Presserückschau (April 2017)

1
Blick in den Himmel
“Auf drei „Himmelsliegen“ bequem Platz nehmen und den Blick zum Himmel oder über den Rhein richten können Spaziergänger neuerdings am Skulpturenweg in der Schmittenau. Die im Übergangsgebiet zwischen Rhein-Camping und VfB-Platz erhöht über dem Rheinufer stehenden Liegen sind ein weiteres Teil des Projekts „Perlen an Rhein und Wutach“, mit dem das Stadtplanungsamt Punkte in den Blick der Öffentlichkeit rückt, welche die städtischen Freiräume besonders prägen.

2
Fleischschmuggel in der Tram
“Nicht nur auf die Autofahrer, die nach dem Einkauf in Weil am Rhein und Umgebung zurück in die Schweiz fahren, werfen die Grenzwächter ein besonderes Auge, sondern auch auf die Fahrgäste in der Straßenbahn auf der grenzüberschreitenden Tramlinie 8. Dies verdeutlicht Patrick Gantenbein, Informationsbeauftragter der Grenzwachtregion I in Basel (…). Ja, es ist leider so, dass (…) regelmäßig versucht wird, Waren vom Ausland an der Schweizer Grenzwache vorbei nach Basel zu bringen, ohne die entsprechende korrekte Zollabfertigung zu machen. Die Bandbreite der Schmuggler ist dabei wirklich groß. Die setzt sich zusammen aus Schweizer und in der Schweiz wohnenden Ausländern, aus Frauen und Männern aus allen sozialen Schichten und aus allen Altersgruppen. (…) Bei unseren Kontrollen ertappen wir regelmäßig Schmuggler in der Tramlinie 8. (…) Da werden schon mal mehrere Kilogramm Fleisch in einem Einkaufstrolly verstaut und versucht, diese unverzollt über die Grenze bringen. (…)” (Weiler Zeitung)

3
Deutsch-französische Tram
“Zu den Klängen der Europahymne haben die Grenzstädte Straßburg und Kehl am Rhein ihre gemeinsame Tram gestartet. Es sei heute, wo Europa in Frage gestellt wird, wichtiger denn je, starke Signale zu geben, sagte Kanzleramtsminister Peter Altmaier auf Französisch vor der Jungfernfahrt. Er betonte, dass man trotz der wegen der Flüchtlingskrise wieder eingeführten Grenzkontrollen den Grundsatz offener Grenzen verteidigen müsse.” (Südost-News)

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Atomkatastrofenprofylaxe
“In Belgien ist es keine Frage. Dort wird bereits an einem Plan gearbeitet, Jodtabletten prophylaktisch zu verteilen. Dies ist eine Sicherheitsvorkehrung, denn die Angst vor einem nuklearen Unfall im maroden Atomkraftwerk Tihange bei Lüttich wächst. Aber nicht nur der belgischen Bevölkerung ist mulmig. Auch im deutsch-belgischen Grenzgebiet werden Katastrophenszenarien erörtert und Vorsorgepläne geschmiedet. Im Zentrum steht dabei derzeit die Verteilung von Kaliumiodidtabletten, im Volksmund schlicht Jodtabletten genannt. Alle Umland-Kreise, die Stadt Aachen, die Städteregion, die Kreise Düren, Euskirchen und Heinsberg beabsichtigen, die Tabletten schon vor einem möglichen Unfall an die Bevölkerung auszugeben.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

5
Bonner Blubbern
“Es plätschert und blubbert mitten im Rhein. Am (…) Ostersonntag war vom Rheinufer aus auf Höhe des Kameha Grand Hotels ein rätselhaftes Phänomen zu beobachten. Fast sieht es so aus, als hätte jemand den Stöpsel im Rheinbett gezogen. 8…) War etwa der weiße Beluga-Wal zurückgekehrt, der sich am 18. Mai 1966 im Rhein verirrt hatte und auf den Namen Moby Dick getauft wurde? Versteckt sich in den Tiefen des Rheinbetts etwa ein Ungeheuer, gar ein ferner Verwandter des Monsters von Loch Ness? Oder gibt es gar ein Gasleck in einer Leitung, die sich unter dem Rhein verbirgt? Des Rätsels Lösung ist glücklicherweise weitaus weniger spektakulär. Nach sorgsamer Recherche erklärt die Stadt, das “Geblubber” werde durch den Ablauf der Kläranlage Bad Godesberg verursacht.” (General-Anzeiger)

