht to Francfort)

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Andere Erklärungen für die Bedeutung des Namens Loreley liefert der aktuelle Wikipedia-Artikel (Stand: 14. April 2014): “Die Herkunft des Namens Loreley ist nicht eindeutig geklärt. Unumstritten ist der Zusammenhang mit dem ursprünglich keltischen Ley, mit dem in der Region häufig (Schiefer-) Fels oder Stein bezeichnet wurde. Der erste Teil könnte von dem mittelhochdeutschen luren (lauern) stammen und somit insgesamt „lauernder Fels“ bedeuten. Auch denkbar wäre eine Ableitung von dem mittelhochdeutschen lorren oder lurren, was „heulen“, „schreien“ bedeutet. Somit wäre der Felsen ein schreiender Felsen. Dies könnte man darauf zurückführen, dass am Loreleyfelsen in den gefährlichen Riffen, Felsen und Untiefen viele Schiffer ums Leben kamen. Der Rhein verengt sich an der Loreley auf eine Breite von rund 200 Metern. Zugleich befindet sich hier mit etwa 25 Metern auch die tiefste Stelle des schiffbaren Rheins (bei Rheinfelden in der Schweiz erreicht der Rhein eine Tiefe von 32m, siehe St. Anna-Loch). Eine weitere mögliche Herkunft des Wortes lore ist das rheinische luren, welches „summen“ bedeutet. Dies ließe sich als das Summen des Wassers entlang der Felsenriffe deuten. Auch die Herkunft von dem mittelhochdeutschen lur für „Elfe“ ist möglich. In diesem Falle handelte es sich um einen Elfenfelsen. Für das starke siebenfache Echo wurden zunächst Zwerge, die in dem Felsen hausten verantwortlich gemacht. Das Rauschen des dem Loreleyfels gegenüberliegenden hohen Galgenbach-Wasserfalls und auch das Rauschen der früher an Untiefen und Klippen sich brechenden Rheinströmung wurde als Echo von den vielen Felsüberhängen nach unten reflektiert und erschien so, als ob es von den Felsen herstammte. Schon früh suchte man Erklärungen dafür und machte zunächst in Höhlen des Felsens hausende Zwerge dafür verantwortlich. Vor dem 19. Jahrhundert trug der Ort auch noch seinen männlichen Artikel: der Lurlei, der Lorley oder der Lurleberch (zahlreiche weitere Schreibweisen).”

Rheinfelden AG

schweizerdeutsch: Rhyfälde, ist eine Kleinstadt und Einwohnergemeinde in der Schweiz sowie Hauptort des gleichnamigen Bezirks. Sie liegt am Hochrhein an der Grenze zu Deutschland im Westen der Region Fricktal, am östlichen Rand des Ballungsraum der Stadt Basel. (Wikipedia)

„Er ging durch ein kleines Tor in der Ringmauer, er kam in eine andere Welt. Eine schattige Gasse, die sich nach dreißig Metern teilte. Haus an Haus, zwei- oder dreistöckig, organisch gewachsen wie ein Wald, Oleander und Schaukelpferde vor der Tür, Rosmarin und Thymian an den Simsen, Doppelnamen neben den Klingeln. Natale-Meier, Tomscyk-Casali, Hunziker-Kupferschmid.
Er ging kreuz und quer den Gassen nach, ließ sich führen durchs Fuchsloch, Jagdgasse, Propstgasse. Er stieg die abfallende Tempelgasse hinunter zum Rhein und kam zum Schweizer Zoll. Durchfahrt für Autos von 8 bis 17 Uhr, für Radfahrer frei rund um die Uhr. Dahinter die Brücke, leicht ansteigend zu einer Insel, die schroff aus dem Fluß ragte, ein Eiland aus Kalk. Burgstell hieß es, wie auf einer Tafel zu lesen war. Hier hatte Rudolf von Rheinfelden im 11. Jahrhundert seine Burg gehabt. Es war nichts mehr zu sehen von Mauerresten, nur Buchen, Eichen, Kastanien.
Er überquerte die Insel und sah unten eine Landzunge liegen. Erlen und Weiden, links eine Sandbank, rechts der aufreißende Fluß. Inseli hieß dieses Stück Land, auch das stand auf der Tafel. Ein Paradies für Badende wohl. Er beschloß, in den nächsten Tagen hier schwimmen zu gehen.
Er kehrte um zur Brücke, die nach rechts abknickte zum deutschen Ufer hin. In der Mitte blieb er stehen und schaute zurück auf das Städtchen, das durch den Nebel schimmerte.
Zurück in der Marktgasse glaubte er, in einem südlichen Land in den Ferien zu sein. Die Geschäfte hatten geöffnet, Laden an Laden, Metzgerei, Schuhladen, Blumengeschäft, Hotel Schiff, Wirtschaft zur doppelten Sichel, zum Meerhafen. Diese Poesie gefiel ihm, er beschloß einzukehren. Er holte drinnen zwei Zeitungen, bestellte einen Espresso und setzte sich an ein Tischchen auf der Gasse.
(…)
Hunkeler schaute die Gasse hinunter, die sich parallel zum Rhein hinzog. Er sah die Wirte, die ihre Tische für die Gäste bereit machten. Die Händler, die ihre Waren auslegten. Schräg gegenüber stand ein mächtiges, rötlich gestrichenes Haus. Es war die Brasserie zum Salmen, wie auf der Frontseite zu lesen war. Bis 1884 Braustätte vom Rheinfelder Urbräu, vormals Dietschys Bierhaus, begründet von Franz Dietschy 1799.
Was für ein vernünftiger Mann, dieser Dietschy, dachte er. Der hatte im Kiesbett des Rheins nach altem, gutem Wasser gesucht, heraufgepumpt und daraus Bier gebraut, ein Labsal für jung und alt. Er hatte damit so viel Geld verdient, daß er mitten in Rheinfelden dieses große Haus bauen und seinen Namen draufschreiben konnte.”

Die oben ausgelassene Passage mit den beiden Zeitungen deutet Kommissär Hunkelers aktuellen Fall an, einen Mord im Schwulenmilieu, begangen im Solebad des (fiktiven) Hotels Marina im beschaulichen Rheinfelden. Wie stets in den Hunkeler-Krimis fällt der Fall zunächst hinter mehr oder minder vertrackte psychologische Gebilde. So treten im aargauischen Rheinfelden und um das aargauische Rheinfelden herum Polizeibefugnisse, Rückenschmerzen, der Hotzenwälder Dialekt oder obskure Schweizer Lakota samt Almbisons, falls nötig stampedeartig, in den Vordergrund. “Das sind schlichtweg die besten deutschsprachigen Kriminalromane, die derzeit geschrieben werden”, urteilte Björn Kuhligk über die Hunkeler-Reihe einst im Berliner Tip. Ohne die deutschsprachige Krimiszene zu überschauen, schließen wir uns dem Urteil gerne an: es sind sehr lesenswerte und unbedingt rheinische Bücher zudem:

Hansjörg Schneider, Hunkeler und die goldene Hand, Ammann Verlag, Zürich 2008