Aus den Tagebüchern von Marcel Crépon

Die Volksweisheit findet Gefallen am Glauben, dass die vergangenen Tage angenehmer waren als die diejenigen, die heute ablaufen oder darauf warten, es noch zu tun; wenn das tatsächlich der Fall wäre, sollte ich nicht ein retro-aktives Tagebuch führen?

Worte. Ich habe weniger das Gefühl zu schreiben als abzutropfen, Wort für Wort, mich abzuworten.

Gerne spaziere ich durch die Straßen, wenn ich keinen Grund habe, der mich daran hindert raus zu gehen, weil ich immer einen guten Grund habe es zu tun, sei es nur um Fotos zu machen. Bleibe ich drin, widme ich mich meinem Tagebuch. Es ist ratsam, diese Arbeit beim Aufstehen zu erledigen: es ist noch nichts geschehen, und war die Nacht traumlos, ist der Eintrag schnell erledigt.

Nach jedem Waschgang: die Wäsche im Garten, vom Wind befummelt, wedelt Gebete, die sich in Stoff wickeln, sich an Drähten strangulieren, sich zusammenrollen und zuletzt schweigen.

Je weniger ich schlafe, desto weniger träume ich. Der Vorteil ist eindeutig: je weniger ich träume, desto länger die Zeit, während der mein Hirn keinerlei Aktivität ausübt. Eine Länge, die jedoch durch die relative Kürze des Schlafs verringert wird.

“Das ist das größte Loch der Welt”, sagte A., und zeigte auf eine Kohlengrube mit gigantischen Baggern, die den Horizont klein hackten. So ein Krater könnte einen Asteroiden eifersüchtig machen, dachte B.

Tage habe ich erlebt, ja, von exemplarischer Geschmacksneutralität. Vor Langeweile verdutzt.

Rheinsein. Rhein sein… Ich weiß nicht, warum mich das an dieses Lehrerpaar erinnert, die Velloins…, vor langer Zeit. Ich erinnere mich nur halb. Ungefähr zu dieser Zeit übte ich an einer Schule zwei Tätigkeiten aus. Im Rahmen der ersten sollte ich den Schülern die Geheimnisse der Fotografie (Aufnahme, Entwicklung, Abzüge, etc) beibringen. Fakultativer Unterricht – niemand nahm daran teil. Für die zweite Tätigkeit (Dokumentarlisten, Gehilfe, sic!), verbrachte ich meine Zeit mit dem Durchblättern von Lexika und Enzyklopädien, da die Schüler im allgemeinen den Ort mieden. Worte habe ich gesehen wie andere Dinge von der Welt sehen!

Wer sagte: Auch seine Vergänglichkeit muss man finanzieren können?

Wie reiste wohl Herodot? Sicher zu Fuß, vielleicht an Bord einer Galeere, wahrscheinlich auf einem Pferd oder Esel. Wie viele Kilometer legte er zurück? Mit ihm verglichen reiste Sebastian Münster weniger, doch besaß er ungefähr 120 Augenpaare.

In der Accademia, der Zyklus der Heiligen Ursula. Ihre Ankunft auf dem Rhein in Köln. Die Segelboote mit imposanten Masten, dunkel wie Bestattungsgondeln. Der Hund auf dem Ponton, bewaffnete Männer vor den Befestigungen, die an den Arsenale erinnern (Carpaccio soll von Reuwich (selbst von Bellini beeinflusst) inspiriert worden sein, der den Peregrinatio in Terram Sanctam von Breydenbach illustrierte). Die Figur, die mit ausgestreckten Armen, schlafwandlerisch oder blind, auf dem betürmten Pier vorankommt. Der im Vordergrund sitzende Soldat, träumend, einen Bogen in Händen (?). Auch im Vordergrund, aber rechts, in einer Gruppe, die Figur, die einen Brief hält und auf die Schiffe zeigt. Ist der Brief eine Beschreibung Ursulas? Die Frau, die es abzuschießen gilt… Ein Armbrustschütze zielt auf – was? eine Taube? ein Rebhuhn? Die Ankündigung kann das dem Heiligen vorbehaltene Schicksal sein. Vielleicht. Aber wer tötet wen? Die Familie Loredan, die die Bruderschaft unterstützte, für die Carpaccio den Zyklus der Heiligen Ursula schuf, engagierte sich im Kampf gegen die feindlichen Königreiche von Venedig (angeführt von Sultan Mehmet). Diese waren mit drei Kronen bezeichnet (die wie das Rot und das Weiß auch auf dem Wappen von Köln erscheinen). Carpaccio erzählt etwas anderes als das, was er malt …

Der Taikonaut Yang Liwei erzählte, dass er während seiner Reise im Weltraum an Bord des Shenzhou 5 Shuttles ein Geräusch hörte, dessen Quelle er nicht bestimmen konnte und das ihn an den Lärm erinnerte, welchen ein gegen einen Eimer schlagender Holzhammer machen würde. Die Shuttle-Astronauten von Shenzhou 6 und Shenzhou 7 behaupteten später, die gleiche Art von Lärm gehört zu haben.

Wenn ich also richtig verstanden habe, wäre diese weiße Substanz Carbid oder Carbid-Calcium. Mit Wasser vermischt erzeugt sie ein explosives Gas. Dieses Carbid ist vor allem der für Acetylenlampen verwendete Brennstoff. Carbidschießen-Wettkämpfe gibt es auch, und da hört mein Interesse an der Sache auf.

