Sehnsucht und Kränkung

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liederbuch des eifelvereins

(Aus dem Liederbuch des Eifelvereins, 117 Eifel-, Wander- und Gesellschaftslieder mit Singweisen hrsg. im Auftrage des Eifelvereins von Hans Hoitz, 2. Auflage, Trier 1922)

Urft

urftgluckernDie Urft fließt über die Rur in die Maas, die sich dem Rhein mengt. An dieser idyllischen Stelle ein gutes Stück hinter Nettersheim läßt sie ihr Gluckern und Glurpsen verlauten, eine befremdliche, beinahe idiotische Dauerrede, die bevorzugt Wörter mit U verwendet.

urftanglerUrftangler in der Ortschaft Urft. Im Urfttal beginnt die römische Eifelwasserleitung nach Köln, von der wenig erhalten bzw freigelegt ist.

urftkölnJüngere Hinwendung der Eifelbewohner nach Köln, dokumentiert in Urft.

urft_lady jesus und beamtenpflanzeJesus als Frau mit Beamtenpflanze: Wegkreuz in Urft.

Der Rhein – Strom der Geschichte

lautet der Titel der neuesten Rheindoku (von Florian Breier und Christian Stiefenhofer), die dieser Tage bei anlief, bis 11. Juli 2016 in der Arte-Mediathek verfügbar ist und sicher noch einige Wiederholungen erleben wird. Der knapp 90-minütige Film switcht in abgegrenzten, letztlich zusammenhanglosen Szenen zwischen Quellen und Mündungen – Leitfaden ist einmal nicht (wie bei Rheindokumentationen gängig) die Geografie, sondern die Zeitleiste, die chronologisch von der Prähistorie bis in die Gegenwart verhandelt wird.
So beginnt der Film mit Krokodilen, Tapiren und Dinotherien, die sich vor 15 Millionen Jahren am tropischen Urrhein im heutigen Rheinland-Pfalz aufgehalten haben – bevor der Fluß seinen Weg änderte, um das Mittelrheintal auszuschwemmen. Ein jüngst mit moderner Methode ausgewertetes Hirschgeweih verweise auf das lange umstrittene Stromalter, das vermutlich erst mithilfe einer nächsten, noch moderneren Methode korrigiert bzw. ganz neu ermittelt werden wird. (Vor gut einem Jahr hatten wir auf solche Überlegungen zum Flußalter auf rheinsein verwiesen.) Der Urrhein wird dargestellt als Überbleibsel eines Teile Europas bedeckenden Meeres, das von der Alpenauffaltung zurückgedrängt wurde. Die Rede ist von einem “Wachstum nach Süden” und Verschmelzen mit der Uraare, die Flußrichtung müßte mithin gegenläufig zur heutigen verlaufen sein. Der Uralpenrhein dieweil sei bis vor fünf Millionen Jahren noch in die Urdonau geflossen. Erst in einer Eiszeit vor 450.000 Jahren hätten Gletscher den Urrhein von der Urdonau abgeschnitten und nach Westen gedrängt, wo er auf die Rhein-Aareverschmelzung getroffen sei.
Es folgt ein Sprung in die Eiszeit vor rund 14.000 Jahren. In der Gegend des heutigen Bonn jagen von Schauspielern dargestellte Frühmenschen an den Ufern des amazonisch verzweigten, mehrere Kilometer breiten Rheins. Die Pfeile bei der Elchjagd sind mit Feuersteinspitzen versehen. Aus Geweih schnitzten die “Oberkasseler Menschen” wie sie nach Skelettfunden bezeichnet werden, Elchfiguren in fließenden Formen.
Vom Ausbruch eines Eifelvulkans und seinen Folgen für den Rhein erfahren wir in Computeranimationen, von der Ruinaulta, vom Verhältnis zwischen Römern und Germanen, von Deutschen und Franzosen und nicht zu knapp von Tullas Rheinbegradigung, doch gehen sämtliche Abschnitte kaum je über den Teasermodus hinaus: interessante Ansätze, die im Allgemeinen steckenbleiben und Fragen aufwerfen, die wir als Zuschauer lieber geklärt gesehen hätten: eine Dokumentation wie ein Hinweis auf zahlreiche noch zu drehende Dokumentationen!

