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	<title>rheinsein &#187; Europa</title>
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	<description>stan lafleur schlafwandelt durch die rheinische sferiferie</description>
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		<title>Rheinfall vs Staubbachfall</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Oct 2011 06:33:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stan Lafleur</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>(&#8230;) Gleich nachdem wir vor dem Pfarrhause abgestiegen waren, und dies war Abends um 6 Uhr, eilten wir, so geschwind wir konnten, diesem Phänomen zu. Wir betrachteten den Fall lange sowohl von vorne als von beyden Seiten, allein wir stimmten alle in dem Urtheile zusammen, daß der Ruhm des Staubbachs viel grösser, als seine Verdienste sey, und daß man ihm zuviel Ehre erweise, wenn man ihn mit dem Rheinfalle bey Schaffhausen vergleiche. Der Anblick des Staubbachs, den man sowohl vor dem Pfarrhause, als auf der Gallerie desselben beständig vor Augen hat, gewährt zwar ein neues wunderbares Schauspiel, das die Neugierde reizt; bringt aber keine von den Rührungen und Betrachlungen hervor, die ich beym Rheinfall in mir wahrnahm. Man entdeckt nirgends Spuren von der unbegreiflichen Kraft und Geschwindigkeit, wodurch der Rheinfall so groß und Seelenerhebend wird, und wenn einmal die erste Neugierde befriedigt ist, ja selbst während der ersten Beobachtung, bleibt man eben so ruhig und kalt, als man vorher war. Zwar ist die Höhe, von welcher der Staubbach herabfällt, viel beträchtlicher, als die des Rheinfalls. Denn man schäzt die erstere, wie ich glaube, etwas übertrieben, auf neunhundert Schuh; allein diese Höhe, die mächtig wirken würde, wenn der Fels, von welchem der Staubbach sich herabstürzt, ganz allein da stünde, trägt jezt wenig zur Verstärkung des Eindrucks bey, da man seit dem Eintritt in das Lauterbrunner Thal beständig von eben so hohen oder noch höhern Bergen umringt war, und man noch überdem rund um sich her viel höhere Berge, besonders die unersteigliche Jungfrau vor sich sieht, deren niedrigster Fuß sich über die Felswand erhebt, an welcher der Staubbach herabschießt. Selbst das Geräusch, was der zerstäubende und sich wieder sammlende Bach verursacht, ist so geringe, daß man es nur in der Nähe hören kann, und daß es auch in der Nähe von dem fürchterlichen Getöse gleichsam verschluckt wird, was die in ziemlicher Entfernung und in der Tiefe strömende Lütschine hervorbringt. Wenn aber der Bach bey anhaltendem Regen, oder heftigen Ungewittern plözlich angeschwellt wird, so soll er mit einer furchtbaren Gewalt Felsstücke herabrollen, die durch ihre wiederhohlten Fälle von einer Wand auf die andre, ein unaufhörliches Donnern verursachen müssen. Nicht lange vorher, als wir in Lauterbrunnen anlangten, schien es, als wenn ein starkes Ungewitter kommen würde, allein in weniger, als einer Stunde zerstreuten sich alle Wolken, und mit ihnen verschwand die Hoffnung, den verstärkten Laut und Wiederhall des Donners in diesem engen, und mit den höchsten Bergen von Europa umgebenen Thal zu hören. Eben deßwegen, weil der Staubbach nichts wahrhaftig grosses hat, kann man ihn viel besser beschreiben, und zeichnen als den Rheinfall, und wenn Sie das Blatt , auf welchem Herr Aberli den Staubbach gezeichnet hat, aufmerksam betrachten, so werden Sie sich den Eindrücken, welche der wirkliche Anblick erzeugt, unendlich mehr nähern, als wenn Sie die Zeichnung eben dieses Künstlers vom Rheinfall, ansehen. Der Bach stürzt sich aus einer mit Tannen besezten Höhe in zween schäumenden Strömen, von welchen der rechte der stärkste ist, über den Rand einer steilen mehrere hundert Schuhe hohen Felswand weg, an welcher er in sichtbaren, aber sich immer verdünnenden Wellen bis ohngefahr an die Hälfte seines Falls herabzugleiten scheint. Dies Herabglitschen ist zwar eine blosse Täuschung, indem der Bach sich wirklich vom Felsen losreißt, und in den leeren Luftraum hinein stürzt; allein diese Täuschung schwächt doch den Eindruck des ganzen Schauspiels nicht wenig, da die Wassermasse durch das sanfte Hinabglitschen vieles von ihrer Kraft zu verlieren, oder eine sanftere Bewegung zu erhalten scheint, als man sich einbildet, daß sie sonst würde gehabt haben. Ohngefähr gegen die Mitte der Felswand ist