Auf dem Weg nach Rotterdam ein Hausboot namens “Paradox”. Am Ufer scheint eine Läuferin nicht mehr als eine Mütze, eine Sonnenbrille, ein MP3-Player, ein T-Shirt, Shorts und ein paar Tennisschuhe zu sein. Sie hatte sich gründlich zu Tode gejoggt, zu nichts.

Jenseits des Flusses, diesseits. Die Löwin und der Löwe. Der Ruf der Löwin, der Tod des Löwen (1).

Das Fenster weit offen und das ist es, die Landschaft breitet sich aus, mit rechts und links verstreuten Häusern. Und ich sage mir, dass der Weg, den ich gehen musste, um definitiv mit der Natur zu brechen, zweifellos so lange ist, wie der, den ich wieder aufnehmen müsste, um mich wirklich wieder mit ihr zu verbinden.

Im Allgemeinen schlafe ich zu wenig, um Zeit zum Träumen zu haben.

Zeit kauen.

Fixiert man eine Weile die kleinen Wellen, die gegen die Basaltblöcke springen, glaubt man tatsächlich, dass eine von ihnen uns etwas übermittelt, ohne zu wissen, was es ist.

Silhouetten von Bäumen, von Häusern, im Gegen-Licht, im Gegen-Leben…

Als er die Quelle des Nils erblickte, dachte Bruce (2) an die Rhône, den Rhein und die Saône; Gabriel Bonvalot (3), der in Tibet reiste, verglich die Ruinen, die hier und dort zu sehen waren, mit denen von Schlössern, die bei Touristen entlang des Rheins oder des Neckars so beliebt sind. In gleicher Art finden wir in Cécile de Rodt (4): “Der Hudson, der der amerikanische Rhein genannt wird”, “Der Ganges in Benares hat etwa die Breite des Rheins in Köln”, in Montesquieu (5): “… unter den letzten Kaisern, das auf die Vorstädte von Konstantinopel reduzierte Reich, endet wie der Rhein, der nicht mehr ist als ein Bächlein, wenn er im Ozean verloren geht.” Oder in einem Gedicht von Hermann Hesse, die Reise nach Indien (?). (6)

Langsam schlendernd, den Rumpf im zerfetztes Leder eingepackt, die Beine in eine abgenutzte Drillhose, der ausgebleichte Kamm, gefolgt von einem Bastard an der Leine, der seinem Zustand angemessen war: ein pensionierter Punk.

“Der Perückenmacher kommt herein. Er wirft einen Blick auf meine Perücke und weigert sich, sie zu berühren. Sie scheint etwas oberhalb oder unterhalb seiner Kunst. “Aber was dann tun?”, sagte ich zu ihm. “Monsieur, Sie müssen eine von mir nehmen, es sind welche da, fertig.” “Aber ich fürchte, mein Freund”, sagte ich und untersuchte die, die er mir zeigte, “dass diese Schleife nicht aufrechterhalten werden kann.” “Sie könnten”, sagte er, “sie ins Meer tauchen, sie würde halten.”
In dieser Stadt wird alles in großem Maßstab gemessen, sagte ich mir. Das größte Ausmaß der Ideen eines englischen Perückenmachers wäre niemals weiter gegangen, als ihn dazu zu bringen, zu sagen: “Tränken Sie sie in einem Eimer Wasser.” Was für ein Unterschied! Es ist wie die Zeit in der Ewigkeit. [...] Ein Eimer Wasser macht zweifellos eine traurige Figur neben dem Meer; aber er hat den Vorteil, zur Hand zu sein, und Sie können die Schleife in kürzester Zeit eintauchen…” (7)

Das Laub fegen, es langsam zu Haufen schieben, dann mit einer Schubkarre transportieren, um es schließlich zu begraben. Das ist es, was mir beim Fotografieren in den Sinn kommt. In der Tat sind Fotos nichts anderes als die toten Blätter des Waldes, durch die wir uns wohl oder übel bewegen. Wenn alles mit Glanz untergeht, wird die Gelassenheit, mit der wir dem Fall der Welt folgen können, aufsteigende Verzweiflung genannt.

***

(1) s. Jacques Brel, Le lion.
(2) James Bruce, Voyage aux sources du Nil, en Nubie et en Abyssinie, Tome VI (Paris, 1790).
(3) Gabriel Bonvalot, L’Asie inconnue : à travers le Tibet (Paris, 1896).
(4) Cécile de Rodt, Voyage d’une Suissesse autour du monde (Neuchâtel, 1904).
(5) Charles-Louis de Secondat Montesquieu, Oeuvres complètes, De l’esprit des lois, Grandeur et décadance des Romains (Paris, 1834).
(6) Tatsächlich in: Hermann Hesse, Aus Indien (Aufzeichnungen, Tagebücher, Gedichte, Betrachtungen und Erzählungen), Berlin 1913.
(7) Laurence Sterne, Yoricks empfindsame Reise durch Frankreich und Italien, Die Perücke – Paris.

