mais où est Jane?

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Aus Frankreich stammt diese Beschäftigung mit dem Rheinfall mit dem ausufernden Titel: „Johny Waissmullère cherche Jane aux Chutes du Rhin – qu’il est bête! mais c’est romantique? / Johny Waissmullère sucht Jane am Rheinfall – ist er dum! aber das ist romantisch?” von Simone A. Donf, der es ein besonderes Anliegen war mitzuteilen, daß sie aus Mende im Département Lozère stammt, einem Städtchen, das ca 12190 Einwohner und eine gothische Kathedrale (Notre-Dame-et-Saint-Privat) zählt, in der im Juni 1940 Alfred Döblin, auf der Flucht, von der christliche Gnade getroffen wurde, woraufhin er ein Jahr später zum alleinseligmachenden Glauben konvertierte. rheinsein dankt ganz herzlich für die Überlassung des Bildwerks und die dazugehörigen Informationen!

Karlson flieht an den Rheinfall

(…) Auch in Karlsons Augen flog etwas von dieser Staub=Wolke; bei ihm bestand sie aber aus aufgewehter Asche einer Urne. Er kann alle Schmerzen verschmerzen – ihre Erinnerungen ausgenommen; – seine Jahre hat er durch Länder ersetzt und der durchlaufne Raum wird ihm für durchlaufne Zeit angerechnet: aber hier wurde der tiefe feste Jüngling blaß, als er heraufkam und mir erzahlte, daß der Liebhaber der bleichen Corday ihre langen gefalteten Hände auseinander geworfen und auf seinen Knien an seinen wilden Mund angerissen habe.

Er nahm sein Entfärben im Spiegel wahr, und um es mir zu erklären, so theilt` er mir gleichsam das letzte und geheimste Blatt aus seiner Lebens=Robinsonade mit. Du siehest was für ein undurchsichtiger Edelstein dieser Jüngling ist, der seinen Freunden durch ganz Frankreich nachreisen kann, ohne seinem offenherzigen Reisegefährten nur eine Fuge oder ein Astloch in das Verhältniß mit ihnen aufzumachen. Jetzt erst, zumal aus Rührung über das nahe Kampaner=Thal zieht er den Schlüssel aus dem Schlüsselloch, das für dich ein Souflörloch wird.

Daß er mit dem Baron Wilhelmi und der Braut desselben, Gione und ihrer Schwester Nadine bis nach Lausanne gereiset war, um mit ihnen bis ins Kampaner=Thal zu ihrer arkadischen Hochzeitfeier mit zu gehen – das weißt du schon. Daß er sich in Lausanne von ihnen plötzlich wegriß und sich zurück an den Rheinfall zu Schafhausen stellte – das weißt Du auch; aber die Ursache nicht. Diese wird dir nun von ihm und mir erzählt.

Karlson sah in der täglichen Nähe endlich durch den enggegitterten Schleier Gionens durch, der über einen verwandten groß und fest gezeichneten Charakter, den noch dazu die bräutliche Liebe magisch kolorierte, geworfen war. Karlson wurde von sich vermuthlich viel später als von andern errathen: sein Herz wurde wie im Wasser das sogenannte Weltauge, anfangs glänzend, dann wechselt` es die Farben, dann wurd` es ein Nebel und endlich transparent. Um das schöne Verhältniß nicht zu trüben, wandte er den verdächtigen Theil seiner Aufmerksamkeit auf ihre Schwester Nadine, er sagte mir nicht klar, ob er nicht diese in einen schönen Irrthum führte, ohne Gionen eine schöne Wahrheit zu nehmen.

Alle diese Schauspiels=Knoten schien die Sense des Todes zerschneiden zu wollen: Gionen, diese Gesunde und Ruhige, befiel ein plötzliches Nervenübel. An einem Abend trat Wilhelmi mit seiner dichterischen Heftigkeit weinend in Karlsons Zimmer und konnte nur unter der Umarmung stottern: “Sie ist nicht mehr.”