es, als wenn der Bach aufhörte, eine zusammenhängende Wassermasse zu seyn, und als wenn seine sich immer mehr und mehr zuspitzenden und divergirenden Wellen, in Staubwolken aufgelöst würden. Diese aufgelösten Dünste sammlen sich aber bald auf einer hervorragenden Felsbank wieder, und rinnen in vier bis fünf kleinen Strömchen und unzähligen einzelnen Tropfen in ein nicht sehr tiefes Loch hinab, in welches wir ohne Gefahr und ohne einmal ganz durchgenäßt zu werden, hinuntersteigen konnten. Wegen der Höhe des Falls verbreiten sich die zerstäubten Tropfen, wie ein feiner Regen, auf einige hundert Schritte, aber nicht so stark und so weit umher, als ich nach mehreren Beschreibungen erwartete. Wenn man den Bach von der Seite betrachtet, so kommt es einem vor, als wenn man in eine Wolkenlaule hinein sähe, die durch beständig veränderte Windstösse, in jedem Augenblicke neue Richtungen, Gestalten, und wenn Sie dies Wort anders verstehen, Wallungen erhielte. Der Weg vom Pfarrhause bis an den Rand des Beckens, in welches der Bach hinabfällt, ist äusserst beschwerlich, weil man in dem nassen Grase eine beträchtliche Anhöhe hinansteigen muß, die allmälich aus den von oben herabgewälzten Steinen entstanden ist. Nachdem wir den Staubbach für diesmal genug beobachtet zu haben glaubten, legten wir uns unter den Fall, aber doch so, daß wir von dem Staubregen nicht erreicht werden konnten, auf den weichen mit wohlriechenden Kräutern und Gräsern reich bewachsenen Wiesengrund hin, um uns den Empfindungen ganz zu überlassen, welche der nahe und ungestörte Anblick eines der höchsten Schneeberge und seiner Nachbaren in uns hervorbringen würde. (&#8230;)</p>
<p>(aus: Christoph Meiners &#8211; Briefe über die Schweiz, Band 1, Erster Brief)</p>
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		<title>Denkmal am deutschen Eck</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Oct 2011 14:58:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stan Lafleur</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>An der Mosel ging es noch an. Wir soffen uns langsam den Fluß hinab, wir fuhren mit dem Saufbähnchen von Trier nach Bulley hinunter, und auf jeder dritten Station stiegen wir aus und sahen nach, wie es mit dem Weine wäre. Es war. Wenn wir das festgestellt hatten, stiegen wir wieder ein: der Zug führte einen Waggon mit, der sah innen aus wie ein Salonwagen, von hier aus hätte man ganz bequem Krieg führen können, so mit einem Telefon auf dem Tisch, mit dicken Zigarren und: &#8220;Seiner Majestät ist soeben der Sturmangriff gemeldet worden.&#8221; Wir führten aber keinen Krieg, sondern drückten auf die Kellnerin, und dann erschien ein Klingelknopf, oder umgekehrt, und dann konnte man auf dem langen Tisch einen naturreinen Mosel trinken und dabei Würfel spielen. Und es entstanden in diesen Bahnstunden die Spiele:</p>
<p>Lottchen dick<br />
Spix ist stolz<br />
und:<br />
Georgine, die ordentliche Blume<br />
sowie:<br />
Karlchen und die Rehlein –</p>
<p>das letztere Spiel zur Erinnerung an Karlchen seine Liebesabenteuer im freien, frischen, frommen Walde, wo ihm einmal die kleinen Rehlein zugesehn hatten. Ich verlor auf das Grauenerregendste und mußte immer bezahlen. Aber so ist alles.</p>
<p>Bernkastel, Traben-Trarbach, Bulley&#8230; dann aber setzten wir uns in einen seriösen Zug und fuhren nach Kolbenz. (Diese Aussprache wurde adoptiert, falls Jakopp ein künstliches Gebiß hätte: es spricht sich leichter aus.) In Kolbenz tranken wir der Geographie halber einen Rheinwein, und der konnte Papa und Mama sagen, wir aber nicht mehr. Am nächsten Morgen – es war ein Sonntag hell und klar – gingen wir spazieren.</p>
<p>Ich kannte Kolbenz nicht. Das erste, was mir auffiel, war ein breites und lautes Bürgerpublikum von Reisenden, die sich merkwürdig aufgeregt gebärdeten. So, wie schwarzhaarige Frauen, wenn sie einmal in Paris sind, dem Zauber des Wortes &#8220;Paris&#8221; erliegen und sich so benehmen, wie sie es zu Hause niemals täten, so kippten hier die blonden Damen aus den Pantinen; der Rhein, Vater Rhein, der deutsche Rhein klingelte in den Gläsern, und es war ziemlich scheußlich anzusehn. Das zweite, was damals auffiel, war die &#8220;Schmachch&#8221;. Wir sprachen das Wort mit zwei ch, und wir meinten die Franzosen damit, von deren &#8220;schwarzer Schmach&#8221; wir so viel in den bildenden