war den Morgen ganz taschenmesserartig zusammengeknickt

Bonn, am Sonntag nach Pfingsten (11. Juni 1865)

[...] Am Freitag den 2. Juni reiste ich nach Köln herüber zum niederrheinischen Musikfest. An demselben Tage wurde dort die internationale Ausstellung eröffnet. Köln machte in diesen Tagen einen weltstädtischen Eindruck. Ein unendliches Sprachen- und Trachtengewirr – ungeheuer viel Taschendiebe und andre Schwindler – alle Hotels bis in die entlegensten Räume gefüllt – die Stadt auf das Anmuthigste mit Fahnen geschmückt – das war der äußere Eindruck. Als Sänger bekam ich, meine weißrothe seidne Schleife auf die Brust und begab mich in die Probe. Du kennst leider den Gürzenichsaal nicht, ich habe Dir aber in den letzten Ferien eine fabelhafte Vorstellung erweckt durch den Vergleich mit dem Naumburger Börsensaal. Unser Chor bestand aus 182 Sopranen, 154 Alten, 113 Tenören und 172 Bässen. Dazu ein Orchester aus Künstlern bestehend von etwa 160 Mann, darunter 52 Violinen, 20 Violen, 21 Cellis und 14 Contrebässe. Sieben der besten Solosänger und Sängerinnen waren herangezogen worden. Das Ganze wurde von Hiller dirigirt. Von den Damen zeichneten sich viele durch Jugend und Schönheit aus. Bei den 3 Hauptconzerten erschienen sie alle in Weiß, mit blauen Achselschleifen und natürlichen oder gemachten Blumen im Haar. Eine jede hielt ein schönes Bouquet in der Hand. Wir Herren alle in Frack und weißer Weste.
Am ersten Abend saßen wir noch bis tief in die Nacht hinein zusammen und ich schlief endlich bei einem alten Frankonen auf dem Lehnstuhl und war den Morgen ganz taschenmesserartig zusammengeknickt. Dazu leide ich, beiläufig bemerkt, seit den letzten Ferien an starkem Rheumatismus in dem linken Arm.
Die nächste Nacht schlief ich wieder in Bonn. Den Sonntag war das erste große Conzert. “Israel in Aegypten von Händel”. Wir sangen mit unnachahmlicher Begeisterung bei 50 Grad Reaumur.
Der Gürzenich war für alle drei Tage ausgekauft. Das Billet für das Einzelconzert kostete 2-3 Thaler. Die Ausführung war nach aller Urtheil eine vollkommene. Es kam zu Scenen, die ich nie vergessen werde. Als Staegemann und Julius Stockhausen “der König aller Bässe” ihr berühmtes Heldenduett sangen, brach ein unerhörter Sturm des Jubels aus, achtfache Bravos, Tusche der Trompeten, Dacapogeheul, sämmtliche 300 Damen schleuderten ihre 300 Bouquets den Sängern ins Gesicht, sie waren im eigentlichsten Sinne von einer Blumenwolke umhüllt.
Die Scene wiederholte sich, als das Duett da capo gesungen war.
Am Abend begannen wir Bonner Herren alle zusammen zu kneipen, wurden aber von dem Kölner Männergesangverein in die Gürzenichrestauration eingeladen und blieben hier unter
carnevalistischen Toasten und Liedern, worin der Kölner blüht, unter vierstimmigem Gesange und steigender Begeisterung beisammen. Um 3 Uhr Morgens machte ich mich mit 2 Bekannten fort; und wir durchzogen die Stadt, klingelten an den Häusern, fanden nirgends ein Unterkommen, auch die Post nahm uns nicht auf – wir wollten in den Postwägen schlafen – bis endlich nach anderthalb Stunde ein Nachtwächter uns das Hotel du Dome aufschloß. Wir sanken auf die Bänke des Speisesaals hin und waren in 2 Sek. entschlafen. Draußen graute der Morgen. Nach 1 1/2 Stunde kam der Hausknecht und weckte uns, da der Saal gereinigt werden mußte. Wir brachen in humoristisch verzweifelter Stimmung auf, giengen über den Bahnhof nach Deutz herüber, genossen ein Frühstück und begaben uns mit höchst gedämpfter Stimme in die Probe. Wo ich mit großem Enthusiasmus einschlief (mit obligaten Posaunen und Pauken.) Um so aufgeweckter war ich in der Aufführung am Nachmittag von 6–11 Uhr. Kamen darin doch meine liebsten Sachen vor, die Faustmusik von Schumann und die a dur Symph. v. Beethov. Am Abend sehnte ich mich sehr nach einer Ruhestätte und irrte etwa in 13 Hotels herum, wo alles voll und übervoll war. Endlich im 14ten, nachdem auch hier der Wirth mir versicherte, daß alle Zimmer besetzt sein, erklärte ich ihm kaltblütig, daß ich hier bleiben würde, er möchte für ein Bett sorgen. Das geschah denn auch, in einem Restaurationszimmer wurden Feldbetten aufgeschlagen, für eine Nacht mit 20 Gr. zu bezahlen.
Am dritten Tage endlich fand das letzte Conzert statt, worin eine größere Anzahl von kleineren Sachen zur Aufführung kam. Der schönste Moment daraus war die Aufführung der Sinfonie von Hiller mit dem Motto “es muß doch Frühling werden”, die Musiker waren in seltner Begeisterung, denn wir alle verehrten Hiller höchlichst, nach jedem Theile ungeheurer Jubel und nach dem letzten eine ähnliche Scene nur noch gesteigert. Sein Thron wurde bedeckt mit Kränzen und Bouquet, einer der Künstler setzte ihm den Lorberkranz auf, das Orchester stimmte einen 3fachen Tusch an, und der alte Mann bedeckte sein Gesicht und weinte. Was die Damen unendlich rührte.
[...]
Fritz

