Presserückschau (Januar 2018)

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Mikroplastik
“Der Rhein transportiert jede Menge Mikroplastik. Von der Quelle in den Graubündener Alpen abwärts fließen jedes Jahr allein im Oberflächenwasser acht bis zehn Tonnen Kleinstkunststoffteile in die Nordsee. “Dies ist nur die Spitze des Eisberges”, erklärt Prof. Andreas Fath (…). “Die tatsächliche Belastung des Rheins mit Mikroplastik dürfte noch um ein Vielfaches höher sein.” Denn der überwiegende Teil sinkt in die unteren Schichten des Flusswassers oder ins Sediment ab. Die Meere werden also reichlich mit Kunststoff versorgt: Im Jahr 2050 soll nach einer Studie der Ellen Mac Arthur Stiftung gewichtsmäßig mehr Plastik als Fische in unseren Ozeanen schwimmen.” (WDR)

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Wildschwein
“Das war schon eine fast filmreife Verfolgungsjagd, die sich ein Wildschwein (…) mit der Polizei im Bonner Stadtgebiet lieferte. (…) Das einzelne Wildschwein war erstmals (…) von Anwohnern in der Königsheimstraße in Beuel gesichtet und der Polizei gemeldet worden. Anschließend lief der Schwarzkittel in Richtung Drachenfelsweg, wo es (…) mit einem 61 Jahre alten Fahrradfahrer zusammenstieß. Der Mann war gerade mit dem Rad an seinem Grundstück angekommen, als das Schwein ihn über den Haufen rannte. (…) Danach ging die Jagd durch Beuel weiter über die Dietrich-Bonhoeffer-Straße in Richtung Rhein. Dort sprang das Tier dann vor seinen Häschern in den Fluss, wo es (…) leicht mit dem Schiff „Hansestadt Hamburg“ kollidierte. Dabei wurde das Schwarzwild aber offensichtlich nicht schwerer verletzt, denn danach trieb es am Römerbad vorbei, um im Bereich der Nordbrücke wieder an Land zu gehen.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

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Hasen und Kaninchen
“Wenn der Rhein Hochwasser hat, verwandeln sich die Wiesen an der Rheinbiegung im Schatten der Leverkusener Brücke in kleine Inseln. Förster (…) fahren dann mit dem Boot von Insel zu Insel. Ihre Mission: Die Inselbewohner, Hasen und Kaninchen, vor dem Ertrinken zu retten. „Hasen können ungefähr 100 Meter weit schwimmen, Kaninchen halten etwa 20 Meter durch“, erklärt Förster Scheer. „Wenn die Fluten des Hochwassers kommen, haben die Tiere kaum eine Chance.“ Das Rettungsteam ist ausgerüstet mit Keschern und Kisten in denen sie die Hasen und Kaninchen unterbringen. „Wenn wir die Tiere eingefangen haben, bringen wir sie danach an einen sicheren Fleck“, sagt Scheer.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

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Wo Möwen in Krefeld kostenlos Karussell fahren können
“Zu den Top 10 der häufigsten Wo-Fragen auf Google in Deutschland zählte 2017: “Wo können Möwen in Krefeld kostenlos Karussell fahren?” (…) Die Lösung nehmen wir hier schon mal vorweg: Umsonst Karussell fahren können die Krefelder Möwen auf der Hafen-Drehbrücke, die über den Linner Mühlenbach führt.” (Rheinische Post)

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Insel der Obdachlosen
“Wegen des Hochwassers musste die Neusser Feuerwehr (…) zu ihrem ersten, flutbedingten Rettungseinsatz ausrücken. Die Einsatzkräfte (kamen) zwei Männern zur Hilfe, die auf der Ölgangsinsel vom Wasser überrascht wurden. Nach einer kurzen Suche, erreichte die Wasserrettungseinheit die beiden Hilfesuchenden. Mit dem Mehrzweckboot „Marne“ wurden die zwei vermutlich obdachlosen Männer (44/57) aufgelesen und sicher an Land gebracht. Laut Polizei hatte das Duo zusammen mit ihren zwei Hunden und ihrem gesamten Hab und Gut auf der Halbinsel am Rheinkilometer 739 übernachtet. Am Morgen wären sie dann von Wasser überrascht und den steigenden Pegel vom „Festland“ abgeschnitten worden.” (Express)

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Gaffer
“Der Rhein macht sich breit – die Touristen auch. (…) Sie stehen teils in Zweier- und Dreierreihen entlang der Mauer und halten ihre Kameras oder Handys in Richtung Rhein. Auch wenn die erste große Flut des Jahres 2018 Leverkusen vermutlich nicht in größere Bedrängnis bringen wird, so wollten doch Dutzende Hochwassertouristen gestern die Situation vor dem Erreichen des Höchststandes für sich dokumentieren. Auch aus weiter entfernten Städten kamen sie mit ihren Autos nach Hitdorf und postierten sich an verschiedenen Aussichtspunkten. Dabei hatte die Stadt (…) an allen Zufahrtstraßen zum Rhein Barrikaden errichtet. An einigen Stellen wachte zusätzlich Personal über die Zufahrt. Das hielt die Gaffer jedoch nicht ab.” (Rheinische Post)

7
Hochwasser-Depp
“Ein Mann am Rheinufer in Worringen hat (…) kollektives Kopfschütteln bei den Rettungskräften im Hochwasser-Einsatz ausgelöst. Beim Versuch treibende Autoreifen aus dem Wasser zu fischen, verlor der 53-Jährige am rutschigen Ufer den Halt und stürzte in den Fluss. Passanten riefen die Feuerwehr. (…) „Hier schwimmt einer und sammelt dabei Reifen ein. Der kommt allein aber nicht mehr raus“, berichtete ein Zeuge am Telefon. Mindestens sechs alte Autoreifen, einige samt Felge, trieben im überfluteten und extrem schlammigen Uferbereich. Der „Sammler“ hatte das Risiko bei seinen Angelversuchen offenbar unterschätzt und kam nun ohne fremde Hilfe nicht mehr an Land. Minuten später trafen Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Worringen und Beamten der Kölner Berufsfeuerwehr an der Einsatzstelle ein. „Wir haben den stark unterkühlten Mann aus dem Wasser ziehen können. Anschließend wurde er im Rettungswagen vom Notarzt untersucht und ins Krankenhaus gebracht“, so ein Beamter.” (Express)

