Rheinische Seher und Propheten

Eine bisher zwar auch unerklärte, aber jetzt doch schon von vielen zugegebene Erscheinung ist das sogen. „Zweite Gesicht“, d. h. das Vermögen, wirkliche Begebenheiten der Gegenwart oder Zukunft fernschauend wie mit leiblichem Auge zu erkennen. Die „Vorgesichte“ – in Westfalen und am Niederrhein „Vorgeschichten“ genannt – sind, abweichend z. B. vom somnambulen Hellsehen, stets mit Rückerinnerung verbunden und nehmen nie eine religiöse oder übersinnliche Richtung, sondern halten sich ganz in der Sphäre des gewöhnlichen bürgerlichen Lebens, meist Todesfälle und Leichenbegängnisse, aber auch Brände, Hochzeiten, Geburten, Freundschaften, das Ankommen von (dem Seher oft ganz unbekannten) Fremden und dgl. betreffend. Die Gabe findet sich weit mehr bei Männern als bei Frauen, ist aber an kein besonderes Alter und keine bestimmte Zeit gebunden. Im Augenblick des Schauens ist der Seher ganz von seinem Bilde eingenommen, sieht und denkt nichts anderes und nimmt keine Notiz von seiner Umgebung: die Augenlider oft krankhaft einwärts gekehrt, sieht er starr vor sich hin. „Es giebt wenig Städte am Rhein,“ – wird 1822 berichtet – „wo nicht solche Geschichtler anzutreffen wären, und daß man bisher so wenig davon geredet hat, liegt in der nicht bloß am Rhein bekannten Erfahrung, daß die Aufklärung der Schriftgelehrten bereits so weit fortgeschritten ist, daß man in ihrer Gegenwart schon kein Faktum mehr erwähnt, was nicht durch sie anerkannt worden“. (…)

Schon im Jahre 1668 trieb in Andernach zur Zeit einer pestartigen Krankheit der Geisterseher Cornelius Schnegell sein Unwesen, indem er gegen das Verbot des Magistrats angebliche Geistererscheinungen in Umlauf setzte und dadurch Trauer und Schrecken über manche Familie brachte. Von erster Kindheit an – erzählte er – habe ich Geister geschaut, und in der letzten Matthiasnacht sind mir plötzlich die Augen derart erleuchtet, daß ich des Nachts ebenso klar sehe, wie bei Tage. Namentlich in den Prozessionen, die zur Abwendung der Pest gehalten werden, sehe ich im voraus das Schicksal meiner Mitbürger: die ich fallen und nicht wieder aufstehen sehe, müssen sterben; solche, welche nach dem Falle sich wieder erheben, werden zwar krank, sterben aber nicht; endlich diejenigen, welche bloß straucheln, werden nur von einem leichten Anfall getroffen. Ich sehe die Geister in weißen und schwarzen Kleidern und halte dafür, daß jene selig, diese verdammt werden. Wenn sie erscheinen, verbleibe ich bisweilen im Bette, häufig aber muß ich aufstehen und sie bis zur Thür begleiten. Diese Erklärung setzte den Rat, der selbst überall Spuk und Zauberei witterte, in nicht geringe Verlegenheit, obschon bekannt war, daß der Geisterseher mitunter freilich in seinen Vorhersagungen die Wahrheit getroffen, öfter aber „schändlich sich vertretten und seiner Zungen Zoll verfahren“ hatte. Man wandte sich deshalb um Auskunft an die gelehrten Franziskaner in Köln und legte ihnen die Frage vor, ob dergleichen Erscheinungen begründet und glaubwürdig seien oder nicht. Daß es kein bloßes Spiegelgefecht und keine Narrheit ist, fügt der Rat seiner Anfrage bei, kann man daraus abnehmen, daß oft in Kirchen, adligen und anderen Häusern Gespenster gehört oder gesehen werden und bald darauf Leichen folgen. Diese Erscheinungen haben auch solche, denen man nichts Böses nachsagen kann, ja die Heiligen haben solche absonderlich oft gehabt. Es ist ferner bekannt, daß in einigen Klöstern Patres eine Zeitlang vor ihrem Tode im Chor ohne Haupt erschienen sind. Dazu ist zu beachten, daß gemeldeter Cornelius von den Geistern genötigt wird, die Visionen bekannt zu machen und daß die Offenbarungen vielen zum besten gereichen, da diejenigen, welche noch nicht sterben werden, unnötige Arzneien sparen, solche dagegen, die bald sterben müssen, desto besser auf den Tod sich vorbereiten können. (…)

In der Vaterstadt eines Rheinländers lebte zu Anfang dieses Jahrhunderts ein unbemittelter Tagelöhner, den man, weil er für die Metzger die gekauften Kälber herbeiholte, „Kälber-Gerhard“, seiner Gesichte halber aber meist „Geisterseher“ nannte. Gewöhnlich um Mitternacht, doch zuweilen auch bei Tage, erblickte er die Gestalt derjenigen Person, die binnen weniger Tage sterben sollte, an derjenigen Stelle, wo sie den Geist aufgab, bald in ihren gewöhnlichen Kleidern, bald im Leichengewand, bald sitzend, bald liegend, und es trieb ihn dann mit Gewalt in die Wohnung, wo die betreffende Person wohnte, oder auf die Straße, wo der Leichenzug vorüberkam und er alle Leidtragenden genau erkannte. Nur einigemal hat er infolge übergroßer Müdigkeit dem Triebe, dem Gesicht zu folgen, gewaltsam widerstanden und sein Bett nicht verlassen; da aber – so erzählte er – sei ihm zur Strafe seines Ungehorsams der „Geist“ reitend auf die Schultern gesprungen und habe ihn durch Straßen und Felder so peinigend umhergetrieben, daß er in kaltem Schweiße gebadet und vor Erschöpfung krank nach Hause gekommen sei. Anfangs machte er aus der leidigen Gabe, die er dem Umstande zuschrieb, daß er in der St. Andreas-Nacht genau um 12 Uhr geboren sei, kein Hehl und offenbarte arglos, wen er des Nachts gesehen; da aber die von ihm genannten Personen stets bald darauf verstarben, bemächtigte sich der Einwohner eine solche Angst, daß sie ihm möglichst aus dem Wege gingen und er ihre Häuser schließlich selbst am hellen Tage und in Geschäften nicht ohne Furcht vor Prügeln betreten durfte. (…)

Auch für das sogenannte Sichselbstsehen sind Fälle genug vorhanden. Noch aus der Mitte dieses Jahrhunderts wird in Führt bei Neuß erzählt, daß der Küster abends in die Kirche gegangen, um dort die ewige Lampe zu schüren. Während er den Sohn erwartete, welcher ihm das notwendige Oel bringen sollte, hatte der Ermüdete sich in einen Beichtstuhl gesetzt und war darin unversehens eingenickt. Plötzlich wurde er durch den Ausruf: „Hier hast du deinen Rock!“ geweckt und sah eine dunkle Gestalt, die einen Sarg vor ihm hinstellte, dann aber mit dem Sarge eben so rasch wieder verschwand. Erschüttert kehrte der Küster heim und lag wirklich wenige Tage später als Leiche im Sarge. (…)

Schneider und Näherin hören die Schere schnippeln, wenn sie bald ein Totenhemd fertigen sollen; doch kannte Florentin v. Zuccalmaglio (1803 bis 1869) in seiner Jugend auch eine Näherin, die ihm oft blaue Male an ihren Armen zeigte, die sie Geesterpetsche (Geisterkniffe) nannte und für Anzeichen hielt, durch die sich die Verstorbenen bei ihr anmeldeten. (…)

Der Stadt Koblenz droht eine alte prophetische Sage: „Wehe! Wehe! Wo Rhein und Mosel zusammenfließen, wird gegen Türken und Baschkiren eine Schlacht geschlagen werden, so blutig, daß der Rhein 25 Stunden Wegs rot gefärbt sein wird“; auch Johann Peter Knopp meint: „Es wird hart hergehen, besonders bei Koblenz.“

Das Schlimmste jedoch soll Köln bevorstehen, das außer Knopp auch Rembold, Jasper und ein anderer westfälischer Spökenkieker als Schauplatz einer großen Schlacht bezeichnet haben. Der Magister Heinrich v. Judden, Pastor an Klein St. Martin zu Köln, fand um 1460 in einem alten Buche des dortigen Karmeliterklosters folgende Prophezeiung: „O glückliches Köln, wenn du wirst gut gepflastert sein, wirst du untergehen in deinem eigenen Blute. O Köln, du wirst untergehen wie Sodom und Gomorrha; deine Straßen werden von Blute fließen und deine Reliquien dir genommen werden. Wehe dir, reiches Köln, weil deine Einwanderer an deinen Brüsten saugen und an denen deiner Armen, die gemartert und gequält werden für dich.“ (…)

Gerade in bedrängten Zeiten tauchen prophetische Stimmen am ehesten auf, und so erschienen Anfang April 1761 plötzlich auch in Köln zwei alte Männer von ehrwürdigem Aussehen, die auf eine sonderbare Art gekleidet und barfuß waren und nur Wasser und Brot genossen. Sie verkündeten auf öffentlichen Gassen den Zorn Gottes über die Menschen und weissagten, daß im Jahre 1765 sich in allen vier Weltteilen ein allgemeiner Krieg entzünden, 1766 Konstantinopel zerstört werden, 1767 England im Wasser untergehen, 1768 die ganze Welt den wahren Gott erkennen und 1769 ein großer Mann ein wichtiges Zeugnis davon ablegen, 1770 ein allgemeines Erdbeben stattfinden, 1771 Sonne und Mond samt den Sternen vom Himmel fallen, 1772 die Welt in Flammen untergehen und endlich 1773 das allgemeine Weltgericht einbrechen werde. Man verbot ihnen sogleich, ihre Mission fortzusetzen; sie aber widersetzten sich diesem Befehle und gaben sich für Propheten aus, die der Himmel abgesendet, die Menschen zu schleuniger Buße zu ermahnen. Dieserhalb gefänglich eingezogen, wurden sie von den Jesuiten einem Verhör unterworfen; sie antworteten in lateinischer, griechischer, hebräischer, chaldäischer und anderer Sprache und gaben vor, 700 Jahre alt und aus der Gegend von Damaskus gebürtig zu sein. Mit Erlaubnis der Obrigkeit von den Jesuiten gefesselt nach Rom geschickt, wollten sie dort die Richtigkeit ihrer Mission erweisen.

(Rheinische Seher und Propheten. Ein Beitrag zur Kulturgeschichte von Dr. Paul Bahlmann, Münster 1901)

Im Taumelkerbel: der Rhein im Werk von Ida Gerhardt

In den Niederlanden (und auch in der Nordhälfte Belgiens) lassen sich in allen größeren und vielen kleinen Städten Gedichte im öffentlichen Raum entdecken. Sie sind weit überwiegend auf legalem Weg angebracht und auf längere Lebensdauer ausgerichtet. Auf Hauswände gepinselt, plakatiert, in den Boden eingelassen oder auf Befriedungen appliziert: an exponiert-zentraler Stelle oder in der Perfiferie mehr oder minder verborgen bereichern Verse die Stadtbilder. Die seit einem Jahr existierende Website Straatpoëzie dokumentiert und kartografiert diese lyrischen Interventionen. Bis heute sind dort 1729 öffentlich angebrachte Gedichte von 860 verschiedenen Poeten erfasst. Die mit Abstand am häufigsten vertretene Dichterin ist Ida Gerhardt (1905-1997). Gerhardt befasste sich unter anderem mit den Rheinzweigen Merwede, Lek, Waal und Ijssel. In Gorinchem ist einer ihrer Texte direkt ins Merwedeufer eingelassen:

Tekst op een rivierbaken

God weet: ik heb mijn wezen uitgestort
voor wie ik nimmer zag noch ooit zal zien.
Opdracht vol raadselen. Het uur is kort.