6
Schafrettung
“Die Kölner Feuerwehr ist (…) zum Rhein gerufen worden. Ein Schaf stand bis zu den Schultern im Wasser. Es kam nicht mehr allein heraus. (…) Das Schaf hing in Höhe der Westhovener Aue in den Steinen der Uferbefestigung mit einem Bein fest. Es konnte sich laut Feuerwehr nicht selbst befreien und war schwer erschöpft, als die Einsatzkräfte eintrafen. Die Feuerwehrleute retteten das Tier aus seiner misslichen Lage und umwickelten es mit Decken, damit es sich aufwärmen konnte. Der Schäfer nahm es schließlich wieder in Empfang.” (Rheinische Post)

7
Brennendes Auto
“Ein brennendes Auto ist in Köln-Merkenich (…) in den Rhein gerollt und von der Feuerwehr geborgen worden. Ein Schiffskapitän habe beobachtet, wie der Wagen am Hitdorfer Fährweg neben der Zufahrt zur Autofähre Langel ins Wasser gefallen sei (…). Der Vorfall ereignete sich (…) gegen 3.20 Uhr. (…) Das Auto sei bei der Bergung leer gewesen (…). Bei Eintreffen der Rettungskräfte sei ein weiteres Auto weggefahren.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

8
Adenauers letzter Weg
“Die meisten anderen Ereignisse am Sterbeort finden vor den Augen der Rhöndorfer statt – und finden sofort ihre Kanäle in die Weltöffentlichkeit. Vielfach wird etwa beschrieben, wie der Kölner Kardinal Frings vor der Überführung ins Palais Schaumburg am 22. April (1967; Anm.; rheinsein) am Wohnhaus eintrifft, um mit der Familie am Sarg zu beten. Ins Kanzleramt bringt den Toten die einzige Lafette, über die der Bundesgrenzschutz verfügt. Adenauer nimmt denselben Weg wie zu seiner Amtszeit als Kanzler: Königswinter, Dollendorf, mit der Fähre über den Rhein und durch Plittersdorf zum Bundeskanzleramt. Tausende Menschen säumen die Strecke. Schulklassen, Sportvereine, Bergleute stehen Spalier. Schützen bilden unter Trommelwirbel die Ehrenwache an der Einfahrt zum Palais Schaumburg, wo der Leichnam übers Wochenende aufgebahrt und in der Nacht zu Montag über die Autobahn in den Kölner Dom überführt wird. Vor dem Vierungsaltar bleibt der Sarg stehen. Zehntausende Kölner nutzen dort die Gelegenheit, von ihrem Ehrenbürger Abschied zu nehmen.” (General-Anzeiger)

9
Rheintote
“Einsatzkräfte der Feuerwehr haben (…) eine Wasserleiche aus dem Rhein geborgen. Passanten (auf der Kennedybrücke) bemerkten den leblosen Körper im Wasser. (…) Dank eines Kayakfahrers, der ebenfalls auf die Person aufmerksam geworden war und die Fundstelle markierte, konnten Löschboote aus Bonn und Niederkassel den Mann schnell an Land bringen. (…) Vermutlich (…) sei der Tote bereits längere Zeit im Rhein getrieben. Die Polizei ist nun dabei, die Identität der Wasserleiche zu klären.” (General-Anzeiger)

“Die Feuerwehr Köln hat (…) eine Person leblos aus dem Rheinauhafen geborgen worden. Trotz sofortiger Reanimation durch Rettungskräfte und Notarzt starb der Mann noch im Rettungswagen. Ein Zeuge hatte die Feuerwehr alarmiert, nachdem die Person im Wasser verschwunden war. Mehrere Löschfahrzeuge inklusive einer Tauchergruppe, das Lösch- und Rettungsboot sowie der Rettungshubschrauber waren im Einsatz. (…) Ob es sich um einen Suizid oder Leichtsinn handelt, ist nicht bekannt.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

“Eine Leiche ist (…)aus dem Rhein bei Geiswasser (Höhe Niederrimsingen) geborgen worden. Dabei handelt es sich nach Angaben der deutschen Polizei mit großer Wahrscheinlichkeit um den vermissten 36-jährigen Gleitschirmflieger aus Freiburg. Taucher der französischen Polizei haben eine männliche Person vier Kilometer nördlich von Geiswasser auf französischem Hoheitsgebiet im Rheinseitenkanal gefunden. Derzeit klären die französischen Behörden die Identität der Person.” (Badische Zeitung)

“Bei einem Ruder-Ausflug (…) ist ein 69-jähriger Mann in Köln-Stammheim tödlich verünglückt. Der Polizei zufolge wollte das Opfer gegen zehn Uhr in ein Boot einsteigen und mit den Vereinsmitgliedern von „RTHC Bayer Leverkusen“ über den Rhein rudern. Plötzliche Krämpfe führten dazu, dass er ins Wasser stürzte. Eine Kollegin sprang ihm hinterher. Doch erst 50 Meter weiter stromabwärts bekam sie den Ruderer zu fassen. Passanten halfen der Frau den 69-Jährigen ans Ufer zu ziehen. Ein Notarzt wurde per Rettungshubschrauber hinzugerufen. Die Wiederbelebungsversuche durch eine Herzrythmusmassage blieben erfolglos.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

