Rheinmündung bei Katwijk (3)

oude rijnmond_3oude rijnmond_2oude rijnmond
Diese aktuellen Bilder von der Mündung des Oude Rijn bei Katwijk schickt unser Korrespondent Rainer Vogel.

Catwik

Von diesem Orte komt der Rhein auf die Dörfer Valkenburg, so ein altes Schloß hat, ferner auf Morsdam und Catwick op Rhin, ein schönes Dorf anderthalb Meilen von Leyden, welches von Burgern, die von ihren Renten leben, und zu mehrerer Gemüthsberuhigung aus der Stadt gezogen sind, hingegen aber das Landleben erwehlet haben, stark bewohnet wird. Es ist mit einer schönen Kirche versehen, die in allen Unruhen verschonet geblieben und niemals, wie andern geschehen, geplündert worden.

Von Catwik op Rhin vollführt unser Rhein, der aber nunmehro, wie leicht zu erachten, keinem Strom oder schifbaren Fluß mehr gleich sieht, seinen Lauf noch ein Stük Wegs fort bis Catwik op Zee, ein Dorf in den Sandhügeln oder Dünen, ohnweit dem Gestade des Meers, drey Meilen, (einige sagen nur zwey) unterhalb Leyden, allwo er sich, eh er das Dorf erreichet, in die Dünen oder sandhügel dergestalt verkrieget und verlieret, daß man nicht sehen kan, wo er hingekommen. Folglich thut es dieser Strom heutiges Tages dem gemeinen Lauf der meisten Hauptflüsse nicht nach, wenn sich dieselben bey ihrem Ausfluß wiederum in das Meer ergiessen, aus dem sie vorher ihren Ursprung genommen haben. Inzwischen ist dieses von unserm Rheinstrom nicht zu verwundern, weil er nach so vielfältiger Abzapfung seines Wassers, so ihm nach und nach zu seinem gänzlichen Untergang gereichet, in seinem schwachen Lauf endlich fast ganz ohnmächtig wird, und sich daher auch 860. oder, nach anderer Vorgeben, 1170. und, wie die gewissesten sagen, 1360. wider die damals wütende und gewaltsam tobende See nicht beschützen konte; weswegen sein Einlauf ins Meer durch die viele ausgeworfene Sandhaufen, so die Holländer Duynen nennen, damals gänzlich verstopfet wurde.

Bey oben gedachtem Dorfe Catwik op Zee, welches von dem Meer und dessen Aufschwellen oftmals ziemlich Anstoß leidet, allwo auch unterhalb der Rhein, ehe dessen Ausfluß, wie gemeldet, ganz mit Sand verstopfet worden, in die See gelauffen, sieht man annoch ohnweit von dannen dessen äussersten Canal, den man den alten Rhein nennet. Aus diesem hatten ehemals die Herrn von Leyden auf einen Musketenschuß weit von der See, einen Graben geführt, in der Meinung, den alten Ausfluß dadurch wieder zu öfnen. Es wird aber selbiger Ort Het Mallegat oder das närrische Loch genant, weil dieser Anschlag nicht angegangen ist, indem man befunden haben soll, daß der Grund der See in selbiger Gegend höher als das Land selber gelegen sey, und zwar wegen des allda überaus vielen in dem Grund befindlichen und von Zeiten zu Zeiten zusammengehäuften Sandes. Inzwischen wollen andere behaupten, man habe vielmehr deswegen von diesem Vorhaben abgelassen, weil allzugroße Unkosten darzu erfordert worden, den Graben, welchen man durch lauter Sandberge geführet habe, für Verschüttungen zu verwahren und zu erhalten. Zwar wolllen auch noch einige andere wissen, als sey solches wegen der Stadt Amsterdam verboten worden, indem man besorget, wenn dieser Fluß wieder in seinen vorigen Gang käme, so möchte solches der Handlung selbiger Stadt zum Nachtheil gereichen. Inzwischen wird doch noch auf diesem Graben aus der See zum Salzsieden Wasser zugeführet.

(aus Dielhelm: Rheinischer Antiquarius)

Leyden

Es ist aber eine schöne, feste, grosse, wohlerbaute und volkreiche Stadt in der Graffschaft Holland, wie auch die Hauptstadt im Rheinland, (*) an dem alten Rheincanal. Ihren Anfang soll sie dem tapfern Römer Druso Germ. zu danken haben, ohngeachtet einige wollen, daß sie Hengst, der Angelsachsen Herzog, im Jahr 450. erbauet habe. Anbey ist sie mehr länglicht, als ganz rund erbauet. Ihre Mauern sind ganz von Ziegelsteinen, aber nicht hoch aufgeführt, darzwischen stehen viele Thürne, hinter welchen man die von Erde aufgeworfene Wälle, imgleichen die breiten tiefen mit Wasser angefüllten Gräben erblikt, welche mit einem Damm umgeben sind, worauf zwey Reihen grosser Bäume stehen, unter welchen zwischen zweyen Canälen ein überaus langes Malliespiel zu sehen ist. Obwohl im übrigen Leyden so ziemlich verwahrt ist, so hat es doch keine regelmäßige Festungswerker.

Ueberhaupt ist dieser Ort ohnstreitig eine der saubersten Städte in Holland, weswegen man ihn auch das Auge der holländischen Städte nennen kan, man mag nun desselben lustige und bequeme Lage, oder die Reinlichkeit der dasigen Gassen und die Schönheit der Gebäude, oder aber die grosse Menge der Einwohner und allerhand daselbst üblicher Künste und Handwerker in Betrachtung ziehen. Es steht auch diese Stadt fast in der Mitten der übrigen Städte. Denn sie liegt drey Meilen von Delft, viere von Harlem, Goude und Rotterdam, sieben von Amsterdam, Dortrecht und Utrecht, nur zweye aber vom Haag. Sie wird von vielen Canälen durchschnitten, so sie in ein und dreyßig Inseln abtheilen, und worauf man an unterschiedenen Orten mit kleinen Schiffen von einer zur andern fahren kan. Es sind dieselben zum wenigsten mit hundert fünf und vierzig Brücken überlegt, worunter bey hundert und vier steinerne sind. Dahero pflegen auch allda die Gassen viel säuberer, als oftmals anderswo die Privathäuser gehalten zu werden. Sie sind anbey mehrentheils lang, und auf beyden Seiten mit grossen Lindenbäumen besezt.

