<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>rheinsein &#187; Konstanz</title>
	<atom:link href="http://rheinsein.de/tag/konstanz/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://rheinsein.de</link>
	<description>stan lafleur schlafwandelt durch die rheinische sferiferie</description>
	<lastBuildDate>Thu, 09 Feb 2012 13:29:03 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.8.4</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Uhland vom Rheinfall</title>
		<link>http://rheinsein.de/2011/10/24/uhland-vom-rheinfall/</link>
		<comments>http://rheinsein.de/2011/10/24/uhland-vom-rheinfall/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 24 Oct 2011 07:00:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stan Lafleur</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rhein]]></category>
		<category><![CDATA[Donaueschingen]]></category>
		<category><![CDATA[Joseph von Laßberg]]></category>
		<category><![CDATA[Konstanz]]></category>
		<category><![CDATA[Ludwig Uhland]]></category>
		<category><![CDATA[Meersburg]]></category>
		<category><![CDATA[Orpheus]]></category>
		<category><![CDATA[Rheinfall]]></category>
		<category><![CDATA[Rottweil]]></category>
		<category><![CDATA[Schaffhausen]]></category>
		<category><![CDATA[Schwaben]]></category>
		<category><![CDATA[Stuttgart]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://rheinsein.de/?p=5001</guid>
		<description><![CDATA[Schaffhausen, Samstag, 15. October 1853.
Liebste Emma!
Meine Reise ist bis jetzt gut abgelaufen. Daß ich in Rottweil bis Dienstag Abend verweilen mußte, habe ich nicht zu bedauern. Unter der Leitung des Stadtpfarrers Wolf, eines Freundes von Prof. Keller, besuchte ich den ältesten Sänger in Schwaben, Orpheus, und andere römische Alterthümer, dann besonders auch die in der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schaffhausen, Samstag, 15. October 1853.</p>
<p>Liebste Emma!</p>
<p>Meine Reise ist bis jetzt gut abgelaufen. Daß ich in Rottweil bis Dienstag Abend verweilen mußte, habe ich nicht zu bedauern. Unter der Leitung des Stadtpfarrers Wolf, eines Freundes von Prof. Keller, besuchte ich den ältesten Sänger in Schwaben, Orpheus, und andere römische Alterthümer, dann besonders auch die in der Lorenzkapelle ein eigenes Museum bildende Sammlung alter Holzschnitzwerke. In Donaueschingen wurde ich wieder überall freundlich aufgenommen und eine handschriftliche Chronik voll Mährchen, Sagen, Schwänke und alter Volksgebräuche hätte mich vielleicht noch den vierten Tag festgehalten, wenn ich nicht hier in Schaffhausen an dem für meine Nachfragen ungünstigen Sonntag anzulangen gefürchtet hätte. So schiffte ich mich in strömendem Regen gestern Abend 10 Uhr auf dem Eilwagen nach Schaffhausen ein, kam hier zwischen 3 und 4 Uhr frühe an, begab mich dann im einfachen aber mir wohl zusagenden Gasthof zum Schwan noch auf mehrere Stunden zur Ruhe und verspürte am Morgen, der freundlich aufgieng, nichts mehr von der Nachtfahrt. Frauer ist in den Ferien abwesend. Aber sein Amtsvorgänger Götzinger, ein Bekannter von früherer Zeit, geleitete mich diesen Vormittag bei warmem, hellem Sonnenschein zum Rheinfall, an dessen Anblick ich Herz und Auge weidete. Götzinger gab sein Lehramt am Gymnasium auf, weil er auf der rechten Seite des Oberleibs gelähmt ist, geht jedoch rüstig und scheint gerne sich zu bewegen. Er will sich mir auch diesen Nachmittag und Abend widmen und seine Mittheilungen werden auch für meine Studien nicht unergiebig sein. Morgen um 8 Uhr fährt das Rheindampfboot von hier nach Konstanz ab, von wo ich dann Nachmittags werde nach Meersburg überfahren können. Ob ich dann am Dienstag, Mittwoch oder gar noch später mit der Eisenbahn nach Stuttgart fahre, wird davon abhängen, wie ich es bei Laßberg treffe. Er soll sich recht erfreulich erholt haben. Am wahrscheinlichsten wird der Dienstag mich nach Stuttgart bringen, ein späterer Tag nur, wenn ich besonderen Anlaß fände, mich länger zu verweilen. Ich freue mich innig darauf, Dich dort wiederzusehen, und je früher ich ankomme, werde ich um so  eher auch für den Stuttgarter Aufenthalt zugeben können.</p>
<p>Lebewohl, sei mit Wilhelm und Mayer herzlich gegrüßt von</p>
<p>Deinem</p>
<p>L.</p>
<p>In Donaueschingen, wo ich den größten Theil des Tags auf dem Archiv zubrachte, hättest Du wenig Kurzweil gehabt, aber am Rheinfall hättest Du bei mir sein sollen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://rheinsein.de/2011/10/24/uhland-vom-rheinfall/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Theodor Herzl mit dem definitiven Rheinfallzitat</title>
		<link>http://rheinsein.de/2011/05/19/theodor-herzl-mit-dem-definitiven-rheinfallzitat/</link>
		<comments>http://rheinsein.de/2011/05/19/theodor-herzl-mit-dem-definitiven-rheinfallzitat/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 19 May 2011 08:23:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stan Lafleur</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rhein]]></category>