Straßburger Tanzwut

“An einem Julitag im Jahr 1518 begann eine Frau durch Strassburgs Strassen zu tanzen. Sie tanzte tagelang. Bald schlossen sich ihr weitere Personen an; bis Ende August hatte das Tanzfieber mehrere hundert Personen erfasst. Als alle Anstrengungen versagten, die Epidemie einzudämmen, und als die von der Anstrengung geschwächten Opfer der Tanzwut reihenweise zu sterben begannen, wiesen die Behörden sie aus der Stadt. Sie führten sie in die Vogesen zu einem Schrein des heiligen Vitus, dessen Altar die Tanzwütigen in roten Schuhen umschreiten mussten. Laut Überlieferung gebot erst dieses Ritual dem unheimlichen Geschehen Einhalt.” (NZZ)

An einem Junitag im Jahr 2016 begann eine Frau in Straßburg ganz alleine auf einem der Gastronomieschiffe am Quai des Pêcheurs zu tanzen. Bis auf die Tänzerin war niemand an Deck zu erblicken. Nachdem wir eine Weile erstaunt dem einsamen Tanz auf der Ill zugesehen hatten, hörten wir vom Ende eines benachbarten Quais Housebeats erschallen und sahen aus der Ferne mit selbstgeschneiderten abstrakten Applikationen verkleidete Menschen einem Umzugswagen folgen, auf dem zwei halbnackte Männer sich ekstatisch zuckend und offenbar tanzend bewegten. Der Wagen verschwand samt Tross und Polizeibegleitung im Straßengewirr der Stadt, das auch uns aufnahm. Auf unbekannte Weise verschlug es uns in die Rue des Orphelins, wo auf einer Bühne junge Frauen zu afrikanischen Rhythmen Formation tanzten. Bevor wir selbst der an zahlreichen Ecken willkürlich aufflammenden Tanzwut, für die keinerlei offizielle Erklärung vorlag, erliegen würden, machten wir uns auf, die Stadt zu verlassen. Allein, ein Gewitter gewaltigen Ausmaßes hielt uns für eine knappe Stunde in Hauseingängen und unter Garagenvorsprüngen zurück, zumal das Parkhaus Petite France, in dem unser Vehikel untergebracht war, vom niedergehenden Starkregen teilweise unter Wasser gesetzt wurde. Mochten die allenthalben zu beobachtenden Tänze dem Regenmachen gegolten haben, so ließe sich ihre Wirkung als schnell einsetzend und überaus effizient bezeichnen.

Zurückgekehrt, suchten wir nach Erklärungen für die Straßburger Spontantänze und stießen auf Historisches – bzw. neuzeitliche Berichte über die Chroniken des Jahres 1518 (wie oben zitiert). Die Menschen hätten seinerzeit in Straßburg “nicht aus Freude, sondern aus Angst und Verzweiflung” getanzt. Zeitgenössische Ärzte hätten auf Gehirnüberhitzung infolge “heißen Bluts” als Tanzursache geschlossen. Aktuelle Interpretationen hingegen ziehen Mutterkorn-Vergiftungen bzw spätmittelalterlich-heidnisches Kultverhalten als tanzeingebend in Betracht. Wikipedia behandelt das Fänomen Tanzwut mit einem Artikel, der den Straßburger Fall von 1518 in eine Reihe ähnlicher Fälle einordnet: “Der Frankfurter Historiker Gregor Rohmann hat 2012 eine neue Interpretation der Hintergründe der Tanzwut des 14. bis 17. Jahrhunderts vorgelegt. Demnach handelt es sich nicht um eine Form von „Hysterie“ oder der durch Halluzinogene induzierten Ekstase, sondern um ein auf religiösen Vorstellungen beruhendes Krankheitskonzept: Wer unfreiwillig tanzte, agierte so das Gefühl aus, von Gott verlassen zu sein. (…) Die wichtigsten Tanzwut-Ausbrüche fanden (…) 1374, 1463 und 1518 statt. Alle drei Fälle erfassten nicht etwa ganz Europa oder auch nur größere Gebiete, sondern jeweils relativ gut eingrenzbare Verbreitungsräume im Rhein-Mosel-Maas-Raum: 1374 vom Oberrhein bis nach Belgien, 1463 im Eifelgebiet, 1518 in Straßburg.” Ein rheinisches Fänomen!
Hinweise auf Starkregen und Gewitter wie jüngst in Straßburg ließen sich im Zusammenhang mit den historischen Ausbrüchen – ob nicht vorhanden oder nicht beachtet – nicht entdecken: für die Forschung möglicherweise ein Hinweis, dem nachzugehen sich lohnen könnte.