Karlson sagte kein Wort, aber er reisete noch zu Nachts im Tumulte fremder und eigner Trauer nach Schafhausen fort, und nahm vielleicht eben so sehr vor einer Liebenden als vor einer Geliebten die Flucht, ich meine vor Nadine und Gione zugleich. Vor der ewigen Wasserhose des Rheins, dieser fortstürzenden geschmolznen Schlaglauwine, dieser schimmernden steilrechten Milchstraße heilte sich seine Seele langsam aus: Aber er war vorher lange in die düstere kalte Schlangengrube stechender Schmerzen eingeschlossen, sie bekrochen und umwickelten ihn bis ans Herz: denn er glaubte wie die meisten Weltleute, unter, denen er erwachsen war, – und vielleicht auch durch sein Schoosstudium, die Chemie, zu sehr an physische An- und Aussichten verwöhnt – daß unser letztes Entschlafen Vergehen sei, wie in der Epopöe der erste Mensch den ersten Schlummer für den ersten Tod ansah. (…)

(aus Jean Paul: Das Kampaner Thal)

Denkmal am deutschen Eck

An der Mosel ging es noch an. Wir soffen uns langsam den Fluß hinab, wir fuhren mit dem Saufbähnchen von Trier nach Bulley hinunter, und auf jeder dritten Station stiegen wir aus und sahen nach, wie es mit dem Weine wäre. Es war. Wenn wir das festgestellt hatten, stiegen wir wieder ein: der Zug führte einen Waggon mit, der sah innen aus wie ein Salonwagen, von hier aus hätte man ganz bequem Krieg führen können, so mit einem Telefon auf dem Tisch, mit dicken Zigarren und: “Seiner Majestät ist soeben der Sturmangriff gemeldet worden.” Wir führten aber keinen Krieg, sondern drückten auf die Kellnerin, und dann erschien ein Klingelknopf, oder umgekehrt, und dann konnte man auf dem langen Tisch einen naturreinen Mosel trinken und dabei Würfel spielen. Und es entstanden in diesen Bahnstunden die Spiele:

Lottchen dick
Spix ist stolz
und:
Georgine, die ordentliche Blume
sowie:
Karlchen und die Rehlein –

das letztere Spiel zur Erinnerung an Karlchen seine Liebesabenteuer im freien, frischen, frommen Walde, wo ihm einmal die kleinen Rehlein zugesehn hatten. Ich verlor auf das Grauenerregendste und mußte immer bezahlen. Aber so ist alles.

Bernkastel, Traben-Trarbach, Bulley… dann aber setzten wir uns in einen seriösen Zug und fuhren nach Kolbenz. (Diese Aussprache wurde adoptiert, falls Jakopp ein künstliches Gebiß hätte: es spricht sich leichter aus.) In Kolbenz tranken wir der Geographie halber einen Rheinwein, und der konnte Papa und Mama sagen, wir aber nicht mehr. Am nächsten Morgen – es war ein Sonntag hell und klar – gingen wir spazieren.

Ich kannte Kolbenz nicht. Das erste, was mir auffiel, war ein breites und lautes Bürgerpublikum von Reisenden, die sich merkwürdig aufgeregt gebärdeten. So, wie schwarzhaarige Frauen, wenn sie einmal in Paris sind, dem Zauber des Wortes “Paris” erliegen und sich so benehmen, wie sie es zu Hause niemals täten, so kippten hier die blonden Damen aus den Pantinen; der Rhein, Vater Rhein, der deutsche Rhein klingelte in den Gläsern, und es war ziemlich scheußlich anzusehn. Das zweite, was damals auffiel, war die “Schmachch”. Wir sprachen das Wort mit zwei ch, und wir meinten die Franzosen damit, von deren “schwarzer Schmach” wir so viel in den bildenden Kinos gesehen hatten. Hier war nur weiße Schmachch, und wir mochten sie nicht. Und zwar nicht etwa, weil wir die Franzosen nicht mögen, sondern weil wir das Militär nicht mögen. Wir sind nur nicht so dumm wie zum Beispiel der Kolbenzer “General-Anzeiger”, der nun, nach dem Abzug der Schmachch, Mord und Tod hinter ihnen herschimpfte, ohne auch nur einen Augenblick lang zu untersuchen: wie sich die Deutschen in Belgien und Frankreich benommen haben, was das Militär eigentlich ist und für wen es arbeitet, und wie an diesem ganzen namenlosen Unglück, am Krieg und seinen Folgen, Europa schuld ist und seine nationale Zerfetztheit. Statt dessen krähte die Zeitung in echt kleinbürgerlicher Wut wegen der unbedingt zu verurteilenden Übergriffe nun hinter ein paar tausend Soldaten her, deren jugendliche Kraft genau so unproduktiv mißbraucht wird, wie das mit Soldaten in allen Ländern geschieht – auch in Deutschland.

