Coryat`s Crudities

Thomas Coryat, Verfasser von Coryat`s Crudities, einem extensiven Bericht über seine europäische Reise zu Beginn des 17. Jahrhunderts, gilt manchen Quellen als „der erste Tourist“. Das halten wir für unwahrscheinlich, großsprecherisch und witzlos. Dennoch haben wir Coryats Beschreibung einer glimpflich verlaufenen Begegnung mit Pfälzer Weinbauern vor rund 400 Jahren hier gerne präsentiert und sind auf der Suche nach weiteren seiner rheinischen Reiseerlebnisse. Sekundarquellen sprechen von Coryats Vorliebe für Hüpffroschmetafern und Hüpffroschvorkommensabgleiche, insbesondere Deutschland muß zu Coryats Besuchszeiten übervoll mit Hüpffröschen gewesen sein. Coryat soll als erster Bischof Hattos Geschichte nach England gebracht haben, wo sie dann auf Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte als willkommene horror story zur Kindererziehung gedient haben soll. Von der astronomischen Münsteruhr zu Straßburg soll Coryat so überwältigt gewesen sein, daß er in einem Überwindungsakt äußerster britishness den Einbau eines ähnlichen Fabrikats in die St. Paul`s Cathedral empfahl. In Hillman`s Hyperlinked and Searchable Chamber`s Book of Days steht wie „der exzentrische Coryat“ auf das Heidelberger Faß klettert, um es, Perkeo gleich, mit einem Glas Wein in der Hand als ein den sieben Weltwundern der Antike ebenbürtiges Menschenwerk zu beschreiben: „„When tie cellarer,“ says Coryat, „draweth wine out of the vessel, he ascendeth two several degrees of wooden stairs made in the form of a ladder, and so goeth up to the top; about the middle whereof there is a hung-hole or venting orifice, into the which he conveyeth a pretty instrument of some foot and a half long, made in the form of a spout, wherewith he draweth up the wine and so potmeth it after a pretty manner into a glass.““ Von diesen Gläsern soll Coryat einige genossen haben. Das Heidelberger Faß taucht unterdessen ab und erst wieder bei Jules Verne in der Literatur auf. Wir suchen unterdessen in Coryats umfangreichen, nicht immer flüssig zu lesenden Berichten nach den Stellen mit den Hüpffröschen – und falls wir solche oder andere bezeichnende rheinische crudities finden sollten, stellen wir sie später hier ein.

Die Gegend ist dort wirklich dreier Ausrufezeichen werth

Bonn, 7. und 9. Dezember 1864
[...]
Nun ist der Brief doch noch etwas liegen geblieben. So kann ich Dir denn noch vom Abend bei Prof. Schaarschmidt erzählen.
Seine Frau ist eine Holländerin, und wir haben beide zusammen über rheinisches Essen und rheinische Unreinlichkeit geschimpft; sie will mich nächstens einmal zu Holländisch(er) Küche einladen. Der Prof. ist urgemüthlich, Berlinerkind; wir haben ebenso angenehm uns unterhalten als gegessen.
[...]
F.