Bacharacher Bräuche und ein Wanderteufel aus der Eifel

Bacharach gehört zu den ältesten Städten am Rhein. Es war auch das ganze Mittelalter hindurch einer der berühmtesten Orte. Die Stadt scheint fast der bedeutendste Ort in dem alten Trach- oder Trachirgau, der sich lang und schmal am Rheine hinzog, gewesen zu sein. Die Dörfer Staag, geschützt durch die Burg Stalberg, Mauerbach sowie Oberund und das zu ihm gehörige Rheindiebach bildeten mit Bacharach den kleinen Staat der “vier Thäler”, wobei denn auch Bacharach als “Thal” mit eingerechnet wurde. Dieser Bereich war ein kleiner Staat für sich mit einer eigentümlich freien Verfassung, einer merkwürdigen Selbstregierung und einer mehr oder weniger vollständigen Abgeschlossenheit in sich. Die gesetzliche Regierung bildete der Vier-Thälerrat. Nach der Ordnung der Kurfürsten von der Pfalz von 1356 bestand er aus 24 Männern. Davon lieferte jedes Thal oder wie man es nannte jeder Thal drei und drei die Stadt Bacharach. Einer aus den Dreien, welche die Stadt Bacharach stellte, saß dem Vier-Thälerrate als Bürgermeister vor. Neben dem Rate bestand das Gericht aus 14 Schöffen, welchem der kurkölnische Saalschultheiß und der kurpfälzische Stadtschreiber beiwohnten. Der letztere sollte die Hoheitsrechte des Pfalzgrafen wahren und saß auf einem ihm besonders gesetzten Stuhle. Alle diese gerechnet, wird freilich die Zahl 24 überstiegen. Die eigentlichen Erwählten versahen ihr Amt bis ans Grab. Es galt in dieser Beziehung die Ansicht: Es sind brave Männer und sie wissen einmal die Gänge.

Die Gänge, welche der Vierthälerrat zu machen hatte, bestanden nämlich darin, daß er auch die “Gabelung” auf dem Weinmarkt vorzunehmen hatte. So begaben sich denn je vier Glieder des Vierthälerrates, begleitet von einigen Zechern, in den ihnen “zugewiesenen Thal”, um die Weine des Jahrganges zu probieren. Das geschah um Frühlingsanfang, wenn der Wein von den Hefen abgelassen war. Der bei der Gabelung festgestellte Weinpreis wurde den Käufern mitgeteilt. Der Weinmarkt zu Bacharach wurde bei gutem Wetter am Rheine auf dem freien Raume zwischen der Stadtmauer und dem Erdaufwurfe am Ufer des Stromes abgehalten. Die Verkäufer brachten noch einmal ihre Weinproben mit auf den Markt. Der Vierthälerrat stellte die silbernen Schalen zum Probieren für die Käufer. Unter dem gegabelten Preise durfte nicht verkauft werden, wohl aber darüber. Der Markt wurde ein- und ausgeläutet. Er war ein Volksfest, auf dem besonders die Winzer selbst sich gütlich thaten. Waren die Weine der vier Thäler verkauft, so kamen die “Franzischen” und “Hunischen” an die Reihe. Denn der Bacharacher Weinmarkt war durch Jahrhunderte der Stapelort und der Verkaufsort der sämmtlichen Weine des Rheingaues, bis die bevorzugten “Ebersbacher grauen Mönche” ihr köstliches “Gräfen-” und “Steinberger” Produkt und das des berühmten “Marcobrunn” von ihrem Stapelorte, dem “Reichharthäuser Hofe”, nach Köln selbst hinab zu verschiffen begannen und somit das uralte Herkommen durchbrochen wurde.

Zu den Weinmärkten in Bacharach kamen die Käufer bis von der Weichsel her. Die Bremenser “Weinherren” hielten hier in jedem Jahre eine gute Auslese für ihren Ratskeller. Windtmann hat daher in seiner musikalischen Kurzweil von 1623 die Reime:

“Zu Klingenberg am Main,
Zu Würzburg an dem Stein,
Zu Bacharach am Rhein
Hab’ ich in meinen Tagen
Gar oftmals hören sagen,
Soll’n sein die besten Wein’.”