		<category><![CDATA[Bodensee]]></category>
		<category><![CDATA[Konstanz]]></category>
		<category><![CDATA[Rheinfall]]></category>
		<category><![CDATA[Schaffhausen]]></category>
		<category><![CDATA[Theodor Herzl]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://rheinsein.de/?p=4232</guid>
		<description><![CDATA[Das definitive, ultimative, ja reinkarnative (und hier (wie sovieles) bei rheinsein erstmals im Internet auftauchende) Zitat zum Rheinfall stammt wohl aus den 1883er Reisetagebüchern Theodor Herzls, dem Wegbereiter des Zionismus, und bildet als solches eine französische Sprachinsel der Hochvernunft im sonst deutsch-tosenden Gedankengewitter über unser aller Schaffhausen:
&#8220;24 Juli
(&#8230;) Enttäuschung von Konstanz! Gleichgültige, schmale, charakterlose Gassen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das definitive, ultimative, ja reinkarnative (und hier (wie sovieles) bei rheinsein erstmals im Internet auftauchende) Zitat zum Rheinfall stammt wohl aus den 1883er Reisetagebüchern Theodor Herzls, dem Wegbereiter des Zionismus, und bildet als solches eine französische Sprachinsel der Hochvernunft im sonst deutsch-tosenden Gedankengewitter über unser aller Schaffhausen:</p>
<p>&#8220;24 Juli<br />
(&#8230;) Enttäuschung von Konstanz! Gleichgültige, schmale, charakterlose Gassen, aber die Lage reizend am See. Und wenn man im säulengetragenen Refectorium des Inselhôtels opulent zu Mittag gegessen hat, dann ist es entzückend vom Balcon hinauszuschauen auf die meerhafte Fläche des Bodensees, auf die verschwimmenden Bergzacken am fernen jenseitigen Ufer. –</p>
<p>Selbigen Tags acht Uhr (Abend)<br />
Allein gestanden auf der Eisenbahnbrücke oberhalb des Rheinfalls. – !</p>
<p>25 Juli<br />
Am Känzeli beim Rheinfall!<br />
Nicht nur der Rhein &#8211; auch jeder von uns hat sein Schaff­hausen, das ist: seine brausende, rauschende, stürmische Zeit, in der er seine junge Titanenkraft vergeblich an trotzigen Felsen bricht. Und wenn ein Sonnenstrahl fällt, so glänzen farbige Regenbogen der Poesie über ihm auf. Und alles umsonst! Wie der Rhein verlaufen wir schliesslich alle im Sand der Alltäglichkeit. Und dann kommen wir ins große Meer der Vergessenheit&#8230; –</p>
<p>25 Juli<br />
Im Coupe.<br />
On revient de tout &#8211; même de la chute du Rhin.&#8221;</p>
<p>(Anm. rheinsein: Man kommt von allem zurück &#8211; selbst vom Rheinfall.)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://rheinsein.de/2011/05/19/theodor-herzl-mit-dem-definitiven-rheinfallzitat/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Badischer Rhein</title>
		<link>http://rheinsein.de/2011/04/27/badischer-rhein/</link>
		<comments>http://rheinsein.de/2011/04/27/badischer-rhein/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 27 Apr 2011 17:29:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stan Lafleur</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rhein]]></category>
		<category><![CDATA[Amadeus Siebenpunkt]]></category>
		<category><![CDATA[Bad Säckingen]]></category>
		<category><![CDATA[Baden]]></category>
		<category><![CDATA[Basel]]></category>
		<category><![CDATA[Breisach]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Ezéchiel de Mélac]]></category>
		<category><![CDATA[Gaius Julius Caesar]]></category>
		<category><![CDATA[Gustave Flaubert]]></category>
		<category><![CDATA[Henri de Latour d’Auvergne Vicomte de Turenne]]></category>
		<category><![CDATA[Hermann Landerer]]></category>
		<category><![CDATA[Karlsruhe]]></category>
		<category><![CDATA[Konstanz]]></category>
		<category><![CDATA[Mannheim]]></category>
		<category><![CDATA[Oberrhein]]></category>
		<category><![CDATA[Reichenau]]></category>
		<category><![CDATA[Rheinland]]></category>
		<category><![CDATA[Sasbach]]></category>
		<category><![CDATA[Schaffhausen]]></category>
		<category><![CDATA[Straßburg]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://rheinsein.de/?p=4127</guid>
		<description><![CDATA[Passend zu Flauberts Begriffsverwirrung folgende Stelle aus Deutschland deine Badener:
&#8220;(&#8230;) Wo der Wein wächst &#8211; und wo wüchse er nicht im Badischen! -, wo im April schon die Spargeln gestochen und im Mittelbadischen die ersten Erdbeeren geerntet werden, wo auf den Hardtfeldern der Tabak blüht und von der Reichenau früh Gemüse kommt, da lebt es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Passend zu Flauberts Begriffsverwirrung folgende Stelle aus <em>Deutschland deine Badener</em>:</p>