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Vermutete Personen
“In Höhe des Evonik Werks in Lülsdorf treibe eine Person im Rhein – diese Meldung erreichte die Retter (…) und löste einen umfangreichen Feuerwehreinsatz aus. Einsatzkräfte der Niederkasseler Feuerwehr suchten das Gebiet vom Ufer ab, während die Feuerwehr Mondorf und die Feuerwehr Bonn den Rhein mit Booten abfuhren. Strömungsberger des Deutschen Roten Kreuzes ließen ihr Boot in Lülsdorf ins Wasser und begaben sich wegen der erheblichen Fließgeschwindigkeit des Wassers in Richtung Köln-Langel auf die Suche. Ein Notarzt vor Ort griff genauso wenig ein wie die Rettungstaucher.” (General-Anzeiger)

“Mit Hubschraubern, Wasserschutzpolizei und Einsatzfahrzeugen suchten Kölner Polizei und Feuerwehr (…) das Rheinufer bei Sürth ab. Ein Zeuge hatte vermutet, eine Person im Wasser gesehen zu haben. (…) Der Rhein führt derzeit wegen starker Regenfälle der vergangenen Tage im Einzugsgebiet Hochwasser. Daher ist es zurzeit besonders gefährlich, sich am Rheinufer aufzuhalten. Durch die starke Strömung schwimmen auch vermehrt größere Gegenstände im Fluss.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

“Polizei und Feuerwehr suchten (…) nach einer Person im Rhein. Eine Frau hatte zuvor gemeldet, dass jemand von der Rheinbrücke in Germersheim geprungen oder gefallen sei. (…) Die Autofahrerin war auf der Rheinbrücke bei Germersheim unterwegs, als ihr Blick auf dem Rhein fiel. Dort will sie eine Person treiben gesehen haben, die sich zuvor ins Wasser gestürzt haben soll oder hineingefallen ist.” (Regio-News)

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Rheintote
“Die Kölner Feuerwehr hat (…) eine Leiche aus dem Rhein geborgen. In Höhe der Ford-Werke in Niehl wurde ein ca. 40 Jahre alter Mann leblos aufgefunden. (…) Die Kölner Polizei ermittelt nun die Identität des Toten. Bislang gibt es, laut Polizei, keine Hinweise darauf, dass der Fall mit dem Hochwasser zu tun hat. Von Feuerwehr und Rettungsdienst waren insgesamt 67 Kräfte im Einsatz, die unter anderem von zwei Feuerwehrbooten und Hubschraubern unterstützt wurden.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

“Schrecklicher Fund am Joseph-Beuys-Ufer an den Rheinterrassen in Düsseldorf. Ein Passant hatten (…) einen Körper auf dem Rhein treiben sehen. Sofort wurde die Feuerwehr alarmiert. Die konnte nur noch die Leiche einer 30 bis 50 Jahre alten Frau bergen. Auf Nachfrage (…) sprach die Polizei in Düsseldorf zunächst von einem toten Mann.” (Der Westen)

“Wasserschutzpolizei und Feuerwehr haben (…) eine männliche Wasserleiche aus dem Rhein geborgen. Ein Anrufer hatte der Polizei mitgeteilt, dass auf der Höhe des RTL-Gebäudes in Deutz etwas im Wasser aufgefallen sei. Dabei könne es sich um einen Mensch handeln. Die Retter eilten zum Einsatzort und fanden im Uferbereich die Männerleiche.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

“Knapp zwei Monate nach dem Verschwinden eines 35-Jährigen in Düsseldorf ist die Leiche des Mannes 114 Kilometer entfernt im niederländischen Nijmegen gefunden worden. Wie der Mann ums Leben gekommen ist, sei noch unklar, teilte die Polizei (…) mit. Vermutlich ist er in den Rhein gefallen und mit dem Fluss bis in die Niederlande getrieben. Der Oberhausener war seit dem 3. Dezember 2017 als vermisst gemeldet, nachdem er nach einer Weihnachtsfeier mit einem Arbeitskollegen in der Düsseldorfer Altstadt alleine nach Hause gegangen war.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

Presserückschau (September/Oktober/November 2017)

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Etwas ganz Seltsames
“Eigentlich dürften wir den Rhein (…) natürlich nicht zu den Errungenschaften des Abendlandes zählen. Wenn, dann müsste es sich umgekehrt verhalten, denn er ist ja viel älter als dieses. Sucht man nach seinem Ursprung (was übrigens eine original abendländische Vorgehensweise ist), dann landet man im Oligozän, einem eher unromantischen und völlig menschenleeren Zeitalter vor etwa 30 Millionen Jahren. Der Rheingraben entstand damals als Randprozess brutaler Erdplattenverschiebungen, ein Faltenwurf auf dem Grund des Tethysmeers. All das klingt so bizarr, als würde es auf dem Jupiter spielen, und wirklich sind Flüsse, nüchtern betrachtet, etwas ganz Seltsames, das sich schwer festhalten oder (wie wir das im Abendland nennen) definieren lässt: Massen von Wassermolekülen, die sich linienförmig über mineralische Oberflächen hinwegbewegen und dabei, obwohl sich ihre Elemente permanent austauschen, etwas mit sich selbst Identisches bilden, das über Jahrhunderte, ja sogar Jahrtausende hinweg besteht und mit einem Namen anrufbar ist, als wäre es ein lebendiger Mensch.” (Die Welt)