(aus: Friedrich Nietzsche, Briefwechsel, Kritische Gesamtausgabe, Erste Abteilung, Zweiter Band, September 1864 – April 1869)

Neue Rheinmetropolen, leere Innenstädte, volle Innenstädte, der Hochwasserpapst

Fotobeweise wären an dieser Stelle schön und angebracht, doch kaum hatten wir die Rollplakate im Untergeschoß der KVB-Haltestelle Neusser Straße/Gürtel entdeckt, auf denen für günstige Thalys-Verbindungen nach Paris am Rhein und Brüssel am Rhein geworben wurde, waren sie schon wieder ausgetauscht, weswegen die kamerabewehrte Rückkehr an den Ort der Verkündung erfolglos bleiben mußte. Auch im Internet war die Kampagne nicht aufzufinden. Ob die vorschnelle Eingemeindung der französischen und belgischen Hauptstädte ins Gesamtrheinische für Proteste gesorgt hat? Wir wissen es nicht – falls wir es erfahren, geben wirs an dieser Stelle bekannt.

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Vergangenen Sonntag wurden in Koblenz am Rheinufer im Stadtteil Pfaffendorf eine 1,8 Tonnen-Luftmine und eine 125 Kilo-Fliegerbombe entschärft, sowie ein Faß mit Tarnnebel gesprengt. Es handelte sich um Niedrigwasser-Rheinfunde, die aus dem Zweiten Weltkrieg datierten. Für die Maßnahmen mußten 45.000 Koblenzer evakuiert werden – fast die Hälfte der Stadtbevölkerung. Die Evakuierung soll reibungslos vonstatten gegangen sein, auch sonst wurden kaum Unterschiede zu anderen Koblenzer Sonntagen vermeldet.