Misschien is het erfgenaam nadien,
Wanneer ik zelf tot stof zal zijn verdord.
Een kind dat in dit land geboren wordt.

Die Anbringung in Stein erfolgte noch zu Lebzeiten der Dichterin. In Deutschland praktisch unbekannt, beschäftigen sich in den Niederlanden Bücher und Abhandlungen mit Leben und Werk der Dichterin und insbesondere mit ihren häufig wiederkehrenden Motiven des Wassers (in den Niederlanden das Motiv schlechthin) und des Flusses. Ein unbekannter Fluss, sehr wahrscheinlich ein niederländischer Rheinabschnitt, fungiert bei Ida Gerhardt als Fluss des Vergessens und Transporteur ins Jenseits, das verzweifelte Kind im Taumelkerbel aus diesem Grabstein-Gedicht besitzt, obgleich namenlos, das Potential eines niederländischen Äquivalents zur Loreley:

Klein grafmonument

Dolle kervel, bitterzout,
oevergroei van Hollands Lethe –
hier heeft eens het kind gezeten,
vechtend om de laatste moed.

Dolle kervel, bitterzout,
- vijftig jaren bloeien uw planten -
‘t waarde radeloos langs de kanten,
kervel om de klompenvoet.

Dolle kervel, bitterzout:
tien geslachten zullen weten
hoe een kind, klein maar verbeten
zich de dood at in het bloed.

***

- In einem ausführlichen Essay entlang zahlreicher Zitate beschäftigt sich Henk Vinkers mit dem Wasser- und Flussmotiv in Ida Gerhardts Werk.
- Leben und Werk der Dichterin zeichnet Mieke Koenen in ihrer Gerhardt-Biografie Dwars tegen de keer nach.

Nothing can be more stupid than the descent of the Rhine to Mayence

ONE is constantly shown choice relics in passing through Switzerland, as well as in passing over Italy. Some, doubtless, are genuine, but which are so is the trouble. Thus, at Lucerne, in the public archives, I was shown the very sword William
Tell was accustomed to swing before him in battle, and the very cross-bow from which he hurled the bolt into the tyrant’s bosom. Both, however, are apocryphal. I forgot to mention, by the way, that these old Swiss cross-bows are not our Indian bows, but what school-boys call cross-guns. The bow, frequently made of steel, is fastened to a stock, and the arrow is launched along a groove. The bows of many of these are so stiff that it was with difficulty I could make them spring at all with my utmost strength. I might as well have pulled on a bar of iron. The stiffest of them even the strong-limbed mountaineer could not span with his unaided strength, and was compelled to have cog wheels and a small crank attached to the stock, by winding which he was enabled to spring the bow. He thus accumulated tremendous force on the arrow, and when it was dismissed it went with the speed and power of a bullet. At Basle there is a large collection of relics, made by a private gentleman, who has sunk his fortune in it. Among other things are Bonaparte’s robe worked by Josephine, in which he was crowned at Milan, and a neat rose-wood dressing case of the Empress, containing fifty secret drawers.
But not to stop here, we will away down the Rhine. The river is here shallow and bad to navigate, and so I took the railroad to Strasbourg, the lofty spire of whose cathedral rises to view long before the traveller reaches the town. This cathedral
or minster is one of the finest Gothic buildings in Europe, and has the loftiest spire in the world, it being four hundred and seventy-four feet above the pavement. It is formed of stone and yet open like frost-work, and looks from below like a delicate cast iron frame. Yet there it stands and has stood, with the wind whistling through its open-work for centuries. Begun about the time of the Crusades by Erwin of Steinbach, it was continued by his son, and afterwards by his daughter, and after that by others, and was finally finished 424 years after its foundation. I am not going to describe it; but just stand outside, by the west end, and cast your eye over the noble face it presents. Over the solid part of the wall is thrown a graceful net-work of arcades and pillars, formed of stone, yet so delicately cut that it seems a casting fastened on the surface. In the centre is a magnificent circular window, like a huge eye, only it is fifty feet across, while the body of the building itself towers away 230 feet above you, or nearly as high as Trinity church, steeple and all, will be when finished. And over all is this beautiful netting of stone. When Trinity church is completed, clap another just like it, spire and all, on the top of its spire, and you have some conception of the man ner the Strasbourg Minster lifts its head into the heavens. Among other things in the interior is the famous clock which, till lately, has for a long time remained silent, because no mechanist could be found of sufficient skill to arrange its elaborate interior. It is about the size of a large organ, and tells not only the time of the day, but the changes of the seasons—exhibits the different phases of the moon—the complicated movements of the planets, bringing about in their appointed time the eclipses of the sun and moon, besides playing several tunes and performing various marches by way of pastime. It is a time-keeper, astronomer, almanac, mathematician, and musician at the same time. Every hour a procession appears on its face marching round to the sound of music, with some striking figure in the foreground. We waited to notice one performance, and the chief personage that came out to do us honour was old Father Time, with his scythe over his shoulder, and his head bowed down in grief, looking as if he were striking his last hour. Here lies Oberlin, and about a mile and a half distant, at Waldbach, is his house and library, standing just as he left them.
Here for the first time I noticed the storks sitting quietly on their nests on the tops of the lofty chimnies, or stepping with their long legs and outstretched necks around on their perilous promenade. There is one street in this town called Brand Strasse (Fire Street), from the fact that in 1348 a huge bonfire was made where it runs, to burn the Hebrews, and 2,000 were consumed, for having, as it was declared, poisoned the wells and fountains of the town. Ah! almost all Europe has been one wide Brand Strasse to this unfortunate people.
Strasbourg is the great market for pates de foies gras, made, as it is known, of the livers of geese. These poor creatures are shut up in coops so narrow they cannot turn round in them, and then stuffed twice a day with Indian corn, to enlarge their livers, which have been known to swell till they reached the enormous weight of two pounds and a half. Garlick steeped in water is given them to increase their appetites. This invention is worthy of the French nation, where cooks are great as nobles.
From this place to Mayence, down the Rhine, there is nothing of interest except the old city of Worms, immortal for the part it played in the Reformation. It is now half desolate, but I looked upon it with the profoundest emotions. Luther rose before me with that determined brow and strange, awful eye of his, before which the boldest glance went down. I seemed to behold him as he approached the thronged city. Every step tells on the fate of a world, and on the single will of that single man rests the whole Reformation. But he is firm as truth itself, and in the regular beatings of that mighty heart, and the unfaltering step of that fear less form, the nations read their destiny. The Rhine is lined with battle fields, and mighty chieftains lie along its banks; but there never was the march of an army on its shores, not even when Bonaparte trod there with his strong legions, so sublime and awful as the approach of that single man to Worms. The fate of a nation hung on the tread of one—that of the world on the other. Crowns and thrones were carried by the former—the freedom of mankind by the latter. What is the headlong valour of Bonaparte on the bridge of Lodi, the terrible charge of McDonald at Wagram, or Ney at Waterloo, compared to the steady courage of this fearless man, placing himself single-handed against kings and princes, and facing down the whole visible church of God on earth, with its prisons and torture and death placed before him. But there was a mightier power at work within him than human will or human courage—the upstaying and uplifting spirit of God bearing on the heart with its sweet promise, and nerving it with its divine strength, till it could throb as calmly in the earthquake as in the sunshine. Still his was a bold spirit, daring all and more than man dare do.
The Rhine here is a miserable stream enough, flowing amid low marshy islands, and over a flat country, so that you seem to be moving through a swamp rather than down the most beautiful river of Europe. The boat will now be entangled in a perfect crowd of these mud islands till there seems no way of escape, and now, caught in a current, go dashing straight on to another; and just when the crash is expected, and you are so near you could easily leap ashore, it shoots away like an arrow, and floats on the broad lake-like bosom of the stream. Nothing can be more stupid than the descent of the Rhine to Mayence.
Here I crossed the river and took cars for Frankfort-on-the Maine. Here, also, I first noticed those huge rafts of timber which are brought from the mountains of Germany and floated down to Holland. One was moving down towards the bridge, four hundred feet long, and nearly three hundred wide, sprinkled over with the cabins of the navigators, who, with their families, amounted to between two and three hundred persons. I supposed the spectacle of such immense masses of floating timber was one of the peculiar features of our western world, and I did not expect such a wild and frontier scene here on the Rhine.
There are three classes of cars on the railroad to Frankfort. The first is fitted up for the delicate tastes of noble blood, though free to all. The second is better than any railroad carriage I ever saw at home, and the third very passable. Taking the second as more becoming my rank, I sped off for Frankfort. Of this free town I will say only that the belt of shrubbery and flowers going entirely round it, with carriage drives and promenades between, looks like a beautiful wreath encircling it, and occupying as it does the place of the old line of forts, is a sweet emblem of the change that is yet to come over the cities of the world from the peaceful influence of the gospel. The two things that interested us most were, the house in which Goethe was born, showing by its fine exterior that poverty was not the inheritance of one poet at least,-and the Jews’ street, at one end of which stands the palace of the Rothschilds. The Jews here, as every where, are old clothes men, and the street is black with garments hanging before the dwellings to tempt the purchaser. The Rothschilds have built their palace at the end of the street, but facing one of the most fashionable streets of the town. Thus they stand with one foot among the Jews and the other among Christians. I was struck with one little incident illustrating the tenacity with which a Hebrew clings to his despised people. The mother of the Rothschilds still lives among the old clothes in the midst of her kindred, and steadily refuses to dwell with her children in their magnificent palace. Like Ruth she says to her people, “Where thou goest I will go, and thy God shall be my God.” I love this strong affection for her persecuted race, choosing, as it does, shame and disgrace with them, rather than honour and riches with the world. Even here, in this enlightened town, until eleven years ago, there was an edict in force restricting the number of marriages among the Hebrews to thirteen per year.

(Joel Tyler Headley: The Alps and the Rhine. A Series of Sketches, New York 1845)

Switzerland is full of these wild tales

THE first view one gets of the Rhine in leaving Switzerland from the east is on his way from Zurich to Basle. Here, also, he takes his farewell look of the Alps. From the top of the Botzberg the whole range of the Bernese Alps rises on the view. Amid the scenes in which he has moved since he left their presence, the traveller almost forgot their existence, and as they here rise again on his vision, they bring back a world of associations on his heart. There they stand leaning against the distant sky, like the forms of friends he has left forever. Such were my feelings as I sat down by the road-side, under as bright a sky as ever bent over the vineyards of Italy, and looked off upon those bold peaks which had become to me objects of affection. A few days only had elasped since I was amid their terror and their beauty. I had seen the moonbeams glancing on their glaciers at midnight, and heard the music of their torrents lifting up their voices from the awful abysses. I had seen the avalanche bound from their precipices, and rush, smoking and thundering, into the gulfs below—and been wrapt in their storms and clouds. I had toiled and struggled through their snow drifts and stood enraptured on their green pasturages, while the music of bells, the bleating of flocks, and the clear tones of the Alp-horn made it seem like a dreamland to me. A mere dwarf in comparison, I had moved and mused amid those terrific forms. Now mellowed and subdued by distance, the vast, white, irregular mass, lay like a monster dreaming in the blue mist. Clouds resting below the summit slept here and there along the range, and all was silent and beautiful. I love nature always, but especially in these her grander and nobler aspects. The Alps had lain along the horizon of my imagination from childhood up. The desire of years had at length been fulfilled, and I had wandered amid the avalanches and glaciers and snow-fields and cottages of the Oberland, and now I was taking my last look. It was with feelings of profound melancholy I turned away from St. Peters and the Duomo of Milan, feeling I should see their magnificent proportions no more. But it was with still sadder feelings I gazed my farewell on the glorious Alps.
On this route, within half a mile of Brugg, is a lunatic asylum, once the Abbey of Koenigsfelden, (King’s field,) which the guide book informs you was founded in 1310, by Empress Elizabeth, and Agnes, Queen of Hungary, on the spot where the Emperor Albert, the husband of the former and father of the latter, was assassinated. Leaving his suite on the opposite bank, he had crossed the river Reuss at this point, with only the four conspirators accompanying him. The principal one, John of Swabia, was the nephew of Albert, and was incited to this deed from being kept out of his paternal inheritance by his uncle. He struck first, and sent his lance through the Emperor’s throat. Bolm then pierced him through and through with his sword, while Walter von Eschenbach cleaved his skull in twain with a felling stroke. Wart, the fourth conspirator, took no part in the murder, and yet, by a singular providence, was the only one that was ever caught and executed for the deed. The others escaped, although the King’s attendants were in sight. Indeed the latter was so alarmed they took to flight, leaving their master to die alone, sustained and cheered only by a poor peasant girl, who held the royal dying head upon her bosom.