Wir spazierten also am Rhein entlang, ich hatte wieder einmal meine Geographie nicht gelernt und ließ mir von Jakopp die Gegend erklären. Da war der Ehrenbreitstein; auf dem brannte zum Gaudium aller Rheinkadetten eine französische Fahne – wirklich, die Fahne brannte hoch am Fahnenstock, verglomm, leuchtete wieder auf… mich interessiert Militär nicht, und ich weiß nicht, was sie da gekokelt haben. Es ist ja auch gleichgültig, so gleichgültig wie alles, was diese uniformierten Brüder tun. Und da war der Rhein, der kitschumrauschte, und, wie bei Goethe steht, da waren große Schiffe im Begriffe, auf diesem Flusse hier zu sein… und plötzlich bekam ich den größten Schreck auf dieser Reise. Ich weiß es noch ganz genau:

Wir gingen auf der breiten, baumbestandenen Allee; vorn an der Ecke war eine Fotografenbude, sie hatten Bilder ausgestellt, die waren braun wie alte Daguerrotypien, dann standen da keine Bäume mehr, ein freier Platz, ich sah hoch… und fiel beinah um.

Da stand – Tschingbumm! – ein riesiges Denkmal Kaiser Wilhelms des Ersten: ein Faustschlag aus Stein. Zunächst blieb einem der Atem weg.

Sah man näher hin, so entdeckte man, dass es ein herrliches, ein wilhelminisches, ein künstlerisches Kunstwerk war. Das Ding sah aus wie ein gigantischer Tortenaufsatz und repräsentierte jenes Deutschland, das am Kriege schuld gewesen ist – nun wollen wir sie dreschen! In Holland.

Zunächst ist an diesem Monstrum kein leerer Fleck zu entdecken. Es hat die Ornamenten-Masern.

Oben jener, auf einem Pferd, was: Pferd! auf einem Roß, was: Roß! auf einem riesigen Gefechtshengst wie aus einer Wagneroper, hoihotoho! Der alte Herr sitzt da und tut etwas, was er all seine Lebtage nicht getan hat: er dräut in die Lande, das Pferd dräut auch, und wenn ich mich recht erinnere, wallt irgend eine Frauensperson um ihn herum und beut ihm etwas dar. Aber da kann mich meine Erinnerung täuschen… vielleicht gibt sie dem Riesen-Pferdchen nur ein Zuckerchen. Und Ornamente und sich bäumende Reptile und gewürgte Schlangen und Adler und Wappen und Schnörkel und erbrochene Lilien und was weiß ich… es war ganz großartig. Ich schwieg erschüttert und sah Jakoppn an.

“Ja”, sagte Jakopp, “das ist das Kaiser-Wilhelm-Denkmal am Deutschen Eck.”

