Denkmal am deutschen Eck

An der Mosel ging es noch an. Wir soffen uns langsam den Fluß hinab, wir fuhren mit dem Saufbähnchen von Trier nach Bulley hinunter, und auf jeder dritten Station stiegen wir aus und sahen nach, wie es mit dem Weine wäre. Es war. Wenn wir das festgestellt hatten, stiegen wir wieder ein: der Zug führte einen Waggon mit, der sah innen aus wie ein Salonwagen, von hier aus hätte man ganz bequem Krieg führen können, so mit einem Telefon auf dem Tisch, mit dicken Zigarren und: “Seiner Majestät ist soeben der Sturmangriff gemeldet worden.” Wir führten aber keinen Krieg, sondern drückten auf die Kellnerin, und dann erschien ein Klingelknopf, oder umgekehrt, und dann konnte man auf dem langen Tisch einen naturreinen Mosel trinken und dabei Würfel spielen. Und es entstanden in diesen Bahnstunden die Spiele:

Lottchen dick
Spix ist stolz
und:
Georgine, die ordentliche Blume
sowie:
Karlchen und die Rehlein –

das letztere Spiel zur Erinnerung an Karlchen seine Liebesabenteuer im freien, frischen, frommen Walde, wo ihm einmal die kleinen Rehlein zugesehn hatten. Ich verlor auf das Grauenerregendste und mußte immer bezahlen. Aber so ist alles.

Bernkastel, Traben-Trarbach, Bulley… dann aber setzten wir uns in einen seriösen Zug und fuhren nach Kolbenz. (Diese Aussprache wurde adoptiert, falls Jakopp ein künstliches Gebiß hätte: es spricht sich leichter aus.) In Kolbenz tranken wir der Geographie halber einen Rheinwein, und der konnte Papa und Mama sagen, wir aber nicht mehr. Am nächsten Morgen – es war ein Sonntag hell und klar – gingen wir spazieren.

Ich kannte Kolbenz nicht. Das erste, was mir auffiel, war ein breites und lautes Bürgerpublikum von Reisenden, die sich merkwürdig aufgeregt gebärdeten. So, wie schwarzhaarige Frauen, wenn sie einmal in Paris sind, dem Zauber des Wortes “Paris” erliegen und sich so benehmen, wie sie es zu Hause niemals täten, so kippten hier die blonden Damen aus den Pantinen; der Rhein, Vater Rhein, der deutsche Rhein klingelte in den Gläsern, und es war ziemlich scheußlich anzusehn. Das zweite, was damals auffiel, war die “Schmachch”. Wir sprachen das Wort mit zwei ch, und wir meinten die Franzosen damit, von deren “schwarzer Schmach” wir so viel in den bildenden Kinos gesehen hatten. Hier war nur weiße Schmachch, und wir mochten sie nicht. Und zwar nicht etwa, weil wir die Franzosen nicht mögen, sondern weil wir das Militär nicht mögen. Wir sind nur nicht so dumm wie zum Beispiel der Kolbenzer “General-Anzeiger”, der nun, nach dem Abzug der Schmachch, Mord und Tod hinter ihnen herschimpfte, ohne auch nur einen Augenblick lang zu untersuchen: wie sich die Deutschen in Belgien und Frankreich benommen haben, was das Militär eigentlich ist und für wen es arbeitet, und wie an diesem ganzen namenlosen Unglück, am Krieg und seinen Folgen, Europa schuld ist und seine nationale Zerfetztheit. Statt dessen krähte die Zeitung in echt kleinbürgerlicher Wut wegen der unbedingt zu verurteilenden Übergriffe nun hinter ein paar tausend Soldaten her, deren jugendliche Kraft genau so unproduktiv mißbraucht wird, wie das mit Soldaten in allen Ländern geschieht – auch in Deutschland.

Wir spazierten also am Rhein entlang, ich hatte wieder einmal meine Geographie nicht gelernt und ließ mir von Jakopp die Gegend erklären. Da war der Ehrenbreitstein; auf dem brannte zum Gaudium aller Rheinkadetten eine französische Fahne – wirklich, die Fahne brannte hoch am Fahnenstock, verglomm, leuchtete wieder auf… mich interessiert Militär nicht, und ich weiß nicht, was sie da gekokelt haben. Es ist ja auch gleichgültig, so gleichgültig wie alles, was diese uniformierten Brüder tun. Und da war der Rhein, der kitschumrauschte, und, wie bei Goethe steht, da waren große Schiffe im Begriffe, auf diesem Flusse hier zu sein… und plötzlich bekam ich den größten Schreck auf dieser Reise. Ich weiß es noch ganz genau:

Wir gingen auf der breiten, baumbestandenen Allee; vorn an der Ecke war eine Fotografenbude, sie hatten Bilder ausgestellt, die waren braun wie alte Daguerrotypien, dann standen da keine Bäume mehr, ein freier Platz, ich sah hoch… und fiel beinah um.