An das Rathaus, in dessen Bürgersaale bei schlechtem Wetter der Weinmarkt abgehalten wurde, knüpft sich die folgende Sage. In dem Hause, welches links an das Rathaus stößt, wohnte ein Mann Namens Minola. Er war unverheiratet und hatte eine mürrische alte Haushälterin. Diese konnte einst in der Nacht nicht schlafen. Da es gerade Neumond war, so meinte sie, es sei schon Tag, sie könne aufstehen und für sich und ihren Herrn ein Zwiebelsüpplein kochen. Es war aber zur Winterszeit und recht kalt. Sie wickelte sich fest in ihre Kleidungsstücke und wollte Feuer anschlagen. Allein die Finger waren ihr zu steif und sie bekam durchaus kein Feuer. Da öffnete sie den Fensterladen und wollte am Markt umherschauen, ob nicht in einem Hause schon Feuer wäre. Aber alle Häuser waren noch dunkel. Nur von dem “Bogen” des Rathauses her fiel ein roter Feuerschein auf den Markt. Da nahm die Alte ihr “Feuerstoofchen” und ging aus dem Hause dem Feuerscheine nach. Als sie vor dem Bogen stand, der noch von dem älteren Rathause herrührt, sah sie einen hohen Kohlenhaufen mitten unter dem Bogen. Ein großer schwarzer Mann saß dabei und neben ihm lag ein großer schwarzer Hund. Es wurde ihr zwar bei dem Anblicke etwas gruselich, sie dachte aber, es wäre einer von den wandernden Spenglern oder Löffelgießern, die aus der Eifel kommen. Wie auch der Hund knurrte, so bot sie doch dem Schwarzen einen guten Morgen und bat um ein paar Kohlen, damit sie Feuer anmachen könne. Der Schwarze winkte nur und blickte auf das Feuer. Da ergriff die Alte das Schüreisen, welches bei dem Feuer lag, legte einige Kohlen in das Feuerstoofchen, dankte und ging rasch davon. Zuhause schüttete sie die Kohlen auf den Herd, aber sie waren völlig erloschen. Die Alte fürchtete sich nun vor dem Hunde und vor dem groben Gesellen, aber dennoch ging sie zum zweiten male zum Feuer am Rathausbogen. Zwar entschuldigte sie sich damit, daß die Kohlen erloschen seien. Aber der Mann aus der Eifel sah sie gräulich an und der Hund knurrte noch lauter als das erste mal. Auch ergriff der vermeinte Spengler jetzt das Wort und drohte der Alten den Hals umzudrehen, wenn sie zum dritten male käme. “Dann behaltet auch jetzt Eure Kohlen und laßt sie Euch einpökeln!” rief die Alte. Sie kannte ja keine Furcht und ihre verstellte Freundlichkeit hatte nur den Zweck gehabt, zu bewirken, daß sie in den Besitz der Kohlen käme. Nachdem diese Hoffnung gescheitert war, entsagte sie der Höflichkeit und ging mit einem derben Schimpfwort davon. Da fuhr der Hund auf sie los, und auch der Schwarze geberdete sich noch grimmiger als zuvor. Die Alte aber sprang mit einer Lebendigkeit, welche man nicht mehr von ihr hätte erwarten sollen, davon. Sie war froh, als sie die Thür ihres Hauses hinter sich verschlossen hatte. Eben schlug es Eins vom Turme, und da die Stunde von Zwölf bis Eins bei Vielen für die Geisterstunde gilt, so merkte sie, daß sie fast dem Satan in die Krallen und beinahe dem Höllenhunde in den Rachen gelaufen sei. Nun schauderte sie denn doch zusammen, als sie wieder unter ihrer Bettdecke lag; auch vermochte sie nicht wieder einzuschlafen. So hörte sie jeden Glockenschlag von 2-6. Um sechs stand sie auf. Es war noch ganz dunkel, aber mit Leichtigkeit konnte sie jetzt Feuer anschlagen. Sie zündete die Ampel an und leuchtete auf den Herd. Da hatten sich die Kohlen in Gold verwandelt. Sie beriet sich mit Herrn Minola, dieser aber zog einen Geistlichen zu, und so wurde von dem Teufelsgolde das Hospital zum heiligen Geiste gestiftet.

(aus: Heinrich Pröhle: Rheinlands schönste Sagen und Geschichten, Berlin 1886)

La mulette du Rhin

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“La mulette du Rhin (Unio margaritifera, Brugn.). Grande coquille épaisse et d’une belle nacre, que l’on trouve dans le Rhin, la Loire et quelques autres rivières. On en retire des perles assez belles et qui sont utilisées. C’est probablement à cette espèce qu’il faut rapporter ce que dit Valmont de Bomares des perles de Lorraine pêchées dans la Vologne, dont le duc Léopold s’était réservé la propriété, et dont une abbesse de Mons s’était fait un collier. Une mulette bien connue est celle nommée moule des peintres, qui sert à recevoir les couleurs dont les artistes se servent.
Les perles sont très-recherchées des femmes pour leur parure ; mais on en fabrique un très-grand nombre de fausses avec de petites ampoules de verre enduites intérieurement de colle de poisson chargées d’essence d’Orient, tirées des écailles de l’ablette, et ensuite remplies de cire fondue. Ces fausses perles imitent très-bien les véritables, et leur fabrication forme aujourd’hui un art assez important.”

Nicolas-Jean-Baptiste-Gaston Guibourt, Histoire naturelle des drogues simples, ou Cours d’histoire naturelle professé à l’École de pharmacie de Paris. Tome 4 (Paris, 1869-1870)
Abbildung: Charles-Auguste Millet, Les merveilles des fleuves et des ruisseaux, 3e édition illustrée de 66 vignettes sur bois par A. Mesnel (Paris 1888)