Presserückschau (Februar 2017)

1
Versunkene Lokomotive
“Die Suche nach der im Jahr 1852 im Rhein versunkenen Lok geht weiter. (…) Zwar hatte sich die Hoffnung, dass ein Teil der metertief im Kiesboden vermuteten Lok möglicherweise bis an die Oberfläche des Rheinbodens ragen könnte, nach einer Suchexpedition rheinland-pfälzischer Polizeitaucher Mitte August 2015 zerschlagen. Das ändere jedoch nichts an der Tatsache, so die beteiligten Wissenschaftler, dass genau an dieser Stelle in einigen Metern Tiefe unter dem Rheinboden ein rund 20 Tonnen schwerer und etwa sechs Meter langer Eisenkörper läge. Bereits vor einigen Jahren hatten sie nach zwei Jahrzehnten intensiver Suche mithilfe von Magnetresonanz-Messungen den vermuteten Unglücksort entdeckt. Die 1852 gebaute Lok wäre heute die älteste noch erhaltene deutsche Dampflokomotive. Sie war in den Anfangsjahren der deutschen Eisenbahngeschichte von der Fabrik Emil Kessler in Karlsruhe gebaut worden und sollte mangels Schienenstrecke auf einem Lastensegler an die Düsseldorf-Elberfelder Eisenbahngesellschaft ausgeliefert werden. Bei einem Unwetter riss sich die sechs Meter lange und 20 Tonnen schwere Lok los und fiel von Bord des Schiffes in den Rhein. Mehrere Versuche, sie mit Hilfe speziell geschmiedeter Ketten, die von den Ufern aus von 400 Männern durch den Rhein gezogen wurden, und aus London angereister Taucher zu bergen, schlugen fehl. Sie geriet langsam in Vergessenheit und galt anderthalb Jahrhunderte lang als verschollen.” (SWR)

2
Digitalisierung
“Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes hat eine Befliegung des Rheins von Frankenthal bis Biblis beauftragt, um die digitale Bundeswasserstraßenkarte anhand von Luftbildern aktualisieren zu können. Für diese Kartenerstellung werden Markierungsarbeiten in unmittelbarer Nähe zum Rhein durchgeführt. Diese Signalisierungsarbeiten beinhalten die farbliche Markierung von Lampen, Treppen, Einlaufrohren, Durchlässen oder Stromkästen mit weißer Farbe oder weißen Plastikstreifen, die mit Nägeln befestigt werden. Beschäftigte der beauftragten Firma führen die nötigen Arbeiten vor Ort aus. Die Bevölkerung wird gebeten, die Markierungen nicht zu entfernen.” (Echo-Online)

3
Rheingolf
“Die vier Credos der Rheingolf Messe 2017 lauten: Testen, informieren, shoppen und verreisen.” (Golfpost)

“Ein Golfball nach dem anderen fliegt im hohen Bogen in den Rhein. Einer verfehlt nur haarscharf den Kopf eines Kanufahrers, ein anderer zielt auf das beliebte Ausflugsschiff „Moby Dick“. Vor dem Bonner Amtsgericht muss sich jetzt ein 34-Jähriger verantworten. Er ist für sein außergewöhnliches Golfspiel wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und Beeinträchtigung des Schiffsverkehrs angeklagt.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

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Geburtstagsgeschenk
“Sieben Jahre ist Mika erst alt, aber er hat schon eine eigene Kamera, “die ist in Tarnfarbe”, erzählt er ein bisschen schüchtern. Mika steht nicht gern im Rampenlicht. Sein Hund Erni dafür umso mehr. Am liebsten macht der Schüler Bilder von ihm, am Rhein, wenn er mit Mama (…) dort spazieren geht. Er dokumentiert die Natur und das Wetter, Erni natürlich, und den Wasserstand. In letzter Zeit aber findet Mika immer mehr Müll am Rhein, in den Buchten am Wasserwerk, dort, wo die Familie gerne unterwegs ist. Plastiktüten und Eierkartons, ausrangierte Gartenmöbel und vor allem Glas. (…) Manchmal schnappt der Siebenjährige sich eine Mülltüte und räumt auf am Rhein. (…) Als Opa Edgar jetzt am Wochenende seinen 80. Geburtstag feierte, haben Mika und seine beiden älteren Brüder Joshua (12) und Jannis (12) ihm einen Müllsammel-Tag am Rhein geschenkt.” (Rheinische Post)