Presserückschau (März 2018)

1
Rheinöl
“Die Firma Rhein Petroleum will (…) im Herbst im Oberrheingraben an neuer Stelle nach Öl suchen. Wie ein Unternehmenssprecher (…) sagte, soll im nordbadischen Weingarten (Kreis Karlsruhe) 750 Meter tief gebohrt werden. Mit der Genehmigung von den Bergbehörden werde in diesen Tagen gerechnet. Bei Riedstadt in Südhessen fördert Rhein Petroleum seit Januar pro Woche etwa 66 000 Liter Öl. Die zwei Tank-Lkw fassende Menge werde in der Karlsruher Raffinerie verarbeitet. (…) 2016 hatte Rhein Petroleum nördlich von Karlsruhe bei Graben-Neudorf zur Probe gebohrt. Dort wurde allerdings nicht ausreichend Öl gefunden.” (Welt)

2
China am Rhein
“Der Einstieg des chinesischen Autobauers Geely als größter Aktionär bei Daimler sorgte für Aufruhr in der ersten Hälfte der Woche. Am Rhein dagegen ist China schon viel länger angekommen – und wächst weiter rasant. Düsseldorf ist der dynamischste Chinastandort in Deutschland. 520 chinesische Firmen, Global Player genauso wie innovative mittelständische Unternehmen, haben sich mittlerweile für die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt entschieden.” (Rheinische Post)

3
Schiersteiner Brücke
“Der Abriss der alten Schiersteiner Brücke ist in vollem Gange. (…) Ein 120 langes und 1100 Tonnen schweres Teilstück des alten Bauwerks wird derzeit regelrecht herausgesägt und die Fahrbahn durchtrennt. Von unten wird das Teilstück von vier Säulen auf einem Ponton getragen und später ans Ufer gebracht – „Ausschwimmen“ lautet der Fachausdruck dafür. (…) Bei 1,3 Kilometern Gesamtlänge der Brücke wird damit fast ein Zehntel des gesamten Bauwerks auf einmal demontiert. Eine ähnliche Aktion soll es später auch noch für den Mombacher Teil der Brücke geben. Im November war mit dem Abriss begonnen worden. Bis zum Herbst (…) soll die Demontage abgeschlossen sein und mit dem Neubau begonnen werden. Derzeit fließt der Verkehr über die bereits fertige südliche Brückenhälfte.” (Allgemeine Zeitung)

4
Festgefrorener Hund
“Ein Zeuge hat am (…) die Polizei alarmiert, weil auf einem im Rheinhafen Niehl liegendem Schiff (…) ein verwahrloster Golden Retriever bei Minusgraden in seiner Hundehütte lag. Die eingesetzten Wasserschutzpolizisten konnten an Bord niemanden außer dem Vierbeiner antreffen. Der Hund war mit seinem Fell am Deck angefroren und konnte sich nicht mehr bewegen. Zur Rettung des Vierbeiners rückte die Feuerwehr an. Sie befreiten ihn aus seiner Hütte, legten ihn mit einer Decke in eine Transportbox und zogen ihn mit einem Kran hoch an Land. Jetzt hat der Golden Retriever eine warme Unterkunft im Tierheim bezogen.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

5
Rhein-Reisespiel
“Die Vorstellung, die Rheinspiele hätten ihren Ursprung in Deutschland, hat etwas für sich. Zumal es in Mainz mit der Firma Jos. Scholz schon Mitte des 19. Jahrhunderts einen qualitätsvollen Spieleverlag gab. Doch weit gefehlt: Die Anfänge der Rhein-Reisespiele liegen auf der britischen Insel. In London nämlich erschien bereits im Jahre 1815 „Wallis’s Game of the Panorama of Europe“. Dieses frühe Reise-Brettspiel zeichnet die klassische Bildungsreise des Adels und des Bürgertums nach, die die Touristen im 18. und 19. Jahrhundert fast immer entlang des Rheins zumeist in die Schweiz oder nach Italien führte. In dem Spiel verläuft die Route quer durch Europa in 36 Städte von Oporto (Porto) über Amsterdam, Wien, Konstantinopel, St. Petersburg und Stockholm bis nach London, wobei die Einzelfelder mit kleinen Veduten der Reisestationen und Sehenswürdigkeiten ausgefüllt sind. Unter den Städten des Deutschen Bundes, in denen laut Spielplan Halt gemacht werden kann, findet tatsächlich auch immerhin ein rheinischer Ort Berücksichtigung: Die Stadt Bonn („… a beautiful town, the streets are wide…“) wurde – platziert zwischen Osnabrück und Leipzig – damit zum ersten Repräsentanten des Rheinlands in der europäischen Kulturgeschichte des Spiels.” (Allgemeine Zeitung)

6
Punk-Rock
“Auf dem Rhein wird es (…) laut und rockig. Das Sojus 7 veranstaltet erstmalig eine Punk-Rock-Bootstour mit der MS Beethoven vom Monheimer Schiffsanleger den Rhein hinauf bis Bonn und zurück. (…) Während der etwa sechsstündigen Fahrt sorgen insgesamt acht Punk-Rock Bands für eine ausgelassene Festival-Stimmung. Mit an Bord sind Singer-Songwriter TV Smith, die Band Diva Kollektiv aus Berlin, die Johnny Reggae Rub Foundation, die Düsseldorfer Joseph Boys, die Band Kwirl, die Monheimer Punkrocker von Johnny Eklat & das Rebell Kartell und die Monheimer Liedermacher Flaschenkindær.” (Lokalkompass)

7
Wolf
“In Duisburg ist ein Wolf gesichtet worden. Eine Wildkamera hat das Tier (…) in der Rheinaue in Walsum gefilmt. “Mit hoher Wahrscheinlichkeit”, so das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv), handelt es sich um dasselbe Tier, das am 24. Februar in Hünxe und zuvor in Rees gesichtet worden war. Damit gibt es in Nordrhein-Westfalen seit Jahresbeginn vier amtlich bestätigte Wolfssichtungen.” (WAZ)