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Vorgestern in Bonn fanden wir die gesamte Innenstadt zum Weihnachtsmarkt umgebaut: unterschiedlich beschriftete Buden boten den überwiegend immergleichen Kunsthandwerkkitsch, Glühwein (in den auf Wunsch auch Schnaps geschüttet wird), heiße Maronen oder identische Fleischhappen und -lappen zu identischen Preisen. Visueller Höhepunkt ist dabei zweifellos das mithilfe von Zäunen umsperrte Beethoven-Denkmal, vor dem einige kleinere Weihnachtstannen herumliegen. Vom Mittelgang der Bretterbuden aus betrachtet wird Ludwig Vans mächtiges Künstlerhaupt nun von einem (abendlich sogar beleuchteten) Miniriesenrad umspielt, ein Anblick, der den Koloß seinem statischen Kontext entrückt, indem das Riesenradrotieren um Beethovens Schädel herum auf die Kompositionstätigkeit des Meisters zu weisen scheint.

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Der vom Kölner Express ernannte Hochwasser-Papst Reinhard Vogt weiß unterdessen: “Wirft man in Köln einen Kühlschrank in den Fluß, taucht der in Holland wieder auf.” Und was wird sonst noch so alles im Rhein gefunden, heiliger Hochwasservater? Vogt: “Möbel, Fernseher, Spielzeug, geklaute Mopeds und Autos. Ich hab mal ein paar Knochen gefunden. Vielleicht gibt`s demnächst ja einen Schatz.”

Gorrh (11)

Schädeldecke ragt aus der Entengrütze, klappert skalphaft n afrikanischen Takt: krokodilesk, betont echsig, rammt Gorrh seinen gepanzerten Körper an Land, Schlick im Gemüt, Schlick untern Achseln, algenbewachsene Waden, verschlacktes Bauchfell. Raus ausm Tümpel. Umschalten von Kiemen- auf Lungenatmung. Gebißrevision. Neoprenanzug aus, Radlerhose an. Einen Kuemmerling auf ex. Aus den Unterwasserträumen hallen Melodien nach. Die Fahrräder warten in langen Reihen. Das ist Triathlon, denkt Gorrh, was ich erlebt hab, das kann nur ich erleben, meine Welt ist bunt, ich glotz TV. Gorrh wirft sich ein paar Lysergs ein, verspeist am Kontrollposten eine glatte Banane: schaunsema, wievielstemmpel, ichschonnab. Kommt dann ans Laufen, mit Beethovenkraft in Fünfteauftaktsstärke, läuft, joggt (wemmerdesmalsojovialsagederf), dh, Gorrh winkelt Schenkel gleichschenklig und rechtwinklig zum Zwecke des Laufens, Beschleunigens, kommt in Schwung, läuft in die Küche, stiehlt dem Koch ein Ei, sanft wellt sich sein kastanienfarbenes Haar im selbst verursachten Gegenwind, Gorrh kommt auf Touren, karmannghiat und mercedesbenzt, beemwet sogar, rudert mit seinen Armen, lang wie die Donau, erarbeitet sich einen Vorsprung, dem er kaum gewachsen scheint, trotz seiner jugendlichen Kraft und all der Aufputschmittel. Gleich einer tanzenden Lassoschlinge umfängt und umrundet ihn sein Vorsprung, öffnet vexierende Löcher zu Ewigkeit und Verdammnis. Durchschlupflöcher. Durch die Gorrh schlüpft, Teile seiner selbst vergessend, als sei die Welt ein überreich gesegnetes Ersatzteillager. Gorrhs dynamischer Lauf geht über in Schliddern, Gleiten, Davondriften, sein Vorsprung hat ihn von hinten überholt, sie stürmen jetzt im Gleichschritt, Brust an Brust. Wohin das alles führen soll? Gorrh denkt nichtmal drüber nach, das Ende ist ohnehin gesetzt, diese Überzeugung ist in Gorrh gewachsen, hat ihn überwuchert, gewissermaßen. Gorrh als Rosenstock, als rennender, brennender Rosenstock auf dem Pilgertriathlon „Fluß ohne Ufer“, rund um Kleve, Ufer ohne Fluß, denkt Gorrh, sich schneuzend.