“Die Flussperlmuschel (Margaritifera margaritifera) ist eine der großen Süßwasser-Muscheln, die im Deutschland des beginnenden 21. Jahrhunderts als vom Aussterben bedrohte Tierart gilt.
Die Flussperlmuschel kann nach neuesten Ergebnissen ein Alter von bis zu 280 Jahren erreichen. Größe und Alter nehmen nach Norden hin zu, so wird sie in Spanien meist nur 8–10 cm groß und etwa 60–70 Jahre alt, während sie in Schweden bis zu 280 Jahre alt und 14 cm groß wird. Ihre Vermehrung ist ein komplexer, da an anspruchsvolle Voraussetzungen gebundener, störanfälliger Prozess mit mehreren Zwischenstadien. Nachdem die winzigen Frühformen (Glochidien) der Muschel geschlüpft sind, benötigen sie als Wirt die Bachforelle, in deren Kiemenbereich sie zehn Monate parasitisch leben; andere Fischarten sind als Wirt nicht geeignet. Sie wachsen von ca. 0,05 mm zur 0,5 mm großen Jungmuschel heran. Etwa im Mai, wenn die Temperatur und das Bachbett stimmig sind, lassen sie sich im Flussbett zwischen die Kiesel und Steine am Gewässergrund fallen und graben sich dort ein. Dort leben sie versteckt und kommen erst nach etwa sieben Jahren, im ausgewachsenen Stadium und mit der inzwischen gebildeten harten Schale, an die Oberfläche des Gewässergrundes. Sie verbringen dann den Rest ihres Lebens weitgehend stationär. In der Strömung lassen sie das Wasser durch ihre Kiemen fließen und filtern dabei Nahrungspartikel heraus. In ökologisch intaktem Umfeld bildet die Flussperlmuschel Kolonien.
Man bezeichnet die großen Flussmuscheln, einschließlich der Flussperlmuschel, auch als Najaden. (…)
Zur Zeit der deutschen Kleinstaaten und Fürstenhöfe bis zum 18. Jahrhundert wurde sie teilweise gezielt angesiedelt und effektiv mit drakonischen Strafen (z. B. Abhacken der Hand) geschützt, so im Odenwald und in der Eifel nachweisbar. Das Recht zur Suche nach Perlen wurde als Perlregal bezeichnet. Von vor 300 Jahren sind Perlmuschelbänke mit mehr als tausend Tieren pro Quadratmeter bekannt.
Mit dem Einmarsch der Franzosen 1794 erlosch das Perlregal in weiten Teilen Deutschlands, wodurch ein Raubbau ermöglicht wurde. (…)
Es enthalten nur wenige Muscheln tatsächlich Perlen: Die Angaben reichen von 0,05 % bis zu 4 % (eine Perle auf 2.000 bzw. 25 Muscheln).
Die Flussperlmuschel ist heute in Deutschland sehr selten. Gründe für den Bestandsrückgang sind: Verschmutzung der Gewässer durch Überdüngung, Abwassereinleitung und Streusalz; Versandung der Bäche; Verdrängung der Bachforelle, die als Wirtstier der Muschel dient, durch die eingeführte Regenbogenforelle; Aussterben des Lachses, der als Wirtstier dient; Vernichtung ganzer Bestände durch Perlenräuber in früheren Zeiten; neue Fressfeinde durch die Neozoen Bisamratte und Waschbär”
(Wikipedia, Stand: 17. August 2014)

Das römische Köln

Mit dem Hauptstadtwechsel von 1990 ging auch für Köln ein kräftiger Bedeutungsverlust einher. So fiel infolge der Abwanderung großer Teile der Kunstszene nach Berlin mit dem Status der “Welthauptstadt der Kunst” die letzte Spitzenposition im internationalen Vergleich. In seiner 2000-jährigen Geschichte hat Köln bereits viele Aufs und Abs zwischen Prunk und Bräsigkeit, Ambition und Fahrlässigkeit, Wahn und Witz gesehen. Die aktuellen Lokalkatastrofen werden selbst innnerhalb der Stadt häufig als “typisch kölsch” bewertet, ordnen sich jedoch, läßt der Kölner, was er ungern tut, den Blick über den eigenen Nabel hinausschweifen, einem starken Geist, der durch weite Teile des Kontinents weht, unter, ein Geist, den die einen als “spätrömisch-dekadent” definieren, die andern als “neofeudal” oder “turbokapitalistisch” – und vielleicht ein paar Seelen weniger als “beste aller Zeiten”. Auffällig zeitgemäß scheint die Häufung “provinziell” anmutender Entscheidungen in unseren Millionenstädten; dieweil in mancher Provinz die Innovation zu leiser Blüte gelangt. Was spätrömische Verhältnisse betrifft, hat Köln als Römergründung Erfahrungsvorsprünge gegenüber Berlin. Unter der Stadt liegt eine Stadt, die Auskunft zu geben imstande ist. Im Römisch-Germanischen Museum sprechen solche Funde aus Kölner Boden, kommentierte Grabmäler, Fresken, Büsten, Bodenmosaike und kunstfertige Alltagsgegenstände, vom Gleiten der Zeiten und ihrer möglichen Wiederkehr. Eine interaktive Leinwandprojektion zeigt die Anlage der alten Römersiedlung Colonia Claudia Ara Agrippinensium als Modell (Bild oben), dem der Besucher per Touchscreen die heutige Stadt überlagern kann. Mit dem Eifel-Aquädukt (zweigeteiltes Bild unten) gehörte zum römischen Köln das größte antike Bauwerk nördlich der Alpen, ein früher verlorener Rekord, denn das Aquädukt, das auf rund 100 Kilometern Baulänge frisches Bergquellwasser an den Rhein führte, ist nurmehr in wenigen, gelegentlich von Rekonstruktionen ergänzten Originalteilen vorhanden und offengelegt.