“Alone she sate: from hill and wood low sunk the mournful sun;
Fast gushed the fount of noble blood; treason its worst had done.
With her long hair she vainly pressed the wounds to staunch their tide:
Unknown, on that meek humble breast imperial Albert died.”

On the friends and families of these murderers the children of Albert wreaked a most bloody vengeance. The remotest relative was hunted down and slain, and every friend offered up as a victim to revenge, till one thousand is supposed to have fallen. Queen Agnes was accustomed to witness the executions, and seemed actuated by the spirit of a fiend while the horrid butchery was going on. On one occasion she saw sixty-three, one after another slain, and in the midst of the bloody spectacle exclaimed, “Now I bathe in May-dew.” This convent of Koenigsfelden was en dowed with the confiscated property of these murdered men, and here she ended her days. But her religious seclusion, prayers and almsgiving were powerless to wipe the blood from her conscience. The ghosts of her murdered and innocent victims rose up before her guilty spirit, and frightened peace from her bosom. Revenge had been gratified, but she forgot that after it has been glutted with victims, it always turns round and gnaws at the heart which gave it birth. When she came to die, and the vision of that terrible and just tribunal that awaited her passed before her trembling spirit, she sent for a priest to give her absolution. “Woman,” he replied, “God is not to be served with bloody hands, nor by the slaughter of innocent persons, nor by convents built with the plunder of widows and orphans,—but by mercy and forgiveness of injuries.” Switzerland is full of these wild tales. They meet you at every turn ; and you often start to be told you are standing on the grave of a murderer.

Basle is the last town in Switzerland standing on the Rhine at the head of navigation. It contains a little over 21,000 inhabitants, and is well worth a longer stay than the thousands of travellers who yearly pass through it ever give it. It was once one of the strictest of the Swiss cities in its sumptuary laws. Every person on the Sabbath, who went to church, was compelled to dress in black; no carriage could enter the town after ten at night, and the luxury of a footman was forbidden. A set of officers called Unzichterherrn decided the number of dishes and the wines to be used at a dinner party, and also the cut and quality of all the clothes worn. Until fifty years ago, the time-pieces of this town were an hour in advance of all others in Europe. Tradition states that this curious custom had its origin in the deliverance of the place once from a band of conspirators by the town clock striking one instead of twelve. But the Swiss have a tradition to establish every custom. There is a curious head attached to the clock tower standing on the bridge which connects the two towns. The movement of the pendulum causes a long tongue to protrude, and the eyes to roll about—“making faces,” it is said, “at Little Basle on the opposite side of the river.” Since the Reformation Basle has been the principal seat of Methodism in Switzerland. Formerly the citizens exhibited their piety in odd mottoes and doggrels placed over their doors in the public streets. These, of course, no longer remain, and the people are any thing but religious. Two of these strange mottoes we give from the guide book as a specimen of the pious Methodists of that time :

“Auf Gott ich meine Hoffnung bau
Und wohne in der Alten Sau.”
In God my hope of grace I big,
And dwell within the Ancient Pig.

“Wacht auf ihr Menschen und that Buss
Ich heiss zum goldenen Rinderfuss.”
Wake and repent your sins with grief,
I’m called the golden Shin of Beef.

This was a queer mode of publishing to the traveller one’s religious opinions, but it shows to what ridiculous extremes fanaticism will carry a man. To the credit of the place I will say, however, that even now a carriage arriving at the gates of the town during church time on the Sabbath is compelled to wait there till service is over.
Here one begins to think of the Rhine, “the glorious Rhine.” It goes rushing and foaming through Basle as if in haste to reach the vine-clad shores of Germany. The traveller, as he sees its waters darting onward, imbibes a portion of their anxiety, and is in haste to be borne along on their bosom to the shore below, so rich in associations and so marked in the history of man.

(Joel Tyler Headley: The Alps and the Rhine. A Series of Sketches, New York 1845)

Rolandseck (von August Kopisch)

Von Spanien kam die Kunde, wie jener Held von Stahl,
Roland, gefället worden im Thal von Roncesval.

Da nahm den frommen Schleier die schöne Hildegund,
Gelobte Gott die Seele mit todesbleichem Mund.

Doch bald viel andre Kunde sandt’ aus der grüne Rhein:
Kein Schwert konnt’ ihn besiegen, die Liebe nur allein!

Es ward die schärfste Lanze ihm durch das Herz gerannt,
Als Hildegund, die Schöne, er Gott vermählet fand!

Auf hohem Felsen thät er sich eine Klause baun,
Von da zu ihrem Kloster im Rhein hinab zu schaun.

Da scholl von grüner Insel der Nonnen Sang empor:
Die holde Stimme wähnt’ er zu hören aus dem Chor.

Wie Blumenseim die Biene, sog er den süßen Schmerz.
Bis Minne ihm gebrochen das tapfre Heldenherz.

(aus: Rolands-Album, herausgegeben von Ferdinand Freiligrath, Köln 1840)

Sehnsucht und Kränkung

liederbuch des eifelvereins_2
liederbuch des eifelvereins_3
liederbuch des eifelvereins

(Aus dem Liederbuch des Eifelvereins, 117 Eifel-, Wander- und Gesellschaftslieder mit Singweisen hrsg. im Auftrage des Eifelvereins von Hans Hoitz, 2. Auflage, Trier 1922)

Presserückschau (Mai 2017)

1
Bodennebel
“Am Rhein in Götterswickerhamm hat sich eine Gruppe aus etwa 20 Menschen versammelt. Angeführt von Bürgermeister Dirk Haarmann soll es vom Rhein aus in Richtung des neuen Voerder Marktplatzes gehen. (…) Dort wartet bereits eine größere Menschenmenge auf die Eröffnung des Platzes. (…) “Mit dem Umbau des Marktplatzes soll die Attraktivität des Kernbereichs unserer Stadt erhöht werden (…). Besser konnte die Lage unserer Stadt am Rhein nicht sichtbar gemacht werden”, erklärte der Bürgermeister (…). Mit dem Pegel, der den Wasserstand im Rhein sichtbar macht, der großen 800 zur Markierung des Rheinkilometers in Götterswickerhamm und einer Webcam, die Bilder live vom Rheinufer auf eine Projektionsfläche auf dem Platz überträgt, habe man sich den Fluss in die Stadt geholt. Ebenso mit dem Bodennebel, der den Rheinverlauf darstellt.” (Rheinische Post)

2
Giraffe auf dem Rhein
“Im Rahmen der Literaturtage (…) hat die Mediathek die Straßburger Autorin Ronja Erb eingeladen (…) ihr Kinderbuch “Die Giraffe auf dem Rhein – La girafe sur le Rhin” vor(zu)stellen. Fara, eine Giraffe im Zoo von Rotterdam, soll fortan in einem Zoo in der Schweiz leben. Ein Schiff wird sie dorthin bringen. Auf dieser Reise den Rhein hinauf entdeckt Fara viel Neues und das anfängliche Unbehagen weicht rasch einer freudigen Neugier auf das, was sie erwarten wird. Als das Schiff im Hafen von Kehl anlegt, begibt sich Fara voller Abenteuerlust auf eine Erkundungstour durch Straßburg und Kehl.” (Badische Zeitung)

3
Rheinpromenade Emmerich
“Zahlreiche Besucher kamen (…) zur Eröffnung der Bilderausstellung “Die Promenade von Emmerich am Rhein”. Die Rheinpromenade sei früher nur eine Rheinuferstraße gewesen, an der vor allem gearbeitet wurde. Dort wurden Schiffe ein- und ausgeladen. “Es gab viele Kneipen, auch welche, an denen die Schiffer ihre Post abholen konnten”, sagte Herbert Kleipaß in seiner Einführungsrede. In den 1960er Jahren schaffte man dann den ersten Schritt zu einem Freizeitraum. “Im Juni 1967 wurde die Rheinpromenade nach dem Umbau eröffnet mit Blick auf die längste Hängebrücke Deutschlands. Der Rheinuferweg lud zum Prominieren ein, die Gastronomie veränderte sich von Kneipen zu Speiselokalen.” Die Speditionen wurden immer weniger und von den zehn Zollbooten, die 1980 noch im Einsatz waren, wurden viele für Grenzflüsse in den Osten verkauft.” (Rheinische Post)

4
Reisen im Plastiksitz
“Die Feuerwehr ist (…) zu einem Einsatz auf dem Rhein nach Niederdollendorf ausgerückt. Dort war ein Mann mit einem aufblasbaren Schwimmsitz auf dem Fluss unterwegs. Wie die Feuerwehr (…) mitteilte, hatten Passanten (…) die Feuerwehr alarmiert, weil sie den Mann auf einem Plastiksitz auf dem Rhein treiben sahen. Die Feuerwehr sei daraufhin mit dem Boot ausgerückt und habe den Mann bei Niederdollendorf aus dem Rhein geborgen. Dieser war allerdings in aller Gelassenheit freiwillig auf dem Rhein unterwegs und habe laut Feuerwehr angegeben, bis zur Rheinaue fahren zu wollen. Die Einsatzkräfte ließen den Mann demnach mit einer Verwarnung davonkommen, wiesen ihn aber darauf hin, dass er mit seinem Gefährt in Zukunft nicht noch einmal über den Rhein fahren dürfe.” (General-Anzeiger)

5
Niers versus Rhein
“Dass die Gegend, in der ich aufgewachsen bin, Niederrhein heißt, habe ich Jahrzehnte nicht hinterfragt. Hier fließt eben der Rhein, der Große, der Mächtige, bedichtet und besungen seit der Römerzeit. Aber dann fiel mir auf, was der Rhein in mir auslöste, wann immer ich ihn auf einer Brücke überquerte: nichts. Ich hätte ebenso gut über die Elbe fahren können oder die Donau. Hier Rhein, da raus. Das liegt daran, dass der Rhein in großen Teilen des Niederrheins nicht zum Alltag gehört (…). Die Niers hingegen bleibt länger. Sie fließt durch den Kreis Viersen, und geradezu ewig durch den Kreis Kleve. Ich habe mir das schriftlich geben lassen: Wenn ich mit Niederrhein die Landkreise Wesel, Kleve und Viersen meine, macht die Niers am Niederrhein sieben Kilometer mehr als der Rhein, knapp 82. Doch was sind schon Zahlen, die Niers verkörpert den Niederrhein. Der Rhein kommt mit seinen Hunderten Metern Breite aus der fernen Schweiz herangebraust, er kommt als fremder Koloss und spaltet die Landschaft ins Rechts- und Linksrheinische. Für die Niers aber ist der Niederrhein nicht bloß Transit-, sondern Herzland. Der außerhalb der Region beinahe unbekannte Fluss entspringt in einem Dorf bei Erkelenz, (…) sie fügt sich ein in die Landschaft, anstatt sie zu dominieren und auseinanderzureißen, weil sie zwar breiter wird, aber nie Wasserstraße. Stets bleibt sie so beschaulich wie der Niederrhein selbst, ebenso gemächlich, halb so schnell wie der Rhein. Fließt nicht durch Köln, Düsseldorf oder Duisburg, bloß durch Mönchengladbach, Geldern, Kevelaer, Weeze, Goch. Und kaum hat die Niers den Niederrhein verlassen, endet sie auch schon in der Maas. Von ihren 113 Kilometern fließen bloß die letzten acht durch die Niederlande. Viel weiter kommen die Deutschen auch nicht, wenn sie am 1. Mai und Fronleichnam zum Einkaufen ins Nachbarland fahren.” (Rheinische Post)