Auguste Duméril sur les bords du Rhin (2)

Le soir, en me promenant dans une des rues de cette petite ville, je suis passé devant un estaminet, à la porte duquel je me suis arrêté, avec plusieurs autres passants, pour entendre de la musique, telle qu’on n’en a jamais faite en France, en pareil lieu. Il paraît, au reste, que les compatriotes de Beethoven sont très grands amateurs de musique. Le lendemain je m’embarquai, à 8 h. à Bonn, et j’arrivai à Mayence à 7 h ½ du soir. Ce fut là, si je puis le dire, ma grande journée, dans ce beau voyage. A part une pluie assez forte, pendant la première heure, le temps fut magnifique, toute la journée, et ce fut une grande faveur du ciel, car il est à mon avis bien difficile de voir quelque chose de plus admirable, de plus varié, que ces bords du Rhin, que rendent si pittoresques ces rochers couverts de ruines. Nous avons pu dîner sur le pont, de sorte que je puis dire que, depuis le moment du départ, jusqu’à la tombée de la nuit, c’est-à-dire jusqu’à 6 h ½ ou 7 h., j’ai été dans une admiration perpétuelle, et dans un état d’attention permanente, m’aidant du panorama du Rhin, de mon itinéraire, et de ma lorgnette. Je pense bien souvent à cette belle journée. A Mayence, où j’ai été si frappé de voir les uniformes Autrichiens, Prussiens, et Hessais, et où tout a un aspect militaire. J’ai visité les 2 ou 3 belles églises de Jésuites, la cathédrale, dont les réparations viennent d’être achevées, et qui montre si bien ce qu’était cette curieuse architecture à plein cintre, qui diffère tant de l’architecture gothique, dont on voit, au reste, un superbe échantillon, dans les ruines, parfaitement conservées, d’un cloître, attenant à l’église. J’ai visité une très riche collection publique de tableaux: elle est peu nombreuse, mais contient de très belles choses; la promenade du Main; vis à vis, l’embouchure de cette rivière, est très jolie: c’est un beau spectacle que celui de la résistance que les eaux du Rhin offre à celles du Main, qui ne se mélangent que fort loin de là, à Bingen, seulement, dit-on. La statue de Gutenberg, par Thorvaldsen, est fort belle. Je quittai Mayence, dans la matinée, et allai à Wiesbaden, dont j’ai vu les admirables salles de jeu, de concert, de danse, et la belle promenade. Toutes les constructions nouvelles donnent, aux parties de la ville, qui avoisinent les sources, un très bel et riche aspect: j’ai vu les baignoires de grès rouge à fleur du sol, où arrivent les eaux thermales, que j’ai goûtées, mais dont je n’ai pu me résoudre à avaler un verre entier, quoiqu’elles ne soient point sulfureuses, mais simplement salines: j’ai également goûté les eaux sulfureuses d’Aix-la-Chapelle, et les eaux salines de Baden. Après avoir passé 3 heures, je suis venu à Francfort, où j’arrivai en moins de 2 h. C’était le samedi soir : je me promenai dans la ville, et fus, tout d’abord, frappé de l’air de capitale qu’offre cette grande ville, dont la grande rue, sur laquelle donnent la plupart des hôtels, est vraiment magnifique. Toute la matinée du lendemain fut employée à parcourir cette riche ville, où je vis un grand luxe d’équipages et de toilettes. La rue des Juifs m’a beaucoup frappé, par l’aspect tout particulier qu’offrent ses vieilles maisons, et les habitants de ces maisons, qui, tous Juifs, ont, hommes ou femmes, des tournures et des figures qui n’appartiennent qu’à eux: ce sera grand dommage, à mon avis, quand on démolira les maisons de cette rue, car c’est là un caractère particulier de cette ville, où les maisons Juives sont à la tête du commerce et de la banque, à commencer par Rothschild et Bethmann. J’ai vu chez ce dernier une admirable statue, qui vaudrait peut-être, à elle seule, le voyage de Francfort: l’Ariane de Dannecker. C’est le plus beau marbre que j’ai vu, et lorsqu’on ne laisse arriver le jour qu’à travers des rideaux roses, c’est une illusion incroyable.