Ausser dem hat Leyden viele prächtige Häuser, so meistens von gebackenen Steinen mit schönen Erkern gebaut sind. Die Sparre, so von Harlem herkomt, fliest mitten durch den Rhein, und die dasige Luft ist anmuthig und leidlich.

Ferner sind allda zu sehen: Die grosse Kirche, zu St. Petri, als eine der vornehmsten und schönsten in Holland, so wohl gewölbt und sehr hell ist. Das Chor hat auf jeder Seite drey Reihen Pfeiler. Man zeigt ein Brod darinnen, welches soll zu Stein worden seyn, und zwar auf den Wunsch einer reichen Frauen, die ihre arme Schwester mit vielen Kindern in einer grossen Theurung, welche sie um ein Brod gebeten, abgewiesen, und gesagt habe: Wenn sie Brod hätte, so wolte sie, daß es zu Stein werde, welches auch geschehen. (…)

Sonderlich aber befindet sich die dasige medicinische Facultät in nicht geringer Aufnahme. Allhier muß ich eine Begebenheit anmerken, welche sich mit dem Prinzen Wilhelm dem III. von Oranien, und einem Bauren von Cattwiek allda begeben hat. Denn als besagter Prinz in seiner Jugend auf dasiger Universität studirte, so lies er sich von gedachtem Bauren für zwey Stüber Krabben geben, und hies ihn nachgehends, als er sein Geld forderte, mit diesen Worten sich fortpaken: Ik betael niet, ik ben de Prins; Worauf dieser dem Prinzen eine Maulschelle gab, er würde ihm auch noch weiter übel begegnet haben, wenn nicht eine gute alte Frau die zwey Stüver aus ihrem Sak hervor gelangt, und sie diesem groben Bauern gegeben hätte.

(*) Das Rheinland ist ein Theil von Südholland, welcher sich ober- und unterhalb Leyden in die Weite zwischen des Rheins beyden Ufern hinstrecket, anbey schön, eben, sehr lustig, und über die Massen fruchtbar ist. In derselben Gegend wird die beste holländische Butter gemacht, sie ist voller schöner Dörfer, welche ihrer Lage und schöner Gebäude wegen manchem Städtgen nichts nachgehen. Die vornehmsten darunter sind Rhinburg, Valkenburg, Caudekerk, Catwik, Nortwik, Sevenhuysen, u.a.m. Es kan sie ein neugieriger Reisender insgesamt in einem Tage ganz gemächlich besehen.

(aus Dielhelm: Rheinischer Antiquarius)

Rheinmündung bei Katwijk (2)

Kurz vor der Mündung schlägt der Rhein einen festen Schaum, als bilde er kleine, verfliegende Erinnerungsspeicher für seine gischtenden Träume, die Stürze seiner alpinen Kindheit, jugendliche Jagden, gelegentliches Strudeln und Gurgeln im reiferen Stadium, schließlich das unspektakuläre, sich ein wenig plusternde Rauschen beim Übergang in den anbrandenden Ring des Wasserkreislaufs.

Geisterhaft ziehen Sandwehen über den Strand. Zwischen Strandwüste und Meer entfernt sich ein Paar, als wollte es auf Basis einer wilden novembrischen Zweisamkeitsstrategie in der verschwindenden Grenzlinie aufgehen.

Über den Strand tollt eine größere Gruppe Hunde, von einer einzelnen Spaziergängerin ausgeführt. Drei der Tiere legen einen Tennisball vor unseren Füßen nieder, im folgenden eine dutzendfach sich wiederholende Aufforderung zum Fußball, bei dem einer der Hunde sich als genialer Keeper erweist, bis die drei bemerken, daß Frauchen und Hundekollegen in der Ferne schon ganz verdunstet wirken. Dann und wann spuckt die Silhouette von Noordwijk eine Möwe aus. Die Möwen besitzen anscheinend ihre eigene Dimension. Sie vermögen sich der Körnung des Sandes und der Luft zu assimilieren. Über dem Wasser zeigen sie exzellente Meeresbeherrschung. Tout disparaitra, alles wird verschwinden, heißt es in dem bekannten Lied “Le vent nous portera” von Noir Désir, das die Rheinmündung in unserem Kopf musikalisch illustriert.

Stille Rijn

Die südholländische Universitätsstadt Leiden wird durchflossen vom Oude Rijn (Alter Rhein), der sich auf dem Stadtgebiet in den Nieuwe Rijn (Neuer Rhein) abspaltet, ein Teilstück des Leidener Rheins wird als Stille Rijn (Stiller Rhein) bezeichnet. Was an Rheinwasser die Stadt verläßt, um wenige Kilometer westlich bei Katwijk in die Nordsee zu münden, wird erneut Oude Rijn genannt, wenngleich dessen letzte Meter wiederum technische Bezeichnungen wie Uitwateringskanaal, Berghaven, Binnenwatering und Buitenwatering tragen.

So verwirrend das niederländische Gewässersystem erscheint, soviel Schönheit strahlt es aus. Neben den Rheinabspaltungen dominieren Leidens Stadtbild zahlreiche Grachten, Singels und Kanäle, auf denen Hausboote und Gastronomieschiffe ankern. Selbst im diesig-vernieselten Novemberwetter wirken die wasserdurchzogenen Straßen einladend und geben der Stadt ein freundliches, entspanntes Gesicht. Das Bild entstand auf der Kippenbrug (Hühnerbrücke) und zeigt den Stille Rijn wie er seinem Namen zur Ehre gereicht.

Rheinmündung bei Katwijk

Die letzten Meter der kanalisierten Rheinmündung bei Katwijk trägt auch die nebenher verlaufende Straße den Namen Rijnmond.

Im Kanalbecken haben sich Sandstrände abgelagert, die Austernfischer und Möwen anziehen. Im Vergleich zur Mündung bei Rotterdam bildet die Entwässerung des Oude Rijn in die Nordsee nur ein Rinnsal.

Am Ende markieren ein paar aus dem Wasser ragende Steinbrocken den Übergang vom Fluß ins Meer. Dohlen und Möwen sind die letzten Rheinbewohner. Abwechselnd suchen sie nach Nahrung oder genießen den Ausblick auf die wallende See.