6
Die arme Sau
“Zu einer „Preußen-Matinee in Liedern“ hatte die Stiftung Willy-Brandt-Forum am Sonntag eingeladen. Und da der Vorsitzende (…) den Bonner Kabarettisten Norbert Alich eingeladen hatte, sein Programmen „Der Rhein – die arme Sau“ zu präsentieren, war man direkt in den großen Sitzungssaal der Verbandsgemeinde umgezogen. (…) “Mit dem Rhein hat es aber gar nichts zu tun. Geschrieben hat es kein Rheinländer, sondern ein Hamburger Gastronom und Boxpromotor“, verriet Alich und war schon bei seinem Lieblingsthema, den „Fremden“, die „aber auch janix mit dem Rhein zu tun haben“ und sich trotzdem etwa wie Konrad Beikircher erdreisten, als Südtiroler zu erklären, was es mit dem Rhein und seinen Anrainern so auf sich habe. (…) Seit den ollen Römern sei man hier eben der Spielball der Nationen und müsse alles ertragen, vor allem die Bahn mit ihrem Lärm. „Dabei müsste die doch nur einmal die Reifen wechseln, was ich jedes Jahr zweimal machen muss“, monierte Norbert Alich, um sich dann über den furchtbaren Rhein-Reim-Zwang mit klein, sein, Mägdelein und natürlich dem Wein zu ereifern, der sich durch das Liedgut mäandert von der Romantik über Willi Schneider bis zu den Höhnern. „Man könnte doch ganz einfach auf Reben zurückgreifen und wäre schon weg vom Wein“, schlug er vor, um sich dann seinem Lieblingsthema zu widmen: Wer den armen Rhein, die arme Sau, und mit diesem Wort bewusst den Reim „Rhein-Schwein“ vermeidend, so alles gequält hat.” (Blick aktuell)

7
Pferdesegnung
“Im Rahmen seines großen Jubiläumsreitturniers hatte der Reitverein „Dreiländereck“ als besonderen Programmpunkt zu einer Pferdesegnung eingeladen. (…) Insgesamt über 20 Pferdebesitzer versammelten sich dann mit ihren Pferden auf dem großen Springplatz im Reitsportzentrum Lehmann, um an der Segnung teilzunehmen. In Anlehnung an die Lesung aus dem Buch Genesis über Mensch und Tiere wies Dekan Möller auf die Verbundenheit der Menschen mit ihren Tieren hin, da sie alle Geschöpfe Gottes seien. Danach wurde jedes Pferd einzeln mit Weihwasser gesegnet. Einige der Pferde schreckten dabei zwar mit dem Kopf etwas zurück, blieben aber dann brav stehen – dies auch während der Kirchenlieder, die der Musikverein begleitete. Zur Belohnung für das „Durchhalten“, wie Dekan Möller die Vierbeiner lobte, gab es für jedes Pferd von den Ministrantinnen noch eine Karotte.” (Die Oberbadische)

8
Rheintote
“Schockierender Fund in Bonn: Passanten entdeckten (…) eine Leiche, die am Estermannufer im Rhein trieb. Sie alarmierten sofort die Polizei, die zu Land und zu Wasser ausrückte. Auf Höhe des Fähranlegers Graurheindorf konnten die Beamten den Toten bergen. Laut Polizei handelt sich um einen Mann aus Rheinland-Pfalz. Hinweise auf ein Fremdverschulden liegen nicht vor, die Ermittlungen dauern an.” (Express)

“Einsatzkräfte der Feuerwehr haben (…) eine Wasserleiche aus dem Rhein geborgen. Wie ein Sprecher der Einsatzleitstelle auf Anfrage erklärte, sei der oder die Tote bei Rüngsdorf ans Ufer geschwemmt worden. Die Person habe sich augenscheinlich schon längere Zeit im Wasser befunden. (…) Die Einsatzkräfte bargen den Leichnam (…) nahe der Straße Am Schwimmbad aus dem Rhein. Wie ein Sprecher der Polizeieinsatzleitstelle mitteilte, dauern die Ermittlungen zur Identität der Person noch an.” (General-Anzeiger)
“Nach dem Fund einer Wasserleiche im Rhein bei Bonn (…) geht die Polizei davon aus, dass es sich bei dem Mann um das Besatzungsmitglied eines Ausflugsschiffes handelt. Er war vor einiger Zeit von Bord des Schiffes gefallen. Die Ermittler der Wasserschutzpolizei Koblenz gehen offenbar von einem Unglücksfall aus.” (WDR)

“Auf dem Rhein in der Nähe des Düsseldorfer Landtags fand (…) eine dramatische Rettungsaktion der Feuerwehr statt. Trotz stockdunkler Nacht konnten die fast 100 Einsatzkräfte einen Mann aus dem Wasser retten. Wie die Polizei (…) mitteilte, verstarb der Unbekannte allerdings später im Krankenhaus. Passanten hatten die Person im Hafenbecken Höhe der Ausfahrt zum Rhein entdeckt und sofort die Feuerwehr alarmiert. Diese lief mit einem Großaufgebot auf: Löschboot, fünf Rettungsboote mit Wärmebildkameras und 15 Landfahrzeuge mit Rettungstaucher. Außerdem unterstützte aus der Luft ein Polizeihubschrauber die Kräfte vor Ort.” (WDR)

It was short work to squeeze all the poetry out of this group

The afternoon was lovely, when, passing the conical and castle-crowned steep of Godisberg, we approached the hills, where the road for the first time runs on the immediate borders of the stream. Opposite to us were the Seven mountains, topped by the ruins of the Drachenfels, crag and masonry wearing the appearance of having mouldered together under the slow action of centuries; and, a little in advance, the castle of Rolandseck peered above the wooded rocks on our own side of the river. Two low islands divided the stream, and on one of them stood the capacious buildings of a convent. Every one at all familiar with the traditions of the Rhine, has heard the story of the crusader, who, returning from the wars, found his betrothed a nun in this asylum. It would seem that lies were as rife before the art of printing had been pressed into their service, or newspapers known, as they are to-day, for she had been taught to think him dead or inconstant; it was much the same to her. The castle which overlooked the island was built for his abode, and here the legend is prudently silent. Although one is not bound to believe all he hears; we are all charmed with the images which such tales create, especially when, as in this case, they are aided by visible and tangible objects in the shape of good stone walls. As we trotted along under the brow of the mountain that upholds the ruins of the castle of Charlemagne’s nephew, my eye rested musingly on the silent pile of the convent. “That convent,” I called out to the postilion, “is still inhabited?” “Ja, mein Herr, es ist ein gasthaus.” An inn!—the thing was soon explained. The convent, a community of Benedictines, had been suppressed some fifteen or twenty years, and the buildings had been converted into one of your sentimental taverns. With the closest scrutiny I could not detect a soul near the spot, for junketing in a ruin is my special aversion. A hamlet stood on the bank at no great distance above the island; the postilion grinned when I asked if it would be possible to get horses to this place in the morning, for it saved him a trot all the way to Oberwinter. He promised to send word in the course of the night to the relay above, and the whole affair was arranged in live minutes. The carriage was housed and left under the care of François on the main land, a night sack thrown into a skiff, and in ten minutes we were afloat on the Rhine. Our little bark whirled about in the eddies, and soon touched the upper point of the island.

We found convent, gasthaus, and sentiment, without any pre-occupants. There was not a soul on the island, but the innkeeper, his wife, a child, a cook, a crone who did all sorts of work, and three Prussian soldiers, who were billeted on the house, part of a detachment that we had seen scattered along the road, all the way from Bonn. I do not know which were the most gladdened by the meeting, ourselves or the good people of the place; we at finding anything like retirement in Europe, and they at seeing anything like guests. The man regretted that we had come so late, for a large party had just left him; and we felicitated ourselves that we had not come any sooner, for precisely the same reason. As soon as he comprehended our tastes, he very frankly admitted that every room in the convent was empty. “There is no one, but these, on the island. Not a living being, herr graf” for these people have made a count of me, whether or not. Here then were near two hundred acres, environed by the Rhine, prettily disposed in wood and meadow, absolutely at our mercy. You can readily imagine, with what avidity a party of young Parisiennes profited by their liberty, while I proceeded forthwith to inspect the ladder, and then to inspect the cloisters. Sooth to say, sentiment had a good deal to do with two of the courses of a dinner at Nonnenswerth, for so is the island called. The buildings were spacious, and far from mean; and it was a pleasant thing to promenade in cloisters that had so lately been trodden by holy nuns, and see your dinner preparing in a convent kitchen. I could do no less than open a bottle of “Liebfraumilch” in such a place, but it proved to be a near neighbour to bonny-clabber.

As the evening closed we took possession of our rooms. Our parlour had been that of the lady abbess, and A—— had her bed-chamber. These were spacious rooms and well furnished. The girls were put into the cells, where girls ought never to be put. Jetty had another near them, and, these dispositions made, I sallied forth alone, in quest of a sensation.

The intense heat of the day had engendered a gust. The thunder was muttering among the “seven mountains,” and occasionally a flash of lightning illumined the pitchy darkness of the night. I walked out into the grounds, where the wind was fiercely howling through the trees. A new flash illumined the hills, and I distinctly saw the naked rock of the Drachenfels, with the broken tower tottering on the half-ruined crag, looked fearful and supernatural. By watching a minute, another flash exposed Rolandseck, looking down upon me with melancholy solicitude. Big drops began to patter on the leaves, and, still bent on sensations, I entered the buildings.

The cloisters were gloomy, but I looked into the vast, smoked, and cavern-like kitchen, where the household were consuming the fragments of our dinner. A light shone from the door of a low cell, in a remote corner of the cloisters, and I stole silently to it, secretly hoping it would prove to be a supernatural glimmering above some grave. The three Prussians were eating their cheese-parings and bread, by the light of a tallow candle, seated on a stone floor. It was short work to squeeze all the poetry out of this group.

The storm thickened, and I mounted to the gallery, or the corridor above the cloisters, which communicated with our own rooms. Here I paced back and forth, a moment, in obscurity, until, by means of a flash, I discovered a door, at one extremity of the passage. Bent on adventure, I pushed and it opened. As there were only moments when anything could be seen, I proceeded in utter darkness, using great caution not to fall through a trap. Had it been my happy fortune to be a foundling, who had got his reading and writing “by nature,” I should have expected to return from the adventure a Herzog, at least, if not an Erz-Herzog. Perhaps, by some inexplicable miracle of romance, I might have come forth the lawful issue of Roland and the nun!

As it was, I looked for no more than sensations, of which the hour promised to be fruitful. I had not been a minute in the unknown region, before I found that, if it were not the abode of troubled spirits, it at least was worthy to be so. You will remember that I am not now dealing in fiction, but truth, and that, unlike those who “read when they sing, and sing when they read,” I endeavour to be imaginative in poetry and literal in my facts. I am now dealing strictly with the latter, which I expect will greatly enhance the interest of this adventure.

