Köln aus der Sicht kroatischer Grundschüler (6)

dominik_domsüßigkeitenDominik: Domsüßigkeiten

taja usic_köln steht kopfTaja Ušić: Köln steht Kopf an Karneval

andjela doric_heinzelmännchen at workAnđela Dorić: Die Heinzelmännchen bei der Arbeit

Köln aus der Sicht kroatischer Grundschüler (5)

david t_wildes spielDavid T.: Wildes Spiel des 1.FC Köln, der Gegner jubelt

arian_fc kölnArian: Perfekt ausgeführter Strafstoß der Rückennummer 7 des 1.FC Köln

Köln aus der Sicht kroatischer Grundschüler (4)

nea_karnevalNea: Kölner Karnevalsszene – der frappierende Realismus des Bildes mag daher rühren, daß auch in Istrien Karneval stattfindet

manolo_freie interpretationEine freie Interpretation Kölns von Manolo

Köln aus der Sicht kroatischer Grundschüler (3)

antonija mijandrusic_kamelle am domAntonija Mijandrušić: Kamelle fliegen am Dom

erik belsak_die drei domtürmeErik Belšak: Die drei Domtürme

Köln aus der Sicht kroatischer Grundschüler (2)

aurel_heinzelmännchenAurel: Die Heinzelmännchen messen ungefähr 1,20 Meter: “Bam. Wir kehren nie mehr zurück.”

julia bambic_schule karnevalJulia erklärte, sie wolle später viele Geschichten in verschiedenen Sprachen schreiben; als erstes über eine deutsche Stadt.

Köln aus der Sicht kroatischer Grundschüler

Im istrischen Ližnjan waren wir eingeladen, in der Dorfschule vor der dritten und vierten Grundschulklasse über Köln und den Rhein zu sprechen. Sehr weit kamen wir mit unseren Ausführungen nicht, denn die Schüler debattierten lebhaft jedes Vortragsdetail, sodaß die veranschlagte Stunde rasend verflog. So erfuhren wir z.B. als Reaktion auf Kopischs Heinzelmännchengedicht von den Schülern, daß im nahegelegenen Pula Steinfeen das grandiose, aus der Römerzeit erhalten gebliebene Amphitheater bei Unwetter mit schwarzen Regenschirmen schützten. Zum Abschluß ihrer Deutschstunde malten die Schüler eigens für rheinsein ihre Sicht auf Köln nach neu gewonnenen Erkenntnissen, die sich hauptsächlich um die Römerzeit, den Dom, den 1. FC Köln, den Karneval und die Heinzelmännchen drehten. In einer kleinen Serie stellen wir eine Bildauswahl vor:

nikola perkovic_karnevalNikola Perković: Karneval

ljubomir_domLjubomir: Der Kölner Dom

Vom Hohentwiel

Es gibt in der rheinisch-deutschen Sferiferie eine Menge dieser mittelhohen bis schon ganz ordentlichen, plastisch benamten Berge, die einst zu erklimmen – wenigstens aber mit dem Auto auf ihren Gipfelparkplatz vorzufahren – ich mir schon lange vorgenommen habe: Drachenfels, Feldberg, Hornisgrinde, Schauinsland, Wattkopf usw. usw., nun also der winterliche Hohentwiel, seiner markanten Form halber bestens bekannt aus Funk-, Fernseh-, und Fotodokus. Der Hegau bietet mehrere dieser bizarren Vulkanschlote aus Klingstein und Basalt und trägt daher den kratzigen Beinamen „des Herrgotts Kegelspiel“. Der Hohentwiel wiederum trägt eine imposante Festungsruine an Kopfes statt, die auf dem Drachenfels ist Pipifax dagegen. (Dafür hat der Drachenfels tiefer in die Mythentüte gelangt.) Vom Parkplatz aus kreist der Weg noch ein beachtliches Stückchen steil bergan, dem fysisch zerbrechlichen Wanderer wird klar: solche Festung möchtest du weder erstürmen, noch erbauen; jedenfalls nicht als Fußvolk. Gekeuche beim Ausblick: über den einzigartigen Hegau mit seiner ungekünstelten A81 im Abendschein, hinter den Wolken dort, das sind ein paar Alpenspitzen, dies unverkennbar der Bodensee, Radolfzell (bekommt auch noch mindestens einen Eintrag hier, besitzt wie Engen eine Schiesser-Fabrik), unten Singen mit der Maggi-Fabrik, das sind ja zentrale Produktionsstätten der Grundausstattung deutscher Durchschnittshaushalte, hier wurden und werden Muster fürs Sexleben und den hohen Geschmack ganzer Generationen vorgefertigt, es ist eine liebliche Gegend, nur die Sprache klingt leicht angerauht, der Winter wirkt eher wie so ein Schneekugelding, im Sommer blüht reichlich der Ysop, es ist ein Paradies auf Erden, genau so eines wie Büsingen direkt gegenüberliegt, wie es mich umgibt, die Luft ist weich, schmiegt sich flauschig in die Lungen, macht es sich dort gemütlich, schaltet die Tagesschau ein, die äußere Kälte schmilzt, von geistigen Heizkörpern bestrahlt, drunt die Reichenau mit ihren Klosterschätzen und Gewächshaustomaten, wie strich ich dort einst durch Obst und Gemüse, Italien ist nicht fern, was sag ich, nichtmal Jugoslawien, d.h. Kroatien, d.h. dies ist die Gegend, von der ich als Junge immer träumte: einmal zum Bodensee!, aber einmal reicht eben nicht, auch zweimal nicht, auch nicht dreimal.