Kinos gesehen hatten. Hier war nur weiße Schmachch, und wir mochten sie nicht. Und zwar nicht etwa, weil wir die Franzosen nicht mögen, sondern weil wir das Militär nicht mögen. Wir sind nur nicht so dumm wie zum Beispiel der Kolbenzer &#8220;General-Anzeiger&#8221;, der nun, nach dem Abzug der Schmachch, Mord und Tod hinter ihnen herschimpfte, ohne auch nur einen Augenblick lang zu untersuchen: wie sich die Deutschen in Belgien und Frankreich benommen haben, was das Militär eigentlich ist und für wen es arbeitet, und wie an diesem ganzen namenlosen Unglück, am Krieg und seinen Folgen, Europa schuld ist und seine nationale Zerfetztheit. Statt dessen krähte die Zeitung in echt kleinbürgerlicher Wut wegen der unbedingt zu verurteilenden Übergriffe nun hinter ein paar tausend Soldaten her, deren jugendliche Kraft genau so unproduktiv mißbraucht wird, wie das mit Soldaten in allen Ländern geschieht – auch in Deutschland.</p>
<p>Wir spazierten also am Rhein entlang, ich hatte wieder einmal meine Geographie nicht gelernt und ließ mir von Jakopp die Gegend erklären. Da war der Ehrenbreitstein; auf dem brannte zum Gaudium aller Rheinkadetten eine französische Fahne – wirklich, die Fahne brannte hoch am Fahnenstock, verglomm, leuchtete wieder auf&#8230; mich interessiert Militär nicht, und ich weiß nicht, was sie da gekokelt haben. Es ist ja auch gleichgültig, so gleichgültig wie alles, was diese uniformierten Brüder tun. Und da war der Rhein, der kitschumrauschte, und, wie bei Goethe steht, da waren große Schiffe im Begriffe, auf diesem Flusse hier zu sein&#8230; und plötzlich bekam ich den größten Schreck auf dieser Reise. Ich weiß es noch ganz genau:</p>
<p>Wir gingen auf der breiten, baumbestandenen Allee; vorn an der Ecke war eine Fotografenbude, sie hatten Bilder ausgestellt, die waren braun wie alte Daguerrotypien, dann standen da keine Bäume mehr, ein freier Platz, ich sah hoch&#8230; und fiel beinah um.</p>
<p>Da stand – Tschingbumm! – ein riesiges Denkmal Kaiser Wilhelms des Ersten: ein Faustschlag aus Stein. Zunächst blieb einem der Atem weg.</p>
<p>Sah man näher hin, so entdeckte man, dass es ein herrliches, ein wilhelminisches, ein künstlerisches Kunstwerk war. Das Ding sah aus wie ein gigantischer Tortenaufsatz und repräsentierte jenes Deutschland, das am Kriege schuld gewesen ist – nun wollen wir sie dreschen! In Holland.</p>
<p>Zunächst ist an diesem Monstrum kein leerer Fleck zu entdecken. Es hat die Ornamenten-Masern.</p>
<p>Oben jener, auf einem Pferd, was: Pferd! auf einem Roß, was: Roß! auf einem riesigen Gefechtshengst wie aus einer Wagneroper, hoihotoho! Der alte Herr sitzt da und tut etwas, was er all seine Lebtage nicht getan hat: er dräut in die Lande, das Pferd dräut auch, und wenn ich mich recht erinnere, wallt irgend eine Frauensperson um ihn herum und beut ihm etwas dar. Aber da kann mich meine Erinnerung täuschen&#8230; vielleicht gibt sie dem Riesen-Pferdchen nur ein Zuckerchen. Und Ornamente und sich bäumende Reptile und gewürgte Schlangen und Adler und Wappen und Schnörkel und erbrochene Lilien und was weiß ich&#8230; es war ganz großartig. Ich schwieg erschüttert und sah Jakoppn an.</p>
<p>&#8220;Ja&#8221;, sagte Jakopp, &#8220;das ist das Kaiser-Wilhelm-Denkmal am Deutschen Eck.&#8221;</p>
<p>Richtig: da floß noch ein zweiter Fluß in den ersten Fluß, und es war, wenn man von den Fabrikschornsteinen absah, eine hübsche Gegend, viel zu hübsch für dieses steinerne Geklump, für diesen Trumm, diesen Trubas von einem Denkmal. &#8220;Was&#8230; wie&#8230;&#8221; stammelte ich ergriffen. Da hörte ich ein leises Stimmchen an meiner Linken, ein Knabe war mir unversehens genaht, er hatte wohl meine Ratlosigkeit bemerkt, und er sprach: &#8220;Soll ich Ihnen mal das Denkmal erklären –?&#8221; Rasches Erfassen der Kriegslage ziert den SA-Mann, und ich sprach: &#8220;Erkläre mir mal das Denkmal.&#8221;</p>
<p>Da sah der Knabe überall hin, nur nicht auf den Tortenaufsatz, er schlief im Stehen, seine Augen hatten den Ausdruck einer friedlich grasenden Kuh, ich hatte so etwas noch nie bei einem Menschen gesehen. Er sprach mit modulationsloser, quäkender Stimme. Und weil dieses arme Kind solches nicht allein tat, sondern vier oder fünf seiner Kollegen, wie ich später sah, den ganzen Sonntagvormittag lang gewerbsmäßig dasselbe ausübten, vor dem Denkmal und weiter unten, vor dem Hotel und überall, so habe ich das, was sich die Knaben eingepaukt hatten, mehrere Male hören können. Nach Verabreichung mehrerer Gläser guten Weines zwecks Auffrischung des Gedächtnisses läßt sich das etwa folgendermaßen an:</p>
