Die malvinische Wacht am Rhein

In Köln gibt’s zum Glück nicht nur das (ehemalige) Stadtarchiv, sondern auch den Privatarchivar Roland Bergère, dessen rheinische Fundstücke häufig den Charakter des Absurden, Unglaubwürdigen aufweisen und allein dadurch schon umso echter und wahrer wirken als die meiste sogenannte Wirklichkeit, der sie aber dennoch entspringen, wie die beigefügten Fotos eines „Die Wacht am Rhein“ spielenden Symphonions, das auf den Malvinen, bei uns besser als Falkland-Inseln bekannt, das klitzekleine Museum einer jungen Engländerin schmückt. Monsieur Bergère selbst schreibt dazu: „Auf den Falkland-Inseln passiert allgemein nicht mehr viel, aber, doch, noch, interessantes. Das Schöne an Kriegen ist, daß wenn sie vorbei sind, eine Dynamik für museale Einrichtungen sich entwickelt und einiges ans Tageslicht fördert; nach der Aufregung des Kampfes muß man doch wissen, die Langeweile irgendwie in Schach zu halten. So hat sich eine junge Engländerin (die kaum älter als diese argentino-britische Auseinandersetzung ist) ihr kleines Museelein aufgebaut, mit einem dieses etwas seltsame Stück : “Die Wacht am Rhein” spielenden Symphonion. Wers nicht glaubt hats nicht gesehen.“