2
Wasserfontänen
“Jubilare müssen zusammenhalten. Und zusammen feiern. Dieser Devise folgt der Chempark Dormagen. Das Werk am Rhein feiert in diesen Tagen sein 100-jähriges Bestehen, die Rheinschifffahrt bei Monheim mit dem Piwipper Böötchen sogar ihr 800-jähriges. Zum Festakt (…) an der Monheimer Fähranlegestelle will die die Werksfeuerwehr einen ganz besonderen Geburtstagsgruß übersenden: Die Kanonen auf ihrem Löschboot werden gigantische Wasserfontänen in die Luft schießen. Bis zu 8000 Liter pro Minute können sie auswerfen, ein beeindruckendes Schauspiel.” (Rheinische Post)

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Ryybutzete
“Über 200 Helfer tragen im und am Wasser dazu bei, dass der Rhein wieder ein grosses Stück sauberer wird. Dass dabei nicht nur der üblichen Müll der ungezogenen Sommergäste des Affenfelsens “auftaucht”, sondern auch zahlreiche kuriose, teils unerklärbare Objekte, geborgen werden, macht die Sache nicht weniger ernst, aber führt immer wieder auch zum Schmunzeln. (…) Bereits am frühen Morgen wurde heute ein vier Meter langer Stahlträger aus der Kleinbasler Rheinseite gehoben (…). Der hat wohl den Seegang auf einem Frachtschiff nicht gut überstanden. In den vergangenen Jahren kam auch einmal ein Kupferkessel voller römischer Sesterzen zum Vorschein. In Anbetracht dessen, dass die Römer nun schon einige Jahre nicht mehr in unserer Region verweilen, ein durchaus merkwürdiger Fund. Das grösste Aufsehen verursachte jedoch eine Tauchergruppe flussaufwärts in Birsfelden. Die fanden doch tatsächlich einen Kleinwagen – wohl auch ein Frachtschiff-Ausreisser.” (Barfi)

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Aliens
“Wie die Wollhandkrabbe sind heute 95 Prozent der größeren wirbellosen Fluss-Tiere des Rheins Einwanderer. Sie stammen ursprünglich aus unterschiedlichen Regionen wie dem Schwarzen Meer, Nordamerika oder Ostasien, von wo sie meist per Schiff in den Rhein gelangten. (…) Die Engländer nennen sie »Aliens« (…) – und für manche heimische Art waren die Neuankömmlinge ähnlich vernichtend wie die Weltraummonster. So haben amerikanische Flusskrebse die europäischen Arten zur Strecke gebracht, weil sie eine gefährliche Krankheit, die Krebspest, mitbrachten, gegen die die heimischen Tiere nicht gewappnet waren. Der Große Höckerflohkrebs kommt aus dem Donaudelta und frisst nun kleinere Arten im Rhein weg.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

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Gemälde aus Duisburg
“Die neue Ausstellung des Künstlers Michael Vogt in der Galerie Liestmann zeigt „Fluss- und Hafenbilder“. Den Rhein malt Vogt gerne in Duisburg. (…) Seine Gemälde, die den Rhein und den Duisburger Hafen zum Thema haben, sind in der Galerie Liestmann noch bis Anfang Januar zu sehen. (…) In der Galerie sind bekannte Motive wie Deichlandschaften, die Homberger Rheinbrücke, Hafenansichten und der Rhein bei Wittlaer zu sehen. Vogt malt vor Ort, setzt sich an den Rhein oder sucht sich den passenden Platz im Duisburger Hafen. Für die dort angefertigten Bilder finden schnell trocknende Farben Verwendung, großformatige Landschaftsbilder malt Vogt mit Ölfarben.” (WAZ)

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Kostümierte Schwimmer
“Da staunten Spaziergänger, als sie kostümierte Schwimmer im Rhein an sich vorbeiziehen sahen: Dazu eingeladen hatte der “Deutsche Unterwasserclub Köln” (DUC Köln). Die Schwimmer starteten an den Poller Wiesen und waren rund eine Stunde lang stromabwärts nach Merkenich unterwegs. Die Sicherheitsvorkehrungen waren hoch, da Schwimmen im Rhein eigentlich verboten ist. Der DUC hatte eigens ein gesondertes Sicherheitskonzept entwickelt. Die Schwimmer trugen alle Neoprenanzüge, eine Marke, Schnorchel und Flossen. Die Wasserschutzpolizei begleitete und umkreiste die Schwimmer mit vielen Booten.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

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Rhein im Rhein
“Die Dienstzeit der 1852 bei der Maschinenbau-Gesellschaft Emil Keßler in Karlsruhe gebauten Dampflokomotive RHEIN hatte noch gar nicht begonnen, da versank sie für nunmehr 165 Jahre bei Germersheim in den Fluten des Rheins. Als sie mit einem Segelboot über den Rhein von Karlsruhe bis Deutz transportiert werden sollte, geriet dieses in einen Sturm – die Lokomotive rutschte von der Ladefläche, und so gilt sie bis heute als verloren. Ein Forscherteam hat sich nun aufgemacht, die wohl älteste erhaltene Dampflokomotive Deutschlands wiederzufinden und hoffentlich auch bald bergen zu lassen. 2012 gelang es ihnen, den genauen Unfallort der Lokomotive mit Hilfe modernster Messtechnologien zu lokalisieren. Prof. Dr. Bernhard Forkmann, Mitautor des Buches “Lok im Rhein”, gewährt in seinem Vortrag Einblicke in die langwierige Suchaktion und die neusten Forschungsergebnisse zur Lokomotive RHEIN.” (Lok Report)

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Sanaziun cumpletta
“La renovaziun totala dals implants da las ovras electricas Hinterrhein SA è terminada. Dapi la fin d’avust èn tut ils implants puspè en funcziun ed ils custs da 300 milliuns francs èn tegnids en, uschia communitgeschan las ovras electricas Rain posteriur. Gia il 2005 han ils responsabels fatg ponderaziuns davart ina sanaziun cumpletta, il 2011 han cumenzà las emprimas lavurs. En tut eran radund 50 interpresas participadas vid il project. Dal temp cun la pli auta activitad da lavur han radund 300 persunas lavurà il medem mument vid la renovaziun.” (RTR)