5
Rhein Vikings
“Die Zeit des Kleckerns ist vorbei, jetzt wird geklotzt. Und weil weder der Neusser HV noch der ART Düsseldorf dazu allein in der Lage sind, gründen sie eine Handballspielgemeinschaft, die in der kommenden Saison als HC Rhein Vikings für Furore sorgen will. Ob das in der zweiten oder der dritten Liga sein wird, ist allerdings noch offen.” (Rheinische Post)

6
Refurbishment
“Die (Ludwigshafener; Anm. rheinsein) Rhein-Galerie war im September 2010 eröffnet worden, nach knapp zwei Jahren Bauzeit. Das Einkaufszentrum auf dem ehemaligen Gelände des Zollhofhafens hatte damals am Rheinufer einen neuen Zugang geschaffen, dem Einzelhandel zusätzliche 130 Geschäfte beschert und war mit großen Hoffnungen in die kommenden Jahre gestartet – auch mit dem Wunsch, dass täglich 25 000 Kunden in das Center strömen. Heute kommen im Schnitt 13 290 Besucher pro Tag in die Mall. Und das, obwohl die Einkaufscenter Entwicklungs Gmbh (ECE), die das Haus betreibt, 939 037 erreichbare Kunden im Einzugsgebiet zwischen Worms und Landau sowie Mannheim und Speyer angibt. Das in unmittelbarer Nähe gelegene Rathauscenter, das ebenfalls unter ECE-Ägide steht und 1979 eröffnet wurde, besuchen pro Tag 32 000 Kunden. Dort gibt es 75 Läden. Um die Differenz zwischen Prognose und Realität zu verringern, hat die ECE ein „umfangreiches Refurbishment“ angekündigt. (…) Die Außenterrasse direkt am Rhein wird (…) verschönert – das bislang eher triste Kantinen-Ambiente soll eine neue Optik erhalten: „Grundidee des neuen Designkonzepts ist es, eine besondere Atmosphäre mit echtem Hafen-Flair am Rhein entstehen zu lassen.“ (…) Im Außenbereich sind außerdem zwei neue Anleger für Flusskreuzfahrtschiffe geplant, die ebenfalls im Jahr 2017 gebaut werden sollen.” (Echo)

7
Baggervorhaben
“Die wichtigste Wasserstraße in Deutschland ist der Rhein. „80 Prozent aller Güter in der deutschen Binnenschifffahrt werden über den Rhein transportiert“, sagt Jens Schwanen, Geschäftsführer des Verbands der Deutschen Binnenschiffer. „Die Transporteure sind dringend auf den Ausbau der Wasserstraße angewiesen“, fügt er hinzu. Bei Niedrigwasser komme es regelmäßig zu Beeinträchtigungen. Der Klimawandel werde das Problem extremer Pegelschwankungen perspektivisch verstärken. Abhilfe soll in NRW die geplante Vertiefung des Rheins zwischen Duisburg und Dormagen bringen. Das Vorhaben mit der Projektnummer W 27 ist seit 2016 im Bundesverkehrswegeplan als „vordringlich“ eingestuft. Bis 2030 soll der Rhein zwischen Stromkilometer 722,5 und 769 um zirka 30 Zentimeter ausgebaggert werden. Zwischen Duisburg uns Neuss ist eine Fahrrinnentiefe von 2,80 Meter geplant, zwischen Neuss und Dormagen-Stürzelberg ist eine Rinne von 2,70 Meter vorgesehen. Die Gesamtkosten werden mit 201 Millionen Euro veranschlagt.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

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Rheintote
“Zahlreiche Einsatzkräfte sind (…) Richtung Rheinufer nördlich von Sandhofen gefahren. Eine Spaziergängerin hatte dort im Bereich zwischen Kläranlage und Kirschgartshausen eine im Wasser treibende Person gesichtet und den Notruf gewählt. Daraufhin rückten der Wasserrettungszug der Berufsfeuerwehr ebenso wie deren Feuerlöschboot und die Wasserschutzpolizei aus, auch die DLRG Mannheim, Heddesheim, Ladenburg und Weinheim wurden alarmiert. Schon bald sichtete aber der Rettungshubschrauber “Christoph 53″, der ebenso in den Mannheimer Norden beordert worden war, die im Rhein treibende Person. Polizisten zogen sie dann aus dem Wasser. Der Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. Todesursache und Todeszeitpunkt sind aber noch nicht geklärt.” (Bergsträßer Anzeiger)

