Japanische Rheinbetrachtungen (3)

Zwar immer noch nicht so ganz über den Rhein, aber immerhin aus japanischer Feder, und auf den Rhein, auch wenn es sich hier um den Charles River handelt, (vielleicht bis auf die Wolkenpassage) durchaus zutreffend: „Die Wasseroberfläche ist jeden Tag anders – die Farbe, die Gestalt der Wellen, die Geschwindigkeit der Strömung. Mit jeder Jahreszeit verwandeln sich die Pflanzen und auch die Tiere am Fluss. Wolken in allen Formen ziehen darüber hinweg, und das von der Sonne beschienene Wasser spiegelt den Zug der weißen Gebilde bald klar, bald verschwommen wider. Je nach Jahreszeit kann der Wind sich wie auf Knopfdruck ändern. An seinem Geruch und auf der Haut ist jede kleine Änderung in der Jahreszeit deutlich spürbar. An diesem Fluss erkenne ich, dass ich nicht mehr bin als ein Steinchen im gewaltigen Mosaik der Natur. Wie das Wasser des Flusses bin ich ein austauschbarer Teil einer Naturerscheinung, die unter den Brücken hindurch auf das Meer zufließt.“ (aus: Haruki Murakami – Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede, Köln 2008)