Von den Rheinlendern

Bey dem Rhein (do dann zu vnßern zeitten die pluom gesehen wirdt) sinnd zwischen bischoff Dietrichen zu Mayntz vnd hertzog Ludwigen pfaltzgrafen bey Rhein stettige zwittrechtigkeit vnd auffruor gewesen. vnd ist offt zu der waffen gegriffen vnd die gantz gegent daselbst vmb mit rawb vnd prand zerruedet worden. Die marggrafen zu Baden vnnd Brandenburg theten dem von Mayntz beystand. vnd der bischoff von Trier vnd ettliche stett dem pfaltzgrafen. Als nw pfaltzgraff Ludwig mit tod verschiede (der dann koenig Ludwigs von Sicilia gelaßne wittib zu der ee name) do vnderstund sich hertzog Friderich sein bruder mit verwilligung der landschaft vnd des adels desselben seins bruders vnmuendigen suns die regirung des lands als ein herr annemende sich einen churfuersten haissende mit zusagung on ein eeliche gemahele zebleiben damit dem angenomnen sun nicht nachtail beschehe. Solche zuwuenschung bestettiget babst Nicolaus der fuenft gebetten. Aber kaiser Friderich offt hoh darumb ersucht widersetzet sich dess. In Schwaben hat hertzog Albrecht kaiser Friderichs bruder mit vil stetten in wanckelm syge krieg gefuert. In dem marggrafthumb zu Baden hat marggraff Jacob ein fuerst vn der den Teuetschen an gerechtigkeit vnd kluogheit hohberumbt. der do erkennet das ime zu menschlicher seligkeyt nichtz dann schriftlicher kunst gepreche hat sein suene zu lernung der schrift angehalten. Als er nw derselben seiner suene einen Carolus genant dem iugling sundrer tapfferheit kaiser Friderichs schwester zu der er ee vermehlet het. do starb er vol iar nit vnwillig.

(Schedel’sche Weltchronik von 1493)

Der Rhein hat seinen vrsprunng in dem sybenden berg auff eim allerhoehsten gipffel des gepirgs