“In Höhe der Zoobrücke hat die Feuerwehr (…) eine Leiche aus dem Rhein geborgen. Spaziergänger hatten den leblosen Körper (…) im Fluss treiben sehen und die Rettungskräfte alarmiert. Laut Polizei handelt es sich bei dem Toten um einen Mann im Alter von etwa 30 Jahren oder jünger.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

“Die Suchaktion im Rhein bei Wörth ist zu Ende: Taucher fanden (…) die Leiche eines Mannes, die Polizei geht von Selbstmord aus. Zuvor lief eine großangelegte Suchaktion mit Hubschrauber und Feuerwehr. Die Wörther Polizei unterstützte das federführende Polizeipräsidium Karlsruhe bei der Suche. Auf der Rheinbrücke zwischen Wörth und Karlsruhe kam es wegen des Einsatzes zu Verkehrsbehinderungen.” (Rheinpfalz)

Was will der weiße Wal im Rhein

Im Zuge des fünfzigsten Jahrestags des Auftauchens eines Belugawals im Duisburger Hafen und an anderen Stellen im Rhein finden in zahlreichen Zeitungen Rückschauen auf das Ereignis statt, das 1966 Deutschland in den Bann gezogen hatte und Korrespondenten ausländischer Blätter an den Rhein eilen ließ. Dieser Tage finden insbesondere in Duisburg Gedenkaktionen statt. Bereits im Jahr seiner Sichtung gelangte Moby Dick, wie der Wal von der Presse genannt wurde, ins deutsche Liedgut – das Medium Terzett, eine auf simple humoristische Stimmungslieder spezialiserte Combo aus Osnabrück sang eine perfekt auf den rheinischen Karneval passende Schunkelhymne:

“Was will der weiße Wal im Rhein
Er hat gehört im Rhein soll Wein statt Wasser sein
Was will der weiße Wal?
Das wissen wir genau:
Der weiße Wal wär’ gern einmal
so richtig blau.”

Moby Dick (3)

Moby Dick durchschwimmt die Unterführung am Duisburger Schwanentor. Ein straßenkünstlerischer Rückblick auf das Jahr 1966. Von den rheinischen Städten, die ein im Rhein verirrter Beluga seinerzeit passierte, pflegt insbesondere Duisburg die Erinnerung. Im Frühjahr hatte der Kölner Künstler Michael Nowottny eine Waljagd im Ruhrorter Hafen inszeniert. Der Duisburger Künstler Jörg Mazur widmet sich seit Jahren dem damaligen Walbesuch und hat neben mehreren Skulpturen eine Website erarbeitet, mit dem Ziel dem weißen Wal ein dauerhaftes Denkmal zu errichten.

Seehund im Rhein

Völlig frei von Flußmonstern oder sonstwie aufsehenerregenden exotischen Tieren präsentiert sich das diesjährige Sommerloch, weswegen wir einige Artikel von vor elfeinhalb Jahren durchforsten, die das Auftauchen eines Seehunds im Rhein bei Düsseldorf – laut Experten ein zoologisches Jahrhundertereignis – vermeldeten, einen Fotobeweis jedoch schuldig blieben.
Bereits anläßlich der Sichtung des weißen Wals “Moby Dick” am Niederrhein im Jahre 1966 schrieb Bernhard Grzimek im Spiegel von seltenen Seehundsichtungen in Rhein und Elbe: “Daß Seehunde Entdeckungsreisen in unsere Flüsse machen und dann die Landratten verblüffen, ist schon hin und wieder vorgekommen – wenigstens solange Elbe und Rhein nicht ausschließlich aus Klosett- und Industrieabwässern bestanden. Im Rhein hat man Seehunde bei Bonn entdeckt, in der Oder bei Frankfurt und Breslau; 1634 wurde einer bei Dresden im Netz gefangen und dabei umgebracht – 693 Kilometer oberhalb der Elbmündung. Am weitesten kam ein Seehund 1813 in der Elbe, fünf Kilometer von der böhmischen Grenze entfernt, 755 Kilometer vom Meer.”
Nachdem Spaziergänger den Seehund bei Düsseldorf-Oberkassel gesichtet hatten, versuchten Feuerwehrtaucher das Tier, das sie unter sich “Heulerli” nannten, einzufangen. Der Seehund entzog sich den Annäherungsversuchen erfolgreich, er sei den Tauchern gleichsam immer wieder durch die Arme geschwommen, bis sie nach anderthalb Stunden die Jagd aufgaben. Einen Tag nach dem mißglückten Fangversuch der Feuerwehr, schrieb die FAZ Mitte März 2003 über den Seehund, “fehlte von ihm jede Spur”. Bemerkenswert ist die in solchen Fällen geradezu schlagartig einsetzende menschliche Logik, ein Wildtier, das an der Stelle, an der es auftaucht, irritiert, geradezu reflexartig einfangen zu wollen. Begründungen diverser Couleur sind stets unversehens zur Hand. So sollte der erwähnte Beluga aus dem Jahr 1966 laut Experten vor dem verseuchten Rheinwasser geschützt werden und wurde deshalb mit Betäubungsmunition beschossen. Schon “Moby Dick” ließ sich nicht einfangen und schwamm nach einer Stadterkundung Bonns aus eigenem Antrieb zurück Richtung Nordsee. Ähnliches dürfen wir von “Heulerli” vermuten, den die Feuerwehr “in sein gewohntes Salzwasser” zurückverfrachten wollte. Das Wissensmagazin Was ist was wußte dazu anzumerken, daß in Düsseldorf sehr wohl Seehunde vorkämen, im lokalen Aquazoo, wo jedoch kein Tier vermißt wurde. Zwei Wochen nach der Erstsichtung tauchte der Seehund, diesmal unter den Namen “Robbie” bzw. “Robby Dick”, erneut in der Presse auf. “Diesmal sei das Tier stromabwärts nahe Rheinberg am Niederrhein etwa 30 Meter vom Ufer entfernt gewesen” meldete die Rheinische Post Ende März 2003 und bilanzierte die Expertenaussagen: “Bislang waren die Einsatzkräfte davon ausgegangen, dass das Tier stromaufwärts geschwommen war. Es sei durchaus möglich, dass das Tier am Ufer in der Sonne liege, wie es seine Artgenossen auf den Sandbänken im Meer hielten.” Im Anschluß an diese scharfsinnigen Betrachtungen verloren sich des Seehunds Spuren sowohl im Rhein, als auch im Blätterwald endgültig.

