Presserückschau (März 2018)

1
Rheinöl
“Die Firma Rhein Petroleum will (…) im Herbst im Oberrheingraben an neuer Stelle nach Öl suchen. Wie ein Unternehmenssprecher (…) sagte, soll im nordbadischen Weingarten (Kreis Karlsruhe) 750 Meter tief gebohrt werden. Mit der Genehmigung von den Bergbehörden werde in diesen Tagen gerechnet. Bei Riedstadt in Südhessen fördert Rhein Petroleum seit Januar pro Woche etwa 66 000 Liter Öl. Die zwei Tank-Lkw fassende Menge werde in der Karlsruher Raffinerie verarbeitet. (…) 2016 hatte Rhein Petroleum nördlich von Karlsruhe bei Graben-Neudorf zur Probe gebohrt. Dort wurde allerdings nicht ausreichend Öl gefunden.” (Welt)

2
China am Rhein
“Der Einstieg des chinesischen Autobauers Geely als größter Aktionär bei Daimler sorgte für Aufruhr in der ersten Hälfte der Woche. Am Rhein dagegen ist China schon viel länger angekommen – und wächst weiter rasant. Düsseldorf ist der dynamischste Chinastandort in Deutschland. 520 chinesische Firmen, Global Player genauso wie innovative mittelständische Unternehmen, haben sich mittlerweile für die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt entschieden.” (Rheinische Post)

3
Schiersteiner Brücke
“Der Abriss der alten Schiersteiner Brücke ist in vollem Gange. (…) Ein 120 langes und 1100 Tonnen schweres Teilstück des alten Bauwerks wird derzeit regelrecht herausgesägt und die Fahrbahn durchtrennt. Von unten wird das Teilstück von vier Säulen auf einem Ponton getragen und später ans Ufer gebracht – „Ausschwimmen“ lautet der Fachausdruck dafür. (…) Bei 1,3 Kilometern Gesamtlänge der Brücke wird damit fast ein Zehntel des gesamten Bauwerks auf einmal demontiert. Eine ähnliche Aktion soll es später auch noch für den Mombacher Teil der Brücke geben. Im November war mit dem Abriss begonnen worden. Bis zum Herbst (…) soll die Demontage abgeschlossen sein und mit dem Neubau begonnen werden. Derzeit fließt der Verkehr über die bereits fertige südliche Brückenhälfte.” (Allgemeine Zeitung)

4
Festgefrorener Hund
“Ein Zeuge hat am (…) die Polizei alarmiert, weil auf einem im Rheinhafen Niehl liegendem Schiff (…) ein verwahrloster Golden Retriever bei Minusgraden in seiner Hundehütte lag. Die eingesetzten Wasserschutzpolizisten konnten an Bord niemanden außer dem Vierbeiner antreffen. Der Hund war mit seinem Fell am Deck angefroren und konnte sich nicht mehr bewegen. Zur Rettung des Vierbeiners rückte die Feuerwehr an. Sie befreiten ihn aus seiner Hütte, legten ihn mit einer Decke in eine Transportbox und zogen ihn mit einem Kran hoch an Land. Jetzt hat der Golden Retriever eine warme Unterkunft im Tierheim bezogen.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

5
Rhein-Reisespiel
“Die Vorstellung, die Rheinspiele hätten ihren Ursprung in Deutschland, hat etwas für sich. Zumal es in Mainz mit der Firma Jos. Scholz schon Mitte des 19. Jahrhunderts einen qualitätsvollen Spieleverlag gab. Doch weit gefehlt: Die Anfänge der Rhein-Reisespiele liegen auf der britischen Insel. In London nämlich erschien bereits im Jahre 1815 „Wallis’s Game of the Panorama of Europe“. Dieses frühe Reise-Brettspiel zeichnet die klassische Bildungsreise des Adels und des Bürgertums nach, die die Touristen im 18. und 19. Jahrhundert fast immer entlang des Rheins zumeist in die Schweiz oder nach Italien führte. In dem Spiel verläuft die Route quer durch Europa in 36 Städte von Oporto (Porto) über Amsterdam, Wien, Konstantinopel, St. Petersburg und Stockholm bis nach London, wobei die Einzelfelder mit kleinen Veduten der Reisestationen und Sehenswürdigkeiten ausgefüllt sind. Unter den Städten des Deutschen Bundes, in denen laut Spielplan Halt gemacht werden kann, findet tatsächlich auch immerhin ein rheinischer Ort Berücksichtigung: Die Stadt Bonn („… a beautiful town, the streets are wide…“) wurde – platziert zwischen Osnabrück und Leipzig – damit zum ersten Repräsentanten des Rheinlands in der europäischen Kulturgeschichte des Spiels.” (Allgemeine Zeitung)

6
Punk-Rock
“Auf dem Rhein wird es (…) laut und rockig. Das Sojus 7 veranstaltet erstmalig eine Punk-Rock-Bootstour mit der MS Beethoven vom Monheimer Schiffsanleger den Rhein hinauf bis Bonn und zurück. (…) Während der etwa sechsstündigen Fahrt sorgen insgesamt acht Punk-Rock Bands für eine ausgelassene Festival-Stimmung. Mit an Bord sind Singer-Songwriter TV Smith, die Band Diva Kollektiv aus Berlin, die Johnny Reggae Rub Foundation, die Düsseldorfer Joseph Boys, die Band Kwirl, die Monheimer Punkrocker von Johnny Eklat & das Rebell Kartell und die Monheimer Liedermacher Flaschenkindær.” (Lokalkompass)

7
Wolf
“In Duisburg ist ein Wolf gesichtet worden. Eine Wildkamera hat das Tier (…) in der Rheinaue in Walsum gefilmt. “Mit hoher Wahrscheinlichkeit”, so das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv), handelt es sich um dasselbe Tier, das am 24. Februar in Hünxe und zuvor in Rees gesichtet worden war. Damit gibt es in Nordrhein-Westfalen seit Jahresbeginn vier amtlich bestätigte Wolfssichtungen.” (WAZ)

8
Trinkwasser-Düker
“Die Rhein-Energie verlegt (…) voraussichtlich bis zum Oktober 2019 eine neue Trinkwasser-Transportleitung in Poll und Westhoven. Die Arbeiten sind Teil des Vorhabens, das links- und rechtsrheinische Trinkwassernetz miteinander zu verbinden. Geografisch und historisch bedingt sind beide Versorgungsgebiete bislang voneinander getrennt. Nun baut die Rhein-Energie einen Leitungstunnel unter dem Rhein zwischen Marienburg und Poll. Das Unternehmen teilt mit, die Investition diene einer qualitativ hochwertigen Trinkwasserversorgung für die nächsten Jahrzehnte. Die Verbindung der beiden Wassernetze ermögliche in Zukunft eine gleichmäßige Auslastung des gesamten Versorgungssystems. Dies werde sich für die Kunden vor allem im Linksrheinischen besonders an heißen Tagen mit hohem Wasserbedarf auszahlen.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

9
Minerva am Rhein und Main
“Das Interesse an den Idealen und Ritualen der Freimaurer scheint in Alzey und Umgebung recht groß zu sein. Zu den Gästeabenden der Loge „Minerva am Rhein und Main“ kommen jedenfalls immer so viele Besucher, dass der Saal im Schafhäuser Gemeindehaus (…) gut gefüllt ist. (…) „Minerva am Rhein und Main“ (…) gehört der Großloge „Humanitas“ an, die seit 1959 Männern und Frauen gleichermaßen ein Zuhause bietet. Die erste Vereinigung mit dem Namen „Minerva“ wurde 1967 gegründet und 1990 aus personellen Gründen „schlafen gelegt“. (…) 2013 fanden sich die notwendigen sieben Meister zusammen, um die Loge wiederzubeleben. Ihr gehören jetzt 13 „Meister“, zwei „Gesellen“ und zwei „Lehrlinge“ an, die sich monatlich einmal in Schafhausen zur Tempelarbeit treffen. Die Bezeichnungen aus dem Berufsfeld der Handwerker erinnern an die Geschichte der Freimaurer, die ihren Ursprung in den sogenannten Bauhütten der Steinmetze und Dombauer des Mittelalters haben. Aus diesen Anfängen stammen auch die Symbole und Werkzeuge, die bei den Ritualen eine Rolle spielen. (…) So symbolisiere der 24-zöllige Maßstab die Stunden eines Tages; der Proband könne mit diesem Werkzeug lernen, seine Zeit mit Weisheit einzuteilen. Wie er das tue, sei ihm selbst überlassen, oder um es mit einem Ausdruck aus dem Vokabular der Freimaurer zu beschreiben: „Jeder bearbeitet seinen eigenen Stein“.” (Allgemeine Zeitung)

