Presserückschau (Mai 2017)

1
Bodennebel
“Am Rhein in Götterswickerhamm hat sich eine Gruppe aus etwa 20 Menschen versammelt. Angeführt von Bürgermeister Dirk Haarmann soll es vom Rhein aus in Richtung des neuen Voerder Marktplatzes gehen. (…) Dort wartet bereits eine größere Menschenmenge auf die Eröffnung des Platzes. (…) “Mit dem Umbau des Marktplatzes soll die Attraktivität des Kernbereichs unserer Stadt erhöht werden (…). Besser konnte die Lage unserer Stadt am Rhein nicht sichtbar gemacht werden”, erklärte der Bürgermeister (…). Mit dem Pegel, der den Wasserstand im Rhein sichtbar macht, der großen 800 zur Markierung des Rheinkilometers in Götterswickerhamm und einer Webcam, die Bilder live vom Rheinufer auf eine Projektionsfläche auf dem Platz überträgt, habe man sich den Fluss in die Stadt geholt. Ebenso mit dem Bodennebel, der den Rheinverlauf darstellt.” (Rheinische Post)

2
Giraffe auf dem Rhein
“Im Rahmen der Literaturtage (…) hat die Mediathek die Straßburger Autorin Ronja Erb eingeladen (…) ihr Kinderbuch “Die Giraffe auf dem Rhein – La girafe sur le Rhin” vor(zu)stellen. Fara, eine Giraffe im Zoo von Rotterdam, soll fortan in einem Zoo in der Schweiz leben. Ein Schiff wird sie dorthin bringen. Auf dieser Reise den Rhein hinauf entdeckt Fara viel Neues und das anfängliche Unbehagen weicht rasch einer freudigen Neugier auf das, was sie erwarten wird. Als das Schiff im Hafen von Kehl anlegt, begibt sich Fara voller Abenteuerlust auf eine Erkundungstour durch Straßburg und Kehl.” (Badische Zeitung)

3
Rheinpromenade Emmerich
“Zahlreiche Besucher kamen (…) zur Eröffnung der Bilderausstellung “Die Promenade von Emmerich am Rhein”. Die Rheinpromenade sei früher nur eine Rheinuferstraße gewesen, an der vor allem gearbeitet wurde. Dort wurden Schiffe ein- und ausgeladen. “Es gab viele Kneipen, auch welche, an denen die Schiffer ihre Post abholen konnten”, sagte Herbert Kleipaß in seiner Einführungsrede. In den 1960er Jahren schaffte man dann den ersten Schritt zu einem Freizeitraum. “Im Juni 1967 wurde die Rheinpromenade nach dem Umbau eröffnet mit Blick auf die längste Hängebrücke Deutschlands. Der Rheinuferweg lud zum Prominieren ein, die Gastronomie veränderte sich von Kneipen zu Speiselokalen.” Die Speditionen wurden immer weniger und von den zehn Zollbooten, die 1980 noch im Einsatz waren, wurden viele für Grenzflüsse in den Osten verkauft.” (Rheinische Post)

4
Reisen im Plastiksitz
“Die Feuerwehr ist (…) zu einem Einsatz auf dem Rhein nach Niederdollendorf ausgerückt. Dort war ein Mann mit einem aufblasbaren Schwimmsitz auf dem Fluss unterwegs. Wie die Feuerwehr (…) mitteilte, hatten Passanten (…) die Feuerwehr alarmiert, weil sie den Mann auf einem Plastiksitz auf dem Rhein treiben sahen. Die Feuerwehr sei daraufhin mit dem Boot ausgerückt und habe den Mann bei Niederdollendorf aus dem Rhein geborgen. Dieser war allerdings in aller Gelassenheit freiwillig auf dem Rhein unterwegs und habe laut Feuerwehr angegeben, bis zur Rheinaue fahren zu wollen. Die Einsatzkräfte ließen den Mann demnach mit einer Verwarnung davonkommen, wiesen ihn aber darauf hin, dass er mit seinem Gefährt in Zukunft nicht noch einmal über den Rhein fahren dürfe.” (General-Anzeiger)

5
Niers versus Rhein
“Dass die Gegend, in der ich aufgewachsen bin, Niederrhein heißt, habe ich Jahrzehnte nicht hinterfragt. Hier fließt eben der Rhein, der Große, der Mächtige, bedichtet und besungen seit der Römerzeit. Aber dann fiel mir auf, was der Rhein in mir auslöste, wann immer ich ihn auf einer Brücke überquerte: nichts. Ich hätte ebenso gut über die Elbe fahren können oder die Donau. Hier Rhein, da raus. Das liegt daran, dass der Rhein in großen Teilen des Niederrheins nicht zum Alltag gehört (…). Die Niers hingegen bleibt länger. Sie fließt durch den Kreis Viersen, und geradezu ewig durch den Kreis Kleve. Ich habe mir das schriftlich geben lassen: Wenn ich mit Niederrhein die Landkreise Wesel, Kleve und Viersen meine, macht die Niers am Niederrhein sieben Kilometer mehr als der Rhein, knapp 82. Doch was sind schon Zahlen, die Niers verkörpert den Niederrhein. Der Rhein kommt mit seinen Hunderten Metern Breite aus der fernen Schweiz herangebraust, er kommt als fremder Koloss und spaltet die Landschaft ins Rechts- und Linksrheinische. Für die Niers aber ist der Niederrhein nicht bloß Transit-, sondern Herzland. Der außerhalb der Region beinahe unbekannte Fluss entspringt in einem Dorf bei Erkelenz, (…) sie fügt sich ein in die Landschaft, anstatt sie zu dominieren und auseinanderzureißen, weil sie zwar breiter wird, aber nie Wasserstraße. Stets bleibt sie so beschaulich wie der Niederrhein selbst, ebenso gemächlich, halb so schnell wie der Rhein. Fließt nicht durch Köln, Düsseldorf oder Duisburg, bloß durch Mönchengladbach, Geldern, Kevelaer, Weeze, Goch. Und kaum hat die Niers den Niederrhein verlassen, endet sie auch schon in der Maas. Von ihren 113 Kilometern fließen bloß die letzten acht durch die Niederlande. Viel weiter kommen die Deutschen auch nicht, wenn sie am 1. Mai und Fronleichnam zum Einkaufen ins Nachbarland fahren.” (Rheinische Post)

6
Die arme Sau
“Zu einer „Preußen-Matinee in Liedern“ hatte die Stiftung Willy-Brandt-Forum am Sonntag eingeladen. Und da der Vorsitzende (…) den Bonner Kabarettisten Norbert Alich eingeladen hatte, sein Programmen „Der Rhein – die arme Sau“ zu präsentieren, war man direkt in den großen Sitzungssaal der Verbandsgemeinde umgezogen. (…) “Mit dem Rhein hat es aber gar nichts zu tun. Geschrieben hat es kein Rheinländer, sondern ein Hamburger Gastronom und Boxpromotor“, verriet Alich und war schon bei seinem Lieblingsthema, den „Fremden“, die „aber auch janix mit dem Rhein zu tun haben“ und sich trotzdem etwa wie Konrad Beikircher erdreisten, als Südtiroler zu erklären, was es mit dem Rhein und seinen Anrainern so auf sich habe. (…) Seit den ollen Römern sei man hier eben der Spielball der Nationen und müsse alles ertragen, vor allem die Bahn mit ihrem Lärm. „Dabei müsste die doch nur einmal die Reifen wechseln, was ich jedes Jahr zweimal machen muss“, monierte Norbert Alich, um sich dann über den furchtbaren Rhein-Reim-Zwang mit klein, sein, Mägdelein und natürlich dem Wein zu ereifern, der sich durch das Liedgut mäandert von der Romantik über Willi Schneider bis zu den Höhnern. „Man könnte doch ganz einfach auf Reben zurückgreifen und wäre schon weg vom Wein“, schlug er vor, um sich dann seinem Lieblingsthema zu widmen: Wer den armen Rhein, die arme Sau, und mit diesem Wort bewusst den Reim „Rhein-Schwein“ vermeidend, so alles gequält hat.” (Blick aktuell)

7
Pferdesegnung
“Im Rahmen seines großen Jubiläumsreitturniers hatte der Reitverein „Dreiländereck“ als besonderen Programmpunkt zu einer Pferdesegnung eingeladen. (…) Insgesamt über 20 Pferdebesitzer versammelten sich dann mit ihren Pferden auf dem großen Springplatz im Reitsportzentrum Lehmann, um an der Segnung teilzunehmen. In Anlehnung an die Lesung aus dem Buch Genesis über Mensch und Tiere wies Dekan Möller auf die Verbundenheit der Menschen mit ihren Tieren hin, da sie alle Geschöpfe Gottes seien. Danach wurde jedes Pferd einzeln mit Weihwasser gesegnet. Einige der Pferde schreckten dabei zwar mit dem Kopf etwas zurück, blieben aber dann brav stehen – dies auch während der Kirchenlieder, die der Musikverein begleitete. Zur Belohnung für das „Durchhalten“, wie Dekan Möller die Vierbeiner lobte, gab es für jedes Pferd von den Ministrantinnen noch eine Karotte.” (Die Oberbadische)

8
Rheintote
“Schockierender Fund in Bonn: Passanten entdeckten (…) eine Leiche, die am Estermannufer im Rhein trieb. Sie alarmierten sofort die Polizei, die zu Land und zu Wasser ausrückte. Auf Höhe des Fähranlegers Graurheindorf konnten die Beamten den Toten bergen. Laut Polizei handelt sich um einen Mann aus Rheinland-Pfalz. Hinweise auf ein Fremdverschulden liegen nicht vor, die Ermittlungen dauern an.” (Express)

“Einsatzkräfte der Feuerwehr haben (…) eine Wasserleiche aus dem Rhein geborgen. Wie ein Sprecher der Einsatzleitstelle auf Anfrage erklärte, sei der oder die Tote bei Rüngsdorf ans Ufer geschwemmt worden. Die Person habe sich augenscheinlich schon längere Zeit im Wasser befunden. (…) Die Einsatzkräfte bargen den Leichnam (…) nahe der Straße Am Schwimmbad aus dem Rhein. Wie ein Sprecher der Polizeieinsatzleitstelle mitteilte, dauern die Ermittlungen zur Identität der Person noch an.” (General-Anzeiger)
“Nach dem Fund einer Wasserleiche im Rhein bei Bonn (…) geht die Polizei davon aus, dass es sich bei dem Mann um das Besatzungsmitglied eines Ausflugsschiffes handelt. Er war vor einiger Zeit von Bord des Schiffes gefallen. Die Ermittler der Wasserschutzpolizei Koblenz gehen offenbar von einem Unglücksfall aus.” (WDR)

