Chateaubriand am Rhein

„Les fleuves du Canada sont sans histoire dans l’ancien monde; autre est la destinée du Gange, de l’Euphrate, du Nil, du Danube et du Rhin. Quels changements n’ont-ils point vus sur leurs bords! que de sueur et de sang les conquérants ont répandus pour traverser dans leur cours ces ondes qu’un chevrier franchit d’un pas à leur source!“ [...]

„À Cologne, j’admirai la cathédrale: si elle était achevée, ce serait le plus beau monument gothique de l’Europe. Les moines étaient les peintres, les sculpteurs, les architectes et les maçons de leurs basiliques; ils se glorifiaient du titre de maître maçon, cœmentarius.

Il est curieux d’entendre aujourd’hui d’ignorants philosophes et des démocrates bavards crier contre les religieux, comme si ces prolétaires enfroqués, ces ordres mendiants à qui nous devons presque tout, avaient été des gentilshommes.

Cologne me remit en mémoire Caligula et saint Bruno (*): j’ai vu le reste des digues du premier à Baïes, et la cellule abandonnée du second à la Grande-Chartreuse.

Je remontai le Rhin jusqu’à Coblentz (Confluentia). L’armée des princes n’y était plus. Je traversai ces royaumes vides, inania regna; je vis cette belle vallée du Rhin, le Tempé des muses barbares, où des chevaliers apparaissaient autour des ruines de leurs châteaux, où l’on entend la nuit des bruits d’armes, quand la guerre doit survenir.

Montlosier était resté à cheval sur la renommée de sa fameuse phrase de la croix de bois, phrase un peu ratissée par moi quand je l’ai reproduite, mais vraie au fond. En quittant la France, il se rendit à Coblentz: mal reçu des princes, il eut une querelle, se battit la nuit au bord du Rhin et fut embroché. Ne pouvant remuer et n’y voyant goutte, il demanda aux témoins si la pointe de l’épée passait par derrière: «De trois pouces, lui dirent ceux-ci qui tâtèrent. – Alors ce n’est rien, répondit Montlosier: monsieur, retirez votre botte.»“

(*) Caligula était fils d’Agrippine, laquelle avait agrandi Cologne: d’où le nom romain de la ville: Colonia agrippina. – Saint Bruno, fondateur de l’ordre des Chartreux, était né à Cologne vers 1030. Après avoir été revêtu de plusieurs dignités ecclésiastiques et avoir refusé l’archevêché de Reims (1080), il se retira avec six de ses compagnons dans un désert voisin de Grenoble, aujourd’hui appelé la Chartreuse (1084), et y fonda un monastère.

(aus: François-René de Chateaubriand, Mémoires d’outre-tombe)

Apollinaris

Unten erwähnter St. Apollinaris von Ravenna, einer der ca. 6650 aktuellen Heiligen und Seligen der katholischen Kirche, ist für seine Wunderheilungen, seine Teufelsverscheuchungen, seine christliche Standhaftigkeit selbst unter der Folter, d.h. als Märtyrer, evtl. sogar als Anlaß für das Auslöschen hunderter seiner heidnischen Verfolger nicht nur in der Legenda aurea des Jacobus de Voragine abgefeiert, sondern sogar von Gott in den Himmel aufgenommen worden. Wie so eine Himmelsaufnahme stattfindet, darüber gibt es wenig gesicherte Berichte, wohl aber literarisierte, bzw. Gemälde mit fiktiven Elementen wie überirdischem Licht und Heiligenscheinen. Offenbar vollzieht sich der Himmelseinzug praktischerweise auch ohne Schädel und Knochengerüst – wie anders wäre Apollinaris Heiliger Schädel in Remagen zu erklären? Bzw. wie läßt dieser Ravennerschädel sich überhaupt in Remagen erklären? Per Legende: Als Rainald von Dassel die Dreikönigsreliquien als Kriegsbeute aus Italien nach Köln brachte, hatte er neben den Breisach gegebenen Gebeinen von Gervasius und Protasius auch Apollinaris Schädel im Gepäck. Bei Remagen soll sein Schiff solange die Weiterfahrt verweigert haben, bis der Schädel von Bord war. Andre Zeiten, andre Verkehrsprobleme. Womöglich wird es einst Zeiten geben, in denen das Bild eines heuer normaltypischen Autobahnstaus bzw. einer normaltypischen und oft schon schwer genug erklärbaren Bahnbetriebsstörung als völlig unrealistisch oder dumm erachtet, bzw. dem Reich der Mystik zugeordnet werden wird. Zurück zu Apollinaris selbst: „Apollinaris war Sanct Petrus Jünger und ward von ihm von Rom gesandt nach Ravenna. Daselbst heilte er eines Tribunen Weib und taufte sie mitsamt ihrem Mann und ihrem ganzen Hause. Das ward dem Richter gemeldet, und Apollinaris ward alsbald vor ihn gebracht und in den Jupitertempel geführt, dass er daselbst opfere. Da sprach er zu den Götzenpriestern, dass man das Gold und Silber der Götterbilder besser den Armen gebe denn auf die bösen Geister wende. Darum ward er ergriffen und mit Knütteln geschlagen bis er halbtot liegen blieb. Seine Jünger aber huben ihn auf und pflegten sein sieben Monate lang (…)“ Kaum erholt, soll er in Ravennas Umland einen stummen Edelmann heilen: „Als er aber in das Haus kam, lief ihm eine Jungfrau entgegen, die war von dem Teufel besessen, und schrie: „Weiche von hinnen, Knecht Gottes, sonst will ich schaffen, dass du gebunden an Händen und Füßen zur Stadt wirst hinausgeschleift”. Apollinaris aber schalt sie und zwang den Teufel, dass er ausfuhr. Darnach rief er über den Stummen den Namen des Herrn an und heilte ihn; davon wurden mehr denn fünfhundert Menschen gläubig. Da schlugen die Heiden ihn mit Knütteln und wollten ihn zwingen, dass er den Namen Jesu nimmermehr ausspräche; er aber rief, da er am Boden lag, Christus sei allein der wahre Gott. Sie stellten ihn auch mit nackten Füßen auf glühende Kohlen; doch da er auch so ohne Furcht Christum predigte, stießen sie ihn aus der Stadt hinaus.“ Undsoweiter undsofort, flankiert von kleinen Vergeltungsschlägen: „Aber auch in der Folter predigte Apollinaris standhaft den Namen des Herrn. Da ließ ihm der Vogt kochend Wasser in seine Wunden gießen und wollte ihn, mit schweren Ketten gefesselt, in die Verbannung senden. Als aber die Christen solche Frevel sahen, wurden sie zornig und machten einen Angriff auf die Heiden und töteten ihrer mehr denn zweihundert.“ Am Schluß wird wieder auf ihn eingedroschen und er haucht sein Leben aus im Aussätzigenviertel von Ravenna. Oder auch anderswo. Die Quellen schwanken und widersprechen sich, auch um rund hundertfünfzig Jahre bei den Lebensdaten. Immerhin, die Heiligenknochen sind offenbar wirkmächtig und klar zuzuordnen und neben Ravenna und Remagen auch an illustren Orten wie Gorinchem, Dijon, Reims und Düsseldorf verteilt.