Richtig: da floß noch ein zweiter Fluß in den ersten Fluß, und es war, wenn man von den Fabrikschornsteinen absah, eine hübsche Gegend, viel zu hübsch für dieses steinerne Geklump, für diesen Trumm, diesen Trubas von einem Denkmal. “Was… wie…” stammelte ich ergriffen. Da hörte ich ein leises Stimmchen an meiner Linken, ein Knabe war mir unversehens genaht, er hatte wohl meine Ratlosigkeit bemerkt, und er sprach: “Soll ich Ihnen mal das Denkmal erklären –?” Rasches Erfassen der Kriegslage ziert den SA-Mann, und ich sprach: “Erkläre mir mal das Denkmal.”

Da sah der Knabe überall hin, nur nicht auf den Tortenaufsatz, er schlief im Stehen, seine Augen hatten den Ausdruck einer friedlich grasenden Kuh, ich hatte so etwas noch nie bei einem Menschen gesehen. Er sprach mit modulationsloser, quäkender Stimme. Und weil dieses arme Kind solches nicht allein tat, sondern vier oder fünf seiner Kollegen, wie ich später sah, den ganzen Sonntagvormittag lang gewerbsmäßig dasselbe ausübten, vor dem Denkmal und weiter unten, vor dem Hotel und überall, so habe ich das, was sich die Knaben eingepaukt hatten, mehrere Male hören können. Nach Verabreichung mehrerer Gläser guten Weines zwecks Auffrischung des Gedächtnisses läßt sich das etwa folgendermaßen an:

“Dieses Denkmal wurde gegründet im Jahre 1897; es stellt dar den berittenen Kaiser Wilhelm den Ersten, sowie auch eine Siegesgöttin benebst die besiegten Feinde. Die Siegesgöttin ist nach verlorenen Kriegen ein Friedensengel und hat eine Flügelbespannung von fünf Meter in die Breite. Das Denkmal wiegt fünf Millionen Kilogramm und hat einen Flächeninhalt von 1200 Quadratmetern, daher ist es ein großes Kunstwerk. Auf dem Grundsockel erhebt sich der Sockel, auf dem das Denkmal aufgebaut ist; auf diesem Sockel steht der richtige Sockel, und auf diesem der Untersockel, worauf sich der Denkmalssockel erhebt. Die Künstler, die an dem Denkmal schuld sind, heißen Schmitz und Hundrieser. Der Spruch, der in das Denkmal eingelassen ist, besagt: “Nimmer wird das Reich zerstöret, wenn ihr einig seid und treu.” Die Köpfe der Seeschlangen bedeuten Deutschlands Feinde, der Granit der Söckel ist aus dem Schwarzwald. Die Mosel fließt hinter dem Denkmal, ihre Strömung ist hier besonders schnell, weil sie an dem Denkmal vorbei muß. Das Denkmal ist in der Regierungszeit Kaiser Wilhelms des Zweiten eröffnet worden und hat daher zwei Millionen Mark gekostet. Das ist das Denkmal am Deutschen Eck.” (Große Trinkgeldpause.)

Wie ich in der Zeitung gelesen habe, sind die Reden, die sie nach dem Abzug der Schmachch gehalten haben, genau so gewesen wie das Denkmal. Aber könnt ihr euch denken, dass sich jemals eine Regierung bereit fände, einen solchen gefrorenen Mist abzukarren –? Im Gegenteil: sie werden gar bald ein neues Mal errichten: das Reichsehrenmal. Wenn es errichtet ist, werden rotzgenäste Knaben hingehn und es uns erklären: die Gastwirtschaften ringsherum werden voll sein, und in den Massengräbern zu Nordfrankreich wird sich ein Geraune erheben:

»Wofür –? Dafür.«

(Ignaz Wrobel in: Die Weltbühne, 1930)

Militärgeschichte: Blüchers Rheinübergang

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Wikipedia weiß: “Auf ihrem Marsch nach Frankreich nach der Völkerschlacht bei Leipzig in den Befreiungskriegen sammelte sich die Schlesische Armee unter dem Kommando von Feldmarschall Blücher im Dezember 1813 auf der rechten Rheinseite auf einer Breite von Mannheim bis Neuwied. Das Zentrum der Armee mit Blücher und den Korps Yorck und Langeron sammelte sich oberhalb von Kaub auf dem Taunus mit dem Plan, von Weisel durch das Holzbachtal und die Stadt zum Rhein vorzustoßen und diesen hier zu überqueren. In der Neujahrsnacht 1814 setzten die Kauber Lotsen eine Vorhut und erste Truppen in Nachen über den Rhein, während russische Pioniere eine Brücke aus Leinwandpontons bauten. Das Holzbachtal ist seitdem als Blüchertal bekannt und die Straße, die von Weisel nach Kaub hineinführt, heißt Blücherstraße.”