Käptn Ahab am Rheinfall

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“Modi Bick” hat Horst Taug diese archaische Szene vor Rheinfallkulisse betitelt. Ob der Sprachdreher in Anlehnung an Modigliani, das französische “maudit” oder (wie offenbar das Bild selbst) im Rausch entstanden ist, bleibt unklar.

ahab

Der deutlich gesittetere Strich dieses Werkes (“Ahab am Rheinfall”) weist gleichermaßen auf die sprichwörtliche Stille im Augenblick des Triumfes wie auf den nüchternen Zustand des Schöpfers.

Beide Skizzen des historischen Zweikampfes zwischen Käptn Ahab und Moby Dick, verlegt an den Rheinfall, wurden uns zugesandt von Michael Taug, Anwalt in der Rechtsabteilung eines rheinischen Konzerns. Auf die üblichen redaktionellen Rückfragen, wann und aus welcher Motivation er die Werke geschaffen und ob er jemals persönlich den Rheinfall besucht habe, kam eine verstörende Antwort, die wir nur auf Herrn Taugs ausdrücklichen Wunsch weitergeben: “So etwas mache ich nicht. Der Künstler hieß Horst Taug. Aus dem Horst hätte etwas werden können, hätte er sich nicht zu Tode gesoffen. Am Ende sah er sogar Walfische in Waschbecken schwimmen. Die Zeichnungen müssen wohl damit zu tun haben. Am Rheinfall waren wir, ja, als Kinder. Da hatte er nur Saft getrunken, glaube ich. Ob Sie dieses Zeug ins Netz stellen oder nicht, ist mir egal. Der Horst hätte es gut gefunden.”

Presserückschau (März 2013)

Der März war arm an rheinspezifischen Meldungen. Die aufregendste Nachricht, nämlich daß Google Maps den Rhein gegen die Ruhr vertauschte, haben wir an anderer Stelle bereits dokumentiert. Schließlich tauschte Google den neuen Ruhrverlauf so zügig wieder zurück gegen den des alten Rheins, daß vielen Zeitungen, die darüber berichteten, nicht einmal mehr der  Screenshot-Beweis gelang. Hier die restliche Auswahl unserer Pressedurchsicht:

1
Von rheinischen Hauptbaumarten und Ahorn-Sechsern im Waldlotto kündet der Bonner General-Anzeiger: „(…) Das Holz aus den Wäldern zwischen Siebengebirge und Kottenforst hat bundesweit einen sehr guten Ruf. Die sogenannte Wertholzversteigerung Rheinland war in diesem Jahr geprägt durch eine gute Nachfrage und stabile Preise. 23 Bieter gaben Angebote für 508 Stämme von 19 verschiedenen Baumarten (insgesamt 713 Festmeter Holz) ab. (…) Die Eiche war die Hauptbaumart, die zur Versteigerung kam. (…) Dieses Mal gab es allerdings keinen Stamm, der sich preislich von der Masse absetzen konnte. Im Vorjahr hatte ein Ahorn bei der Versteigerung 7650 Euro erzielt.“