Uitwateringskanaal

katwijk_costaAls Entwässerungskanal mündet der Oude Rijn bei Katwijk in die Nordsee. (Bild: Costa “Quanta” Costa)

De vereeniging van den Rhijn met de Nordzee

katwijk_vereeniging

katwijk_vereeniging_2(Fotos: Rainer Vogel. rheinsein dankt!)

Bemerkung über den wahren Lauf des Rheins, und über die physischen Ursachen seiner Dauer.

Nach Emiland Estienne’s Aufsatz im 2ten Bande der Annales de Statistique S. 14

Man ist in Frankreich ganz allgemein der Meinung, dass der Rhein am Gotthardsberge entspringt: das ist ein Irrthum. Wenn man sagt, dass man über den Gotthardsberg geht, so versteht man, wie Saussure und alle Alpenbewohner, jenen erhabenen Rücken, welcher das Thal Urseren von dem Thale Levantine, zwischen dem Dorfe l’Hopital gegen Norden, und dem Dorfe Ayrolo gegen Süden scheidet. Nun, die berge, auf welchen die Quellen des Rheins liegen, sind vom Gotthardsberge ganz unterschieden, welcher wenigstens drey Myriameter (beynahe 6 Meilen) von der nächsten Rheinquelle entfernt ist.
Der Rhein, lateìnisch Rhenus, entspringt auf den Bergen von Graubünden, wo er drey unterschiedliche Quellen hat, welche aber durch die regelmässige Schmelzung des Eises und durch die Herabsenkung der Wolken, die der Wind dahin treibt und der beeiste Gipfel dieser hohen Berge anzieht, ihre Entstehung und Dauer erhalten.
Die erste dieser Quellen , oder vielmehr jene, die am meisten gegen Norden liegt, ist unter dem deutschen Namen Vorderrhein, Nieder- und Unterrhein bekannt; diese Quelle entsteht aus vielen kleinen Bächen, welche durch ihre Vereinigung einen Gussbach formiren, in einer Spalte des Cima del Badur, welches der höchste von allen jenen Bergen ist, die zusammen das, was man Crispalta nennet, das ist, jene Gebirgskette ausmachen, welche gegen Westen Graubünden von dem Thale Urseren scheidet.
Die zweyte Quelle, welche den Namen Mittel-Rhein fUhret, kömmt vom Cadelin, der einen Theil des schrecklichen Luch- Mannier ausmacht.
Nach einem Laufe von sieben bis acht Meilen fällt diese Quelle in den Unter-Rhein, nahe bey der Abtey Disenty. Endlich die dritte Rheinquelle, oder der Hinter-Rhein (hohe Rhein), welche am meisten gegen Süden, und eben desswegen von seiner Mündung am weitesten entfernt liegt, entspringt am Vogelberge, Colme dell’Uccello, und vereiniget sich mit den andern zwey Aesten bey dem Schlosse und der Brücke Reichenau, von wo der Rhein seinen natürlichen Lauf gegen Coire nimmt, wo er anfängt schiffbar zu werden, das Rheinthal von Tyrol scheidet, und sich in den Konstanzersee ergiesst, bey Stein aus diesem See herausgeht, von hier seinen Lauf gegen Westen nimmt, dann bey den Mauern von Diessenhofen und Schaffhausen vorbeyfliesst, eine kleine Weile unterhalb dieser letzten Stadt den berühmten Wasserfall zu Lauffen bildet, wo das Wasser bey 15 metres hoch sich mit sehr grossem Geräusch zwischen Felsen hinabstürzt, Waldshut, Lauffenbourg, Seckingen und Rheinfelden bewässert, nach Basel kömmt, welches er in zwey sehr ungleiche Theile vertheilet, dann die Sçhweitz verlässt und indem er seinen Lauf nach Norden richtet, Frankreich von Deutsehland scheidet bis auf die Gränzen Bataviens, wohin er noch bis drey Kilometres über die Schenkenschanz hinausgehet.
Kaum kommt der Rhein in das Batavische Gebieth, so theilt er sich in zwey Arme , einen südlichen und einen nördlichen, mittels eines Kanals (der, neue Kanal genannt) der im Anfange des letzten Jahrhunderts bey Panderen, einem beylaufig einen Myriameter oberhalb Niwegen gelegenen Dorfe, errichtet worden ist.
Der südliche Arm, oder der Waal, nach einen Lauf von einigen Meilen über Niwegen, Thiel und Bommel, vereinigt sich bey Fort André mit der Maas, und bildet durch diese Vereinigung die Insel Bommel, unterhalb welcher der Waal und die Maas sich neuerdings vereinigen und unter dem Namen der Merwe fortfliessen, die sich nachdem sie bis unterhalb Gorcum gekommen, südlich in eine grosse Anzahl Aeste ausbreitet, welche eine Menge kleiner unter dem flamandischen Namen Waarden bekannter Inseln machen, hernach fliesst dieser Fluss nordwestlich gegen Rotterdam, wo er den Namen Maas wiederum annimmt, und gegen Briel geht, und sich da in das Meer ergiesst. Der nördliche Arm erhält den Namen Rhein. Kaum kömmt er auf die Höhe von Arnheim, dem vornehmsten Orte des batavischen Départements von Geldern, so zertheilt er sich neuerdings, um den neuen Yssel zu formiren, der seinen Lauf nördlich gegen Doesburg richtet, wo der alte Yssel, der von den westphälischen Gebirgen herabkömmt, sich mit ihm zu einem einzigen Flusse vereiniget, welcher dann in den Zuiderzée fällt.
Der zweyte Theil des Rheins aber theilet sich bey Utrecht wieder in zwey Arme, deren einer sich gegen Norden unter dem Namen Vecht wendet, und bey Veesp und Muyden vorbeyfliesst, und in den Zniderzée fällt.
Der andre Arm, der den Namen Rhein behält, geht seinen natürlichen Lauf durch Woerden, und entladet sich, ehe er nach Leiden kömmt, eines beträchtlichen Theils seines Wassers, das durch drey verschiedene Gänge iu den Harlemersee ausfliesst.
1) Durch den Heimans-Water, einen Kanal, welcher beym Dorfe Oudshorn N. Oe. von Alpher anfängt, und an den Drasemersee endet, der mit dem Harlemer durch einen eine halbe Meile langen Kanal verbunden ist.
2) Durch den Does, einen andern Kanal, der westlich eine Meile von Leyden anfängt, und gleichfalls an den Brasemersee endet.
3} Endlich durch den Kromezyl bey Leyden, der in das Kager-Meer, oder in den Kagersee fällt, welcher ein Busen oder eine Ausdehnung des Leydnersees ist, der einen Theil des grossen Harlemersees ausmacht.
Also geht der Rhein, nachdem er 0,900 seines Wassers vertheilet, nach Leyden, und verliert fich in den Catwykschen Sandhügeln, deren Entstehung im Jahre 860 den Aussluss dieses Flusses ins Meer zerstöret hat.

