Szene bei Kaiserswerth

ansicht bei kaiserswerth

“als junger wollte ich mal einen roman schreiben, von einem mädel mit braunem haar, das an den kreidefelsen der küste an der ostsee entlangreitet, wo man bunte feuersteine findet, das mädel wird dann meine frau und reitet mit mir in ihr dorf, wo ihr stamm lebt, ein schwarm fische schwimmt rheinauf, einer rheinab, die aale schlängeln sich am schiff vorbei, in der ferne der flughafen, ausläufer der häuser und pappeln und gebüsche mit vogelnestern noch relativ nackt am rande des ortes kaiserswerth, pappeln, braune äcker gefurchtes feuchtes land, startende flugzeuge, gegenüber auch wieder pappeln und weiden, der lanker kirchturm, das schiff ist vermutlich ein tankschiff mit ethanol und fährt rheinauf nach dormagen, fast alles aus unserer kultur ist ja daraus gemacht, wem es gehört der hat auch geld und macht, millionen jobs in der industrie hängen davon ab, mikroplastik sammelt sich in den meeren, zerriebene kleinteile, rheinaufwärts geht es nach kölle und bis in die schweiz. in manchen der container auf den schiffen ist schmuggelgut, etwas zum rauchen und träumen, aus rotterdam, aus übersee, erreicht hier die gebraucher in den metropolen…”

(Ein Beitrag unseres Niederrhein-Korrespondenten Rainer Vogel)

Wanderpfade am Rhein

Vor drei oder vier Tagen in Edinburgh hatte ich einen Traum, so intensiv, dass ich mich heute noch gut daran erinnere: Ich stand am Ufer des Rheins, irgendwo bei uns im Norden, Kaiserswerth, Wittlaer, eines dieser vielbewanderten Ausflugsziele. Und außer mir stand da ein recht alter, magerer Mann und schimpfte auf das Gottserbärmlichste. Ich trat zu ihm und sah den Grund für seinen Zorn: Seitlich des Wegs war ein großes Metallschild angebracht; auf der oberen Hälfte war ein unscharfes Schwarzweißfoto zu sehen, in der Art, wie man sie aus Kriegszeiten kennt, eigentlich war nichts zu erkennen, nur schwach waren Personen zu erahnen. Der Skandal lag für den Senior eindeutig im Text, denn der stellte einen Text von Hanna Krabbe dar, den sie wohl im Gefängnis in typischer Kassiber-Sprache verfasst hatte, und am Ende informierte das Schild, dass es Teil eines RAF-Wanderwegs sei. Zuerst nahm ich die Idee vor dem Greis schon aus bloßem Prinzip in Schutz, aber während ich noch sprach, ging mir plötzlich auf, dass das Pathos solcher Texte und Schilder immer das selbe sei, egal ob Bonhoeffer, Geschwister Scholl, aber auch weitergedacht, Martin Luther, der ganze deutsche Idealismus, die Romantik, Expressionismus, völlig gleich – immer geht es um eine Kultur des Todes, letztlich auch bei solchen Übersteigern wie Nietzsche oder Canetti, je mehr sie ihn verlachen oder bekämpfen, desto sichtbarer kriecht er um sie herum, kein Ausweg aus der Gruftmisere, und deshalb schlug ich dem alten Mann vor, wir könnten ja einen Todes-Wanderpfad daneben errichten, und ich glaube, er hat die Idee ganz gut gefunden.

(Ein Gastbeitrag von Martin Knepper)

Presserückschau (Juni 2016)

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Rhine Guards: “Wenn (…) im Rahmen des Schützenfestes in Eller (…) die Showparade auf dem Getrudisplatz startet, schlägt die Stunde der Rhine Guards. Das umtriebige Brass & Drums Corps hebt sich von anderen Musikkapellen ab, sind die 25 Mitglieder (davon zwölf Jugendliche) doch am amerikanischen Original des Drums & Bugel Corps des US Marines Corps angelehnt. Auch bei der Rangbezeichnung: Der 1. Vorsitzende (…) ist der Colonel, der musikalische Leiter (…) der First Sergeant. Das Repertoire reicht von dem St. Louis Blues Marsch über die Marines Hymn bis hin zum herzerweichenden Amazing Grace (mit Dudelsack!). Disziplin und Kleiderordnung werden großgeschrieben, von der Schirmmütze bis zu den Schnürriemen muss alles stimmig sein.” (Rheinische Post)