After taking half-a-dozen steps with extreme caution, I paused a moment, for the whole air appeared to be filled by a clatter, as if ten thousand bats’ wings were striking against glass. This was evidently within the convent, while, without, the wind howled even louder than ever. My hand rested on something, I knew not what. At first I did not even know whether I was in the open air, or not, for I felt the wind, saw large spaces of dim light, and yet could distinguish that something like a vault impended over my head. Presently a vivid flash of lightning removed all doubt. It flickered, seemed extinguished, and flared up again, in a way to let me get some distinct ideas of the locus in quo. I had clearly blundered into the convent chapel; not upon its pavement, which was on a level with the cloisters below, but into an open gallery, that communicated with the apartments of the nuns, and my hand was on the chair of the lady abbess, the only one that remained. The dim light came from the high arched windows, and the bats’ wings were small broken panes rattling in the gale. But I was not alone. By the transient light I saw several grim figures, some kneeling, others with outstretched arms, bloody and seared, and one appeared to be in the confessional. At the sight of these infernal spectres, for they came and went with the successive flashes of the lightning, by a droll chain of ideas, I caught myself shouting, rather than singing—”Ship ahoy! ship ahoy!—what cheer, what cheer?” in a voice loud as the winds. At last, here was a sensation! Half-a-dozen flashes rendered me familiar with the diabolical-looking forms, and as I now knew where to look for them, even their grim countenances were getting to be familiar. At this moment, when I was about to address them in prose, the door by which I had entered the gallery opened slowly, and the withered face of an old woman appeared in a flash. The thunder came next, and the face vanished—”Ship ahoy! ship ahoy!—what cheer, what cheer?” There was another pause—the door once more opened, and the face re-appeared. I gave a deep and loud groan; if you ask me why, I can only say, because it seemed to be wanting to the general effect of the scene and place. The door slammed, the face vanished, and I was alone again with the demons. By this time the gust was over I groped my way out of the gallery, stole through the corridor into my own room, and went to bed. I ought to have had exciting dreams, especially after the Liebfraumilch, but, contrary to all rule, I slept like a postilion in a cock-loft, or a midshipman in the middle watch.

The next morning at breakfast, A—— had a melancholy tale to relate; how the poor old crone, who has already been mentioned, had been frightened by the gust—how she stole to the chapel to mutter a prayer—how she opened the door of the gallery—how she heard strange sounds, and particularly certain groans—how she had dropped the candle—how the door had blown to, and she, miserable woman, had stolen to the bed of her (A——’s) maid, whom she had implored to give her shelter and protection for the night! We went in a body to look at the chapel, after breakfast, and it was admitted all round, that it was well suited to produce a sensation, in a thunder-storm, of a dark night, and that it was no wonder Jetty’s bed-fellow had been frightened. But now everything was calm and peaceful. The glass hung in fragments about the leaden sashes; the chair and prière-dieu of the lady abbess had altogether an innocent and comfortable air, and the images, of which there were several, as horrible as a bungling workman and a bloody imagination could produce, though of a suffering appearance, were really insensible to pain. While we were making this reconnoissance a bugle sounded on the main, and looking out, we saw the Oberwinter postilion coming round the nearest bend in the river. On this hint, we took our leave of the island, not forgetting to apply a little of the universal salve to the bruised spirit of the old woman whose dread of thunder had caused her to pass so comfortless a night.

(aus: James Fenimore Cooper, A residence in France; with an excursion up the Rhine, and a second visit to Switzerland; Paris, 1836)

Quel dommage, monsieur, que nous soyons en Allemagne !

(…) Nous avions quitté les chemins briquetés de Hollande. Le pays était toujours très plat, très vert, mi-polders, mi-champs de cultures, avec, çà et là, de petits villages tranquilles, entourés joliment de bouquets de bois, et des petites maisons basses — fermes et laiteries — aux façades chaulées, aux toits de tuiles, dont le rouge jouait discrètement, sous un ciel gris perle, très profond et très doux.

Ce n’était plus la Hollande et ce n’était pas encore l’Allemagne. C’était un reste de Hollande dans très peu d’Allemagne, quelque chose d’intermédiaire qui donnait au paysage je ne sais quoi de plus gentiment mélancolique, un charme de chose très jeune ou très ancienne — je ne saurais dire — assez émouvant.

Et la route unie, sans une courbe, sans un ressaut, invitait à la vitesse.

Nul obstacle nulle part. Pas un caniveau, pas un dos d’âne : une piste bien entretenue de vélodrome. Scrupuleusement, les voitures que nous dépassions tenaient leur droite, et les charretiers, attentifs à leurs chevaux, nous saluaient au passage, sans servilité, presque en camarades.

Brossette me dit :

— Quel dommage, monsieur, que nous soyons en Allemagne !
— Pourquoi donc, Brossette ?
— Parce que je n’aime point ces gens-là… Et puis, monsieur, parce que voilà une route épatante où nous ferions facilement du quatre-vingt-dix… plus, peut-être…

Et, après un silence :

— C’est curieux !… Monsieur est bien sûr, au moins, que nous sommes en Allemagne ?
— Voyons !… Et la frontière ?… Tout à l’heure ?
Il haussa les épaules.
— Ça ? Une frontière ?… Oh ! là là !… Givet, oui… voilà une frontière… Mais du moment que monsieur est sûr ?

Et il grogna :

— Sale pays, tout de même !

Nous marchions lentement, comme dans une forêt enchantée, une forêt pleine d’embûches, de traquenards, de dangers, une forêt pleine d’ours, de tigres et de lions… Anxieux, nous interrogions l’horizon… Nous fouillions du regard, à droite et à gauche, la campagne, avec la peur de voir tout à coup surgir le casque à pointe du Règlement, avec la terreur de tout ce que devait cacher d’inconnu, de barbare, ce calme insidieux.

Et la 628-E8 était impatiente. On la sentait, toute frémissante d’élans retenus… Elle semblait encapuchonner son capot, comme un ardent étalon, son encolure, sous le mors qu’il mâche et qui le maîtrise. On eût dit vraiment qu’elle tirait sur le volant, comme un cheval sur ses guides… Je vis à l’horloge municipale d’un village qu’il était quatre heures et demie. Nous avions plus de deux cents kilomètres à faire, avant d’atteindre Dusseldorf, où nous eussions bien désiré arriver avant la nuit.

Pourquoi, à ce moment, songeai-je à la guerre de 70 ? Pourquoi justement, au lieu de ses horreurs, me revint à l’esprit cet épisode intime et consolant qu’au retour mon père m’avait conté ?

Il avait dû loger, pendant un mois, un général prussien, son état-major et sa suite. Très discret, d’une éducation parfaite, d’une bonne grâce très délicate, ce général n’avait pris de notre propriété que ce qui était indispensable à lui et à ses services. Il s’efforçait, par tous les moyens, de rendre moins humiliante, moins pénible, cette occupation, et il veillait à ce que rien – autant que cela était possible – ne fût changé des habitudes de la maison. Il se conduisait comme un hôte bien élevé, non comme un conquérant.

Un matin, il se fit annoncer chez mon père :

— Je viens d’apprendre, monsieur, lui dit-il, que vous avez un fils à l’armée de la Loire ?… Est-ce vrai ?
— Oui.
— Avez-vous de ses nouvelles ?
— Je n’en ai plus depuis longtemps déjà.
— Depuis quand, exactement ?
— Depuis Patay… soupira mon père.
— Ah !…

Puis :

— Voulez-vous me permettre de m’informer ?… Moi aussi, monsieur, j’ai des enfants… Je sais… Je sais… Cela ne vous désobligera pas que…
— Je vous en serai reconnaissant, au contraire… J’avoue que j’ai de grandes inquiétudes…

Le général demanda quelques renseignements complémentaires… et, saluant :

— À bientôt, j’espère…

Quelques jours après, il se présentait à nouveau… Il était tout souriant :

— J’ai des nouvelles de monsieur votre fils… Il est au Mans… Il se porte très bien… Je suis heureux d’avoir pu…

Puis :

— Je crois que nous touchons au terme de cette affreuse chose…

Puis encore :

— Voulez-vous me permettre de vous serrer la main ?

J’entendais encore mon père me dire qu’il n’avait jamais été plus touché par la bonté d’un homme, et que, jamais, il n’avait serré une main française avec autant de joie qu’il étreignit cette main allemande… C’est que mon père était, lui aussi, un brave homme… Dieu merci, il n’avait rien d’un héros de théâtre.

Sous l’impression de ce souvenir, je m’exaltai :

— Ma foi ! tant pis… m’écriai-je tout à coup… Arrivera ce qui pourra… Allons-y, Brossette, allons-y !

L’air était frais, la carburation excellente. La bonne C.-G.-V., lâchée, bondit et roula comme une trombe sur la route.

— L’accélérateur, Brossette !… Nous verrons bien…
— Sale pays ! répéta Brossette, en réglant ses gaz et donnant méthodiquement de l’avance à l’allumage.

En quelques minutes, nous fûmes à Emmerich, où nous traversâmes le Rhin, sur un bac à vapeur très puissant ; en quelques autres, à Clèves, dont nous escaladâmes les rues sinueuses et montueuses, à la grande joie des promeneurs – c’était un dimanche, – et sous la conduite d’un petit pâtissier, très fier d’être monté sur le marchepied, et qui nous mit gentiment sur notre chemin, de l’autre côté de la ville.

Ah ! quelle route !

Quelle route que cette route où nous mena le petit pâtissier de Clèves, la plus belle de ces belles routes du Rhin, construites par Napoléon, pour les affreux défilés de la guerre, et où, maintenant, passe ce que l’automobilisme apporte avec lui de civilisation moins rude, de sociabilité universelle et d’avenir pacificateur.

Elle était, cette route, bordée d’une double rangée de magnifiques ormes, avec du printemps très tendre, très jeune, entre leurs branches, une poussière de printemps, à peine rose, à peine verte, à la pointe de leurs branches ; elle était large, étalée, comme notre avenue des Champs-Élysées, douce et unie comme si elle eût été tendue de soie, et toute droite, si droite qu’on n’en voyait pas le bout, sinon, là-bas, tout là-bas, aux confins du ciel, un tout mince ruban jaune, un tout petit trait de pastel jaune que nous ne pouvions jamais atteindre… Et le soleil de cette fin de journée faisait avec les entrelacs de l’ombre, comme un tapis, tel que n’en tissèrent jamais les plus subtils artisans de la Perse.

Sur ce sol merveilleux, la machine, emportée au rythme d’un ronflement léger, régulier, infiniment doux – bruit d’ailes ou souffle de vent lointain – glissait, volait, ainsi qu’un oiseau rapide qui rase la surface immobile d’un lac.

Brossette ne disait plus rien, ne répondait plus à mes questions. Il était grave, regardait la route d’un œil légèrement bridé, et il écoutait chanter la belle chanson des cylindres.

Les champs me frappèrent par leur terre grasse, leur air cossu, leurs belles cultures, l’abondance de leurs troupeaux. Les villages, très propres, les seuils lavés, les fenêtres claires, les portes aux cuivres luisants avaient un aspect d’aisance tranquille. Partout cela sentait le travail, la sécurité, la richesse, je ne dis pas le bonheur, car le bonheur, c’est autre chose. Il ne se voit pas tout de suite aux yeux des hommes, comme le bien-être aux fenêtres des maisons. Il ne se voit qu’à la longue, il ne se voit pas souvent, il ne se voit presque jamais.

