Der rheinische Hof.

Der rheinische Hof, ach deß is e’ Platz,
Do wüßt’ ich zu finne’ mein’ herzliebschte Schatz,
Do sitzt er un’ trinkt oft luschtich drinn,
Un’ ach er weeß nit, wie gut ich ‘m bin.

Un’ ich, ich sitz’ bei der Mutter drheem
Un’ guck in de’ Hof uf die grüne Beem,
Un’ denk’ mer gar oft im Herze’ schwer,
Ach wann deß der rheinische Hof doch wär’.

Sunscht hab’ ich so gern do nunner geguckt
Un’ ‘s hat mich ke’ Seufzer geploocht un’ gedruckt
Es war so gemüthlich un’ war so bequem,
So still un’ so gut bei der Mutter drheem.

Un’ jetzt’ als ziecht ‘s mich enaus an de’ Rhei’,
Dann im rheinische Hof, do kehrt er jo ei’,
Un’ aber die Mutter die sächt: mei’ Kind,
Am Rhein drauß’ geht so e’ gaschticher Wind.

Un’ so muß ich mit ihr in die Kerche’ geh’,
Do geht er nit hi’, ‘s is freilich nit schö’,
Er hot halt am Rhein sei’ Gschäft un’ Gethu’,
Die Schiff’, die dumme’, die loßn ‘m ke’ Ruh’

Un’ so seh’ ich ‘n nit, hab’ ke’ Hoffnung drzu,
Un’ ‘s sächt’s ‘m ke’ Mensch, wo ich bin, was ich thu’
Un’ wie ich ‘n lieb hab’, ach Gott ‘s is e’ Noth,
Ich wollt’ ich wär gstorbe’ un’ lang schun todt.

(aus Franz von Kobell: Gedichte in pfälzischer Mundart)