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“Zwischen Etzgen und Laufenburg können sich Möchtegern-Piraten und andere Wasserratten zwei Stunden lang treiben lassen. Das Gefährt besteht aus zusammengezurrten Baumstämmen, ist dreissig Quadratmeter gross, sechs Tonnen schwer, mit einem Schwimmkörper versehen, aber optisch – ein Floss. Herr des Flosses ist Captain J-C alias J-C Weiersmüller. Seit mittlerweile drei Jahren bietet er Flossfahrten auf dem Rhein an. (…) Noch liegt das Floss auf seiner Trockenstelle in Bad Zurzach. (…) Bis zu sechs Fahrgäste kann er mit seinem Floss transportieren. Sie dürfen sich unterwegs durchaus auch einmal als Flösser versuchen und mit dem Riemen das Gefährt steuern. So kriegen die Passagiere einen Einblick in das Leben von einst. Die Flösserei war bis ins 19. Jahrhundert und zum Ausbau der Eisenbahn ein bedeutendes Gewerbe entlang der Flüsse.” (Aargauer Zeitung)

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“Die Handballer der Rhein-Neckar Löwen sind erstmals in ihrer Vereinsgeschichte Deutscher Meister. Der frischgebackene Titelträger gewann am letzten Spieltag hoch bei Absteiger TuS N-Lübbecke und hielt damit Verfolger SG Flensburg-Handewitt auf Distanz. Das Gastspiel in Ostwestfalen war von Beginn an eine klare Sache. Nach acht Minuten stand es 6:2 für die Löwen, nach 24 Minuten 15:7 und zur Pause 17:10. Die Löwen waren dabei in allen Belangen überlegen, zeigten sich in der Defensive stark und in der Offensive treffsicher. (…) Am Ende hatten die Rhein-Neckar Löwen mit 35:23 gewonnen. Insgesamt gewannen die Löwen 28 von 32 Bundesliga-Spielen. Für die Löwen geht mit dem Titelgewinn eine Art Trauma zu Ende. Denn in den vergangenen zwei Jahren belegte das Team jeweils den zweiten Platz hinter dem THW Kiel – 2014 fehlten dabei nur zwei Tore zur Meisterschaft.” (sportschau.de)

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Der General-Anzeiger resümiert 1050 Jahre Dollendorf: “”Oberdollendorf liegt am Rhein, Niederdollendorf im Rhein”, lästern die Oberdollendorfer gerne über das benachbarte Niederdollendorf – und haben damit gar nicht mal so unrecht. Alle Jahre wieder nämlich setzt Vater Rhein die Uferpromenade und die anliegenden Straßen unter Wasser. (…) 1895 hatten die beiden Schiffer Hoitz und Käufer mit Motorbooten den Fährverkehr von Niederdollendorf über den Rhein aufgenommen, alte Quellen verraten jedoch, dass schon über die Jahrtausende hinweg Boote Personen und Güter von einem zum anderen Ufer transportierten. Besonders stolz ist man in Niederdollendorf darauf, dass vor der eigenen Haustür einst sogar die erste elektrische Fähre in Deutschland verkehrte. Am 11. Juli 1908 hatte das damals hochmoderne Fährschiff den Betrieb aufgenommen, am 7. März 1945 setzt die Fähre das letzte Mal von Godesberg nach Niederdollendorf über. (…) Sieht man einmal von den Jahren ab, in denen Väterchen Frost den Rhein bei Bonn hat völlig zufrieren lassen, was zuletzt 1929 der Fall war, hatten die Dollendorfer zweimal in der Geschichte die Gelegenheit, zu Fuß den Fluss zu überqueren: 1918 gab es eine Pontonbrücke, die während des Ersten Weltkrieges den deutschen Fußtruppen einen schnellen Rückzug ermöglichen sollte. 27 Jahre später bauten US-Pioniere die „Hodges-Bridge“ zwischen Bad Godesberg und Niederdollendorf, die als einer der wichtigsten Nachschubwege der Alliierten fungierte. “Da durften auch Personen drüber, aber man musste sich vorher entlausen lassen”.”

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“Bei einem Ausritt mit ihrem Pferd ist eine Frau in Chur (…) auf einer Insel mitten im reissenden Rhein gestrandet. Das Pferd entschied sich selbstständig zum Gang ins Wasser und war nicht zum Umkehren zu bewegen. (…) Ursprünglich wollte die Frau das Pferd am Rheinufer in der Nähe von Felsberg lediglich tränken. Doch das Tier begab sich gleich in den Rhein und war nicht dazu zu bewegen, umzudrehen. Stattdessen schritt es unbeirrt weiter, bis es die künstlich geschaffene Insel erreichte. Fürs Zurückkehren war dann die Strömung zu stark.” (Blick)