(Archiv für Geographie und Statistik, ihre Hülfswissenschaften und Litteratur mit vorzüglicher Rücksicht auf die österreichischen Staaten: Verfasset von einer Gesellschaft Gelehrten u. Hrsg. Von Joseph Marx Freiherrn von Liechtenstern, Wien 1802)

Diderot über den Rhein

„Le Rhin et la Meuse sont les deux principales rivières; elles arrosent le pays ; il faut y joindre l’Escaut, le vieux Issel, le petit Issel, l’Amstel, qui a donné son nom à Amsterdam. A mesure que les rivières s’avancent dans le pays, leur lit devient plus majestueux. Le Rhin, ce fleuve si grand et si fameux, se perd dans les sables de Catwik, et n’arrive pas à la mer.“

„Ils font régulièrement leurs quatre repas : le matin, c’est le café ; entre une heure et deux, c’est le dîner ; sur les cinq à six heures du soir, c’est le thé ; on soupe à neuf. On n’y connaît guère de vins français que le Bourgogne, qu’on boit pur dans les maisons riches. On a du vin du Rhin de 50, de 60 et même de 100 ans. Les grand-pères font en vins du Rhin les provisions des petits-fils de leur enfans.“

„A propos de la grosseur et de la grandeur de l’homme, le docteur Robert dit qu’il y avait à peu près quatre-vingts ans qu’il existait à Lekerkée, un homme assez maigre, nommé Gerrit Baastransée, pêcheur de son métier, qui avait huit pieds du Rhin de hauteur, et qui pesait cinq cents livres.“

(Zitate aus: Denis Diderot: Voyage en Hollande, 1773)

De Hollandsche natie. (Tweede Zang.)

Op de eeuwige Alpen, dik met sneeuw en ijs umschorst,
Ontwringt de schoone Rijn zich aan der bergen korst:
Eerst sluipt hij nietig voort met ongewisse gangen,
Alseen versmade beek, naauw waard’ een’ naam te ontvangen.
Allengskens aangegroeid, schiet hij, langs breeder boord,
Met jonglings vuur en kracht, zijn stoute golven voort,
En stort bij Lauffen zich, met ongehoord gedonder,
In d’afgrond; schuimt, en bruist, en woelt, enwringt van onder
De klippen zich hervoort; getergd door wederstand,
Verbreekt, verbrijzelt hij de rotsen an zijn’ kant.
Een hel van water stort hij neêr met schriklijk klateren,
En heel de landstreek dreunt van de afgeschoten wateren!
Nu golft hij Duitschland door, met trotsche majesteit,
Langs rijke dorpen, aan zijn vruchtbren boord verspreid,
Langs bergen, lagchende van Bacchus zegeningen,
En steden, trotsch gebouwd, die zijnen lof bezingen.
Van Ehrenbreitsteins top ziet elk zijn’ slangenloop,
En groet hem, van die hoogte, als bronaâr van Euroop’. -
Ach! zoekdien schoonen stroom nuweêr bij Katwijks stranden!
Wat findt ge? een vuile poel, gesmoord in slijk en zanden.
Onedel en versmaad kruipt hij daar schandlijk voort,
Eer zich zijn drabbig nat in’t zand der duinen smoort.
De vreemdeling, die hem langs Coblents muur zag golven,
Herziet hem hier! maar ach! in ruigte en wier bedolven.
Hij mijmert an zijn’ zoom met waggelende treên,
Denkt aan het ond Karthaag’! en gaat in wecmoed heen.

Is, Neêrland! dit uw beeld? moet, uit die flaauwe trekken,
Mijn hart, dat voor u gloeit, uw nadrend lot ontdekken? —
Klein waart gij, als de Rijn, bij uw’ geboortestond,
Naauw waardig dat een volk zich vestigde op uw’ grond.
Allengskens aangegroeid, zaagt gij uit uw moerassen,
Bij steden van arduin, en tucht, en welvaart wassen.
Geontwrongt, met jonglingsmoed u’s Ibers overmagt,
En bliksemde op de zee in volle mannenkracht.
Aan ‘t hoofd der volken scheen uw luister elk in de oogen,
En hield, gelijk de Rijn, elk’ vreemdling opgetogen!
Ach! zult gij, als die stroom, bezwijken in uw’ loop?
De uitfluiting zijn der aard’? de schandvlek van Euroop’?
Neen, neen! der Vadren roem verspreidt te sterk een’ luister;
En ‘t kroost van zulk een volk zinkt niet geheel in ‘t duister.
Gij, die der volken lot voor de eeuwigheid vermeldt,
Geschiedkunde! open mij uw groot, uw leerzaam veld.
O Vaderland! ‘k zie dáár uw’ naam onsterflijk pralen,
En aller volken glans verduisterd door uw stralen;
Op de eeuwge zuil des roems staat Neêrlands naam gedrukt,
En wordt door vreemden trots daar nimmer uitgerukt. (…)

(Jan Frederik Helmers)

Aan den Rijn, in de Lente van 1820

Zoo rust dan eindlijk ‘t ruwe noorden
Van hageljagt en stormgeloei,
En rolt de Rijn weêr langs zijn boorden,
Onslagen van de waterboei.
Zijn waatren drenken de oude zoomen,
En ‘t landvolk, spelende aan zijn’ vloed;
Brengt Vader Rijn den lentegroet,
Als Grootvorst van Europa’s stroomen,
Die, van der Alpen top gedaald,
De stranden kust of scheurt de dijken,
De wereld splitst in koninkrijken,
En ‘t vorstlijk regtsgebied bepaalt.