“Auf dem Rhein in der Nähe des Düsseldorfer Landtags fand (…) eine dramatische Rettungsaktion der Feuerwehr statt. Trotz stockdunkler Nacht konnten die fast 100 Einsatzkräfte einen Mann aus dem Wasser retten. Wie die Polizei (…) mitteilte, verstarb der Unbekannte allerdings später im Krankenhaus. Passanten hatten die Person im Hafenbecken Höhe der Ausfahrt zum Rhein entdeckt und sofort die Feuerwehr alarmiert. Diese lief mit einem Großaufgebot auf: Löschboot, fünf Rettungsboote mit Wärmebildkameras und 15 Landfahrzeuge mit Rettungstaucher. Außerdem unterstützte aus der Luft ein Polizeihubschrauber die Kräfte vor Ort.” (WDR)

Presserückschau (März 2017)

1
Methadon-UFO
“In der Rheinüberwachungsstation (RÜS), die auf der deutschen Seite unterhalb der Palmrainbrücke in Weil liegt, werden (…) Wasserproben dem Rhein entnommen. Die Analytik erfolgt im Labor des Amts für Umwelt und Energie Basel-Stadt (AUE BS). Dort hat man einen Katalog von 670 Stoffen, von denen man weiss, dass sie in Industrie, Haushalt und Landwirtschaft flussaufwärts zum Einsatz kommen. Nach 380 dieser Substanzen fahndet man täglich. Überschreiten sie einen Grenzwert, wird Alarm ausgelöst. Die Konzentration der 290 weiteren Verbindungen wird in anderen Zeitabständen überprüft. (…) Parallel zu dieser Überwachung bekannter Substanzen schaut man mittels eines sogenannten Screenings, was sonst noch im Wasser vorkommt. Mit der Kombination verschiedener Messmethoden (…) bekommt man wie bei einem Radar auf dem Bildschirm gewisse Signale. Bei einigen weiss man aus Erfahrung, um was es geht. Andere sind buchstäblich «Unbekannte Flugobjekte». Ein solches chemisches UFO war (…) Methadon, das man im Rhein nicht erwartete.” (BZ)

2
Rhein im Mittelmeer
“Nach monatelangen Vorbereitungen hat der Tender “Rhein” (…) seinen Heimathafen Kiel verlassen, um sich im Mittelmeer am internationalen Kampf gegen Schleusernetzwerke zu beteiligen. Die “Rhein” steuert zunächst den Hafen von Augusta in Italien an. Sie wird dort den Tender “Main” aus Eckernförde ablösen, der sich seit Oktober an der EU-Operation “Sophia” beteiligt. Laut Marine wechselt in Augusta ein Teil der Besatzung des Tenders “Main” auf die “Rhein”. An Bord werden dann insgesamt mehr als 100 Frauen und Männer sein, darunter Militärpolizei, Ärzte und Sanitätspersonal.” (NDR)

3
Goldfische
“Walter Hirschmann (…) ärgert sich (…): «Manche setzen ­ihre Goldfische im Rhein aus, wohl, bevor sie in die Ferien fahren wollen und niemanden für die Fütterung finden» (…). Er habe selber Goldfische im Unterland, am Übergang der Glatt zum Rhein, gesehen. «Sie fallen einem wegen ihrer roten Farbe sofort auf», sagt Hirschmann. Vom Verzehr rät er aber ab: Sie seien zwar nicht giftig, jedoch schmeckten sie bitter. (…) Das kantonale Amt für Landschaft und Natur (…) be­stätigt, dass Aquariumfische im Rhein zu beobachten sind: (…) Es gebe vereinzelt Goldfische und Koikarpfen, Blaubandbärblinge und amerikanische Sonnenbarsche. Bei den genannten Fischen vermutet der Kanton, dass sie im Rhein «entsorgt» oder aus falscher Tierliebe ausgesetzt werden. «Möglicherweise stammen auch die zahlreichen Kamberkrebse im Rhein ursprünglich aus Aquarien» (…). Zahlen zu diesen ausgesetzten Aquariumfischen erfasst der Kanton nicht.” (Der Landbote)

4
Nicht immer grün
“»Der Rhein und Meißenheim« – dieses »Paar« stand beim zweiten Abend mit Geschichten am Stammtisch im »Eventhaus Sonne« im Mittelpunkt. (…) Es gibt vor und es gibt nach Tulla. Johann Gottfried von Tulla (1770 bis 1828) ist bekannt für seine Rhein-Regulierung. Davor waren sich Fluss und Mensch nicht immer grün. Der wilde Strom mit seinen immer neuen Armen trat oft über seine Ufer. Der Arm, der nach einem Hochwasser ein tieferes Bett geschaufelt hatte, war der Talweg, der die Grenze zwischen Deutschland und Frankreich bildete – außer wenn das Elsass gerade Deutsch war. Staatsgrenze und Gemarkungsgrenze waren nicht identisch. Meißenheim hatte – wie alle Gemeinden am Rhein – auch Land jenseits des Flusses. Das schlimmste Hochwasser gab es (…) 1876. Bei Wittenweier brach ein Damm. Die Massen flossen übers Land. 1480 war auch gewaltig. 40 Kilometer um Straßburg stand alles unter Wasser. Nach Tulla wurde einiges anders. (…) Die ersten Dampfschiffe tauchten auf dem Rhein auf. Bis dahin undenkbar, musste doch vor der Regulierung manche Schiffe vom Ried bis nach Straßburg von Menschen gezogen werden. Erst danach konnten Pferde eingesetzt werden.” (Baden Online)

5
Mary Roos
“Die Schlagersängerin ist Patin und Namensgeberin für eine neue Event-Autofähre in Bingen. Diese kann man buchen und Partys auf ihr feiern, zum Beispiel eine Schlagerparty.” (ARD)

“Während im Rheingau und im Mittelrheintal wieder über den Bau von Rheinbrücken bei Rüdesheim und nördlich von St. Goar diskutiert und gestritten wird, setzt die Bingen-Rüdesheimer Fähr- und Schifffahrtsgesellschaft ein Zeichen. Mit der „Mary Roos“ hat das traditionsreiche Binger Unternehmen die modernste Autofähre am Rhein in Dienst gestellt. (…) Die Besonderheit ist ihre Zulassung als Fahrgastschiff. Die „Mary Roos“ kann nicht nur quer über, sondern auch längs auf dem Rhein. Dafür ist sie wie ein Ausflugsschiff ausgerüstet und ausgestattet und erfüllt die Auflagen wie beispielsweise Schwimmwesten für bis zu 600 Passagiere.” (FAZ)

6
Atmosferischer Techno
“The ninth release on the DSR-C series comes from Rhine. A new name with his roots in atmospheric techno steps up for his first solo EP. ‘De Storm’ opens the account with a loose collage of textured drums and scuffed-up synths. It makes for a bubbly groove that journeys far off into the night while ‘De Bron’ is more rooted underground, with cavernous echo chambers run through by supple bass synths and icy hi hat trails. Spooky and haunting, its a track to send shivers down your spine. Last of all, ‘Het Meer’ is a watery affair, with aqueous drips and drops, radiant pads and then more tightly coiled drums brushing up against one another to make for something atmospheric but also nicely driven. All three tracks are characterised by a rather tender and reflective mood that makes them all the more unique.” (deejay.de)

7
Distanz und Interesse
“Die Engländer schwanken in ihrem Verhältnis zum Kontinent seit je zwischen Distanz und Interesse. Der romantische Rhein zum Beispiel ist eine touristische Entdeckung reiselustiger Briten. Zu ihren Protagonisten gehört auch der Offizier und Zeichner Robert Batty, von dem ein opulentes Exemplar des ersten mit Stahlstichen illustrierten Rheinbuches Scenery of the Rhine (1826) in der Frühjahrsauktion von Venator & Hanstein aufgerufen wird. Das in vier große Foliobände gebundene Werk beinhaltet Stiche mit Abzügen auf Chinapapier vor der Schrift und die Originalzeichnungen zu 60 Stahlstichen. Die Taxe liegt bei 30.000 Euro. Bewunderer des Rheins gab es auch andernorts. In Wien erschienen 1798 Fünfzig malerische Ansichten des Rhein-Stromes von Speyer bis Düsseldorf von dem Landschafts­malers Laurenz Janscha. Das Spitzenlos der Auktion sollte den Interessenten mindestens 50.000 Euro wert sein.” (Weltkunst)

8
Grundelgruppe
“Seit einigen Jahren verbreiteten sich im Rhein bei Basel invasive Fischarten aus dem Schwarzmeerraum, schreibt der Bundesrat (…). Wahrscheinlich seien die Grundeln als Larven mit grossen Transportschiffen eingeschleppt worden. Die Schwarzmeergrundeln sind eine Konkurrenz für die einheimischen Arten. Besonders betroffen ist die Groppe. Aber auch Alet, Barben und Salmoniden seien bedroht (…). Die Fischfauna habe sich bereits stark verändert. Fünf Arten von Schwarzmeergrundeln werden nun auf die Liste der invasiven gebietsfremden Arten gesetzt. Die Haltung dieser Grundeln in Teichanlagen oder Aquarien wird damit bewilligungspflichtig, und ihre aktive Verbreitung ist verboten. (…) An der Universität Basel (MGU) gibt es eine Grundelgruppe, die sich mit den Bioinvasoren im Rhein beschäftigt.” (Basler Zeitung)

9
Neubürger
“Ihr Name geht darauf zurück, dass sie ihre Vorderpfoten wie beim Händewaschen bewegen, wenn sie etwas Essbares gefunden haben und sich daran machen, es zu verzehren. Waschbären suchen oft an Bachläufen nach Futter. Die Tiere sind possierlich anzuschauen. Doch ihr Aussehen täuscht darüber hinweg, dass mit ihnen nicht unbedingt gut Kirschen essen ist, denn sie sind Raubtiere. Der kluge und anpassungsfähige deutsche Neubürger ist auch im Rhein-Sieg-Kreis auf dem Vormarsch. (…) In der Jagdsaison 2010/2011 wurde ein Waschbär erlegt, fünf Jahre später 2015/2016 waren es schon 15. (…) Darum hat sich der BUND im Rahmen der Landesjagdgesetznovelle dafür ausgesprochen, den Waschbären von der Liste der jagdbaren Arten zu nehmen. Bisher sei es ohnehin nicht gelungen, die Kleinbären durch die Jagd zu dezimieren. Laut Naturschutzbund Deutschland (NABU) liegt das daran, dass sich die Tiere, je stärker sie bejagt werden, umso stärker vermehren.” (Kölnische Rundschau)