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“Im Revolutionsjahr 1848 kommt es auf dem Rhein zu einem bedenkenswerten Zwischenfall. “Gegen Mittag passierte ein Schlepp-Dampfschiff der Düsseldorfer Gesellschaft bei Kaiserwerth vorbei, als dort plötzlich sieben Gewehrschüsse nach demselben gerichtet abgefeuert wurden”, heißt es im entsprechenden Polizeibericht. Ein Schuss pfeift haarscharf am Kopf eines Knechtes vorbei. Bei den Verbrechern handelt es sich weniger um Revolutionäre als vielmehr um konservative Kreise: Vermutlich sind es Vertreter des Berufs der Treidler, die die Schiffe mit ihren Pferden vom Ufer aus durch die Gewässer ziehen. Die Erfindung der Dampfschifffahrt macht dieser seit römischen Zeiten auf dem Rhein praktizierten Tradition den Garaus. 1809 meldet der Amerikaner Robert Fulton sein Dampfschiff zum Patent an. Auf dem Rheim als der meistbefahrenen Wasserstraße Europas macht der schottische Kapitän William Wagner den Anfang. Am 8. Juni 1816 legt er mit seinem Schaufelraddampfer “Defiance” vom Ufer ab und fährt den Rhein hinauf über Köln. Es ist ein nie dagewesenes Spektakel, das auch den niederländischen König aufs Schiff lockt. Und Wilhelm I. reist extra mit der Kutsche nach Rotterdam, um das Schiff zumindest im Hafen zu bewundern. Längs der Strecke aber sollen sich die Bauern ob des Schiffs, das treidlerlos wie von Geisterhand bewegt wird, bekreuzigt haben.” (WDR)

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“Auftakt für das grenzüberschreitende Projekt „Veiligheid zonder Grenzen – Sicherheit ohne Grenzen“ des Löschzuges Rindern der Freiwilligen Feuerwehr Kleve und der Brandweer Millingen aan de Rijn: (…) Die Feuerwehren sind aus ihrer Sicht auf die gegenseitige Unterstützung angewiesen, denn die Probleme sind bei beiden Gruppen ähnlich. Aktuell ist durch eine staatsvertragliche Vereinbarung gewährleistet, dass die Feuerwehr aus Rindern den Kameraden aus Millingen aan de Rijn zur Unterstützung dienen kann. Es fehlt jedoch eine staatsvertragliche Regelung, damit die Brandweer Millingen aan de Rijn in der Bundesrepublik Deutschland ebenfalls ihre Fertigkeiten und Kenntnisse einbringen kann. Diese Regelung zu erreichen ist eines der Ziele des dreijährigen, grenzüberschreitenden Projektes, welches durch die europäische Union unterstützt wird.” (WAZ)

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“Unter Palmen liegen mit einem gekühlten Getränk in der Hand und bei Sonne satt entspannen – bis es so weit ist, müssen sich die Bad Säckinger noch ein wenig gedulden. Eigentlich sollte die Strandbar am Rheinuferweg schon Anfang dieses Monats zum Genießen und Entspannen einladen, doch bedingt durch den regnerischen Juni, herrscht auf dem schmalen Grünstreifen zwischen Diebsturm und den WC-Anlagen immer noch gähnende Leere.” (Badische Zeitung)

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“Nach schweren Unwettern in Rheinland-Pfalz sind bei einem Bahnunglück am Rhein (…) zehn Menschen verletzt worden. Ein Regionalexpress entgleiste (…) zwischen Oberwesel und Bacharach wegen eines Erdrutsches. (…) Bei dem Bahnunglück am Rhein wurden nach Angaben der Bundespolizei der Lokführer und neun Reisende verletzt. Der Regionalexpress RE 4251 war zwischen Koblenz und Frankfurt am Main unterwegs, als der vordere Zugteil um 05.35 Uhr entgleiste. In der Region hatten die schweren Unwetter zu einer Reihe von Erdrutschen geführt und Gleise unterspült. Der Streckenabschnitt zwischen Oberwesel und Bacharach wurde komplett gesperrt.” (Welt)

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“Es ist ein gigantisches Städtebauprojekt für Straßburg und setzt die nach der deutschen Annektierung der Elsassmetropole 1871 begonnene Öffnung zum Rhein fort. Mit der »ZAC des deux Rives« (Zone d’aménagement concerté) wird unmittelbar an der Grenze am Rhein gegenüber von Kehl in den nächsten 15 Jahren ein neuer Stadtteil entstehen. Früher hatte das Viertel »Port du Rhin« einen schlechten Ruf. Seit einigen Jahren macht die Straßburger Stadtführung aber enorme Anstrengungen, um das einstige Problemviertel zu einem lebenswerten Stadtteil zu entwickeln. Das zeigen der neue »Place de l’Hippodrome« mit den beiden Kirchen, die deutsch-französische Kinderkrippe und die Neubauten neben dem Straßburger Teil des Zwei-Ufer-Gartens.” (Baden Online)

Presserückschau (Juli 2015)