Da stand – Tschingbumm! – ein riesiges Denkmal Kaiser Wilhelms des Ersten: ein Faustschlag aus Stein. Zunächst blieb einem der Atem weg.

Sah man näher hin, so entdeckte man, dass es ein herrliches, ein wilhelminisches, ein künstlerisches Kunstwerk war. Das Ding sah aus wie ein gigantischer Tortenaufsatz und repräsentierte jenes Deutschland, das am Kriege schuld gewesen ist – nun wollen wir sie dreschen! In Holland.

Zunächst ist an diesem Monstrum kein leerer Fleck zu entdecken. Es hat die Ornamenten-Masern.

Oben jener, auf einem Pferd, was: Pferd! auf einem Roß, was: Roß! auf einem riesigen Gefechtshengst wie aus einer Wagneroper, hoihotoho! Der alte Herr sitzt da und tut etwas, was er all seine Lebtage nicht getan hat: er dräut in die Lande, das Pferd dräut auch, und wenn ich mich recht erinnere, wallt irgend eine Frauensperson um ihn herum und beut ihm etwas dar. Aber da kann mich meine Erinnerung täuschen… vielleicht gibt sie dem Riesen-Pferdchen nur ein Zuckerchen. Und Ornamente und sich bäumende Reptile und gewürgte Schlangen und Adler und Wappen und Schnörkel und erbrochene Lilien und was weiß ich… es war ganz großartig. Ich schwieg erschüttert und sah Jakoppn an.

“Ja”, sagte Jakopp, “das ist das Kaiser-Wilhelm-Denkmal am Deutschen Eck.”

Richtig: da floß noch ein zweiter Fluß in den ersten Fluß, und es war, wenn man von den Fabrikschornsteinen absah, eine hübsche Gegend, viel zu hübsch für dieses steinerne Geklump, für diesen Trumm, diesen Trubas von einem Denkmal. “Was… wie…” stammelte ich ergriffen. Da hörte ich ein leises Stimmchen an meiner Linken, ein Knabe war mir unversehens genaht, er hatte wohl meine Ratlosigkeit bemerkt, und er sprach: “Soll ich Ihnen mal das Denkmal erklären –?” Rasches Erfassen der Kriegslage ziert den SA-Mann, und ich sprach: “Erkläre mir mal das Denkmal.”

Da sah der Knabe überall hin, nur nicht auf den Tortenaufsatz, er schlief im Stehen, seine Augen hatten den Ausdruck einer friedlich grasenden Kuh, ich hatte so etwas noch nie bei einem Menschen gesehen. Er sprach mit modulationsloser, quäkender Stimme. Und weil dieses arme Kind solches nicht allein tat, sondern vier oder fünf seiner Kollegen, wie ich später sah, den ganzen Sonntagvormittag lang gewerbsmäßig dasselbe ausübten, vor dem Denkmal und weiter unten, vor dem Hotel und überall, so habe ich das, was sich die Knaben eingepaukt hatten, mehrere Male hören können. Nach Verabreichung mehrerer Gläser guten Weines zwecks Auffrischung des Gedächtnisses läßt sich das etwa folgendermaßen an:

“Dieses Denkmal wurde gegründet im Jahre 1897; es stellt dar den berittenen Kaiser Wilhelm den Ersten, sowie auch eine Siegesgöttin benebst die besiegten Feinde. Die Siegesgöttin ist nach verlorenen Kriegen ein Friedensengel und hat eine Flügelbespannung von fünf Meter in die Breite. Das Denkmal wiegt fünf Millionen Kilogramm und hat einen Flächeninhalt von 1200 Quadratmetern, daher ist es ein großes Kunstwerk. Auf dem Grundsockel erhebt sich der Sockel, auf dem das Denkmal aufgebaut ist; auf diesem Sockel steht der richtige Sockel, und auf diesem der Untersockel, worauf sich der Denkmalssockel erhebt. Die Künstler, die an dem Denkmal schuld sind, heißen Schmitz und Hundrieser. Der Spruch, der in das Denkmal eingelassen ist, besagt: “Nimmer wird das Reich zerstöret, wenn ihr einig seid und treu.” Die Köpfe der Seeschlangen bedeuten Deutschlands Feinde, der Granit der Söckel ist aus dem Schwarzwald. Die Mosel fließt hinter dem Denkmal, ihre Strömung ist hier besonders schnell, weil sie an dem Denkmal vorbei muß. Das Denkmal ist in der Regierungszeit Kaiser Wilhelms des Zweiten eröffnet worden und hat daher zwei Millionen Mark gekostet. Das ist das Denkmal am Deutschen Eck.” (Große Trinkgeldpause.)