Gorrh (21)

Gorrh, oh: was ist das? Es ist Gorrh: in seiner Funktion als vollkommunikables Etwas (inkl. GPS und zahlreichen neuartigen Sexualparametern), es ist Gorrh als sich selbst integriertes Smartfone, den Touchscreen hochgezogen auf Plakatwandgröße an einer gut einsehbaren Stelle der Bundesstraße 9. Gorrh, somit in sich und um sich: ihr Sichtschutz besteht aus ihrer weithin sichtbaren elektronischen Strahlung, sein Gebiß in Fluorweiß, Brüste im Wonderbra, Gorrhs Hirnströme zeichnen die nebelverhangenen Höhenlinien der Voreifel. Gorrh: auf Null zulaufende, schaulaufende Verheißung. Autoprothetisch hängt Gorrh in/über der Gegend, „behindert is doch heut, wer ohne Freischpreschhändy in die Gegend brüllt, wer nich mit Wiimote sichn Weg freizäppt“, fläzt am Zeitstrand, gähnt im Goldrausch, schnipst „pling-pling-pling“ Steuergroschen in den Rettungsschirm der einheimischen Dichterzunft („vill tut sisch da doch nit mieh“), beamt sich ins Reichsidyll von 1935, eine (eine? die!) Horten HII Habicht rüttelt über typisch grünen rheinischen Wiesen, Nurflügler, Urflügler, Gorrhflügler, Gorrh grinst „ick bin aine Wunderwaffel!“. 1935 bis 2012: eine Menge Verschwörungstheoretiker sind auf Zeitreisen. Endziel Drittes Reich. Vergangenheitstouristen, Gorrh auf der Spur. Viele von ihnen bleiben kleben beim rückwärtsgewandten Blick. Ziehen Jahresmärkchen, horten Demärkchen, wundern sich, daß früher alles besser war und heute alles vor die Banken geht, daß morgen alles besser gewesen sein wird, nachdem es vor so langer Zeit doch ausgerottet worden war auf dem langen Marsch an die Pfründe. An einen Pfrund gekettet schwebt Gorrh mit der Leichtigkeit eines harmlosen halbknalligen Luftballons der Stadtsparkasse Bonn, rot/weiß wie der Effzeh, rot/weiß wie Ketschappmahjo, baumelt in den Luftzügen, die niemand als Gorrh selbst aus den Schächten ihrer Vielheit heraus kontrolliert, es prangt auf seiner Luftgestalt kein Sparkassen-S, sondern ein Dr. Mabuse-B, „häh, wieso B weiß kein Mensch!“ Aber, aber, es existiert doch ein B in Mabuse, wenngleich nur ein kleines, es steht für den B-Bezug zur Rerealität, dessen Gorrhs Bewunderer sich befleißigen. Auf Gorrhs Bewunderinnen zugerobbt kommen aus den trostbietenden Vorstädten gruppenweise die anderen Ideologisten. Es geht ihnen darum, den Arsch hochzubekommen und mehr Wissen über sich selbst anzuhäufen, das dann schippchenweise an Bedürftige verschenkt oder “zu fairen Preisen weitergegeben” werden kann. “Aha!”, machts da über der Stadt, auf ihren Plätzen und Straßen, auf der Rheinwiese und insbesondere bei den Würstchenständen. Mit der Leichtigkeit eines Werbeluftballons platzt Gorrh, weil er mutwillig zerstört wird und sieht, daß es gut ist. Außerdem muß sie wieder an den Strom: „Klappe halten, Zeit verwalten, Kerne spalten!“ erscheint Gorrhs vorerst letzte, verglühende Leuchtbotschaft, bevor sie am Rande der eigenen Inexistenz in die 70er switscht, mit Turmfrisur, Zahnlückchen und psychedelischen Mustern in Braunorange, Orangegrün und Gelbrot.

