Bombenfunde

Der Rhein führt dieser Tage sein Jahrhundert-November-Niedrigwasser, was, so berichtet die Presse, gehäufte Sichtungen von Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg bewirke. Nachdem vergangenen Montag in Köln-Rodenkirchen eine 15-Kilo-Brandbombe gefunden wurde, rief der Kampfmittelräumdienst Passanten dazu auf, verstärkt auf Sprengkörper am Rheinufer zu achten. Auch in Koblenz seien zwei Säurebehälter und eine alte Fliegerbombe aus dem Rhein aufgetaucht. Zwar bewirkt seitdem auch die mediale Berichterstattung eine Sichtungshäufung von obskuren Gegenständen, die sich nicht immer als Bomben entpuppen; der Stadtanzeiger führte heute jedoch ein bemerkenswertes Interview mit Heiko Dietrich, dem Fährmann der Fähre zwischen Weiß und Zündorf. Der hat in seiner 25jährigen Charonskarriere nämlich schon über 20 Brandbomben gefunden. Eine Stunde nach dem Interview rief er den Journalisten an, er hätte da wieder was entdeckt, etwas selteneres: zwei Handgranaten. Der Fährmann kennt außerdem Geschichten von mitunter noch wirkungsvolleren Gefahrenquellen auf dem Flußgrund: vor Jahren habe ein Glasflaschensplitter einem Jungen den Fuß durchbohrt. Der Junge sei bis heute gehbehindert.