10
Lorely
“Das Versteigerungsunternehmen Veiling Rhein-Maas in Herongen hat seine erste Tulpentaufe begangen. Der Anlieferer Litjens Tulpen hat gemeinsam mit seinem Kunden Mat Dings und Lisa Smit, dem niederländischen Tulpenmädchen des Jahres, sowie Veiling Rhein-Maas die neue Tulpensorte “Lorely” im Foyer der Versteigerung offiziell getauft. Auch für Lisa Smit war es die erste offizielle Tulpentaufe. “Die insbesondere für den deutschen Markt produzierte Tulpe ,Lorely’ begeistert mit großen und eindrucksvollen Blüten mit einer auffälligen Färbung Rosa-Weiß und einer langen Haltbarkeit”.” (Rheinische Post)

11
Rhein als Delaware
“Felicitas Hoppe weiß einfach ziemlich viel. Mit Blick auf den Rhein fragt sie ihr Publikum, ob es ihm bekannt sei, wo das (zumindest in den USA) berühmte Gemälde „Washington überquert den Delaware“ entstanden sei? Kunstpause. Dann das: Hier am Rhein – gut, nicht in Köln, aber immerhin nah dran. Emanuel Leutze habe diese Szene aus dem Amerikanischen Bürgerkrieg im Düsseldorfer Atelier gemalt. „Wenn man sich diese rheinischen Jungs vorstellt, die ihm da Modell gesessen haben“, sagt Hoppe und lässt den Satz verklingen. Und dann ist der Delaware in Wahrheit der Rhein. Muss man nicht wissen. Aber schön ist, das zu wissen.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

12
Rheintote
“Ein 17-jähriger Radfahrer ist in der Mannheimer Innenstadt in den Rhein gestürzt und gestorben. Nach ersten Ermittlungen soll der junge Matrose aus Holland mit seinem Fahrrad (…) im Handelshafen auf dem Weg zum Einkaufen gewesen sein (…). Dabei streifte er vermutlich das Gleis eines Hafenkrans, verlor die Kontrolle über sein Rad und stürzte über die etwa fünf Meter hohe Kaimauer in den Rhein. Möglicherweise prallte er gegen die Mauer oder ein dort befestigtes Boot, hieß es. Eine Schiffsbesatzung entdeckte den leblosen Körper und alarmierte die Rettungskräfte. Die Feuerwehr konnte den 17-Jährigen nur noch tot bergen.” (Rhein-Neckar-Zeitung)

“Rettungskräfte haben im Süden von Düsseldorf eine weibliche Leiche aus dem Rhein gezogen. (…) Die Frau ist noch nicht zweifelsfrei identifiziert.” (Rheinische Post)

“Eine Wasserleiche ist (…) von der Feuerwehr aus einem Rhein-Seitenarm bei Ottenheim, südlich der dortigen Kiesgrube, geborgen worden. Ein Kanufahrer war auf den Fund aufmerksam geworden und hatte (…) die Polizei verständigt (…). Die Bergungsaktion mit einem Schlauchboot, an der 16 Einsatzkräfte der Feuerwehr Schwanau beteiligt waren, dauerte etwa eine Stunde. Im Anschluss nahm die Kriminalpolizei die Ermittlungen auf. Die Polizei bestätigt, dass es sich um eine männliche Leiche handelt.” (Lahrer Zeitung)

Presserückschau (Februar 2018)

1
Protesthupen
“Mit lautstarkem Hupen protestieren derzeit die Binnenschiffer in Köln. Sie sind sauer darüber, dass sie nicht mehr im Rheinauhafen anlegen dürfen. Während des Rheinhochwassers hatten Schiffe zwei ältere Festmachvorrichtungen aus ihrer Verankerung gerissen. Die Anlagen an der Kaimauer seien nicht mehr für Zugkräfte moderner Frachtschiffe ausgelegt, teilen die Häfen und Güterverkehr Köln kurz HGK mit. Die verbliebenen Anlagen wurden entfernt und für die Kaimauer ein Anlegeverbot erlassen. Doch dieses Verbot stößt bei den Binnenschiffern auf Protest. Die Liegestellen am Rheinauhafen in Köln zählen zwischen Rheinland-Pfalz und der deutsch-niederländischen Grenze zu den letzten verbliebenen Möglichkeiten, um die Fahrt eines Schiffes zu unterbrechen (…). Um ihren Protest hörbar zu machen, hupen die Schiffe nun bei ihrer Durchfahrt. Vereinzelt hängen Kölnfahnen verkehrt herum.” (WDR)

2
Gesunkenes und wieder aufgetauchtes Hausboot
“Bornheim-Hersel – Ein Hausboot ist (…) in den Fluten des Rheins versunken. (…) Der Vorfall ereignete sich am Anfang des Herseler Werths, Ecke Hafenstraße/Leinpfad. Um die Sicherheit der Rettungskräfte zu gewährleisten, wurde eine Elektroleitung stillgelegt. (…) Mehr als 30 Einsatzkräfte waren vor Ort, darunter Rettungsschwimmer vom Deutschen Roten Kreuz und der Wasserwacht sowie Taucher der Berufsfeuerwehr Köln.” (General-Anzeiger)
“Das (…) in Hersel gesunkene Hausboot wurde (…) aus dem Rhein geborgen. Mehrere Helfer (…) versuchten in einer privaten Aktion, das Schiffswrack aus den Fluten zu ziehen. Nachbarschaftshilfe wird in Hersel groß geschrieben. (…) Mit einem Traktor, Seilwinden und Umlenkrollen zogen (…) Helfer das havarierte Boot aus dem Wasser. (…) Die Seile liefen über fünf Rollen, damit die Kraft zum Herausziehen verstärkt wurde. Allerdings mussten die Helfer das Ganze nach einigen Stunden abbrechen, weil das 22 Tonnen schwere Boot mit Wasser vollgelaufen und somit zu schwer geworden war. Hinzu kommt, dass die Uferböschung recht steil ist. Nun müssen alle Beteiligten erst einmal darauf warten, dass der Wasserpegel sinkt, um das Boot leer pumpen zu können. Erst dann wird es weiter an Land gezogen.” (General-Anzeiger)

3
Ausstellung
“Bad Honnef – Impressionen vom Rhein sind ab sofort in der Ladenzeile im Postgebäude an der Bahnhofstraße, die der Kunstverein antiform bespielt, zu sehen. Die vier Fotografen Helmut Reinelt, Frank Homann, Frank Landsberg und Jens Unglaube präsentieren in der Schau ihre Werke zum Thema „Der Rhein und seine Landschaft“. (…) Die Ausstellung ist bis 8. April jeden Sonntag von 14 bis 18 Uhr geöffnet, zusätzliche Termine nach Absprache.” (Bonner Rundschau)

4
Bär im Rhein
“In Höhe des Tanzbrunnens mussten Einsatzkräfte von Feuerwehr und Wasserschutzpolizei einen als „Bär“ verkleideten Jugendlichen (17) aus dem Wasser ziehen. Mit einer Unterkühlung wurde er von Rettungssanitätern versorgt.” (Kölnische Rundschau)

5
Müll
“In Basel sind mehrere Abfallsammler des Swiss Litter Reports unterwegs – und sie finden einiges an Müll. An einem Tag im Juni etwa trug ein Sammler an einer Stelle beim Tinguely-Museum alleine über 1100 Glas- oder Keramikstücke, 336 Metall- und knapp 3000 Plastikgegenstände, wobei unter Letzteren auch (…) 2630 Zigarettenstummel verbucht sind. Auch grössere Müllgegenstände werden in Basel oft im Rhein entsorgt. An der letztjährigen «Ryybutzete» holten Taucher acht Tonnen Müll aus dem Fluss.” (Aargauer Zeitung)

6
Trinkwasser
“Der Ballungsraum ist durstig: 223 Millionen Kubikmeter Wasser aus dem Ried konsumieren die Rhein-Main-Bewohner pro Jahr. Bis 2030 wird der Bedarf seiner Kunden um weitere 7,5 Millionen Kubikmeter steigen, schätzt der Wasserverband Hessisches Ried. Bevölkerungsprognosen und Klimawandel erforderten, die grundwasserschonende Wassergewinnung auszuweiten. Eine weitere Infiltrationsanlage sei in Planung, kündigte Verbandsvorsteherin und Hessenwasser-Chefin Elisabeth Jreisat in Frankfurt an. Das Prinzip wird das gleiche sein wie das der vier bereits vorhandenen: Rheinwasser wird aufbereitet und versickert dann im Untergrund, um Grundwasser aufzufüllen. (…) Trotz der starken Niederschläge der vergangenen Wochen saugt der Verband derzeit weiter Wasser aus dem Rhein ab und bereitet es auf. Der Grundwasserspiegel sei noch nicht hoch genug, um für einen eventuellen trockenen Sommer gerüstet zu sein.” (Frankfurter Rundschau)