Das nachgestellte Bild zeigt den Rhein in der Neujahrsnacht 1813/14 im Hintergrund als schwarzen, autobahnähnlichen Film, davor drei hochrangige, entschlossene Militärs, unter denen sich auch “Marschall vorwärts” Blücher befinden soll.

Mme de Staël über Unterschiede im (gegenseitigen) intellektuellen Verständnis links und rechts des Rheins

“(…) Les hommes de génie de tous les pays sont faits pour se comprendre et pour s`estimer; mais le vulgaire des écrivains et des lecteurs allemands et français rappelle cette fable de la Fontaine, où la cigogne ne peut manger dans le plat, ni le renard dans la bouteille. Le contraste le plus parfait se fait voir entre les esprits développés dans la solitude et ceux qui sont formés par la société. Les impressions du dehors et le recueillement de  l`âme, la connaissance des hommes et l`étude des idées abstraites, l`action et la théorie donnent des résultats tout à fait opposés. La littérature, les arts, la philosophie, la religion des deux peuples, attestent cette différence; et l`éternelle barrière du Rhin sépare deux régions intellectuelles qui, non moins que les deux contrées, sont étrangères l`une à l`autre. (…)”

(aus: Oeuvres complètes de Mme de  Staël: De l`Allemagne. Seconde partie. De la littérature et des arts. Chapitre premier. Pourqoui les Français ne rendent-ils pas justice à la littérature allemande?)

“(…) La poésie française, étant la plus classique de toutes les poésies modernes, est la seule qui ne soit pas répandue parmi le peuple. Les stances du Tasse sont chantées par les gondoliers de Venise; les Espagnols et les Portugais de toutes les classes savent par cœur les vers de Calderon et de Camoëns. Shakspeare est autant admiré par le peuple en Angleterre que par la classe supérieure. Des poèmes de Goethe et de Bürger sont mis en musique, et vous les entendez répéter des bords du Rhin jusqu`à la Baltique. Nos poëtes français sont admirés par tout ce qu`il y a d`esprits cultivés chez nous et dans le reste de l`Europe, mais ils sont tout à fait inconnus aux gens du peuple et aux bourgeois même des villes, parce que les arts en France ne sont pas, comme ailleurs, natifs du pays même où leurs beautés se développent. (…)”

(Dortselbst. Chapitre XI. De la poésie classique et de la poésie romantique.)

“(…) Klopstock a souvent beaucoup de grâce sur des sujets moins sérieux: sa grâce tient à l`imagination et à la sensibilité; car dans ses poésies il n`y a pas beaucoup de ce que nous appelons de l`esprit; le genre lyrique ne le comporte pas. Dans, l`ode sur le rossignol, le poëte allemand a su rajeunir un sujet bien usé, en prêtant à l`oiseau des sentiments si doux et si vifs pour la nature et pour l`homme, qu`il semble un médiateur ailé qui porte de l`une à l`autre des tributs de louange et d`amour. Une ode sur le vin du Rhin est très-originale: les rives du Rhin sont pour les Allemands une image vraiment nationale; ils n`ont rien de plus beau dans toute leur contrée; les pampres croissent dans les mêmes lieux où tant d`actions guerrières se sont passées, et le vin de cent années, contemporain de jours plus glorieux, semble recéler encore la généreuse chaleur des temps passés.
Non – seulement Klopstock a tiré du christianisme les plus grandes beautés de ses ouvrages religieux, mais comme il voulait que la littérature de son pays fût tout à fait indépendante de celle des anciens, il a tâché de donner à la poésie allemande une mythologie toute nouvelle, empruntée des Scandinaves. Quelquefois il l`emploie d`une manière trop savante; mais quelquefois aussi il en a tiré un parti très-heureux, et son imagination a senti les rapports qui existent entre les dieux du Nord et l`aspect de la nature à laquelle ils président. (…)”

(Dortselbst. Chapitre XII. Des  poëmes allmands.)

