salut schtroßburg

salut schtroßburg, ca va, wie geht’s?
du bucklichs hutzelweib
mit deinre schwarze sammethaub
von kirchemoos un ziegelscherbekarmesin
mit deinre mittelalterkrätz am kopf
von taubeschiß und feuersbrunscht
von peschtilenz un regemessinggrün
mit deine alte pflaschterstaigedärm
voll pinot blanc un münschterkäs
bischofslila, marseillaise
weiberwackelärsch, baguette
soß vinaigrette un schwarzer zwischedurch-
un feierobendzigarett

salut schtroßburg, ca va, wie geht’s?
mei apfelbackichs bauremädle
mit deinre gugelhupffrisur
e goldes kettle
um dei bauremädlefüß

ich wünsch mer nur, ich kann bei dir
noch manchen katzefaule sommerdag versitze
im ahornschatte an deim mittagsgrüne bach
mit de chantal, de melanie, mit ainre
die i nimme waiß un nimme sieh
des sommermenschelebe spüre bis in
d’fingernägelfußzehspitze

salut schtroßburg, bauremädle, hutzelweib
mit deine rieslingzitze

Obiges – in badischer Sprache wie sie in Karlsruhe vorkommt verfaßte – Gedicht stammt von Harald Hurst, aus seinem Band “Ich bin so frei”, der im Karlsruher G. Braun-Buchverlag, dem wir herzlich für die Überlassung des Textes für diese Website danken, erschienen und über den Verlagslink erhältlich ist. Das Gedicht ist ebenfalls in Hursts neuem Sammelband “Do hanne num” (was soviel wie “Dort entlang” bedeutet) (im selben Verlag) enthalten.