Wallala weiala weia!

Wallala! Lalaleia! Leialalei! Heia! Heia! Haha! oder auch Heiajaheia! Heiajaheia! Wallalallalala leiajahei! oder wahlweise Weia! Waga! Wagalaweia! und ähnlich lauten die spöttelnden, wasserwebenden, wogenimitierenden Äußerungen der Flußtöchter Wellgunde, Woglinde und Floßhilde zum Auftakt von Richard Wagners Das Rheingold, in dem es in der ersten Szene, in deren Verlauf der verspottete Alberich den Töchtern ihren Schatz entwendet, zudem mit knalligem bis schlüpfrigem Stabgereime zur Sache geht: Hahei! (Waaleluja, walleluja, walleleele-luuja!)

Rheintöchter (3)

rhinemaidens_rackham

Fast wie aus einer heutigen Shampooreklame, nur mit höherer Strömungsintelligenz: tanghaarig und schlangenförmig schlank stellt sich Arthur Rackham die, nah liegt die Versuchung zu kalauern: elbischen, Rheintöchter vor.  Alberich als lüsterner Zausel zwergt in aller Unerbittlichkeit am lose wurzelnden Ufer erwogener Wonnen. Rechts unten eine Studie der Geißelalge, auch: Pappelalge, auch: Freischwingende Saumalge, die eigentlich garnicht ins Bild gehört, erst recht nicht auf die darunter angedeuteten Cliffs of Dover oder Moher.

Rheintöchter (2)

rheintoechter_leeke

Selten gesehene Wellenaufwürfe bietet der alte Vater Rhein in Ferdinand Leekes Gemälde “Die Rheintöchter ziehen Hagen in die Tiefe”, das wir zur weiteren Dramatisierung verrheinblaulicht haben. Die extremen Wasserlagen aller Beteiligten tun ihr Übriges. Ein Tag an dem es wenig später Blechdeckel geregnet haben dürfte.

Rheintöchter

Ryder_The-Siegfried

Die Erinnerung, diese Rheinstelle einst, wenngleich nicht zu Pferd, sondern mit in den Labors der Firma Sandoz entwickelten Raum-Zeit-Durchdringungshilfen, passiert zu haben, löst sich in dunklen Nebeln: wo genau war das nochmal? Das gelbliche Wetter, das unbefestigte Ufer, die hochlebendige Flora. Unterschwelliges Nixengezwitscher. Auch sprechendes Pappellaub. Genau: im Zeitalter der Radiorekorder wars, als uns zuletzt kaum definierbar süße Musike (ein wenig im Stile von Dead Can Dance) aus dem Unterholz quoll, die Landschaft außenrum visuell püriert von den passenden Pillen. In Öl auf Leinwand fixiert hat die Szene rund hundert Jahre zuvor bereits Albert Pinkham Ryder, prunkvoll ausstaffiert nach Wagner mit Geisterreiter und nackigen Nixen: The Siegfried and the Rhine Maidens (1888-91).