8
Trinkwasser-Düker
“Die Rhein-Energie verlegt (…) voraussichtlich bis zum Oktober 2019 eine neue Trinkwasser-Transportleitung in Poll und Westhoven. Die Arbeiten sind Teil des Vorhabens, das links- und rechtsrheinische Trinkwassernetz miteinander zu verbinden. Geografisch und historisch bedingt sind beide Versorgungsgebiete bislang voneinander getrennt. Nun baut die Rhein-Energie einen Leitungstunnel unter dem Rhein zwischen Marienburg und Poll. Das Unternehmen teilt mit, die Investition diene einer qualitativ hochwertigen Trinkwasserversorgung für die nächsten Jahrzehnte. Die Verbindung der beiden Wassernetze ermögliche in Zukunft eine gleichmäßige Auslastung des gesamten Versorgungssystems. Dies werde sich für die Kunden vor allem im Linksrheinischen besonders an heißen Tagen mit hohem Wasserbedarf auszahlen.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

9
Minerva am Rhein und Main
“Das Interesse an den Idealen und Ritualen der Freimaurer scheint in Alzey und Umgebung recht groß zu sein. Zu den Gästeabenden der Loge „Minerva am Rhein und Main“ kommen jedenfalls immer so viele Besucher, dass der Saal im Schafhäuser Gemeindehaus (…) gut gefüllt ist. (…) „Minerva am Rhein und Main“ (…) gehört der Großloge „Humanitas“ an, die seit 1959 Männern und Frauen gleichermaßen ein Zuhause bietet. Die erste Vereinigung mit dem Namen „Minerva“ wurde 1967 gegründet und 1990 aus personellen Gründen „schlafen gelegt“. (…) 2013 fanden sich die notwendigen sieben Meister zusammen, um die Loge wiederzubeleben. Ihr gehören jetzt 13 „Meister“, zwei „Gesellen“ und zwei „Lehrlinge“ an, die sich monatlich einmal in Schafhausen zur Tempelarbeit treffen. Die Bezeichnungen aus dem Berufsfeld der Handwerker erinnern an die Geschichte der Freimaurer, die ihren Ursprung in den sogenannten Bauhütten der Steinmetze und Dombauer des Mittelalters haben. Aus diesen Anfängen stammen auch die Symbole und Werkzeuge, die bei den Ritualen eine Rolle spielen. (…) So symbolisiere der 24-zöllige Maßstab die Stunden eines Tages; der Proband könne mit diesem Werkzeug lernen, seine Zeit mit Weisheit einzuteilen. Wie er das tue, sei ihm selbst überlassen, oder um es mit einem Ausdruck aus dem Vokabular der Freimaurer zu beschreiben: „Jeder bearbeitet seinen eigenen Stein“.” (Allgemeine Zeitung)

10
Lorely
“Das Versteigerungsunternehmen Veiling Rhein-Maas in Herongen hat seine erste Tulpentaufe begangen. Der Anlieferer Litjens Tulpen hat gemeinsam mit seinem Kunden Mat Dings und Lisa Smit, dem niederländischen Tulpenmädchen des Jahres, sowie Veiling Rhein-Maas die neue Tulpensorte “Lorely” im Foyer der Versteigerung offiziell getauft. Auch für Lisa Smit war es die erste offizielle Tulpentaufe. “Die insbesondere für den deutschen Markt produzierte Tulpe ,Lorely’ begeistert mit großen und eindrucksvollen Blüten mit einer auffälligen Färbung Rosa-Weiß und einer langen Haltbarkeit”.” (Rheinische Post)

11
Rhein als Delaware
“Felicitas Hoppe weiß einfach ziemlich viel. Mit Blick auf den Rhein fragt sie ihr Publikum, ob es ihm bekannt sei, wo das (zumindest in den USA) berühmte Gemälde „Washington überquert den Delaware“ entstanden sei? Kunstpause. Dann das: Hier am Rhein – gut, nicht in Köln, aber immerhin nah dran. Emanuel Leutze habe diese Szene aus dem Amerikanischen Bürgerkrieg im Düsseldorfer Atelier gemalt. „Wenn man sich diese rheinischen Jungs vorstellt, die ihm da Modell gesessen haben“, sagt Hoppe und lässt den Satz verklingen. Und dann ist der Delaware in Wahrheit der Rhein. Muss man nicht wissen. Aber schön ist, das zu wissen.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

12
Rheintote
“Ein 17-jähriger Radfahrer ist in der Mannheimer Innenstadt in den Rhein gestürzt und gestorben. Nach ersten Ermittlungen soll der junge Matrose aus Holland mit seinem Fahrrad (…) im Handelshafen auf dem Weg zum Einkaufen gewesen sein (…). Dabei streifte er vermutlich das Gleis eines Hafenkrans, verlor die Kontrolle über sein Rad und stürzte über die etwa fünf Meter hohe Kaimauer in den Rhein. Möglicherweise prallte er gegen die Mauer oder ein dort befestigtes Boot, hieß es. Eine Schiffsbesatzung entdeckte den leblosen Körper und alarmierte die Rettungskräfte. Die Feuerwehr konnte den 17-Jährigen nur noch tot bergen.” (Rhein-Neckar-Zeitung)

“Rettungskräfte haben im Süden von Düsseldorf eine weibliche Leiche aus dem Rhein gezogen. (…) Die Frau ist noch nicht zweifelsfrei identifiziert.” (Rheinische Post)

“Eine Wasserleiche ist (…) von der Feuerwehr aus einem Rhein-Seitenarm bei Ottenheim, südlich der dortigen Kiesgrube, geborgen worden. Ein Kanufahrer war auf den Fund aufmerksam geworden und hatte (…) die Polizei verständigt (…). Die Bergungsaktion mit einem Schlauchboot, an der 16 Einsatzkräfte der Feuerwehr Schwanau beteiligt waren, dauerte etwa eine Stunde. Im Anschluss nahm die Kriminalpolizei die Ermittlungen auf. Die Polizei bestätigt, dass es sich um eine männliche Leiche handelt.” (Lahrer Zeitung)