Bey erklerung der gelegenheit vnd pildnus Germanie oder Teuetscher nation hernach entworffen ist zemercken der spruch Strabonis also sagende. Die Teuetschen der Gallischen nation nachfolgende sind gerads leibs vnd weysser oder roeßleter farb. vnd in andern dingen an gestalt. geperde vnd sytten den Gallischen gleich. darumb haben inen die roemer disen namen billich gegeben do sye sie brueder der Gallier nennen wolten. dann nach roemischer rede haißen die Teuetschen Germani das ist souil als eelich oder recht brueedere. Nw ist Germania oder Teuetsche nation von den alten gschihtbschreibern vil versawmbt. dann dermals waren ire innere vnd haymliche gegent oder zugeng mit wasserfluessen verhindert. der welde vnd see halben vnwegsam in grobem hirttischem sytten vnd nyndert denn an beruembten namhaftigen fluessen erpawt. Aber nach hinlegunng der abgoettereischen anbettung vnd nach annemung cristenlichs wesens ist dise teuetsch nation zuechtiger worden vnd zu grosser auffung komen. Sie ist gar prayt vomb auffgang. Das Polnisch vnd nyderhungerisch land von mittemtag. das Algew oder gepirg. vom nydergang die Gallier. gegen mitternacht das Teuetsch meer habende. In Germania sind gantzer Europe die beruembtisten fluess der Rhein. die Thonaw. die Elbe vnd andere vnzallich vnd gedechtnuswirdig. Der Rhein hat seinen vrsprunng in dem sybenden berg auff eim allerhoehsten gipffel des gepirgs. in des nehe entspringen die fluess Rhodanus. die Lyonische vnd Narbonensischen gallischen gegent. vnd Padus oder der pfat Welschßland befeuechtigende. Tranus. der bey Papiaz einflewßt. Die Etsch die durch das Trientisch vnnd Bernnisch land zu letst in das Adriatisch meer rynnet. aber der Rhein fleueßt gegen mitternacht mit girigem lawff durch die tale vnd gehe perg. vnd so er durch die Curiensischen landschaft komt so wirdt er schiffreich. Alßpald darnach macht er zwen see (die man bodensee vnd zellersee nennt) die statt Constentz in dem mittel lassende. vnd fueroan mit widerwendigem vmbreyssen der gestadt von manchen spitzigen gehen felsen der berg gezwenngt ershröckenlich sawßende vnd seine gestadt stettigclich außhoelerende. vnd rynnet dann fuerohin durch Basel. die ime widersteende gestadt hynreyssende vnd newe genng mit grossem schaden der anwoner suchende. vnd fuer Straßburg Speyr Wurms Mayntz Coblentz vnd Coelne die edeln stett Teuetscher nation fließende. mit auffnemung in sich vil schiffreicher fluess. als des Mayns Neckers Lymag Musel Masa vnd andrer. vnd geueßt sich dann auß on vil oerttern in das Teuetsch meer innseln machende. dero ettlich von den Friesen. ettlich von den Gellrischen. ettlich von den Hollendern bewonet werden. Zumb andern ereueget sich die Thonaw der beruembtist fluss Europe. entspringt auß dem Arnobischen berg bey anfanng des Schwartzwalds in eim dorff Doneschingen genant. vnd fleueßt vom nydergang gein dem orient oder aufgang erstlich auff zwu tagrayss bis gein Vlme langksamm. alda mit der Plaw. yler vnd andern flueßen gesterckt wirdt sie schiffreich vnd rynnet von dannen hin durch vil land vnd neben vil stetten mit vberschwencklicher auffung der wasser. Sechtzig des mereren tayls schifreiche fluess in sich nemende. Zu letst an sechs grossen oerttern in das Euximsch meer. Zum dritten begegnet die Elbe entspringende in den bergen die Schlesier land von Beheim tayln. Die fleueßt mit der Multa durch Behmer land von dannen durch den Behmischen wald. fueroan durch Meichßen Maydeburg vnd andere stett der Marck vnd des Sechsischen lannds bis hinab bey Hamburg in das Teuetsch meer. Sunst sind andere namhaftige fluess der ich hie von der kuertze wegen geschweigen wil. Zum vierden erscheint ein wald Hercinia genat. den hewtbytag bey anfanng vnnd vrsprunng der Thonaw die vmbsessen daselbst den Schwartz waldt nennen. Der ist (als Pomponius mella setzt) sechtzig tagrays lang vnd grosser vnd bekantter denn andere weld. vnd hat mancherlay namen. auch vil est. hoerner vnd außstreckung. den die innlender andere vnd andere namen geben. dann von anfang seins vrsprungs bis zu dem Necker behelt er den namen Schwartzwald. vnnd vom Necker bis an den Mayn haißt er Ottenwald. aber vom Mayn bis an den fluss Lonam bey Coblentz Westerwaldt. Darnach wendet er sich gegen dem orient vnd taylt Franckenland von Hessen vnd Thueringen. vnd darnach thut er sich in der mittel wider auff vnd vmbrinnget zirckels weyse das Behmisch land vnd strecket sich fueran in dem Merherrischem gepirg durch mittel der Hungern auff der rechten vnd der Poln auff der lingken seyten bis zu dem Dacischen vnd Getischen volck ye andere vnd andere namen empfahende. Nw ist Germania gar ein grosse gegent europe. die dann auß nachpawrschaft vnd geselschaft der roemer vnd auch mit dem heilligen glawben zu senftmueetigkeit vnd guotsyttigkeit gebracht worden ist. Germania ist ein edle gegent vornemlich da sie mit fluessen befeuechtigt wirdt. dann alda ist grosse vnd selige wolluestigkeit. gemassigter luft. fruchtpere felldung. wunnsame berg. dicke welde vnd allerlay getrayds vberflussigkeit. weinrebtragende puehel. gnuogsammkeit der fluess vnnd prunnen die gantzen gegent durchgießende. allenthalben mit hanttirungen vnd kawffhandlungen mechtig. den gesten guot. den bittenden senftmueetig vnnd an synnschicklichkeiten. syttlichkeit. kreften vnnd mannen zuuoran in kriegs sachen keiner nation weichende. Sie weicht auch an reichthuemern aller metall keinem ertreich. dann alle Welsche Gallische Hispanische vnd andere nation haben schier alles silber auß den Teuetschen kawflewten. Dise Teuetsch nation vermag allain on eueßere hilff souil manschaft zu roß vnd zu fueß das sie eueßern nationen leichtigclich widersteen mag. Mer grosse treffenliche ding weren zesagen von dem cristenlichen wesen. gerechtigkeit. glawben vnd trew die ich doch von kuertze wegen fuergeen muoß.