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Rheinunterquerung
“Auf sieben Brücken kann man in Köln den Rhein überqueren – unterqueren kann man ihn nur an einer Stelle. Rund fünf Meter unter der Rheinsohle befindet sich ein begehbarer Tunnel (…). Zwei große Stahltüren mit mehreren Riegeln muss der Mitarbeiter der Rhein-Energie öffnen, um den Weg ins unterirdische Köln freizugeben. Es geht zu einem hochmodernen Bauwerk unter dem Rhein, der genau an Kilometer 688,6 untertunnelt ist. Der 461 Meter lange Fernwärmetunnel beginnt auf Höhe der Messe, nahe der Hohenzollernbrücke und führt auf direktem Weg auf die andere Seite unter den Musical-Dome.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

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Bücher als Schlüssel
“Jemanden in der Schule zu erleben, der sechs Sprachen beherrscht, das ist beeindruckend. Und dann noch jemanden zu erleben, dessen Leben in einer slumähnlichen Vorstadt von Lyon begonnen hat und der jetzt Romanautor ist und ehemaliger französischer Minister war, das ist dann richtig beeindruckend. Und so fielen dann auch die Bewertungen von Schülerinnen und Schülern der Graf-Anton-Günther Schule aus, in deren Forum Azous Begag kürzlich zu Gast war, um über sich, seine Bücher und sein Leben zu erzählen. In seinem Leben habe es eine erstaunliche Entwicklung gegeben. Und dafür seien Bücher der Schlüssel gewesen und natürlich die Möglichkeit, sich in so vielen Sprachen verständigen zu können. Sprache wird hier als Schlüssel für den sozialen Aufstieg deutlich, aber auch als Schlüssel für Integration in eine fremde Kultur. „Witzig und locker drauf“ sei er gewesen, meinten zwei Schülerinnen, und das macht wohl auch seinen Erfolg aus, wenn er auch vielleicht etwas zu wenig an seinem für das Abitur in Französisch wichtige Roman „Et tranquille, coule le Rhin“ orientiert hat.” (Nordwestzeitung)

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Rheinspange
“Wenn irgendwo im Land NRW ein neues Stück Straße eröffnet wird, bleibt selten der Hinweis auf die lange Planungsdauer aus. Oft sind 20 Jahre, 30 Jahre, gar 40 Jahre vergangen. Das soll sich ändern – ausgerechnet beim größten Neubauprojekt, das seit Jahrzehnten in der Region ansteht. Die Rede ist von der Rheinquerung, die nun offiziell „Rheinspange“ heißt und als neue Autobahn die A 59 bei Spich mit der A 555 bei Godorf verbinden soll. Die Beteiligung der Öffentlichkeit begann (…), ohne dass die Planer auch nur eine Skizze vorweisen konnten. Genau das ist der neue Ansatz, den das Landesverkehrsministerium und der Landesbetrieb Straßen NRW erstmalig verfolgen: erst reden, dann planen.” (General-Anzeiger)

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Alleinstellungsmerkmal Maislabyrinth
“Aus einer ursprünglich dünnen Tagesordnung ergab sich im Dalheimer Gemeinderat eine grundsätzliche Debatte darüber, wie sich die Gemeinde künftig in Sachen Tourismus ausrichten soll. Vor einem Jahr hatte man, zunächst für zwölf Monate auf Probe, den Beitritt zum Verein Rhein-Selz Tourismus beschlossen. Nun schob Ortsbürgermeister Willhard Leib (FWG) nachträglich die Diskussion über die Fortsetzung der Mitgliedschaft in den Sitzungsplan. Die Mitgliedschaft kostet 50 Cent pro Einwohner, im Falle Dalheims also rund 500 Euro. Dass dafür eine hinreichende Gegenleistung erbracht wird, war im Rat umstritten. Außer dem Maislabyrinth habe man, so Gertrud Henning (BfD), eigentlich wenig zu bieten. „Ich kann den Nutzen für Dalheim nicht erkennen, 500 Euro auszugeben, um einen Hochglanz-Flyer für die Rheinfront zu finanzieren“, hielt René Muth (CDU) fest. Da die Gemeinde nicht allzu solvent sei, tue dieser Betrag bereits weh. „Unser Angebot ist nicht überreich“, stieß der Erste Beigeordnete Engelbert Sauter (CDU) zunächst ins selbe Horn, verwies dann aber neben dem „Alleinstellungsmerkmal“ Maislabyrinth auch auf die Weinbergsrundfahrten, das für den gesamten Landkreis bedeutsame Germania-Denkmal sowie den Multifunktionsplatz. Das alles über die Gemeindegrenzen hinaus zu bewerben, könne durchaus nützlich sein.” (Allgemeine Zeitung)

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Little Britain
“Viele Wanderer im Kasbachtal in der Nähe von Koblenz sind verblüfft. Aus heiterem Himmel kommen sie an roten Telefonzellen, einer lebensgroßen Queen-Figur, einer vollbusigen Hexe mit Wildschweinen an der Leine und einem britischen 52-Tonnen-Panzer vorbei. Das spleenige Privatgelände “Little Britain” in Linz am Rhein, hat schon Landtag und Innenministerium von Rheinland-Pfalz beschäftigt. Nachbarn sind erbost.(…) Der nach Deutschland eingewanderte Brite Gary Blackburn (…) ist 2016 “not amused” bei der Brexit-Entscheidung in seiner Heimat. Als Antwort darauf beginnt er, sein kleines kostenloses Freilichtmuseum auf seinem Betriebsgelände an einem Wanderweg zum Rheinsteig aufzubauen. Die Hütte des legendären Räubers Robin Hood, Palast-Wachsoldaten, ein roter Briefkasten, Ritterrüstungen und alte englische Autos zeugen vom britisch-skurrilen Humor des 53-jährigen Baumchirurgen aus dem Hinterland.” (T-Online)

