Umstrittene Skulptur auf dem Rheinsteig

christoforus_rossstein

Der heilige Christophorus schleppt das Jesuskind über den Rheinsteig. Christophorus, hier mit menschlichem Schädel, war nach Ansicht der Ostkirche Kynokefale, also hundsköpfig, somit Angehöriger eines Wildvolks, auch Halbhunde genannt, das sich “am Rande der zivilisierten Welt” bewegt(e) und je nach Quelle ausschließlich von Fischen, Laub oder Menschen ernährt(e). So lautet die gängige, wenngleich kaum historisch verankerbare Deutung der Statue auf dem Kauber Roßstein. Unser Fotograf erkannte auf den Schultern “des Diebes” bzw “des alleinerziehenden Vaters” hingegen das Brüsseler Manneken Pis, dessen mehrfache Entführung historisch belegt ist und dessen eigens bestellter Gewandmeister für zahlreiche Garderobenwechsel des kleinen Julien Sorge trägt. Bunte, widerstreitende Ansichten über die Bedeutung der Skulptur also, die sich auch nicht anhand der Wintergaben für das Knäblein auflösen lassen. (Bild: Costa “Quanta” Costa)