Rijn en Zon

A° 1745
DE.RYN.EN.SON.EEN SUYVERE.BRON
MET.WARME.STRAALEE
TOT.UTREGHTS.PRONCK,BELOFTE.SCHONCK
OM.WEL.TE.MAALLEE
GESTIGHT.DOOR.BN SONNEN.BERGH
EN.GV VAN.REYN. C.E.B.

Die Rhein und Sonne, ein sauberer Brunnen mit warmen Strahlen, zu Utrechts Glanz, um gut mahlen. Nicht nach dem Fluß (dessen Wasser in Utrecht unter verschiedenen Pseudonymen auftreten) und dem Zentralgestirn ist die stattliche und wohl auch berühmte Windmühle benannt, sondern nach ihren Ersterbauern, den Herren Sonnenbergh und van Reyn. Ihre genauen Daten finden sich in der Nederlandse Molendatabase und bei der Vereniging de Hollandsche Molen, das Centraal Museum zu Utrecht hält alte Schwarz-Weiß-Ansichten parat, Het Utrechts Archief die hier gezeigte Druckgrafik von J. C. Philips aus dem Jahre 1756 nach einer Zeichnung von Jan de Beijer aus dem Jahr 1745 und noch taufrisch ist der deutschsprachige Wikipedia-Eintrag.

rijn en zon_2

Das Bild zeigt eine Ansicht Utrechts vom Paardenveld her, links die im Bau befindliche Mühle De Meiboom, in der Mitte das Schafott mit Galgen, dahinter die Jakobikerk und rechts die soeben in Stein errichtete Mühle Rijn en Zon. Zur Blütezeit der Windmühlen gab es in Utrecht um die 60 Exemplare, bevorzugt in den Verteidigungsanlagen. Im Sommer 1674 zerstörte ein schwerer Sturm zahlreiche Gebäude der Stadt, nur zwei Mühlen standen nach dem Sturm noch auf den Wällen.

Vokabular: Basisaußenweite, Galerieturmwindmühle, gepolychromeerd (niederländisch für farbig), Hapel, Kammrad, krühen, Mahlgang, Obenkrüher, Schorenpaar, Spreetbalken, Steert