(Schedel’sche Weltchronik von 1493)

Von Holand

HOland ein prouintz Teuetscher nation stost gein mitternacht an das meer. an andern oertern in gestalt einer innseln zwischen den armen des Rheins eingefangen. vnd ist ein seeigs vnd waydreichs land mit vil seen vnd meerstraymen ergossen. Es sind ettlich die sprechen das Vttrich die edel statt in Holannd lig. das vnß auch nit vngleueplich ist. Das fuerstenthumb der Vttrichischen kirchen ist allain dem kaiser vnderworffen vnd hat ein weits land vnder im mit mancherlay straymen des Rheins eingeschlossen. vom auffgang die Frießen. von mittentag die Westfalen habende. vom nidergang durch mittel des Rheins an das Gellrisch hertzogthumb stossende. Vttrich ist ein reiche statt vol volcks. Teuetscher sytten vnd sprach. Der bischoff daselbst vermag wenn es not thut .xlm. streitperer mann in einen krieg zefueeren. Die mann vnd frawen daselbst sind gar wolgestalt. die sich vor vber lawff irer feind mit schwellung der wasser vnnd mit aigner kraft beschirmen. Pier ist diss volcks getrannck. die kawflewt bringen wein daselbsthin.

(Schedel’sche Weltchronik von 1493)

Von den Schweitzern

Die Schweitzer (ein pirgigs vnd frayssams volck) vbezohen mit heerßkraft die von Zuerch. die wider die puentnus mit inen gehandelt hetten vnd verwuesteten ire landschaft vnd felde. Vnd als sich die vun Zuerch eins streits mit den Schweitzernn vermessen hetten do warden sie schier alle erschlagen vnd die Schweytzer tobten insolcher grawsamkeit vnd wueetunng vber die vberwundnen feind also das sie an dem ende der nyderlag die todten coerper zusamen trugen tisch vnd pencke darauß machten. die coerper oeffneten. das pluot truncken. vnd die hertzen mit den zenen zerrissen.

(Schedel’sche Weltchronik von 1493)

Kvnst der truckerey hat sich erstlich in teuetschem lannd in der statt Mayntz am Rhein gelegen ereuegt

Kvnst der truckerey hat sich erstlich in teuetschem lannd in der statt Mayntz am Rhein gelegen im iar Cristi M.cccc.xl. ereuegt. vnnd fueroan schier in alle oerter der werlt außgespreueßt. dardurch die kostpern schetze schrifftlicher kunst vnd weißheit so in den alten bueechern langzeit als der werlt vnbekant in dem grabe der vnwissenheit verborgen gelegen sind herfuer an das liecht gelangt haben. also das vil treffenlicher vnd menschlichem geprauch nottuerftiger vnd nuetzlicher bueecher so ettwen nicht on kleine kostung zeerzeuegen waren. nw zur zeit mit wenig gelts zeerobern sind. vnd wo dise kunst zeitlicher erfunden worden vnnd in wissenheit vnnd geprauch gewesen wer so wern vngezweifelt ettwieuil bueecher Titi liuij Tullij vnd Plinij. vnd andrer hohgelerter lewt auß boesschicklichkeit der zeit nicht verlorn worden. Vnd so nw die erfinder yezuzeiten handwercklicher kunst nit wenig lobs wirdig sind. wer kan denn außsprechen mit was lob. preyse. eren vnd ruom die teuetschen zeerheben seyen die auß irer erleuechten synnreichen schicklichkeit ertrachtet vnd erfunden haben. Dise kunst der truckerey durch die der lang verschloßen prunn vnaußsprechlicher weißheit menschlicher vnnd auch goetlicher kunst in die gemayne außgelaytet wirdt.