7
Hydraulische Besonderheit
“Ärger über angeblich falsche Fluss-Pegelstände gibt es in Leutesdorf am Rhein (…). Der stellvertretende Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamts Bingen, Florian Krekel, sagte (…), am Pegel Andernach gebe es eine “lokale hydraulische Besonderheit” im Zusammenhang mit zwei 80 Meter davon entfernten Mess-Sensoren. Die bekanntgegebenen Pegelstände könnten daher tatsächlich verwirren. “Wir prüfen, wie wir das verbessern können”, erklärte Krekel. Das sei aber eine Sache von Monaten und nicht wenigen Tagen. “Mess-Stellen verlegt man ungern.” Denn es gehe um die Vergleichbarkeit mit früheren Werten. Krekel riet Rheinanliegern, sich bei ihren Vorkehrungen für Hochwasser nicht auf eine Genauigkeit von zehn Zentimetern bei der Vorhersage der Pegelstände zu verlassen.” (T-Online)

8
Heizungsfunktion für Halsbandsittiche
“Halsbandsittiche breiten sich langsam aus. “Sie wandern entlang des Rheins und des Untermains weiter”, sagt Bernd Petri, Vogelexperte beim Naturschutzbund NABU. So könnten sie im Winter gut überleben. Die Flüsse fungierten wie eine Heizung. Zudem gebe es dort viele Menschen und Futterstellen.” (Hessenschau)

9
Wupperbiber
“Erstmals seit 140 Jahren wurden in Leverkusen Biber gesichtet. (…) Entdeckt hat man die Wassertiere an den durchnagten Weiden, Eschen und Pappeln in der nähe des Ufers, welche den Bibern als Nahrung dienen. Die Nager können ganze Bäume fällen um an die oberen Zweige heranzukommen. (…) Da die Wasserstände der Flüsse in Leverkusen sich kaum verändern, baut der ein Meter lange und 30 Kilogramm schwere Biber keine Dämme, sondern Höhlen in der lehmigen Uferböschung, deren Eingang unter der Wasseroberfläche ist. Dort leben Biber in Familienverbänden von zwei bis acht Tieren. (…) Die Jungtiere bleiben bis zum dritten Lebensjahr im Revier der Eltern. Das neue Revier liegt im Durchschnitt 25 Kilometer vom Revier der Eltern entfernt. Wenn man genau hinschaut, dann kann man einen Biber nicht nur an den Nagespuren an einem Baum erkennen, sondern auch auf dem Wasser, wenn er mit einem kräftigen Schwanzklatscher aufs Wasser auf Tauchgang geht.” (Leverkusener Anzeiger)

10
Früher Film
“Es sind nur 47 grobkörnige Filmsekunden – und doch haben sie unschätzbare Bedeutung für die Erforschung von Basel an der Schwelle zum 20. Jahrhundert: Der Film „Bâle: Pont sur le Rhin“ aus dem Jahr 1896 stellt das älteste Filmdokument der Stadt am Rheinknie dar (…). Ausschnitte aus dem Basler Rheinbrücken-Film mit Erläuterungen sind im Internet unter www.filmpodium.ch zu sehen (unter dem Menüpunkt „Stummfilmfestival 2018“.)” (Weiler Zeitung)

11
Wasserbusse
“Sie könnten den Verkehr in der Region entlasten: Die Städte Köln und Leverkusen wollen prüfen lassen, ob künftig Wasserbusse auf dem Rhein fahren könnten. Eine Machbarkeitsstudie soll in Auftrag gegeben werden. Die Infrastruktur in der Region sei starken Belastungen ausgesetzt, erläuterte die Stadt Köln (…) in einer Mitteilung. Man wolle dafür Lösungen erarbeiten. (…) Das zu untersuchende Wasserbussystem solle mit dem übrigen Nahverkehrsangebot und dem Radverkehr verknüpft werden. Unter einem Wasserbus verstehen die Beteiligten nach Angaben einer Sprecherin in diesem Fall Schiffe. Partner in dem Projekt sind neben Köln und Leverkusen auch Wesseling und regionale Verkehrsanbieter.” (Rheinische Post)

12
Neuer Seitenarm
“In der Rheinaue bei Emmerich ist ein neuer, zwei Kilometer langer Flussarm entstanden, der Lebensraum für Fisch- und Vogelarten bieten soll. (…) Das Gelände ist schwer zugänglich. Die Zufahrt zur Emmericher Ward erfolgt über die Steinfabrik Muhr. Im Sommer wie im Winter ist westlich der Rheinbrücke kaum jemand zu sehen: „Na ja, ab und an ein illegaler Angler, der Bisamfänger und der Biber“, scherzt Klaus Markgraf-Maué, der die Stille an diesem Wintermorgen sichtbar genießt. Sein geschultes Ohr hört zahlreiche Vogelstimmen, und noch bevor in der Luft etwas zu sehen ist, hat er bereits Stare, Brachvogel, Wasserläufer, Kanadagänse und Weißwangengänse ausgemacht. (…) Die neue Nebenrinne des Rheins entwickele sich prächtig. Durch das Hochwasser wurde das Flussbett neu geformt. Der Biologe erkennt die ersten neuen Kies- und Sandablagerungen im Uferbereich: „Genau so wollen wir es haben“, sagt er. Durch das starke Wassertreiben im Januar haben sich auch einige steile Uferböschungen gebildet: „Das ist ein idealer Brutraum für Eisvögel und Uferschwalben.“ Fast 17 Jahre lang hat Klaus Markgraf-Maué sich für diesen Flusslauf eingesetzt. 2001 starteten die ersten Planungen, im November 2017 fuhren die letzten Bagger von der Baustelle. Zwei Kilometer umfasst der Rheinarm, der jetzt vielen Vogel- und Fischarten ein neues Zuhause bieten soll. An 270 Tagen im Jahr wird der Rhein das Gelände durchströmen: „Das ist aus ökologischer Sicht eine ideale Sache“, so Markgraf-Maué.” (NRZ)

13
Rheintote
“Am Morgen (…) entdeckten Zeugen am Anleger unterhalb der Schnellenburg in Höhe der Messe an der Rotterdamer Straße in Düsseldorf-Stockum einen leblosen menschlichen Körper im Rhein. Die zur Hilfe gerufene Feuerwehr und die Wasserschutzpolizei bargen den Körper kurze Zeit später. Bis jetzt steht laut Polizei fest: Bei dem Toten handelt es sich um einen etwa 20 bis 50 Jahre alten und 1,85 Meter großen Mann. (…) Die Leiche konnte noch nicht identifiziert werden.” (NRZ)

“In den Niederlanden ist eine Wasserleiche gefunden worden. Die Polizei konnte die Identität des Mannes bisher nicht klären. Der Mann sei (…) in Waal, einem Mündungsarm des Rheins, gefunden worden, teilte die niederländische Polizei mit. Vermutlich habe er schon mehrere Wochen im Wasser gelegen. Angaben zur Todesursache machten die Ermittler nicht. Möglicherweise stamme der Tote aus Deutschland und sei im Rhein flussabwärts getrieben. Erst vor wenigen Tagen war in den Niederlanden die Leiche eines Mannes gefunden worden, der aus Oberhausen stammte und seit einer Weihnachtsfeier in Düsseldorf vermisst worden war.” (Rheinische Post)

Presserückschau (Januar 2018)

1
Mikroplastik
“Der Rhein transportiert jede Menge Mikroplastik. Von der Quelle in den Graubündener Alpen abwärts fließen jedes Jahr allein im Oberflächenwasser acht bis zehn Tonnen Kleinstkunststoffteile in die Nordsee. “Dies ist nur die Spitze des Eisberges”, erklärt Prof. Andreas Fath (…). “Die tatsächliche Belastung des Rheins mit Mikroplastik dürfte noch um ein Vielfaches höher sein.” Denn der überwiegende Teil sinkt in die unteren Schichten des Flusswassers oder ins Sediment ab. Die Meere werden also reichlich mit Kunststoff versorgt: Im Jahr 2050 soll nach einer Studie der Ellen Mac Arthur Stiftung gewichtsmäßig mehr Plastik als Fische in unseren Ozeanen schwimmen.” (WDR)

2
Wildschwein
“Das war schon eine fast filmreife Verfolgungsjagd, die sich ein Wildschwein (…) mit der Polizei im Bonner Stadtgebiet lieferte. (…) Das einzelne Wildschwein war erstmals (…) von Anwohnern in der Königsheimstraße in Beuel gesichtet und der Polizei gemeldet worden. Anschließend lief der Schwarzkittel in Richtung Drachenfelsweg, wo es (…) mit einem 61 Jahre alten Fahrradfahrer zusammenstieß. Der Mann war gerade mit dem Rad an seinem Grundstück angekommen, als das Schwein ihn über den Haufen rannte. (…) Danach ging die Jagd durch Beuel weiter über die Dietrich-Bonhoeffer-Straße in Richtung Rhein. Dort sprang das Tier dann vor seinen Häschern in den Fluss, wo es (…) leicht mit dem Schiff „Hansestadt Hamburg“ kollidierte. Dabei wurde das Schwarzwild aber offensichtlich nicht schwerer verletzt, denn danach trieb es am Römerbad vorbei, um im Bereich der Nordbrücke wieder an Land zu gehen.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