***

Bonn, 11. und 12. Dezember 1864

Meine liebe Lisbeth,
gar gerne möchte ich als Motto meines Briefes darüber schreiben “interessant und geistreich”, ich gehe nämlich von der Ansicht aus, daß ein Brief immer so ist, wie er aufgenommen wird, und vielleicht darf ich in dieser Beziehung die besten Hoffnungen haben.
Das war ein Posaunenstoß zur Einleitung. Jetzt kommt Schilderung der Situation.
Ich schreibe jetzt, morgens, eben des Bettes mich entwunden habend, zur direkten Widerlegung der Ansicht, daß ich Kater hätte. Du wirst diese geschwänzten Thiere nicht kennen. Gestern war großer Commersabend mit dem feierlichen Landesvater und unendlichen Bowlenströmen; Gäste aus Heidelberg und Göttingen; mehere Professoren, darunter Schaarschmidt waren eingeladen und haben sehr nette Reden geredet. Deussen hielt eine famose Fuchsrede; unendliche Telegramms von allen Weltenden und Burschenschaften, von Wien, Königsberg, Berlin usw. Wir waren über 40 Mann zusammen, die Kneipe war prächtig geschmückt. Ich habe eine sehr angenehme Bekanntschaft gemacht, die des Doktor Deiders, der fabelhafter Schumannfreund ist; wir haben uns unsre gegenseitigen Besuche versprochen; nun habe ich doch endlich einen tüchtigen Musikkenner gefunden. Die gestrige Gemüthlichkeit war eine herrliche, erhebende.
Weißt Du, an solchen Commersabenden herrscht ein allgemeiner Seelenschwung, da giebt es keine Biergemüthlichkeit. Heute Mittag ist großer Auszug durch die Hauptstraßen mit Paradeanzügen und fabelhafter Rennomage. Dann fahren wir mit Schiff nach Rolandseck, dort ist großes Diner in Hotel Croyen, und was weiter folgt, das steht im subjektiven Belieben. – Vorgestern Abend fieng der Commers an, wir tranken bis gegen 2 Nachts, sammelten uns gestern um 11 morgens zu einem Frühschoppen, machten dann einen Markttrottoirbummel, aßen zu Mittag und tranken bei Kley gemeinsam Kaffe. Du siehst, die Thätigkeit und die Anstrengung ist groß – und ich habe Recht, mit erhobenem Bewußtsein sagen zu können: ich habe keinen Kater.
Dies Schilderung der Situation. Jetzt kommt der literarische Briefkasten.
Viele von den Büchern, die Du beschreibst, sind mir nicht ganz unbekannt, die Lebensräthsel habe ich wohl auch einmal gelesen. Ich dächte, mehr noch als die Altejungferstube müßte Dir der junge Professor, der gegen Schluß antritt, gefallen haben. – In Daheim lies doch “Marie und Maria.” Hausse und Baisse, das Du mir vielleicht nicht zu übersetzen brauchst, scheint mir vom philosophischen Katheder herab geschrieben. Durch Kreuz zur Krone und Gott ist mein Heil, wie Morgen und Abend verschieden, wird von der Kreuzzeitung gelobt. Die Problematischen Naturen habe ich auch noch nicht ausgelesen. Wie so ich überhaupt in diesem Semester noch keinen Roman gelesen habe. –
Heute morgen setze ich den Brief fort, und Du bekommst auf diese Weise eine vollständige Schilderung unsres Commerses.
Wir haben ein wunderschönes Wetter gehabt, der Auszug mit schöner Husarenmusik machte großes Aufsehen, der Rhein hatte die schönste blaue Farbe, wir hatten Wein mit auf das Dampfschiff genommen. Wie wir nach Rolandseck kamen, wurden Böller zu unserm Empfang gelöst. Wir tafelten nachher bis gegen 6 Uhr, waren ausnehmend vergnügt und sangen viele selbstverfaßte unsinnreiche Lieder. Draußen war es Dämmrung geworden, der Mondschein lag auf dem Rhein und beleuchtete die Gipfel des Siebengebirgs, die aus dem bläulichen Nebel hervortraten. Nach Tische saß ich mit Gaßmann, vielleicht dem interessantsten Menschen der Frankonia und Bierzeitungsredakteur und Kneipwart zusammen; wir blieben bei einem edlen Rheinwein, während die andern Champagnerbowlen tranken. Die Gegend ist dort wirklich dreier Ausrufezeichen werth, besonders die reizende Insel Nonnenwörth, auf der ein Mädchenpensionat ist; darüber ragt der Drachenfels, diese mächtige steile Felswand. Der Ort macht den Eindruck der tiefsten Ruhe. – Nachher bin ich mit wenigen nach Bonn zurück gefahren, während die andern die Nacht dort geblieben sind und wahrscheinlich heute morgen eine Spritze in das Siebengebirge machen.
Heute morgen bin ich denn sehr froh und munter aufgestanden, denke zuerst an Dich und beendige den Brief, damit er noch zeitig genug eintrifft.
So hast Du denn ein Bild meiner letzten Tage, wunderschönen Tage, die Du Dir mit aller Phantasie ausmalen darfst. Allerdings habe ich bei dieser Ueberfülle des Stoffs Dir nur einiges Thatsächliche mitgetheilt und keine Gelegenheit gehabt, schöne und feine Bemerkungen zu machen. Lebe nun recht wohl und grüße die liebe Tante Rosalie, sowie alle, die sich meiner gern erinnern. Adieu, liebe Lisbeth
Dein Fritz.