Ook ik heb onbewolkte dagen
Aan dezen oever doorgebragt,
En warm heeft mij het hart geslagen,
Bij ‘t levenslot mij toegedacht.
Een morgen gronds, een kleine woning,
Verheerlijkt door de liefde en trouw,
Was mij en mijne brave Vrouw
De lusthof van den rijksten koning,
Als wij, in ‘t kunsteloos priëel
Of onder ‘t ruim der starredaken,
Van God en ‘t eeuwig leven spraken,
En dankten voor ‘t bescheiden deel.

En nu – ik kan mijn haren tellen,
Maar wie telt mijner tranen tal?
Eer keert de Rijn weêr tot zijn wellen,
Eer ik den slag vergeten zal.
Dien slag, die mijn ten tweede male
De kroon deed vallen van het hoofd. -
‘k Heb steeds mijn God! aan U geloofd
En zal, zoo lang ik adem hale,
Mij sterken in Uw vadertrouw,
Die nimmer plaagt uit lust tot plagen:
Maar toch, het valt mij zwaar, te dragen
Dien zwaren last van dubbelen rouw!

Te Katwijk, waar de zoute golven,
O Rijn! u wachten in haar’ schoot,
Daar ligt in ‘t schrale zand bedolven
Mijn kostbaar offer aan den dood.
‘k Wil tranen met uw waatren mengen;
Belast u met dien zilten vloed:
De droeve zanger heeft geen’ moed,
Die tranen op het graf te plengen
Der Gade, nooit genoeg beschreid. -
Gij, oude Rijn! wees gij mijn bode,
En voer ter rustplaats mijner doode
De tolken mijner menschlijkheid.

Groet ook het kind, welks lijkje de aarde
Reeds had ontvangen in haar’ schoot,
Eer zij, die mij dat lijkje baarde,
voor ‘t levenslicht hare oogen sloot;
Ik heb mijn dochtertje opgegraven,
Toen ‘t pleit der moeder was beslist,
En lei het in de groote kist,
En aan de borst, die ‘t wicht moest laven,
Dat nimmer laafnis noodig had:
Ik dacht, één huis behoort aan beiden:
Wat God vereent, zal ik niet scheiden;
En sloot in de urn den dubblen schat.

Noem hij deze aarde een hof van Eden,
Wie altijd mogt op rozen gaan:
Ik wensch geen’ stap terug te treden
Op de afgelegde levensbaan.
Ik reken ieder dag gewonnen,
Met moeite en tranen doorgesloofd,
God dank, mij draaiden boven ‘t hoofd,
Reeds meer dan vijf en dertig zonnen!
De tijd rolt, als dees bergstroom, voort.
Druk zacht mijn dooden, lijkgesteente!
En dek ook eerlang mijn gebeente,
En ‘t overschot, dat mij behoort.

(Elias Annes Borger, in: Nederlandsche Muzenalmanak voor 1821)

Rijndoorst: Sonderausgabe der DW B über den Rhein aus flämisch-niederländischer Sicht

Die Dietsche Warande & Belfort (DW B) erscheint heuer im 158. (!) Jahrgang und ist somit die älteste noch existierende Literaturzeitschrift in niederländischer Sprache. Ob die DW B sich in ihrer langen Geschichte bereits gesondert dem Rhein gewidmet hat, ist uns nicht bekannt. Diesen Oktober erschien mit “Rijndorst” eine Themenausgabe, in der sich belgische, britische und niederländische AutorInnen (sowie rheinsein als deutscher Beiträger) mit rheinischer Geschichte und Gegenwart beschäftigen.

Herausgeber Bas Groes analysiert im Vorwort „Mythologieën van verlies: de Rijn in de eenentwintigste eeuw“ die Rolle des Stroms als europäisches Symbol in Zeiten der „Ökonomisierung, Banalisierung, Balkanisierung und Trivialisierung des kulturellen Erbguts“, stellt Vergleiche mit der Themse an und zieht, mit den AutorInnen der Ausgabe, den Bogen von der rheinischen Sagenwelt um Wagners Rheintöchter bis in die heutige, auf neoliberalistischem Dung gedeihende Gesellschaft.

B. Zwaal schickt einen Wassertropfen aus dem Reno di Lei auf lyrisch-lakonische Reisen. Der „druppel“ „loreleyt niet“, „nibelingt niet“ und verliert sich schließlich Richtung Themse in einem Deltageäder, das bis Calais im nördlichen Süden und in ein Wolgalied im tiefen Osten reicht.

Den Wasserwegen auf Höhe der Merwede widmet Jan van Mersbergen zusammenhängende Miniaturen: „Met de kano peddelde ik over hele grote bladeren die als eilanden in het water lagen. Ik dacht aan de poster die vroeger in mijn kamer an de muur hing. Er stond en doorsnede op van een Hollandse sloot. Met vissen, planten, kleine beestjes. De sloot op de poster leek helemaal vol leven te zitten. Dat kende ik niet, want in de sloten bij ons in de polder leek vooral kroos te groeien. Er zat wel wat vis, kleine visjes, maar dat was het wel. Ik voer ook langs mooie wite waterbloemen. Later heb ik opgezocht hoe ze heten. Ik voer naar het kanaal. Daar tilde ik de kano van het riviertje in het kanaal, bij het betonnen aquaduct. Ik peddelde het recht uitgegraven kanaal uit. Gegraven door machines, hoopte ik, want ik had wel eens gehoord dat werklozen ingezet werden om kanalen te graven en de klei is hier zwaar en na een paar steken zit je hier op het grondwater en dan loopt ieder gat vol en wordt het noog zwaarder. De bruggen hebben gele relingen hier. Betonnen bruggen met asfalt erop. Het geel steekt af tegen de lucht, vanaf het water gezien, en tegen het gras en het water als je op de weg staat. Ik rookte een sjekkie, zittend op die reling.“

Atte Jongstra schickt, frei nach Jan Frederik Helmers, ein Selbstportrait des Rheins „vol liefde“ auf den Weg, verknüpft in seinen Zeilen die Vatereigenschaften des Stroms mit der Loreley mit der Unbefleckten von Lobith mit den schönen Dünen Katwijks, um hernach Joep Leerssens kurze Geschichte der niederländisch-belgischen Rheindichtung (und worin sie sich von der deutschen abhebt) zu skizzieren.