Wir danken unserem Korrespondenten Roland Bergère fürs Aufstöbern und häppchengerechte Servieren. Mme de Staëls Gedanken ufern sehr viel weiter aus, als wir hier darstellen mögen, und sind tiefere Einblicke wert. Klopstock!, sagen wir nur. Der Originaltext findet sich ua bei Google Books.

Mme de Staël über den Rhein (2)

“Les premières impressions qu`on reçoit en arrivant dans le nord de l`Allemagne, surtout au milieu de l`hiver, sont extrêmement tristes; et je ne suis pas étonnée que ces impressions aient empêché la plupart des Français que l`exil a conduits dans ce pays, de l`observer sans prévention. Cette frontière du Rhin est solennelle; on craint, en la passant, de s`entendre prononcer ce mot terrible: Vous êtes hors de France. C`est en vain que l`esprit juge avec impartialité le pays qui nous a vus naître, nos affections ne s`en détachent jamais; et quand on est contraint à le quitter, l`existence semble déracinée, on se devient comme étranger à soi-même. Les plus simples usages, comme les relations les plus intimes; les intérêts les plus graves, comme les moindres plaisirs, tout était de la patrie; tout n`en est plus. On ne rencontre personne qui puisse vous parler d`autrefois, personne qui vous atteste l`identité des jours passés avec les jours actuels; la destinée recommence, sans que la confiance des premières années se renouvelle;  l`on change de monde, sans avoir changé de cœur. Ainsi l`exil condamne à se survivre; les adieux, les séparations, tout est comme à l`instant de la mort, et l`on y assiste cependant avec les forces entières de la vie.
J`étais, il y a six ans, sur les bords du Rhin, attendant la barque qui devait me conduire à l`autre rive; le temps était froid, le ciel obscur, et tout me semblait un présage funeste. Quand la douleur agite violemment notre âme, on ne peut se persuader que la nature y soit indifférente; il est permis à l`homme d`attribuer quelque puissance à ses peines: ce n`est pas de l`orgueil, c`est de la confiance dans la céleste pitié. Je m`inquiétais pour mes enfants, quoiqu`ils ne fussent pas encore dans l`âge de sentir ces émotions de l`âme qui répandent l`effroi sur tous les objets extérieurs. Mes domestiques français s`impatientaient de la lenteur allemande, et s`étonnaient de n`être pas compris quand ils parlaient la seule langue qu`ils crussent admise dans les pays civilisés. Il y avait dans notre bac une vieille femme allemande, assise sur une charrette; elle ne voulait pas en descendre même pour traverser le fleuve. «Vous êtes bien tranquille! lui dis-je. — Oui, me répondit-elle, pourquoi faire du bruit?» Ces simples mots me frappèrent; en effet, pourquoi faire du bruit? Mais quand des générations entières traverseraient la vie en silence, le malheur et la mort ne les observeraient pas moins, et sauraient de même les atteindre.
En arrivant sur le rivage opposé, j`entendis le cor des postillons, dont les sons aigus et faux semblaient annoncer un triste départ vers un triste séjour. La terre était couverte de neige; des petites fenêtres, dont les maisons sont percées, sortaient les têtes de quelques habitants que le bruit d`une voiture arrachait à leurs monotones occupations; une espèce de bascule, qui fait mouvoir la poutre avec laquelle on ferme la barrière, dispense celui qui demande le péage aux voyageurs de sortir de sa maison pour recevoir l`argent que l`on doit lui payer. Tout est calculé pour être immobile; et l`homme qui pense comme celui dont l`existence n`est que matérielle, dédaignent tous les deux également la distraction du dehors. (…)”

(aus: Oeuvres complètes de Mme de  Staël: De l`Allemagne. Première partie. De l`Allemagne et des moeurs des Allemands. Chapitre XIII. De l`Allemagne du Nord.)