(aus: Friedrich Nietzsche, Briefwechsel, Kritische Gesamtausgabe, Erste Abteilung, Zweiter Band, September 1864 – April 1869)

Der Rhein bei Maurice Genevoix: die weltweit immergleiche Heidelbergerinnerung

Fortgesetzt bürgerlich-akademisch-romantische Vorstellungswelten bringt Genevoix in der Heidelberg-Passage seines Lorelei-Romans zum Klingen. Die restliche Handlung spielt wohl deswegen großteils in Offenbach am Main, um proletarische Perfidie gegenüber dem sinnsuchenden jungen Bürgerhelden aufbauen zu können. In Heidelberg aber geht es ideal und idealer zu: „Die Universität hatte ihre Tore der Ferien wegen geschlossen. Die Straßen der Altstadt waren fast leergefegt. Unter dem Gasthausschild vom „Roten Ochsen“ (…) fanden sie die Weinstube halb offen, verschlafen in der Straßensonne und drinnen absolut still. Sie waren dann wiederum unter dem Brückentor zum rechten Neckarufer hinübergegangen und noch einmal zum Philosophenweg aufgestiegen. Der Abend tauchte jetzt das ganze Tal in ein durchsichtiges, vergoldetes Licht. Unter einem Behang von Zweigen und über Blumenbeeten und Rasen genossen sie die Aussicht auf den langsam und majestätisch fließenden Fluß. Ruderboote, bunt angestrichen, glitten vorüber; wenn die Ruder aus dem Wasser tauchten, gleißte Sonnenuntergangslicht auf ihren Blättern.“ War das Idyll vor der Epoche idyllenbestätigender kamerabehängter Touristenhorden wirklich ein Idyll (für wen)? Der Neckar ein majestätischer Fluß? Brentano, Arnim, Hölderlin nicht eher Schwärmer mit fehlender Wahrnehmungsgabe für schweißige Unterströme rheinischen Elends? Die Heidelberger Tourismusindustrie schien lt. Genevoix jedenfalls bereits vor dem Ersten Weltkrieg mit Raffinesse angelaufen: „Im großen fenstertürigen Speisesaal aßen sie vorzüglich vorbereitete Flußforellen, hielten in langstieligen Gläsern einen feurigen Johannisberger im Gegenlicht hoch. Dabei schauten sie zu, wie eine fröhlich schwatzende Menschenmenge sich den Weg herabwälzte und auf die Alte Brücke losmarschierte. Unmerklich war es unterdessen über Wasser und Hügeln dunkler geworden. Von Zeit zu Zeit fuhr ein flacher Schleppkahn auf dem Fluß dahin, geriet in einen seidenglatten Strudel. (…)“ Unter Ahs und Ohs betrachtet die Reisegruppe nun eine Schwanenfamilie. Doch es kommt noch dicker: „Die drei Schwäne entschwanden in der Dunkelheit. Gleichzeitig wurden die Wälder um Heiligenberg von einer Geschoßgarbe von Raketen beleuchtet; sie stiegen in den Himmel empor, fielen als Regen roter, grüner, blauer Sterne herab, wurden ein Stückchen abgetrieben, ein kosmisches Geknatter am Himmel, indes eine letzte, irgendwo hinverirrt, losging und durch die Nacht dröhnte. (…)“ Der Fokus wechselt alsbald auf den unvermeidlichen Höhepunkt eines solchen Heidelbergbesuchs, die allabendliche Gothic-Show am Schloß: „Bengalische Feuer hatten die gewaltige Fassade lichterloh erhellt. Zugleich wurden ganze Reihen von leeren Fensterhöhlen illuminiert. Die beleuchteten Dächer der einzelnen Bauten, der Turmspitzen, dann wieder Winkel und Ecken in unheimlichem Dunkel, das plötzlich tausendfältige Zischen der Raketen und Leuchtkugeln – man hätte glauben können, ein riesiges Ölgemälde, magisch aus dem Nichts heraufgeholt, eine feenhafte Theaterkulisse, erscheine ihnen vor Augen. Der Stadt unten, ihren Dächern, ihren Türmen, ihren Kirchturmspitzen, dem Fluß, ja den Menschen selber haftete, wenn sie sie anschauten, etwas Phantastisches, Festliches an: ein Traum von einem Deutschland, außerhalb aller Zeiten.“