3
Hasen und Kaninchen
“Wenn der Rhein Hochwasser hat, verwandeln sich die Wiesen an der Rheinbiegung im Schatten der Leverkusener Brücke in kleine Inseln. Förster (…) fahren dann mit dem Boot von Insel zu Insel. Ihre Mission: Die Inselbewohner, Hasen und Kaninchen, vor dem Ertrinken zu retten. „Hasen können ungefähr 100 Meter weit schwimmen, Kaninchen halten etwa 20 Meter durch“, erklärt Förster Scheer. „Wenn die Fluten des Hochwassers kommen, haben die Tiere kaum eine Chance.“ Das Rettungsteam ist ausgerüstet mit Keschern und Kisten in denen sie die Hasen und Kaninchen unterbringen. „Wenn wir die Tiere eingefangen haben, bringen wir sie danach an einen sicheren Fleck“, sagt Scheer.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

4
Wo Möwen in Krefeld kostenlos Karussell fahren können
“Zu den Top 10 der häufigsten Wo-Fragen auf Google in Deutschland zählte 2017: “Wo können Möwen in Krefeld kostenlos Karussell fahren?” (…) Die Lösung nehmen wir hier schon mal vorweg: Umsonst Karussell fahren können die Krefelder Möwen auf der Hafen-Drehbrücke, die über den Linner Mühlenbach führt.” (Rheinische Post)

5
Insel der Obdachlosen
“Wegen des Hochwassers musste die Neusser Feuerwehr (…) zu ihrem ersten, flutbedingten Rettungseinsatz ausrücken. Die Einsatzkräfte (kamen) zwei Männern zur Hilfe, die auf der Ölgangsinsel vom Wasser überrascht wurden. Nach einer kurzen Suche, erreichte die Wasserrettungseinheit die beiden Hilfesuchenden. Mit dem Mehrzweckboot „Marne“ wurden die zwei vermutlich obdachlosen Männer (44/57) aufgelesen und sicher an Land gebracht. Laut Polizei hatte das Duo zusammen mit ihren zwei Hunden und ihrem gesamten Hab und Gut auf der Halbinsel am Rheinkilometer 739 übernachtet. Am Morgen wären sie dann von Wasser überrascht und den steigenden Pegel vom „Festland“ abgeschnitten worden.” (Express)

6
Gaffer
“Der Rhein macht sich breit – die Touristen auch. (…) Sie stehen teils in Zweier- und Dreierreihen entlang der Mauer und halten ihre Kameras oder Handys in Richtung Rhein. Auch wenn die erste große Flut des Jahres 2018 Leverkusen vermutlich nicht in größere Bedrängnis bringen wird, so wollten doch Dutzende Hochwassertouristen gestern die Situation vor dem Erreichen des Höchststandes für sich dokumentieren. Auch aus weiter entfernten Städten kamen sie mit ihren Autos nach Hitdorf und postierten sich an verschiedenen Aussichtspunkten. Dabei hatte die Stadt (…) an allen Zufahrtstraßen zum Rhein Barrikaden errichtet. An einigen Stellen wachte zusätzlich Personal über die Zufahrt. Das hielt die Gaffer jedoch nicht ab.” (Rheinische Post)

7
Hochwasser-Depp
“Ein Mann am Rheinufer in Worringen hat (…) kollektives Kopfschütteln bei den Rettungskräften im Hochwasser-Einsatz ausgelöst. Beim Versuch treibende Autoreifen aus dem Wasser zu fischen, verlor der 53-Jährige am rutschigen Ufer den Halt und stürzte in den Fluss. Passanten riefen die Feuerwehr. (…) „Hier schwimmt einer und sammelt dabei Reifen ein. Der kommt allein aber nicht mehr raus“, berichtete ein Zeuge am Telefon. Mindestens sechs alte Autoreifen, einige samt Felge, trieben im überfluteten und extrem schlammigen Uferbereich. Der „Sammler“ hatte das Risiko bei seinen Angelversuchen offenbar unterschätzt und kam nun ohne fremde Hilfe nicht mehr an Land. Minuten später trafen Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Worringen und Beamten der Kölner Berufsfeuerwehr an der Einsatzstelle ein. „Wir haben den stark unterkühlten Mann aus dem Wasser ziehen können. Anschließend wurde er im Rettungswagen vom Notarzt untersucht und ins Krankenhaus gebracht“, so ein Beamter.” (Express)

8
Vermutete Personen
“In Höhe des Evonik Werks in Lülsdorf treibe eine Person im Rhein – diese Meldung erreichte die Retter (…) und löste einen umfangreichen Feuerwehreinsatz aus. Einsatzkräfte der Niederkasseler Feuerwehr suchten das Gebiet vom Ufer ab, während die Feuerwehr Mondorf und die Feuerwehr Bonn den Rhein mit Booten abfuhren. Strömungsberger des Deutschen Roten Kreuzes ließen ihr Boot in Lülsdorf ins Wasser und begaben sich wegen der erheblichen Fließgeschwindigkeit des Wassers in Richtung Köln-Langel auf die Suche. Ein Notarzt vor Ort griff genauso wenig ein wie die Rettungstaucher.” (General-Anzeiger)

“Mit Hubschraubern, Wasserschutzpolizei und Einsatzfahrzeugen suchten Kölner Polizei und Feuerwehr (…) das Rheinufer bei Sürth ab. Ein Zeuge hatte vermutet, eine Person im Wasser gesehen zu haben. (…) Der Rhein führt derzeit wegen starker Regenfälle der vergangenen Tage im Einzugsgebiet Hochwasser. Daher ist es zurzeit besonders gefährlich, sich am Rheinufer aufzuhalten. Durch die starke Strömung schwimmen auch vermehrt größere Gegenstände im Fluss.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

“Polizei und Feuerwehr suchten (…) nach einer Person im Rhein. Eine Frau hatte zuvor gemeldet, dass jemand von der Rheinbrücke in Germersheim geprungen oder gefallen sei. (…) Die Autofahrerin war auf der Rheinbrücke bei Germersheim unterwegs, als ihr Blick auf dem Rhein fiel. Dort will sie eine Person treiben gesehen haben, die sich zuvor ins Wasser gestürzt haben soll oder hineingefallen ist.” (Regio-News)

9
Rheintote
“Die Kölner Feuerwehr hat (…) eine Leiche aus dem Rhein geborgen. In Höhe der Ford-Werke in Niehl wurde ein ca. 40 Jahre alter Mann leblos aufgefunden. (…) Die Kölner Polizei ermittelt nun die Identität des Toten. Bislang gibt es, laut Polizei, keine Hinweise darauf, dass der Fall mit dem Hochwasser zu tun hat. Von Feuerwehr und Rettungsdienst waren insgesamt 67 Kräfte im Einsatz, die unter anderem von zwei Feuerwehrbooten und Hubschraubern unterstützt wurden.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

“Schrecklicher Fund am Joseph-Beuys-Ufer an den Rheinterrassen in Düsseldorf. Ein Passant hatten (…) einen Körper auf dem Rhein treiben sehen. Sofort wurde die Feuerwehr alarmiert. Die konnte nur noch die Leiche einer 30 bis 50 Jahre alten Frau bergen. Auf Nachfrage (…) sprach die Polizei in Düsseldorf zunächst von einem toten Mann.” (Der Westen)

“Wasserschutzpolizei und Feuerwehr haben (…) eine männliche Wasserleiche aus dem Rhein geborgen. Ein Anrufer hatte der Polizei mitgeteilt, dass auf der Höhe des RTL-Gebäudes in Deutz etwas im Wasser aufgefallen sei. Dabei könne es sich um einen Mensch handeln. Die Retter eilten zum Einsatzort und fanden im Uferbereich die Männerleiche.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

“Knapp zwei Monate nach dem Verschwinden eines 35-Jährigen in Düsseldorf ist die Leiche des Mannes 114 Kilometer entfernt im niederländischen Nijmegen gefunden worden. Wie der Mann ums Leben gekommen ist, sei noch unklar, teilte die Polizei (…) mit. Vermutlich ist er in den Rhein gefallen und mit dem Fluss bis in die Niederlande getrieben. Der Oberhausener war seit dem 3. Dezember 2017 als vermisst gemeldet, nachdem er nach einer Weihnachtsfeier mit einem Arbeitskollegen in der Düsseldorfer Altstadt alleine nach Hause gegangen war.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

Presserückschau (September/Oktober/November 2017)