(Schedel’sche Weltchronik von 1493)

Der Donnerstein von Ensisheim

meteorit von ensisheim
“S wundert sich mancher frömder geschicht
Der merck vnnd leß auch diß bericht
Es seind gesehen wunder vil
Im lufft. comet. vnnd feuerm spyl
Brennend fackeln. flammen. vnd kron
Wild kreyß. vnd zyrckel vmb den mon
Am hymel. bluot. vnd feuerm schilt
Regen nach form der thier gebildt
Stöß. brych. des hymels vnd der erd
Unnd ander vil selczam gebärd
Trotzlich zerstiessendt sich zwen berg
Grueßlich tromet. vnd harnsch werck
Ysen. milch. regen. stahel. korn
Zyegel. fleysch. woll von hymels zorn
Und vil ander der wunder glich
Dann bey dem ersten friderich
Nach erdpydem. vnd fynsternuoß
Sach man treyg sunn vnd mon gewiß
Unnd vnter keyser Friderich
Dem andern. Fyel ein stein greueßlich.
Sein form was groß ein kreuetz var jnn
Ein ander geschrifft vnd heimlich synn
Bey weyle des dritten Friderich
Geborn herr von österreych
Fyel ab jns Sundgaw. sein eigen land
Der stein der hye leyt an der wand
Da man zalt vierzehenhundert jar
Uff sant Florentzen tag ist war
Neuntzig vnd zwey vmb mittentag
Geschach ein grawsam donnerschlag
Dreyg zentner schwär fyel diser stein
Hye jnn dem feld vor Ensißheim
Dreygk egk hat er verschwerczet gar.
Wye ercz gestalt vnd erdes far
Ouch ist gesehen jnn dem lufft
Schleymmes fyel in erdes clufft
Clein stuck seind kommen (?) vnd har.
Und weyt zerfuort. sunst sichst jn gar
Tonaw. Necker. Arh. Jll. vnnd Reyn.
Schweicz Ury hort den klapff darein
Ouch dönt er den Burgundern verr
Jn forchtend die Frantzosen seer
Rechtlich sprich ich das es bedeuet
Ein besunder plag der selben leuet
(…)”
(Sebastian Brant, von dem donnerstein gefalle jm xcij. iar vor Ensisheim)

“ALs hieuor an manchen enden von vil vnd mancherlay seltsamen dingen die sich amm himel ereuegt haben gemeldt worden ist vnd sunderlich dz ein stayn mit eim creuetz gezaichnet zu den zeiten kaiser Friderichs des andern von oben herab gefallen sey also ist zu den zeiten kaiser Friderichs des dritten in dem iar cristi. M.cccc.xcij. am. vij: tag des monats nouembris in mytten tag ein großer stayn bey eim zentner schwer. ein wenig kleiner dann ein saltzscheyb. gestalt wie ein kriechisch D. vnd dreyegket von oben herab auß den lueften bey Ensißheim in dem Suntgew nider gefallen vnnd zu anzaigung seltsamer geschihten noch vorhanden.” (Schedel`sche Weltchronik)

“Am 7. November 1492 schlug der ”Meteorit Ensisheim” in einem Acker vor den Toren der Stadt ein. Er gilt als der älteste gesicherte und ausführlich dokumentierte Meteoritenfall Europas, von dem bis heute Material erhalten geblieben ist. Die erste Beschreibung dieses Naturschauspiels durch Sebastian Brant Ende des Jahres 1492 erlangte große Verbreitung. Sein „Donnerstein von Ensisheim“ gilt als eines der ersten Flugblätter im heutigen Sinne, das kurz nach dem Ereignis in größerer Stückzahl und sogar in mehreren Auflagen gedruckt wurde.” (Wikipedia)