La cathédrale est curieuse par son ancienneté. On y voit le fauteuil du couronnement des empereurs et un beau Christ en ivoire, d’Alb. Dürer. L’hôtel de ville, où se tenaient les assemblées pour les élections d’empereurs, et la grande salle où sont les portraits en pied de 52 ou 53 empereurs, offrent d’intéressants souvenirs historiques. Je me suis promené dans les nouvelles promenades, sur les bords du Main, et comme c’était le dimanche, il y avait beaucoup de monde, et concert. C’était un joli coup d’œil: une foule de constructions nouvelles embellissent la ville, qui est certainement la plus importante de toutes celles que j’ai visitées. Il y a un riche musée de tableaux. J’étais, le soir de ce même jour, à Mannheim, singulière ville, par sa construction trop régulière, qui lui donne l’aspect d’un damier. Toutes les rues, en effet, y sont tirées au cordeau, et se coupent à angles droits. C’est une ville peu animée, mais qui a un certain air d’aisance. On y voit un ancien palais, qui, par ses immenses dimensions, rappellerait un peu Versailles, comme les jardins de Schwetzingen, situés à 2 lieues de là, et que j’ai visités ce même jour, en me rendant à H, rappellent un peu le parc de Versailles, par les belles plantations, les pièces d’eau, et les constructions, un peu analogues au petit Trianon. C’est un magnifique jardin, que j’aurais regretté de ne pas visiter. Les moyens de communication sont si rapides, avec les chemins de fer, si bien organisés dans ce pays, qu’après avoir vu à Mannheim tout ce qu’il y a de curieux, ce qui n’est pas long, car, après le nouveau pont suspendu, 2 ou 3 belles fontaines, qui n’ont pas même les tuyaux destinés à y amener l’eau, l’habitation de la grande duchesse douairière de Baden-Baden, Stéphanie Beauharnais; la collection de tableaux, la belle promenade sur le Rhin, le nouveau bâtiment des douanes, et l’aspect particulier de la ville, on n’a plus rien à visiter, et qu’après avoir parcouru le parc de Schwetzingen, je suis arrivé à Heidelberg ce même jour, assez tôt pour visiter, avant la nuit, les ruines de l’ancien château.

(Quelle: http://correspondancefamiliale.ehess.fr/)

Auguste Duméril sur les bords du Rhin

Copie d’une lettre que j’ai écrite à Joseph Fabre, après mon voyage sur les bords du Rhin, en 1846, et qui peut servir de journal abrégé de ce voyage.

