Rhein-Meditation: Rezension (3)

Unter dem Titel Gottesbeweise in den Wasserstürzen ist in der Buchbeilage Livres des luxemburgischen Tageblatts die dritte Rezension zur Rhein-Meditation erschienen, wiederum eine durchgehend positive. Guy Helminger listet Stationen meiner ausgiebigen Rheinerkundungen und befindet: “Wer so tief in die Fluten taucht, muss eins werden mit ihnen, zugleich aber Sprachrohr der Natur und eigenständiger Denker bleiben. Genau mit diesem Paradoxon beginnt der Autor sein Sinnen über Entstehung, Dasein und Ableben. Der Rhein selbst scheint zu sprechen, dann wieder der Autor als tausendjähriges Medium, schließlich das Denken, gekoppelt an den Schriftsteller Lafleur. Dabei bleiben die Gänge der spirituellen Praxis immer an die haptische Wahrnehmung gekoppelt, an das sinnliche Erlebnis.” Über Mara schreibt Helminger, daß der Leser nicht genau entscheiden könne, ob es sich bei ihr um eine existente Person oder eine Projektion handle: “Mit den Bergen verwachsen und das Meer hassend, sorgt Mara für eine Begleitung voll Witz und bodenständiger Souveränität. Wenn es sie denn nicht gegeben haben sollte, mußte sie erfunden werden.” Anschließend beschreibt der Rezensent die stilistische Mischung, die dem Text zugrunde liegt: “Für seine Verquickung von Andacht mit Witz, von lyrischer Stille und prosaischem Alltag, von meditativem Kerngeschäft und ironischer Begleitung hat Stan Lafleur eine Fülle an Bildern, Metaphern und Lyrismen gefunden, die seine Prosa in eine mäandernde Fließbewegung führen und so die Begradigung des Rheins aufheben so wie die damit zusammenhängende Gedankenlosigkeit. Diese wortgewaltige Kontemplation ist Verifizierung der Natur durch Poesie genauso wie das Gegenteil.” Auch Sätze anderer Denker würden vom Autor angesichts der rheinischen Landschaften als Bestandteile des Textes und wahr bestätigt. Herausgekommen, resümiert Helminger, sei “eine großartige Meditation, die alles ist, Poesie, Kindheitserinnerung, Philosophie, Landschaftsbeschreibung genauso wie Liebeserklärung und Gottessuche.” Die Rezension erschien bereits im Juli und ist online nicht verfügbar.

Fischsuppe

Benjamin Fisch, Architekt und Hobbyangler, wird für eine Dokumentation über Rheinangler vom Kölner Lokalfernsehen begleitet. Doch etwas stimmt nicht mit dem Mann. Möglicherweise hat er im Leben noch keinen Fisch gefangen und wenn er seine Freunde zum Fischessen einlädt, kommt niemals Fisch auf den Tisch. Hinweise auf Benjamin Fischs zunehmend seltsameres Verhalten geben sein Anglerkamerad Pamir Özgül, der am Eigelstein ein türkisches Café  betreibt, Fischs Lebensgefährtin und Chico, ein weißrussischer Bauarbeiter, der eigentlich “in der Geschichte nichts zu suchen hat” und den Chef mit dem Handy auf dem Dach eines Rohbaus beim Nacktbad in einer Regenpfütze ablichtet. Tatsächlich verwandelt sich Benjamin Fisch – Krankheit, Verhaltensstörung, natürlicher Zwang? – nach und nach in einen Fisch, eine ungeheuerliche und daher so lange als möglich abzustreitende Tatsache, die den geplanten Ablauf der TV-Dokumentation sprengt und Fischs Umgebung um Erklärungen ringen läßt. Einzig Pamir Özgül nimmt die Verwandlung mit einer gewissen Gelassenheit hin, und gießt dem Anglerfreund, nachdem der sich, offenbar mit noch einer Handvoll anderen, denen dasgleiche Schicksal beschieden, von einer der Kölner Brücken in den Fluß gestürzt hat und seitdem als verschollen gilt, vom Ufer seinen geliebten Kaffee in den Rhein.