2
Über die Wittelsbacher-Ausstellung in Speyer befindet der Deutschlandfunk: „Die berühmtesten Pfälzer der näheren Zeitgeschichte sind Fritz Walter und Helmut Kohl. Sie finden sich, allerdings nur als Pappmaschee, in einer Art Walhalla großer Söhne (und einiger Töchter) der Pfalz am Ende der Ausstellung. Dort sieht man auch Max Slevogt und Ernst Bloch, den BASF-Gründer Friedrich Engelhorn und Henry John Heinz, der als Kind pfälzischer Einwanderer in den USA die segensreiche Ketchupsoße erfand. Diese doch eher virtuelle Versammlung pfälzischer Persönlichkeiten macht auch schon das Grundproblem der Ausstellung deutlich: Es war unheimlich schwer, Exponate zu finden. Eigentlich soll die Zeit der Wittelsbacher bebildert werden, also jenes Jahrhundert zwischen 1816 und 1918, in dem die linksrheinische Pfalz von Bayern aus regiert wurde.“

3
Warum der Rhein auf dem Landeswappen von Nordrhein-Westfalen seit Jahrzehnten in die falsche Richtung fließt erklärt die Rheinische Post: „Die Landesflagge von Nordrhein-Westfalen hat (…) grün-weiß-rote Querstreifen. Das wurde (…) so in einem Gesetz festgelegt. Es ist vor 60 Jahren, am 10. März 1953, in Kraft getreten. Die FDP wollte damals Schwarz-Rot-Gold auch für NRW, konnte sich damit aber nicht durchsetzen. Das Grün, so wurde im Landtag erläutert, stehe für das Rheinland und das Rot für die rote Erde Westfalens. Das Gesetz von 1953 bestätigt zugleich die Gestaltung des Landeswappens: Es zeigt im linken Feld einen “linksschrägen” silbernen Wellenbalken, der den Rhein symbolisiert. Dass der Flusslauf in die falsche Richtung weist, nämlich von Südwest nach Nordost, ist keine Schludrigkeit des Wappengestalters, sondern den Regeln der Heraldik geschuldet. Im rechten Feld ist das traditionelle westfälische Ross zu sehen und unten im Wappenschild die lippische Rose.“

4
„Der Kies im Rhein soll wieder rollen“ titelt die Badische Zeitung in Anlehnung an einen berühmten Bob Dylan-Song. Der „Masterplan Geschiebe“ soll dafür sorgen, das Geschiebe am Hochrhein wieder in Gang zu bringen und damit die Lebensgrundlagen für Fische und Kleintiere im Rhein zu erhalten: „Mit dem Bau der insgesamt elf Kraftwerke am Hochrhein habe der Rhein einen großen Teil seiner Selbstreinigungskraft verloren, nur noch bei den kleineren Kraftwerken funktioniere sie einigermaßen. Vor dem Stau sei durch die natürliche Strömung das sogenannte Geschiebe – Kies – ständig über den Flussboden gerollt und habe dabei die Sedimente aufgewirbelt. Nach dem Stau sei es damit insbesondere bei den großen Kraftwerken vorbei gewesen, Kies und Sedimente verbacken, den Fischen fehlen Laichmöglichkeiten. Das Kraftwerk Ryburg-Schwörstadt etwa sei eine regelrechte Geschiebefalle. Dort liege eine regelrechte Schlammwand. Es könne nur helfen, wenn jetzt an geeigneten Stellen Kies ans Ufer geschüttet und bei Hochwasser immer wieder etwas davon mitgeschwemmt werde.“

5
Tierische Sensation am Hochrhein: „Die Welt der Romane hat Moby Dick, den weißen Wal; Freunden des Katastrophenfilms bleibt der weiße Hai auf ewig unvergessen. Weil am Rhein hat nun sein weißes Reh.“ Der sportliche Leiter, Platzwart und Jugendtrainer des FV Haltingen hat es auf einem Bolzplaz entdeckt und gefilmt, schreibt die Badische Zeitung und erklärt: „Nach Ansicht der Fachzeitschrift “pm”, die sich dem Thema “Albinos” ausführlich gewidmet hat, ist es wahrscheinlicher vom Blitz getroffen zu werden, als ein solches Tier zu Gesicht zu bekommen.“

Daß Papst Franziskus einst als Jorge Mario Bergoglio in Boppard die deutsche Sprache erlernte und daß auf der Rheinfähre Kaiseraugst-Herten nun Käsefondue angeboten wird, beschließt die Meldungen für diesen Monat.