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R3
“Der Rheinhafen Lauterbourg ist mit einem etwa 40 Hektar großem Gewerbegebiet und neuen Hafenanlagen Standort der neuen trimodalen Logistikplattform R3FLEX des Straßburger Hafens. (…) Diese Investition trägt der steigenden Nachfrage vor allem durch den wachsenden Containerverkehr am Standort Straßburg Rechnung. (…) Am Oberrhein gilt die Erweiterung des Lauterbourger Hafens als eine der letzten Möglichkeiten zum Ausbau von Arealen am Rheinufer. 40 Stunden Schifffahrt von Rotterdam und Antwerpen entfernt haben sich bereits Unternehmen wie Dow Chemicals France, Comptoir Agricole de Hochfelden, Béton Fehr oder auch Eiffage Métal in Lauterbourg angesiedelt. (…) Die Marke R3FLEX unterstreicht durch ihre Namensgebung und die Abkürzung R3 (Rhine, Rail, Road) die Multimodalität des Hafenareals durch die parallele Anbindung an Rhein, Schiene und Straße.” (Pressebox)

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Tender Rhein
“Fünf Monate ist der Tender “Rhein” im Mittelmeer vor der libyschen Küste im Einsatz gewesen – um Menschen zu retten und Schleuserkriminalität zu bekämpfen. (…) 25.000 Seemeilen legte das Schiff während seiner Mission zurück – das entspricht einer Erdumrundung. Die “Rhein” war Teil der humanitären Operation “Sophia”. Die 67-köpfige Besatzung der “Rhein” rettete 2.100 Menschen aus dem Mittelmeer. (…) Die Deutsche Marine hat mit ihren Schiffen in den vergangenen zwei Jahren nach eigenen Angaben mehr als 22.000 Flüchtlinge im Mittelmeer aus Seenot gerettet.” (NDR)

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Maghrebiner am Rhein
“Maghrebiner stellten römische Kaiser, frühchristliche Denker und waren Wegbereiter eines Wissenstransfers, an dessen Ende die Zeit der Aufklärung in Europa stand. Die scheinbar zusammenhangslos ausgewählten Exponate der Ausstellung (Anm.: „Drucke und Handschriften aus fünf Jahrhunderten. Die Sammlung der Gesellschaft für Kultur und Wissenschaft des Maghreb” im Romaneum zu Neuss) – wertvolle alte Handschriften und Drucke, in lateinischer, deutscher, französischer und arabischer Sprache – stehen in einem großen Sinnzusammenhang: Sie spiegeln den offenen und durchlässigen Kulturraum Maghreb wider, der vermeintlich fremde Elemente absorbierte und dabei in der Lage war, sich selbst neu zu erfinden. Auch in Neuss hat der Maghreb Spuren hinterlassen: Vor fast 2.000 Jahren errichten die ersten Maghrebiner die Erftmündung am Rhein. Die Ala Afrorum, eine ursprünglich aus Nordafrikanern aufgestellte römische Kavallerieeinheit, war Ende des 1. Jahrhunderts im römischen Novaesium stationiert und hatte ihre Wurzeln in Africa proconsularis, dem heutigen Algerien, Tunesien und Libyen.” (neuss.de)

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Archäologische Sensation
“Eine 9,7 Millionen Jahre alte Entdeckung sorgt für Kopfzerbrechen bei deutschen Wissenschaftlern. (…) Wie das Mainzer Naturhistorische Museum (…) mitgeteilt hat, entdeckten ein Team deutscher Archäologen im ehemaligen Flussbett des Rheins ein rätselhaftes Gebiss. Die Zähne scheinen keiner in Europa oder Asien entdeckten Art zu gehören. Sie ähneln am ehesten denen der frühen Homininskelette von Lucy (Australopithecus afarensis) und Ardi (Ardipithecus ramidus), die in Äthiopien entdeckt wurden. Doch der neue Fund aus Eppelsheim bei Mainz ist mindestens vier Millionen Jahre älter als die afrikanischen Skelette. Diese Tatsache irritierte die deutschen Wissenschaftler dermaßen, dass sie die Veröffentlichung des Fundes zunächst für ein Jahr zurückhielten.” (RT Deutsch)

18
Notlandung
“Es hätte ein kurzer Rundflug zur Loreley werden sollen – und wurde ein ziemliches Abenteuer. Ein vom Flughafen in Finthen gestartetes Klein-Flugzeug mit drei Insassen ist (…) aufgrund eines Defekts auf dem Rhein bei St. Goar notgelandet.” (Allgemeine Zeitung)

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Irre Verfolgungsjagd
“Auf der Flucht vor der Polizei ist ein 24 Jahre alter Mann in den Rhein gesprungen, um von Frankreich nach Deutschland zu schwimmen. Während ihm ein französischer Polizist in der Dunkelheit nachschwamm, verfolgte ihn ein zweiter Beamter mit einem Kanu, das er am Ufer entdeckt hatte (…). Als die Kräfte des 24-Jährigen nachließen, fasste ihn ein Beamter und brachte ihn auf deutscher Seite bei Weil am Rhein ans Ufer. Dort wurde der unterkühlte Mann vom Notarzt versorgt und danach in eine Klinik nach Frankreich gebracht.” (Berliner Kurier)

20
Jamaika am Rhein
“Am Bonner Hauptbahnhof haben sie das Schild „Bundesstadt Bonn“ durch eines ersetzt, auf dem „Stadt der Vereinten Nationen“ steht. Das bringt mehr fürs Bonner Selbstbewusstsein. Im November findet am Rhein der Klimagipfel statt. Danach aber wäre es höchste Zeit, wieder mal ein neues Schild anzubringen: „Bonn – Hauptstadt von Jamaika“. Wenn im 600 Kilometer entfernten Berlin wirklich eine Koalition aus Union, FDP und Grünen zustande kommt, hat das viel mit der alten Hauptstadt am Rhein zu tun. In der saturierten Bürger- und Studentenstadt haben alle drei Jamaika-Parteien ihre gefestigten Milieus: Grüne und FDP sammelten bei der Bundestagswahl 16 und 14 Prozent der Zweitstimmen, für die CDU blieben da noch 30 Prozent. Im Bonner Rathaus regiert seit 2014 eine Jamaika-Koalition, die ein schwarz-grünes Bündnis ersetzt hat.” (Neue Presse)