Fischsuppe, ein Hörspiel (54 Minuten) von Guy Helminger, kann derzeit (und wahrscheinlich nur noch diese Woche) über die WDR-Website angehört werden. Erinnert fühlten wir uns beim Lauschen des Stücks an einen rheinsein-Gastbeitrag Ersin Öners von 2011: Der Mann, über einen mysteriösen Anzugträger, der angeblich in den Rhein gestiegen und darin verschwunden sei und die Gespräche darüber in “Serhats Café” am Eigelstein. Ob es sich bei dem Mann um Benjamin Fisch handelte und wieviele Männer tatsächlich (als Fische oder Fisch-Mensch-Mischwesen) im Rhein leben, werden weitere Werke (vielleicht ja bereits Ersin Öners geplanter Roman, um den es zuletzt allerdings eher still geworden ist) aufzuklären haben. rheinsein jedenfalls bleibt dran und wird nicht zögern, die neuesten Erkenntnisse über möglicherweise noch unbekannte Vorgänge im Rhein mit der Welt zu teilen.

Presserückschau (August 2012)

Nachdem noch im Juli die DLRG verschiedentlich gemeldet hatte, daß Schwimmen im Rhein nirgendwo sicher sei, veranstaltete sie im August wieder ihre traditionellen Rheinschwimmen zwischen Heidenfahrt und Ingelheim (136 Teilnehmer, Erbsensuppe), in Rheinfelden (44 Naturfreaks, ein Biber), und in Kooperation mit den Schweizer Kollegen zwischen Mumpf und Bad Säckingen (327 Schwimmbegeisterte, Fischessen): Hasardeure! Die weiteren Meldungen des Augusts:

1
Die Dreiländerbrücke (zwischen den Partnerstädten Huningue und Weil; Anm.: rheinsein) ist mit 248 Metern die längste Radfahrer- und Fußgängerbrücke der Welt“, konstatiert die Badische Zeitung und befragt Passanten zu ihren Nachbarschaftsgefühlen. Nicole Kebel (79) aus Saint Louis: “Ich (mache) fast jeden Tag einen Spaziergang auf der Brücke und trinke dann in Weil einen Kaffee. Ich habe den Krieg erlebt, diese Partnerschaft hat eine sehr starke Bedeutung für mich. Sogar wenn ich auf der Brücke gehe, bin ich sehr gerührt.” Hingegen Audrey Allgeyer (31) aus Village-Neuf: “Wir mögen die Stadt Weil am Rhein und die Läden dort nicht, deshalb ist es uns egal, wenn es Veranstaltungen gibt und dass Weil am Rhein und Huningue Partnerstädte sind.”

2
Die ortsansässige Schildkröte Rheini wurde von einem Mann aus dem Konstanzer Rheinstrandbad gestohlen, berichtet der Südkurier: „Der Unbekannte sei bei seiner Tat beobachtet worden. Trotz Protests der Badegäste habe er sich von seinem Vorhaben nicht abbringen lassen. Die Rheini-Fans bitten ihn darum, das Tier wieder zurückzubringen, sonst werde Strafanzeige gestellt. Schließlich sei es nicht erlaubt, einfach ein wildes Tier nach Hause zu nehmen.“ Die Hintergründe dürften in einem Streit um artgerechte Tierhaltung liegen, wie die Kommentarspalte vermuten läßt.

3
Am Gotthardpass ist der Vier-Quellen-Weg, eine Wanderroute, welche die Quellen von Rhein, Reuss, Rhône und Ticino berührt/verbindet, eröffnet, meldet der Tagesanzeiger. Zur Einweihung sprach Ueli Maurer. „Der Gotthard, das zentrale Massiv der Strecke, stehe für Freiheit, den Gründungsgedanken der Eidgenossenschaft und die direkte Demokratie. Der Bundesrat hofft, dass Wanderer entsprechende Emotionen durchleben werden.“ (Aber hallo, das muß unbedingt ausprobiert werden! Gilt das auch für Ausländer?)