1
Etwas ganz Seltsames
“Eigentlich dürften wir den Rhein (…) natürlich nicht zu den Errungenschaften des Abendlandes zählen. Wenn, dann müsste es sich umgekehrt verhalten, denn er ist ja viel älter als dieses. Sucht man nach seinem Ursprung (was übrigens eine original abendländische Vorgehensweise ist), dann landet man im Oligozän, einem eher unromantischen und völlig menschenleeren Zeitalter vor etwa 30 Millionen Jahren. Der Rheingraben entstand damals als Randprozess brutaler Erdplattenverschiebungen, ein Faltenwurf auf dem Grund des Tethysmeers. All das klingt so bizarr, als würde es auf dem Jupiter spielen, und wirklich sind Flüsse, nüchtern betrachtet, etwas ganz Seltsames, das sich schwer festhalten oder (wie wir das im Abendland nennen) definieren lässt: Massen von Wassermolekülen, die sich linienförmig über mineralische Oberflächen hinwegbewegen und dabei, obwohl sich ihre Elemente permanent austauschen, etwas mit sich selbst Identisches bilden, das über Jahrhunderte, ja sogar Jahrtausende hinweg besteht und mit einem Namen anrufbar ist, als wäre es ein lebendiger Mensch.” (Die Welt)

2
Wasserfontänen
“Jubilare müssen zusammenhalten. Und zusammen feiern. Dieser Devise folgt der Chempark Dormagen. Das Werk am Rhein feiert in diesen Tagen sein 100-jähriges Bestehen, die Rheinschifffahrt bei Monheim mit dem Piwipper Böötchen sogar ihr 800-jähriges. Zum Festakt (…) an der Monheimer Fähranlegestelle will die die Werksfeuerwehr einen ganz besonderen Geburtstagsgruß übersenden: Die Kanonen auf ihrem Löschboot werden gigantische Wasserfontänen in die Luft schießen. Bis zu 8000 Liter pro Minute können sie auswerfen, ein beeindruckendes Schauspiel.” (Rheinische Post)

3
Ryybutzete
“Über 200 Helfer tragen im und am Wasser dazu bei, dass der Rhein wieder ein grosses Stück sauberer wird. Dass dabei nicht nur der üblichen Müll der ungezogenen Sommergäste des Affenfelsens “auftaucht”, sondern auch zahlreiche kuriose, teils unerklärbare Objekte, geborgen werden, macht die Sache nicht weniger ernst, aber führt immer wieder auch zum Schmunzeln. (…) Bereits am frühen Morgen wurde heute ein vier Meter langer Stahlträger aus der Kleinbasler Rheinseite gehoben (…). Der hat wohl den Seegang auf einem Frachtschiff nicht gut überstanden. In den vergangenen Jahren kam auch einmal ein Kupferkessel voller römischer Sesterzen zum Vorschein. In Anbetracht dessen, dass die Römer nun schon einige Jahre nicht mehr in unserer Region verweilen, ein durchaus merkwürdiger Fund. Das grösste Aufsehen verursachte jedoch eine Tauchergruppe flussaufwärts in Birsfelden. Die fanden doch tatsächlich einen Kleinwagen – wohl auch ein Frachtschiff-Ausreisser.” (Barfi)

4
Aliens
“Wie die Wollhandkrabbe sind heute 95 Prozent der größeren wirbellosen Fluss-Tiere des Rheins Einwanderer. Sie stammen ursprünglich aus unterschiedlichen Regionen wie dem Schwarzen Meer, Nordamerika oder Ostasien, von wo sie meist per Schiff in den Rhein gelangten. (…) Die Engländer nennen sie »Aliens« (…) – und für manche heimische Art waren die Neuankömmlinge ähnlich vernichtend wie die Weltraummonster. So haben amerikanische Flusskrebse die europäischen Arten zur Strecke gebracht, weil sie eine gefährliche Krankheit, die Krebspest, mitbrachten, gegen die die heimischen Tiere nicht gewappnet waren. Der Große Höckerflohkrebs kommt aus dem Donaudelta und frisst nun kleinere Arten im Rhein weg.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

5
Gemälde aus Duisburg
“Die neue Ausstellung des Künstlers Michael Vogt in der Galerie Liestmann zeigt „Fluss- und Hafenbilder“. Den Rhein malt Vogt gerne in Duisburg. (…) Seine Gemälde, die den Rhein und den Duisburger Hafen zum Thema haben, sind in der Galerie Liestmann noch bis Anfang Januar zu sehen. (…) In der Galerie sind bekannte Motive wie Deichlandschaften, die Homberger Rheinbrücke, Hafenansichten und der Rhein bei Wittlaer zu sehen. Vogt malt vor Ort, setzt sich an den Rhein oder sucht sich den passenden Platz im Duisburger Hafen. Für die dort angefertigten Bilder finden schnell trocknende Farben Verwendung, großformatige Landschaftsbilder malt Vogt mit Ölfarben.” (WAZ)

6
Kostümierte Schwimmer
“Da staunten Spaziergänger, als sie kostümierte Schwimmer im Rhein an sich vorbeiziehen sahen: Dazu eingeladen hatte der “Deutsche Unterwasserclub Köln” (DUC Köln). Die Schwimmer starteten an den Poller Wiesen und waren rund eine Stunde lang stromabwärts nach Merkenich unterwegs. Die Sicherheitsvorkehrungen waren hoch, da Schwimmen im Rhein eigentlich verboten ist. Der DUC hatte eigens ein gesondertes Sicherheitskonzept entwickelt. Die Schwimmer trugen alle Neoprenanzüge, eine Marke, Schnorchel und Flossen. Die Wasserschutzpolizei begleitete und umkreiste die Schwimmer mit vielen Booten.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

7
Rhein im Rhein
“Die Dienstzeit der 1852 bei der Maschinenbau-Gesellschaft Emil Keßler in Karlsruhe gebauten Dampflokomotive RHEIN hatte noch gar nicht begonnen, da versank sie für nunmehr 165 Jahre bei Germersheim in den Fluten des Rheins. Als sie mit einem Segelboot über den Rhein von Karlsruhe bis Deutz transportiert werden sollte, geriet dieses in einen Sturm – die Lokomotive rutschte von der Ladefläche, und so gilt sie bis heute als verloren. Ein Forscherteam hat sich nun aufgemacht, die wohl älteste erhaltene Dampflokomotive Deutschlands wiederzufinden und hoffentlich auch bald bergen zu lassen. 2012 gelang es ihnen, den genauen Unfallort der Lokomotive mit Hilfe modernster Messtechnologien zu lokalisieren. Prof. Dr. Bernhard Forkmann, Mitautor des Buches “Lok im Rhein”, gewährt in seinem Vortrag Einblicke in die langwierige Suchaktion und die neusten Forschungsergebnisse zur Lokomotive RHEIN.” (Lok Report)

8
Sanaziun cumpletta
“La renovaziun totala dals implants da las ovras electricas Hinterrhein SA è terminada. Dapi la fin d’avust èn tut ils implants puspè en funcziun ed ils custs da 300 milliuns francs èn tegnids en, uschia communitgeschan las ovras electricas Rain posteriur. Gia il 2005 han ils responsabels fatg ponderaziuns davart ina sanaziun cumpletta, il 2011 han cumenzà las emprimas lavurs. En tut eran radund 50 interpresas participadas vid il project. Dal temp cun la pli auta activitad da lavur han radund 300 persunas lavurà il medem mument vid la renovaziun.” (RTR)

9
Rheinunterquerung
“Auf sieben Brücken kann man in Köln den Rhein überqueren – unterqueren kann man ihn nur an einer Stelle. Rund fünf Meter unter der Rheinsohle befindet sich ein begehbarer Tunnel (…). Zwei große Stahltüren mit mehreren Riegeln muss der Mitarbeiter der Rhein-Energie öffnen, um den Weg ins unterirdische Köln freizugeben. Es geht zu einem hochmodernen Bauwerk unter dem Rhein, der genau an Kilometer 688,6 untertunnelt ist. Der 461 Meter lange Fernwärmetunnel beginnt auf Höhe der Messe, nahe der Hohenzollernbrücke und führt auf direktem Weg auf die andere Seite unter den Musical-Dome.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

10
Bücher als Schlüssel
“Jemanden in der Schule zu erleben, der sechs Sprachen beherrscht, das ist beeindruckend. Und dann noch jemanden zu erleben, dessen Leben in einer slumähnlichen Vorstadt von Lyon begonnen hat und der jetzt Romanautor ist und ehemaliger französischer Minister war, das ist dann richtig beeindruckend. Und so fielen dann auch die Bewertungen von Schülerinnen und Schülern der Graf-Anton-Günther Schule aus, in deren Forum Azous Begag kürzlich zu Gast war, um über sich, seine Bücher und sein Leben zu erzählen. In seinem Leben habe es eine erstaunliche Entwicklung gegeben. Und dafür seien Bücher der Schlüssel gewesen und natürlich die Möglichkeit, sich in so vielen Sprachen verständigen zu können. Sprache wird hier als Schlüssel für den sozialen Aufstieg deutlich, aber auch als Schlüssel für Integration in eine fremde Kultur. „Witzig und locker drauf“ sei er gewesen, meinten zwei Schülerinnen, und das macht wohl auch seinen Erfolg aus, wenn er auch vielleicht etwas zu wenig an seinem für das Abitur in Französisch wichtige Roman „Et tranquille, coule le Rhin“ orientiert hat.” (Nordwestzeitung)

