Rheinbrückensonett

Sein Sonett zur Raiffeisenbrücke zwischen Neuwied und Weißenthurm schickt Dirk Schindelbeck, über dessen besuchenswerten Weblog – der zwischen docere et delectare zu interessanteren Themen (wie etwa: Entwicklung der Konsumgesellschaft, Bankraub, DDR, Fußball, Wahrnehmungs-, Kommunikations- und Erkenntnistheorie etc) unserer stets mitten im fatalsten Selbstentwindungsprozeß sich nachhaschenden, überblendenden, bilokalisierenden Gegenwart herumamalgamiert – sich zum Profanitätsabgleich auch ein gemeinverfügbares Foto der besungenen Brücke laden läßt. Rheinsein dankt ganz herzlich!

Rheinbrücke bei Neuwied

Die Brücke: definiert die Landschaft: kühn:
mag auch der Strom – der alte Trunkenbold -
murmelnd und wie vor Zeiten weiterziehn:
Wo Güterfernverkehr querüber rollt:

herrscht: schwerer Diesel Minimalmusik:
schwingt: Brückentrasse: unter Vierzigtonnern:
wenn Schattenschatten auf das Wasser donnern:
so lernt: der alte Strom: das neue Stück.

Kommt Sommer: strahlt: der neue Tag ein Held:
pflanzt blendend schön sein Licht auf den Pylon:
spielt: lange noch: im Brücken-Bogenfeld.

Und schlägt der Blitz ein: in den Stahl: das Band
der Trossen: jubiliert die Konstruktion:
kreischt auf die Riesenharfe überm Land.