Echternacher Springprozession

Eine der exzellentesten, meistgeglaubten und liebstfrequentierten Realitäten liefert in der Neuzeit das Fernsehen. Noch im Mittelalter hätte Television für ein Wunder gegolten und wäre diverserseits nicht allzu fern der Ketzerei eingeordnet worden – die meisten Ansichten tragen sich standhaft durch die Zeiten, nur unter verschiedenen Vorzeichen und wechselnden Parteilichkeiten. Pfingsten am Rhein, das sind beispielsweise Schützenfeste, Jugendfußballturniere und die Echternacher Springprozession. Die in ihren Ursprüngen auf das erwähnte Mittelalter rekurriert und für Wunder ebenso bekannt ist, wie sie als heidnisch von Staat und Kirche bereits verboten war wie, hier schließt sich aufs Eleganteste der Kreis der Geschichte, das Fernsehen berichtet. So seh ich also aus der Ferne auf Datenträger gebannte Eifeler springen, sozusagen mit den Füßen beten, zu St. Willibrord, der sie alle einst katholiziert hat, genau: im Mittelalter. Da ziehen sie ihren Glaubensweg über grüne windradverspargelte Eifelwiesen, von Waxweiler aus, von Prüm und Bollendorf, vorbei an Weiden und Kühen, selten sieht man die Eifeler derart lustig und lebensfroh, zunehmend werden sie dafür auch von Touristen bestaunt, für ambulante Überlandbeichten ist gesorgt, für simultane Massengebete und medizinische Betreuung natürlich ebenso, es ist eine Schau und Mühsal, doch wo es früher nur drei Schritte vor und dann einen entscheidenden zurück ging, beim Springen, geht es seit 1945, wie in so vielen anderen Dingen, nur noch voran und wo Karl Marx behauptete, Religion sei Opium fürs Volk, stimmt ein hochneuzeitlicher Prozessionsteilnehmer überein: „Eine ganz tolle Sucht! Die schönste Sucht, die man sich denken kann: mit dem Körper zu beten.“ Auf ihre trockene Art verleihen die Brudermeister die Ehrenabzeichen für fünfzigste, fünfundsiebzigste und hundertste Teilnahmen, und nach einem Schluck hausgebranntem Obstler packen die die eher schweigsamen Prozessionsveteranen sogar die alten Geschichten aus, von der Dorf-SS und dem heiligen Schmuggel von Genußwaren über die Sauer: „Wenn ma damit aufjewachsen is, dann meint ma, dat müßt so sein.“

Aufm Drachenfels

Im Tal aufgewachsene Menschen (wie ich) hegen eine gewisse Skepsis gegenüber den Bergen, es ist uns nicht ganz geheuer dort oben, ungekannte Wesen und Gefahren lauern dort sowie eigentümliche Menschen, die weniger lauern, vielleicht, als daß sie wild und unberechenbar wirken oder überhöhte Preise für ihre Dienstleistungen verlangen und häufig ein recht fundamentales Christentum pflegen. Und so bekreuzigen wir uns mehrfach, bevor wir in die Felsen aufsteigen. Mein Bekreuzigungsakt am Drachenfels, einem nicht gar so gewaltigen, immerhin mit mythischem Namen und dreierlei Drachenlegenden versehenen Hügel, bestand diesmal im Deklamieren einiger Byronscher Canti aus Childe Harold`s Pilgrimage, wie etwa diesem:

„The castled Crag of Drachenfels
Frowns o’er the wide and winding Rhine,
Whose breast of waters broadly swells
Between the banks which bear the vine,
And hills all rich with blossomed trees,
And fields which promise corn and wine,
And scattered cities crowning these,
Whose far white walls along them shine,
Have strewed a scene, which I should see
With double joy wert thou with me.“

Viele dieser lyrischen Beobachtungen treffen auch heute noch, als ein Bruchteil des Gesamtbilds, vor allem natürlich die letzte Zeile. Beim Aufstieg wie stets die Suche nach möglichen Stellen der Siegfriedschen Drachenhatz. Auf halber Höhe ein Cappuccino mit Rheinblick in den ersten Frühjahrssonnenstrahlen. Das dauerdröhnende Tal, moderne Landschaft mit Silberschleifchen, ein Probealarm, die unsichtbaren Schwingungen der Sirenen: wilde Bewegungen in der Luft. Kommen Tiefflieger über die Eifel? Die Sirenen verklingen, zurück bleibt das unregelmäßige Rauschen der Verkehrstrassen. Weiter, vorbei an Schloß Drachenburg, das einst einem etwas exzentrischen Mann namens Paul Spinat gehört haben soll, mit Vorliebe für Uniformen und rosafarbene Rolls Royce, und solchen Ideen wie Leute aus Warhols Factory einzuladen, um die Innengestaltung seiner gediegenen Wohnstatt vorzunehmen (unbestätigte Quelle). Außen verkünden Banner die Möglichkeit zur Besichtigung: „Wegen Renovierung geöffnet“. Doch: Schloß geschlossen. Vorbei an einer Gruppe dumm in die Gegend linsender Esel, die Zahnradbahn fährt vorbei, mal bergauf, mal bergab. Gegen Mittag mehrt sich das Menschenaufkommen. Der Drachenfels hat einen Ruf zu verteidigen, als Deutschlands meist bestiegener Berg. Aufwärts, aufwärts, sind eh nur ein paar Meter. Der folienverpackte Bergfried überm Gipfel ist von Baugerüsten umgeben. Steht da wie eine unmotivierte Rakete (oder ein vergessenes Geschenk). Zu seinen Füßen nach wie vor die drachenfelsische Betongastronomie, dem äußeren Anschein nach eine Mischung aus 70er-Jahre-Gefängnisarchitektur und DDR-Kantine. Soll angeblich bald weggesprengt werden. Der Postkartenblick auf die Rheininseln Grafenwerth und Nonnenwerth. Plötzlich lärmend durchkreuzt von einem offenen Leichthubschrauber. Von unten dröhnt weiter das Tal. Japanische Touristen scherzen. Ich murmle fleißig Byron-Verse. Es bräuchte einen Kescher für Geräusche. Sie auch noch nach Tagen, Wochen und Jahren aus der Luft zu fischen. Dann wär das hier eine reiche Jagd.