In „Drijfijs“ treibt Miek Zwamborn auf Zeitreise durch Europa, meist entlang des Rheins, läßt sich von getrockneten Blüten und alten Burgen leiten, schlägt mit Franz Reichelt und seinem unzureichenden Fallschirm bei seinem Todessprung vom Eiffelturm ein 14 Zentimeter tiefes Loch in den gefrorenen Boden von Paris und läßt uns am Konstanzer Wasserwunder teilhaben, als der Rhein eines Vormittags rückwärts floss.

In Düsseldorfer Rheinszenarien versetzt uns John Worthen, der Robert Schumanns letzte Tage auf Erden beschreibt, inklusive seines gescheiterten Selbsttötungsversuchs im eiskalten Strom, bevor sechs unserer Liechtenstein-Sonette aus Das Lachen der Hühner, in niederländischer Übertragung von Lucas Hüsgen, den Rheinschwerpunkt beschließen.

Die DW B hat eine schöne Website, die nebst Leseproben aus “Rijndorst” auch die üblichen Bestellmöglichkeiten bietet.

La Pêche miraculeuse (2)

(…) «Mais, bien loin de m’écouter, il entonnait un refrain bachique d’une voix tonnante, et finissait toujours par imiter le chant du coq. C’était son plaisir favori d’imiter le chant du coq. Ainsi, par exemple, à la taverne, quand son verre était vide, au lieu de frapper sur la table comme tout le monde pour prévenir la servante, il agitait les bras et lançait des ko-ko-ri-kot jusqu’à ce qu’on eût rempli sa chope.
«Depuis longtemps Marius me parlait de son chef-d’oeuvre: la Pêche miraculeuse. Il m’en avait fait voir les premières esquisses, et j’en étais émerveillé, lorsqu’un beau matin il disparut subitement de Leyde, et, depuis, personne n’a reçu de ses nouvelles.»
Ici, Cappelmans ralluma sa pipe d’un air rêveur et poursuivit:
«Hier soir, j’étais à la taverne du Cruchon d’Or, en compagnie du docteur Roëmer, d’Eisenloeffel, et de cinq ou six vieux camarades. Vers dix heures, je ne sais plus à quel propos, Roëmer se mit à déclamer contre les pommes de terre, déclarant que c’était le fléau du genre humain; que depuis la découverte des pommes de terre, les aborigènes de l’Amérique, les Irlandais, les Suédois, les Hollandais, et généralement tous les peuples qui boivent beaucoup de spiritueux, au lieu de jouer comme autrefois leur rôle dans le monde, se trouvaient réduits à l’état de zéros. Il attribuait cette décadence à l’eau-de-vie de pommes de terre, et tout en l’écoutant, – je ne sais par quelle évolution singulière de mon esprit, – le souvenir de Van Marius me revint en mémoire: «Pauvre vieux! me dis-je en moi-même, que fait-il maintenant? A-t-il terminé son chef-d’oeuvre? Pourquoi diable ne donne-t-il pas de ses nouvelles?
«Comme je réfléchissais à ces choses, le watchman Zélig entra dans la salle pour nous prévenir qu’il était temps de quitter la taverne: onze heures sonnaient. – Je rentre donc chez moi, la tête un peu lourde. Je me couche et je m’endors.
«Mais voilà qu’une heure après, Brigitte, la ravaudeuse en face, allume ses rideaux. Elle crie: «Au feu!» J’entends courir dans la rue, j’ouvre les yeux, et qu’est-ce que je vois? Un grand coq noir perché sur un chevalet au beau milieu de mon atelier.
«En moins d’une seconde, les rideaux de la vieille folle avaient flambé, puis s’étaient éteints d’eux-mêmes. Tout le monde s’en allait en riant… Mais le coq noir restait toujours à sa place, et comme la lune brillait entre les tours de l’hôtel de ville, ce singulier animal m’apparaissait on ne peut mieux. Il avait de grands yeux jaunes cerclés de rouge, et se grattait la tête du bout de la patte.
«Je l’observais depuis au moins dix minutes, me demandant par où cet animal bizarre avait pu se glisser dans mon atelier, lorsque, relevant la tête, le voilà qui me dit:
«Comment, Cappelmans, tu ne me reconnais pas? Je suis pourtant l’âme de ton ami Van Marius!
«L’âme de Van Marius! m’écriai-je. Van Marius est donc mort?
«Oui, répondit-il d’un air mélancolique, c’est fini, mon pauvre vieux. J’ai voulu jouer la grande partie contre Hérode Van Gambrinus; nous avons bu deux jours et deux nuits sans désemparer. Le matin du troisième jour, comme la vieille Judith éteignait les chandelles, j’ai roulé sous la table! Maintenant, mon corps repose sur la colline d’Osterhaffen, en face de la mer, et je suis à la recherche d’un nouvel organisme… Mais ce n’est pas de cela qu’il s’agit: je viens te demander un service, Cappelmans!
«Un service! Parle…. Tout ce qu’un homme peut faire, je le ferai pour toi!
«A la bonne heure! reprit-il, à la bonne heure! j’étais sûr que tu ne me refuserais pas. Eh bien donc, voici la chose. Tu sauras, Andreusse, que j’étais allé à l’Anse des Harengs, tout exprès pour finir la Pêche miraculeuse. Malheureusement, la mort m’a surpris avant que j’aie pu mettre la dernière main à cet ouvrage… Gambrinus l’a suspendu comme un trophée, au fond de sa taverne: cela me remplit d’amertume… Je ne serai content que lorsqu’il sera terminé, et je viens te prier de le finir. Tu me promets, n’est-ce pas, Cappelmans?
«Sois tranquille, Jan, c’est une affaire entendue.
«Alors, bonsoir!
«Et là-dessus, mon coq bat de l’aile, et traverse l’une de mes vitres, avec un bruit sec, sans faire le moindre éclat.»
Après avoir terminé ce récit bizarre, Cappelmans déposa sa pipe sur le bord de la fenêtre et vida sa chope d’un trait.
Nous restâmes longtemps silencieux, nous regardant l’un l’autre.
«Et vous croyez que ce coq noir était réellement l’âme de Van Marius? dis-je enfin au brave homme.
- Si je le crois! fit-il. C’est-à-dire que j’en suis sûr!
- Mais alors que pensez-vous faire, maître Andreusse?
- C’est bien simple; je vais partir pour Osterhaffen. Un honnête homme n’a qu’une parole: j’ai promis à Van Marius de terminer la Pêche miraculeuse, et je la terminerai coûte que coûte. Dans une heure, Van Eyckle borgne doit venir me prendre avec sa charrette.»
Puis s’arrêtant et me regardant d’un oeil fixe:
«Eh! fit-il, j’y songe… tu devrais m’accompagner, Christian; c’est une magnifique occasion de voir l’Anse des Harengs. Et puis, on ne sait ce qui peut arriver; je serais content de l’avoir près de moi.
- Je le voudrais bien, maître Andreusse; mais vous connaissez ma tante Catherine, elle ne consentira jamais.
- Ta tante Catherine… je vais lui signifier qu’il est indispensable pour ton instruction de voir un peu la côte. Qu’est-ce qu’un peintre de marines qui ne quitte jamais les environs de Leyde, qui ne connaît que le petit port de Katwyk? Allons donc, c’est absurde!:.. Tu viens avec moi, Christian, c’est entendu!»
Tout en parlant de la sorte, le digne homme passait sa large casaque rouge, et, me prenant ensuite par le bras, il m’emmena gravement chez ma tante.
Je ne vous raconterai pas tous les pourparlers, toutes les objections, toutes les répliques de maître Cappelmans pour décider ma tante
Catherine à me laisser partir avec lui. Le fait est qu’il finit-par l’emporter, et que deux heures plus tard nous roulions vers Osterhaffen. (…)