Rheinische Seher und Propheten

Eine bisher zwar auch unerklärte, aber jetzt doch schon von vielen zugegebene Erscheinung ist das sogen. „Zweite Gesicht“, d. h. das Vermögen, wirkliche Begebenheiten der Gegenwart oder Zukunft fernschauend wie mit leiblichem Auge zu erkennen. Die „Vorgesichte“ – in Westfalen und am Niederrhein „Vorgeschichten“ genannt – sind, abweichend z. B. vom somnambulen Hellsehen, stets mit Rückerinnerung verbunden und nehmen nie eine religiöse oder übersinnliche Richtung, sondern halten sich ganz in der Sphäre des gewöhnlichen bürgerlichen Lebens, meist Todesfälle und Leichenbegängnisse, aber auch Brände, Hochzeiten, Geburten, Freundschaften, das Ankommen von (dem Seher oft ganz unbekannten) Fremden und dgl. betreffend. Die Gabe findet sich weit mehr bei Männern als bei Frauen, ist aber an kein besonderes Alter und keine bestimmte Zeit gebunden. Im Augenblick des Schauens ist der Seher ganz von seinem Bilde eingenommen, sieht und denkt nichts anderes und nimmt keine Notiz von seiner Umgebung: die Augenlider oft krankhaft einwärts gekehrt, sieht er starr vor sich hin. „Es giebt wenig Städte am Rhein,“ – wird 1822 berichtet – „wo nicht solche Geschichtler anzutreffen wären, und daß man bisher so wenig davon geredet hat, liegt in der nicht bloß am Rhein bekannten Erfahrung, daß die Aufklärung der Schriftgelehrten bereits so weit fortgeschritten ist, daß man in ihrer Gegenwart schon kein Faktum mehr erwähnt, was nicht durch sie anerkannt worden“. (…)

Schon im Jahre 1668 trieb in Andernach zur Zeit einer pestartigen Krankheit der Geisterseher Cornelius Schnegell sein Unwesen, indem er gegen das Verbot des Magistrats angebliche Geistererscheinungen in Umlauf setzte und dadurch Trauer und Schrecken über manche Familie brachte. Von erster Kindheit an – erzählte er – habe ich Geister geschaut, und in der letzten Matthiasnacht sind mir plötzlich die Augen derart erleuchtet, daß ich des Nachts ebenso klar sehe, wie bei Tage. Namentlich in den Prozessionen, die zur Abwendung der Pest gehalten werden, sehe ich im voraus das Schicksal meiner Mitbürger: die ich fallen und nicht wieder aufstehen sehe, müssen sterben; solche, welche nach dem Falle sich wieder erheben, werden zwar krank, sterben aber nicht; endlich diejenigen, welche bloß straucheln, werden nur von einem leichten Anfall getroffen. Ich sehe die Geister in weißen und schwarzen Kleidern und halte dafür, daß jene selig, diese verdammt werden. Wenn sie erscheinen, verbleibe ich bisweilen im Bette, häufig aber muß ich aufstehen und sie bis zur Thür begleiten. Diese Erklärung setzte den Rat, der selbst überall Spuk und Zauberei witterte, in nicht geringe Verlegenheit, obschon bekannt war, daß der Geisterseher mitunter freilich in seinen Vorhersagungen die Wahrheit getroffen, öfter aber „schändlich sich vertretten und seiner Zungen Zoll verfahren“ hatte. Man wandte sich deshalb um Auskunft an die gelehrten Franziskaner in Köln und legte ihnen die Frage vor, ob dergleichen Erscheinungen begründet und glaubwürdig seien oder nicht. Daß es kein bloßes Spiegelgefecht und keine Narrheit ist, fügt der Rat seiner Anfrage bei, kann man daraus abnehmen, daß oft in Kirchen, adligen und anderen Häusern Gespenster gehört oder gesehen werden und bald darauf Leichen folgen. Diese Erscheinungen haben auch solche, denen man nichts Böses nachsagen kann, ja die Heiligen haben solche absonderlich oft gehabt. Es ist ferner bekannt, daß in einigen Klöstern Patres eine Zeitlang vor ihrem Tode im Chor ohne Haupt erschienen sind. Dazu ist zu beachten, daß gemeldeter Cornelius von den Geistern genötigt wird, die Visionen bekannt zu machen und daß die Offenbarungen vielen zum besten gereichen, da diejenigen, welche noch nicht sterben werden, unnötige Arzneien sparen, solche dagegen, die bald sterben müssen, desto besser auf den Tod sich vorbereiten können. (…)