Wie ich in der Zeitung gelesen habe, sind die Reden, die sie nach dem Abzug der Schmachch gehalten haben, genau so gewesen wie das Denkmal. Aber könnt ihr euch denken, dass sich jemals eine Regierung bereit fände, einen solchen gefrorenen Mist abzukarren –? Im Gegenteil: sie werden gar bald ein neues Mal errichten: das Reichsehrenmal. Wenn es errichtet ist, werden rotzgenäste Knaben hingehn und es uns erklären: die Gastwirtschaften ringsherum werden voll sein, und in den Massengräbern zu Nordfrankreich wird sich ein Geraune erheben:

»Wofür –? Dafür.«

(Ignaz Wrobel in: Die Weltbühne, 1930)

Anne of Geierstein

Upon the Rhine, upon the Rhine they cluster.
The grapes of juice divine,
Which makes the soldier’s jovial courage muster;
0 blessed be the Rhine!

–Drinking Song

A cottage or two on the side of the river, beside which were moored one or two fishing-boats, showed the pious Hans had successors in his profession as a boatman. The river, which at a point a little lower was restrained by a chain of islets, expanded more widely, and moved less rapidly, than when it passed these cottages, affording to the ferryman a smoother surface, and a less heavy stream to contend with, although the current was even there too strong to be borne up against, unless the river was in a tranquil state.

On the opposite bank, but a good deal lower than the hamlet which gave name to the ferry, was seated on a small eminence, screened by trees and bushes, the little town of Kirchhoff. A skiff departing from the left bank was, even on favorable occasions, carried considerably to leeward ere it could attain the opposite side of the deep and full stream of the Rhine, so that its course was oblique towards Kirchhoff. On the other hand, a boat departing from Kirchhoff must have great advantage both of wind and oars, in order to land its loading or crew at the Chapel of the Ferry, unless it were under the miraculous influence which carried the image of the Virgin in that direction. The communication, therefore, from the east to the west bank, was only maintained by towing boats up the stream, to such a height on the eastern side, that the leeway which they made during the voyage across might correspond with the point at which they desired to arrive, and enable them to attain it with ease. Hence, it naturally happened, that the passage from Alsace into Swabia being the most easy, the ferry was more used by those who were desirous of entering Germany, than by travellers who came in an opposite direction.

When the elder Philipson had by a glance around him ascertained the situation of the ferry, he said firmly to his son, — “Begone, my dear Arthur, and do what I have commanded thee.”

With a heart rent with filial anxiety, the young man obeyed, and took his solitary course towards the cottages, near which the barks were moored, which were occasionally used for fishing, as well as for the purposes of the ferry.

“Your son leaves us?” said Bartholomew to the elder Philipson.

“He does for the present,” said his father, “as he has certain inquiries to make in yonder hamlet.”

“If they be,” answered the guide, “any matters connected with your honor’s road, I laud the Saints that I can better answer your inquiries than those ignorant boors, who hardly understand your language.”

“If we find that their information needs thy commentary,” said Philipson, “we will request it — meanwhile, lead on to the chapel, where my son will join us.”

They moved towards the chapel, but with slow steps, each turning his looks aside to the fishing hamlet; the guide as if striving to see whether the younger traveller was returning towards them, the father anxious to descry, on the broad bosom of the Rhine, a sail unloosed, to waft his son across to that which might be considered as the safer side. But though the looks of both guide and traveller were turned in the direction of the river, their steps carried them towards the chapel, to which the inhabitants, in memory of the founder, had given the title of Hans-Chapelle.

A few trees scattered around gave an agreeable and silvan air to the place; and the chapel, that appeared on a rising ground at some distance from the hamlet, was constructed in a style of pleasing simplicity, which corresponded with the whole scene. Its small size confirmed the tradition that it had originally been merely the hut of a peasant; and the cross of fir-tree, covered with bark, attested the purpose to which it was now dedicated. The chapel and all round it breathed peace and solemn tranquillity, and the deep sound of the mighty river seemed to impose silence on each human voice which might presume to mingle with its awful murmur.

When Philipson arrived in the vicinity, Bartholomew took the advantage afforded by his silence to thunder forth two stanzas to the praise of the Lady of the Ferry, and her faithful worshipper Hans, after which he broke forth into the rapturous exclamation, — “Come hither, ye who fear wreck, here is your safe haven! — Come hither, ye who die of thirst, here is a well of mercy open to you! — Come those who are weary and far-travelled, this is your place of refreshment!” — and more to the same purpose he might have said, but Philipson sternly imposed silence on him.

“If thy devotion were altogether true,” he said, “it would be less clamorous; but it is well to do what is good in itself, even if it is a hypocrite who recommends it. — Let us enter this holy chapel, and pray for a fortunate issue to our precarious travels.”

The pardoner caught up the last words.