Auguste Duméril sur les bords du Rhin (3)

Voilà, sans contredit, une des plus belles choses que j’ai vues, pendant ce voyage, où j’ai eu si souvent à partager mon admiration, entre les spectacles offerts par une admirable nature, et de magnifiques travaux, dus à la main de l’homme. Rien de plus imposant, que ces ruines gigantesques, dont le bombardement, ordonné par Louis XIV ; et la foudre, qui a détruit une aile, ont fait une des choses les plus curieuses qu’on puisse voir. Construit sur des montagnes, qui bordent le Neckar et dominant la ville, cette masse imposante de constructions, à demi-détruites, mais qui cependant laissent encore dominer l’ancienne ordonnance, semble témoigner de la puissance des anciens ducs palatins. D’une ancienne plate-forme, d’où la vue plonge sur la ville, sur le Neckar, si pittoresque, et au loin, sur le Rhin, et les montagnes qui le bordent, j’ai joui du ravissant spectacle du coucher du soleil. Ce vieux château, que l’on conserve avec tant de soin, je l’ai visité dans tous ses détails, et vous comprenez que je n’ai pas manqué de visiter les magnifiques caves où se voit le célèbre tonneau monstre, et qui contient je ne sais plus combien de centaines de milliers de bouteilles: c’est curieux, mais un peu prosaïque, au milieu de tout cet ensemble si pittoresque. Le lendemain matin, j’ai voulu voir le lever du soleil, sur une autre montagne, double au moins, en hauteur, de celle où est construit le château: j’étais en route à cinq heures et ¼, mais une fois en haut, le brouillard était tellement épais que j’en fus pour ma peine, mais n’en n’ai pas moins fait une charmante promenade, en redescendant la montagne, du côté du Neckar, et de là, on a de délicieux points de vue. Sur la rive opposée de cette rivière, et mi-côte, Fiedemann, alors absent, possède une charmante maison de campagne. J’ai vu, de loin, la maison où les étudiants vont se balafrer la figure: c’est une espèce de cabaret, où les combats ont lieu dans une grande salle: ils sont sévèrement interdits, mais l’amour de la balafre fait braver aux étudiants toutes les défenses. En rentrant en ville, en petit bateau, sur lequel j’ai descendu le Neckar, j’ai été visiter les collections d’anatomie, et j’ai reconnu, dans les préparations, celles qui ont servi aux ouvrages de Fiedemann: il y a de fort belles choses, mais vous comprenez que je n’ai vu tout cela que très rapidement, pas tellement cependant, que je n’aie pu prendre une idée de l’ensemble. A dix heures ½ du matin, ce jour-là (mardi) j’étais en route pour Karlsruhe: trois heures m’ont suffi pour voir cette ville, de construction bizarre, dont la régularité, non moins parfaite que celle de Mannheim, est cependant un peu différente. A la convexité de la demi lune, qui ferme le château, viennent aboutir une vingtaine d’allées, qui traversent le parc et la forêt du Harz, comme les lames d’un éventail. En avant de la concavité de cette demi-lune, et à une certaine distance du château, est construit un rang de maisons formant également un arc de cercle, dont la concavité répond à celle du château: ce rang de maisons est coupé par onze rues, qui s’en vont en divergeant, et en formant aussi un éventail: les rues transversales sont en demi-lune. On saisit parfaitement cette disposition, du haut d’une tour, située au centre du château: c’est vraiment quelque chose de tout particulier, et qui est peut-être plus agréable à l’œil que le damier de Mannheim. Le château est très beau, ainsi que le parc: c’est une petite ville peu animée, qui l’est cependant assez, je crois, pendant la résidence du duc de Baden-Baden, en hiver. Le soir, de ce même jour, je venais coucher à B.-B., où j’arrivai assez tôt pour aller voir, le soir, le lieu de réunion, qui présente un aspect tout à fait propre à un lieu de réunion de baigneurs. Le lendemain, j’ai fait une énorme promenade, de près de 6 heures, au Curiem, vieux château, d’où l’on jouit d’une admirable vue, et sur les autres montagnes, qui bordent la délicieuse vallée, au fond de laquelle est construite la ville, qui se trouve ainsi parfaitement abritée. En revenant de la promenade, j’ai été entendre un excellent concert en plein air, devant la salle de conversation, et qui se donne chaque jour, deux fois, aux frais du grand-duc, et après le dîner à table d’hôte: curieux, par le bizarre assemblage des gens de toute nation qui s’y voient, et par la somptuosité qui y règne: j’ai été à un bal de souscription, où j’ai retrouvé toute l’élégance parisienne, et je me suis donné l’émotion de risquer une vingtaine de florins, dont heureusement je n’ai laissé aucun, sur le tapis, mais je n’ai rien gagné: si j’avais dû rester plusieurs jours à Baden, je n’aurais pas joué, car je crois qu’on doit facilement se laisser entraîner. Le lendemain jeudi, je suis allé, de Baden, à Fribourg-en-Brisgau, où je ne suis resté que quelques heures, temps suffisant pour visiter la cathédrale gothique, l’aspect de la ville, qui est petit et assez triste, et les collections d’anatomie, qui sont fort belles. De là, je suis revenu sur mes pas, pour visiter Strasbourg, où j’ai passé 24 heures à peine, ayant bien des choses à y voir: la magnifique cathédrale, l’Eglise protestante de St Thomas, où est le beau tombeau du maréchal de Saxe; la maison gothique, près de l’Eglise, et enfin, les riches collections d’anatomie normale et pathologique de la faculté de médecine. Je suis revenu directement par la malle, en 36 heures, de sorte que j’étais ici le dimanche 27, à 4 heures du matin.