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Für die Kölner Presse spektakulär erwies sich die Rheinquerung einiger neuer Biertanks für eine der ansässigen Kölsch-Brauereien: “6,5 Meter Durchmesser – damit passen die Tanks für den neuen Standort der Gaffel-Brauerei nicht unter jeder Brücke hindurch. Das Bonner Logistik-Unternehmen Viktor Baumann transportierte sechs, jeweils 23 Meter lange Behälter für Bier und Getreide deshalb auf einem schwimmenden Ponton von Sürth auf die Porzer Seite. „Das ist die einzige Möglichkeit“, sagte Matthias Götz, zuständig für die Organisation des Transports. Am Montag und Dienstag wurden im Godorfer Hafen jeweils drei Behälter per Schiff angeliefert. Lkw brachten sie zur Sürther Nato-Rampe. Samt Lkw-Anhänger wurde die schwere Fracht auf den Ponton verladen und ans andere Ufer gebracht. Für den Transport auf der Straße mussten Ampeln aus dem Weg gedreht und Halteverbote eingerichtet werden.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

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Frachter oder Schnäpel: “Eine mögliche Vertiefung des Rheins sorgt für Streit zwischen Bund, Land und Häfen auf der einen Seite und den Naturschutzverbänden auf der anderen Seite. Bislang hat der größte deutsche Strom zwischen Duisburg und Köln nur eine Minimalwassertiefe von 2,50 Meter.” Technisch betrachtet vertieft sich der Rhein, indem er Geschiebe vor sich her treibt, von selbst. Aus Naturschutzgründen wird der Fluß an diversen Stellen aufgeschüttet. Die angestrebte Vertiefung zur Entlastung der Binnenschifffahrt ginge daher bis auf wenige Stellen wie etwa die Werther Platte bei Kaiserswerth natürlich vonstatten. Naturschützer sehen durch eine Rheinvertiefung die Auenlandschaften als Laichstätten für aktuell seltene Rheinfische in Gefahr: “Der Nordseeschnäpel gilt seit 1940 als ausgestorben. 2008 wurde er erstmals wieder nachgewiesen. Im Rahmen eines Forschungsprojektes fing ein Angler im Jahr 2011 (…) bei Kalkar gleich zehn Nordseeschnäpel. Das Tier wird auch als Rheinschnäpel und Kleine Schwebrenke bezeichnet und stammt aus der Familie der Lachse.” (Rheinische Post)

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Neuro-Rhine: “Den Oberrhein als grenzüberschreitenden Forschungsstandort sichtbar und ihn international wettbewerbsfähig machen – dies sind die Ziele der Wissenschaftsoffensive Oberrhein. 2012 ist dazu eine erste Initiative der Trinationalen Metropolregion Oberrhein (TMO) gestartet. Nun wurden sieben Projekte aus den Bereichen Medizin, erneuerbare Energien und Geisteswissenschaften (…) abgeschlossen. Leuchtturmprojekte nennt man so etwas. Es geht um Exzellenz. Am Oberrhein geht es zudem um die Entwicklung grenzüberschreitender Netzwerke. Zum Beispiel “Neuro-Rhine”. Das Projekt hat erforscht, wie degenerative Erkrankungen im Gehirns entstehen. Wissenschaftler der Universitäten Straßburg, Freiburg, Basel und des Saarlandes suchten dabei nach Lösungen zur Prävention von Alzheimer und von Erkrankungen des Nervensystems. Sie identifizierten Moleküle, die giftige Einlagerungen im Gehirn hemmen und damit die Entstehung von Alzheimer-Symptomen verlangsamen können. Die Beteiligten sprechen davon, dass aus dem Projekt ein echter Know-how-Transfer hervorgegangen sei – und zwei Patente.” (Badische Zeitung)

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“Eine völlig neue Generation von Arbeitsschiffen sorgt nun für freie Fahrt auf dem Rhein. Gestern wurde die „Cassius“ getauft. Sie folgt auf den „Hamster“, der 49 Jahre seinen Dienst auf dem Rhein tat. (…) Die Arbeit an Bord ist vielseitig, die Verkehrssicherung steht an erster Stelle. Wenn mal ein Container oder auch ein Lukendeckel über Bord geht, dann kann dieses Hindernis die Fahrrinne blockieren. Mit Radar wird es schnell aufgespürt. Auch die Kontrolle von Uferböschungen, Schifffahrtszeichen und anderen schwimmenden Anlagen auf dem Rhein gehört zum Tagesgeschäft der beiden Mitarbeiter auf dem Schiff.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

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Rheinmuscheln könnten zu begehrten Objekten der Elektronikindustrie werden: “Im Rhein lebende Muscheln reichern in ihren Schalen Lanthan und Samarium an. Das stammt aus einer Fabrik in Worms, die Katalysatoren herstellt. (…) Auf Gadolinium, eine anderes Selten-Erd-Metall aus der medizinischen Diagnostik, das in fast allen Flüssen und Seen vorkommt, haben Wassertiere dagegen keinen Appetit.” Seltene Erden, berichtet ingenieur.de, “sind teure Metalle, die in immer mehr elektronischen Geräten wie in Smartphones enthalten sind”.