<p>&#8220;Dieses Denkmal wurde gegründet im Jahre 1897; es stellt dar den berittenen Kaiser Wilhelm den Ersten, sowie auch eine Siegesgöttin benebst die besiegten Feinde. Die Siegesgöttin ist nach verlorenen Kriegen ein Friedensengel und hat eine Flügelbespannung von fünf Meter in die Breite. Das Denkmal wiegt fünf Millionen Kilogramm und hat einen Flächeninhalt von 1200 Quadratmetern, daher ist es ein großes Kunstwerk. Auf dem Grundsockel erhebt sich der Sockel, auf dem das Denkmal aufgebaut ist; auf diesem Sockel steht der richtige Sockel, und auf diesem der Untersockel, worauf sich der Denkmalssockel erhebt. Die Künstler, die an dem Denkmal schuld sind, heißen Schmitz und Hundrieser. Der Spruch, der in das Denkmal eingelassen ist, besagt: &#8220;Nimmer wird das Reich zerstöret, wenn ihr einig seid und treu.&#8221; Die Köpfe der Seeschlangen bedeuten Deutschlands Feinde, der Granit der Söckel ist aus dem Schwarzwald. Die Mosel fließt hinter dem Denkmal, ihre Strömung ist hier besonders schnell, weil sie an dem Denkmal vorbei muß. Das Denkmal ist in der Regierungszeit Kaiser Wilhelms des Zweiten eröffnet worden und hat daher zwei Millionen Mark gekostet. Das ist das Denkmal am Deutschen Eck.&#8221; (Große Trinkgeldpause.)</p>
<p>Wie ich in der Zeitung gelesen habe, sind die Reden, die sie nach dem Abzug der Schmachch gehalten haben, genau so gewesen wie das Denkmal. Aber könnt ihr euch denken, dass sich jemals eine Regierung bereit fände, einen solchen gefrorenen Mist abzukarren –? Im Gegenteil: sie werden gar bald ein neues Mal errichten: das Reichsehrenmal. Wenn es errichtet ist, werden rotzgenäste Knaben hingehn und es uns erklären: die Gastwirtschaften ringsherum werden voll sein, und in den Massengräbern zu Nordfrankreich wird sich ein Geraune erheben:</p>
<p>»Wofür –? Dafür.«</p>
<p>(Ignaz Wrobel in: Die Weltbühne, 1930)</p>
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		<title>Lena Nitro</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Aug 2011 06:17:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stan Lafleur</dc:creator>
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Bei der Erotikmesse zu Hohenems gibt sich Lena Nitro (eine Art Bestellloreley) die Ehre, wie wir den Anschlägen der &#8220;Dorf und Vereinsmitteilungen&#8221; am Sennwalder Volg-Markt entnehmen. Sennwald ist darüberhinaus Geburtsort der Anna Göldi, einer der letzten in Europa als Hexe hingerichteten Frauen und Heimat des &#8220;Schwarzen Ritters&#8221; Johann Philipp von Hohensax, dessen Mumie in der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://rheinsein.de/wp-content/uploads/2011/08/nitro.jpg" alt="nitro" title="nitro" width="480" height="640" class="alignleft size-full wp-image-4795" /></p>
<p>Bei der Erotikmesse zu Hohenems gibt sich Lena Nitro (eine Art Bestellloreley) die Ehre, wie wir den Anschlägen der &#8220;Dorf und Vereinsmitteilungen&#8221; am Sennwalder Volg-Markt entnehmen. Sennwald ist darüberhinaus Geburtsort der Anna Göldi, einer der letzten in Europa als Hexe hingerichteten Frauen und Heimat des &#8220;Schwarzen Ritters&#8221; Johann Philipp von Hohensax, dessen Mumie in der evangelischen Kirche aufbewahrt sein soll, die wir in derselben allerdings nicht zu entdecken vermochten. Lena Nitro jedenfalls dünkt uns ein explosiver Name, ein (super)heldischer sogar, der uns sogleich an den unglaublichen Tony Terror erinnert, in dem auch einiges an Sprengkraft steckte. </p>
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		<title>Jägerlatein im Heimathirsch (2)</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Jun 2011 23:50:39 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Zurück von der höchst rheinisch motivierten Heimatkunde-Show Jägerlatein im Nippeser Heimathirsch. Kaum zuhause angekommen, schickte Stefan Reusch von Die Ableser, unseren Premiere-Stargästen, seinen kurz zuvor unter rauschendem Applaus vorgetragenen Kabarett-Text zum Abendthema Liechtenstein:
&#8220;Liechtenstein. Tief im alpinen Gehölze liegt die Gold- und Sickergrube Europas, ein echt scheichreiches Fürstentum: Liechtenstein.
