Gehege

Die germanischen Früchtchen rauchen
Waldreben. Unter Eichenbäumen
schieben wir die Grasnarbe vor, arbeiten uns heran
mit Krupp & Schmiedehammer
zum Tore hinaus, ab in die Binsen, feucht fröhliche
Ritterspiele, Tanzparaden, krautige Kneipen, Stehimbisse.
Quellende Brüste, erhellende Stimmen, – arschgeil
als wir am Rhein standen, oder die Oder, oder
genau, der wagnersche Hügel war’s,
wie so die Trunkenheit spielt, die ist hin(zu)zunehmen.
Verlagerungen der Reiseziele.
Von Deutschland haben wir bislang nichts gesehen.
Walken das ab, stochern den Rhein hinauf,
dabei bleiben wir sachlich, pflegen die Liebe,
drehen am Rad, machen dem Kaiser ein Kind.
Ne kölsche Jung soll dat werden. Bei Köln der Rhein ist so schön.
In Hamburg ist’s schön, aber die Elbe.
Von Deutschland haben wir bislang nichts gesehen.
In Dresden ist’s schön. Magdeburg hässlich.
Machen dem Kaiser ein hässliches Kind.
Machens in Buxtehude. Machens in Braunschweig.
In Flensburg das Meer ist so schön.
Der Wald ist so schön.

“Gehege” ist ein Gastbeitrag von Markus Hallinger. Besten Dank!