In der Vaterstadt eines Rheinländers lebte zu Anfang dieses Jahrhunderts ein unbemittelter Tagelöhner, den man, weil er für die Metzger die gekauften Kälber herbeiholte, „Kälber-Gerhard“, seiner Gesichte halber aber meist „Geisterseher“ nannte. Gewöhnlich um Mitternacht, doch zuweilen auch bei Tage, erblickte er die Gestalt derjenigen Person, die binnen weniger Tage sterben sollte, an derjenigen Stelle, wo sie den Geist aufgab, bald in ihren gewöhnlichen Kleidern, bald im Leichengewand, bald sitzend, bald liegend, und es trieb ihn dann mit Gewalt in die Wohnung, wo die betreffende Person wohnte, oder auf die Straße, wo der Leichenzug vorüberkam und er alle Leidtragenden genau erkannte. Nur einigemal hat er infolge übergroßer Müdigkeit dem Triebe, dem Gesicht zu folgen, gewaltsam widerstanden und sein Bett nicht verlassen; da aber – so erzählte er – sei ihm zur Strafe seines Ungehorsams der „Geist“ reitend auf die Schultern gesprungen und habe ihn durch Straßen und Felder so peinigend umhergetrieben, daß er in kaltem Schweiße gebadet und vor Erschöpfung krank nach Hause gekommen sei. Anfangs machte er aus der leidigen Gabe, die er dem Umstande zuschrieb, daß er in der St. Andreas-Nacht genau um 12 Uhr geboren sei, kein Hehl und offenbarte arglos, wen er des Nachts gesehen; da aber die von ihm genannten Personen stets bald darauf verstarben, bemächtigte sich der Einwohner eine solche Angst, daß sie ihm möglichst aus dem Wege gingen und er ihre Häuser schließlich selbst am hellen Tage und in Geschäften nicht ohne Furcht vor Prügeln betreten durfte. (…)

Auch für das sogenannte Sichselbstsehen sind Fälle genug vorhanden. Noch aus der Mitte dieses Jahrhunderts wird in Führt bei Neuß erzählt, daß der Küster abends in die Kirche gegangen, um dort die ewige Lampe zu schüren. Während er den Sohn erwartete, welcher ihm das notwendige Oel bringen sollte, hatte der Ermüdete sich in einen Beichtstuhl gesetzt und war darin unversehens eingenickt. Plötzlich wurde er durch den Ausruf: „Hier hast du deinen Rock!“ geweckt und sah eine dunkle Gestalt, die einen Sarg vor ihm hinstellte, dann aber mit dem Sarge eben so rasch wieder verschwand. Erschüttert kehrte der Küster heim und lag wirklich wenige Tage später als Leiche im Sarge. (…)

Schneider und Näherin hören die Schere schnippeln, wenn sie bald ein Totenhemd fertigen sollen; doch kannte Florentin v. Zuccalmaglio (1803 bis 1869) in seiner Jugend auch eine Näherin, die ihm oft blaue Male an ihren Armen zeigte, die sie Geesterpetsche (Geisterkniffe) nannte und für Anzeichen hielt, durch die sich die Verstorbenen bei ihr anmeldeten. (…)

Der Stadt Koblenz droht eine alte prophetische Sage: „Wehe! Wehe! Wo Rhein und Mosel zusammenfließen, wird gegen Türken und Baschkiren eine Schlacht geschlagen werden, so blutig, daß der Rhein 25 Stunden Wegs rot gefärbt sein wird“; auch Johann Peter Knopp meint: „Es wird hart hergehen, besonders bei Koblenz.“

Das Schlimmste jedoch soll Köln bevorstehen, das außer Knopp auch Rembold, Jasper und ein anderer westfälischer Spökenkieker als Schauplatz einer großen Schlacht bezeichnet haben. Der Magister Heinrich v. Judden, Pastor an Klein St. Martin zu Köln, fand um 1460 in einem alten Buche des dortigen Karmeliterklosters folgende Prophezeiung: „O glückliches Köln, wenn du wirst gut gepflastert sein, wirst du untergehen in deinem eigenen Blute. O Köln, du wirst untergehen wie Sodom und Gomorrha; deine Straßen werden von Blute fließen und deine Reliquien dir genommen werden. Wehe dir, reiches Köln, weil deine Einwanderer an deinen Brüsten saugen und an denen deiner Armen, die gemartert und gequält werden für dich.“ (…)

Gerade in bedrängten Zeiten tauchen prophetische Stimmen am ehesten auf, und so erschienen Anfang April 1761 plötzlich auch in Köln zwei alte Männer von ehrwürdigem Aussehen, die auf eine sonderbare Art gekleidet und barfuß waren und nur Wasser und Brot genossen. Sie verkündeten auf öffentlichen Gassen den Zorn Gottes über die Menschen und weissagten, daß im Jahre 1765 sich in allen vier Weltteilen ein allgemeiner Krieg entzünden, 1766 Konstantinopel zerstört werden, 1767 England im Wasser untergehen, 1768 die ganze Welt den wahren Gott erkennen und 1769 ein großer Mann ein wichtiges Zeugnis davon ablegen, 1770 ein allgemeines Erdbeben stattfinden, 1771 Sonne und Mond samt den Sternen vom Himmel fallen, 1772 die Welt in Flammen untergehen und endlich 1773 das allgemeine Weltgericht einbrechen werde. Man verbot ihnen sogleich, ihre Mission fortzusetzen; sie aber widersetzten sich diesem Befehle und gaben sich für Propheten aus, die der Himmel abgesendet, die Menschen zu schleuniger Buße zu ermahnen. Dieserhalb gefänglich eingezogen, wurden sie von den Jesuiten einem Verhör unterworfen; sie antworteten in lateinischer, griechischer, hebräischer, chaldäischer und anderer Sprache und gaben vor, 700 Jahre alt und aus der Gegend von Damaskus gebürtig zu sein. Mit Erlaubnis der Obrigkeit von den Jesuiten gefesselt nach Rom geschickt, wollten sie dort die Richtigkeit ihrer Mission erweisen.