Liechtenstein ist halb Kaufladen, halb Kuhfladen, tagtäglich kommen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zurück von der höchst rheinisch motivierten Heimatkunde-Show <em>Jägerlatein</em> im Nippeser Heimathirsch. Kaum zuhause angekommen, schickte Stefan Reusch von <em>Die Ableser</em>, unseren Premiere-Stargästen, seinen kurz zuvor unter rauschendem Applaus vorgetragenen Kabarett-Text zum Abendthema Liechtenstein:</p>
<p>&#8220;Liechtenstein. Tief im alpinen Gehölze liegt die Gold- und Sickergrube Europas, ein echt scheichreiches Fürstentum: Liechtenstein.<br />
Liechtenstein ist halb Kaufladen, halb Kuhfladen, tagtäglich kommen viele rastlose Menschen auf der Suche nach Sicherheit hierher, ihr einziger Wunsch: nix wie weg von zuhaus &#8211; stiften gehen! Sie treffen sich im Schatten des hoch aufragenden Massivs des Großen Knausers. Es sind Steuerflüchtlinge, boat people, na ja: yacht people, auf der Suche nach einer Oase, zum Anlegen. Und das kann man hier vorzüglich. Anlegemöglichkeiten so weit der Reiche äugt, das Auge reicht.<br />
Und so kommen sie von weither aus ihrem Elend rein, ihren Ländereien, nach Liechtenstein. Hier genießt man sein Leben offen, in vollen Zügen.  Motto des offenen Vollzugs: „Wer den Taler nicht ehrt, hat wohl genug davon.“<br />
Und dann heißt es plötzlich: verdeckte Ermittler konnten verdeckte Konten ermitteln. Ja, wo ist denn da die Gerechtigkeit? Die Reichen sollen ihr ganzes Tafelsilber verscherbeln, während andere bloß den Löffel abgeben? Und damit der Staat was bauen kann, sollen die Reichen Steuern zahlen, wozu? Denn: sie brauchen doch gar keinen Staat, sie haben doch alles, Steuern zahlen, das ist ja schlimmer als zur Strafe  ohne Abendbrot in die Champagnerbar, uijuijui&#8230;<br />
In Liechtenstein, das wollen wir nie vergessen, treffen sich Leute, die von Hause aus nie eine Chance hatten, in Deutschland Wohngeld zu erhalten.<br />
Immer stand ihnen irgendein Aufsichtsratsposten im Weg.<br />
Und Liechtenstein hilft. Ein Zwergstaat mit wahrhaft astrognomischen Ausmaßen. Klein, aber oho! Und wenn wir leise sind, leise wie ein toter Briefkasten, also stille Post, gell, ja, dann können wir hören, wie die schwarzen Schafe gierig durchs Dunkel der Berge tappen, und hoffnungsfroh mähen: wenn du meinst es geht nichts mehr rein, kommt von irgendwo ein Liechtenstein. Mäh!&#8221;</p>
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		<title>Mme de Staël über Unterschiede im (gegenseitigen) intellektuellen Verständnis links und rechts des Rheins</title>
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		<pubDate>Wed, 11 May 2011 08:05:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stan Lafleur</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8220;(&#8230;) Les hommes de génie de tous les pays sont faits pour se  comprendre et pour s`estimer; mais le vulgaire des écrivains et des lecteurs  allemands et français rappelle cette fable de la Fontaine, où la cigogne ne peut  manger dans le plat, ni le renard dans la bouteille. Le contraste le [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;(&#8230;) Les hommes de génie de tous les pays sont faits pour se  comprendre et pour s`estimer; mais le vulgaire des écrivains et des lecteurs  allemands et français rappelle cette fable de la Fontaine, où la cigogne ne peut  manger dans le plat, ni le renard dans la bouteille. Le contraste le plus  parfait se fait voir entre les esprits développés dans la solitude et ceux qui  sont formés par la société. Les impressions du dehors et le recueillement de  <span>l`âme</span>, la connaissance des hommes et <span>l`étude </span>des idées abstraites, <span>l`action </span>et la théorie donnent des résultats tout à fait  opposés. La littérature, les arts, la philosophie, la religion des deux peuples,  attestent cette différence; et <span>l`éternelle </span>barrière  du Rhin sépare deux régions intellectuelles qui, non<span> moins que les deux contrées, sont étrangères <span>l`une </span>à <span>l`autre. (&#8230;)&#8221;</span></span></p>
<p><span><span><span><span><span>(aus: Oeuvres complètes de Mme de  Staël: De <span>l`Allemagne. </span>Seconde partie. De <span>la littérature et des arts.</span> Chapitre premier. Pourqoui les Français ne rendent-ils pas justice à la littérature allemande?)</span></span></span></span></span></p>
<p>&#8220;(&#8230;) La poésie française, étant la plus classique de toutes les poésies modernes, est  la seule qui ne soit pas répandue parmi le peuple. Les stances du Tasse sont  chantées par les gondoliers de Venise; les Espagnols et les Portugais de toutes  les classes savent par cœur les vers de Calderon et de Camoëns. Shakspeare est  autant admiré par le peuple en Angleterre que par la classe supérieure. Des  poèmes de Goethe et de Bürger sont mis en musique, et vous les entendez répéter  des bords du Rhin jusqu`à la Baltique. Nos poëtes français sont admirés par tout  ce qu`il y a d`esprits cultivés chez nous et dans le reste de <span>l`Europe, </span>mais ils sont tout à fait inconnus aux gens du  peuple et aux bourgeois même des villes, parce que les arts en France ne sont  pas, comme ailleurs, natifs du pays même où leurs beautés se développent. (&#8230;)&#8221;</p>