10
Kalkschlammabdeckung
“Rund 2500 Kubikmeter Kalkschlamm, den der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF in den 1950er-Jahren im Rhein nördlich von Frankenthal entsorgt hat, werden gut sechs Jahrzehnte später mit einem Deckel aus Spezialkunststoff abgedeckt. (…) Der auf einer Fläche von 2900 Quadratmetern verteilte Produktionsabfall ist (…) für Fische giftig und kann, wenn Menschen oder Tiere mit ihm in Berührung kommen, ätzend wirken. Dass die BASF sich jetzt zu dem aufwendigen Sanierungsverfahren entschlossen hat, hängt mit dem inzwischen häufigen Niedrigwasser im Rhein zusammen.” (Rheinpfalz)

11
Der Rhein als Person
“Wird nach den Flüssen Ganges und Yamuna in Indien bald auch der Rhein rechtlich zu einer Person ernannt? Wenn es nach der Deutschen Umwelthilfe geht: Ja. Sie schlägt vor, den Rhein in einer symbolischen Aktion als Lebewesen einzustufen und ihn so vor Verschmutzung zu schützen. (…) Die beiden heiligen Flüsse der Hindus in Indien genießen künftig die gleichen Rechte wie natürliche Personen. Das heißt: Wer ihnen Schaden zufügt, wird juristisch so belangt, als hätte er einem Menschen geschadet. Umweltschützer in Indien zweifeln aber, ob das Urteil dem Schutz der extrem verschmutzten Flüsse helfen wird. Das neuseeländische Parlament hatte vor kurzem den Fluss Whanganui zur Rechtsperson erklärt, damit die „Interessen“ des 290 Kilometer langen Wasserlaufs vor Gerichten eingeklagt werden könnten.” (Augsburger Allgemeine)

12
Rheintote
“Die Polizei ist (…) zu einem Einsatz nach Unkel ausgerückt. Am Rheinufer war dort (…) eine Wasserleiche entdeckt worden. Die Polizei musste sie aus dem Fluss bergen. Wie die Beamten in Koblenz mitteilten, handelt es sich um eine weibliche Person. Nähere Einzelheiten sind noch nicht bekannt. So gebe es nach Angaben der Polizei derzeit keine Hinweise auf die Identität der Frau. Auch sei noch unklar, wie lange der Körper dort schon gelegen habe, bevor er gefunden wurde.” (General-Anzeiger)

“In Niederkassel haben Spaziergänger (…) eine Leiche im Rhein entdeckt. Die Feuerwehr barg den Leichnam im seichten Wasser am Ufer und brachte ihn an Land. Bisher ist nur bekannt, dass es sich bei der Leiche um einen Mann handelt.” (WDR)

“Bei Schaan trieb (…) eine leblose Frau im Rhein. Zuerst war nicht klar, ob die Person noch lebt oder nicht. Kurze Zeit später liess die Liechtensteinische Polizei wissen: «Die Person konnte nur noch tot geborgen werden.» Der leblose Körper sei bei einer Fussgängerbrücke auf der Höhe des Ortes Schaan entdeckt worden. Wie die Landespolizei am Abend mitteilte, handelt sich um eine noch unbekannte Frau. Das Fürstliche Landgericht hat eine Obduktion angeordnet. Noch ist völlig unklar, ob es sich um einen Unfall, ein Verbrechen oder einen Suizid handelt.” (Vaterland)

“Drei Wochen nach seinem Sturz von einer Brücke in den Rhein ist ein 32-jähriger Mann tot aus dem Fluss geborgen worden. Die Leiche des Mannes wurde (…) bei Mannheim von zwei Jetski-Fahrern entdeckt (…). Die Wasserschutzpolizei brachte den Toten an Land. Es handele sich um den aus Mannheim stammenden Mann, der Anfang März bei Ludwigshafen von einer Brücke in den Rhein gestürzt war. Er wurde seither vermisst, auch umfangreiche Suchaktionen waren ergebnislos geblieben. Die Polizei geht von einem Unglück aus. Hinweise auf ein Verbrechen oder die Beteiligung anderer Personen gebe es nicht.” (Stuttgarter Nachrichten)

Presserückschau (Februar 2017)

1
Versunkene Lokomotive
“Die Suche nach der im Jahr 1852 im Rhein versunkenen Lok geht weiter. (…) Zwar hatte sich die Hoffnung, dass ein Teil der metertief im Kiesboden vermuteten Lok möglicherweise bis an die Oberfläche des Rheinbodens ragen könnte, nach einer Suchexpedition rheinland-pfälzischer Polizeitaucher Mitte August 2015 zerschlagen. Das ändere jedoch nichts an der Tatsache, so die beteiligten Wissenschaftler, dass genau an dieser Stelle in einigen Metern Tiefe unter dem Rheinboden ein rund 20 Tonnen schwerer und etwa sechs Meter langer Eisenkörper läge. Bereits vor einigen Jahren hatten sie nach zwei Jahrzehnten intensiver Suche mithilfe von Magnetresonanz-Messungen den vermuteten Unglücksort entdeckt. Die 1852 gebaute Lok wäre heute die älteste noch erhaltene deutsche Dampflokomotive. Sie war in den Anfangsjahren der deutschen Eisenbahngeschichte von der Fabrik Emil Kessler in Karlsruhe gebaut worden und sollte mangels Schienenstrecke auf einem Lastensegler an die Düsseldorf-Elberfelder Eisenbahngesellschaft ausgeliefert werden. Bei einem Unwetter riss sich die sechs Meter lange und 20 Tonnen schwere Lok los und fiel von Bord des Schiffes in den Rhein. Mehrere Versuche, sie mit Hilfe speziell geschmiedeter Ketten, die von den Ufern aus von 400 Männern durch den Rhein gezogen wurden, und aus London angereister Taucher zu bergen, schlugen fehl. Sie geriet langsam in Vergessenheit und galt anderthalb Jahrhunderte lang als verschollen.” (SWR)

2
Digitalisierung
“Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes hat eine Befliegung des Rheins von Frankenthal bis Biblis beauftragt, um die digitale Bundeswasserstraßenkarte anhand von Luftbildern aktualisieren zu können. Für diese Kartenerstellung werden Markierungsarbeiten in unmittelbarer Nähe zum Rhein durchgeführt. Diese Signalisierungsarbeiten beinhalten die farbliche Markierung von Lampen, Treppen, Einlaufrohren, Durchlässen oder Stromkästen mit weißer Farbe oder weißen Plastikstreifen, die mit Nägeln befestigt werden. Beschäftigte der beauftragten Firma führen die nötigen Arbeiten vor Ort aus. Die Bevölkerung wird gebeten, die Markierungen nicht zu entfernen.” (Echo-Online)

3
Rheingolf
“Die vier Credos der Rheingolf Messe 2017 lauten: Testen, informieren, shoppen und verreisen.” (Golfpost)

“Ein Golfball nach dem anderen fliegt im hohen Bogen in den Rhein. Einer verfehlt nur haarscharf den Kopf eines Kanufahrers, ein anderer zielt auf das beliebte Ausflugsschiff „Moby Dick“. Vor dem Bonner Amtsgericht muss sich jetzt ein 34-Jähriger verantworten. Er ist für sein außergewöhnliches Golfspiel wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und Beeinträchtigung des Schiffsverkehrs angeklagt.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

4
Geburtstagsgeschenk
“Sieben Jahre ist Mika erst alt, aber er hat schon eine eigene Kamera, “die ist in Tarnfarbe”, erzählt er ein bisschen schüchtern. Mika steht nicht gern im Rampenlicht. Sein Hund Erni dafür umso mehr. Am liebsten macht der Schüler Bilder von ihm, am Rhein, wenn er mit Mama (…) dort spazieren geht. Er dokumentiert die Natur und das Wetter, Erni natürlich, und den Wasserstand. In letzter Zeit aber findet Mika immer mehr Müll am Rhein, in den Buchten am Wasserwerk, dort, wo die Familie gerne unterwegs ist. Plastiktüten und Eierkartons, ausrangierte Gartenmöbel und vor allem Glas. (…) Manchmal schnappt der Siebenjährige sich eine Mülltüte und räumt auf am Rhein. (…) Als Opa Edgar jetzt am Wochenende seinen 80. Geburtstag feierte, haben Mika und seine beiden älteren Brüder Joshua (12) und Jannis (12) ihm einen Müllsammel-Tag am Rhein geschenkt.” (Rheinische Post)

5
Rhein Vikings
“Die Zeit des Kleckerns ist vorbei, jetzt wird geklotzt. Und weil weder der Neusser HV noch der ART Düsseldorf dazu allein in der Lage sind, gründen sie eine Handballspielgemeinschaft, die in der kommenden Saison als HC Rhein Vikings für Furore sorgen will. Ob das in der zweiten oder der dritten Liga sein wird, ist allerdings noch offen.” (Rheinische Post)

6
Refurbishment
“Die (Ludwigshafener; Anm. rheinsein) Rhein-Galerie war im September 2010 eröffnet worden, nach knapp zwei Jahren Bauzeit. Das Einkaufszentrum auf dem ehemaligen Gelände des Zollhofhafens hatte damals am Rheinufer einen neuen Zugang geschaffen, dem Einzelhandel zusätzliche 130 Geschäfte beschert und war mit großen Hoffnungen in die kommenden Jahre gestartet – auch mit dem Wunsch, dass täglich 25 000 Kunden in das Center strömen. Heute kommen im Schnitt 13 290 Besucher pro Tag in die Mall. Und das, obwohl die Einkaufscenter Entwicklungs Gmbh (ECE), die das Haus betreibt, 939 037 erreichbare Kunden im Einzugsgebiet zwischen Worms und Landau sowie Mannheim und Speyer angibt. Das in unmittelbarer Nähe gelegene Rathauscenter, das ebenfalls unter ECE-Ägide steht und 1979 eröffnet wurde, besuchen pro Tag 32 000 Kunden. Dort gibt es 75 Läden. Um die Differenz zwischen Prognose und Realität zu verringern, hat die ECE ein „umfangreiches Refurbishment“ angekündigt. (…) Die Außenterrasse direkt am Rhein wird (…) verschönert – das bislang eher triste Kantinen-Ambiente soll eine neue Optik erhalten: „Grundidee des neuen Designkonzepts ist es, eine besondere Atmosphäre mit echtem Hafen-Flair am Rhein entstehen zu lassen.“ (…) Im Außenbereich sind außerdem zwei neue Anleger für Flusskreuzfahrtschiffe geplant, die ebenfalls im Jahr 2017 gebaut werden sollen.” (Echo)