Nous prîmes de « la benzine » dans une petite ville dont je n’ai pas retenu le nom, ville de cinq mille habitants, à peu près, rebâtie, presque toute neuve, avec des rues larges, coupées de places ombragées, et des maisons où semblait régner un confort solide. Deux ponts, l’un tout neuf, l’autre très vieux, enjambaient, le premier, d’une seule courbe, le second, de deux arches gothiques, les deux bras d’une rivière, que bordaient de petites industries qu’à leur air actif et coquet l’on pressentait prospères.

Comme dans toute l’Allemagne, les édifices administratifs s’imposaient aux contribuables par leur monumentalité un peu effrayante, d’un goût horrible souvent, d’une opulence orgueilleuse et bien assise, toujours. Je m’étonnais grandement de voir, dans un endroit si peu important, tant de magasins de toute sorte, des boutiques de luxe, des soies drapées, des velours à traîne, des maroquineries étincelantes, des bijoux, des étalages de victuailles enrubannées, des charcuteries architecturales, ornées, comme des églises, un jour de fête. Partout l’abondance, la sensualité, la richesse.

Et je me disais :

— Ces objets ne sont pas là pour le simple plaisir de la montre. Il y a donc, dans ce petit pays, des gens qui les désirent et qui les achètent.

Je me disais encore, non sans mélancolie :

— Comme je suis loin de la France, des petites villes de France, de leurs rues mortes, de leurs maisons lézardées, de leurs boutiques sordides et fanées !… Chez nous, on ne travaille qu’à Paris, dans quelques grands centres, quelques villes du Nord, et dans le Sud-Est… Le reste s’étiole et meurt chaque jour. D’immenses richesses dorment inexploitées, partout. Qui donc, par exemple, songe à arracher aux Pyrénées le secret de leurs métaux ? Qui donc oserait confier des capitaux improductifs à cette jeunesse hardie qui, faute de trouver chez elle l’emploi de son activité et de sa force, est contrainte de s’expatrier et de travailler à l’enrichissement des autres pays ?… Comme je suis loin ici, de ces bons Français, rentiers et gogos, qui se disent toujours la lumière et la conscience du monde, et que je vois perpétuellement assis au seuil de leurs boutiques, devant la porte de leur demeure, abrutis et amers, crevant de leur paresse, s’appauvrissant de leur épargne, passant leurs lourdes journées à s’envier, se diffamer les uns les autres ! Nul effort individuel, nul élan collectif… Quand je reviens dans des régions traversées quelques années auparavant, je les retrouve un peu plus sales, un peu plus vieilles, un peu plus diminuées ; et chacun s’est enfoncé, un peu plus profondément, dans sa routine et dans sa crasse. Ce qui tombe n’est pas relevé. On met des pièces aux maisons, comme les ménagères en mettent aux fonds de culotte de leur homme. On ne crée rien. C’est à peine si on redresse un peu ce qui est par trop gauchi, si on remplace aux toits les ardoises qui manquent, les portes pourries, les fenêtres disloquées… N’ayant rien à faire, rien à imaginer, rien à vendre, rien à acheter, ils économisent… Sur quoi, mon Dieu !… Mais sur leurs besoins, leurs joies, leur dignité humaine, leur instruction, leur santé… Affreuses petites âmes, que ce grand mensonge antisocial, l’épargne, a conduites à l’avarice, qui est, pour un peuple, ce que l’artériosclérose est pour un individu. Ce n’est pas de leur bas de laine que la France a besoin, mais de leurs bras, de leur cerveau, de leur travail et de leur joie… Et ce n’est pas leur faute, après tout… On ne leur a jamais dit : « Vivez ! Travaillez ! » On leur a toujours dit : « Épargnez ! » Ils épargnent…

(aus Octave Mirbeau : La 628-E8, Bibliothèque Charpentier – Fasquelle, 1907)

Pirandello über Bonn

“(…) es ist eine sehr schöne Stadt und zählt fast fünfzigtausend Einwohner, einundfünfzigtausend sind fanatisch, katholisch.”

“Bonn ist ein wunderschönes Städtchen am Ufer des Rheins, eines der schönsten, ja sogar das schönste überhaupt, das ich bis jetzt gesehen habe (von den kleinen Städtchen, versteht sich).”

“Die Sonne ging uns gegenüber unter – inmitten eines wahren Himmelsbrandes. Der Rhein floß durch Blumenwiesen und goldene Weinberge majestätisch und geräuschvoll, und wir sahen ihn wie ein riesiges silbernes Reptil von einem Ende des Horizonts zum anderen sich schlängeln. Nie zuvor habe ich ein überwältigenderes und herrlicheres Panorama gesehen.” (Nach einem Besuch auf dem Drachenfels)

“Bonn ist ein Dorf, das verlassen, immer traurig, immer still, wie ein Friedhof scheint. Es bietet keine Zerstreuung außer dem wunderschönen Spaziergang am Rheinufer und dem anderen, traurigen, unter den Ulmen und wilden Kastanien der Poppelsdorfer Allee.”

“Ich habe angefangen, lange Spaziergänge zu unternehmen und jeden Morgen in die lieblichen Dörfer zu gehen, die Bonn umgeben, und tatsächlich habe ich etwas Erleichterung verspürt. Ich war in Poppelsdorf, Kessenich, Küdinghoven und Friesdorf. Ich werde es weiter so machen, so lange ich dazu Lust verspüre.”

“Es gibt hier nur ein Theater. Während der Winter-Spielzeit ist es einmal pro Woche geöffnet, weil die Truppe, die hier auftritt, im nahegelegenen Köln ansässig ist und nicht mehr als vier Mal im Monat nach Bonn kommt. Um ehrlich zu sein, diese Stadt bietet keinerlei Vergnügungen, dafür arbeitet man hier aber gut.”

“(…) ein sonntägliches Konzert der Husarentrompeter in einem großen Biergarten auf dem Marktplatz. Gott möge Euch vor der Trompete eines Husaren bewahren (…) Gestern abend habe ich das (…) erlitten, und ich weiß nicht, wie es kommt, daß ich meine Ohren noch habe. Vielleicht, weil ich besonders lange Ohren habe, ihrer äußeren Form nach zumindest.”

“Ich kann Euch aber sonst nicht viel Wissenswertes erzählen, weil ich fast den ganzen Tag (ausgenommen zu den Mahlzeiten und während der Unterrichtsstunden…) in der Kuppel der Kathedrale verbringe, die gerade gegenüber meinem Hotel steht. (…) Ich klettere täglich mit ein oder zwei Büchern (…) auf das Gerüst und lerne, beobachtet von den Engeln und den Heiligen, die mein geduldiger Freund zusammenstellt. Ich schreibe Euch diesen Brief aus der Kuppel, während Jesus Christus, auf dem Regenbogen sitzend, mit einer riesigen Nase versehen wird.

“Ich nehme jeden Morgen Kaffee mit Milch in großer Menge, mit Brot und Butter. Um halb 10 geben sie mir ein belegtes Brötchen, um 12, zum Mittagessen, eine Brühe oder eine (sehr köstliche) Suppe, ein schönes Stück gekochtes Fleisch mit reichlich Beilage, einen Zwischengang, Obst, Nachtisch und Kaffee. Um vier, umsonst, entweder ein Bier, einen Kaffee oder ein belegtes Brötchen. Später um sechs zum Abendessen ein Fleischgericht oder Fisch, einen Salat, etwas Käse und Obst. Ein Glas Rheinwein kostet 25 Pf. und ein Glas Bier 15 Pf.”

“Ich will Sonne, ich will Licht, und hier findet man weder das eine noch das andere, hier sind die Tage wie fortgesetzte Sonnenuntergänge.”

(aus Luigi Pirandello: Lettere da Bonn 1889-1891, zitiert nach einem Artikel in Die Zeit)

Au lieu de les mettre en prison, on les a mis en Alsace…

Après avoir traversé le Rhin à Kehl, en dépit de nos lettres de recommandation et de nos beaux cachets rouges, nous avons dû passer par de longues et coûteuses formalités douanières. Absolument libre, en Allemagne, la circulation automobile subit en Alsace des règlements vexatoires, qui ont pour résultat de gêner beaucoup le commerce alsacien. Les hôteliers, les marchands, et surtout les propriétaires de ces luxueux garages installés dans les villes, supplient le gouvernement de rapporter des mesures qui les ruinent, en éloignant, de plus en plus, les automobilistes de ces régions admirables, hier encore très fréquentées pour la joie et au bénéfice de tout le monde. Mais le gouvernement reste sourd à ces doléances. Il a encore de la défiance, une sorte de rancune sourde contre ce pays.

Je n’avais pas revu Strasbourg depuis 1876. Faut-il dire que je ne l’ai pas reconnue ? À l’exception du quartier de la cathédrale, et de ce vieux quartier si pittoresque, qu’on appelle la petite France, rien d’autrefois n’est resté. Et encore, ces derniers vestiges, où nous nous retrouvons, vont bientôt disparaître. La pioche y est déjà. Aujourd’hui Strasbourg est une ville magnifique, spacieuse, et toute neuve, la ville des belles maisons blanches et des balcons fleuris. Nous n’en avons pas une pareille en France. Les larges voies des nouveaux quartiers, luisantes comme des parquets suisses, les universités monumentales, tous ces palais élevés à l’honneur des lettres, des sciences, et des armes aussi, par lesquels l’Allemagne s’est enfoncée jusqu’au plus profond du vieux sol français, ces jardins merveilleux, ce commerce actif qui, partout, s’épanouit en banques énormes, en boutiques luxueuses, et cette armée formidable qui veille sur tout cela, doivent faire réfléchir bien douloureusement ceux qui gardent encore, au cœur, d’impossibles espérances. Ah ! je plains le pauvre Kléber qui assiste, sur sa place, impuissant et en bronze, au développement continu d’une cité à qui il a suffi d’infuser du sang allemand pour qu’elle acquît aussitôt cette force et cette splendeur. Telle fut, au moins, ma première impression.

Je n’ai pas la prétention, en traversant une ville, de juger de sa mentalité. Un voyageur est dupe de tant d’apparences ! Et tant de choses lui échappent !… Mais j’ai longuement causé avec un Alsacien très intelligent, qui ne se paie pas de mots. Il m’a dit :

— Strasbourg est complètement germanisée… Quelques familles bourgeoises résistent encore. Mais leur résistance se borne à ressasser, en français, d’anciens souvenirs, le soir, autour de la lampe… Elles n’ont ni influence, ni crédit. N’oubliez pas, non plus, que le prêtre, en ce pays très catholique, s’est fait tout de suite l’agent le plus ardent, le plus écouté de la conquête définitive. Par intérêt, par politique, le prêtre est devenu profondément, agressivement allemand. Il n’a même pas attendu le dernier chant du coq gaulois, pour renier sa patrie !… Au vrai, il n’y a plus ici que très peu d’Alsaciens, noyés sous un flot d’Allemands qui, après l’annexion, sont venus en Alsace, comme on va aux colonies, prospecter des affaires et chercher fortune. Ce n’est pas la crème de l’Allemagne. Nos fonctionnaires, tous allemands aussi, ne sont pas, non plus, la crème des fonctionnaires. Beaucoup avaient de vilaines histoires, là-bas… Au lieu de les mettre en prison, on les a mis en Alsace… Et ils espèrent se faire pardonner, en affichant un zèle exagéré… Ils sont rigoureux, formalistes, très durs, et nous tiennent sous une tutelle un peu humiliante… Par exemple, nous avons ce qu’il y a de mieux comme armée… Sous ce rapport, on n’a pas lésiné, pas marchandé… vingt mille hommes !… Les meilleurs, les plus solides régiments de tout l’Empire… Oh ! nous n’en sommes pas très fiers… Je dois dire pourtant que les militaires ont beaucoup perdu de leur arrogance, de leur morgue… Les officiers sont affables, se mêlent davantage à la vie générale, vivent en bonne harmonie avec l’élément civil… Beaucoup sont riches et font de la dépense… Et puis, les musiques, qui se prodiguent dans les squares et sur les places, sont excellentes…