“Sure was I,” he said, “that your worship is too well advised pass this holy place without imploring the protection and influence of Our Lady of the Ferry. Tarry but a moment until I find the priest who serves the altar, that he may say a mass on your behalf.”

(aus: Walter Scott – Anne of Geierstein, or The Maiden of the Mist, Kapitel 18, Edinburgh 1829)

Die totale Schweiz

Es ist stets möglich, daß wir fremde Gegenden, zB unbekannte Rheingegenden, ganz anders wahrnehmen als ihnen gebührte, insbesondere wenn die Besuche nur Minuten oder Stunden währen und kein Reiseführer zuvor bzw kein Einheimisches währenddessen uns die tieferen Geheimnisse des zu erfahrenden Raums entdeckt. Dieser Tage radelten wir, um dem Wachstumslärm zu entgehen, welchen Schaan werktagsüber entfacht, über den Fluß hinüber in die Schweiz. Das war nicht ganz leicht. Die Sonne hieb bereits über den Kartoffeläckern des fürstlichen Rheintals wie irre auf die wenigen Radler hinab. Die Pedalisten verfielen also ins Zickzack, den Stichen der Sonne zu entgehen. Das gab ein wahnhaftes Bild und war noch längst nicht alles: wir sahen und staunten über recht außergewöhnliche Helmtrachten mit Blitzableitern und anderen Deflektoren: die Raubvögel schrieen, sobald sie einen solchen Kopfschutz erblickten. Bei dem kleinen Deichanstieg im Galeriewäldchen wurden Baumstämme am Stück gehäckselt. Verschwitzt und mit Holzspänen gespickt überquerten wir den gletschermilchigen Strom mit seinen glitzernden Krönchen. Der Werdenberger See bot Schatten und neue Lärmqualitäten: daß der Aufbau eines Fest- oder Messezelts dieselben teuflischen Sounds zu entfachen vermag wie die Elektrowerkzeuge und Betonmischmaschinen des gewöhnlichen Hausbaus steht nun dreifach unterstrichen in unserem Tagebuch. Der umgehend einsetzende Fluchtreflex führte am Fuße der Berge entlang gen Süden. Diese Rheintalwinkel hatten wir bisher noch kaum erforscht, um ehrlich zu sein: wir dachten, da gäbe es nichts zu entdecken. Doch durften wir bald feststellen: die Schweiz sieht in diesem Abschnitt vollkommen aus wie die Schweiz wohl kaum in einem anderen Abschnitt vollkommener wie die Schweiz aussieht. Saftige kuhbestandene Matten wellen sich die Hänge hinan, urwüchsige Menschen grüßen behäbig von ihren Traktoren oder den in die obstbaumschattige Landschaft plazierten Stühlen, auf denen sie in maskulinen Posen ihre Bierflaschen verhandeln. Das nächste Dorf ist auf Nachfrage weit, anderthalb Kilometer, sehr weit also, die längstvorstellbaren anderthalb Kilometer überhaupt, denn das Dorf wartet ganz weit, also ziemlich weit in beinahe unvorstellbarer Entfernung, hinter der schweizerischsten aller schweizerischen Urlandschaften, mit den Errungenschaften der Zivilisation: Tankstelle, Postamt, Supermarkt. Wir radeln einige Kilometer, Stunden und Tage in Richtung dieses Dorfes. Die Landschaft läßt sich unterdessen sehr genießen. Sie ist grün und voller Kühe. Noch besser: tief in der Urschweiz stochert die gute Sommersonne nicht blindwütig nach den Menschen. Vielmehr erhellt sie, fern allen Baulärms, ihre Gedanken. Dh, sie erhellt die Umgebung, die auf diese Weise leichter zu durchschauen ist, was die Menschen wiederum denken läßt, sie hätten etwas an der Welt gewonnen. Genau dort, wo dies der Fall ist, erst rechts und dann links, führt ein Weg in den Bergwald hinauf. Es handelt sich um eine touristisch bisher unerschlossene Schlucht. Zu hören sind ein Plitschern, abgewechselt von einem Plätschern. Vom Waldrand her tönen Alphörner. Die Schlucht hinab fließt und stürzt durch sein zu sehenswerten Formationen geschliffenes Bett der Saarbach, ein Wildbach wie aus einigen allgemeinen Vorstellungen von einem Wildbach destilliert. Und mögen auch einige sein Rauschen demjenigen herkömmlichen Bau- oder Verkehrslärms nicht für unähnlich halten: so wie ein Wildbach rauscht nur ein Wildbach, basta. Etwas unterhalb des Wildbachs finden wir schließlich die zivilisierte Ortschaft Sevelen mit ihrem aufgeräumten Aldi-Markt und den aus Deutschland importierten Kassiererinnen. Es wäre eine überaus simple wie schlagkräftige Idee, das Geschehen in und um je einem Aldi Suisse und einem deutschen Aldi-Markt einen Tag lang dokumentarisch zu filmen, um aus dem gewonnenen Material die kulturellen Unterschiede zwischen beiden Nationen herauszuarbeiten. Wie auch immer, allein schon seine Klimaanlage macht den Aldi von Sevelen an heißen Sommertagen zu einem ähnlichen Geheimtip wie den Saarbach mit seinen Gletschertöpfen, Fließrinnen und Wasserstürzchen.