Rheingeier (2)

Daß das Geierhafte dem Rheinischen nicht völlig fremdelt bzw fremdelte (und umgekehrt) mögen folgende Verse Lamartines aus La chute d`un ange zu Zeiten der Vollromantik nachweisen, in denen das Reich Mordor über den Urlandschaften des Feudalrheins aufzuschwarzen scheint:

(…)
Nous passâmes au pied d`un haut mamelon noir
Que couronnaient les murs d`un antique manoir,
Tout semblable aux monceaux de gothiques ruines
Dont le Rhin féodal revêtait ses collines.
Des turbans noirs brillaient au sommet d`une tour.
Quel est, dis-je au vieillard, cette aire de vautour?
(…)

Ruch von Gewalt und Untergang, gepackt in düstere Ästhetik. Leicht vorstellbar, wie, durch einen kleinen Zeitriß hineingeschlüpft, eine Kolonne uniformierter Nazis durch diese Kulisse stapft. Aufscheint, mitten in unzulässigen Durchdiesferenundzeitenvergleichen: dem Bürger seine Romantik ihre Kehrseite. Assoziiert mit leicht unappetitlichem Scheitern am großen Sehnen. Mit schönen Grüßen aus Frankreich.

Das Zugverhalten der Rheinkiesel

Am selben Tag, an dem wir eine alpenrheinische Kiesbank nach Nuggets absuchen und darüber sinnieren, welche Wege die Kiesel, insbesondere, nachdem wir tags zuvor weiter droben im Fels einzelne Exemplare in vorfrühlingshaftem Holterdipolter die Rüfen hatten hinunterrollen hören, in ihrem Kieselleben gehen, melden die Badischen Neuesten Nachrichten, daß unsere (hier zu weit führenden) amateurischen Vermutungen bald von wissenschaftlich-präzisen Auskünften abgelöst werden dürften – zumindest ab dem Oberrheinabschnitt. Denn tatsächlich kennt bisher niemand die genauen Wanderwege der Rheinkiesel. Allein, daß sie tatsächlich wandern, ergaben jetzt schon fachgerechte Versuche unter den Fittichen des Regierungspräsidiums Freiburg, welches dieser Tage ausgesuchte Rheinkiesel mit Sendern präpariert. Zitat: „”Die Technik funktioniert”, berichtete Regina Ostermann (…) nach einem ersten Test im kalten Rheinwasser. Sie ist optimistisch: “Innerhalb weniger Stunden haben wir einige unserer Spezialkiesel gefunden.” Und sie wandern tatsächlich. Weitere Funde sind nur eine Frage der Zeit. Die Beobachtung der wandernden Rheinkiesel soll zu wissenschaftlich fundierten Modellen führen, wie und unter welchen Umständen so genannte künstliche “Geschiebezugaben” gezielt zur Verbesserung der Flussökologie in den Rhein gegeben werden können.“ Wie häufig bei Projekten am Oberrhein sind auch hier Spezialisten aus dem benachbarten Frankreich beteiligt, das Zugverhalten der Kieselscharen zu erfassen: „Ein Spezialist der Universität Lyon spürt die präparierten Kieselsteine mit einem Sondiergerät auf. Es ist eine Profi-Version der an Urlaubsstränden hin und wieder zur Suche von Münzen verwendeten Detektoren.“