Alpenrhein und Konstanz: Alda ist der allerwunsamst see

Costnitz ist ein statt teuetscher land nit fast groß sunder habehaftig vnd wolgestalt. Bey diser statt fleueßt der Rhein auß dem See vnd kuembt wider in seinen fluss. Alda ist ein prugk von der statt pforten vber den rhein. Jhenßhalb derselben prugken am andern gestadt des fluss sind vil gepewe. Alda ist der allerwunsamst see. der hatt allenthalben an seinen gestadten vil castel vnd zufart. auch ein lawters wasser durchsihtig bis auff den stainigen grund. darinn sind mancherlay vnd vil fisch. Aber nach groeße des wassers nicht fast vberfluessig. Diser see ist .xxm. schritt lang. vnd ettwo .x. vnd ettwo .xvm. schrit prayt. dann der Rhein fleueßt durch die curiensischen gegent vnd so er in die Costnitzischen art raicht so macht er zwen see. der einer haißt der podensee vnd ist der oeber. den andern nennt man den vndern oder celler see. Zwischen den ligt costnitz am vndern ort des obern sees. Zu anzaygung des alters vnd vrsprungs diser statt find man ein marmorstaynine tafel mit alten buochstaben daselbst. auß den erscheint das dise statt von Constantio. des Constantini vater der von Dyocletiano vnnd Maximiano kaiser genant ist den namen empfangen hab. die dauor Vitudura genant worden sey. Dieselben tafel kuenden wenig Costnitzer lesen. Das gemain volck helt dieselben tafel fuer ein heylthumb. die frewlein vnd das ander vnerfarn volck hat mit beruerung irer hend vnd mit bestreichung irer antlitze dieselben buochstaben yetzo schier gantz von der tafel abgetilgt. wiwol doch daselbst geschriben sind die namen nit der heilligen cristi. sunder der verfolger cristenlichs glawbes. Alle iar wirdt einer auß den burgern erkorn der hat oebersten gewalt vnd macht. der wonet nit an eim gemainen ende sunder in seiner aignen sundern behawsung. Wenn er durch die statt geet so hat er bey ime die zuechtiger ruoten in der hand tragende. Diser hat gewalt vnd macht ein yeden zestraffen. So man von todschlag. diebstal. rawberey. eebruch vnd andern vbeltaten handelt so sitzen bey ime die die ime die statt zugeordnet hat. vnd so denn die schuldigen fuergefuert werden so gibt man den anclagern vnd beschirmern erlawbnus wider den schuldigen vnd fuer ine zereden. vnd nach verhoerung alles fuerbringens wirdt denn vrteil gefelt. Die kunnst vnnd schicklichkeit der redsprechlichkeit ist an dem ennde fast achtwirdig vnnd angeneme. Also wo ettwen treffenlich redner gefunden werden. die werden daselbst zu aduocaten vnnd beystenndern in burgerlichen vnd ernstlichen sachen auffgenomen vnd in großen wirden vnd eren gehalten. Dise gantz statt ist in zway volck getailt. Ettliche sinnd eins rewterischen erbern stands. ettliche der gemaynde. die der gemaynde geprauchen sich der kawfmanschaft vnd handwercke. die erbern betragen sich irer erblichen gueetere. vnnd handhaben iren stand. also wo einicher auß der gemaynde zu reichthuemern vnd guoter narung koeme vnnd in die zal der erbern geschlecht zekomen begeret so maynen sie ime solchs in keinen weg zegezymen. also ist yeder stand lang zeit in seinem zil bliben. Aber gemayne statt wirdt von beden stennden gemaynclich geregirt.
Syben meyl von Costnitz vnd .xxm. schrit von dem gepirg ligt ein habhaftige vnd huebsche statt. Veldkirchen genant. die hat schoene wolgestalte gepew. weingewachs vnd pawmgarten. Der Rhein entspringt in dem gepirg nicht weit von demselben ende so man auß welschen landen zeueht zur lingken hand. aber er fleueßt alßpald zur rechten hand. vnnd wirdt mit seinselbs vnd auch mit andern darein fallenden flueßen sere groß vnd starck. vnd lawft zwischen dem orient vnd mitternacht in seinen gestrackten wassergang hinab. Diser fluoß hat die mittel zwischen schwertzelter vnnd gruener farb vnd einen schnellen zuckenden lawff vnd einen sandigen poden. der ist doch also fest das man keinen fuoßtrit darinn mercken kan.