Comme je lui parlais de l’énorme développement de la ville :

— Oui !… fit-il assez vaguement… C’est surtout un décor, derrière lequel il y a bien de la misère… pour ne rien exagérer, bien de la gêne. Quoique l’Alsace ait un sol fertile, et qu’elle soit, pour ainsi dire, la seule province agricole de tout l’Empire, nous n’en sommes pas plus riches pour cela. La crise économique, qui frappe les centres industriels de la métropole, nous atteint, nous aussi… Les impôts nous écrasent… La vie est horriblement chère, quarante-cinq pour cent de plus qu’autrefois… Matériellement, nous ne sommes donc pas très heureux… Moralement, politiquement, nous restons, sous l’autorité de l’Allemagne, ce que nous étions sous celle de la France : soumis, passifs, et mécontents… On se trompe beaucoup en France sur la mentalité et la sentimentalité de l’Alsacien. Il n’est pas du tout tel que vous le croyez, tel que le représentent de fausses légendes, et toute une littérature stupidement patriotique… L’Alsacien déteste les Allemands, rien de plus exact… Vous en concluez qu’il adore les Français… Grave erreur ! S’il est vrai que dans l’imagerie populaire et les dictons familiers d’un pays se voie et se lise l’expression de ses sentiments véritables, vous serez fixé tout de suite quand vous saurez, de quelle façon peu galante et pareille, l’Alsacien traite les Allemands et les Français. Il dit des Allemands qu’ils sont des schwein, des porcs ; il appelle les Français, des « welches » !…

Je croyais avoir entendu : des belges. Je lui en fis la remarque.

— Welches… belges…, c’est le même mot, répondit-il. Et croyez que, dans son esprit, ceci n’est pas moins injurieux que cela. Au fond, ça lui est tout à fait indifférent d’être Allemand ou Français… Ce qu’il voudrait, c’est être Alsacien… Ce qu’il rêve ?… Son autonomie… Seulement, saurait-il s’en servir ?… J’ai bien peur que non… Un esprit de discipline traditionnel, atavique, le fait obéir, en rechignant, obéir tout de même, tantôt à la France, tantôt à l’Allemagne… Mais, livré à lui-même, je crains qu’il ne se perde dans toutes sortes de querelles intestines. Je ne crois pas qu’il sache, qu’il puisse se conduire tout seul… Il a besoin qu’on le mène par la bride… Fâché, il devient vite agressif, abondamment injurieux… Si vous connaissiez son patois ?… Oh ! bien plus riche en couleurs que l’argot parisien… Excellent homme, d’ailleurs, qu’il faut aimer, car il a de fortes qualités…

Il sourit, et je pus constater que son sourire n’avait aucune amertume.

— Je vous dis mes craintes… Craintes tout idéales, n’est-ce pas ?… Car l’autonomie de l’Alsace, voilà une question qui n’est pas près de se poser…

Il ajouta :

— Peut-être, de devenir Allemands, y avons-nous gagné un peu de dignité humaine… Tenez, sous l’Empire, Colmar était ignoblement sale, puante, décimée par la fièvre typhoïde. Elle n’avait pas d’eau, et en réclamait, à grands cris, mais vainement, depuis plus de cent ans. Le lendemain même de la conquête, le premier acte du gouvernement allemand a été d’amener, du Honach, d’abondantes sources d’une eau excellente, avec laquelle on a inondé et purifié la ville… Oui, les Allemands nous ont appris la propreté et l’hygiène, ce qui n’est pas négligeable, et l’insouciance de l’avenir, ce qui nous a fait une âme moins sordide et moins âpre. L’Allemand – je ne dis pas le juif allemand – l’Allemand ignore l’économie. Il est – non pas fastueux – car le faste suppose une imagination dans le goût, ou une ostentation dans la personnalité, que l’Allemand n’a pas, – mais très dépensier. Il dépense tout ce qu’il a, et souvent plus que ce qu’il a, au fur et à mesure de ses désirs et de ses caprices, presque toujours enfantins et coûteux. Un détail assez curieux… À Berlin – je dis Berlin, c’est toute l’Allemagne que je pourrais dire – le jour même des vacances, plus de deux cent mille familles quittent la ville… Elles vont s’abattre un peu partout, mais particulièrement en Suisse… Vous avez dû les rencontrer, au bord de tous les lacs, au sommet de toutes les cures d’air… Ces braves gens, un peu naïfs, un peu bruyants, un peu encombrants, emportent avec eux tout l’argent qu’ils ont chez eux… Soyez sûr qu’ils ne rentreront à la maison que lorsqu’ils auront usé jusqu’à leur dernier pfennig… Aussi les universités, les collèges, les pensions, qui connaissent ces mœurs-là, obligent-ils les pères de famille à payer, avant de partir, la future année scolaire de leurs enfants… Sans cela… cette fameuse instruction !…

Il se mit à rire.

— Eh bien, nous devenons, un peu, comme ça…
— En somme ? quoi ? interrogeai-je… vous n’êtes pas trop malheureux, sous le régime allemand ?

Il répondit simplement :

— Mon Dieu !… On vit tout de même… Quand on ne peut pas être soi… d’être ceci, ou bien cela… Turc, Lapon, ou Croate… allez… ça n’a pas une grande importance…
— Et la Lorraine ?
— Ça, c’est une autre histoire… Elle est restée française, jusque dans le tréfonds de l’âme… Sourires ou menaces, rien n’entame ce vieux sentiment, obstiné et profond… comme l’espérance…

(aus Octave Mirbeau: La 628-E8, Bibliothèque Charpentier – Fasquelle, 1907)

Von der Durstschlangen

Dise schlang hatt den nammen vom dursten bekommen / denn sie entzündt den menschen / so sie in sticht / dermassen daß er durste stirbt / daher sie auch brandschlang (…) genant / die hitzen nemmen dermassen überhand daß der kranck nach dem wasser sicht / nichts denn wasser fordert / un sich selb dara zutodt trinckt. Ettlich der alten scribenten zelen sie den becknatern zu / andere den apsiden. Es ist aber doch nit vil hieran gelegen. (…)
Dise durstschlang ist von leyb kleiner den die becknater / se gifft aber vil tödtlicher unnd vergiffter / unnd bringt den menschen gschwinder umbe läben. Sonst ist sie kurtz / ohngfähr einer spann lang (…) von farben weys mit gelben und schwartzen punckten besprengt / der schwantz ist zugespitzt mit zwen schwartzen strichen oder linien bezogen (…) der kopff ist nit breit anzusehen. Ja sie ist überal nit dick / sonder klein un ran / also daß man sie offt trit / und von ir umkomt eh man sie ersicht.
Dise vergiffte und grusame art ist darneben den menschen auch auffsetzig / unnd vebirgt sich neben der straussen eyer / wartende daß sie betruglich die leüt anfalle un erwürge. (…)
Dises giffte natur ist scharpff hitzig trucken undd einer dicken substantz / welche die inerliche glider deß leybs entzündt / verbrent / trocknet / zusamen ziecht / daß sie von der hitz glych wie daß leder vom fheür zusamen strupffen. Darauff dan ein hefftiger unersettigter durst volget. Desgleychen weyl das geäder zusame laufft / auch die pori (daß ist / die schweißlöcher) sich beschliessen / so mag er weder harnen noch schwitzen / und wirt im darzu das brechen schwer. Derhalbe schreyt der kranck / leydet so grosse hitz und durst als leg er im fheür / und muß zu letst dursts sterben unnd verbrünnen / oder aber trinckt so vil biß daß im der bauch (…) zerspringt. Den je mehr er trinckt und inn sich saufft je mehr der durst zunimpt. Und wenn er schon den gantzen Rhein oder die Donaw außsuffe / so möchte er doch den grausamen durst nit löschen und stillen / dieweyl die hitzen vom trincken gleych wies fheür vom öl nur gemehret angezündt unnd erhalten werden. Der Poet Lucanus erzelt die zeichen darbey man disen bisß erkennen soll / in diser history / da er sagt:

Aulus der jungling ohn geferdt
Ein dipsas schlang getretten hett /
Die bisß jn / doch hatt er kein acht
Der wunden / so kein schmertzen bracht /
Was geschicht: daß gifft bringt ungeheüwr
In gantzen leyb / brennt wie ein fheür /
Verzehreth jhm all feüchtigkeit /
So zu dem läben was bereit /
Die zung fieng an am rachen kleben
Von hitz / der schweiß bstünd auch darneben /
Kein aug sach man jm übergahn /
Der leyb was gar verdorret schon /
Er lieff im vald entzündt umbher /
Nach wasser stund all sein beger /
Kein gwalt kein ernst mocht nit darwider /
So gar verbrannt das gifft die glider /
Das wenn er schon in Rheyn gesenckt /
Hett er sich doch nit gnug getrenckt /
Er sucht im sand ein brunnen quell /
Kein wasser floß im gantzen vald.
Zletst tranck er auß dem gsalznen meer /
Dardurch der durst zunam vil mehr /
Wußt nit das von der schlangen har
Sein läben stund in diser gfahr /
Er meint es kem vom durst allein
Das er müßt leyden dise peyn /
Darumb thet er ein ader auff /
Und sog sein eigen blut darauß.

(aus Conrad Gesner, Conrad Forer, Christoph Froschauer: Fischbuch / Das ist ein kurtze / doch vollkommne beschreybung aller Fischen so in dem Meer und süssen wasseren / Seen, Flüssen, oder anderen Bächen jr wonung habend, sampt jrer waaren conterfactur: zu nutz und gutem allen Artzeten / Maleren / Weydleüten und Köchen gestelt: insondere aber denen so ein lust habend zu erfaren und betrachten Gottes wunderbare werck in seinen geschöpfften. Zürich 1563)

Verworrene Bewohner eines Landes, in dem alle Gegenstände namenlos erscheinen und verschwinden