<p>&#8220;(&#8230;) Wo der Wein wächst &#8211; und wo wüchse er nicht im Badischen! -, wo im April schon die Spargeln gestochen und im Mittelbadischen die ersten Erdbeeren geerntet werden, wo auf den Hardtfeldern der Tabak blüht und von der Reichenau früh Gemüse kommt, da lebt es sich nicht heroisch, sondern in gesetzter Behaglichkeit, ein Stück Süden schon, unaufdringlich jedoch und nie spektakulär. Von Konstanz bis über Mannheim hinaus ist Baden Rheinland und doch vom &#8220;Rheinländischen&#8221;, wie es in Deutschland zum Begriff geworden ist für lärmende Schunkelfröhlichkeit, so weit entfernt, wie die alte Holzbrücke über den Strom in Säckingen von Schloß Stolzenfels entfernt ist. Nein, hier ragen keine Trutzburgen hoch, keine mit Wehrzinnen und keine mit dunklen Verliesen, dafür aber in stiller Majestät die Münstertürme von Konstanz und Basel, von Breisach und Straßburg. Ebensowenig spielt sich der Rhein hier romantisch auf. Eher zieht er beschaulich dahin; erst im schweizerischen Schaffhausen braust er dann ein bißchen mutwillig über Felsen. Tannenwipfel spiegeln sich in ihm, Pappeln und Weiden, und wenn er erst an Karlsruhe vorbeigezogen ist, hat er noch eine lange Strecke zurückzulegen, ehe vaterländisch von ihm gesungen wird.<br />
Und wie ist es mit Schwertgeklirr und Wogenprall? Gewiß, gewiß, seit Cäsars Legionen hier mit den Alemannen zusammenstießen, hat sich einiges getan am Oberrhein, und die Namen Mélac und Turenne, des Sonnenkönigs Marschälle, haben weder im Pfälzischen noch im Badischen einen guten Klang, wenngleich dieser Turenne in Sasbach, dort, wo ihn eine verirrte Kugel traf, sein Denkmal hat. Zufällig traf, muß man wohl hinzufügen. Denn wann fielen Marschälle auf dem Schlachtfeld? Nun, das ist lange her. Zudem waren es dynastische Streitereien, keine Volkskriege. So ermangelt der badische Rhein des Schicksalshaften, dies schon deshalb, weil auf beiden Ufern die gleiche Sprache gesprochen wird &#8211; Alemannisch. Einleuchtender hat es keiner erzählt als Hermann Landerer in seiner Geschichte vom alten Balthasar, der 1946 in Karlsruhe, in der amerikanischen Besatzungszone gelegen, ein Paar Hosenträger kaufen wolte, weil es diese in der französischen Zone nicht gab. Dazu benötigte er ein Laisser-passer. Auf badisch heißt das ein &#8220;Lessebasse&#8221;, und dies gab`s nicht ohne militärärztliche Untersuchung. Der Balthasar suchte seine französischen Sprachbrocken zusammen und trat gefaßt vor den jungen Franzosendoktor. Der aber knüpfte ihm das Hemd auf, hörte das Herz ab und sagte auf gut alemannisch: &#8220;Schnüüfe, Großvadder.&#8221; (&#8230;)&#8221;</p>
<p>Quelle: Amadeus Siebenpunkt &#8211; Deutschland deine Badener. Gruppenbild einer verzwickten Familie, Hoffmann und Kampe, Hamburg 1975</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://rheinsein.de/2011/04/27/badischer-rhein/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der Rhein für die gebildeten Stände (3)</title>
		<link>http://rheinsein.de/2010/12/22/der-rhein-fur-die-gebildeten-stande-3/</link>
		<comments>http://rheinsein.de/2010/12/22/der-rhein-fur-die-gebildeten-stande-3/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 21 Dec 2010 23:03:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stan Lafleur</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rhein]]></category>
		<category><![CDATA[Aare]]></category>
		<category><![CDATA[Bacharach]]></category>
		<category><![CDATA[Baden]]></category>
		<category><![CDATA[Bas-Rhin]]></category>
		<category><![CDATA[Basel]]></category>
		<category><![CDATA[Bayern]]></category>
		<category><![CDATA[Bingen]]></category>
		<category><![CDATA[Bodensee]]></category>
		<category><![CDATA[Bonn]]></category>
		<category><![CDATA[Breisach]]></category>
		<category><![CDATA[Chur]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Düsseldorf]]></category>
		<category><![CDATA[Emmerich]]></category>
		<category><![CDATA[Erft]]></category>
		<category><![CDATA[Friedrich Arnold Brockhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Graubünden]]></category>
		<category><![CDATA[Hatto I.]]></category>
		<category><![CDATA[Haut-Rhin]]></category>
		<category><![CDATA[Hessen]]></category>
		<category><![CDATA[Ill]]></category>
		<category><![CDATA[Karl der Große]]></category>
		<category><![CDATA[Kinzig]]></category>
		<category><![CDATA[Koblenz]]></category>
		<category><![CDATA[Köln]]></category>
		<category><![CDATA[Konstanz]]></category>
		<category><![CDATA[Lahn]]></category>
		<category><![CDATA[Lippe]]></category>
		<category><![CDATA[Main]]></category>
		<category><![CDATA[Mainz]]></category>
		<category><![CDATA[Mannheim]]></category>
		<category><![CDATA[Mosel]]></category>
		<category><![CDATA[Murg]]></category>
		<category><![CDATA[Nahe]]></category>
		<category><![CDATA[Nassau]]></category>
		<category><![CDATA[Neckar]]></category>
		<category><![CDATA[Neuwied]]></category>
		<category><![CDATA[Niederlande]]></category>
		<category><![CDATA[Preußen]]></category>
		<category><![CDATA[Rheinland]]></category>
		<category><![CDATA[Ruhr]]></category>
		<category><![CDATA[Schaffhausen]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarzwald]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Speyer]]></category>
		<category><![CDATA[St. Gallen]]></category>
		<category><![CDATA[St. Goar]]></category>