Moby Dick (2)

Im laufenden Schuljahr produzieren wir mit Drittklässlern einer Bonner Grundschule eine Reihe Kurzhörstücke. Eine Schülergruppe recherchierte dafür die Geschichte von Moby Dick, dem Belugawal, der 1966 mit seinem Rheinbesuch für Schlagzeilen sorgte und stellte das Szenario als Radiosendung mit Studiomeldungen und einer rasenden Reporterin nach. Dabei wurde der Rhein schon mal nach Luxemburg verlegt, und auch die Geschichte Moby Dicks mit einiger Fantasie aufgepeppt – dachten wir. So gaben die Kinder an, Moby Dick habe sich vor seinem Ausflug in den Rhein in einem Frachtcontainer auf einem Schiff nach London befunden, wo er als Zootier landen sollte: welch ein poetischer Einfall, wollte uns scheinen, bis die Kinder uns aufklärten: so oder zumindest so ähnlich hätten sie es doch in einem Artikel gelesen, welchen die Lehrerin ihnen zur Verfügung gestellt habe (es handelte sich um den Wikipedia-Eintrag zu Moby Dick). Die hochpoetische Vorstellung von einem Wal, der über dem Meer schwimmt, statt frei (wie es sich gehörte) darinnen, gefangen in einem Frachtschiff nämlich, den Menschen künftig in einem Zoobecken zur Belustigung zu dienen, bis das Meer ob dieser Idee zürnt und sich erhebt, den Gefangenentransport attackiert, ins Schlingern bringt, den solcherart entkommenen Wal wieder in sich aufnimmt, ihn aber sogleich in seiner Verwirrung eine Odyssee in und durch den Rhein beginnen läßt, wo er als freier Wal die Menschen in Jäger und Beschützer teilt: entsprang nicht reinem Kinderhirn, sondern ganz offenbar der herkömmlichen, in ihren Abstrusitäten unübertrefflichen Realität(*). Wurden die Fischer, die Moby Dick zuerst erblickten, noch umgehend auf Alkoholeinfluß getestet, mieteten die Freunde Moby Dicks bald darauf Luftschiffe, um die Feinde Moby Dicks, die mit Schnellbooten und allerlei Fanggerät sogleich Jagd auf den Beluga machten, aus der Höhe mit Orangen zu bewerfen. Da flammte also Nibelungentum auf, und die bürgerliche Protestromantik der jungen Bundesrepublik geriet in zaghaften  Schwung, unter Einsatz von Luftwaffe und leuchtenden Südfrüchten (**). Zu Tausenden begaben sich Schaulustige an die Ufersäume. Welch ein Spektakel! Der weiße Wal kreuzte wochenlang im Rhein, ohne von seinen Feinden (der Direktor des Duisburger Zoos hieß tatsächlich Dr. Gewalt) gestellt werden zu können. Erst als bei seinem Auftauchen in Bonn eine Bundespressekonferenz unterbrochen wurde und Moby Dick die an den Rhein geeilten Politiker erblickte, entschloß er sich zum endgültigen Abgang Richtung Nordmeer. Seit Mai 1976 kreuzt nun, so beschlossen die Kinderreporter ihren Bericht, das dem Wal nachempfundene Bonner Passagierschiff MS Moby Dick auf dem Rhein, auf dem, als besonderer Service, geheiratet werden kann.

(*) Wir erwähnen der Vollständigkeit halber die Möglichkeit einer nebenbei in den Wikipedia-Artikel eingewobenen Ente. Mitlesende Moby Dick-Veteranen mögen sich bitte ggf mit ihren Erinnerungen bei uns melden.

(**) Wir suchen auch noch nach Film- bzw Bildbeweisen für die vom Orangenhagel abgetriebene Schaluppe Dr. Gewalts.

Randnotiz (3)

Vor gut einem Jahr ist Rheinsein, dank großartiger Unterstützung aus dem litblogs.net-Umfeld, aus Googlelanden auf die jetzige .de-Domain umgezogen. Die alte blogspot-Adresse lief bisher nebenbei weiter, gestern habe ich sie vom Netz genommen. Obwohl dort seit einem Jahr nichts mehr passierte, fand die Seite weiterhin ein zwei Handvoll Besucher pro Tag. Mag es an Google liegen: die Besucher der alten, nun abgeschalteten Seite interessierten sich vornehmlich für Tierartikel, die (wie alle anderen alten Einträge auch hier erhältliche) Liste mit Rheinfischen wurde an die 2000 Mal angesteuert, die Artikel über Moby Dick, den Beluga im Rhein und den Ochsenfrosch, das Monster vom Oberrhein erreichten ebenfalls die Besucher-Top Ten, in denen auf der aktuellen Seite Textstellen von/über James Fenimore Cooper, Martin von Tours und Hanns Martin Schleyer stehen.