Aus Feldkirch fuhren wir sogleich auf einer Brücke über die schäumende Ill, und bald darauf öfnete sich ein Rückblick, der alle wilde Schönheit des hohen Alpenstyles vereinigte. Der grünliche Felsstrom drängt sich durch ein enges Nebenthal, und die jenseitige Öfnung desselben ist durch zwei prachtvolle Bergprofile bezeichnet, die mich plötzlich an den Aufgang ins Thal von Grindelwald im bernischen Oberland erinnerten. Links ab vom keilförmig gestellten Berge eröfnet sich eine erhabene Bergferne über eine verschleierte Tiefe (ich glaube das Rheinthal) hin (*).
— Es fehlt uns leider an einer guten Charte, und die Bewohner des Landes antworteten so unwillig und verworren auf jede Frage, dass ich immer nur das Land errathe. Auch zogen Wolken und Nebel so magisch um Berg und Fels, dass ich mich geduldig der Gegenwart hingab, ohne weiter wo? und wie? zu fragen: wir fahren an Berggehängen über sanftgesenkten einförmigen Wiesengründen. Plötzlich steigt links ein gewaltiger Berg mit nackten Klippenkämmen aus dem Wolkenrauch empor! Ein Dörfchen lag wie ein Ameisenhaufen von ihm überhängt zu seinen Füssen; wir fuhren hindurch: «Wie heisst der Berg da?« »Weiss nicht!« S’ist halter ä Berg! Mit dieser laconischen Zusicherung wurden wir von drei Bauern abgefertigt; das Dorf aber hiess St. Johann, und wir benahmten den Berg darnach.
Eine halbe Stunde von Vaduz kömmt man in ein ofenes Thal; der Rhein ströhmt zwischen wolkigen Bergen, wie von unbekannten Quellen herab, schon mächtig durch sein erlenumkränztes Kieselbett. Wir erkennen nun das über ihm aufsteigende Schweizergebirg rechter Hand; zur linken steigt auf sonnebeschienener Buchhöh das Schloss Lichtenstein, in dessen Gränzen wir seit Feldkirch fahren; über einer leichten Krümmung des Rheins liegt das Städtchen Vaduz, und höher auf einem Felsenvorsprung die Ruine des alten Schlosses, beides äusserst malerisch. Nie sah ich ein bunteres Wolkenspiel als die Gewölke hier um das von dreifachen Bergschichten und Reihen umdrängte Rheinthal treiben; indem sie diese Waldpyramiden, Wiesenberge und phantastischen Felszinken umgaukeln; ganze Heere derselben ziehen von der Rechten zur Linken, quer über das Rheinthal von den Schweizerbergen an die Lichtensteiner hin; hier wird ein Felshaupt gekrönt, dort ein Riese gegürtet; da kollert eine runde Wolke wie eine Lavine von schroffer Höhe hinab, bis sie in Tannenspitzen fest zu hängen scheint; bald ragt eine Klippenschulter, dann steigt ein geröthetes Bergantlitz hervor, oder eine hohe Waldscheitel sticht durchs Gewölk. Dort sinkt Wolke auf Wolke wie zu einem weichen Baumwollenlager zusammen; hier dampft’s wie Rauch aus einem volkanischen Schlunde empor; dieser droht vom über hängenden Felsblock über den Weg hinab zu stürzen; — allein plötzlich wird ein runder Zirkel mit Regenfarben geschmückt, wie aus einem ungeheuren Brennspiegel, an jene hohe bräunliche Felswand geworfen; ein heller Hintergrund lächelt im abendröthlichen Glanz. Balzers erscheint auf seinem Hügelreihen, der sich wie ein Riegel vor den Rhein lagert und das Thal schliesst, über welchem geheimnisvolle Berggestalten sich thürmen.
Wir logirten diese Nacht in Gott, von einer bunten Engelglorie umgeben. Das Quartier war elend, allein die Wirthsleute freundlich, und eine Schüssel selbstbereiteter Zuckererbsen und frischer Bergforellen genügte den zufriedenen Reisenden vollkommen; allein in der Nacht liessen uns die Insekten keine Ruh, und alle Macht der schützenden Engel scheiterte an diesen leichtfüssigen Legionen.-
Den 4. schon mit dem Morgengrau war ich munter, und genoss vor dem offenen Fenster den Segen der Frühe in der erhabenen Stille dieses tief gesenkten Grundes. Das Dörfchen Balzers liegt tief im grünen Bergbusen, doch auf einem Hügel; unmittelbar vorher sieht man noch den Rhein, nun ist er, ich begreife ganz und gar nicht, wohin? geschwunden; und zu schwach um ihm nachzugehen, unfähig mich diesen guten Vorderösterreichern verständlich zu machen, und sie zu verstehen, reise ich durch dieses wunderbare Land, wo аlle Gegenstände namenlos erscheinen und verschwinden; und alles zieht wie an einer Laternamagikawand mir vorüber. Ein enger zartbegrünter Wiesengrund vertieft sich vor unserm abwärts liegenden Häuschen; drei lieblich bewaldete pyramidalische Hügel treten freundlich aus der Tiefe, und der mittelste trägt die Ruine des Schlosses Guttenberg. — Nach einem blauen Gedankenraum (dessen Tiefe vielleicht der Rhein durchströmt) steigen schneebesprenkelte Felsen. Zu beiden Seiten erheben sich zwei furchtbare Bergriesen, aufwärts das tiefe doch steigende Wiesenthal begrenzend. Eine muntere Ziegenheerde zieht beim Ton der Hirtenflöte auf die Weide. Kleine Dörfchen ruhen kindlich schüchtern in die Falten der Tannengewänder geschmiegt, die von den Hüften der Gebirge abwallen! Dies sind die Umrisse des Alpengemäldes, welches mein erstes Erwachen begrüsste, — auch war alles farbenlos, — allein bald prangt jene erhabene Felsenstirn im reinen Morgenstrahl! Wie ragt jener Felsgipfel aus dem blendendweissen Wolkenbette hervor, während sein starrer Klippenfuss tief ins Thal tritt, und vom jungen Lichte erweckt, majestätisch fortzuschreiten scheint.

(*) Diese durch die Flüsse abgesonderte, und gleichsam durch die Natur terrassirte Position begünstigte die tapfre Gegenwehr des edlen General Hotze ungemein; und war vielleicht der mächtigste Damm, den Gott in der Natur des Landes den wilden Usurpatoren entgegenstellte. Anm. v. 1799.

(aus Friederike Brun: Tagebuch einer Reise durch die östliche, südliche und italienische Schweiz, Kopenhagen 1800)

Rheinfahrt

Morgengewölk, duftend von Farben des Frühlichts,
Zwiefach trieb es dahin mit dem Zuge des Stroms.
War es der Wind, der jagte es oben im Blauen?
War es unten die Welle? Drin schwamm es wie Träume davon!
Segelboote nur standen mit blendendem Leinen
Still unterm Wind auf den purpurn und rosigen Wolken,
Und es glichen die weißen Scharen von wilden Schwänen.
Und wie ein liebender Arm zärtlich umfaßt ein Geliebtes,
Weil immerfließend die Zeit leis sie einander entzieht,
So um die Hüfte des Landes, die Schwermut der Wiesen,
Buchtete sanft sich und weithin erglänzend der Strom.
Silbriger Haine Laub durchflimert die Luft dort,
Und mit Weidenbüschen in eins verahnet die Ferne,
Wo ruhlos-uralt, nach Ländern städtevoll,
Im Wandel des Monds die See heranrollt
Und dampfet mit Salzluft herüber zu unsern Ufern.

Meerwärts! nach altem Verlangen. Es lallen die Wasser,
Fernweh entbreitet die schwarze Fahne von Rauch.
Gelehnt auf den Stab, ein Schafhirt bewacht seine Herde,
Einsam hinruhet ein Hof im Schatten des Pappelhains,
Rinder betreten die Flut und heben mit dunklen
Triefenden Mäulern gelassene Häupter herüber.
Vom Brande schwarz sind noch die Mauern der Pfalz,
Die gewaltig ein Kaiser errichtet, Gedächtnis bewahrt noch
Des jungen Königs Namen bei diesen Fluten,
Des Unglücks edlen Herrn, der da knabenwild
Vergebens floh von dem Schiff in die Tiefe des Stroms.
Was sind wir für Wesen, wir Geschichte
Liebenden! Uns ergreift das Geschick, und es rührt
Zu Tränen den Mann, hört er das Schicksalslied.
Aber es fährt ihm über die Seele,
Daß ihr Spiegel ergraut, ein Wind von Wehmut,
Wenn er das Bleibende sieht, das unerzählbar
Alterslose: Wasser, Weide, Herde.
So einig geht dies mit dem Jahr und ist wie ein Atmen,
Uns aber stärkt Eigensinn den stolzen Nacken,
Ein verliehenes Joch, das zwingt zu herrischen Wegen.
Unser daher ist das Irrsal. Wie sollte da nicht
Leicht uns ein Frohsinn erblühn aus arglosen Zeichen,
Die wir solches bedürfen von Grund aus! Der Streifen Schaum,
Den flüchtig aufwirft des Schiffes Kiel, ist genug,
Eine Freude zu bilden, die spielend gleichet ihm selber.

Immerwandelnd aber die goldene Quelle der Zeit
Löste ins Blau hoch oben die Morgenwolken,
Hob von dem Fluß silbrigen Atem herauf.
Und die riesige Kuppel beschlug sich, es schloß sich die Ebne
Unter flimmerndem Grau, und Grau hauchte ums Haupt
Am Deich den Espen und Weiden. Und trug nicht der Wind,
Wie von abgeblüheten Hügeln, dumpfen Geruch,
Als herbste es irgendwo? Und das Schrillen der Möwen,
Wenn sie, zu Fischen, die Hänge der Luft hinabfuhrn,
Klangs nicht meer-einsam und schauerte über den Wassern?
Und siehe: mit Ruß und Rauch angetan, dem finstren
Kriegermantel, traten die Städte ans Ufer,
Eisern eine zur andern in klirrem Gewappen,
Daß es Lüfte erschütternd dröhnte über dem Strom.
O ihr Stunden, da hart in das Lieder liebende Ohr
Der Vor-Lärm scholl des zukünftigen Kriegs,
Da aus Essen und Hallen des Dämons Gift-Atem schlug
Und in Hohen Öfen der Völker Schicksal schmolz
Und unter den Dampfhämmern mit Werkstücken
Die künftigen Herzen waren, auch unsere wohl,
Zu tödlichen Schlägen, oder daß sie ertrügen
Unendlichen Druck des Leids!… Ein düsterer Ruhm
Brütet über der Stätte. Auf schwarzen Halden
Wächst wohl ein armes Gras, oder aus glücklichem
Flugsamen grünte ein Bäumchen, die zitternde Erle,
Gebrechlichste jemals der Freuden über dem Abgrund.
Aber beständig in leisem Regnen wird allem
Der Trauer ältestes Zeichen verliehn: schwarze Asche,
Die legt sich wie Bußtag auf Haupt und Stirn.
Ach, und es sind doch auch dies berge des Fleißes,
Menschlicher Mühsal Terrassen, vom Schweiße gesegnet,
Und gleichen so wenig dennoch den goldenen Hügeln,
Wo Stab bei Stab voll schwerer Trauben hängt
Und über den Ufern ein südlicher Sommer glüht.
Dies schenkte ein Gott; jenes auferlegte ein Dämon.
Zwieträchtig sind wir und fruchten aus zweien Wurzeln.
So wächset im Weizenfelde die Rade blau,
Ein wildes Unkraut, das schmückt zum Brot unsre Tische.
Wo ist es gelegen, das süße Land, das uns wohltut,
Wo währet in Dauer, was immer voll Hoffnung uns lockt?
Auf rief es mich, zu erfahrn die versprechenden Tage,
Des Sommers glühende Küsse, wenn er die Felder
Versengt, die Stunde des Jahrs, die berauscht mit Vergessen.
Und atmete nun unter ganz verdunkeltem Himmel,
Wie in erzener Prüf-Zone, das ganz Unvergeßliche
Tiefer ins Blut: mit Stimmen dort schweigt es die Zukunft.
Doch wäre wohl, daß ich es fast nichts sagen kann,
So süß, die Wange an Windes Wange zu legen
Oder in zarten hohen Kuppen der Finger
Bebende Strömung zu spüren oder in Augen
Bilder eintreten zu sehn, als kehrten sie heim, -
Hätte dies Brennende wohl, diesen Stachel die Süße,
Ohne die Drohung im Herzen und über dem Haupt?
Vergiß, so reden die Dnge, das Unvergeßliche,
Vergiß es! Und keinen wundert das Wunder, das immer
Wieder geschieht. Dem Blick voraus, so ziehn wir
Hin mit Begrüßen. Wir winken den Fremden zu
Unverweilt, denn Abschiede drängen uns.
Und wendet einer sich um, weil ihm zu schnell
Eine Freude, ein Schmerz, ein Leben vorübergegangen,
Wie sieht es ihn an von fern mit tiefen Augen.

(aus Emil Barth: Xantener Hymnen, Hamburg 1948)

Sonderedition

gute nachricht für rhein-berg
“Werdet wieder nüchtern und lebt wie es Gott gefällt.” (1. Korinther 15, 34)