(Aus der Schedel’schen Weltchronik von 1493)

Der Rhein bei Basel: hoelert das ertreich vnd fuellet es dann mit wind vnd wasser

BAsel ist ein weyte vnd fast namhaftige statt schweyzerlands an eim koenigclichen ende erpawt. dann so diese statt lateinisch genennt wirdt so ist es nach art des kriechischen gezuengs souil als koenigclich gesprochen. Oder aber diese statt hat iren namen von dem mangel der grundfeste auß vrsachen der vilfeltigen erdpiden. vnd auß bedeuetnus des lateinischen namens dieser statt. wiewol man in der gemainde sagt. das ettwen ein Basilisck alda verborgen gelegen sey von dann her diser statt ir namen entstannden vnd bliben sey. Der Rhein fleueßt schier mitten durch dise statt. Doch ist darueber ein prugt von einem teyl zu dem andern. Derselb fluss des rheins entspriengt in dem gepirg vnnd wirdt durch mancherlay anstoeße zwischen gehen scharpffen felsen also eingezwengt das er einen erschrecklichen saws von ime gibt. Sunderlich fleueßt er bey Schafhawsen mit großer ongestuemigkeit vberwaltzende. vnd vnder dem stettlein Lauffenberg wirdt er mit felsen also eingedrenngt das er vor zwancksale vnd gestoeße als ein weisser schaym erscheint. Von dannen rynnet er grawsamlich schaymende in weytem schlund bis gein Basel. diselben statt vnd prugt heymlich beschedigende, dann er floeßet die gestadt hin. sucht newe genng. hoelert das ertreich vnd fuellet es dann mit wind vnd wasser. Daher koembts das dise stat mermals mit erdpidem beschedigt worden ist. Dise statt hat von dem rhein darauff man daselbsthin. vnd vo dannen in schiffen vil gueetere fueeret große nutzperkeit. Sant Ursula die heillige junckfraw hat auch (als die hystorien sagen) mit iren weggeferten von Coelne auff dem Rhein gein Basel auffgeschiffet. vnn wiewol der Rhein den die dabey wonen zuzeiten vil schadens zufueegt so gibt er inen doch einen fruchtpern erdpodem. Diser statt ist in vnszern zeiten mit zygelstaynin mewrn. fast schoenen behawsungen. groszen cloestern vnd kirchen. mit weyte spitalen vnd andern einer statt nottuerftigen dingen mit großem umbkrays vnd zynnen vnd mit tieffen greben geziert vnd befestigt vnd hat zwischen den pergen ein weyte feldung. an getrayd unnd guotem wein fast fruchtper. Aber wiwol in diser loehlichen vnd alten statt vil anzaigung vnd vberbleibung ser alter gepew erscheinen so sind doch dieselben auß pawfelligkeit vnd erdpidem. auch auß alter also entstelt das man nicht erkennen kan was gestaltnus vnd zu welchem geprauch dieselben gepewe gemacht gewesen seyen. Aber dise statt ist wunderperlich geauffet vnd nach dem erdpidem wider erpawt. vnnd zu vnßern zeitten daselbst ein hohe schuol auffgericht. Dise statt ligt im Elßas ettwen Sweitz genant ettwen in galliaz yetzo in teuetsche land gehoerende. Als Ludwig der Viennisch delphin die von Basel schier mit aller Gallischen ritterschaft vberfiele do schickten die schweitzer ire aydgenossen (…) woltuechtiger mann zu hilff. davon hernach weyter meldung beschiht. Dise statt hat zwu seyten. In der groeßeren seyten sind drey berg. auff dem einen ist die bischoflich kirch. der heilligen junckfrauen marie thumstift mit hilff des seligen kaiser heinrichs des anderen gezieret. Auff dem andern wonen die geregelten chor herrn zu sannt Leonhart. Auff dem dritten ligt sant Peters kirch. Das erst closter mit der ebbtey zu sannt alban ligt an der spitz diser stat. In diser seyten haben auch die parfuoßer augustiner vnd prediger brueed ire cloester. vnd die creuetzherrn on teuetschen herrn ire hewßer. auch die closter frawe zu sant Katherinen. zu sant Claren. vnd zu sant Marian magdalenen ire cloester. Aber in der klainen seyten ist ein fast treffenlichs cartheueßer closter vnd sant Theodora vnd sant Niclasen kirch vnd andere gotzheueßer. In diser statt ist auch nicht wenig heyligthumbs.

(Aus der Schedel’schen Weltchronik von 1493)