<p>(Dortselbst. Chapitre XI. De la poésie classique et de la poésie romantique.)</p>
<p>&#8220;(&#8230;) Klopstock a souvent beaucoup de grâce sur des sujets moins  sérieux: sa grâce tient à <span>l`imagina</span>tion et à la  sensibilité; car dans ses poésies il n`y a pas beaucoup de ce que nous appelons  de <span>l`es</span>prit; le genre lyrique ne le comporte pas.  Dans<em>, </em><span>l`ode </span>sur le rossignol, le poëte  allemand a su rajeunir un sujet bien usé, en prêtant à <span>l`oiseau </span>des sentiments si doux et si vifs pour la nature  et pour <span>l`homme</span>, qu`il semble un médiateur ailé qui  porte de <span>l`une </span>à <span>l`autre </span>des tributs de louange et d`amour. Une ode sur le vin du Rhin est  très-originale: les rives du Rhin sont pour les Allemands une image vraiment  nationale; ils n`ont rien de plus beau dans toute leur contrée; les pampres  croissent dans les mêmes lieux où tant d`actions guerrières se sont passées, et  le vin de cent années, contemporain de jours plus glorieux, semble recéler encore  la généreuse chaleur des temps passés.<br />
Non &#8211; seulement Klopstock a tiré du christianisme les plus  grandes beautés de ses ouvrages re<span>ligieux, mais comme il  voulait que la littérature de son pays fût tout à fait indépendante de celle des  anciens, il a tâché de donner à la poésie allemande une mythologie toute  nouvelle, empruntée des Scandinaves. Quelquefois il <span>l`emploie </span>d`une manière trop savante; mais quelquefois  aussi il en a tiré un parti très-heureux, et son imagination a senti les  rapports qui existent entre les dieux du Nord et <span>l`aspect </span>de la nature à laquelle ils président. (&#8230;)&#8221;<br />
</span><br />
(Dortselbst. Chapitre XII. Des  poëmes allmands.)</p>
<p>Wir danken unserem Korrespondenten Roland Bergère fürs Aufstöbern und häppchengerechte Servieren. Mme de Staëls Gedanken ufern sehr viel weiter aus, als wir hier darstellen mögen, und sind tiefere Einblicke wert. Klopstock!, sagen wir nur. Der Originaltext findet sich ua bei Google Books.</p>
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		<title>Rheingeier</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Apr 2011 07:21:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stan Lafleur</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Roland Bergère dürfen wir mit Fug und Recht als den Geier-Experten unter Europas Künstlern bezeichnen. Ähnlich wie rheinsein alles Rheinrelevante sammelt und archiviert, hortet Bergère in seinem bestiaire abrégé jegliche Informationen zu den liebenswerten Greifen. Sowohl Bergères als auch rheinseins Arbeitsstränge sind über lange Zeit angelegt, kreuzten dabei mehrfach ihre Wege und setzten inspirative Synergien [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Roland Bergère dürfen wir mit Fug und Recht als den Geier-Experten unter Europas Künstlern bezeichnen. Ähnlich wie rheinsein alles Rheinrelevante sammelt und archiviert, hortet Bergère in seinem bestiaire abrégé jegliche Informationen zu den liebenswerten Greifen. Sowohl Bergères als auch rheinseins Arbeitsstränge sind über lange Zeit angelegt, kreuzten dabei mehrfach ihre Wege und setzten inspirative Synergien frei: vor einigen Jahren z.B. beschäftigte uns die Frage, welche Bedeutung dem Geier (jenseits seiner Vorkommen in Zoos und als Flugschauobjekt) am Rhein noch zukommen könne. Bergère schickte uns daraufhin drei Skizzen, welche sich mit möglichen Evolutionsschritten für die in rheinischen Gefilden derzeit raren Landvögel auseinandersetzen:</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-4063" title="rheingeier1_roland" src="http://rheinsein.de/wp-content/uploads/2011/04/rheingeier1_roland.jpg" alt="rheingeier1_roland" width="296" height="342" /></p>
<p>Skizze 1 zeigt einen Schnorchelgeier, der sich in seinem neuen Element noch sichtlich unwohl fühlt (&#8221;Grillhähnchenhaltung&#8221;). Vermutlich hat ihn die Strömung überrascht, die sich von jenen, die in den Lüften herrschen, in wichtigen Punkten unterscheidet.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-4064" title="rheingeier2_roland" src="http://rheinsein.de/wp-content/uploads/2011/04/rheingeier2_roland.jpg" alt="rheingeier2_roland" width="332" height="317" /></p>