Aktuell: Rhein-Vierteiler auf ARTE (3)

Mutiger Beginn des letzten Dokuteils, wiederum von Klaus Kafitz: Drachenfels, Köln und Düsseldorf sind in ca 15 Sekunden abgehandelt. Im Duisburger Hafen werden 21 Becken gezählt, die Hängebrücke von Emmerich hält irgendeinen Rekord, bei Kalkar hockt Rudi Hell auf seiner Grieth, dem angeblich letztverbliebenen Schokker am Rhein, um Aale und Chinesische Wollhandkrabben aus seinen Fluten hervorzuziehen. Die Grieth ist gewiß nicht der einzig verbliebene Aalschokker auf dem Fluß, vielleicht aber der einzig aktive. Über die Wollhandkrabbe weiß Wikipedia: “Zur Zubereitung werden die Krabben mit Schnüren zusammengebunden, um zu verhindern, dass der wohlschmeckende Saft beim Kochen austritt. Danach werden sie in Dampf gegart. Weil die große Menge von Wollhandkrabben aber nicht ausschließlich in der Gastronomie verwertet werden kann, erfolgt eine Nutzung vor allem gewerblich-industriell, etwa zur Chitosan-Herstellung und zur Biogas-Produktion. Chitosan ist ein begehrter Rohstoff, der z. B. bei der Abwasserbehandlung, in der Medizin (Nahtmaterial), in der Landwirtschaft (Saatgutbehandlung) und in der Lebensmittelindustrie eingesetzt wird. (…) Inzwischen soll die Art sogar von Europa in das Ursprungsland China zurückverfrachtet werden, um die dortigen Bestände zu stützen (…)” Bei Lobith finden Jugend-Speedboatmeisterschaften statt, in Schoonhoven am Lek sehen wir einer Kunstmalerin beim Aquarellieren von Strandkühen zu. Kühe im Wasser und Kühe am Rhein seien ein Markenzeichen der Niederlande, sagt die Malerin, der es nur aufgrund jahrelanger Gewöhnung vergönnt ist, bis auf wenige Meter an die scheuen Tiere heranzukommen. Hausboote, Windmühlen. Die Merwede verbreitert sich zu einem imposanten Fluß- und Inselsystem: de Biesbosch, im kleinen Holland ein Nationalpark so groß wie ganz Paris, mit Fischadlern über Polderland. In Bodegraven am Oude Rijn steht eine Biermühle, in Koudekerk aan den Rijn die einzige Klappbrücke über den schmalen Restfluß, der bei Katwijk als kleinster von fünf Mündungsarmen in die Nordsee fließt. Bei Rotterdam wird Westland, die gläserne Stadt, in der vornehmlich Gewächshausgemüse wohnt, bei Regenknappheit rheingespeist. Es sieht wie eine kosmische Versuchsanordnung aus, wenn ein einsamer Gärtner, für ein fünf Fußballfelder großes Gewächshausareal alleinverantwortlich, leuchtend grünen Kopfsalat in Klarsichttüten schneidet, während um ihn herum im nichtbeschriebenen Raum des computergenerierten Gewächshausklimas fantastische Neozoen sich ausbilden, nukleargetriebene Untiere, farblose Läuse, UV-Strahlen absondernde Motten und mimikryfähige Blütenpredatoren – ein schillernder und versöhnlicher Abschluß der Reihe, bei der Lang- und Kurzweil sich in etwa die Waage halten.

Der Rhein für die gebildeten Stände (2)