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Rheintote
“Nachdem Ende August Arbeiter im Rhein Teile einer verstorbenen Person gefunden haben, ist die Identität der Toten nun mithilfe eines DNA-Vergleichs geklärt. Die Arbeiter hatten die Leichenteile bei Baggerarbeiten im Rhein bei Rees gefunden.
Wie die Polizei mitteilt, handelt es sich bei der Frau um eine 72-jährige, in Köln geborene Frau. Die Seniorin war am am 22. Dezember 2016 aus einem Krankenhaus in Dormagen verschwunden war und galt seitdem als vermisst.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

“Eine Joggerin hat (…) eine Person entdeckt, die im Rhein trieb. Sie löste einen Großalarm aus, bei dem auch ein Hubschrauber zum Einsatz kam. Doch jede Hilfe kam zu spät. Um 7.35 Uhr habe die Joggerin eine leblose Person im Rhein entdeckt, als sie über die Theodor-Heuss-Brücke lief. Am linken Rheinufer treibe ein Körper im Wasser. Wenig später sei sie aus einem Polizeihubschrauber heraus lokalisiert worden. In Höhe der Rotterdamer Straße sei die Leiche dann auf der linksrheinischen Seite von Feuerwehrleuten in Spezialanzügen aus dem Wasser gezogen worden. Es handelte sich um einen 66-Jährigen aus Düsseldorf. “Er war bekleidet und hatte einen Ausweis dabei”, sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage. Ein Notarzt habe dann um 8.20 Uhr versuchte, den Mann wiederzubeleben. Doch der Arzt konnte nur noch dessen Tod feststellen.” (NRZ)

“Die 91-Jährige Senioren aus Rheinberg, die (…) vermisst wurde, ist (…) im Rhein tot aufgefunden worden. (…) Die Leiche wurde im Rhein bei Ossenberg gefunden. Angaben zur Todesursache konnte die Polizei (…) noch nicht machen. Die Polizei hatte (…) unter anderem mit einem Hubschrauber nach ihr gesucht.” (NRZ)

“Duisburg. Ein Arbeiter (43) ist (…) auf dem Gelände der Hüttenwerke Krupp Mannesmann mit einem Minibagger in den Rhein gestürzt. Zunächst fehlte jede Spur von dem Mann, jetzt ist er tot geborgen worden. Wie die Polizei berichtet sei der Arbeiter der Firma „Buss Imperial“ ins Hafenbecken gestürzt.” (Der Westen)

Presserückschau (Januar 2016)

1
Das hinterste Eck Deutschlands verortet die Welt am Rhein anbetrachts eines Aufsehen erregenden Sexualdelikts: “”Ein Center zum Verlieben” – mit diesem Slogan wirbt das Rhein Center im Stadtteil Friedlingen von Weil am Rhein. Das ockergelbe Shoppingparadies schmiegt sich direkt an die Schweizer Grenze, im Westen, auf der anderen Rheinseite, beginnt dann auch gleich schon Frankreich. Es ist eine abgeschiedene Hafen- und Handelsgegend, mit viel Logistikfirmen und Industrie. 88 Prozent der Einwohner in dem sozial schwachen Stadtteil haben Migrationshintergrund, schon lange klagt Friedlingen über Probleme mit Kriminalität und Verwahrlosung. In diesem hintersten Eck von Deutschland gibt es vor allem für junge Leute nicht viel zu tun und zu erleben. Ein McDonald’s, ein kleiner Park, ein Sportplatz, ein kleines Kulturzentrum, das war’s.”

2
Vage vom Fischfang inspiriert erscheint ein Bericht des Leverkusener Anzeigers über den Fund einer Rheinleiche: “Ein Angler hat (…) am Wiesdorfer Rheinufer eine Wasserleiche gefunden. Etwa bei Kilometer 702, nahe der Schiffsbrücke Wuppermündung, hatte der Mann in Ufernähe in etwa gummistiefel-tiefem Wasser einen leblosen Körper bemerkt und die Polizei alarmiert. Der Einsatzleiter der Feuerwehr sagte, der Angler habe den dümpelnden Körper im Auge behalten und den Notruf gewählt. Er soll später selbst beim Bergen des Toten geholfen haben. Die Leiche zog man an einer Buhne aus dem Strom. Der Einsatzleiter sagte, es handele sich wahrscheinlich um einen Mann, nicht mehr ganz jung, und dass es ihm schien, dass der Körper nicht nur kurze Zeit im Wasser gelegen habe.” Bei der Leiche handelte es sich schließlich um eine seit Tagen als vermißt geltende ältere Frau aus dem Ruhrgebiet.

3
Rheinfluchten: zwei Kriminaltouristen aus Frankreich, schreibt die Aargauer Zeitung, haben sich in Basel auf eine halsbrecherische Flucht vor der Polizei begeben: “Sie rasten durch Quartierstrassen und missachteten ein Rotlicht. Die Polizei verzichtete auf eine Verfolgung, um nicht noch mehr andere Autos zu gefährden (…). Auch durch eine Sperre an der Grenze zu Deutschland liessen sich die beiden nicht aufhalten. Die Barriere, die Grenzwächter beim Zollamt Grenzach-Wyhlen aufstellten, durchbrachen sie und setzten ihre Flucht in Rheinfelden auf deutscher Seite mit stark übersetzter Geschwindigkeit weiter (…). Als sie in Warmbach in einer 30er-Zone ein deutsches Polizeiauto erblickten und bremsen wollten, verlor der Lenker aber die Kontrolle über sein Auto. Es kam zum Zusammenstoss mit zwei parkierten Autos und einem Gebäude. Ein letzter Versuch zu entkommen, unternahmen die Männer zu Fuss. Einer der beiden sprang gar in den kalten Rhein.” Parallel dazu sprang auch in Köln ein Mann auf der Flucht in den Fluß, wie der WDR berichtet: “In Köln ist (…) ein Mann nach einer Verfolgungsjagd mit der Polizei in den Rhein gesprungen. Der 28-Jährige hatte im Stadtteil Deutz versucht, ein Haus in Brand zu stecken. Ein Augenzeuge hatte die Polizei gerufen. Daraufhin war der Mann zu Fuß vor den Beamten zum Rhein geflohen und dort ins Wasser gesprungen. Die Besatzung eines Feuerwehrbootes fischte ihn aus dem Rhein.”