Eingeeifelt

Ausgerechnet im übernacht tief verschneiten Schwarzwald stoße ich auf Clara Viebigs Eifelroman „Das Kreuz im Venn“ – wieder verschieben und mengen sich Raum und Zeit, in diesem Fall zwei rheinische Mittelgebirge, die Eifel um 1900 und der Schwarzwald um 2000 nach Christus, welcher in beiden Gegenden bis heute reichhaltige und in ihren äußeren Anwendungen bisweilen bizarre Verehrung erfährt. Eine willkürlich aufgeschlagene Stelle bringt den angemessen zartwilden, je nach Jahreszeit euforisierten bis düsteren Unterton, den Viebig der rauhen Vennlandschaft in ihren Beschreibungen aufprägt, zum Klingen: „Ein plötzliches Frösteln überfiel ihn: hu, war das kalt! Nun fühlte er, daß er ganz erstarrt war, Hände und Füße waren wie abgestorben; der Vennatem hatte ihn durchhaucht. Durch die graue Luft kam`s angeflattert mit klatschendem Flügelschlag und klagendem Ruf. Das waren die Moorhühner, sie strichen ihm um den Kopf, trübselig und graufarben wie Venngedanken. Er sprang auf. Die Heide hatte abgeblüht, dahin war der Schimmer. Fort, nur fort, daß er aus der endlosen Weite fortkam zu begrenzterem Raum! Hier war zuviel Raum, zuviel Endlosigkeit. Er ertrug sie heut nicht. (…) Der Wind, der den Tag über geweht hatte, war zum Sturm geworden. Mit einer Gewalt schnob er von Westen her, daß selbst die Hecke aus armesdickem Astwerk ihn nicht abhalten konnte. Das Haus erzitterte, die Türen sprangen auf, im Schlot erhob sich ein Winseln und Heulen. Die Tannen ächzten. Der Einsame stand am Fenster und versuchte, den Himmel zu beobachten, aber die ragende Hecke schnitt ihm jeden Ausblick ab. Im Zimmer war es dunkel. Rastlos schritt er auf und nieder. Eine dumpfe Traurigkeit schien über diesem Erdwinkel zu lasten, eine plötzliche Trostlosigkeit machte seine Seele erschauern; wie gejagt, wie vor sich selber fliehend, stürzte er zur Tür, riß sie auf. Aber ein Zugwind klatschte sie wieder zu. Er saß drinnen wie gefangen. Es fing an zu regnen. Er hörte die gepeitschten Tropfen hart gegen die dürre Hecke rasseln. Da war nun auch bald das letzte Blatt heruntergeschlagen, Sommer und Herbst waren hin, der Winter war da – wie würde er ihn überdauern?“ Letzteres im Mittelgebirge stets eine hochberechtigte Frage. Der Neuschnee auf dem Dachschrägenfenster versperrt mir heut Morgen die Aussicht auf Hüfingen und Baar. Viebigs Romanhelden sind Kleineleute, ganz in der Tradition Emile Zolas, sie widmet sich deren Schicksal und bäuerlich-christlichen Traditionen in extensiven Beobachtungen, die Echternacher Springprozession wird in lähmender Ausführlichkeit beschrieben, harte Bauernarbeit, strafgefangene Torfstecher, Tyfus-Einbruch und nächtliche Hofbelagerungen bestimmen nebst Kirchgang und Frühschoppen Linienführung, Farben, Rhythmus ihrer Beschreibungen, denen allenthalben das Prädikat „naturalistisch“ verpaßt wird. Und während ich dieser Tage langsam, doch geduldig durch weich gekrümmte Schneefelder stapfe, lappt literarische Eifelei in mein Schwarzwälder sein, Bedrückung und Weite, Bedrückung durch Weite und Weite durch Entrückung, und um die Mischung vollkommen zu machen, geht der Ruf nach Obstler, und ganz gewiß, er wird erhört werden, darauf läuft es am Ende doch stets hinaus.

Clara Viebig: Das Kreuz im Venn, Moewig, Rastatt (ohne Jahresangabe)