Vom Bodensee bis Basel, wo der Rhein schon eine Breite von 750 F. erhält, hat er ein felsenreiches Bett. Von Basel aus wird sein Bett von vielen Inseln durchschnitten, die jedoch zum größten Theil blos aus Sand- und Kiesbänken bestehen, welche häufig von einer Seite weggerissen und an der andern wieder angesetzt werden. Von Breisach herab trifft man schon mehre bestaudete und selbst angebaute Inseln. Zwischen Strasburg und Germersheim ist das Bett immer noch sehr inselreich, aber der größte Theil dieser Inseln ist mit Gebüsch bewachsen. Zwischen Strasburg und Speier ist der Rhein 1000—1200 F., bei Mainz 1500—1700 F., und bei Schenkenschanz, wo er in die Niederlande eintritt, 2150 F. breit. Die Tiefe des Rheins beträgt 5—28, bei Düsseldorf sogar 50 F. Bei Schenkenschanz theilt er sich in zwei Arme, wovon der südl. die Waal heißt, zwei Drittheile seines Gewässers nimmt, sich hernach zweimal mit der Maas vereinigt und unter dem Namen Merwe in das deutsche Meer fließt. Der nördl. Arm des Rheins hatte vormals in seinem Laufe nach Arnheim zu mehre Windungen; seit 1720 aber hat man von der Waal aus bei dem Dorfe Pannerden einen Kanal gegraben, wodurch das alte Bett des Stroms nun größtentheils vertrocknet ist. Durch diesen pannerdenschen Kanal fließen jetzt die Gewässer des Rheins fort, nachdem sie sich unterhalb Millingen von der Waal getrennt haben. Ehe dieser Arm des Rheins nach Arnheim kommt, theilt derselbe sich wieder oberhalb Westervoort und bildet die sogenannte neue Yssel. Diese Abtheilung des Stroms ist eigentlich der Kanal, den Drusus graben ließ, indem die Gewässer sich bei Doesburg mit der alten Yssel vereinigen und zuletzt sich in die Zuydersee ergießen. Von da, wo sich der Drusische Kanal von dem Rheine trennt, wendet dieser letztere sich nach Arnheim und behält seinen Namen, bis er bei Wageningen und Rhenen vorbei ist, wo er Lech heißt und auf Wyk bei Durstede fließt. Von hier floß sonst der Rhein mit vollem Strome nach Utrecht, jetzt ist aber nur noch ein sehr schwacher Arm übrig, der krumme Rhein genannt. Weiterhin, Vianen gegenüber, ist schon vor mehren Jahren aus dem Lech ein Kanal gegraben worden, welcher nach Utrecht geht und gewöhnlich die Vaart genannt wird. Da derselbe mit Schleusen versehen ist, so kommen auf demselben sehr beträchtliche Schiffe nach Utrecht und von da weiter nach Amsterdam. Unterhalb Vianen sondert sich ein kleiner Arm vom Lech ab, den man die Yssel nennt, und der sich eine Meile oberhalb Rotterdam in die Merwe ergießt. Der Lech fließt von Vianen nach Schoonhofen und geht oberhalb Crimpen op de Lek in die Maas. Von den Gewässern des Rheins, die nach Utrecht fließen, geht abermals ein Arm ab, welcher die Vecht genannt wird und sich nach einem achtstündigen Laufe bei Muyden in die Zuydersee ergießt. Der übrige Rhein fließt von Utrecht nach Leyden, wo er beinahe einem Graben ähnlich sieht. Bei Rhynsburg vorbei kommt endlich dessen kleines Gewässer, drei Stunden von Leyden, nach Katwyk op Rhyn, wo derselbe eine halbe Stunde davon sich noch zu Anfange dieses Jahrh. in den Sand verlor. Sonst hatte der Rhein da einen Ausfluß in die See bei Katwyk op Zee. Nach einigen vergeblichen Versuchen, die alte Mündung wieder zu öffnen, welche durch die entstandenen Dünen verschwunden war, hat man erst seit wenigen Jahren die Schwierigkeiten völlig überwunden, indem man in einem Kanale die in den Sand sich verlierenden Gewässer des Rheins gesammelt hat. Am äußersten Ende desselben befindet sich eine Hauptschleuse, eine zweite inmitten, beim Anfange der Seedünen, eine dritte kleinere beim Ausgang des Kanals aus dem Rhein, und so ist durch Hülfe der Kunst der Ausfluß des Rheins wiederhergestellt worden. Hierbei hatte man den Hauptzweck, die niedrigen Gegenden der Provinz Holland von dem überflüssigen Wasser zu entledigen und dadurch deren Werth zu erhöhen, welcher Zweck auch in hohem Grade erreicht worden ist.

(aus: Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie für die gebildeten Stände. Conversations-Lexikon, Band 9, F.A. Brockhaus Verlag, Leipzig 1836)

Lederstrumpf am Rhein

In der Einführung zu seinem Roman The Heidenmauer berichtet Lederstrumpf-Autor James Fenimore Cooper von seinen raschen, historisch inspirierten rheinischen Einsichten: „At Aix-la-Chapelle we bathed, visited the relics, saw the scene of so many coronations of emperors of more or less renown, sat in the chair of Charlemagne, and went our way. The Rhine was an old acquantaince. A few years earlier, I had stood upon the sands, at Katwyck, and watched its periodical flow into the North Sea, by means of sluices made in the short reign of the good king Louis, and, the same summer, I had bestrode it, a brawling brook, at the icy side of St. Gothard. We had come now to look at its beauties in its most beautiful part, and to compare them, as far as native partiality might permit, with the well-established claims of our Hudson. Quitting Cologne, its exquisite but incomplete cathedral, with the crane that has been poised on its unfinished towers five hundred years, its recollections of Rubens and his royal patroness, we travelled up the stream so leisurely as to examine all that offered, and yet so fast as to avoid the hazard of satiety. Here we met Prussian soldiers, preparing, by mimic service, for the more serious duties of their calling. Lancers were galloping, in bodies, across the open fields; videttes were posted, the cocked pistol in hand, at every hay-stack; while couriers rode, under the spur, from point to point, as if the great strife, which is so mennacingly preparing, and which sooner or later must come, had actually commenced. As Europe is now a camp, these hackneyed sights scarce drew a look aside. We were in quest of the interest which nature, in her happier humors, bestows. There were ruined castles, by scores; grey fortresses; abbeys, some deserted and others yet tenanted; villages and towns; the seven mountains; cliffs and vineyards. At every step we felt how intimate is the association between the poetry of Nature and that of art; between the hill-side with its falling turret and the moral feeling that lends them interest. Here was an island, of no particular excellence, but the walls of a convent of the middle ages crumbled on its surface. There was a naked rock, destitute of grandeur, and wanting in those tints which milder climates bestow, but a baronial hold tottered its apex. Here Caesar led his legions to the stream, and there Napoleon drew his corps d`armée on the hostile bank; this monument was to Hoche, and from that terrace the great Adolphus directed his battalions. Time is wanting to mellow the view of our own historical sites; for the sympathy that can be accumulated only by the general consent of mankind, has not yet clothed them with the indefinable colors of distance and convention.“