4
Am Tag vor Silvester war ein Spaziergänger nahe der Neckarmündung auf große Blutlachen gestoßen. Die Frankfurter Rundschau berichtet, daß es sich dabei um Hinterlassenschaften eines Gewaltverbrechens handelte: “Vier Wochen nach dem Fund von Blut am Neckarufer in Mannheim hat die Polizei am Sonntag in Südhessen eine tote Frau aus dem Rhein geborgen. Eine Untersuchung habe die genetische Übereinstimmung ergeben, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch in Mannheim mit. Die 31 Jahre alte Frau aus Mannheim sei Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Das ergebe sich aus dem Verletzungsmuster. Das Polizeipräsidium habe eine Sonderkommission mit 40 Beamten unter dem Namen “Basalt” gebildet.”

5
Dem Plastikanteil des Rheins wenden sich immer mehr Studien zu, die Auswirkungen der zunehmenden Plastikbelastung stehen unter Beobachtung: “Im Rhein bei Düsseldorf schwimmt jede Menge Plastik in kleinster Form. Wissenschaftler haben dort eine hohe Anzahl an Mikropartikeln gemessen. Das sind Teilchen, die bis zu fünf Millimeter im Durchmesser groß sind. (…) In Düsseldorf-Flehe wurde eine Konzentration von rund vier Partikeln pro Kubikmeter Wasser gemessen. In Bad Honnef liegen die Werte noch unter einem Partikel, an der Ruhrmündung bei Duisburg bereits bei über 160. (…) Die derzeitige Untersuchung lässt hingegen offen, wie gefährlich die Plastikpartikelchen für die Gesundheit von Mensch und Tier sind. (…) Im Rhein finden sich in vielfacher Zahl natürliche Partikel ähnlicher Größe, die von dort lebenden Tieren verschluckt werden. (…) Strategien zur Reinigung sind bislang Fehlanzeige: Die Klärwerke können die Konzentration der Teilchen im Fluss nicht verringern. (…) Am hilfreichsten sei es, Plastik wo es geht im Vorfeld zu vermeiden.” (Westdeutsche Zeitung)

Simplex kommt in ein Stadt, die er Köllen heißt

Kaum über acht Tag hatte ich mit meinem lieben Weib im Ehestand zugebracht, da ich in meinem Jägerkleid, mit einem Feurrohr auf der Achsel, von ihr und ihren Freunden meinen Abschied nahm; ich schlich mich glücklich durch, weil mir alle Weg bekannt, also daß mir keine Gefahr unterwegs aufstieß, ja ich wurde von keinem Menschen gesehen, bis ich nach Deutz, so gegen Köln über diesseits Rhein liegt, vor den Schlagbaum kam. Ich aber sah viel Leut, sonderlich einen Bauren im Bergischen Land, der mich allerdings an meinen Knan im Spessart gemahnte, sein Sohn aber dessen Simplicio sich am besten verglich. Dieser Baurenbub hütete der Schwein, als ich bei ihm vorüber passieren wollte, und weil die Sau mich spürten, fingen sie an zu grunzen, der Knab aber über sie zu fluchen: daß sie der Donner und Hagel erschlagen und “de Tüfel dartoo halen solte”; das hörte die Magd, und schrie dem Jungen zu, er sollte aufhören zu fluchen, oder sie wollts dem Vater sagen. Der antwortet der Knabe, sie sollte ihn im Hintern lecken und ihre “Mour dartoo brühen”; der Baur hörte seinem Sohn gleichfalls zu, lief derowegen mit seinem Prügel aus dem Haus und schrie: “Halt du hundert tausend etc. Schelm, ick sall di lehren sweren, de Hagel schla di dan, dat di der Tüfel int Liff fahr”, erwischt ihn damit bei der Kartausen, prügelt ihn wie einen Tanzbären, und sagte zu jedem Streich: “Du böse Bof, ick sall di leeren floeken, de Tüfel hal di dan, ick sall di im Arse lecken, ick sall di lehren dine Mour brühen, etc.” Diese Zucht erinnert mich natürlich an mich und meinen Knan, und ich war doch nicht so ehrlich oder gottselig, daß ich Gott gedankt hätte, weil er mich aus solcher Finsternis und Ignoranz gezogen, und zu einer bessern Wissenschaft und Erkenntnis gebracht; warum wollte denn mein Glück, das er mir täglich zuschickt, in die Länge haben harren können? Da ich nun nach Köln kam, kehrte ich bei meinem Jupiter ein, so damals ganz klug war; als ich ihm nun vertraute, warum ich da wäre, sagte er mir gleich, daß ich besorglich leer Stroh dreschen würde, weil der Kaufmann, dem ich das Meinige aufzuheben geben, Bankerott gespielt, und ausgerissen wäre; zwar seien meine Sachen obrigkeitlich petschiert, er selbst aber, sich wieder einzustellen, zitiert worden, aber man zweifle sehr an seiner Wiederkunft, weil er das Beste so fortzubringen gewesen, mit sich genommen; bis nun die Sach erörtert würde, könnte viel Wasser den Rhein hinunterlaufen. Wie angenehm mir diese Botschaft war, kann ein jeder leicht ermessen; ich fluchte ärger als ein Fuhrmann, aber was halfs, ich hatte drum meine Sachen nit wieder, und überdas keine Hoffnung, solche zu bekommen; so hatte ich auch über zehn Taler Zehrgeld nit zu mir genommen, daß ich also mich nit so lang aufhalten konnte, als es die Zeit erforderte. Überdas hatte es auch Gefahr auf sich, so lange dazubleiben, denn ich mußte sorgen, daß, weil ich einer feindlichen Garnison zugetan wäre, ich verkundschaft würde, und also nicht allein gar um das Meinige, sondern noch dazu in größere Ungelegenheit kommen; sollte ich denn unverrichter Sach wieder zurück, das Meinige mutwillig dahinten lassen, und den Hingang für den Hergang haben, das dünkte mich auch nicht ratsam sein. Zuletzt wurde ich mit mir selber eins, ich wollte mich in Köln aufhalten, bis die Sach erörtert würde, und die Ursach meines Ausbleibens meiner Liebsten berichten; verfügte mich demnach zu einem Prokurator der ein Notarius war, und erzählte ihm mein Tun, bat ihn, mir um die Gebühr mit Rat und Tat beizuspringen, ich wollte ihm neben der Tax, wenn er meine Sach beschleunigte, mit einer guten Verehrung begegnen. Weil er denn hoffte, es würde an mir etwas zu fischen sein, nahm er mich gutwillig an, und dingte mich auch in die Kost, darauf ging er andern Tags mit mir zu denjenigen Herren, welche die Fallimentssachen zu erörtern haben, gab vidimierte Kopie von des Kaufmanns Handschrift ein, und legte das Original vor, worauf wir zur Antwort bekamen, daß wir uns bis zu gänzlicher Erörterung der Sach patientieren müßten, weil die Sachen, davon die Handschrift sage, nicht alle vorhanden wären.
Also versah ich mich des Müßiggangs wieder auf ein Zeitlang, bis ich sehen wollte, wie es in großen Städten hergehet; mein Kostherr war, wie gehört, ein Notarius und Prokurator, daneben hatte er etwa ein halb Dutzend Kostgänger, und hielt stets acht Pferd auf der Streu, welche er den Reisenden ums Geld hinzuleihen pflegte; dabei hatte er einen teutschen und einen welschen Knecht, die sich beides zum Fahren und Reiten gebrauchen ließen, und der Pferd warteten, mit welcher drei- oder vierthalbfachen Hantierung er nicht allein seine Nahrung reichlich gewann, sondern auch ohn Zweifel trefflich vorschlug, denn weil keine Juden in selbige Stadt kommen dürfen, konnte er mit allerlei Sachen desto besser wuchern.