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Der einzige Schießplatz der Schweiz, auf dem alle Arten von Armeepanzern gleichzeitig schießen können, feiert sein 50-jähriges Bestehen, der Schießplatz Hinterrhein: “Wer im Kanton Graubünden einen Haufen schwarze Beret-Träger sucht, ist auf dem Schiessplatz Hinterrhein am richtigen Ort. Seit 50 Jahren üben dort Panzertruppen den Ernstfall. Bekannt ist der Schiessplatz vor allem für seine besondere Lage. Klar wird das Jubiläum am Freitag mit lauten Schüssen eingeläutet.” (Südostschweiz)

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“Vorbei ist die Zeit, in der jeder Aal aus dem Rhein auf dem Teller landete. Der Rheinfischer Rudi Hell setzt eine alte Tradition fort und fängt den Fisch für die Forschung – und ertrinkt fast in Müll. Der erste Aal, den Rheinfischer Rudi Hell an diesem Morgen sieht, hängt tot wie eine Socke über dem Schiffstau in der Strömung. “Das waren die Wasserkraftturbinen”, meint er und macht gleich ein Foto von dem toten Fisch. Hell ist zwar Fischer, aber er tickt mittlerweile ein bisschen wie die Wissenschaftler: Hingucken, dokumentieren, weitergeben. So funktioniert Datensammlung. (…) Seine Vorfahren haben rund 300 Jahre lang vom Fischfang gelebt. Immer waren es Aale: Der fette Fisch ließ sich immer gut verkaufen. Dann kamen die 70er-Jahre, als der Rhein Kilometer gegen den Wind nach Chemie stank. (…) An manchen Tagen ist nur Plastikmüll im Netz: Tüten, Eimer, Blumentöpfe, was die Leute so in den Rhein werfen. Oben am Ufer hat Hell dafür jetzt sogar einen Container aufgestellt. Der wird alle zwei Wochen geleert.” (Welt)

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Ein auf dem Rheingrund bei Emmerich von einem Taucher gefundener Pkw mit niederländischem Kennzeichen gibt der Polizei Rätsel auf, berichtet die Rheinische Post: “Möglicherweise wurde mit ihm (…) eine Straftat verübt und die Täter haben ihn dann später im Rhein entsorgt. Wie lange der Pkw im Rhein liegt, ist natürlich auch nicht klar. Sicher ist nur: Er ist vom Baujahr 1998 und schon ordentlich verrostet. Weil der Wagen zudem komplett mit Rheinschlamm voll war, gehen die Ermittler davon aus, dass er bereits mehrere Jahre im Fluss gelegen hat. Dafür spricht auch die Lage im Wasser. Das Fahrzeug ist durch die Kraft des Flusses vermutlich dorthin getrieben worden, dann auf den Boden gesunken und mit dem Rheinsand bedeckt worden.”

Blessed by Rhenus

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Vom alten Vater Rhein abgesegneter Melodic Metal in der Teestube zu Kaiserswerth! What an Ausgehtipp! (Bild: Rainer Vogel)

Ente und Krokodil

ente-und-krokodilDie Geschichte der Rheinkrokodile darf fortgeschrieben werden. Passend zum ausklingenden Sommerloch gelang unserem Korrespondenten Rainer Vogel nahe der Kittelbachmündung bei Kaiserswerth gestern diese vielsagende Aufnahme eines spannungsgeladenen Dämmerungsidylls.

Über den zugefrorenen Rhein

Die Winter müssen in früheren Jahren, wenn auch nicht schneereich, so doch viel kälter gewesen sein als jetzt. Wie hätten wir sonst Schlittschuhlaufen können? Mit dem Spiegel des Rheins pflegte das Grundwasser zu steigen und an den tiefergelegenen Stellen hervorzutreten. Der Kittelbach, der seinen Lauf unter der Clemensbrücke um die Nordbastei der alten Festung zum Rhein hin nahm, trat über die Ufer. Wenn der Frost einsetzte, ergaben sich erwünschte und ungefährliche Eisflächen unter dem Gutshof, dem Barbarossawall oder in „Abels Kull“.
In den Weihnachtsferien spürten unsere Brüder die günstige Gelegenheit aus. Bei scharfem Frost bildete sich die spiegelglatte Eisbahn zwischen den „Kribben“. Der Rhein strömte dicht vorbei, Eisschollen tragend, die leise knisternd, aneinander stoßend, vorüberzogen. Den Eisgang gab es in manchen Jahren auch ohne Gelegenheit zum Schlittschuhlauf. Anfang der neunziger Jahre erlebten wir es, daß der Rhein „stand“. Die Eisschollen hatten sich gestaut, ineinander geschoben und hatten nach Holland hin keinen Abzug. Da konnten wir auf einem bezeichneten Pfad zu Fuß das andere Ufer erreichen. In dem sehr kalten Winter 1928-29 hatten sich Schollen bei Wesel gestaut. Für den fälligen Wandertag des Oberlyzeums wurde dieses Ziel gewählt, um die Schülerinnen die seltene Fußwanderung über den Rhein erleben zu lassen.
Bei Eisgang war immer die bange Frage: Wo wird das Tauwetter zuerst einsetzen? Wenn es den Ober- und Mittelrhein traf, war zu befürchten, dass die strömenden Fluten die Ufer am Niederrhein überschwemmten. In dem ungewöhnlich kalten Winter 1929, als ich unter der Loreley die Autos über die Eisfläche des Rheins fahren sah, lösten sich die Eismassen zuerst in Holland, die Schollen schoben sich allmählich auseinander und glitten in ruhiger Folge der Nordsee zu. Die Gefahr war gebannt.