(aus: Journal de voyage d’Auguste Duméril sur les bords du Rhin 1846, aufgespürt und Rheinsein zugespielt von Roland Bergère.  Der Autor war seinerzeit Zoologe mit Spezialisierung auf Kriechtiere, Lurche und Fische und schön wärs sicherlich gewesen, er hätte dem Rhein auf seiner Reise auch solche entlockt und näher beschrieben – damals, zu Beginn der hochspannenden Übergangszeit von Fabelwesen hin zur modernen, von zahlreichen Tiersendungen im Fernsehen dokumentierten Gegenwartsfauna.
(Quelle: http://correspondancefamiliale.ehess.fr/))

Auguste Duméril sur les bords du Rhin (2)

Le soir, en me promenant dans une des rues de cette petite ville, je suis passé devant un estaminet, à la porte duquel je me suis arrêté, avec plusieurs autres passants, pour entendre de la musique, telle qu’on n’en a jamais faite en France, en pareil lieu. Il paraît, au reste, que les compatriotes de Beethoven sont très grands amateurs de musique. Le lendemain je m’embarquai, à 8 h. à Bonn, et j’arrivai à Mayence à 7 h ½ du soir. Ce fut là, si je puis le dire, ma grande journée, dans ce beau voyage. A part une pluie assez forte, pendant la première heure, le temps fut magnifique, toute la journée, et ce fut une grande faveur du ciel, car il est à mon avis bien difficile de voir quelque chose de plus admirable, de plus varié, que ces bords du Rhin, que rendent si pittoresques ces rochers couverts de ruines. Nous avons pu dîner sur le pont, de sorte que je puis dire que, depuis le moment du départ, jusqu’à la tombée de la nuit, c’est-à-dire jusqu’à 6 h ½ ou 7 h., j’ai été dans une admiration perpétuelle, et dans un état d’attention permanente, m’aidant du panorama du Rhin, de mon itinéraire, et de ma lorgnette. Je pense bien souvent à cette belle journée. A Mayence, où j’ai été si frappé de voir les uniformes Autrichiens, Prussiens, et Hessais, et où tout a un aspect militaire. J’ai visité les 2 ou 3 belles églises de Jésuites, la cathédrale, dont les réparations viennent d’être achevées, et qui montre si bien ce qu’était cette curieuse architecture à plein cintre, qui diffère tant de l’architecture gothique, dont on voit, au reste, un superbe échantillon, dans les ruines, parfaitement conservées, d’un cloître, attenant à l’église. J’ai visité une très riche collection publique de tableaux: elle est peu nombreuse, mais contient de très belles choses; la promenade du Main; vis à vis, l’embouchure de cette rivière, est très jolie: c’est un beau spectacle que celui de la résistance que les eaux du Rhin offre à celles du Main, qui ne se mélangent que fort loin de là, à Bingen, seulement, dit-on. La statue de Gutenberg, par Thorvaldsen, est fort belle. Je quittai Mayence, dans la matinée, et allai à Wiesbaden, dont j’ai vu les admirables salles de jeu, de concert, de danse, et la belle promenade. Toutes les constructions nouvelles donnent, aux parties de la ville, qui avoisinent les sources, un très bel et riche aspect: j’ai vu les baignoires de grès rouge à fleur du sol, où arrivent les eaux thermales, que j’ai goûtées, mais dont je n’ai pu me résoudre à avaler un verre entier, quoiqu’elles ne soient point sulfureuses, mais simplement salines: j’ai également goûté les eaux sulfureuses d’Aix-la-Chapelle, et les eaux salines de Baden. Après