11
Rheinspange
“Wenn irgendwo im Land NRW ein neues Stück Straße eröffnet wird, bleibt selten der Hinweis auf die lange Planungsdauer aus. Oft sind 20 Jahre, 30 Jahre, gar 40 Jahre vergangen. Das soll sich ändern – ausgerechnet beim größten Neubauprojekt, das seit Jahrzehnten in der Region ansteht. Die Rede ist von der Rheinquerung, die nun offiziell „Rheinspange“ heißt und als neue Autobahn die A 59 bei Spich mit der A 555 bei Godorf verbinden soll. Die Beteiligung der Öffentlichkeit begann (…), ohne dass die Planer auch nur eine Skizze vorweisen konnten. Genau das ist der neue Ansatz, den das Landesverkehrsministerium und der Landesbetrieb Straßen NRW erstmalig verfolgen: erst reden, dann planen.” (General-Anzeiger)

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Alleinstellungsmerkmal Maislabyrinth
“Aus einer ursprünglich dünnen Tagesordnung ergab sich im Dalheimer Gemeinderat eine grundsätzliche Debatte darüber, wie sich die Gemeinde künftig in Sachen Tourismus ausrichten soll. Vor einem Jahr hatte man, zunächst für zwölf Monate auf Probe, den Beitritt zum Verein Rhein-Selz Tourismus beschlossen. Nun schob Ortsbürgermeister Willhard Leib (FWG) nachträglich die Diskussion über die Fortsetzung der Mitgliedschaft in den Sitzungsplan. Die Mitgliedschaft kostet 50 Cent pro Einwohner, im Falle Dalheims also rund 500 Euro. Dass dafür eine hinreichende Gegenleistung erbracht wird, war im Rat umstritten. Außer dem Maislabyrinth habe man, so Gertrud Henning (BfD), eigentlich wenig zu bieten. „Ich kann den Nutzen für Dalheim nicht erkennen, 500 Euro auszugeben, um einen Hochglanz-Flyer für die Rheinfront zu finanzieren“, hielt René Muth (CDU) fest. Da die Gemeinde nicht allzu solvent sei, tue dieser Betrag bereits weh. „Unser Angebot ist nicht überreich“, stieß der Erste Beigeordnete Engelbert Sauter (CDU) zunächst ins selbe Horn, verwies dann aber neben dem „Alleinstellungsmerkmal“ Maislabyrinth auch auf die Weinbergsrundfahrten, das für den gesamten Landkreis bedeutsame Germania-Denkmal sowie den Multifunktionsplatz. Das alles über die Gemeindegrenzen hinaus zu bewerben, könne durchaus nützlich sein.” (Allgemeine Zeitung)

13
Little Britain
“Viele Wanderer im Kasbachtal in der Nähe von Koblenz sind verblüfft. Aus heiterem Himmel kommen sie an roten Telefonzellen, einer lebensgroßen Queen-Figur, einer vollbusigen Hexe mit Wildschweinen an der Leine und einem britischen 52-Tonnen-Panzer vorbei. Das spleenige Privatgelände “Little Britain” in Linz am Rhein, hat schon Landtag und Innenministerium von Rheinland-Pfalz beschäftigt. Nachbarn sind erbost.(…) Der nach Deutschland eingewanderte Brite Gary Blackburn (…) ist 2016 “not amused” bei der Brexit-Entscheidung in seiner Heimat. Als Antwort darauf beginnt er, sein kleines kostenloses Freilichtmuseum auf seinem Betriebsgelände an einem Wanderweg zum Rheinsteig aufzubauen. Die Hütte des legendären Räubers Robin Hood, Palast-Wachsoldaten, ein roter Briefkasten, Ritterrüstungen und alte englische Autos zeugen vom britisch-skurrilen Humor des 53-jährigen Baumchirurgen aus dem Hinterland.” (T-Online)

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R3
“Der Rheinhafen Lauterbourg ist mit einem etwa 40 Hektar großem Gewerbegebiet und neuen Hafenanlagen Standort der neuen trimodalen Logistikplattform R3FLEX des Straßburger Hafens. (…) Diese Investition trägt der steigenden Nachfrage vor allem durch den wachsenden Containerverkehr am Standort Straßburg Rechnung. (…) Am Oberrhein gilt die Erweiterung des Lauterbourger Hafens als eine der letzten Möglichkeiten zum Ausbau von Arealen am Rheinufer. 40 Stunden Schifffahrt von Rotterdam und Antwerpen entfernt haben sich bereits Unternehmen wie Dow Chemicals France, Comptoir Agricole de Hochfelden, Béton Fehr oder auch Eiffage Métal in Lauterbourg angesiedelt. (…) Die Marke R3FLEX unterstreicht durch ihre Namensgebung und die Abkürzung R3 (Rhine, Rail, Road) die Multimodalität des Hafenareals durch die parallele Anbindung an Rhein, Schiene und Straße.” (Pressebox)

15
Tender Rhein
“Fünf Monate ist der Tender “Rhein” im Mittelmeer vor der libyschen Küste im Einsatz gewesen – um Menschen zu retten und Schleuserkriminalität zu bekämpfen. (…) 25.000 Seemeilen legte das Schiff während seiner Mission zurück – das entspricht einer Erdumrundung. Die “Rhein” war Teil der humanitären Operation “Sophia”. Die 67-köpfige Besatzung der “Rhein” rettete 2.100 Menschen aus dem Mittelmeer. (…) Die Deutsche Marine hat mit ihren Schiffen in den vergangenen zwei Jahren nach eigenen Angaben mehr als 22.000 Flüchtlinge im Mittelmeer aus Seenot gerettet.” (NDR)

16
Maghrebiner am Rhein
“Maghrebiner stellten römische Kaiser, frühchristliche Denker und waren Wegbereiter eines Wissenstransfers, an dessen Ende die Zeit der Aufklärung in Europa stand. Die scheinbar zusammenhangslos ausgewählten Exponate der Ausstellung (Anm.: „Drucke und Handschriften aus fünf Jahrhunderten. Die Sammlung der Gesellschaft für Kultur und Wissenschaft des Maghreb” im Romaneum zu Neuss) – wertvolle alte Handschriften und Drucke, in lateinischer, deutscher, französischer und arabischer Sprache – stehen in einem großen Sinnzusammenhang: Sie spiegeln den offenen und durchlässigen Kulturraum Maghreb wider, der vermeintlich fremde Elemente absorbierte und dabei in der Lage war, sich selbst neu zu erfinden. Auch in Neuss hat der Maghreb Spuren hinterlassen: Vor fast 2.000 Jahren errichten die ersten Maghrebiner die Erftmündung am Rhein. Die Ala Afrorum, eine ursprünglich aus Nordafrikanern aufgestellte römische Kavallerieeinheit, war Ende des 1. Jahrhunderts im römischen Novaesium stationiert und hatte ihre Wurzeln in Africa proconsularis, dem heutigen Algerien, Tunesien und Libyen.” (neuss.de)

17
Archäologische Sensation
“Eine 9,7 Millionen Jahre alte Entdeckung sorgt für Kopfzerbrechen bei deutschen Wissenschaftlern. (…) Wie das Mainzer Naturhistorische Museum (…) mitgeteilt hat, entdeckten ein Team deutscher Archäologen im ehemaligen Flussbett des Rheins ein rätselhaftes Gebiss. Die Zähne scheinen keiner in Europa oder Asien entdeckten Art zu gehören. Sie ähneln am ehesten denen der frühen Homininskelette von Lucy (Australopithecus afarensis) und Ardi (Ardipithecus ramidus), die in Äthiopien entdeckt wurden. Doch der neue Fund aus Eppelsheim bei Mainz ist mindestens vier Millionen Jahre älter als die afrikanischen Skelette. Diese Tatsache irritierte die deutschen Wissenschaftler dermaßen, dass sie die Veröffentlichung des Fundes zunächst für ein Jahr zurückhielten.” (RT Deutsch)

18
Notlandung
“Es hätte ein kurzer Rundflug zur Loreley werden sollen – und wurde ein ziemliches Abenteuer. Ein vom Flughafen in Finthen gestartetes Klein-Flugzeug mit drei Insassen ist (…) aufgrund eines Defekts auf dem Rhein bei St. Goar notgelandet.” (Allgemeine Zeitung)

19
Irre Verfolgungsjagd
“Auf der Flucht vor der Polizei ist ein 24 Jahre alter Mann in den Rhein gesprungen, um von Frankreich nach Deutschland zu schwimmen. Während ihm ein französischer Polizist in der Dunkelheit nachschwamm, verfolgte ihn ein zweiter Beamter mit einem Kanu, das er am Ufer entdeckt hatte (…). Als die Kräfte des 24-Jährigen nachließen, fasste ihn ein Beamter und brachte ihn auf deutscher Seite bei Weil am Rhein ans Ufer. Dort wurde der unterkühlte Mann vom Notarzt versorgt und danach in eine Klinik nach Frankreich gebracht.” (Berliner Kurier)