<p>Skizze 2 zeigt einen deutlich ausgeklügelteren Plan, sich dem ungewohnten Element zu nähern. Der Luftschlauch soll das Überleben auch bei längeren Unterwassergängen garantieren, zur doppelten  Sicherheit dient die Zugleine, welche den Vogel im Notfall in sein angestammtes Element zurückverfrachten soll.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-4062" title="rheingeier3_roland" src="http://rheinsein.de/wp-content/uploads/2011/04/rheingeier3_roland.jpg" alt="rheingeier3_roland" width="321" height="427" /></p>
<p>Skizze 3 schließlich zeigt eine realistische Anpassungsweise unter Wasser. Der evolutionäre Rheingeier scheint das Verhalten einiger Schalentiere beobachtet und kopiert zu haben: der Rumpf bleibt der feindlichen Umgebung verborgen. Beine und Krallen dienen als Steuer und Anker. </p>
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		<title>Die Chinesen am Rhein</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Mar 2011 13:01:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stan Lafleur</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Max Horkheimer erkannte bereits vor über 40 Jahren, wenngleich nicht als erster, die gelbe Gefahr bei gleichzeitigem Niedergang unserer Kulturwerte, wie ein Spiegelzitat der Ausgabe 12/1969, als der gemeine China-Imbiss an der Straßenecke noch, je nach Haltung, utopisches Schreckens- oder Sehnensszenario war, wunderbar zusammenfaßt: 
&#8220;Mit Kaiser Wilhelm II., Chruschtschow und Breschnew teilt Horkheimer die Furcht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Max Horkheimer erkannte bereits vor über 40 Jahren, wenngleich nicht als erster, die gelbe Gefahr bei gleichzeitigem Niedergang unserer Kulturwerte, wie ein Spiegelzitat der Ausgabe 12/1969, als der gemeine China-Imbiss an der Straßenecke noch, je nach Haltung, utopisches Schreckens- oder Sehnensszenario war, wunderbar zusammenfaßt: </p>
<p>&#8220;Mit Kaiser Wilhelm II., Chruschtschow und Breschnew teilt Horkheimer die Furcht vor den Chinesen. Er begründete sie den Italienern damit, daß Europas Kulturgüter weder Ansehen noch Bedeutung mehr besitzen. Deshalb, so meint er, würden die Länder der Dritten Welt &#8220;schnell expandieren&#8221;, und &#8220;deswegen habe ich Furcht und sehe ich die Chinesen sich den Ufern des Rheins nähern&#8221;.&#8221;</p>
<p>An den Ufern des Rheins sind die Chinesen längst angekommen und unterwandern die deutsche Schnitzellandschaft mit poetisch benamten  Fusionsküche-Imbissen wie &#8220;Guten Tag&#8221;, &#8220;Schöne Welt&#8221; oder &#8220;China-Wok&#8221;. Die tatsächlichen Angriffe auf unser Wertesystem, wird gemunkelt und selten sogar veröffentlicht, führten die Chinesen vorwiegend im Internet: Hacken, Beviren, Spionage, copy and paste. In der Echtwelt entstanden unterdessen verwirrende Rückkopplungseffekte per Wirtschaftsdynamik, nicht schlecht für ein System, das sich als kommunistisch ausweist. Die von kaum wahrnehmbaren östlichen Druckwellen und westlich-eingeborener Globalisierungsgewinnsucht aufgebaute Chinesisierung unseres Denkens ist auf dem Wege zur Hoffähigkeit teils bereits am Ziel angelangt, konfuzianische Anwandlungen da und dorten, die Laotsekapuze erobert den Bekleidungsmarkt. Gewinn oder Verlust? Horkheimers Furcht jedenfalls war die vor einer Kultur, die weit länger besteht als seine Aufklärung und ganz Europa zusammen. Jesus aber sprach: &#8220;Fürchtet euch nicht!&#8221; Denn schon zu Zeiten des Nazareners war über Jahrtausende bekannt, daß die Chinesen niemals militärisch expandieren. </p>
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		<title>Aktuell: Rhein-Vierteiler auf ARTE (3)</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Feb 2011 14:36:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stan Lafleur</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mutiger Beginn des letzten Dokuteils, wiederum von Klaus Kafitz: Drachenfels, Köln und Düsseldorf sind in ca 15 Sekunden abgehandelt. Im Duisburger Hafen werden 21 Becken gezählt, die Hängebrücke von Emmerich hält irgendeinen Rekord, bei Kalkar hockt Rudi Hell auf seiner Grieth, dem angeblich letztverbliebenen Schokker am Rhein, um Aale und Chinesische Wollhandkrabben aus seinen Fluten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mutiger Beginn des letzten Dokuteils, wiederum von Klaus Kafitz: Drachenfels, Köln und Düsseldorf sind in ca 15 Sekunden abgehandelt. Im Duisburger Hafen werden 21 Becken gezählt, die Hängebrücke von Emmerich hält irgendeinen Rekord, bei Kalkar hockt Rudi Hell auf seiner Grieth, dem angeblich letztverbliebenen Schokker am Rhein, um Aale und Chinesische Wollhandkrabben aus seinen Fluten hervorzuziehen. Die Grieth ist gewiß nicht der einzig verbliebene Aalschokker auf dem Fluß, vielleicht aber der einzig aktive. Über die Wollhandkrabbe weiß Wikipedia: &#8220;Zur Zubereitung werden die Krabben mit Schnüren zusammengebunden, um zu verhindern, dass der wohlschmeckende Saft beim Kochen austritt. Danach werden sie in Dampf gegart. Weil die große