avoir passé 3 heures, je suis venu à Francfort, où j’arrivai en moins de 2 h. C’était le samedi soir : je me promenai dans la ville, et fus, tout d’abord, frappé de l’air de capitale qu’offre cette grande ville, dont la grande rue, sur laquelle donnent la plupart des hôtels, est vraiment magnifique. Toute la matinée du lendemain fut employée à parcourir cette riche ville, où je vis un grand luxe d’équipages et de toilettes. La rue des Juifs m’a beaucoup frappé, par l’aspect tout particulier qu’offrent ses vieilles maisons, et les habitants de ces maisons, qui, tous Juifs, ont, hommes ou femmes, des tournures et des figures qui n’appartiennent qu’à eux: ce sera grand dommage, à mon avis, quand on démolira les maisons de cette rue, car c’est là un caractère particulier de cette ville, où les maisons Juives sont à la tête du commerce et de la banque, à commencer par Rothschild et Bethmann. J’ai vu chez ce dernier une admirable statue, qui vaudrait peut-être, à elle seule, le voyage de Francfort: l’Ariane de Dannecker. C’est le plus beau marbre que j’ai vu, et lorsqu’on ne laisse arriver le jour qu’à travers des rideaux roses, c’est une illusion incroyable.

La cathédrale est curieuse par son ancienneté. On y voit le fauteuil du couronnement des empereurs et un beau Christ en ivoire, d’Alb. Dürer. L’hôtel de ville, où se tenaient les assemblées pour les élections d’empereurs, et la grande salle où sont les portraits en pied de 52 ou 53 empereurs, offrent d’intéressants souvenirs historiques. Je me suis promené dans les nouvelles promenades, sur les bords du Main, et comme c’était le dimanche, il y avait beaucoup de monde, et concert. C’était un joli coup d’œil: une foule de constructions nouvelles embellissent la ville, qui est certainement la plus importante de toutes celles que j’ai visitées. Il y a un riche musée de tableaux. J’étais, le soir de ce même jour, à Mannheim, singulière ville, par sa construction trop régulière, qui lui donne l’aspect d’un damier. Toutes les rues, en effet, y sont tirées au cordeau, et se coupent à angles droits. C’est une ville peu animée, mais qui a un certain air d’aisance. On y voit un ancien palais, qui, par ses immenses dimensions, rappellerait un peu Versailles, comme les jardins de Schwetzingen, situés à 2 lieues de là, et que j’ai visités ce même jour, en me rendant à H, rappellent un peu le parc de Versailles, par les belles plantations, les pièces d’eau, et les constructions, un peu analogues au petit Trianon. C’est un magnifique jardin, que j’aurais regretté de ne pas visiter. Les moyens de communication sont si rapides, avec les chemins de fer, si bien organisés dans ce pays, qu’après avoir vu à Mannheim tout ce qu’il y a de curieux, ce qui n’est pas long, car, après le nouveau pont suspendu, 2 ou 3 belles fontaines, qui n’ont pas même les tuyaux destinés à y amener l’eau, l’habitation de la grande duchesse douairière de Baden-Baden, Stéphanie Beauharnais; la collection de tableaux, la belle promenade sur le Rhin, le nouveau bâtiment des douanes, et l’aspect particulier de la ville, on n’a plus rien à visiter, et qu’après avoir parcouru le parc de Schwetzingen, je suis arrivé à Heidelberg ce même jour, assez tôt pour visiter, avant la nuit, les ruines de l’ancien château.

