Almabtrieb (2)

Es war ein wenig wie bei der Tour de France. Zunächst sperrte der freundliche Dorfpolizist die Fahrbahn ab. Unser Linienbus mußte in eine Parkbucht ausweichen. Hinter uns sammelten sich die PKWs. Das Orchester der Kuhschellen klang martialisch aus der Höhe herab. Aus derselben Höhe schien zunächst ein Materialwagen auf, ein Jeep, mit Ersatzteilen auf der Ladefläche: Glockengurte. Über den durchschnittlichen Glockengurtverschleiß auf der Alm ist uns wenig bekannt. Er scheint jedoch erheblich zu sein:

gurte

Mit einigem Abstand folgte der Wagen des Öhis. Der Öhi würdigte vom Thron seines Treckers die Touristen am Straßenrand kaum eines Blickes. Sein Stolz war die verbrachte Saison. Sicherlich zurecht. Eine Menge Käselaiber dürften den Berg heruntergerollt worden sein in dieser Saison. Und besagter Käse: ist guter Käse. Verdammt guter Käse.

oehi

Schließlich folgten, vom Dröhnen ihrer Schellen längst angekündigt, die Topkühe der Saison. Es gelang uns gerade noch, eine Oberkuh, eine wahrhaft hippieske Chefkuh, ein Milchmonster, eine wirklich coole Kuh abzulichten, bevor wir die Kamera in den Filmmodus (siehe vorletzter Eintrag) umschalteten, der einige der letzten der rund 100.000 Rindviecher einfing, bevor der Spuk vorüber war.

hippiekuh

Almabtrieb

Heimkehr von der Vadozner Alp Pradamee, gesehen auf Höhe Triesenberg.