Gorrh (15)

schenkt Deutschland ein Tier aus gleißendem Nichts und zwar so: es war ein sonniger Sommersonntag. Gorrh trug, nach der vorangegangenen Nacht, ein Trägerkleid aus Paracetamol, zusammengehalten nur von zierlichen Petitessenflanschen. Alles war Baggersee und Pommesbude. Die Kirchglocken tönten: BAMM-BAMM-BAMM!!! An den Stehtischen lehnten welche, die aufgestützten Ellbogen um die Senf- und Ketchupspuren herum. Gott zum Gruße an seinem allerschönsten Tag! Kebab-Karlheinz pries sein Halbwaisengulasch mit supersoften Ehrenknödeln in der Kanone. Wie ein Spielfilm floß der Rhein dahin und glitzerte ein wenig zwischen den Pappeln. Auch Kebab-Karlheinz` Frikadellen gab es in Technicolor als Sinnbild für einen zufriedenen Magen und Menschen. Eine Friedenstaube flatterte. Schlaff im Wind begab sich ein Gesicht ohne Ritze hinter Zellophan wie eine böse Vorahnung von FDP und Grünen. Rundherum gab es Ringelpietz. Den hatten sie taleinwärts gedreht und so stach er jetzt aus dem Bildschirm heraus, auf dem Fußball lief. „Mönsch, die werden noch Märchenweltmeister!“ Beide Kanzler drückten die Daumen. Sie hatten Ersatzköpfe auf. Auch repräsentativ genug. Doch alle Fotografen postierten sich vor Gorrh: „Isch happ getz Antrach jestellt, bin Aufstocker, 60 Stunden die Woche, macht 800 Euro im Monat, 100 davon darf ich behalten, die Hälfte spend ich den Banken!“ Jubel auf den Tribünen für soviel Berechnung und Großzügigkeit. Gorrh holte die Martinsfräse raus und zeppte zwei Personen weg. „Is doch geil der Vertrach! Isch unterschreibe!“ Zum Besiegeln zupfte Gorrh ein noch nie gesehenes Tier aus gleißendem Nichts aus der rückwärtigen Tasche. Es grenzte an Zauberei. „Fördern und Fordern, sar`isch! Deutschland, dieses wertvolle Tier gehört von getz an dir!“

Lorely

Gérard de Nervals “Lorely; souvenirs d`Allemagne” von 1852 ist eines der weniger bekannten Werke des flirrenden Dichters, der nach wechselhafter Karriere auf den Straßen von Paris, über die er zuvor seinen Hummer Thibault spazieren zu führen pflegte, landete und sich schließlich an einem Fensterkreuz erhängte: selbstverständlich ein Bilderbuchschicksal für einen Dichter: stets mittendrin (z.B. wegen Schulden im Knast oder aufgrund von Zerrleuchtungen im Wahnsinn), innovativ, einsam, unterwegs und falsch verstanden. (Dafür dann halt in den Geschichtsbüchern notiert.) Da trifft es umso besser, daß die Lorely, auf www.archive.org in verschiedenen Formaten zugänglich, heuer auf Klick von einer synthetischen Text to Speech-Damenstimme vorgetragen wird, die das französische Original prosodisch streng geradeaus mit robotisch-angelsächsischem Akzent interpretiert und somit eine neue Gibberish-Variante schafft, deren Strom sich dem des Rheines und der Zeiten bewußtseinserweiternd überlagert. Und so beginnt Nervals Lorely, die Anrede gilt Jules Janin:

“(…) Vous la connaissez comme moi, mon ami, cette Lorely ou Lorelei, la fée du Rhin, dont les pieds rosés s’appuient sans glisser sur les rochers humides de Baccarach, près de Coblentz. Vous l’avez aperçue sans doute avec sa tête au col flexible qui se dresse sur son corps penché. Sa coiffe de velours grenat, à retroussis de drap d’or, brille au loin comme la crête sanglante du vieux dragon de l’Éden.
Sa longue chevelure blonde tombe à sa droite sur ses blanches épaules, comme un fleuve d’or qui s’épancherait dans les eaux verdâtre du fleuve. Son genou plié relève l’envers chamarré de sa robe de brocard, et ne laisse paraître que certains plis obscurs de l’étoffe verte qui se colle à ses flancs.
Son bras gauche entoure négligemment la mandore des vieux Minnesaengers de Thuringe, et entre ses beaux seins, aimantés de rose, étincelle le ruban pailleté qui retient faiblement les plis de lin de sa tunique. Son sourire est doué d’une grâce invincible et sa bouche entr’ouverte laisse échapper les chants de l’antique syrène.
Je l’avais aperçue déjà dans la nuit, sur cette rive où la vigne verdoie et jaunit tour à tour, relevée au loin par la sombre couleur des sapins et par la pierre rouge de ces châteaux et de ces forts, dont les balistes des Romains, les engins de guerre de Frédéric Barberousse et les canons de Louis XIV ont édenté les vieilles murailles.
Hé bien, mon ami, cette fée radieuse des brouillards, cette ondine fatale comme toutes les nixes du Nord qu’a chantées Henri Heine, elle me fait signe toujours: elle m’attire encore une fois!
Je devrais me méfier pourtant de sa grâce trompeuse, car son nom même signifie en même temps charme et mensonge; et une fois déjà je me suis trouvé jeté sur la rive, brisé dans mes espoirs et dans mes amours, et bien tristement réveillé d’un songe heureux qui promettait d’être éternel.
On m’avait cru mort de ce naufrage, et l’amitié, d’abord inquiète, m’a conféré d’avance des honneurs que je ne me rappelle qu’en rougissant, mais dont plus tard peut-être je me croirai plus digne. (…)”

Die Flüsse

Rhein
Treu, wie dem Schweizer gebührt, bewach` ich Germaniens Grenze;
Aber der Gallier hüpft über den duldenden Strom.

Rhein und Mosel
Schon so lang` umarm` ich dich lotharingische Jungfrau;
Aber noch hat kein Sohn unsre Verbindung beglückt.

Donau in B***
Bacchus der lustige führt mich und Komus der fette durch reiche
Triften, aber verschämt bleibet die Charis zurück.

Donau in O***
Mich umwohnt mit glänzendem Aug das Volk der Phaiaken;
Immer ist`s Sonntag, es dreht immer am Herd sich der Spieß.

Main
Meine Burgen zerfallen zwar; doch getröstet erblick` ich
Seit Jahrhunderten noch immer das alte Geschlecht.

Saale
Kurz ist mein Lauf und begrüßt der Fürsten, der Völker so viele;
Aber die Fürsten sind gut, aber die Völker sind frei.

Ilm
Meine Ufer sind arm; doch höret die leisere Welle,
Führet der Strom sie vorbei, manches unsterbliche Lied.

Pleiße
Flach ist mein Ufer, und seicht mein Bach, es schöpften zu durstig
Meine Poeten mich, meine Prosaiker aus.

Elbe
All` ihr andern, ihr sprechet nur ein Kauderwelsch – unter den Flüssen
Deutschlands rede nur ich, und auch in Meißen nur, deutsch.

Spree
Sprache gab mir einst Ramler und Stoff mein Cäsar; da nahm ich
Meinen Mund etwas voll, aber ich schweige seitdem.

Weser
Leider von mir ist gar nichts zu sagen; auch zu dem kleinsten
Epigramme, bedenkt, geb` ich der Muse nicht Stoff.

Gesundbrunnen zu ***
Seltsames Land! Hier haben die Flüsse Geschmack und die Quellen,
Bei den Bewohnern allein hab` ich noch keinen verspürt.

Pegnitz
Ganz hypochondrisch bin ich vor langer Weile geworden,
Und ich fließe nur fort, weil es so hergebracht ist.

Die ***chen Flüsse
Unsereiner hat`s halter gut in ***cher Herren
Ländern; ihr Joch ist sanft, und ihre Lasten sind leicht.

Salzach
Aus Juvaviens Bergen ström` ich, das Erzstift zu salzen,
Lenke dann Bayern zu, wo es an Salze gebricht.

Der anonyme Fluss
Fastenspeisen dem Tisch des frommen Bischofs zu liefern,
Goss der Schöpfer mich aus durch das verhungerte Land.

Les fleuves indiscrets
Jetzt kein Wort mehr, ihr Flüsse! Man sieht’s, ihr wisst euch so wenig
Zu bescheiden, als einst Diderots Schätzchen getan.

(aus Friedrich Schillers Xenien, 1796)

Unerwünschte Einwanderer

Im Eintrag Neozoen in Köln beklagten wir die unzureichende öffentliche Informationslage über zeitgenössische Insektenmigranten. Jetzt ließen sich doch erste Berichte auffinden, die sich speziell mit der Asiatischen Tigermücke befassen, vor deren kurz bevorstehenden Einwanderungsgelüsten der Stern bereits Ende September 2005 mit ebenso drastischen wie vergeblichen Schilderungen warnte.

