Ferngruss eines Triesenbergers an die Heimat

Lass herzlich von ferne dich grüssen,
Mein Nestlein auf sonniger Höh’!
Denk’ dein ich, der Heimat, der süssen,
Ergreift mich ein wohliges Weh:
Ich sehe vom Felsen mir winken
Maseschas Kirchlein so traut;
Die Bäume im Blütenschnee blinken
Und drüber der Himmel blaut.

Vom Kulmen grüss ich im Tale
Der Dörfer und Burgen Kranz,
Seh’ glitzern im Sonnenstrahle
Saminas silbernen Glanz;
Dort laden zu wonnigem Schauen
Die Gotteswunder der Schweiz,
Hier rufet mit Hügeln und Auen
Vorarlbergs holdseliger Reiz.

Mein Dörflein, es lebe und blühe
Dein Völklein so edel und gut!
Gott segne die Freude, die Mühe
Dem wackeren Walserblut!
Du gabst mir des Glückes die Fülle
In herzlieber Eltern Haus;
In deines Friedhofs Stille
Möchte’ einstmals ich ruhen aus.

(Josef Gassner)