Blessed by Rhenus

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Vom alten Vater Rhein abgesegneter Melodic Metal in der Teestube zu Kaiserswerth! What an Ausgehtipp! (Bild: Rainer Vogel)

Ente und Krokodil

ente-und-krokodilDie Geschichte der Rheinkrokodile darf fortgeschrieben werden. Passend zum ausklingenden Sommerloch gelang unserem Korrespondenten Rainer Vogel nahe der Kittelbachmündung bei Kaiserswerth gestern diese vielsagende Aufnahme eines spannungsgeladenen Dämmerungsidylls.

Strandgut

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Bei Wittlaer spie der Strom diese Vierfächer-Gefriertruhe aus. In den rheinischen Unterwasserfabriken werden ansonsten hauptsächlich linke Schuhe, Essensreste und Ready-mades hergestellt. (Bild: Rainer Vogel)

Hochwasser, Treidelstation

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Bei Wittlaer staut sich der Schwarzbach bei Hochwasser von der Rheineinmündung zurück. Den Mittelgrund befächern mächtige Hybrid-Pappeln. Hinter ihrem Gebreite und Gespreite versteckt sich ein Fachwerkhaus: die alte Treidelstation zwischen Wittlaer und Kaiserswerth, an welcher die Pferde, die die Kähne rheinaufwärts ziehen mußten, gewechselt wurden. Auch Napoleon soll hier in der Nähe seine Pferde ausgetauscht haben. (Bild und Info: Rainer Vogel)

Rheinkaufswagen

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(Bild: Rainer Vogel)

Rheintochter (3)

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Kopf einer Rheintochter auf einem Stein, (…) Ablagerungen aus Eisenerz (…) am Rheinufer, mitten im Kies, mit den Rheintöchtern darin baden…, mit der Rheintochter aus gutem Haus ein paar Schritte darüber schreiten oder gehen, unsere Leben, unsere nicht überlieferten Gedanken und Empfindungen, die in Eisenkernen, Eisenatomen und Blutplasma gespeichert sind, werden in Zeiten die Winde verwehen, unbeschrien, gehend, schreitend über Kies und Sand, am Übergang von Wasser zu Land, bei Verstand, Wachsein, dann wieder schlafend, denkend, träumend, in Wellen eintauchend, in das Licht, es aufnehmend, von der Sonne beschienen, Dinge im Licht der Sonne erkennnen, Empfindungen wahrnehmend, loslassend, mit der Strömung gehen lassend, eine Welle schlägt ans Ufer (…), immer wieder neue Wellen, neues Leben, vetrautes Leben, Leben, Wellen die sich gleichen, ähneln, immer wieder entstehen, nach einem vetrauten Muster… Es ist dein Muster, it is your pattern, darin du lebst und gehst im Kreis, über dem Ozean verdunstet das Wasser, über dem Meer, die Wolken bringen es uns als Dampf zurück, spenden Regen, aus dem Ozean kehren die Aale zur Leichzeit zu uns in die Flüße zurück, nicht nur von den Rheintöchtern und den Fischern erwartet, via Rotterdam, spenden Leben, sind Raubfische, Aasvertilger, Teil der Nahrungskette, wie wir, “wer ist der Retter, wenn der Mensch verreckt, das Insekt, das Insekt” (Der Plan aus Düsseldorf) Gott, was ist dein Plan mit uns? Wir erhellen uns im Rausch, um etwas davon zu erhaschen, zu erkennen…

(Bild und Text ergeben einen Gastbeitrag von Rainer Vogel. Rheinsein dankt!)

Rheindampfer, Diakonissen

kaiserswerth_rheindampfer_2Der Himmel über Kaiserswerth im Gelee der Zeit: dünnes Winterlicht gen Duisburg, nordwestlich dahinter zu vermuten: niederländisch-ozeanische Weiten; der Bug des Dampfers nimmt Kurs auf zwei wandelnde Diakonissen. Interessante Harmonien in Farbe und Dynamik zwischen Schiff und Ordenstracht einerseits, sowie zivilen Passanten und  Rhein und Himmel andererseits. Scan: Rainer Vogel. Künstler: unbekannt. Rheinsein dankt!

Sieben mal

Ich gehe am Rhein spazieren
An einem warmen Tag in einem langen Sommer
Ich bin müde von der Arbeit und habe schwere Beine
Es ist später Nachmittag und die Sonne, schon leicht geneigt
Scheint mit unverminderter Kraft, blendet leise andauernd
Und beschwerend meine müden Lider
Die ich immer wieder aufreiße um mich am
Erfrischenden Blau im Abglanz des Himmels
Über dem undurchdringlichen Grün des Stroms satt zu sehen
Ich lenke meine Schritte über Sand und Kies
Knirschend mahlen sie als ginge ich in einem Meer aus Glas
Ein Meer aus Sand und Quarz, möchte hineingesunken sein
Die Kraft der Sonne speichern
Aufgeklappte Muscheln liegen zwischen Treibholzsplittern
Und präsentieren ihre leeren kalkigen Bäuche
Es riecht nach Fisch, nach faulenden Algen und Diesel
Drüben schlägt eine Glocke im Kirchturm
Dumpf schallt es herüber
Mein Blut pulst im Innenohr
Sanft fächelt eine Brise Kühlung über mein Gesicht
Wellen schlagen in einem ruhigen Gleichklang ans Ufer
Strudel glucksen, Wirbel ziehen ihre Bahnen
Möwen kreischen, halten Ausschau nach Essensresten
Von tuckernden Kähnen über Bord geworfen
Die flott vorüberziehen, eine mächtige Bugwelle vor sich hertreibend
Ich ziehe meine Sandalen aus und bade meine Füße im Rhein
Meine Füße sind blass, die Venen stehen dick und blau hervor
Von kühlem Rheinwasser benetzt
Ach könnt´ ich jetzt abtauchen
In die Mitte des Stroms und mich treiben lassen
Zum Meer, zur Nordsee und dann weiter in Ozeane
Wo seltsames Getier die See bevölkert
Zur Sargasso-See und den Glasaalen
Oder auf dem Grund des Flusses heraufwandern
Mit magischer Schwerelosigkeit ausgestattet
Der lastenden Strömung entgegen
Bis hinauf in die Schweiz, die Berge herannahen sehen
Die neue Brücke, ihre schöne, schlanke Silhouette
Knapp zwei Kilometer von hier kann ich mühelos erkennen
Sie überspannt den Rhein lässig und elegant
An dessen Grund der große Fisch, Grauer genannt
Allwissend in Massen schwarzen Schlammes gründelt
Seit alter Zeit und nichts verrät, weil er nur schweigen kann
Ich derweil bücke mich nach einem flachen, schwarzen Kiesel
Hole aus, ihn über die Wellen springen zu lassen
Lasse mitten im Schwung los und zähle die Sprünge:
Sieben mal.

(Ein Gastbeitrag von Rainer Vogel. Rheinsein dankt!)