Zwar nicht über die neuen Kerbtiere in Köln, aber doch über neurheinische schrieb Dominik Bartoschek Mitte April 2011 für die “Morningshow” auf SWR3, nachdem er zuvor über die Wahrscheinlichkeit von Rheinkrokodilen räsonniert hatte: “(…) es gibt andere gefährliche Tiere, die sich am Rhein breit machen, zum Beispiel die Asiatische Tigermücke oder der Japanische Buschmoskito. Die könnten sogar Malaria übertragen, und deswegen werden sie auch bekämpft, damit sie sich erst gar nicht ausbreiten. (…)”

Über den Japanischen Buschmoskito konnten wir nichts in Erfahrung bringen, er bleibt bis auf weiteres so mysteriös wie der Buchtenkäfer, der Yachtenkäfer, der Broschenkäfer und der Groschenkäfer, deren angeblich illegale Einwanderung uns ohne nähere Erläuterung kundgetan wurde.

Ausführlich über die Asiatische Tigermücke am Rhein äußert sich Wikinews am 07. April 2008: „Die Schädlingsbekämpfer am Rhein kämpfen in diesen Tagen gegen einen neuen Feind, eine Stechmücke. Sie ist schwarz-weiß gemustert, liebt Wärme und Feuchtigkeit und reist bevorzugt in gebrauchten Autoreifen. Sie saugt gerne Blut, in dem sich Viren gut vermehren können. Diese injiziert sie beim Stich in unsere Haut. Die Rede ist von der Asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus), einem neuen, aber eher unwillkommenen Gast, dessen Zuwanderung mit dem Klimawandel in Zusammenhang gebracht wird. Auf einer Strecke von 300 Kilometern zwischen dem Kaiserstuhl und Bingen geht die Kommunale Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) mit einem Eiweißgranulat gegen die Larven der Tigermücke und andere Insektenlarven vor. Das Gift zerstört den Darm der Insekten. (…) Seit 1990 war sie bereits in Italien heimisch. Spätestens seit September 2007 kommt sie auch in Deutschland vor. Ihre Eier wurden zuerst von Insektenforschern auf einem Autobahnparkplatz bei Rastatt am Oberrhein entdeckt. Und mit ihr kommen neue gesundheitliche Gefahren auf die hier lebenden Menschen zu. Es geht um solche gefährliche infektiöse Viren wie das Chikungunya- und das Dengue-Virus, das auch durch die bereits länger heimische Stechmückenart Aedes aegypti übertragen wird. Die Tigermücke kann Temperaturen unter null Grad Celsius wahrscheinlich nicht überleben. Aber es gibt einige Regionen in Deutschland, wo die Temperaturen auch im Winter darüber liegen – das sind der Rhein und seine Nebenflüsse, der Kraichgau (Baden-Württemberg) und der westliche Teil der Norddeutschen Tiefebene. (…)“

Jägerlatein im Heimathirsch (2)

Zurück von der höchst rheinisch motivierten Heimatkunde-Show Jägerlatein im Nippeser Heimathirsch. Kaum zuhause angekommen, schickte Stefan Reusch von Die Ableser, unseren Premiere-Stargästen, seinen kurz zuvor unter rauschendem Applaus vorgetragenen Kabarett-Text zum Abendthema Liechtenstein:

“Liechtenstein. Tief im alpinen Gehölze liegt die Gold- und Sickergrube Europas, ein echt scheichreiches Fürstentum: Liechtenstein.
Liechtenstein ist halb Kaufladen, halb Kuhfladen, tagtäglich kommen viele rastlose Menschen auf der Suche nach Sicherheit hierher, ihr einziger Wunsch: nix wie weg von zuhaus – stiften gehen! Sie treffen sich im Schatten des hoch aufragenden Massivs des Großen Knausers. Es sind Steuerflüchtlinge, boat people, na ja: yacht people, auf der Suche nach einer Oase, zum Anlegen. Und das kann man hier vorzüglich. Anlegemöglichkeiten so weit der Reiche äugt, das Auge reicht.
Und so kommen sie von weither aus ihrem Elend rein, ihren Ländereien, nach Liechtenstein. Hier genießt man sein Leben offen, in vollen Zügen. Motto des offenen Vollzugs: „Wer den Taler nicht ehrt, hat wohl genug davon.“
Und dann heißt es plötzlich: verdeckte Ermittler konnten verdeckte Konten ermitteln. Ja, wo ist denn da die Gerechtigkeit? Die Reichen sollen ihr ganzes Tafelsilber verscherbeln, während andere bloß den Löffel abgeben? Und damit der Staat was bauen kann, sollen die Reichen Steuern zahlen, wozu? Denn: sie brauchen doch gar keinen Staat, sie haben doch alles, Steuern zahlen, das ist ja schlimmer als zur Strafe ohne Abendbrot in die Champagnerbar, uijuijui…
In Liechtenstein, das wollen wir nie vergessen, treffen sich Leute, die von Hause aus nie eine Chance hatten, in Deutschland Wohngeld zu erhalten.
Immer stand ihnen irgendein Aufsichtsratsposten im Weg.
Und Liechtenstein hilft. Ein Zwergstaat mit wahrhaft astrognomischen Ausmaßen. Klein, aber oho! Und wenn wir leise sind, leise wie ein toter Briefkasten, also stille Post, gell, ja, dann können wir hören, wie die schwarzen Schafe gierig durchs Dunkel der Berge tappen, und hoffnungsfroh mähen: wenn du meinst es geht nichts mehr rein, kommt von irgendwo ein Liechtenstein. Mäh!”