(Quelle: http://correspondancefamiliale.ehess.fr/)

Das Wisperthal

Das Wisperthal aus Hoods Briefroman schien mir zunächst ein fiktives, von kauzigen Briten den sentimentalen Deutschen hinterrücks zugeschriebenes, elfenbewohntes, doch es existiert bis heute (allerdings enth-ht als Wispertal) nicht nur in alten Sagen, wie sie Aloys Schreiber 1828 in Heidelberg veröffentlichte, wie Hood sie gekannt haben mochte, und worin zu lesen steht: „Hinter Lorch liegt ein wildes, einsames Thal, mit einigen armen Hütten. Lange war es unbewohnt, denn Viele, die es betreten hatten, wurden auf mancherley Weise geneckt und geängstigt, und einige kamen auch gar nicht wieder zum Vorschein.“ Es geht dann um eine Geschichte, die heuer unter Fantasy firmieren würde und ihrer Grausigkeit vor allem deswegen enthoben ist, weil sie in eine unbestimmte Zeit „vor mehrern Jahrhunderten“ verlegt den aufgeklärten Menschen sozusagen beweislos mit einer kruden Welt konfrontiert, die das Fernsehen heute in aller Offenheit und notfalls aufs vorzüglichste frisiert in alle Wohnzimmer ausbreitet. Es geht dabei um kerzenbeleuchtete Spiegelsäle in Felsschloßtiefen, rapide alternde Jungfrauen, gerissene Greise, getäuschte Jünglinge und sprechende Vögel, jede einzelne Zutat für sich genommen durchaus heute noch vorstellbar, aber eher als Bild/Oberfläche, denn es fehlt unsern heutigen Wäldern an der nötigen Tiefe, als daß man so weit hineingeraten könnte, um noch ungestört auf extensive Trugbilder zu treffen. Die Erfindung des Motors hat noch vor der Erfindung des Fernsehens die Wirksamkeit der Sagen beendet. Heute besitzt das Wispertal zwar eine geheimnisvolle Website (www.wispertal.com), die eine Tradition des Wenig-Preisgebens inspiriert haben mag, aber entscheidende Informationen über Motorradstrecken, Forellenzuchten und sanften Tourismus entlang der Wisper finden sich ohne weiteres im Medium Internet. Weil es aber so schön identitätsstiftend ist, also rückvermichelnd, und gleichzeitig, als Metafer, sicherlich weiterhin gültig für alle demnächst erstmal anstehenden Zeiten, noch ein schönes Sagenzitat, auf das mehrerlei Antworten denkbar sind: „Ohngefähr eine Viertelstunde von der Felsenburg fanden sie die drey Vögel neben einander auf dem Ast einer abgestorbenen Eiche sitzen. Staarmatz, sag` uns Dein Räthsel, rief einer der Gesellen. Der Staar flog herab, ihm auf die Schulter, und sagte: Sprich, was sitzt Dir im Gesicht, und Du siehst`s im Spiegel nicht?“

Aloys Schreiber: Sagen aus den Gegenden des Rheins und des Schwarzwalds, Heidelberg 1828