Leuchttürme des Rheins: „Mittelwerk“

Sowohl solche, die auf Schusters Rappen unterwegs, wie auch diejenigen, die auf stolzem oder schwankem Kahn auf Reisen, wundern sich: der große Turm unterhalb des St. Gotthard, wo der Strom mit Gezisch herab geschossen kommt und sich in die gemächlichere Gangart der Ebene fügt.
Gar ein manches hat den leuchtenden Turm schon mit dem lichten Vollmonde verwechselt, ging irre oder wurde irre, allein durch die enorme Helligkeit.
Das „Mittelwerk“, wie man ihn von Seiten der Obrigkeit benamt, hat eine ganz eigene Bewandtnis.
Der Rheinstrom ist dortorten noch gar jung – kaum dem Laufställchen des Quellunterlaufs entwachsen, kaum einmal tiefer als vier Dezi Klafter, selten, dass sich ein wackerer Flößer so weit quellwärts untersteht, seine Reise zu beginnen – ein paar Kähne der eidgenössischen Ordnungsmächte, dann und wann ein Lustschiffchen derer, die eher auf Gold, denn auf Rosen gebettet -
Warum das mächtige Leuchten, das gar der Frau Luna Konkurrenz macht?
Schon zu Zeiten, wo sich der wehrhafte Eidgenosse vom Landvogt Gessler nie nichts mehr vorschreiben lassen wollte, begann man dortorten Tunnel, Gänge und Klüfte auszuheben. Solang der schurkische Landvogt mit der vollen Streitmacht derer zu Habsburg sein Wesen treiben konnte, musste man sich auf Listen und Ränke besinnen.
Eine der kühnsten Rankünen bestand in der vollständigen Aushöhlung des eidgenössischen Untergrundes zum Zwecke der clandestinen Kriegsführung. Der gesamte oberirdische Verkehr sollte nach unterirdisch verlagert werden, damit der erzwiderliche Erzschurke Gessler in Diensten der Habsburgischen Endschurken, keinen Zugriff mit seinen Machtmitteln mehr hätte.
So begann die Untertunnelung der Innerschweiz.
„Aber mit des Geschickes Mächten ist kein ewger Bund zu flechten…!“ – die fünf gar heißen Sommer und die sieben milden Winter im Gefolge des Schicksalsjahres 1497 sorgten für ein gar gewaltiges Abschmelzen der benachbarten Gletscher – besonders des Sankt Mons Pubis wie des Innerhodeneisbodens – die Tunnel, Gänge und Klüfte liefen voll Wasser und waren nicht mehr durch Wanderer, Reiter und Ochsen- wie auch Pferdefuhrwerke befahrbar.
So kam deren Nutzung durch submarine Wasserfahrzeuge.
Das Mittelwerk zeigt den eidgenössischen Submarin-Fahrzeugen den Eingang zu den gewaltigen subterranen Tunneln, Gängen und Klüften und diese sowie die Tatsache an sich sind ein ganz gewaltiges Staats-Geheimnis.
Niemand ahnt, dass die Schweizer Marine sich fast vollständig auf unterseeische Operationen spezialisiert hat – und alle Feinde der Eidgenossenschaft werden auf Grund dieser Tatsache ahnungslos in ihr Verderben rennen!

(Ein Gastbeitrag von Bdolf – rheinsein dankt!)