4
Bizarre Tiernachricht aus den Tiefen des Sommerlochs: Weil er seine Mischlingshündin mit Paketschnur an den Vorderfüßen gefesselt in den Rhein geworfen habe, wurde ein Kölner wegen Tierquälerei zu einer Geldstrafe verurteilt, berichtet der Kölner Stadt-Anzeiger. Das Tier indes überlebte. „Winselnd, das Fell völlig durchnäßt“ wurde Bonnie von einer Passantin am Stammheimer Ufer entdeckt. (Wir fühlten uns umgehend an die (durchaus noch ein Quentchen bizarrere) Hundeszene in Guy Helmingers Etwas fehlt immer erinnert und gedachten für einen weiteren Moment der so oder so zustandegekommenen Gequältheit diverser Gottesgeschöpfe.)

5
Es war wohl wenig los im August. Bei Lorch lief das 105 Meter lange Schiff Karola auf Grund. Der Frachter hatte Eisenplatten geladen (SWR). Beim U-Bahn-Bau in der Düsseldorfer Innenstadt trat ein Mammut-Stoßzahn zutage – bei weitem nicht der erste in der Gegend (Rheinische Post). Weil also wenig passierte, verlegte sich die Presse stärker auf Ankündigungen: „178-Millionen-Euro-Projekt: Die neue Schiersteiner Brücke soll in zwei Abschnitten bis 2018 entstehen. Sie wird fast 1,3 Kilometer lang und 44 Meter breit sein.“ (FAZ) Ab 9. September wird das große Binger Weinfest unter dem Motto “Schon Hildegard von Bingen lobte den Wein – drum lasst beim Winzerfest am Wein uns erfreun” eröffnet (business-on). Und nicht zuletzt: „Gedichte sollen den Rheinuferweg bei Basel säumen“ – was für Gedichte genau, werde sich noch herausstellen (Tageswoche).

6
Schließlich erregte noch eine Meldung von einer jungen Schweizerin größeres Aufsehen, die von der Karlsruher Wasserschutzpolizei aus der Iffezheimer Schleuse gefischt wurde (ka-news, Focus): in ihrem Schlauchboot, das sie mit Schwimmflossen an den Beinen manövrierte. Besondere Erwähnung gewährte die Presse ihrer Kopfbedeckung, einer Kapitänsmütze. Seit Biel (Aare) hatte die 26jährige innert 14 Tagen bereits über 200 km in dieser Fortbewegungsart absolviert, gab das Schlauchbootflosseln nach einer polizeilichen Gefahrenaufklärung jedoch auf und will nun versuchen, per Schiffsanhalterin an ihr Ziel, die Nordsee, zu gelangen.

Liechtensteinwahrnehmung

Für das Kulturmagazin KuL des Liechtensteiner Vaterlands durften wir einmal mehr eine Monatskolumne verfassen. Mit einem wunderschönen Bläuling illustriert erschien sie heute, gilt für den gesamten kommenden März und befaßt sich u.a. mit dem schwierigen Thema des Andenmannbringens von Liechtenstein-Gedichten (s. Das Lachen der Hühner) in Deutschland:

“Seit vor einem Jahr meine Liechtenstein-Gedichte erschienen, toure ich unablässig durch Deutschland, um dem Publikum in Versen und blumigen Erklärungen ein rares exotisches Fürstentümchen näherzubringen. Die Leute erscheinen in Scharen. Mal sind es auf einen Schlag fast eine ganze Handvoll Kulturmenschen, die sich lose im Raum gruppieren, die beste Hör- und/oder Ruheposition zu ergattern; dann wieder blicke ich so weit das Auge reicht auf schier endlose, militärisch geschlossene und nach Körpergröße geordnete Reihen aufrecht literaturinteressierter Millionäre – wie zuletzt in Düsseldorf. Das sah von der Bühne sehr gut und ordentlich aus. Im Vorprogramm hatte Martin Walser auftreten dürfen. Das Publikum war also be­dächtig gestimmt. Ob meines Themas «Liechtenstein» rieben sich ei­nige der Millionäre wieder wach. Ich gab mein Bestes, weiteren Schwung in die Veranstaltung zu bringen. Ich gelte ja als aus­gezeichneter Performer. Zumindest für einen Dichter. Also liess ich meine Hüften kreisen und deutete beim Skandieren die Bandbreite meiner stimmlichen Fähigkeiten an. Bestimmte Textpassagen sinnvoll zu unterstreichen, nutzte ich gestische Klassiker wie die Beckerfaust, den deutschen Zeigefinger und noch ganz andere Verrenkungen, die man erst mal gesehen haben muss. Die Düsseldorfer Millionäre schauten sich das alles schweigend an. Selten zuvor hatte ich in eine solch exponierte Stille hineingesprochen. Einige Sekunden oder Minuten, nachdem ich geendet hatte, knöchelten sie ihren Applaus auf die hölzernen Stuhllehnen – ob nun aus Anstand, militärischer Diszi­plin oder wehmütigen Liechtenstein-Erinnerungen war mir unmöglich festzustellen.