		<category><![CDATA[Straßburg]]></category>
		<category><![CDATA[Unkel]]></category>
		<category><![CDATA[Vorarlberg]]></category>
		<category><![CDATA[Wesel]]></category>
		<category><![CDATA[Worms]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://rheinsein.de/?p=3237</guid>
		<description><![CDATA[Der Rhein durchfließt zuerst Graubündten, macht die Grenze zwischen dem vorarlbergischen Kreise und dem schweizer. Cantone St.-Gallen, scheidet dann, nachdem er den Bodensee verlassen hat, das Großherzogthum Baden und die Schweiz, von Basel an, wo er sich nördl. wendet, dasselbe Großherzogthum und die franz. Departements des Ober- und Niederrheins, sowie den Rheinkreis des Königreichs Baiern; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Rhein durchfließt zuerst Graubündten, macht die Grenze zwischen dem vorarlbergischen Kreise und dem schweizer. Cantone St.-Gallen, scheidet dann, nachdem er den Bodensee verlassen hat, das Großherzogthum Baden und die Schweiz, von Basel an, wo er sich nördl. wendet, dasselbe Großherzogthum und die franz. Departements des Ober- und Niederrheins, sowie den Rheinkreis des Königreichs Baiern; durchströmt nun das Großherzogthum Hessen, das Herzogthum Nassau, die preuß. Provinz Rheinland und zuletzt die Niederlande. Die vornehmsten in denselben sich ergießenden Flüsse sind: die Aar, die Jll, die Kinzig, Murg, der Neckar, der Main, die Nahe, Lahn, Mosel, Erft, Ruhr und Lippe. Viele beträchtliche Städte liegen an seinen Ufern, so in der Schweiz und Deutschland: Konstanz, Schaffhausen, Basel, Alt-Breisach, Speier, Manheim, Worms, Mainz, Bingen, Koblenz, Neuwied, Bonn, Köln, Düsseldorf, Wesel und Emmerich. An Fischen ist der Rhein sehr reich. Man fängt darin Salmen, welche im Frühlinge im Hinaufsteigen aus der See Lachse, hernach aber, wenn sie sich gegen den Herbst wieder nach dem Meere zu wenden, Salmen genannt werden, Rheinstöre, Neunaugen, Hechte, Karpfen, oft zu 20 Pfund schwer u.s.w. An Federwildpret hält sich auf den unzähligen Rheininseln und dessen Ufern eine Menge verschiedener, oft seltener Gattungen auf. Auch führt der Rhein etwas Gold unter seinem Sande, welches theils aus dem Gebirge Helvetiens, theils aus dem des Schwarzwaldes kommt. Eine vorzügliche Wichtigkeit, besonders für das westl. Deutschland, hat der Rhein durch die Schiffahrt. (S. Rheinschiffahrt und Rheinhandel.) Er wird von Chur in Graubündten an befahren; unter Schaffhausen fängt die bequemere Schiffbarkeit des Stromes an; allein die größere Rheinschiffahrt mit schwer beladenen Schiffen beginnt erst bei Speier. Von Strasburg bis Mainz gehen Schiffe, die 2000—2500 Ctr. laden, von Mainz bis Köln Schiffe von 2500—4000 Ctr., und von Köln bis Holland Schiffe, welche 6000 —9000 Ctr. tragen. (S. Flöße.) Außer den Rheinfällen hält man für die Schiffahrt gefährlich: 1) Das Bingerloch, bei Bingen, sechs Stunden unterhalb Mainz. Hier nähern sich die Berge, welche den Rhein einschließen, von beiden Seiten so, daß man bis an das Flußbett hinein den ehemaligen Zusammenhang der gegenseitigen Felsen gewahr werden kann. Diese Felsenwand, die sich von einem Ufer zum andern erstreckte, wurde wahrscheinlich im Laufe von Jahrhunderten durch die Gewalt des Wassers oder durch eine Erdrevolution zum Theil zertrümmert und ließ nun dem Strom eine zwar freie, aber enge Bahn. Karl der Große ließ diese Öffnung erweitern, doch blieb sie noch immer so enge, daß nur ganz kleine Fahrzeuge die Fahrt machen konnten. Erst unter dem Kurfürsten Sigismund von Mainz wurde der Weg für größere Schiffe fahrbar und minder gefährlich. Die einzige Durchfahrt, welche man das Bingerloch nennt, war bis zum J. 1834, wo die preuß. Regierung durch Sprengen dieselbe erweitern ließ, nur 50 F. breit, und auch jetzt ist dieselbe bei niedrigem Wasser nicht ohne Gefahr zu passiren. Daselbst steht auch mitten im Wasser auf einem Felsen Hatto&#8217;s Thurm oder der Mäusethurm. (S. Hatto.) 2) Das wilde Gefährt bei Bacharach, wo der Strom im Thalwege mit fürchterlichem Gefälle des Wassers  zwischen Felsen und Banken eine Art Trichter bildet. Dasselbe ist nur für die den Strom hinabfahrenden Schiffe gefährlich. 3) Die sogenannte Bank von St.-Goar, wo des Flusses Wellen an eine Gruppe theils sichtbarer, theils verborgener Klippen anprallen und einen Strudel bilden. 4) Der kleine und große Unkelstein bei dem Städtchen Unkel, eine Gruppe Basaltsäulen, die theils unter dem Wasser verborgen sind, theils hervorragen. Die größere Gruppe, der große Unkelstein genannt, ist unter der franz. Herrschaft hinweggeräumt worden, und auch die kleinen Gruppen können bei hohem Wasser von leeren Schiffen überfahren werden.</p>
<p>(aus: Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie für die gebildeten Stände. Conversations-Lexikon, Band 9, F.A. Brockhaus Verlag, Leipzig 1836)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://rheinsein.de/2010/12/22/der-rhein-fur-die-gebildeten-stande-3/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Konkrete Poesie</title>