(aus Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen: Der Abentheuerliche Simplicissimus Teutsch, Drittes Buch, Kapitel 23)

Auf den Spuren Willy Brandts (6)

Der Kölner Willy-Brandt-Platz liegt im rechtsrheinischen Stadtteil Deutz. Die Wahl der Schäl Sick scheint die Theorie der allgemeinen Nachrangigkeit und Trostlosigkeit der nach Willy Brandt benannten öffentlichen Orte zu stützen.

Leicht ließe sich auf den Gedanken verfallen, daß der Deutzer Willy-Brandt-Platz mitnichten einen Platz darstellt: sein Straßenschild, verankert im Trottoir des Gotenrings, markiert einen unbestimmten Abschnitt mit angrenzenden Parkstreifen anstelle eines Platzes. Es dürfte eigentlich den Fußweg meinen, der den Gotenring mit der Lanxess Arena (vormals: Kölnarena) verbindet und zu

dessen rechter Seite eine konische Rasenfläche mit einem Platz tatsächlich verwechselt werden könnte, jedoch offenbar nicht wird, da der gepflegte Rasen, im Gegensatz zu seiner unmittelbaren Umgebung, völlig unbevölkert bleibt.

Bei näherem Betrachten erweist sich der aus Betonplatten bestehende Rundweg um die Arena, die aufgrund ihrer Bogenarchitektur den Volksnamen Henkelmännchen trägt, ebenfalls als Willy-Brandt-Platz; zusammengenommen ergibt seine Architektur aus der Luft gesehen einen Löffel, in dessen Vertiefung die Arena liegt. Um die Arena mit ihrer Kapazität von 20.000 Zuschauern herum stehen mobile Kaffee-, Wurst- und Bierbuden.

Die äußere Begrenzung des Rundwegs bilden massive Gebäudekomplexe. Darin befinden sich neben den städtischen Gewerbe- und Bauaufsichtsämtern einige Lädchen, in denen der Kunde sich enthaaren lassen oder betrinken kann. Der Komplex wird mit mehreren der in Köln zahlreichen Fälle politischer und behördlicher Unfähigkeit zum Nachteil der Bürgerschaft in Verbindung gebracht.

Adlercam

köln_seeadler victor

Seeadler Victor überfliegt, von Deutz kommend, Anfang Mai diesen Jahres mit einer Rückenkamera den Rhein zwischen Deutzer Brücke und Hohenzollernbrücke und landet im Rheingarten der Altstadt auf dem Arm des Falkners Jacques Olivier Travers. Das knapp zweiminütige Video ist auf Youtube zu finden. Ein dreiminütiges Hintergrundvideo mit Statements des Falkners zu Victors Rheinüberquerung gibt es bei Spiegel Online.

Köln in Köln (7)

In Köln boomen seit ein paar Jahren Wand-, Pfeiler- und Fassadenmalereien. Das Straßenbild gewinnt dadurch an Farbe, indes scheint die Motivwahl häufig nicht sonderlich originell. Viele der flächigen Gemälde zeigen zusammengeschusterte Kölnsilhouetten: Dom, Rhein, Fernsehturm, Groß St. Martin und Hohenzollernbrücke sind beliebte Motive mit Wiedererkennungswert.

Diese Ehrenfelder Wandmalerei bietet einen Blick vom Deutzer Ufer über den Fluß auf eine sympathisch zurückhaltende Kathedrale.

Die gleiche Perspektive – diesmal mit Nashornvogel und Kathedrale in vollem Saft – auf der Außenmauer des Kölner Zoos.

Auch in den umliegenden Ortschaften, wie hier in Kerpen-Sindorf, lassen sich Köln-Darstellungen finden. Um Verwechslungen auszuschließen, steht der Stadtname mit angeschrieben.