Le soir du jour où vous m’avez embarqué au chemin de fer, c’est-à-dire, lundi 14 Septembre, je suis arrivé, à 2 h ½ environ, à Bruxelles, et là, suivant le conseil de M. V. Cumont, je me fis immédiatement conduire à la diligence de Namur, qui allait partir, et je me trouvai le lendemain matin à Namur, à 6 h.: à 6 h ½, une autre diligence, se mettant en route pour Liège, je m’installai sur une banquette surnuméraire, adossée au cabriolet de l’impériale, et de là, comme d’un observatoire, d’où ma vue pouvait s’étendre de tous côtés, j’ai parfaitement joui de la vue des bords pittoresques de la Meuse, dont la grande route suit presque constamment le cours, de sorte que je n’aurais pas mieux vu, je crois, à bord du bateau, si j’avais suivi mon premier plan, qui était d’aller par eau, de Namur à Liège, où je ne serais arrivé que le mardi soir, tandis que j’y étais à une heure, et qu’à 5 h, je me trouvais à Aix-la-Chapelle, où je me mis en rapport avec M. Darancourt, qui ne savait pas l’Allemand plus que moi. Nous passâmes notre soirée au café de la source Elise, au théâtre, et à la redoute, où nous ne vîmes pas de joueurs trop acharnés, mais où je pus prendre une idée de ce que sont la Roulette et le 31. Le lendemain matin, nous avons visité l’hôtel de ville, la cathédrale, dont je fus très frappé, car c’était le premier exemple que je voyais de cette architecture byzantine, dont je devais voir de si beaux échantillons à Bonn, mais surtout à Mayence: les fameuses reliques, et la jolie montagne du Louisberg. Ce même jour, nous avons visité Cologne, dont j’ai extrêmement admiré la magnifique cathédrale, malheureusement inachevée, mais pour laquelle on dépense maintenant 500 000 F par an: si elle est jamais achevée, ce sera, je crois, une des plus belles églises gothiques qui se puissent voir. L’Eglise Ste Marie du capitole, curieuse par des restes de constructions romaines; l’église des Jésuites, richement ornée, surtout par un banc de communion, de marbre blanc, couvert de charmante sculpture, et l’église de St Pierre, où se voit le curieux tableau de Rubens, représentant le crucifiement de St Pierre, qui est vu la tête en bas. Le soir de ce même jour, nous vînmes coucher à Bonn. Ici, commence le magnifique spectacle qu’offre le Rhin, et la matinée du jeudi, passée, ainsi que je vais vous le raconter, a été pour moi pleine d’enchantement. Nous prîmes un guide, et après avoir visité, dans la ville, la cathédrale, d’un aspect particulier, et la statue de Beethoven, nous nous dirigeâmes, en voiture, vers le Kreutzberg, montagne élevée, où existe une église, avec un escalier de marbre, qui ne se monte qu’à genoux, et dont un caveau contient des moines momifiés, par la sécheresse du lieu, et l’absence complète pendant des siècles, du contact de l’air extérieur: physiologiquement, c’est un fait, qui ne manque pas d’intérêt: la peau est parfaitement intacte et dure, comme du cuir tanné. De là, la vue est déjà belle, mais elle est plus belle encore, du Godesberg, où nous allâmes ensuite, et où se voient des ruines assez considérables: elle l’est certainement davantage, sur le Rolandseck, où se voient quelques ruines, et d’où la vue plonge sur le Rhin, et sur les îles considérables qui existent dans ce point, et sur l’une desquelles est construit un grand bâtiment qui, de monastère qu’il était autrefois, est devenu un hôpital.

Après être descendus, nous avons traversé le Rhin, en bateau: il a, dans ce point, une largeur extrême: sur l’autre rive, est la haute montagne du Drachenfels, que nous avons également gravie, et d’où nous avons joui du plus admirable point de vue, car on a, autour de soi, les autres monts; qui forment ce que l’on nomme les 7 monts, le Rhin, et, de l’autre côté, les monts qui bordent la rive. En redescendant, on arrive à la petite ville de K, où mon compagnon de voyage me quitte, pour prendre le bateau à vapeur, qui devait le conduire à Coblentz, et moi, je traversai le Rhin, sur un pont volant, pour rejoindre la voiture qui me ramènera à Bonn, que je ne voulais pas quitter sans avoir visité l’Université. Les 6 heures environ passées dans cette ravissante excursion, si elles furent accompagnées d’une assez grande fatigue, qui me dura 2 ou 3 jours, furent vraiment délicieuses, car je n’avais jamais eu encore l’occasion de voir la nature sous un si magnifique et si imposant aspect; mais je ne savais pas encore quels enchantements m’étaient réservés, pour le lendemain. A Bonn, tous les professeurs étaient absents: je visitai cependant avec assez de détails Cl., ancienne résidence d’été des électeurs, où se voient une belle collection d’anatomie, mais surtout, de magnifiques collections d’histoire naturelle, renfermées dans des salles, de l’aspect le plus grandiose. J’ai visité la clinique d’accouchement, composée de 12 lits, d’une collection curieuse de bassins vicieux, et d’instruments d’obstétrique, qui me furent montrés par l’aide de clinique du professeur Kilian. Il y a là une douche ascendante de 2 mètres ½ environ de hauteur, pour les accouchements prématurés: il paraît qu’on obtient de bons résultats de ce procédé, qui n’est jamais mis en usage chez nous, à ce que je crois.