(aus: Luise Fliedner – Kaiserswerther Erinnerungen)

An den Rhein

Gewalt`ger Bruder, wag ich es, dein Bild,
Das immerzu an mir vorüberfließt
Und sich voll Majestät in mich ergießt,
Im Vers zu spiegeln als dein helles Schild:

Ich diene dir getreu an meiner Statt.
Mein Haus prangt fest an deinem weichen Rand,
Mit blanken Augen froh dir zugewandt,
Sieht es wie ich sich niemals an dir satt.

Am liebsten freilich bist du uns bei Nacht.
Du schläfst nicht ein, ziehst deine große Bahn
Gleich uns gewunden durch des Daseins Macht

Dem Meer, dem Tode zu. Du fühlst ihn nahn,
Und unter den Gestirnen wirr entfacht
Singst du im Sterben leise wie ein Schwan.

Das Sonett stammt von Herbert Eulenberg, der im Garten seines im Text erwähnten Kaiserswerther Hauses direkt am Niederrhein begraben liegt, wie wir auf einer Gartenparty dortselbst im Jahre 2002 entdeckten. Geladen hatte der niederländische Generalkonsul, der das Eulenberghaus bewohnte, zu Schnittchen und gecoverten Mainstreamhits. Der Rhein zu Füßen der Villa wirkte wie ein mächtiger Wächter, ein alle möglichen Angriffe wegspülendes Etwas, ein walzendes, unbezwingbares Wesen, das unterhalb des sanft abfallenden englischen Rasens für aristokratische Reinheit sorgte, eine totalitäre Klarheit, mit weichem Rand vielleicht, die Erinnerung versagt entweder, oder wir biegen sie uns zurecht: der Rhein hatte dort etwas Erschreckendes, allzu sehr zum Meer Hinziehendes, er muß Eulenbergs Nerven geradezu überschwemmt haben.

Hochwasser, Treidelstation

bei-wittlaer

Bei Wittlaer staut sich der Schwarzbach bei Hochwasser von der Rheineinmündung zurück. Den Mittelgrund befächern mächtige Hybrid-Pappeln. Hinter ihrem Gebreite und Gespreite versteckt sich ein Fachwerkhaus: die alte Treidelstation zwischen Wittlaer und Kaiserswerth, an welcher die Pferde, die die Kähne rheinaufwärts ziehen mußten, gewechselt wurden. Auch Napoleon soll hier in der Nähe seine Pferde ausgetauscht haben. (Bild und Info: Rainer Vogel)