		<link>http://rheinsein.de/2010/12/05/konkrete-poesie/</link>
		<comments>http://rheinsein.de/2010/12/05/konkrete-poesie/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 05 Dec 2010 22:51:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stan Lafleur</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rhein]]></category>
		<category><![CDATA[Konstanz]]></category>
		<category><![CDATA[Paradies]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Seerhein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://rheinsein.de/?p=3147</guid>
		<description><![CDATA[
Von einem überfallartigen Seefieber gegängelt schlagen wir uns den Seerhein entlang durch das Wohnviertel Paradies auf die Schweizer Seite durch, queren schwere schwarze Äcker voll untergejäteter Rüben und Randen, sowie die fiesen Schweizer Rheinsümpfe, in denen viele illegale Immigranten versinken: erst klingeln sie uns mit ihren Fluchtfahrzeugen von den Trampelpfaden der grünen Grenze, später sehen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://rheinsein.de/wp-content/uploads/2010/11/Kreuzlingen_Kuhhorn-Imbiss.jpg" alt="Kreuzlingen_Kuhhorn Imbiss" title="Kreuzlingen_Kuhhorn Imbiss" width="510" height="383" class="aligncenter size-full wp-image-3148" /></p>
<p>Von einem überfallartigen Seefieber gegängelt schlagen wir uns den Seerhein entlang durch das Wohnviertel Paradies auf die Schweizer Seite durch, queren schwere schwarze Äcker voll untergejäteter Rüben und Randen, sowie die fiesen Schweizer Rheinsümpfe, in denen viele illegale Immigranten versinken: erst klingeln sie uns mit ihren Fluchtfahrzeugen von den Trampelpfaden der grünen Grenze, später sehen wir ihre Haarschöpfe aus dem Ried am Wegesrand ragen, als wüchsen sie schon ewig dort. Der Kuhhorn Imbiss hat sich die Lage an den Schmuggler- und Flüchtlingstrecks zunutze gemacht und erinnert an schummrige Saloons aus dem Wilden Westen. Rückwärtig warnt ein ausgebleichter Kuhschädel vor allzuhohen kulinarischen Erwartungen, frontal wurde (evtl. dem laufenden, grenzüberschreitenden Konstanzer Poesiefestival geschuldet) eine typisch schweizerische Mahnung im Stile der Konkreten Poesie angebracht. Wie dem auch sei: im Winterhalbjahr ist die Location verrammelt &#8211; wer sich in den gefährlichen Sümpfen nicht selbst versorgt, kann dabei umkommen.  </p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://rheinsein.de/2010/12/05/konkrete-poesie/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Fiebrig durch Konstanz (2)</title>
		<link>http://rheinsein.de/2010/12/05/fiebrig-durch-konstanz-2/</link>
		<comments>http://rheinsein.de/2010/12/05/fiebrig-durch-konstanz-2/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 05 Dec 2010 11:05:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stan Lafleur</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rhein]]></category>
		<category><![CDATA[Alpen]]></category>
		<category><![CDATA[Bodensee]]></category>
		<category><![CDATA[Friedrichshafen]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Arnold]]></category>
		<category><![CDATA[Jochen Kelter]]></category>
		<category><![CDATA[Konstanz]]></category>
		<category><![CDATA[Rotterdam]]></category>
		<category><![CDATA[Schwaben]]></category>
		<category><![CDATA[Seehas]]></category>
		<category><![CDATA[Seerhein]]></category>
		<category><![CDATA[Sisyphos]]></category>
		<category><![CDATA[Stein am Rhein]]></category>
		<category><![CDATA[Youtube]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://rheinsein.de/?p=3201</guid>
		<description><![CDATA[Von brennenden Ghettos schreibt Jochen Kelter in seinem Konstanz-Gedicht „Ruderer“ von 1982 und von acht Mann, die sich auf dem Seerhein ranlegen, als wollten sie übers schilpende Wasser bis Stein oder Rotterdam, während überm Ried der Mond mit der Republik seine Schärpe tauscht. Kräftige Bilder, an deren Entschlüsselung wir noch arbeiten. Das Konstanzer Ghetto ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Von brennenden Ghettos schreibt Jochen Kelter in seinem Konstanz-Gedicht „Ruderer“ von 1982 und von acht Mann, die sich auf dem Seerhein ranlegen, als wollten sie übers schilpende Wasser bis Stein oder Rotterdam, während überm Ried der Mond mit der Republik seine Schärpe tauscht. Kräftige Bilder, an deren Entschlüsselung wir noch arbeiten. Das Konstanzer Ghetto ist auf unseren fiebrigen Erkundungsgängen nicht zu entdecken, wahrscheinlich ist es mittlerweile überbaut oder versteckt sich im Internet. Tatsächlich hat ein User auf Youtube einen Konstanzer Ghettorap eingestellt, in dem es unter anderem heißt: „Konstanz, diese Psychostadt ist krank / vor ihr hat sogar der Teufel Angst (&#8230;) Aufgewachsen bin ich in dunklen Gassen / wo Freunde dich verraten und eigentlich hassen (&#8230;) Abschaum City (&#8230;)“ Der relativierende Refrain: „Diese eine Stadt, in der ich aufgewachsen bin / diese eine Stadt, in der