De Waal

nijmegen_waalWaalabbildung auf der Rampe eines Gastronomieschiffs

Waal lautet der niederländische Name des südlichen Rheinarms nach der Flußspaltung wenige Kilometer hinter der deutsch-niederländischen Grenze. Erste große Stadt an der Waal ist Nijmegen (deutsch: Nimwegen), das auf ein Römerkastell zurückgeht und mit Maastricht um den Titel “älteste Stadt der Niederlande” konkurriert. Der Fluss begrenzte die Stadt lange Zeit im Norden, mittlerweile setzt sich Nijmegen zaghaft, aber deutlich erkennbar am nördlichen Waalufer fort. Drei Brücken überspannen die Waal auf dem Stadtgebiet, die jüngste davon, De Oversteek (Die Überquerung), wurde 2013 eröffnet: ihr Name soll u.a. an die Operation Market Garden der Alliierten während des Zweiten Weltkriegs erinnern, die mit “A Bridge Too Far” von Hollywood mit großem Staraufgebot verfilmt wurde.

nijmegen_waalbrugPromenade und Waalbrücke

Das Waalufer ist in Nijmegen als Promenade angelegt, Caféterrassen, Gastronomieschiffe und ein staatliches Spielcasino bilden die Hauptattraktionen, das Verkehrsaufkommen auf dem Wasser ist erheblich, zwischen den nach Osten und nach Westen ziehenden Frachtern schippert De Pannenkoekenboot, ein Rundfahrtschiff, dessen Gäste mit dem Versprechen auf unbegrenzten Pfannkuchenverzehr gelockt werden. Vom Zentrum fällt der Blick gen Osten auf die direkt anschließende Naturlandschaft Ooijpolder, aus der wir während der Bus-Anfahrt Störche aufsteigen sahen, dieweil ein Hase sich ins Grün entlang der Straße duckte. Von Kribben getrennte Buchten reihen sich dort so weit der Blick reicht: die Natur beginnt nur drei kräftige Steinwürfe vom Zentrum der Großstadt entfernt.

nijmegen_brückenEisenbahnbrücke und De Oversteek

NIJMEGEN, GASTVRIJ und REFUGEES WELCOME steht in weißer Farbe weithin sichtbar auf die Flußpfeiler der Waalbrug gepinselt. Als sie 1936 eröffnet wurde, wies sie (wie es wohl kaum eine Rheinbrücke ohne irgendeinen Rekord gibt) die “größte Stützweite einer Bogenbrücke in Europa” auf. Vom Valkhofpark, der von der Uferpromenade über Treppen zu erreichen ist, läßt sich der Fluß noch besser überblicken. Aussichtspunkte bieten ein Münzfernglas und das Zitat “quem dabis haec possit qui dare cuncta locum” des Nijmeger Dichters Johannes Smetius (1590-1651), der beim Ersinnen des Verses ebenfalls am Geländer gelehnt haben mag wie 400 Jahre später nun wir plus gelegentlich auftauchende Touristen.

nijmegen_segwaySegway-Tourismus an der Waalkade