Rheinisches Fischmonster
An den legendären Grauer gemahnt das rheinische Fischmonstrum, von dem die FAZ online vor zwei Tagen in groben Zügen berichtete: Bei Wiesbaden habe die Polizei am Ostermontag eine ungewöhnliche Entdeckung gemacht. Von einer Frau alarmiert, die glaubte, einen Menschen im Wasser treiben zu sehen, fanden die Beamten einen zweieinhalb Meter großen und 80 Kilogramm schweren Wels, der auf einer Sandbank gestrandet war. Das Tier wurde dann mit Seil und Boot der Wasserschutzpolizei zurück in tiefere Wasser geschleppt.
So weit, so gut. Doch zur intensiveren Verbildlichung des Berichts wurde demselben von der FAZ noch ein Foto zur Seite gestellt. Es zeigte einen kescherbewehrten knieenden Mann am Rande eines Wasserbeckens, darin ein Wels in etwa in der Größe dieses Mannes. Die Bildunterschrift besagte: “Der gestrandete Wels im Rhein war noch einen halben Meter größer”
Ein sehr animierender, die Vorstellungskraft begünstigender Journalismus, dachten wir da, der, wo er die originalen Fänomene verpaßt, sogleich mit Ersatzfänomenen aufzuwarten versteht. Ganz im Banne solcher Denkart stellten wir uns vor, wie es wäre, erklären zu dürfen, sollen oder müssen, daß es die FAZ online gibt und welcher Art dieses Medium beschaffen sei. Der FAZ-Redaktion dürfte womöglich folgende Lösung gefallen: Wir tätigen einen Screenshot der Panorama-Seite des Online-Auftritts sagen wir: des Kölner EXPRESS. Und erläuternd fügen wir hinzu: “Die FAZ aus Frankfurt war noch ein bißchen seriöser”