7
Baggervorhaben
“Die wichtigste Wasserstraße in Deutschland ist der Rhein. „80 Prozent aller Güter in der deutschen Binnenschifffahrt werden über den Rhein transportiert“, sagt Jens Schwanen, Geschäftsführer des Verbands der Deutschen Binnenschiffer. „Die Transporteure sind dringend auf den Ausbau der Wasserstraße angewiesen“, fügt er hinzu. Bei Niedrigwasser komme es regelmäßig zu Beeinträchtigungen. Der Klimawandel werde das Problem extremer Pegelschwankungen perspektivisch verstärken. Abhilfe soll in NRW die geplante Vertiefung des Rheins zwischen Duisburg und Dormagen bringen. Das Vorhaben mit der Projektnummer W 27 ist seit 2016 im Bundesverkehrswegeplan als „vordringlich“ eingestuft. Bis 2030 soll der Rhein zwischen Stromkilometer 722,5 und 769 um zirka 30 Zentimeter ausgebaggert werden. Zwischen Duisburg uns Neuss ist eine Fahrrinnentiefe von 2,80 Meter geplant, zwischen Neuss und Dormagen-Stürzelberg ist eine Rinne von 2,70 Meter vorgesehen. Die Gesamtkosten werden mit 201 Millionen Euro veranschlagt.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

8
Rheintote
“Zahlreiche Einsatzkräfte sind (…) Richtung Rheinufer nördlich von Sandhofen gefahren. Eine Spaziergängerin hatte dort im Bereich zwischen Kläranlage und Kirschgartshausen eine im Wasser treibende Person gesichtet und den Notruf gewählt. Daraufhin rückten der Wasserrettungszug der Berufsfeuerwehr ebenso wie deren Feuerlöschboot und die Wasserschutzpolizei aus, auch die DLRG Mannheim, Heddesheim, Ladenburg und Weinheim wurden alarmiert. Schon bald sichtete aber der Rettungshubschrauber “Christoph 53″, der ebenso in den Mannheimer Norden beordert worden war, die im Rhein treibende Person. Polizisten zogen sie dann aus dem Wasser. Der Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. Todesursache und Todeszeitpunkt sind aber noch nicht geklärt.” (Bergsträßer Anzeiger)

“In Höhe der Zoobrücke hat die Feuerwehr (…) eine Leiche aus dem Rhein geborgen. Spaziergänger hatten den leblosen Körper (…) im Fluss treiben sehen und die Rettungskräfte alarmiert. Laut Polizei handelt es sich bei dem Toten um einen Mann im Alter von etwa 30 Jahren oder jünger.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

“Die Suchaktion im Rhein bei Wörth ist zu Ende: Taucher fanden (…) die Leiche eines Mannes, die Polizei geht von Selbstmord aus. Zuvor lief eine großangelegte Suchaktion mit Hubschrauber und Feuerwehr. Die Wörther Polizei unterstützte das federführende Polizeipräsidium Karlsruhe bei der Suche. Auf der Rheinbrücke zwischen Wörth und Karlsruhe kam es wegen des Einsatzes zu Verkehrsbehinderungen.” (Rheinpfalz)

Quel dommage, monsieur, que nous soyons en Allemagne !

(…) Nous avions quitté les chemins briquetés de Hollande. Le pays était toujours très plat, très vert, mi-polders, mi-champs de cultures, avec, çà et là, de petits villages tranquilles, entourés joliment de bouquets de bois, et des petites maisons basses — fermes et laiteries — aux façades chaulées, aux toits de tuiles, dont le rouge jouait discrètement, sous un ciel gris perle, très profond et très doux.

Ce n’était plus la Hollande et ce n’était pas encore l’Allemagne. C’était un reste de Hollande dans très peu d’Allemagne, quelque chose d’intermédiaire qui donnait au paysage je ne sais quoi de plus gentiment mélancolique, un charme de chose très jeune ou très ancienne — je ne saurais dire — assez émouvant.

Et la route unie, sans une courbe, sans un ressaut, invitait à la vitesse.

Nul obstacle nulle part. Pas un caniveau, pas un dos d’âne : une piste bien entretenue de vélodrome. Scrupuleusement, les voitures que nous dépassions tenaient leur droite, et les charretiers, attentifs à leurs chevaux, nous saluaient au passage, sans servilité, presque en camarades.

Brossette me dit :

— Quel dommage, monsieur, que nous soyons en Allemagne !
— Pourquoi donc, Brossette ?
— Parce que je n’aime point ces gens-là… Et puis, monsieur, parce que voilà une route épatante où nous ferions facilement du quatre-vingt-dix… plus, peut-être…

Et, après un silence :

— C’est curieux !… Monsieur est bien sûr, au moins, que nous sommes en Allemagne ?
— Voyons !… Et la frontière ?… Tout à l’heure ?
Il haussa les épaules.
— Ça ? Une frontière ?… Oh ! là là !… Givet, oui… voilà une frontière… Mais du moment que monsieur est sûr ?

Et il grogna :

— Sale pays, tout de même !

Nous marchions lentement, comme dans une forêt enchantée, une forêt pleine d’embûches, de traquenards, de dangers, une forêt pleine d’ours, de tigres et de lions… Anxieux, nous interrogions l’horizon… Nous fouillions du regard, à droite et à gauche, la campagne, avec la peur de voir tout à coup surgir le casque à pointe du Règlement, avec la terreur de tout ce que devait cacher d’inconnu, de barbare, ce calme insidieux.

Et la 628-E8 était impatiente. On la sentait, toute frémissante d’élans retenus… Elle semblait encapuchonner son capot, comme un ardent étalon, son encolure, sous le mors qu’il mâche et qui le maîtrise. On eût dit vraiment qu’elle tirait sur le volant, comme un cheval sur ses guides… Je vis à l’horloge municipale d’un village qu’il était quatre heures et demie. Nous avions plus de deux cents kilomètres à faire, avant d’atteindre Dusseldorf, où nous eussions bien désiré arriver avant la nuit.

Pourquoi, à ce moment, songeai-je à la guerre de 70 ? Pourquoi justement, au lieu de ses horreurs, me revint à l’esprit cet épisode intime et consolant qu’au retour mon père m’avait conté ?

Il avait dû loger, pendant un mois, un général prussien, son état-major et sa suite. Très discret, d’une éducation parfaite, d’une bonne grâce très délicate, ce général n’avait pris de notre propriété que ce qui était indispensable à lui et à ses services. Il s’efforçait, par tous les moyens, de rendre moins humiliante, moins pénible, cette occupation, et il veillait à ce que rien – autant que cela était possible – ne fût changé des habitudes de la maison. Il se conduisait comme un hôte bien élevé, non comme un conquérant.

Un matin, il se fit annoncer chez mon père :

— Je viens d’apprendre, monsieur, lui dit-il, que vous avez un fils à l’armée de la Loire ?… Est-ce vrai ?
— Oui.
— Avez-vous de ses nouvelles ?
— Je n’en ai plus depuis longtemps déjà.
— Depuis quand, exactement ?
— Depuis Patay… soupira mon père.
— Ah !…

Puis :

— Voulez-vous me permettre de m’informer ?… Moi aussi, monsieur, j’ai des enfants… Je sais… Je sais… Cela ne vous désobligera pas que…
— Je vous en serai reconnaissant, au contraire… J’avoue que j’ai de grandes inquiétudes…

Le général demanda quelques renseignements complémentaires… et, saluant :

— À bientôt, j’espère…

Quelques jours après, il se présentait à nouveau… Il était tout souriant :

— J’ai des nouvelles de monsieur votre fils… Il est au Mans… Il se porte très bien… Je suis heureux d’avoir pu…

Puis :

— Je crois que nous touchons au terme de cette affreuse chose…

Puis encore :

— Voulez-vous me permettre de vous serrer la main ?

J’entendais encore mon père me dire qu’il n’avait jamais été plus touché par la bonté d’un homme, et que, jamais, il n’avait serré une main française avec autant de joie qu’il étreignit cette main allemande… C’est que mon père était, lui aussi, un brave homme… Dieu merci, il n’avait rien d’un héros de théâtre.

Sous l’impression de ce souvenir, je m’exaltai :

— Ma foi ! tant pis… m’écriai-je tout à coup… Arrivera ce qui pourra… Allons-y, Brossette, allons-y !

L’air était frais, la carburation excellente. La bonne C.-G.-V., lâchée, bondit et roula comme une trombe sur la route.

— L’accélérateur, Brossette !… Nous verrons bien…
— Sale pays ! répéta Brossette, en réglant ses gaz et donnant méthodiquement de l’avance à l’allumage.

En quelques minutes, nous fûmes à Emmerich, où nous traversâmes le Rhin, sur un bac à vapeur très puissant ; en quelques autres, à Clèves, dont nous escaladâmes les rues sinueuses et montueuses, à la grande joie des promeneurs – c’était un dimanche, – et sous la conduite d’un petit pâtissier, très fier d’être monté sur le marchepied, et qui nous mit gentiment sur notre chemin, de l’autre côté de la ville.

Ah ! quelle route !

Quelle route que cette route où nous mena le petit pâtissier de Clèves, la plus belle de ces belles routes du Rhin, construites par Napoléon, pour les affreux défilés de la guerre, et où, maintenant, passe ce que l’automobilisme apporte avec lui de civilisation moins rude, de sociabilité universelle et d’avenir pacificateur.

Elle était, cette route, bordée d’une double rangée de magnifiques ormes, avec du printemps très tendre, très jeune, entre leurs branches, une poussière de printemps, à peine rose, à peine verte, à la pointe de leurs branches ; elle était large, étalée, comme notre avenue des Champs-Élysées, douce et unie comme si elle eût été tendue de soie, et toute droite, si droite qu’on n’en voyait pas le bout, sinon, là-bas, tout là-bas, aux confins du ciel, un tout mince ruban jaune, un tout petit trait de pastel jaune que nous ne pouvions jamais atteindre… Et le soleil de cette fin de journée faisait avec les entrelacs de l’ombre, comme un tapis, tel que n’en tissèrent jamais les plus subtils artisans de la Perse.

Sur ce sol merveilleux, la machine, emportée au rythme d’un ronflement léger, régulier, infiniment doux – bruit d’ailes ou souffle de vent lointain – glissait, volait, ainsi qu’un oiseau rapide qui rase la surface immobile d’un lac.

Brossette ne disait plus rien, ne répondait plus à mes questions. Il était grave, regardait la route d’un œil légèrement bridé, et il écoutait chanter la belle chanson des cylindres.