(Rheinische Seher und Propheten. Ein Beitrag zur Kulturgeschichte von Dr. Paul Bahlmann, Münster 1901)

Jacques Boucher de Perthes am Rheinfall

À peine débarqué à Schaffouse que je me réserve de voir au retour, je prends l’omnibus qui conduit à la chûte du Rhin. La route est très-accidentée et, en raison de la montée, demande une demi-heure. On a une très-belle vue à gauche, et je reconnais la place où je me suis promené avec mes frères en 1815. Depuis quarante-quatre ans, rien n’y est changé ; mais il n’en est pas de même à la chûte : on y a bâti, il y a environ vingt ans, un bel hôtel dont le nom, Schweizerhof, est difficile à prononcer pour un Français. Heureusement que celui du maître, F. Wegenstein, l’est un peu moins. De la maison, placée sur la cime de la montée, on domine le fleuve et le paysage.

En entrant dans le salon, je fus frappé de la magnificence du spectacle : c’est de ce point et de la terrasse qui est devant que la chûte apparaît dans toute sa splendeur. En face est le château de Laufen, nommé aujourd’hui la maison Bleuler, nom du peintre qui l’a acheté et réparé, et qui a obtenu du gouvernement l’autorisation de percevoir un franc sur chaque visiteur étranger, et soixante centimes sur le visiteur suisse. Le nombre de ces voyageurs s’élève annuellement de trente à quarante mille. Le peintre est mort. Sa veuve, devenue propriétaire, est Française et n’a qu’une fille. La dame, à sa perception, a ajouté un magasin de gravures représentant les vues et curiosités du pays, et des ouvrages qui les décrivent.

De la chambre où je suis logé, la vue est presqu’aussi belle que du salon ; mais je me demande si, dans cette chambre, on peut dormir, car, à ses beautés, la chûte joint un vacarme épouvantable ?

Le jardin de l’hôtel, qui s’étend jusqu’au bord du Rhin, n’est pas à cent pas de la cascade ; cependant je veux profiter de ce qui reste de jour pour la voir de plus près encore, et malgré une pluie battante, je descends la côte pour gagner la rive. De là, un bateau me conduit dans le remous du tourbillon où nous nous laissons balancer, recevant à la fois la pluie et les éclaboussures de la chûte.

Guidé par un domestique, j’escalade la rampe qui conduit à la maison Bleuler. Une entrée assez mesquine mène à une petite porte sur laquelle est inscrit le nom de la propriétaire. J’y suis reçu par un homme aux cheveux et aux yeux noirs, de taille moyenne, d’environ trente ans, bien mis et bien fait, mais à la mine des plus rébarbatives, ce qui ne l’empêche pas d’être fort poli : c’est, me dit mon conducteur, l’associé et, croit-on, le gendre futur de la maîtresse du logis.

Arrivé sur la terrasse, je m’y trouve en compagnie d’un cavalier, voyageur comme moi, et d’une femme fort élégante qui paraît être la sienne. De là, l’œil plonge sur la chûte, mais trop rapproché, on en perd les alentours. De ce point, elle me semble moins belle que de l’hôtel et du bateau. Une éclaircie nous apporte les rayons du soleil couchant, et vient égayer la scène un peu sévère.

D’un autre balcon, la vue est plus étendue, et gagne ainsi beaucoup.

Pour arriver au troisième balcon, on traverse un magasin où Mme Bleuler elle-même vous fait offre de ses dessins et de ses livres. Son air est plus riant que celui de son associé.

Nous pénétrons alors dans un pavillon où des verres de couleurs nous montrent la cascade sous divers aspects : nuit, jour, aurore, hiver, etc. Le soleil, qui se révèle encore, aide beaucoup à ces effets bien connus, mais qui plaisent toujours.

Nous descendons ensuite, en traversant le jardin, à un quatrième balcon au moyen duquel la cascade est vue en dessous ; enfin à un cinquième, plus bas encore, où l’on est en quelque sorte sous la cascade même. Le bruit est intolérable, et l’on reçoit pas mal d’eau. Là, on est tout près des trois roches à pic qui partagent le fleuve, et dont l’une semble prête à tomber, ce qui ne peut manquer d’arriver tôt ou tard. La veille, le domestique qui m’accompagne a passé, en se servant d’une échelle, d’une roche à l’autre, aidé par ce même batelier qui venait de me conduire. C’était la première fois qu’on tentait ce passage, opération fort inutile et imprudente. Le grand danger était de placer l’échelle par le poids de laquelle on pouvait être entraîné.

L’éclaircie n’ayant pas duré, nous repassons le Rhin par une pluie battante. Je rentre à l’hôtel passablement mouillé, mais moins que la jeune femme que j’avais rencontrée avec son mari, et dont le parapluie ne pouvait couvrir la crinoline.

Je n’avais, de toute la journée, pris qu’un petit pain ; il était six heures et demi, et je mourais de faim. On m’annonce que la table d’hôte est servie. Bonne nouvelle ! Je m’y rends. Il y a peu de monde. Je me trouve en face d’une Anglaise grande et belle, pompeusement vêtue, buvant du vin du Rhin à l’aide d’une pipette et abondamment.

Un peu plus loin, deux Anglais à figures distinguées se disputaient en français avec un garçon d’hôtel pour ne payer que vingt francs une voiture qui devait, cette nuit même, les conduire à quelques lieues de là, course dont on voulait vingt-cinq francs. Nos gentlemens, avec cette ténacité anglaise qui leur fait tenir à honneur de ne pas revenir sur un mot dit, ne voulurent jamais céder ; ils se remirent à table, et préférèrent rester à l’hôtel en dépensant probablement vingt francs ou plus pour cette prolongation de séjour, et ceci pour ne pas en payer cinq.