ich immer bleiben will / Das ist nicht nur Ghetto, sondern auch ein guter Shop“ Lyrische Zeilen über Konstanz, mutmaßen wir, sowohl von uns auf andere schließend, als auch aufgrund solcher Fremdzeilen, unterliegen offenbar, solang sie in der Gegend selbst entstanden sind, unmittelbar den Ausdünstungen des Seewassers. Deren Schwingungen versetzen nicht nur den Körper in erhöhte Temperatur, sondern auch den Geist in matschbirnigen Frohmut: „Durch die Gitter meiner Zelle / grüßt der See mich jeden Tag. / Lächelt mir mit jeder Welle, / und vergessen ist die Plag`“ schreibt Hans Arnold 1885 einen „Gruß aus dem Konstanzer Amtsgefängnis“. Der See wirkt also schon länger. Und die von ihm ausgelösten Fieberwellen bewirken, daß wir uns vorstellen müssen, wie es früher, als alles noch viel größer war, der See das Rheintal bis weit in die Alpen hinauf füllte, zugegangen sein mochte: welche Sorte Saurier wohl an seinen Ufern sich tränkten und fraßen, welche Urfelchen ihre Traumräume vom Landgang, vom Fortflug gar, verwoben, welche Außerirdischen die Gegend damals besuchten, um Bodenproben zu entnehmen und schicke abenteuerliche Postkartenmotive ausfindig zu machen, welche Grundschulkinder &#8211; jedoch nur in hirngewebeähnlicher Spontanmanifestation eines letztlich materielosen kugelblitzförmigen Welt/Geistes &#8211; in aus damaliger Sicht ferner Zukunft die brennenden Ghettos von Konstanz in Wasserfarben zu bannen hätten. Wir wollen uns solche Szenen nicht vorstellen, wir müssen es. Das Seefieber zwingt uns dazu. Die Wasseroberfläche säuselt &#8211; oder surrt wie eine Stechmücke, ganz nah am Ohr. Vielleicht meint Jochen Kelter mit seinen acht Ruderern heroische Kämpfer, die sisyfotisch versuchen, die Wasseroberfläche zu erschlagen. Vielleicht angelehnt bei den Sieben Schwaben, die ursprünglich einmal neun gewesen sein sollen. Und von denen einer Seehas geheißen haben soll. Wie man heuer die Konstanzer nenne oder diese sich selbst oder die Friedrichshafener sich oder andere am See. Weil der Hase ja (bei den Sieben Schwaben) ein Ungeheuer und als Seehas in Fisch-Hasen-Mischform&#8230; Es gibt eine Pille gegen das Seefieber. Wer die einwirft, hat für 24 Stunden davor Ruhe. Und vor allem anderen auch. Der dämmert weg in wohlige Welten, während am Horizont das leise Geknister und die Rauchzeichen brennender Vorstädte mit der Unerheblichkeit ausgestorbener, noch dazu niemals bekannter Randvölker und ihrer Dialekte vor sich hinwerkeln und nuscheln: aus Weltraumsicht, elf hoch fümmunzwanzig Galaxien weit entfernt von der Erde.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://rheinsein.de/2010/12/05/fiebrig-durch-konstanz-2/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Volk</title>
		<link>http://rheinsein.de/2010/12/04/3186/</link>
		<comments>http://rheinsein.de/2010/12/04/3186/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 03 Dec 2010 23:15:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stan Lafleur</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rhein]]></category>
		<category><![CDATA[Friedrich Hecker]]></category>
		<category><![CDATA[Johannes Grützke]]></category>
		<category><![CDATA[Konstanz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://rheinsein.de/?p=3186</guid>
		<description><![CDATA[Am Konstanzer Stadthaus befindet sich unterm Heckerbalkon ein tryptichides Relief von Johannes Grützke. Dieser Teil zeigt Konstanzer Reaktionen auf die 1848er Ausrufung der Republik.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-3185" title="Konstanz_Revolutionsvolk" src="http://rheinsein.de/wp-content/uploads/2010/12/Konstanz_Revolutionsvolk.jpg" alt="Konstanz_Revolutionsvolk" width="510" height="383" />Am Konstanzer Stadthaus befindet sich unterm Heckerbalkon ein tryptichides Relief von Johannes Grützke. Dieser Teil zeigt Konstanzer Reaktionen auf die 1848er Ausrufung der Republik.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://rheinsein.de/2010/12/04/3186/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Fiebrig durch Konstanz</title>
		<link>http://rheinsein.de/2010/12/03/fiebrig-durch-konstanz/</link>
		<comments>http://rheinsein.de/2010/12/03/fiebrig-durch-konstanz/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 03 Dec 2010 12:44:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stan Lafleur</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rhein]]></category>
		<category><![CDATA[Annette von Droste-Hülshoff]]></category>
		<category><![CDATA[Baden]]></category>
		<category><![CDATA[Bodensee]]></category>
		<category><![CDATA[Bregenz]]></category>
		<category><![CDATA[Daniel Gross]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Donau]]></category>
		<category><![CDATA[Ferdinand Graf von Zeppelin]]></category>
		<category><![CDATA[Friedrich Hecker]]></category>
		<category><![CDATA[Ikarus]]></category>
		<category><![CDATA[Imperia]]></category>
		<category><![CDATA[Jesus von Nazareth]]></category>
