Burroughs am Rheinfall

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Daß eine coole Ratte wie William S. Burroughs den Rheinfall zwangsläufig besucht haben müßte, hätten wir sicherlich so gedacht, wäre uns jemals die Frage danach in den Sinn gekommen. Gleichsam im Vorhinein eliminiert wurde diese vielleicht bereits seit langem unsichtbar im Anflug auf unser Heimatbewußtsein sich befindende, aber nie konkret aufscheinende Frage von obigem Zeugnis, das Emile Trono über Ostern einsandte. Es handelt sich um ein Digitalisat eines Fotos seines gleichnamigen Onkels, das Emile Trono, der Neffe, an rheinsein übermittelte, weil ein Schweizer Verbindungsmann ihn auf unsere Serie prominenter Rheinfallbesucher aufmerksam gemacht habe. Er selber liebe den Rheinfall über alles. Emile Trono, der Onkel, sei, schrieb der Neffe, wie Burroughs im Jahre 1997 verstorben, und habe ihm zuvor gelegentlich von seiner zufälligen Begegnung mit dem amerikanischen Schriftsteller erzählt. Zwei Jahre vor seinem Tod sei Burroughs heimlich ein letztes Mal nach Europa aufgebrochen, u.a. um die Mandelblüte am Mittelrhein und eben auch den Rheinfall in Augenschein zu nehmen. Onkel Trono, der als “Literaturfotograf” gearbeitet habe, erkannte Burroughs am Rheinfall und bekam diese Aufnahme gestattet, nachdem er versprechen mußte, sie lediglich in einem kleinen italienischen Litzine namens Cose senza le cose (oder so ähnlich, Neffe Trono zitiert aus der Erinnerung) zu publizieren. Eine ganze Weile habe Trono, der Onkel, mit Burroughs geplauscht, der sich über den Rheinfall kein Wort habe entlocken lassen. Beide hätten in der Rheinfall-Gastronomie noch “ein Schnitzel im Stehen” verspeist. Burroughs sei nach der gemeinsamen Mahlzeit auf ganz merkwürdige Weise verschwunden, “als habe er sich in Luft aufgelöst”. Auf der Rückseite des Originalabzugs befänden sich handschriftlich die rätselhaften Worte “obviously green”.