Les champs me frappèrent par leur terre grasse, leur air cossu, leurs belles cultures, l’abondance de leurs troupeaux. Les villages, très propres, les seuils lavés, les fenêtres claires, les portes aux cuivres luisants avaient un aspect d’aisance tranquille. Partout cela sentait le travail, la sécurité, la richesse, je ne dis pas le bonheur, car le bonheur, c’est autre chose. Il ne se voit pas tout de suite aux yeux des hommes, comme le bien-être aux fenêtres des maisons. Il ne se voit qu’à la longue, il ne se voit pas souvent, il ne se voit presque jamais.

Nous prîmes de « la benzine » dans une petite ville dont je n’ai pas retenu le nom, ville de cinq mille habitants, à peu près, rebâtie, presque toute neuve, avec des rues larges, coupées de places ombragées, et des maisons où semblait régner un confort solide. Deux ponts, l’un tout neuf, l’autre très vieux, enjambaient, le premier, d’une seule courbe, le second, de deux arches gothiques, les deux bras d’une rivière, que bordaient de petites industries qu’à leur air actif et coquet l’on pressentait prospères.

Comme dans toute l’Allemagne, les édifices administratifs s’imposaient aux contribuables par leur monumentalité un peu effrayante, d’un goût horrible souvent, d’une opulence orgueilleuse et bien assise, toujours. Je m’étonnais grandement de voir, dans un endroit si peu important, tant de magasins de toute sorte, des boutiques de luxe, des soies drapées, des velours à traîne, des maroquineries étincelantes, des bijoux, des étalages de victuailles enrubannées, des charcuteries architecturales, ornées, comme des églises, un jour de fête. Partout l’abondance, la sensualité, la richesse.

Et je me disais :

— Ces objets ne sont pas là pour le simple plaisir de la montre. Il y a donc, dans ce petit pays, des gens qui les désirent et qui les achètent.

Je me disais encore, non sans mélancolie :

— Comme je suis loin de la France, des petites villes de France, de leurs rues mortes, de leurs maisons lézardées, de leurs boutiques sordides et fanées !… Chez nous, on ne travaille qu’à Paris, dans quelques grands centres, quelques villes du Nord, et dans le Sud-Est… Le reste s’étiole et meurt chaque jour. D’immenses richesses dorment inexploitées, partout. Qui donc, par exemple, songe à arracher aux Pyrénées le secret de leurs métaux ? Qui donc oserait confier des capitaux improductifs à cette jeunesse hardie qui, faute de trouver chez elle l’emploi de son activité et de sa force, est contrainte de s’expatrier et de travailler à l’enrichissement des autres pays ?… Comme je suis loin ici, de ces bons Français, rentiers et gogos, qui se disent toujours la lumière et la conscience du monde, et que je vois perpétuellement assis au seuil de leurs boutiques, devant la porte de leur demeure, abrutis et amers, crevant de leur paresse, s’appauvrissant de leur épargne, passant leurs lourdes journées à s’envier, se diffamer les uns les autres ! Nul effort individuel, nul élan collectif… Quand je reviens dans des régions traversées quelques années auparavant, je les retrouve un peu plus sales, un peu plus vieilles, un peu plus diminuées ; et chacun s’est enfoncé, un peu plus profondément, dans sa routine et dans sa crasse. Ce qui tombe n’est pas relevé. On met des pièces aux maisons, comme les ménagères en mettent aux fonds de culotte de leur homme. On ne crée rien. C’est à peine si on redresse un peu ce qui est par trop gauchi, si on remplace aux toits les ardoises qui manquent, les portes pourries, les fenêtres disloquées… N’ayant rien à faire, rien à imaginer, rien à vendre, rien à acheter, ils économisent… Sur quoi, mon Dieu !… Mais sur leurs besoins, leurs joies, leur dignité humaine, leur instruction, leur santé… Affreuses petites âmes, que ce grand mensonge antisocial, l’épargne, a conduites à l’avarice, qui est, pour un peuple, ce que l’artériosclérose est pour un individu. Ce n’est pas de leur bas de laine que la France a besoin, mais de leurs bras, de leur cerveau, de leur travail et de leur joie… Et ce n’est pas leur faute, après tout… On ne leur a jamais dit : « Vivez ! Travaillez ! » On leur a toujours dit : « Épargnez ! » Ils épargnent…

(aus Octave Mirbeau : La 628-E8, Bibliothèque Charpentier – Fasquelle, 1907)

Au lieu de les mettre en prison, on les a mis en Alsace…

Après avoir traversé le Rhin à Kehl, en dépit de nos lettres de recommandation et de nos beaux cachets rouges, nous avons dû passer par de longues et coûteuses formalités douanières. Absolument libre, en Allemagne, la circulation automobile subit en Alsace des règlements vexatoires, qui ont pour résultat de gêner beaucoup le commerce alsacien. Les hôteliers, les marchands, et surtout les propriétaires de ces luxueux garages installés dans les villes, supplient le gouvernement de rapporter des mesures qui les ruinent, en éloignant, de plus en plus, les automobilistes de ces régions admirables, hier encore très fréquentées pour la joie et au bénéfice de tout le monde. Mais le gouvernement reste sourd à ces doléances. Il a encore de la défiance, une sorte de rancune sourde contre ce pays.

Je n’avais pas revu Strasbourg depuis 1876. Faut-il dire que je ne l’ai pas reconnue ? À l’exception du quartier de la cathédrale, et de ce vieux quartier si pittoresque, qu’on appelle la petite France, rien d’autrefois n’est resté. Et encore, ces derniers vestiges, où nous nous retrouvons, vont bientôt disparaître. La pioche y est déjà. Aujourd’hui Strasbourg est une ville magnifique, spacieuse, et toute neuve, la ville des belles maisons blanches et des balcons fleuris. Nous n’en avons pas une pareille en France. Les larges voies des nouveaux quartiers, luisantes comme des parquets suisses, les universités monumentales, tous ces palais élevés à l’honneur des lettres, des sciences, et des armes aussi, par lesquels l’Allemagne s’est enfoncée jusqu’au plus profond du vieux sol français, ces jardins merveilleux, ce commerce actif qui, partout, s’épanouit en banques énormes, en boutiques luxueuses, et cette armée formidable qui veille sur tout cela, doivent faire réfléchir bien douloureusement ceux qui gardent encore, au cœur, d’impossibles espérances. Ah ! je plains le pauvre Kléber qui assiste, sur sa place, impuissant et en bronze, au développement continu d’une cité à qui il a suffi d’infuser du sang allemand pour qu’elle acquît aussitôt cette force et cette splendeur. Telle fut, au moins, ma première impression.

Je n’ai pas la prétention, en traversant une ville, de juger de sa mentalité. Un voyageur est dupe de tant d’apparences ! Et tant de choses lui échappent !… Mais j’ai longuement causé avec un Alsacien très intelligent, qui ne se paie pas de mots. Il m’a dit :

— Strasbourg est complètement germanisée… Quelques familles bourgeoises résistent encore. Mais leur résistance se borne à ressasser, en français, d’anciens souvenirs, le soir, autour de la lampe… Elles n’ont ni influence, ni crédit. N’oubliez pas, non plus, que le prêtre, en ce pays très catholique, s’est fait tout de suite l’agent le plus ardent, le plus écouté de la conquête définitive. Par intérêt, par politique, le prêtre est devenu profondément, agressivement allemand. Il n’a même pas attendu le dernier chant du coq gaulois, pour renier sa patrie !… Au vrai, il n’y a plus ici que très peu d’Alsaciens, noyés sous un flot d’Allemands qui, après l’annexion, sont venus en Alsace, comme on va aux colonies, prospecter des affaires et chercher fortune. Ce n’est pas la crème de l’Allemagne. Nos fonctionnaires, tous allemands aussi, ne sont pas, non plus, la crème des fonctionnaires. Beaucoup avaient de vilaines histoires, là-bas… Au lieu de les mettre en prison, on les a mis en Alsace… Et ils espèrent se faire pardonner, en affichant un zèle exagéré… Ils sont rigoureux, formalistes, très durs, et nous tiennent sous une tutelle un peu humiliante… Par exemple, nous avons ce qu’il y a de mieux comme armée… Sous ce rapport, on n’a pas lésiné, pas marchandé… vingt mille hommes !… Les meilleurs, les plus solides régiments de tout l’Empire… Oh ! nous n’en sommes pas très fiers… Je dois dire pourtant que les militaires ont beaucoup perdu de leur arrogance, de leur morgue… Les officiers sont affables, se mêlent davantage à la vie générale, vivent en bonne harmonie avec l’élément civil… Beaucoup sont riches et font de la dépense… Et puis, les musiques, qui se prodiguent dans les squares et sur les places, sont excellentes…

Comme je lui parlais de l’énorme développement de la ville :

— Oui !… fit-il assez vaguement… C’est surtout un décor, derrière lequel il y a bien de la misère… pour ne rien exagérer, bien de la gêne. Quoique l’Alsace ait un sol fertile, et qu’elle soit, pour ainsi dire, la seule province agricole de tout l’Empire, nous n’en sommes pas plus riches pour cela. La crise économique, qui frappe les centres industriels de la métropole, nous atteint, nous aussi… Les impôts nous écrasent… La vie est horriblement chère, quarante-cinq pour cent de plus qu’autrefois… Matériellement, nous ne sommes donc pas très heureux… Moralement, politiquement, nous restons, sous l’autorité de l’Allemagne, ce que nous étions sous celle de la France : soumis, passifs, et mécontents… On se trompe beaucoup en France sur la mentalité et la sentimentalité de l’Alsacien. Il n’est pas du tout tel que vous le croyez, tel que le représentent de fausses légendes, et toute une littérature stupidement patriotique… L’Alsacien déteste les Allemands, rien de plus exact… Vous en concluez qu’il adore les Français… Grave erreur ! S’il est vrai que dans l’imagerie populaire et les dictons familiers d’un pays se voie et se lise l’expression de ses sentiments véritables, vous serez fixé tout de suite quand vous saurez, de quelle façon peu galante et pareille, l’Alsacien traite les Allemands et les Français. Il dit des Allemands qu’ils sont des schwein, des porcs ; il appelle les Français, des « welches » !…

Je croyais avoir entendu : des belges. Je lui en fis la remarque.