Die Biber

Die gestrige Folge der vierteiligen ARTE-Rheindoku rauschte, bis auf das bemerkenswerte Zitat, daß die Macht des Wassers eine brutale sei und die Sequenz mit Bettina Sättele, der Biber-Beauftragten des Regierungsbezirks Freiburg, aufgrund einer Programmstörung ruckhaft an uns vorüber. Biber-Beauftragte (wahlweise Biber-Managerin, Biber-Beraterin, Biberflüsterin): es gibt also doch noch schöne und wunderbare Berufe auf dieser verkommenen Welt. Als dieselbe noch in Ordnung war und der Autor dieser Zeilen ein Kind, lebten in Deutschland keine freien Biber. Bestrebungen, sie anzusiedeln fanden hinter Schutzzäunen an künstlichen Gewässern statt. So geschehen vor rund 30 Jahren im Karlsruher Oberwald. Geredet wurde viel über diese Biber, gesehen hat sie keiner. Ein ausgeklügelteres Biber-Management mußte sich erst noch selbst erfinden. Oft genug hatten wir vergebens an den eigens eingerichteten Beobachtungshütten ausgeharrt. Biber lassen sich allerdings auch nicht gerne bei ihren illegalen Bautätigkeiten auf den Zahn fühlen. Und so rührt das Wissen der Freiburger Biber-Beauftragten um heutige Populationen weiterhin eher aus Fußspuren und sonstigen Indizien (wir selbst sahen vor wenigen Monaten bei unseren Streifzügen durch Liechtenstein erstmals mit eigenen Augen den typischen Biberverbiß am Rhein) als aus konkreten Stückzählungen, die Bestände weiß sie nur zu schätzen, auch sähen sich die Tiere unglaublich ähnlich, wie die Badische Zeitung vermeldet, die Bettina Sättele vor zwei Jahren in die Bibergründe des Schwarzwalds begleitet hat und der sie die Grundlagen des Biber-Managements auseinandersetzt: “Das Zusammenleben von Mensch und Biber funktioniert nicht immer reibungslos.” Die selbstbestimmte Rückkehr des freien Bibers nach Baden-Württemberg begann laut der Expertin vor rund 20 Jahren. Er kam aus der Schweiz, Frankreich und Bayern, entlang der Läufe von Donau, Rhein und Wörnitz und ist weiter auf dem Vormarsch. Mindestens 1000 Individuen, schrieb Frau Sättele, umfaßte der Gesamtbestand Ende 2006. Das entspricht schon fast einer Armee. Kein Wunder, daß es bei solchen Ausmaßen zu Mensch-Biber-Konflikten kommt. Zumal der Badener, womöglich zu Unrecht, nicht als der weltoffenste Menschenschlag gilt. Die Biber-Beauftragte rät: „Wichtigstes Instrument zum Umgang mit dem Biber ist die langfristige Kommunikation und Kooperation mit Betroffenen, die ihre Betroffenheit jeweils sehr individuell und nach eigener Lebenserfahrung definieren. Garant für den Erfolg von Lösungsansätzen bei Problemfällen ist die möglichst exakte Einschätzung des Verhaltens der Biber vor Ort und die Einstufung des Konfliktpotentials.“ Das klingt vernünftig und auch für Amtspersonen verständlich. Wir wünschen dem Biber und den Menschen in den vom Biber eroberten Territorien eine friedliche Koexistenz. Und wünschen uns noch viel mehr Planstellen für Beauftragte, die mit dem notwendigen Ernst sich ans Glätten unserer vielfältigen gesellschaftlichen Konflikte begeben.

Rhein-Donau-Zone an der Seine

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In Frankreich finden sich, ob nun aufgrund eines partiellen Mangels, historischer Schwelgereien oder gesamteuropäischer Hinsichten, überraschend häufig sogenannte Rhein-Donau-Zonen und -Plätze. Diese hier in Colombes bezeugt unser Korrespondent Roland Bergère in Bild, Licht und Strom. Die kleine Galaxie im Mittelgrund bildet den Ausgang aus dem zonalen Kosmos, der durch die Rückseite des Bildschirms (am Originalschauplatz: des Daseins) in die Nacht und von dort, via kreiselnder Träume, zu sich selbst zurückführt.