Menge von Wollhandkrabben aber nicht ausschließlich in der Gastronomie verwertet werden kann, erfolgt eine Nutzung vor allem gewerblich-industriell, etwa zur Chitosan-Herstellung und zur Biogas-Produktion. Chitosan ist ein begehrter Rohstoff, der z. B. bei der Abwasserbehandlung, in der Medizin (Nahtmaterial), in der Landwirtschaft (Saatgutbehandlung) und in der Lebensmittelindustrie eingesetzt wird. (&#8230;) Inzwischen soll die Art sogar von Europa in das Ursprungsland China zurückverfrachtet werden, um die dortigen Bestände zu stützen (&#8230;)&#8221; Bei Lobith finden Jugend-Speedboatmeisterschaften statt, in Schoonhoven am Lek sehen wir einer Kunstmalerin beim Aquarellieren von Strandkühen zu. Kühe im Wasser und Kühe am Rhein seien ein Markenzeichen der Niederlande, sagt die Malerin, der es nur aufgrund jahrelanger Gewöhnung vergönnt ist, bis auf wenige Meter an die scheuen Tiere heranzukommen. Hausboote, Windmühlen. Die Merwede verbreitert sich zu einem imposanten Fluß- und Inselsystem: de Biesbosch, im kleinen Holland ein Nationalpark so groß wie ganz Paris, mit Fischadlern über Polderland. In Bodegraven am Oude Rijn steht eine Biermühle, in Koudekerk aan den Rijn die einzige Klappbrücke über den schmalen Restfluß, der bei Katwijk als kleinster von fünf Mündungsarmen in die Nordsee fließt. Bei Rotterdam wird Westland, die gläserne Stadt, in der vornehmlich Gewächshausgemüse wohnt, bei Regenknappheit rheingespeist. Es sieht wie eine kosmische Versuchsanordnung aus, wenn ein einsamer Gärtner, für ein fünf Fußballfelder großes Gewächshausareal alleinverantwortlich, leuchtend grünen Kopfsalat in Klarsichttüten schneidet, während um ihn herum im nichtbeschriebenen Raum des computergenerierten Gewächshausklimas fantastische Neozoen sich ausbilden, nukleargetriebene Untiere, farblose Läuse, UV-Strahlen absondernde Motten und mimikryfähige Blütenpredatoren &#8211; ein schillernder und versöhnlicher Abschluß der Reihe, bei der Lang- und Kurzweil sich in etwa die Waage halten. </p>
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		<title>HEL über Köln</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Feb 2011 12:32:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stan Lafleur</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Fixpoetry bringt diese Woche unter dem Titel Apocalypso Ausschnitte aus einem Briefwechsel zwischen HEL (Herbert Laschet-Toussaint) und Ulrich Bergmann. Beide unterhalten sich darin achtzehn Jahre lang über Deutschland und Europa, dh, den Unter- und Wiederaufgang des Abendlands inkl. Kapitalismus, Sozialismus, Faschismus, Katholizismus, 68ern, Türken, Literatur (Thomas Mann, Günter Grass, Bertolt Brecht, Social Beat) und natürlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fixpoetry bringt diese Woche unter dem Titel Apocalypso Ausschnitte aus einem Briefwechsel zwischen HEL (Herbert Laschet-Toussaint) und Ulrich Bergmann. Beide unterhalten sich darin achtzehn Jahre lang über Deutschland und Europa, dh, den Unter- und Wiederaufgang des Abendlands inkl. Kapitalismus, Sozialismus, Faschismus, Katholizismus, 68ern, Türken, Literatur (Thomas Mann, Günter Grass, Bertolt Brecht, Social Beat) und natürlich Beuys. Das alles sind rheinische Themen, Bergmann lebt in Bonn und HEL schleicht als genuin belgischer Rheinländer nur deswegen allnächtlich über Berliner Endmoränen, weil dort seit den späten 80ern das offizielle deutsche Dichterreservat eingerichtet ist. Dabei denkt HEL auch an seine früheren Wirkungsstätten und kommt zu erstaunlichen Schlüssen über eine verkannte Stadt: &#8220;(&#8230;) Meinhofs analysen stimmen bis heute: äußere wie innere verelendung und die krankheiten daraus, von straßenkindern schleppe genannt; wir haben die Auschwitzimaschleppe: das ist ein krater, den man noch in einer million jahren vom weltall aus sehn wird, wie das Nördlinger Ries, und wir gehn auf dünner lavakruste .. na Sie verstehn schon: Köln mag einen schuß zivilisierter sein aus römischer zeit, luperkalisch, ubisch, druidisch, dafür hat’s 2000 jahre katholenterror aufm buckel. (&#8230;)&#8221; Der Briefwechsel über sieben Web-Etappen ist <a href="http://fixpoetry.com/feuilleton/interviews_essays/989.html" target="_blank">hier</a> nachzulesen. </p>
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		<title>Rheinzitat (4)</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Dec 2010 23:42:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stan Lafleur</dc:creator>
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Man kann ein Weltkind und gläubig sein
(aus: Alfons Paquet &#8211; Kurze Biographie)
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Europas Jordan ist der Rhein<br />
Man kann ein Weltkind und gläubig sein</p>
<p>(aus: Alfons Paquet &#8211; Kurze Biographie)</p>
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