		<category><![CDATA[Johann Martin Schleyer]]></category>
		<category><![CDATA[Konstanz]]></category>
		<category><![CDATA[Litzelstetten]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Lenk]]></category>
		<category><![CDATA[Tschernobyl]]></category>
		<category><![CDATA[Volapük]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://rheinsein.de/?p=3180</guid>
		<description><![CDATA[Kaum in Konstanz angekommen, ergreift uns vom See her ein unruhiges Fieber. Der See, der ja gewölbt ist, 41,5 Meter sagen die einen, 42,5 Meter sagen die andern, zwischen Konstanz und Bregenz, der in seiner Wölbung, über welche die Katamarane gleiten, jedenfalls einiges zu bergen scheint, und nicht nur Gutes, dieser See spricht zu uns, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kaum in Konstanz angekommen, ergreift uns vom See her ein unruhiges Fieber. Der See, der ja gewölbt ist, 41,5 Meter sagen die einen, 42,5 Meter sagen die andern, zwischen Konstanz und Bregenz, der in seiner Wölbung, über welche die Katamarane gleiten, jedenfalls einiges zu bergen scheint, und nicht nur Gutes, dieser See spricht zu uns, über das Fieber; in seiner allumfassenden Feuchtigkeit, seiner Trinkwässrigkeit enthält er historische Essenzen, die er dem Besucher einflößt, da hilft auch kein Wasserabkochen, -filtern, -tablettenreinigen. Fiebrig, das ständige Seegebrabbel im Schädel, schlurfen wir über Konstanzer Pflaster und Asfalt, nehmen Fühlung auf zum lokalen Straßen- und Seewesen: die Stadt liegt in Novemberdämmer, die Menschen sammeln sich in der weitläufigen Fußgängerzone, laufen auf und ab, beantworten routiniert die abstrusen Fragen der Touristen, spiegeln sich in professionell dekorierten Schaufenstern, sitzen, in Wolldecken gewickelt, auf den winterharten Terrassen und trinken mit Karamellaroma versetzten Kaffee. Ein Hartz IV-Empfänger in abgewetzter Robe plus Zylinder bietet gegen Obulus Gedichtrezitationen: Droste, Droste, Droste. In das laufende Poesiefestival scheint er nicht integriert, kommt kaum einmal zum Einsatz. Nebenan kauert ein Tschernobylopfer und bittet um Spenden. Alle halbe Stunde knattert ein Höllengefährt von Mofa mit ca 5 km/h durch die Szene. Ein Teil der Altstadt ist aufgeschüttetes, dem See abgewonnenes Gebiet. Die alten Gebäude wurden auf Pfählen errichtet, die bis heute, Zahnwurzeln gleich, in den Grund fassen. Dort knirschen sie und scheuchen die Felchen auf, die es hoch an die gewölbte Seeoberfläche treibt, die sie als Rallen und Taucher durchdringen, die abheben, sich in Stare wandeln, die als Geschwader unter elektronischem Gefiepe das Unendliche hinter dem Weiten suchen. So träumen zumindest die Felchen. Am Hafen steht Graf Zeppelin in Stein als Ikarus stilisiert mit einer (lebendigen) Taube auf dem Kopf. Der Graf macht Anstalten abzuheben, die Taube druckst herum, läßt etwas fallen, genießt die Aussicht. Seehase, Seekuh und Seetroll entsteigen dem Dämmer, helfen beim Aufbau des Weihnachtsmarkts, der den gesamten Hafenbereich mit Bretterbuden versorgt. Menschen und Wesen aus aller Welt, auch aus erfundenen Welten, huldigen in diesen Buden vier Wochen lang, bis sich der Tag der Ankunft des Erlösers jährt, dem christlichen Kommerzgedanken. Als Zeichen der Solidarität ordern wir eine rote Wurst. Wir treffen auf Stadtführer Daniel Gross, der uns die Tore zu  asiatisch engen Hintergassen aufschließt und ihren Kloakencharakter erläutert. Der Mann hat seine Stadt bis ins Detail studiert. Wir erreichen den auffällig mit Wandmalereien garnierten Hecker-Balkon und Daniel Gross relativiert sowohl das revolutionäre Potential des badischen Volkes als auch die Konstanzer Brüstung, von der Friedrich Hecker die erste deutsche Republik ausgerufen haben soll. Derartige Balkone fänden sich häufiger im Land. Wir schauen uns noch ein zwei Turmbauten an wie sie städtischen Entwicklungen vorangingen und in Konstanz erhalten sind. Dann treibt uns das Fieber aus der Innenstadt, hindurch und vorbei am imposanten Triumfbogen von Peter Lenk an der Unteren Laube, der mit seinen Bürger-Schwein-Mischlingen und Freie Fahrt für die Liebe-Motorradskulpturen auf nicht minder viel Gegenwehr stieß wie seine Imperia am Hafen. An einer Hecke pflücken wir Berberitzen gegen das Fieber und stoßen auf eine Gedenktafel für Johann Martin Schleyer, den Ersinner des Volapük, der womöglich von ähnlichem Fieber getrieben seine Plansprache gebar: „In einer mir selbst rätselhaften, ja geheimnisvollen Weise, in dunkler Nacht, im Pfarrhaus in Litzelstetten, im Eckzimmer des 2. Stockes, das in den Pfarrgarten hinausschaut, als ich über so viele Missstände, Gebrechen und Jämmerlichkeiten unserer Zeit nachdachte, stand plötzlich das Gebäude meiner Weltsprache vor meinem geistigen Auge. Meinem guten Genius verdanke ich das ganze System der Weltsprache Volapük.“ (Zitiert nach Wikipedia) Wir torkeln weiter. Dem Rhein entsteigt, unter begeistertem Beifall eines Festivaldichters, eine korpulente Schwimmerin. Die Gebhardshalle bietet Pizza Donau mit folgendem Belag: Tomaten, Käse, Sardellen, Oliven, Zwiebeln, Oregano. Aha. Mit was wäre das Äquivalent Pizza Rhein belegt? Leider fehlt eine solche Teigscheibe im Angebot.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://rheinsein.de/2010/12/03/fiebrig-durch-konstanz/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Rocket to Switzerland</title>
