Hotzenwald

Kreuzende Mistkäfer begleiten den Aufstieg zum Bergsee oberhalb Bad Säckingens, einem Familienidyll mit Tretbooten („Keine Steine in den See o. auf die Boote werfen“) und Badeverbot. Im Ausflugs-Café lesen gut restaurierte Damen ihren hart gesottenen Galanen mit lustigem süddeutschen Akzent die besten Geschichten aus Neue Post und Bild der Frau vor. Der Bergsee selbst spiegelt in seiner glatten, doch unsteten Oberfläche kosmische Wahrheit und befördert Zukunftsgedanken. Wohlstand und Gesetztheit der Gegend beängstigen den Dichter im Lande der Dichter und Denker. Zuviel Idyll, das, erstmal in Verse gebracht, kaum einer kaufen will. Hans Löffler hat es klassisch-volkstümlich versucht, mit einem Gedicht, das immerhin in einer Dauerausstellung des Schwarzwaldvereins im Haus der Fischerzunft in Bad Säckingen zu finden ist:

Fernsicht vom Hotzenwald

Von des Hochrheins waldiger Empore
schweift der Blick hinaus ins Land
übers Tal im zarten Nebelflore
zu des Stromes Silberstrang

Schweift zum Ufer hin der Eidgenossen
in des Flusses weite Au,
allerwärts vom Jura eingeschlossen,
Berg an Berg im dunklen Blau

Nichts kann mehr jedoch das Aug` entzücken
als – in Schnee und hell besonnt -
ferner Alpen scharf gezackter Rücken,
stolze Pracht am Horizont.

So bist Hotzenwald, oh schöner Flecken,
du Empore, fern zu schau`n.
Lass von dir mir Fern- und Heimweh wecken
bis die Augen nicht mehr schau`n.