— Welches… belges…, c’est le même mot, répondit-il. Et croyez que, dans son esprit, ceci n’est pas moins injurieux que cela. Au fond, ça lui est tout à fait indifférent d’être Allemand ou Français… Ce qu’il voudrait, c’est être Alsacien… Ce qu’il rêve ?… Son autonomie… Seulement, saurait-il s’en servir ?… J’ai bien peur que non… Un esprit de discipline traditionnel, atavique, le fait obéir, en rechignant, obéir tout de même, tantôt à la France, tantôt à l’Allemagne… Mais, livré à lui-même, je crains qu’il ne se perde dans toutes sortes de querelles intestines. Je ne crois pas qu’il sache, qu’il puisse se conduire tout seul… Il a besoin qu’on le mène par la bride… Fâché, il devient vite agressif, abondamment injurieux… Si vous connaissiez son patois ?… Oh ! bien plus riche en couleurs que l’argot parisien… Excellent homme, d’ailleurs, qu’il faut aimer, car il a de fortes qualités…

Il sourit, et je pus constater que son sourire n’avait aucune amertume.

— Je vous dis mes craintes… Craintes tout idéales, n’est-ce pas ?… Car l’autonomie de l’Alsace, voilà une question qui n’est pas près de se poser…

Il ajouta :

— Peut-être, de devenir Allemands, y avons-nous gagné un peu de dignité humaine… Tenez, sous l’Empire, Colmar était ignoblement sale, puante, décimée par la fièvre typhoïde. Elle n’avait pas d’eau, et en réclamait, à grands cris, mais vainement, depuis plus de cent ans. Le lendemain même de la conquête, le premier acte du gouvernement allemand a été d’amener, du Honach, d’abondantes sources d’une eau excellente, avec laquelle on a inondé et purifié la ville… Oui, les Allemands nous ont appris la propreté et l’hygiène, ce qui n’est pas négligeable, et l’insouciance de l’avenir, ce qui nous a fait une âme moins sordide et moins âpre. L’Allemand – je ne dis pas le juif allemand – l’Allemand ignore l’économie. Il est – non pas fastueux – car le faste suppose une imagination dans le goût, ou une ostentation dans la personnalité, que l’Allemand n’a pas, – mais très dépensier. Il dépense tout ce qu’il a, et souvent plus que ce qu’il a, au fur et à mesure de ses désirs et de ses caprices, presque toujours enfantins et coûteux. Un détail assez curieux… À Berlin – je dis Berlin, c’est toute l’Allemagne que je pourrais dire – le jour même des vacances, plus de deux cent mille familles quittent la ville… Elles vont s’abattre un peu partout, mais particulièrement en Suisse… Vous avez dû les rencontrer, au bord de tous les lacs, au sommet de toutes les cures d’air… Ces braves gens, un peu naïfs, un peu bruyants, un peu encombrants, emportent avec eux tout l’argent qu’ils ont chez eux… Soyez sûr qu’ils ne rentreront à la maison que lorsqu’ils auront usé jusqu’à leur dernier pfennig… Aussi les universités, les collèges, les pensions, qui connaissent ces mœurs-là, obligent-ils les pères de famille à payer, avant de partir, la future année scolaire de leurs enfants… Sans cela… cette fameuse instruction !…

Il se mit à rire.

— Eh bien, nous devenons, un peu, comme ça…
— En somme ? quoi ? interrogeai-je… vous n’êtes pas trop malheureux, sous le régime allemand ?

Il répondit simplement :

— Mon Dieu !… On vit tout de même… Quand on ne peut pas être soi… d’être ceci, ou bien cela… Turc, Lapon, ou Croate… allez… ça n’a pas une grande importance…
— Et la Lorraine ?
— Ça, c’est une autre histoire… Elle est restée française, jusque dans le tréfonds de l’âme… Sourires ou menaces, rien n’entame ce vieux sentiment, obstiné et profond… comme l’espérance…

(aus Octave Mirbeau: La 628-E8, Bibliothèque Charpentier – Fasquelle, 1907)

Der Rhein. Eine europäische Flußbiografie

Der Rhein. Eine europäische Flussbiografie war die größere der beiden, parallel stattfindenden Bonner Rhein-Ausstellungen betitelt. Zu besuchen war sie in der Bundeskunsthalle und erlangte reichlich Aufmerksamkeit auch in der überregionalen Presse.

Vom LVR-Landesmuseum in Bonn sind es nur wenige Straßenbahnstationen zur Museumsmeile am Rande des ehemaligen Regierungsviertels. Grauer Jännerregen plästert: eine neoromantische Deutschlandinszenierung mit tagsüber eingeschalteten Autoscheinwerfern entlang pudelesk begossener Bauten. Die Ausstellung findet in einem Rundgang wellenförmig geschnittener, großzügig mit Vitrinen ausstaffierter, thematisch geordneter Kojen statt. Dicht bei dicht hängen Wandexponate. Über Audioguide gibt die deutsche Stimme Robert De Niros kurze Erklärungen zu ausgewählten Stücken ab. Direkt in der ersten Koje Andreas Gurskys Rhein II im Original: das berühmte Foto, das wir in der bilderstrom-Ausstellung erst vermisst und dann als Laminat aus dem Besenschrank unter die Nase gehalten bekommen hatten. Gegenüber sowohl Moritz von Schwinds monumentaler, als auch Max Ernsts grünblaugrüner, surrealistischer “Vater Rhein”: hier wird auf den ersten Blick geklotzt und zugleich gekleckert. Die erstaunte Frage, was diesem Auftakt wohl folgen solle, beantwortet die zweite Koje u.a. mit einem vermüllten Landschaftsmodell Dieter Roths, unserem Lieblingsstück der Ausstellung. Auch dieser Raum wirkt chaotisch und zu 80 bis 100 Prozent dem rheinsein-Konzept entlehnt. Ein Eindruck, der sich von Koje zu Koje abschwächt. Je weiter wir schreiten, desto strenger umreißen die Kojen ihre Themen. Zunehmend sind Exponate aus dem ökonomisch-politischen Komplex zu betrachten, den rheinsein bisher weitgehend ausgespart hat.

Da wir den Besuch gemeinsam mit unserem französischen Korrespondenten Roland Bergère unternehmen, verleiten insbesondere die Darstellungen des Rheins als Grenzfluss, etabliert mit der Eroberung Galliens durch Caesar, hier ausschließlich als neuzeitliche Symbollinie deutsch-französischer Konflikte dargestellt, zu rhetorischen Fortsetzungen vergangener Kriegsakte mehr bis minder hoch angesehener Militärs und Staatsmänner. Ungefähr auf der Hälfte des Rundgangs führt ein Kino zwei oder drei kurze Dokumentarfilme in Endlosschlaufe auf. Vielleicht weil es in den Kojen bis dahin an Sitzgelegenheiten mangelt, sind die Kinoplätze stark begehrt. Ein neuer Film trägt im Titel stolz die falsche alte Rheinlänge – was wir, aufgrund Platzmangels auf dem Teppichboden Platz nehmend, zu sehen bekommen, deckt sich weitgehend mit Inhalten der jüngsten Rhein-Dokus der öffentlich-rechtlichen Sender. Zumindest soweit wir folgen können, denn aus dem Kindern vorbehaltenen Nachbarsaal ertönt in Intervallen organisiertes Gejohle, welches das Kinoprogramm übertönt.

bonn_beethoven_lüpertzBlaugesichtige Beethoven-Büste von Markus Lüpertz, aufgestellt 2014 in der Bonner Innenstadt unweit der Universität und des Rheinufers

Sitzgelegenheiten finden sich dann wieder in der letzten Koje, der größten, in der wir zu Wagnerklängen über Kopfhörer, leichten Ermüdungserscheinungen trotzend, aus sämtlichen, leider nur beschränkt zur Verfügung stehenden Blickwinkeln Joseph Beuys’ Rhein Water Polluted, eine vom Künstler signierte Glasflasche voll gefärbten Wassers, betrachten – und das zuvor Erschaute auf dieser meditativen Oberfläche Revue passieren lassen: neben viel Bekanntem und Teurem bietet die Ausstellung auch seltener beachtete Aspekte der rheinischen Geschichte in reichem Maß. Geflissentlich verliert sie sich, gleich einem Fluss, um in der nächsten Windung mit Pomp zurückkehren. Interaktionsmöglichkeiten Fehlanzeige. Die Begehung evoziert das Gefühl, die Ausstellung zu erfassen bestünde in (intensiver) Arbeit. Die sich auf zwei Stunden, ebenso gut jedoch auch auf zwei Tage verteilen ließe. Reichlich Input, der das Bewusstsein um die dazwischen klaffenden Leerstellen gleich mit befördert. Kunstlicht, Messe-Atmosfäre und ein leiser Sensationismus, der sich nicht erfüllen mag. Draußen plästert es wieder oder weiterhin. Wir schlendern durchs Regierungsviertel ans Rheinufer. Der Blick auf den Strom: selbst im Regengrau wirkt er besser, realer, tiefgehender als jede Ausstellung.

Auf den Spuren Willy Brandts (9)

bonn_willy-brandt-alleeIn Bonn, von wo er in den Jahren 1969 bis 1974 die Bundesrepublik regierte, ist nach Willy Brandt eine Allee benannt, die durch das ehemalige Regierungs-, heute: Bundesviertel führt. Sie deckt einen Teil der sogenannten Museumsmeile ab. Eine verhältnismäßig bedeutende Trasse im Vergleich der sonst nach Brandt benannten öffentlichen Orte, zugleich Abschnitt der Bundesstraße 9 entlang des Rheins vom Westrand Deutschlands in Kranenburg nach Lauterbourg am nordöstlichsten Zipfel Frankreichs.

bonn_tDen Eingang der Willy-Brandt-Allee überwacht mit leeren Augen, einem tätowierten T (für Träne) und seiner auf dem Foto nicht sichtbaren, weil über den ansonsten kahlen Schädel nach hinten frisierten Mercedesstern-Tolle das zum Abriß freigegebene Bonn-Center.

Von der Innenstadt betrachtet, setzt die Willy-Brandt-Allee die Adenauerallee fort und geht in die Friedrich-Ebert-Allee über. Die breit angelegte Straße mit zweispuriger Fahrbahn, Radweg und Bürgersteig wird zudem von einer U-Bahnlinie untertunnelt. Ästhetische Mängel der Nord-Süd-Flucht verbinden sich in Bonn daher nicht allein mit Willy Brandts Namen, sondern verteilen sich zusätzlich auf die vorgenannten Schultern.

bonn_heussDem einst verwirrend großen Auflauf namhafter Politiker im kleinen Bundesdorf Bonn mag geschuldet sein, daß statt Willy Brandt Theodor Heuss in der Willy-Brandt-Allee die Passanten grüßt.

bonn_brdDas Plakat auf der Museumsmeile ist weder Kunst noch Fake, sondern ernst gemeint: “Der 67. Ord. Bundesparteitag der Freien Demokraten stand unter dem Motto Beta Republik Deutschland. Der Gedanke dahinter: Auch bei der Digitalisierung stehen wir für German Mut. Das heißt: Ausprobieren. Austesten. Auch wenn es nicht sofort perfekt ist. Beta eben.”

bonn_gnade und gefahrWeitere Spruchweisheiten mit Anleihen bei Politik und Poesie sind auf den verglasten Eingängen zur Unterwelt angebracht.

bonn_rheinwegEine wie für rheinsein erdachte Koinzidenz: Am Haus der Geschichte (linker Bildrand) mündet, unter für das winterliche Rheinland typischem Leichentuchhimmel, der Rheinweg in die Willy-Brandt-Allee.