Griechischer Rhein

Vor allem weil die Handlung in Karlsruhe spiele, machte unser Kaiserswerther Korrespondent uns auf die Herbst-Neuerscheinung „Beim Griechen“ von Alexandros Stefanidis aufmerksam. Eine Familiengeschichte griechischer Einwanderer, die, aus der Perspektive des jüngsten Sohnes (A. S. eben), die deutsche Geschichte der letzten 40 Jahre spiegelt. „grills sind ok“, kam uns sogleich in den Sinn, die hauseigene 90er Jahre Trash-Eloge auf den Schnellimbiß als Restaurant des kleinen Mannes, darunter nicht wenige Griechen mit ihren gemischten Platten (Olympia-Teller), deren Fleischberge häufig alpine Ausmaße erreichten, welche uns wenige Studenten aus einfacheren Verhältnissen bei unseren sonntäglichen Besuchen in der Düsseldorfer Gyros- und Souvlaki-Szene für kleines Geld mit ausreichend Kalorien für eine ganze harte Studienwoche versorgten, teils begleitet von der Gastgeberlandkultur assimilierten gereimten Sinnsprüchen: „Dick und satt / wie schön is dat!“ – und dem unvermeidlichen Ouzo zum Abschluß. Doch der hier beschriebene Grieche wurzelt vor der Imbißschwemme und hat den Ouzo aufs Haus womöglich sogar erfunden: es handelt sich um das erste griechische Restaurant in Karlsruhe und seine direkten Nachfolger, deren letztes nach rund 40 Jahren vergangenes Jahr u.a. auch unter der Imbißwelle begraben wurde. Stefanidis ist sieben Jahre jünger als der Autor dieser Zeilen und ebenfalls gebürtiger/aufgewachsener Karlsruher. Karlsruher Kolorit kommt in seinem Buch kaum vor, die Handlung ist straff am Familienbetrieb ausgerichtet und reicht kaum einmal über dessen Hinterhof hinaus; dennoch finden wir, trotz des Altersunterschieds, einige Überschneidungen: die beinahe täglichen Zoobesuche als Kleinkind, später die Faszination für Yps-Hefte, die Unfähigkeit Rubik`s Cube aufzulösen, die Schauburg als bevorzugtes Kino. Hinzu kommen zwei historische Marken: die Ermordung Siegfried Bubacks, Wolfgang Göbels und Georg Wursters durch die RAF und die Versammlungen der frühen Grünen, die nach der Gründungsversammlung zu Udo Jürgens und peloponnesischem Roten in überlangen Wollpullovern bei der Stefanidis-Familie feierten. Alexandros Stefanidis erinnert sich an Jutta Ditfurth als schöne, intelligente Frau; meine Erinnerung ruft eine selbstzufriedene Populistin wach, deren platte Sprüche mich als Teenager zur Flucht aus einer frühen Versammlung bewogen. Ein paar stadtbekannte Namen überspannen den Altersunterschied, und ein paar türkische Vornamen, was das gemeinsame Kicken anbelangt, zu meiner Zeit noch im Verein, aus dem sich die türkischen Kinder aber zurückzogen, weil sie von der Mehrheit der deutschen Mitspieler nicht akzeptiert wurden: so bolzten sie in den folgenden Jahren mit dem jungen Alexandros in der Südstadt; heute dürften sie die ein oder andere Vereins-Jugendmannschaft dominieren. Ansonsten bleibt aus dem Buch, was Karlsruhe betrifft, noch das lakonische Statement, daß Karlsruhe eben nicht Berlin sei zu vermelden. Und was über Karlsruhe hinaus geht, nämlich praktisch alles an diesem Buch: daß selbst orientierungslos durch Statistiken kreuchende Gestalten wie Thilo Sarrazin mithilfe der Lektüre das Einnehmen simpler Vogelperspektiven erlernen könnten.

Schwester Else

DER ANGRIFF AUF DÜSSELDORF – 11./12. JUNI 1943
(…) Als wir nach dem langen Alarm mit seiner ungeheuren Spannung, die ein Angriff in unmittelbarer Nähe immer mit sich brachte, wie betäubt aus dem Keller kamen, noch kaum fassen konnten, daß unsere Häuser unversehrt waren, gingen wir wie immer in solchem Fall auf den Söller. Aus den oberen Fenstern sahen wir, als die Sommersonne aufgegangen war, einen klarblauen Himmel. Nur über Düsseldorf lag es wie eine drohende schwarze Gewitterwolke. Da wußten wir, es mußte schlimm stehen. Schnell versuchten wir, wie stets nach den Angriffen in unserer Nähe, irgendeine Fahrmöglichkeit zu bekommen. Unsere Wagen waren ja seit den ersten Kriegstagen beschlagnahmt. (…) Je näher wir kamen, umso dunkler wurde es. Wie Nebel zog es vor die Sonne, die schließlich nur noch wie eine große Apfelsine, ohne jeden Schein, erschien; und der Brandgeruch wurde immer ätzender. Bis zum Hofgarten sind wir gekommen. Da lagen entwurzelte und abgeschlagene Bäume quer über der Straße. Kein Wagen konnte mehr fahren. Dort trennten wir uns, um so schnell wie möglich zu all unseren Stationen zu kommen. Noch heute sehe ich den einen der beiden Türme der Johanneskirche brennen, die glühende Spitze des Eisengerüstes umgebogen. Unten war alles abgesperrt. – Der Turm konnte jeden Augenblick stürzen. Wir durchquerten das abgesperrte Gebiet, mußten wir doch auf schnellstem Wege zur Stephanienstraße. In dieser Straße war es menschenleer. Unheimlich hörte man nur das Knistern und Krachen der Balken. Alle Häuser brannten. Man hatte es wohl aufgegeben, noch irgendwo zu retten und zu löschen. Als wir vor dem brennenden, hohen Hause unserer Handarbeitsschule standen, sagte Pastor Lüttichau nur ganz kurz: „Daß hier niemand mehr ist, das sehen wir ja, also weiter.“ Später trafen wir unterwegs unsere Schwestern – erschöpft, rauchgeschwärzt, mit entzündeten Augen, die Hauben dunkelgelb versengt – ein Anblick, wie wir ihn – ach, noch oft – gehabt haben, wenn wir gleich nach den Angriffen unsere Schwestern fanden. Diesen konnten wir damals nur raten, so schnell wie möglich in unser unversehrtes Kaiserswerth zu kommen. (…) Gehen konnte man nur mitten auf der Fahrstraße, weil die Flammen wie Sturmwind aus den brennenden Häusern in die Straße hinausschlugen, obgleich es ein ganz windstiller Tag war. (…) Dieses Mal (…) war das Evangelische Krankenhaus am Fürstenwall so mitgenommen, daß alle Kranken und die vielen Verletzten, die in der Nacht ambulant behandelt waren, in andere Krankenhäuser überführt werden mußten. Einen Anblick werde ich nie vergessen: Am Eingang stand ein Krankenwagen. Mehrere rauchvergiftete Kinder wurden herausgehoben. Unserer Schwester Else, selbst kaum kenntlich, so mitgenommen und rauchgeschwärzt sah sie aus, wurde ein Kleines in die Arme gelegt, dessen Kopf und Glieder schlaff herabhingen, und aus Schwester Elses traurigem, leisem Kopfschütteln sah ich, daß hier die Hilfe zu spät gekommen ist. (…) Alles, was an wirklich heldenhaftem Einsatz geleistet worden war in der Nacht – auch von ganz jungen Schülerinnen – erfuhren wir nach und nach: wie z. B. eine Schülerin so eifrig beim Löschen auf einer Station war, daß sie nicht bemerkt hatte, daß unter ihr bereits das Treppenhaus brannte. Schwester Else und andere rissen in größter Eile alles erreichbare Bettzeug in den Lichtschacht. So konnte sie durch den Sprung von oben gerettet werden. (…) Einen kurzen Augenblick standen wir erschüttert vor dem Kindergarten in der Ulmenstraße, von dem buchstäblich nichts mehr stand als die Grund-Eckpfeiler. (…) Als wir über unsere Stationen Bescheid wußten, eilten wir zurück nach Kaiserswerth, denn dahin strömte nun – mit und ohne Einladung – eine zahllose Schar Obdachloser. (…)