Otto Bierbaum besucht den Rheinfall mit dem Automobil

“(…) Außer den Bergen, der Verschwendung in Rachenlauten und einer gewissen Wüstheit der Mädchen ist eine Hauptspezialität der Schweiz die gute Schokolade. Doch hat sich deren Süßigkeit dem Volkscharakter nicht mitgeteilt. Es scheint, daß die republikanische Staatsform mit Höflichkeit unvereinbar ist in diesem Lande. In Sachsen nennt man es “rungsig”, was die meisten Schweizer im Verkehr mit Fremden auszeichnet. Ausgenommen natürlich die Wirte. Doch ich will die Schweizer nicht schmähen. Was ihnen an äußerer Liebenswürdigkeit abgeht, ersetzen sie durch Biederkeit, – ein Wort, das man hier nicht mit Gänsefüßchen zu eskortieren braucht.

In Schaffhausen sahen wir uns natürlich den Rheinfall an, der sehr gut bei Wasser war und daher ein imposantes Schauspiel bot. Ein Herr neben uns erklärte freilich, der Niagarafall sei “bedeutender”, aber wir ließen uns dadurch in unserer Bewunderung für diese vaterländische Herrlichkeit nicht stören. “Vaterländisch”, – um Gotteswillen: wenn das ein Schweizer hörte! Aber es ist nun so: beim Worte Rhein denken wir, auch in der Schweiz, an Deutschland, auch wenn wir im übrigen eine Annektierung der Eidgenossenschaft durch das Reich nicht im Schild führen.

Die Schönheiten des jungen Rheins oberhalb Schaffhausen brauche ich Ihnen am wenigsten zu schildern, und es genügt, ganz kurz zu berichten, daß diese Landschaft von uns, auch von meiner Frau, mit als eine der schönsten empfunden wurde, deren Genuß uns diese ganze, herrliche Reise beschert hat. Ewig unvergeßlich wird uns zumal die kurze Fahrt durch das kleine Wäldchen kurz vor Stein am Rhein bleiben. (…)”

(aus: Otto Julius Bierbaum – Eine empfindsame Reise im Automobil, Berlin 1903. Der gesamte Text der frühen Cabrio-Reise von Berlin nach Sorrent und zurück an den Rhein ist ua im Projekt Gutenberg vorhanden.)

Maximaler Rheingewinn

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Der Rhein ist längst kapitalisiert. Bestimmte Rheinabschnitte, wie etwa auf Höhe der Leverkusener Bayer-Fabriken, sind Werksgelände und für den Normalbürger gesperrt. Die Tourismusbranche hält ganze Dörfer im Griff. Auswüchse progressiver Rheinkapitalisierung unter Verwendung seines identitätsstiftenden Namens finden sich überall an seinen Ufern (vielleicht weniger in den Niederlanden, rheinsein wills künftig erproben). Unser Screenshot (noch aus dem vergangenen Jahr, inzwischen hat sich der Slogan dynamisch verändert) bezeugt ein Wortspiel, mit dem das Unternehmen BPS Personalmanagement seine Vorstellungen (Visionen?) unter Zuhilfenahme des weltberühmten, hier zudem noch grafisch betonten Flußnamens auf seiner Website zentriert zu einem aus romantischer Perspektive womöglich fragwürdigen, dafür umso kräftigeren Slogan bündelt, dem jedenfalls auch von poetischer Seite, also außerhalb des Krämerkontexts, etwas abgewonnen werden könnte: Rheingewinn: das bedeutet ja wohl Gewinn an Rheinischkeit, Rheinheit, Wassertiefe, Imflußbefindlichkeit, Identität, implizit natürlich auch Talern, bedeutet Nibelungengelungenheit (und zwar ganz besondere), bedeutet, auf spiritueller Ebene den Zusammenschluß von Dasein und lokalem Naturfänomen, Kraft durch Wasser, Ergebenheit in die Zyklik, Leben in der Vorstellung, ein Tröpfchen zu sein, das, vom Felsen ausgeschwitzt, seine lange Reise zum Meer hin antritt, von dessen Oberfläche es verdunstet, bis es sich einer Wolke mengt, um schließlich abzuregnen, zu versickern, Fels oder Boden zu durchdringen und als Quelle wieder auszutreten, wobei sinnigerweise der Weg als Ziel zu gelten hat.