Presserückschau (Dezember 2016)

1
Schifferkirche
“Das weiß gestrichene Boot hat eine lange Reise hinter sich. Und wenn es sprechen könnte, hätte es viel zu erzählen: von den Neugierigen in der Halle des Nordturms des Kölner Doms, als es zwischendurch als Altar beim Gottesdienst an Fronleichnam auf der Domplatte diente, als es vor der Küste Maltas strandete, als es an der Küste Nordafrikas Menschen aufnahm, viel zu viele für das kleine Boot, als das Erzbistum das Boot kaufte und nach Europa, nach Deutschland transportierte.” (Aachener Zeitung)

“Eines der Kunstwerke in Kölns kleinster romanischer Innenstadtkirche ist eine spätgotische Marienfigur, die früher in einer Nische an der Außenfassade stand, wo sie von den Rheinschiffern gesehen und verehrt werden konnte. Nach dieser „Schiffermadonna“ wird das Gotteshaus in der Altstadt auch Schifferkirche genannt. Umso passender ist es, dass dort das Flüchtlingsboot aus Malta Platz gefunden hat, das seit dem 31. Mai im Dom gestanden hatte. (…) Für Kardinal Woelki steht das Boot nicht nur für die Not der Flüchtlinge, sondern soll darüber hinaus Anstoß dazu geben, über die Auswirkungen der Globalisierung und soziale Gerechtigkeit nachzudenken.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

2
Neue Rheinbrücke
“Der Vorderrhein ist um ein Bauwerk reicher. Zwischen Schluein und Castrisch ist (…) eine neue Brücke für den Langsamverkehr eröffnet worden. (…) Mit dem Brückensteg wird zwischen Ilanz und Reichenau bereits die fünfte Langsamverkehrs-Überquerung des Vorderrheins realisiert. (…) Bei der Brücke handle es sich um eine knapp 100 Meter lange und zwei Meter breite Schrägseilbrücke, deren Pylone leicht nach vorne geneigt seien (…). Es wurden unter anderem 95 Tonnen Stahl und 130 Kubikmeter Beton verwendet. (…) Die Brücke wurde heute zwar bereits dem Langsamverkehr übergeben, die letzten Arbeiten werden aber im Verlauf des Frühlings 2017 fertiggestellt. So auch der Rückbau der alten Rohrbrücke. Die offizielle Einweihung ist dann für Mai 2017 geplant.” (Südostschweiz)

3
Störmanöver
“Naturschützer hoffen bei Stören als einzige noch nicht in den Rhein zurückgekehrte Fischart langfristig auch hier auf Erfolge. Der «Nationale Störaktionsplan für Deutschland» nimmt zwar wegen günstigerer Voraussetzungen dafür erst die Elbe in den Blick, wie die Internationale Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) mitteilte. Bei einem dortigen Erfolg solle aber in fernerer Zukunft auch im Rhein flussabwärts von Koblenz eine Wiederansiedlung dieser Fische versucht werden. In den Niederlanden gibt es bereits Versuche. «Der Europäische Stör (Acipenser sturio) ist im Rheineinzugsgebiet in den 1940er/1950er Jahren ausgestorben und gehört zu den am meisten bedrohten Arten weltweit», hieß es weiter. Nach dem massiven Ausbau der Kläranlagen an der einstigen Industriekloake Rhein sind inzwischen alle traditionellen Fischarten in den Fluss zurückgekehrt – nur nicht die sensiblen urtümlichen Störe.” (Frankfurter Rundschau)

4
Sinkende Arbeitsplattformen
“Im Rhein auf der Höhe Duisburg-Rheinhausen (…) ist ein sogenanntes Stelzenponton gesunken, eine schwimmende Arbeitsplattform mit Baggervorrichtung. Aus Sicherheitsgründen durften Schiffe hier nicht aneinander vorbei fahren, nur abwechselnd konnte der Verkehr entweder rheinauf- oder rheinabwärts fließen. (…) Fünf Tage blieb die Plattform im Rhein liegen. Aus den Niederlanden musste zunächst ein schwimmender Hebebock geordert werden, denn die Unglücksstelle lag mitten in der Fahrrinne – vom Ufer aus mit Kränen nicht zu erreichen. Auch andere Faktoren wie die Strömung verkomplizierten die Bergung.” (WDR)

“Auf dem Rhein bei Koblenz-Horchheim ist eine schwimmende Arbeitsplattform untergegangen. Der 15 Meter lange Ponton war an einem Motorschiff befestigt, das Richtung Mainz fuhr. Die Plattform riss am Morgen von dem Schiff ab, warum steht noch nicht fest. Nach Auskunft eines Sprechers der Wasserschutzpolizei in Koblenz lief auch Öl aus. Wie viel steht noch nicht fest. Verletzt wurde niemand. Der Ponton konnte bislang noch nicht gehoben werden.” (SWR)

5
Jetski-Nikoläuse
“Mit einer ungewöhnlichen Aktion hat (…) eine Gruppe von Jetski-Fans auf sich aufmerksam gemacht: Anlässlich von Nikolaus sind 15 Jetski-Fahrer in Nikolaus-Kostümen auf dem Rhein gefahren. „Der Sinn war einfach nur, den Kölnern ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern“, sagt Benedikt Bereuter von der Truppe.” (WDR)

6
Barbarenschatz
“Er gilt als kostbares Überbleibsel aus der Römerzeit: Rund 1700 Jahre lang ruhten hunderte Metallobjekte in einem Arm des Altrheins. Küchengerät und Werkzeug, Tafelgeschirr und Waffen – Stücke aus Eisen, Bronze, Kupfer und Silber römischer Bürger, die von 1967 bis 1997 in der Nähe der heutigen Ortschaft Neupotz in Rheinland-Pfalz aus dem Wasser geborgen wurden. Nach langen Querelen um Zuständigkeit und Eigentum hat der “Barbarenschatz von Neupotz”, als der er inzwischen bekannt ist, jetzt eine Dauerbleibe im Berliner Museum für Vor- und Frühgeschichte bekommen. (…) Nicht zufällig wird ein Querschnitt der Funde im Bacchussaal des Neuen Museums gezeigt. Lange stand dort einsam der Xantener Knabe, eine römische Bronzestatue, die Fischer 1858 im Rhein bei Xanten entdeckt hatten.” (Berliner Morgenpost)

7
Rheintote
“Grausige Überraschung beim Spaziergang am Rhein. Um acht Uhr (…) alarmierte ein Passant den Basler Rettungsdienst: Er sah von der Kleinbasler Seite her, rund zehn Meter vom Ufer weg, eine Leiche im Wasser treiben. Kurz darauf barg die Berufsfeuerwehr gemeinsam mit der Polizei einen toten Mann aus dem Rhein. Laut des Instituts für Rechtsmedizin trieb die Leiche schon seit mehreren Tagen im Wasser.” (Blick)

“(In Speyer) wird auf einer Sandbank bei Rheinkilometer 400 eine Leiche entdeckt. Laut Polizeipräsidium Rheinpfalz hat man den Leichnam einer weiblichen Person gefunden, die nach bisherigen kriminalpolizeilichen Ermittlungen Suizid begangen hat. Die Kriminalpolizei ist mit der Spurensicherung vor Ort um Beweise zu sichern. Doch ist nicht klar, um wen es sich handelt. Auch, ob es sich um ein Gewaltverbrechen oder einen Unfall handelt, ist unklar.” (Heidelberg24)

Düssel

düssel_2Die Düssel, ein kleiner Fluß, der einer für Deutschland verhältnismäßig großen Stadt ihren Namen verlieh, als diese noch als Dorf an einem großen Fluß, dem Rhein, heranwuchs. “Der Name Düssel geht wahrscheinlich auf das germanische thusila zurück und bedeutet „brausen, rauschen, tosen“, althochdeutsch doson. Um 1065 wird der Bach als Tussale (die Brausende, Rauschende, Tosende) bezeichnet”, vermutet bzw. weiß Wikipedia. Die beschriebenen Eigenschaften lassen sich anhand des Fotos von Rainer Vogel, das einen Düsselabschnitt auf Höhe des Unterbacher Sees widergibt, im Ansatz vorstellen. Grundsätzlich wäre der Name Düssel, nicht zuletzt ob seines Tremas, bestens geeignet für eine überseeische Metal-Band mit Hang zu Germanismen. Der internationale Musikjournalismus könnte sich mit dem etymologischen Spannungsfeld zwischen Dussel und, sagen wir, Rüssel oder Schüssel/Schussel, auseinandersetzen, immer in Hinblick auf urdeutsche Kulte. Und würde in diesem Zusammenhang womöglich auf die in Vergessenheit geratene rheinische Lightspeed-White Noise-Band Schweinebraten stoßen. Doch so weit ist es nicht und also entwässert die Düssel bis auf diese Minute, fleißig und offiziell weitgehend unbeachtet wie vier graugesichtige Kommissionierer in den Henkel-Fabrikhallen, über ihre Düsseldorfer Deltaarme in den Rhein.