(Quelle: http://correspondancefamiliale.ehess.fr/)

L. L.

Von oben, wiederholt, so wie Spielkarten auf einen Stapel gedroschen werden, zack, zack, dasselbe Motiv: Blick ins Rheintal, wie für ein Kamera-Still bei schönstem Frühlingswetter eingefroren die Walrücken der Frachter, die winzigen Schaumstreifen der Heckwellen eine exotische Cocktailbeigabe, hüben und drüben auf den Bergkuppen lauter markante Ruinen. Ein sich überdeckendes, ein dermaßen, ein, ein scheinbar unendlich mit sich selbst kongruentes Bild, dessen Schönheit Risse (leichte, vermutlich elektrische Schmerzimpulse) im Denken auslöst, in Zusammenhang mit den passenden Klängen (Beethoven, Wagner, Kraftwerk, Der Plan). Und dann gerät etwas ins Zittern, Rütteln, Schwanken. Die Wasserfläche weitet sich zur See, lautlose Flugzeuge, mittelgroße Maschinen, die in einem Wettbewerb massenweise und bestens koordiniert in einen Nebenfluß sinken, um nach einigen plumpen Versuchen strahlend aufzutauchen, gleich behäbigen Fischen, die irgendwelchen Schwarmvorgaben folgend plötzlich den historischen Schritt des Landgangs für unsinnig erachten, wieder durchstarten, ein fantastisches Spektakel, betrachtet von hunderten Schaulustigen am Ufer. Das Ganze kommentiert von einem hochaufgeschossenen Mann, schwarze Kleidung, Charakterschädel, der seinen Namen nicht preisgeben möchte, ein Kreativer vermutlich, genau wie die hübsche Dame aus der Stadt, schnittige Frisur, aufs Äußerste blondiert, die mir erzählt, sie trage statt des Gehirns eine Gebärmutter im Schädel, darin ungeborene Kinder sich streckten und wieder zusammenschnalzten, es mache sie ganz wahnsinnig, die mir schließlich ihre Initialen nennt, die auch auf ihrer Brusttasche eingestickt sind: L. L. Die Dame, die sich in mein Bewußtsein gehackt hat, wird mir klar. Sie steht direkt vor mir. Ihre vollen, an manchen Stellen knautschigen Lippen arbeiten an meinem hypnotischen Zustand. Je nach Blickwinkel ist sie einen Kopf größer oder kleiner als ich selbst. Sie redet auf mich ein, verschiebt meine Gedanken, spielt Tetris oder Memory damit. Ich versuche, ihr eine zu knallen, sie lacht. Zwischen ihren gebleichten Zähnen das weite Tal ihrer Zunge, die am Horizont des Rachens, aus dem eine unergründliche Melodie schwingt, verschwindet, blau in blau. Der Himmel sinkt und kippt, Geröll walzt durch meine Adern, mein Abdomen, es zieht mich fort, mein entäußerter Körper zerschellt an der Befestigung ihres Willens. Ich versuche mit ihr zu sprechen, doch die Gegenwart ist zu wild mit all ihren Geräuschen, Kommunikation findet allenfalls gestisch statt. Ich zücke mein Notizbuch. L. L. schreibe ich hinein. Sie wünscht mir Glück. Verdrückt eine Träne. Stille. So läuft es jedesmal, sagt sie. Preßt ein paar Kinder aus ihrem Schädel und stolziert davon.