Was die Inhalte einer solchen Liechtenstein-Lesung sind? Ganz naheliegende und normale, würde ich sagen. Ich berichte von der romantischen Schwertlilienblüte im Ruggeller Riet, den Kühen auf Saasfürkle, dem Rhein in seinem Bett und dass ich noch in keinem anderen Land je so viele, so riesige private Parkgaragen zu Gesicht bekommen habe.

Manchmal, wenn ganz wenige oder gar keine Millionäre im Publikum sitzen, stellen die Leute Fragen. Sie wollen dann Wissenswertes über Liechtenstein erfahren. Die Fragen zielen in erster Linie auf die Fürstenfamilie, ob ich von denen wüsste. «Ja», sage ich, denn die Sehnsucht nach echten Adelsgeschichten ist in unserer Demokratie enorm und sie zu befriedigen, kann lohnen: «Die machen den halben Tag Goodwill und Wohlfahrt und so und die zweite Tageshälfte verbringen sie mit der Lektüre zeitgenössischer Lyrik.» (Gelingt es, diesen Satz anzubringen, werden am Lesungsende meist ein paar Gedichtbände gekauft.) «Ja, und was macht man in Liechtenstein sonst?» «Hmm, sonst, da wird es schon schwierig. Geldanlagen lohnen dort für Sie als Deutsche jedenfalls nicht mehr recht.» Bevor allzu grosse Programmlücken entstehen, wende ich mich in einer überraschenden Umkehr der Fragehoheit selbst ans Publikum: «War denn jemand von Ihnen schon mal dort?» Erst traut sich meist keiner. Dann kommts piepsig aus der vorletzten Reihe: «Ich finde den Schmetterlingspark sehr schön.» An dieser Stelle weiss ich schon seit der ersten Woche meiner Lesetournee aus Routinegründen, und das wird manchen Liechtensteiner Leser vielleicht ein wenig schmerzen, da verwechselt wieder jemand Liechtenstein mit Luxemburg. Apropos Luxemburg: Mein luxemburgischer Kollege Guy Helminger erzählt gern die Geschichte, wie er einst in Kalifornien bei einer Polizeikontrolle seinen Pass vorzeigen mußte. Der Sheriff wollte ihn gleich einbuchten, denn von einem angeblichen Land namens Luxemburg hatte er noch nie gehört. Guy Helminger aber wurde gerettet von einem zufällig anwesenden Kumpel des Sheriffs, der wusste, wo Luxemburg liegt: «That’s one of these islands in the Pacific.» Was sagt uns all das über die Liechtensteinwahrnehmung der Deutschen? Nicht viel – ausser dass sie vielleicht nicht gar sonderlich existiert. Nehmen Sie sicherheitshalber den Kumpel des Sheriffs mit, wenn Sie in die Vereinigten Staaten reisen. Und grüssen Sie Ihren Fürsten, wenn Sie ihn sehen. Ich finde es wirklich grossartig, dass er so gerne Gedichte liest.”