Bientôt entre une jeune femme assez petite et coiffée d’un chapeau rond à plume noire. Elle-même était vêtue de noir. Tout était bizarre dans sa toilette d’ailleurs très-fraîche et qui, quoique simple, annonçait la richesse. Mais l’étrangeté de ce costume n’était rien à côté de celle de sa figure : sans être belle, je n’en ai jamais vu de plus mobile et en même temps de plus expressive. Elle avait quelque chose de fascinateur qui attirait et qui effrayait. Ses sourcils noirs et épais, se joignant au-dessus d’yeux plus noirs encore, lui donnaient l’air, quand elle les fronçait, d’une conspiratrice ou d’une magicienne.

Un moment après, entra un jeune homme. Dès que je l’aperçus, je me dis qu’il ne pouvait être que l’amant, le frère ou l’époux de cette femme. Tout était en harmonie dans leurs costumes et leurs figures. Ils se mirent à table en parlant une langue qui m’était inconnue et que j’étais disposé à prendre pour un argot, car elle ne ressemblait à rien. En ce moment paraît un nouveau personnage de très-bonne mine. Celui-ci était un Français, on ne pouvait s’y tromper. Il connaissait la dame et son compagnon, car il les salua en français et lui répondirent de même, mais avec un accent étranger très-prononcé.

Bientôt une discussion s’élève entre ce nouveau venu et les Anglais sur le prince russe Demidoff. Le Français prétendait qu’il était fils d’un esclave ; les Anglais soutenaient le contraire, et le mari de la dame au chapeau était de leur avis. Comme, dans ma jeunesse, j’avais eu occasion de voir le père du prince actuel et que je connaissais aussi le fils dont M. de **, mon parent, avait épousé une sœur, je pris la parole. Les Anglais riaient sous cape en me voyant si bien renseigné, et ce fut un triomphe pour eux, surtout lorsqu’un autre Français, qu’à sa tournure je reconnus pour un militaire, se joignit à moi pour soutenir l’ancienne origine des Demidoff. Cet officier avait connu M. de ** et M. R**, dont il faisait un grand éloge. Il me donna sa carte, je lui présentai la mienne, et la connaissance fut ainsi faite : c’était le colonel de Prebois.

Le dîner était excellent, la conversation des plus animées. La dame noire et son mari étaient grecs de Constantinople. Ils voyageaient en touristes ; ils avaient vu la meilleure société de Paris et de l’Italie qu’ils connaissaient parfaitement. Nous causâmes jusqu’à dix heures et demie, et chacun fut se coucher.

Je passai une mauvaise nuit. Le bruit assourdissant de cette chûte qui tombe sous mes fenêtres, la pluie qui les bat de son côté, le vent qui s’en mêle, forment une cacophonie terrible qui me dit que le sommeil, s’il est possible ici, est au moins assez difficile. Cependant la fatigue l’emporte : par instant, je m’endors, mais ce n’est pas pour longtemps. Bientôt je me réveille en sursaut, croyant que la maison s’écroule et qu’une poutre me tombe sur la tête. Je m’apprêtais à gagner la campagne, quand je me rappelle que je suis dans un lit, à cent pas d’une cascade, et que la poutre n’est autre qu’un édredon trop chaud pour la saison et qui, en m’étouffant, m’a donné le cauchemar.

(Jacques Boucher de Perthes, Voyage à Aix-Savoie, Turin, Milan, retour par la Suisse, en 1859, Jung-Treuttel 1867)

Türkischer Rhein: Schäl Sick

Wie sich wasserlaufdurchzogene Städte (in den Augen der Literaten) gleichen, zumindest ähneln: rheinerfahren erwähnt Théophile Gautier in seinem 1853 erschienenen Reisebuch Constantinople das Kölner Panorama, um dasjenige Kadiköys ins rechte Licht zu setzen:

“Une promenade à Kadi-Keuï est un plaisir que les habitants de Péra se refusent rarement les jour de fête, surtout ceux qui ne sont pas encore assez riches pour posséder une maison de campagne sur le Bosphore, entre les palais d`été des beys et des pachas.
Kadi-Keuï (village des juges) est un petit bourg de la rive d`Asie qui fait face au Sérail, dans l`endroit où la mer de Marmara commence à s`étrangler pour former l`embouchure du Bosphore. Sur l`emplacement de Kadi-Keuï s`élevait autrefois la ville de Chalcédon ou Chalcédoine, bâtie par Archias, sous les Mégariens, vers la vingt-troisième olympiade, six cent quatre-vingt-cinq ans avant Jésus-Christ; voilà déjà une antiquité respectable. Cependant, quelques auteurs attribuent la fondation de Chalcédoine à un fils du devin Chalchas, au retour de la guerre de Troie; d`autres a des colons de Chalcis, en Eubée, qui valurent à la nouvelle cité le surnom de ville des Aveugles, pour avoir choisi cette place lorsqu`ils pouvaient prendre celle où s`étala plus tard Byzance. Ce reproche ne nous semble aujourd`hui guère mérité, car de Kadi-Keuï on a la plus admirable perspective du monde, et Constantinople déploie sur l`autre rive, à travers la gaze argentée de sa légère brume, la magnificence de ses dômes, de ses coupoles, de ses minarets, de ses masses de maisons peintes, entrecoupées de touffes d`arbres. – Quand on veut jouir du panorama de Cologne, il faut aller se loger à Deutz, de l`autre côté du Rhin; pour bien voir Stamboul, il n`y a pas de meilleur moyen que de prendre une tasse de café sur le port de Kadi-Keuï.”