		<link>http://rheinsein.de/2010/12/02/rocket-to-switzerland/</link>
		<comments>http://rheinsein.de/2010/12/02/rocket-to-switzerland/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 01 Dec 2010 23:12:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stan Lafleur</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rhein]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Konstanz]]></category>
		<category><![CDATA[Kreuzlingen]]></category>
		<category><![CDATA[Petershausen]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Seerhein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://rheinsein.de/?p=3142</guid>
		<description><![CDATA[
Von der Konstanzer Seite lassen sich am Petershauser Seerheinufer verkästelte Neubauten erblicken, hinter denen ein Kosmodrom zu vermuten steht. Doch die vermeintliche Rakete entpuppt sich bei Näherung als Minarett, das weniger einer Moschee, als vielmehr einem Shoppingkarrée als Ausruf vorzustehen scheint. Dieses Minarett, mit 35 Metern bei seiner Erbauung vor neun Jahren das höchste Deutschlands, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-3143" title="minarrakete" src="http://rheinsein.de/wp-content/uploads/2010/11/minarrakete.jpg" alt="minarrakete" width="510" height="398" /></p>
<p>Von der Konstanzer Seite lassen sich am Petershauser Seerheinufer verkästelte Neubauten erblicken, hinter denen ein Kosmodrom zu vermuten steht. Doch die vermeintliche Rakete entpuppt sich bei Näherung als Minarett, das weniger einer Moschee, als vielmehr einem Shoppingkarrée als Ausruf vorzustehen scheint. Dieses Minarett, mit 35 Metern bei seiner Erbauung vor neun Jahren das höchste Deutschlands, dürfte auch von manchen Punkten in Kreuzlingen auf der Schweizer Seite gut zu sehen sein. Dort hat die Bevölkerung vor rund einem Jahr dem vieldiskutierten Minarett-Verbot zugestimmt. Stellen wir uns die Neubautenfront einmal ohne dahinter aufragendes Minarett vor: würde dem Ensemble nicht die entscheidende Würze fehlen?</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://rheinsein.de/2010/12/02/rocket-to-switzerland/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Am Konstanzer Pegel</title>
		<link>http://rheinsein.de/2010/12/01/am-konstanzer-pegel/</link>
		<comments>http://rheinsein.de/2010/12/01/am-konstanzer-pegel/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 01 Dec 2010 09:02:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stan Lafleur</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rhein]]></category>
		<category><![CDATA[Alpen]]></category>
		<category><![CDATA[Bodensee]]></category>
		<category><![CDATA[Franz von Assisi]]></category>
		<category><![CDATA[Jan Hus]]></category>
		<category><![CDATA[Konstanz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://rheinsein.de/?p=3155</guid>
		<description><![CDATA[Konstanz, du bisch an Rettich! (anonym)
als seien sie in geliehenen Smokings auf einer
verpflichtenden Soirée bereits am frühen Nach-
mittag: sinnlos die Positionen tauschend: die
Bläßhühner. einzelne tauchen kurzfristig ab 
hinterlassen etwas Geblubber. it`s cold for those
ducks, kommentieren dick eingepackte Touristen
zum Geklimper der unbeflaggten Fahnenstangen
die ganze metallic-Farbpalette von blaugrün über 
grün zu grau, fast zu schwarz: hingeschüttet und
verlaufen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Konstanz, du bisch an Rettich!</em> (anonym)</p>
<p>als seien sie in geliehenen Smokings auf einer<br />
verpflichtenden Soirée bereits am frühen Nach-<br />
mittag: sinnlos die Positionen tauschend: die<br />
Bläßhühner. einzelne tauchen kurzfristig ab </p>
<p>hinterlassen etwas Geblubber. it`s cold for those<br />
ducks, kommentieren dick eingepackte Touristen<br />
zum Geklimper der unbeflaggten Fahnenstangen<br />
die ganze metallic-Farbpalette von blaugrün über </p>
<p>grün zu grau, fast zu schwarz: hingeschüttet und<br />
verlaufen über die heftig gekrümmte Oberfläche<br />
des Sees: der attackiert, der schwemmt die weg-</p>
<p>gedunsteten Alpen! („meine Gespräche mit den<br />
Möwen verliefen einseitig und wenig zufrieden-<br />
stellend. der Ausblick machte das locker wett“*)</p>
<p>* Zitat aus: Jan Hus &#8211; Hörten die Vögel Bruder Franziskus tatsächlich zu? Selbsttests mit Spatzen,  Tauben, Möwen, Ratten und Gekreuch, Kap. IX „Die Tiere ändern ihr Verhalten während des Konzils“, Immendingen 1621/2008	</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://rheinsein.de/2010/12/01/am-konstanzer-pegel/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