Rheinsein unterwegs

Nach langen Jahren mal wieder die weltkulturelle Mittelrheinstrecke auf der Autobahn angegangen, doch lange: sollte dieser Genuß nicht währen. Die Autobahn hatte sich über zahlreiche omnivore Sommer und Winter wenig verändert, wollte uns scheinen – dann aber urplötzlich offenbar doch: „Bei Gonsenheim ist die Fahrbahn abgesackt“, meldete lakonisch der Verkehrsfunk. Keine weiteren Hinweise auf die technischen Strukturen, noch erwägenswerte Bedeutung/Auswirkungen eines solchen Ereignisses. Hitlers langer Atem, schoß es uns – unsinnig, das geben wir freimütig zu – durch den Sinn, der, von bärtigen Autobahnwitzen vernebelt, nach Halt, Hoffnung und, so widersprüchlich und zugleich sympathisch wie das bisher vorhandene menschliche Sein: nach Ankommen strebte. Wir befanden uns kurz vor Gonsenheim. Mußten aber weiter nach Karlsruhe. Wir: das waren der Kabarettist Stefan Reusch, bekannt für den nach ihm benannten Reusch`schen Dreher, ein eigenartiges, seltenes, hauptsächlich von Reusch selbst gepflegtes Sprachfänomen, das derzeit in den USA linguistisch erforscht wird, der Kabarettist Ismael Fischmord, bekannt für seinen Namen, den er sich gemacht hat, sowie unsere stets lyrisch gestimmte Wenigkeit. Der Bordroutenplaner riet zur Umgehung Richtung Alzey. „Alzey, Alzey, das ist doch noch ein Stückchen…“ – warnte unser rheinisch-geografisches Hintergrundwissen. Und: „Eine Fahrbahnabsackung – was sollte das im engeren Sinn vorstellen? Das Land geht zugrunde/“sackt wortwörtlich ab“ und schreit nach literarisch gebildeten Zeitzeugen, die…“ Reusch: „Das ist ein Loch…“, Fischmord: „…in das die ganzen Autos nach und nach hineinkippen…“, Reusch: „…wir nehmen die Abfahrt, basta!“ Die beiden bilden ein eingespieltes Team, bekannt für seine abstrusen, kaum erforschlichen Gedankengänge: Die Ableser. Bisweilen nehmen sie, ihrer altruistischen Art gemäß, in bewährt humanistisch-liberaler Sprungbrettmanier (auf Sprungbretter wird noch präziser zu kommen sein) zu ihren Auftritten unbekannte Gastautoren mit, die kurze Zeit später einigermaßen bis ziemlich groß herauskommen: Guy Helminger, Richard David Precht, etc… (lauter edle, mehr oder minder den universellen wundervollen Kraftsäften der Lyrik zugetane Zeitgenossen jedenfalls). Gesagt, getan: die Abfahrt war genommen, zwar stand uns von Sensationslust grundiertes Aufmucken im Sinn, wurde auch formuliert: „So eine Absackung, die solltet auch ihr, die ihr vieles schon gesehen habt, mal gesehen haben – wie oft im Leben ergibt sich eine solche Chance?: eine veritable Autobahnabsackung, das ist bestimmt was ganz anderes als die Geschichte mit dem Kölner Stadtarchiv, es wird dort auch kaum nach Geothermie gebohrt worden sein wie in Staufen, hört mal, wir könnten ja ganz vorsichtig da ranfahren, wir müssen ja nichts riskieren!“ – allein: „Zu spät“, kam es höhnisch-zufrieden von den Vordersitzen. (An dieser Stelle erfährt die ohnehin wirre Erzählung einen kaum zu kittenden Bruch, denn:) Wir enterten Rheinhessen: McDonald`s-Minarette kündetens, eine ansonsten bis auf gelegentliche Baumärkte leergefegte Landschaft bestätigte es. Rheinhessen! Rheinsein bislang unbekanntes, unbedingt jedoch noch zu erforschendes Terrain! Unser Herz klopfte, wenn schon nicht bis zum Anschlag, so doch in freudiger Entdeckenslaune. Und Fischmords Konsum amerikanischer Erfrischungsgetränke versprach den ein oder anderen Halt zwecks kontemplativer Einsichtnahme in die rheinhessische Region und Kultur vom Landstraßenrand! Welch selten betretene Gegend! Die lockende Gonsenheimer Fahrbahnabsackung war so gut wie vergessen.