Horizontaldemonstration

In seinem Buch Alpha & Omega, das zu weiten Teilen in Freiburg spielt und von der Rettung der Welt handelt, läßt Markus Orths den Autor und Performer Matthias Schamp alias Der Schamp auftreten und beschreibt u.a. dessen Arbeiten wie z.B. folgende, die mit dem Thema dieser Seiten vorzüglich koinzidiert: “(…) Auch initiierte er die “Weltweit erste Horizontaldemonstration – Fließrichtung (Rhein)”, bei der er sich mit seinen Kunstkumpanen der Länge nach ans Rheinbrückengitter fesseln ließ, mit horizontal gehaltenen Schildern, und alle skandierten: “Nieder mit der Vertikalen. Hoch die Horizontale.”" Orths hat Schamps Originalaktion aus dem Jahr 2006 in Bonn literarisch nur leicht verfremdet und so ließe sich leicht eine horizontal zwischen Gitterstäben der Rheingeländer formierte Menschenkette vorstellen, die als lebendiger Flußbegleiter fungiert. Und wo Geländer als Gestänge für die Aufhängung fehlen, ließen sich Horizontalsockel improvisieren. Die Ausrichtung (der Kopf tal- bzw bergwärts gerichtet) könnte Statements implizieren, die je nach Region unterschiedlich zu lesen wären. Zwischen den Geländerstangen rotierende Demonstranten/Flußbegleiter könnten sowohl auf spirituelle (“universal spin”) als auch profane (“Döner Kebap”) Fänomene verweisen. Die Schamp’sche Idee jedenfalls ist groß und offen.