20
Jamaika am Rhein
“Am Bonner Hauptbahnhof haben sie das Schild „Bundesstadt Bonn“ durch eines ersetzt, auf dem „Stadt der Vereinten Nationen“ steht. Das bringt mehr fürs Bonner Selbstbewusstsein. Im November findet am Rhein der Klimagipfel statt. Danach aber wäre es höchste Zeit, wieder mal ein neues Schild anzubringen: „Bonn – Hauptstadt von Jamaika“. Wenn im 600 Kilometer entfernten Berlin wirklich eine Koalition aus Union, FDP und Grünen zustande kommt, hat das viel mit der alten Hauptstadt am Rhein zu tun. In der saturierten Bürger- und Studentenstadt haben alle drei Jamaika-Parteien ihre gefestigten Milieus: Grüne und FDP sammelten bei der Bundestagswahl 16 und 14 Prozent der Zweitstimmen, für die CDU blieben da noch 30 Prozent. Im Bonner Rathaus regiert seit 2014 eine Jamaika-Koalition, die ein schwarz-grünes Bündnis ersetzt hat.” (Neue Presse)

21
Rheintote
“Nachdem Ende August Arbeiter im Rhein Teile einer verstorbenen Person gefunden haben, ist die Identität der Toten nun mithilfe eines DNA-Vergleichs geklärt. Die Arbeiter hatten die Leichenteile bei Baggerarbeiten im Rhein bei Rees gefunden.
Wie die Polizei mitteilt, handelt es sich bei der Frau um eine 72-jährige, in Köln geborene Frau. Die Seniorin war am am 22. Dezember 2016 aus einem Krankenhaus in Dormagen verschwunden war und galt seitdem als vermisst.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

“Eine Joggerin hat (…) eine Person entdeckt, die im Rhein trieb. Sie löste einen Großalarm aus, bei dem auch ein Hubschrauber zum Einsatz kam. Doch jede Hilfe kam zu spät. Um 7.35 Uhr habe die Joggerin eine leblose Person im Rhein entdeckt, als sie über die Theodor-Heuss-Brücke lief. Am linken Rheinufer treibe ein Körper im Wasser. Wenig später sei sie aus einem Polizeihubschrauber heraus lokalisiert worden. In Höhe der Rotterdamer Straße sei die Leiche dann auf der linksrheinischen Seite von Feuerwehrleuten in Spezialanzügen aus dem Wasser gezogen worden. Es handelte sich um einen 66-Jährigen aus Düsseldorf. “Er war bekleidet und hatte einen Ausweis dabei”, sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage. Ein Notarzt habe dann um 8.20 Uhr versuchte, den Mann wiederzubeleben. Doch der Arzt konnte nur noch dessen Tod feststellen.” (NRZ)

“Die 91-Jährige Senioren aus Rheinberg, die (…) vermisst wurde, ist (…) im Rhein tot aufgefunden worden. (…) Die Leiche wurde im Rhein bei Ossenberg gefunden. Angaben zur Todesursache konnte die Polizei (…) noch nicht machen. Die Polizei hatte (…) unter anderem mit einem Hubschrauber nach ihr gesucht.” (NRZ)

“Duisburg. Ein Arbeiter (43) ist (…) auf dem Gelände der Hüttenwerke Krupp Mannesmann mit einem Minibagger in den Rhein gestürzt. Zunächst fehlte jede Spur von dem Mann, jetzt ist er tot geborgen worden. Wie die Polizei berichtet sei der Arbeiter der Firma „Buss Imperial“ ins Hafenbecken gestürzt.” (Der Westen)

Presserückschau (August 2017)

1
Grusel-Schleim
“Ein gelber Schleim löste (…) einen Großeinsatz am Düsseldorfer Rhein aus. Die Feuerwehr rätselte, um was es sich bei der Substanz handeln könne, die kilometerweit am Ufer klebte. Das Landesumweltamt entnahm Proben (…). Jedoch berichtet die „Bild“, dass es sich bei dem Schlamm wahrscheinlich um Motoren-Fett handele. Die bestätigte ein Sprecher des Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (…).” (Der Westen)
“Tagelang sorgte eine widerliche Schleim-Brühe am Rheinufer für Aufsehen (…). Lange war unklar, um was es sich bei der klebrigen Masse handelte. Besonders bei Düsseldorf, Dormagen, Monheim und Leverkusen wurde die Substanz angespült. (…) Eine Untersuchung von Proben durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz hat ergeben: Es ist ein Gemisch verschiedener Fette. Allerdings handelt es sich offenbar nicht um Betriebsfette von Schiffen, sondern um eine Zusammensetzung, die in ganz alltäglichen Produkten vorkommen wie etwa Butter, Olivenöl, Sonnenblumenöl und ähnlichem. Wie die Fettspur ins Wasser gelangen konnte, ist unterdessen noch unbekannt.” (Express)

2
Rhi-Schwumm
“Unter dunklen Gewitterwolken und bei schwüler Hitze haben sich in Basel 4500 Schwimmer in den Rhein gestürzt. Beim 37. Rheinschwimmen ließen sie sich (…) im 21 Grad warmen Wasser knapp zwei Kilometer flussabwärts zur Johanniterbrücke treiben. Blitze und Regen blieben aus und alle Teilnehmer sind unversehrt wieder an Land gekommen, wie die Organisatoren mitteilten.
Das Rheinschwimmen veranstaltet die Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG). Sie will damit für das Schwimmen in natürlichen Gewässern werben, aber auch auf damit verbundene Gefahren hinweisen.” (Südkurier)

3
Sprung
“Weil sich ein Tankschiff seinem Sportboot bedrohlich näherte, ist ein Angler in den Rhein gesprungen. Der Motor seines Bootes sei (…) in der Nähe von Bingen ausgefallen – ausgerechnet auf Höhe des Tankers, teilte die Wasserschutzpolizei mit. Versuche, den Motor zu starten, scheiterten. Als das Schiff noch rund 20 Meter von ihm entfernt war, ging der Angler von Bord. Ein Tourist am Ufer des Flusses sprang daraufhin mit einem Treibholz in den Rhein. Er habe den total erschöpften Mann gerettet, so die Polizei. Das Boot des Anglers wurde wenig später in einen Hafen gebracht.” (Welt)

4
Canyoning
“Viamala heißt „schlechter Weg“. Für die römischen Legionäre war der „schlechte Weg“ die Alternative zur Brennerroute, um an die nordischen Grenzen ihres Weltreiches zu gelangen. Später versuchten mittelalterliche Kaufleute, ihre Ochsenkarren entlang der steil aufragenden Felsen durch die Schlucht zu bugsieren. Manche stürzten in die Schlucht hinab. Heute nehmen die Reisenden nicht mehr den „schlechten Weg“ durch die Schlucht, sondern die schweizerische Autobahn A13. Manche fahren in Thusis-Süd ab und machen einen Zwischenstopp an der Aussichtsplattform, die an einer der spektakulärsten Stellen der Viamala hoch über dem Hinterrhein liegt. Wer an diesem sonnigen Sommermorgen hinabblickt in die Schlucht, sieht sechs Gestalten in Neoprenanzügen, die auf steilen Treppenstufen zum Fluss hinabsteigen. Von oben ist kaum vorstellbar, dass sich Sportler tatsächlich gefahrlos in das sprudelnde Wasser begeben können. Tatsächlich gehört die Viamala-Schlucht zu jenen Stellen in den Alpen, an denen Outdoor-Anbieter Canyoning-Touren veranstalten.” (Schwäbische)

5
Jahrmillionen
“Bis der Rhein seine heutige Fließrichtung gefunden hat, vergehen Millionen von Jahren. (…) Gemessen am Alter der Erde formt die geologische Erdneuzeit nur eine bescheidene Zeitspanne von rund 60 Millionen Jahren. Doch gerade in der jüngsten Tertiärstufe, vor etwa zehn Millionen Jahren, nahmen unsere umgebenden Gebirge, die Alpen, der Tafeljura, Kaiserstuhl und Hegauvulkane Gestalt an. Zwischen den ursprünglich zusammenhängenden Vogesen und dem Schwarzwald brach der Oberrheingraben ein. Erst danach veränderten sich die alten Flusssysteme mehrmals. Es bildeten sich unsere Flüsse in der heutigen Fließrichtung (…). Im Quartär überzogen vier Kaltzeiten weite Teile Europas. Sie modellierten durch Gewicht und Druck die unter dem Eis liegenden Landschaften. Die eisfreien Zonen wurden durch Regen und Schmelzwässer gestaltet und Stürme formten die heutigen Lössgebiete. Die Maximalvereisung der Risskaltzeit (etwa 340 000 bis 130 000 Jahre vor heute) brachte den riesigen Rhein-Aare-Gletscher von den Alpen bis in die Gegend von Möhlin, zwölf Kilometer unterhalb Bad Säckingen, wo die äußersten Moränen nachgewiesen wurden. (…) Der aus dem abtauenden Gletscher abströmende Fluss (Rhein) querte das Stadenhauser Feld nach Westen und floss durch das heutige Laufenburg/AG südlich der heutigen SBB-Linie ab.”
(Südkurier)