(aus: Schwester Karin von Ruckteschell – Gedenket, Duisburg 1960)

Rheindampfer, Diakonissen

kaiserswerth_rheindampfer_2Der Himmel über Kaiserswerth im Gelee der Zeit: dünnes Winterlicht gen Duisburg, nordwestlich dahinter zu vermuten: niederländisch-ozeanische Weiten; der Bug des Dampfers nimmt Kurs auf zwei wandelnde Diakonissen. Interessante Harmonien in Farbe und Dynamik zwischen Schiff und Ordenstracht einerseits, sowie zivilen Passanten und  Rhein und Himmel andererseits. Scan: Rainer Vogel. Künstler: unbekannt. Rheinsein dankt!

Kaiserswerth (2)

„Kaiserswerth was entirely a Roman Catholic village until near the close of the last century, when certain velvet manufacturers brought over their work-people from Protestant Crefeld. The Protestant congregation was small enough,- two hundred in a population of eighteen hundred; and over it Candidat Theodore Fliedner was placed as village pastor in the year 1822. He was not there a month when the velvet manufacturers failed, and the congregation, mostly their own workmen, threatened to be broken up. Fliedner was offered another charge. He says he could not reconcile it with his duty to leave his flock when they most needed help; and as they were no longer capable of supporting a pastorate among them, he made a begging tour as far even as Holland and England, and returned with a sum sufficient to afford a moderate endowment. This, however, was by far the least result of his journey. His longing and aptitude for practical work, not as a philanthropist only, but as an earnest minister of Christ, had been greatly stimulated by what he saw. He had visited hospitals, workhouses, schools; in London he dwells simply on having „seen Newgate, and many other prisons:“ he regrets only missing Mrs. Fry. And when he came back he thought, with deep shame, that in faith and love Englishwomen far surpassed German men. It was not long till his thoughts found a practical outlet. The prison at Düsseldorf was no better than other prisons at this time. There was no classification of the prisoners, no schooling for the young, scarce any separation of the sexes. The filth was horrifying, the arrangements for sleeping and eating of the worst. The prisoners had no employment, and there was no effort to give them any spiritual instruction. Meanwhile the jailors grew rich, and the prison-boards fell asleep. Fliedner sought admission to the Düsseldorf prison, having more leisure, as he says, than his brethren, and obtained permission to preach in it every Sunday fortnight.“ Dazu paßt die höchst überlieferungstaugliche, symbolbehaftete Legende, daß Fliedner einst in einem Nachen in Kaiserswerth anlandete; um ernsthaft heilig gesprochen zu werden war er dennoch eine Spur zu protestantisch. Die grauen Diakonissen, zu Beginn aus Knästen und Armenfamilien rekrutiert, wandeln bis heute in zunehmend rarer Ausführung durch rheinische Landschaften und vermitteln dem unbedarften Beobachter das Gefühl, daß es hinter ihnen staubt. (O tempora, o mores!) Und London sollte stets als letzte und größte Stadt am Rhein gedacht werden, hier mal nebenbei.