6
Fiktive Stadt
“Oberucken, ein idyllisches Städtchen, liegt im Herzen des Rhein-Sieg-Kreises zwischen Niederkassel und Sankt Augustin.
(…) Doch wer Oberucken sucht, wird es nicht finden: Die fiktive Stadt am Rhein steht lediglich im Zentrum einer gleichnamigen Comedy-Serie. Die handelt von der fettleibigen Witwe Adelheid und ihrem Lebensgefährten Bernd, der seit einem „Arbeitsunfall“ außerhalb der Arbeit frühverrentet ist. Die beiden werden auf eine harte Probe gestellt, nachdem Adelheids Schwester und Schwager bei einem Hausbrand versterben und ihr Neffe Niklas bei ihnen einzieht. Die Serie ist eine sogenannte Mockumentary, also eine offensive Karikatur der klassischen Dokumentation.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

7
Tinker Belles
“Rund 500 Tinker aus Irland sind aktuell in NRW unterwegs. Erst waren sie in Kevelaer, dann in Neuss. (…) Die irischen Landarbeiter aus Irland campen ohne Genehmigung mit ihren Caravans nahe der Rheinkniebrücke. Knapp bekleidete junge Mädchen und ihre Luxuskarossen sorgen für Aufsehen. Erlaubt ist das nicht.” (Der Westen)

8
Kindertheater
“Am (…) 1. Oktober 2017 (…) bringt das pappmobil Kindertheater das Theaterstück “Bin im Bett! Vater Rhein” auf die Bühne des Kindertheaters in Wanne Eickel (…). Vater Rhein selber beauftragt den Theaterdiener, die herrlichen Geschichten von den Ufern des größten deutschen Flusses zu erzählen.” (halloherne)

9
Rheintote
“Ein neun Jahre altes Mädchen ist (…) bei Duisburg in den Rhein gerutscht und untergegangen. Es sei wenig später in einem Krankenhaus gestorben, teilte die Polizei mit. Das Mädchen war mit seiner 35-jährigen Mutter und seinem sechs Jahre alten Bruder am Rheinufer unterwegs. Die Neunjährige saß den Angaben nach bei Friemersheim auf einem Stein und rutschte plötzlich ins Wasser.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

“Beim Baggern im Rhein machten Arbeiter in Rees (…) einen gruseligen Fund. Sie zogen einen menschlichen Oberkörper aus dem Wasser! Die Arbeiten fanden in einem mit dem Rhein verbundenen Baggerloch statt, als plötzlich der stark verweste Oberkörper auftauchte. Wohl weil die Leiche wohl schon länger im Rhein trieb, waren Unterkörper und Arme abgefallen, nur Torso und Kopf sind übrig. Die Identität der Leiche ist noch ungeklärt, genauso das Geschlecht. Die Kriminalpolizei Kleve hat Ermittlungen eingeleitet, die menschlichen Überreste werden zeitnah obduziert.” (Der Westen)

Magrittes rheinischer Jungbrunnen

(von unserem Korrespondenten Roland Bergère)

Marcel Broodthaers stellte in der Städtischen Kunsthalle Düsseldorf (16. Mai 1972 – 09. Juli 1972) das „Musée d’Art Moderne, Département des Aigles, Section des Figures: Der Adler vom Oligozän bis heute“ aus. Dazu gehörte ein Bild von René Magritte (Figure n°181 ) : La fontaine de Jouvence (1957).

Im Catalogue raisonné (*) des belgischen Malers ist Folgendes zu lesen: „In a letter dated 11 June 1957, Magritte asked Colinet (Paul Colinet, Mitglied der belgischen Surrealistengruppe) to provide a title for „another variant of „The fountain of youth“ which had the inscription read on the stone“, and make a sketch [...] which he described as „picture with things in stone, the sky is milky, distant objects are slightly veiled in a sort of mist“. Magritte’s fairly detailed description indicates that the painting was well finished, if not finished. An oblique to „la pierre et Coblence / the stone and Coblence“ in a letter written two days later establishes that Colinet provided the title without seeing the work. Magritte’s choice of Coblenz, the German town at the confluence of the Mosel and the Rhine, for the inscription on the stone tablet may well refer to the tomb of the eighteen-century French general François Marceau (**), who was killed in 1796 when in command of an army of Belgians.“

Auf dem Bild sind eine Stele mit einem Adlerkopf und der Inschrift „Coblenz“, ein versteinertes Blatt, eine Sphäre (sie gehört zu der gespaltenen Sorte) und mehrere Steinbrocken auf nackter Erde zu sehen. Abgebildet war das Gemälde, doch nur in Schwarzweiß. Als ich später las, daß es im Museum Ludwig hing, fuhr ich dorthin, um es anzuschauen und Notizen zu machen. Prompt kam eine Wächterin, die mich fragte ob ich mit einem Bleistift schreiben würde, was ich verneinte und ihr meinen Free Ink Roller präsentierte. Damit könne ich nicht schreiben, sagte sie freundlich, fast beschämt. Ich nahm eine anderen Stift aus meiner Jackentasche: einen Staedtler permanent lumocolor (wasserfest!). Da sie mich darauf hinwies, ich könne auch mit diesem Werkzeug nicht schreiben, holte ich nach und nach einen Kuli, einen Tintenfüller, einen Edding hervor: jedesmal bekam ich die gleiche Antwort, und langsam verstand ich warum: Es war nicht auszuschließen, daß ich damit ein Werk, absichtlich oder aus Ungeschick, beschädigen könnte. So etwas passiert eben. Doch wollte ich den Grund aus ihrem Munde hören und fragte: warum? Etwas verlegen verstummte die Wächterin, informierte mich aber dann, daß ich mir einen Bleistift an der Kasse leihen könne, was ich auch tat. Zum Bild zurückgekehrt winkte ich der Wächterin mit dem Bleistift. Sie wirkte erleichtert, lächelte und ging weiter. Während dieses ganzen Hin und Hers hatte ich bemerkt wie Besucher Werke fotografierten. Schön, das wollte ich auch. Ich griff zu meiner Kamera. Doch vor dem Bild saß eine Besucherin.
magritte_jungbrunnen_besucherin

Davon begeistert war ich natürlich nicht, wartete dennoch geduldig, daß sie sich zum nächstes Bild bewegte. Das tat sie nicht, im Gegenteil. Sie starrte und starrte, und träumte und starrte, schien allmählich selbst versteinert, wie das Blatt rechts der Stele. Farblich betrachtet passte ihr Pulli zu den Bildtönen. Wegen Bauarbeiten im Museum waren Laute von draußen zu hören (als solche nahm ich sie wahr, vielleicht ereigneten sie sich auch drinnen?). Eins davon schien mir von einem Straßenmusiker erzeugt zu werden, der einem Endlostape gleich „Knock knock knocking on heaven’s door“ sang. Ich stellte mir vor wie die Besucherin an die Stele klopfte, um das Wunder des Jungbrunnens zu erleben. Doch regte sie sich, falls das überhaupt möglich war, noch weniger als vorher. Ich ging in einen Nebenraum. Als ich zurück kam war die Besucherin verschwunden.
magritte_jungbrunnen René Magritte, La fontaine de jouvence (1957)

(*) David Sylvester, Sarah Whitfield: René Magritte, Catalogue raisonné, Volume III, 1993.
(**) In Höchstenbach verwundet, starb er in Altenkirchen. Bekanntlich starben die Offiziere der französischen Revolution gern im Rhein-Nähe.

Bonn

bonn_altstadtSummer in the city. Sonne leuchtet allgegenwärtige Ehemaligkeit aus. “Bonn. Berlin. Brüssel. Bonn.” heißt es bündig auf einem Sticker der notorischen Partei Die Partei. Als alliterierende Ansage im B-Bereich ein dadaistisches Moment in der linksalternativ dominierten Altstadt, die jedoch keinen alten Stadtkern bezeichnet, deren Name sich vielmehr unsichtbaren Arms an der längsten Theke der Welt, der Düsseldorfer Altstadt, anlehnt.

bonn_pippilotta“Alle Menschen werden älter / Alle Menschen werden gleichzeitig alt / Jeden Tag, jede Stunde, pro Minute, pro Sekunde / werden alle Menschen gleichzeitig alt”. Harald “Sack” Zieglers Songzeilen gelten für Heldinnen wie für Flaneure, die Schablonen-Updates ihrer Heldinnen fotografieren.

bonn_rhenus bicornisNoch älterer Held: Vater Rhein als Rhenus bicornis, vermutlich Teil eines römischen Grabmonuments aus dem ersten nachchristlichen Jahrhundert, als janusköpfiges Relief unprätentiös auf einem brusthohen Sockel positioniert auf dem Parkstreifen der Adolfstraße.

bonn_yesterdays poemDeutlich jünger, dennoch veraltet: das Gedicht von gestern.

bonn_beobachterZeitlos hingegen: der stille Beobachter.