Die Germania und die Billigbombe

Dimanche 26 juin. Rüdesheim. J’attrape de justesse le bateau, sur l’embarcadère de la Compagnie Köln-Düsseldorf. Je suis le dernier sur la passerelle. Il est 10 heures quand le Deutschland s’éloigne du quai.
Au-dessus de Rüdesheim s’aperçoit, dressée sur les hauteurs couvertes de vignobles, la statue de la Germa­nia du monument du Niederwald. Lothar Baier me racontait que des anarchistes francfortois avaient voulu profiter de son inauguration par Guillaume II, en 1893, pour assassiner l’empereur. Mais « en bons protestants allemands », dixit Lothar, ils avaient acheté pour leur bombe la mèche la moins chère qu’ils aient pu trouver. Or il plut ce jour-là et la mèche ne fonctionna pas. Ils furent arrêtés, condamnés à mort et exécutés. Lothar voyait là une nouvelle preuve par l’absurde de l’incapa­cité des Allemands à réussir une révolution.
La présence de ce monument en ces lieux, parmi les vignobles, loin de Berlin la capitale, est exemplaire de l’extraordinaire dissémination des monuments symboli­ques de l’unité nationale dans ce pays. Le Walhalla de 1842, construit sous Louis Ier de Bavière pour servir « au renforcement et à l’accroissement du sens allemand », se trouve au sud de Regensburg. A Cologne est la cathédrale dont l’achèvement, à partir de 1840, devait annoncer « une grande et puissante Allemagne ». A Mayence, l’érection, en 1837, d’un monument à Gutem-berg symbolisait « la conscience que nous avons une patrie commune, une langue commune, les mêmes lois, les mêmes espoirs et le même but ». A Leipzig se dresse, gigantesque, le monument témoin de la renaissance nationale, celui de la « Bataille des Peuples » contre Napoléon. Le monument symbole de la puissance germanique, celui qui commémore la victoire de Her­mann sur les Romains, se trouve près de Bielefeld, dans la Teutoburger Wald. Dans l’île de Norderney est la pyramide faite des pierres de toutes les villes alleman­des. Et à Berlin, bien sûr, sont quelques monuments « d’intérêt national », mais finalement guère plus qu’ail­leurs.
La Germania est un peu la cousine allemande de Marianne. Mais celle-ci est chrétienne lorsque, dans la mémoire nationale, elle se confond avec Jeanne d’Arc, porteuse de révolte et de liberté quand elle grimpe avec Gavroche sur les barricades. La Germania n’est pas cela, mais une réminiscence de légendes germaniques, une resucée de Walkyrie. Elle est grave et massive, grise et guerrière. Elle sert le prince et non la liberté, et le prince s’en sert pour tuer la liberté. A Rüdesheim, elle est tournée vers l’ouest et provoque la France. Elle monte la garde sur le Rhin.
Il n’y a qu’une société d’Allemands du troisième âge sur le bateau, ils restent vissés à leurs table, étroitement assis, et il m’est impossible de trouver leur compagnie. Les autres touristes sont des Japonais et des Français, deux groupes de chaque, et quelques Américains.
Passé Rüdesheim, le Rhin circule dans les méandres encaissés du massif schisteux rhénan. Son lit parfois est si étroit qu’il a dû être élargi pour les bateaux modernes, comme, après-guerre, à Bingen. A l’approche du rocher de la Lorelei, le bateau s’emplit, via les haut-parleurs, d’un mâle chœur chantant le poème de Heine mis en musique par Sucher. Les touristes se ruent à bâbord et photographient un morceau de la falaise qui les sur­plombe. A son sommet, à 132 mètres, flotte le drapeau allemand : ce bout de rocher est lui aussi monument national.
La légende de la Lorelei n’est que l’une des nombreu­ses légendes que ce fleuve charrie depuis toujours. On trouve de tout sur ces rives et ces îlots, « dans cette vague superbe qui fait bondir la France, dans ce murmure profond qui fait rêver l’Allemagne », comme l’écrit Hugo dans Le Rhin. Sous tous ces burgs dont les silhouettes déchiquetées accompagnent le voyage, se jouent des histoires odysséennes, comme celle, juste­ment, de la Lorelei, cette Circé germanique dont les longs cheveux d’or appellent les marins à fracasser leurs barques à ses pieds ; apparaissent des empereurs de légende, comme Frédéric Barberousse qui, à Pfalz, fait triompher l’amour, deus ex machina, au terme d’une histoire compliquée d’amoureux empêchés ; se mêlent christianisme et paganisme, comme dans la légende du Drachenfels, près de Bonn, où une jeune vierge livrée à un dragon se sauve par sa foi. Les mythes sont souvent effroyables et nocturnes : la parure d’or de la Lorelei ne se voit qu’à la nuit ; dans sa « tour aux souris » de Bingen, le méchant archevêque est bouffé tout vivant par les rats. On songe à ce que, dans De l’Allemagne, Heine dit des « légendes de l’Allemagne, ces tristes enfantements pétris de sang et de nuages, dont les formes sont si grises et si blafardes, et l’aspect si cruel ! ». Pourtant ici, sur ce fleuve, les monstres sont vaincus par la justice et par l’amour, le seul monstre triomphant, finalement, est la belle Lorelei qui tue insolemment.
La force et l’importance du Rhin sont d’abord en lui-même avant que d’être dans les rêveries des hommes. Ce fleuve, plus qu’aucun autre, est fluidité, mobilité, communication, trait d’union. Il fait définitivement échapper le pays qui le borde à cette Bodenständigkeit, cette « fixation au sol » tellement forte ailleurs et dérangeante. Son lit semble boire, autant qu’à l’eau venue des chutes de Schaffhausen, à celle, dorée, qui court en vert déferlement sur ses pentes somptueuses et qui, gavée de soleil et de sucre, rendra, muée en vin, tout le pays aimable. La douceur est vertu du Rhin malgré les sombres légendes et les orgueilleux monu­ments de la puissance de Guillaume, de Ruedesheim et de Coblence, qui paraissent ici ridicules et obscènes. C’est cette douceur aussi qui fait que, de la plus terrible et de la plus froide des légendes, Heine ne retient dans son chant qu’indicible tristesse : « Ich weiss nicht,/ Was soll es bedeuten,/ Dass ich so traurig bin. »

(aus: Patrick Démerin, Voyage en Allemagne (Paris 1989))

Niers

niers_5Nur zu kleinen Teilen fließt die Niers über die Maas in den Rhein; zuvor schleicht sie auf niederrheinischem Territorium in gemessenem Abstand zur deutsch-niederländischen Grenze möglichst unauffällig durch die Gegend.

niers in gochIn Goch findet sich ihr Ufer jäh mit geometrischem Schwung eingefaßt, umpflastert und mit Betontribünen versehen. Auf der Flußbühne üben die Möwen gerade eines ihrer kaum beachteten Revolutionsstücke. (Fotos: Rainer Vogel)

Maas-Waal-Kanal

I

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Was ist denn hier los, wo sind wir denn jetzt? Da schien’s doch gerade, als würden wir immerzu in westlicher Richtung weiterfahren, ab Werkendam gen Dordrecht oder so, aber plötzlich hat’s uns wieder weit zurück ins Landesinnere verschlagen, und nicht mal an den Waal, sondern eher näher zur Maas, wozu das Ganze? Da gibt es wohl eine Verbindung zum Waal, denn das sieht hier doch einer Schleuse recht ähnlich; ja, genau, die Schleuse zu Heumen.

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So sieht’s da abendlich aus, als noch ein Schiff vorbeikommt, um zu jenem Strom zu gelangen, von dem hier berichtigt zu berichten ist. Als es um Woudrichem ging, habe ich es so vorkommen lassen, als träfen dort Maas und Waal zum ersten Mal auf einander, aber das stimmt so nicht. Schon viel eher vermischen sich Waal- und Maas-Wassermoleküle, dank eines Kanals, entsprechend auf Maas-Waalkanaal getauft. Über 13,5 Km läuft er von Weurt (am Waal) nach Heumen (an der Maas), Nijmegen dabei durchschneidend. Ringsherum ist wenig los, und ich kenne mich da aus, denn ich wohne keine zweihundert Meter vom Kanal entfernt. Diese Nähe hat mir eine gewisse Faszination mit dem sich allmählich aus seiner Gradlinigkeit herausbiegenden Wasserlauf eingebracht. Schon als kleiner Junge war ich verrückt nach Schleusen; öfters fuhren die Eltern speziell meinetwegen zu den Maasbrachter Schleusen, und auch in meinem Geburtsort Weert konnte ich mich an der weit kleineren Schleuse kaum satt sehen. So wohne ich jetzt schon über dreißig Jahre zwischen der kleineren Schleuse von Heumen und der eindrucksvolleren zu Weurt; und so oft ich den Kanal schon entlang geradelt bin, mag ich immer noch gerne auf das Wasser blicken, das sowohl Maas als Waal ist, gleichzeitig aber weder Maas noch Waal.

Diese Vorliebe könnte teils mit der eigenen Herkunft zu tun haben. Für die Schifffahrt war es ein neuer Ausblick, als der (schon 1862 vorgeschlagene) Kanal nach siebenjähriger Bauzeit 1927 endlich eröffnet wurde. Reichlich spät für meinen Urgroßvater mütterlicherseits (der trefflicherweise Van der Sluissen hieß, Von den Schleusen also), der einst seinen Maas-Kahn für einen Schiffszubehörladen am

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Venloer Kai ausgewechselt haben soll; durch den Kanal hätte er aber nie vorbeikommen können, nie sich freuen, dass er jetzt über Wasser vom Süden heraus das eigentlich so nahe Deutschland weit schneller erreichen konnte; dass Maas und Waal plötzlich hundert Schifffahrtkilometer näher an einander gerückt waren. Das ging einfach nicht, weil er 1902 schon verstorben war. Nun, da bereite ich ihm eben die Freude.

Es ist heute kaum noch vorstellbar, aber bei seiner Eröffnung galt der Kanal (von u.a. C.A.P. Ivens, Vater des Filmemachers Joris Ivens, initiiert) als der geräumigste Binnenschifffahrtkanal ganz Europas. Dafür sollen die Bauarbeiten ein höllisches Unterfangen gewesen sein, wie mir mal ein alter Herr erzählte, der daran noch teilgenommen hatte: Ein wichtiger Teil der Arbeit lief ja noch von Hand, schlecht bezahltes Buddeln tagein tagaus. Dank der Knochenarbeit Hunderter, sowie der Erweiterung in den 1970ern, fahren jetzt die unterschiedlichsten Schiffsarten vorbei, bis hin zu (kleineren) Containerschiffen. Darunter auch ein bescheidenes Schiff mit schlankem Bug, das mich in den vergangenen Monaten schon zweimal zu überraschen vermochte. Seit der ersten Begegnung bei Woudrichem habe ich nämlich schon zweimal den Ventjager durch “meinen Kanal” vorbeifahren sehen dürfen.

Wie hier, an der Maldener Zierziegelfabrik entlang, so wie am Knotenpunkt einiger Wanderrouten unter den üppigen Böschungen des Deiches. Gleich darauf wird der

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Ventjager zwischen zwei schroffen Gegensätzen hindurchfahren müssen: am rechten Ufer der neu eingerichtete Permakulturgarten, wo man in mongolischen

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Zelten seine Ferienbleibe beziehen kann, genau gegenüber von der, am linken Ufer, zum Himmel stinkenden und schon seit Jahren umstrittenen Nerzfarm.

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Anderseits, weit danebengeschossen ist diese Nähe nun auch wieder nicht, wenn man bedenkt, dass Pelzmäntel in der Mongolei genauso zum Nationalerbe gehören wie die jetzt unter Veganern und weiteren Naturfreunden so beliebten Jurten.

So sieht man: Noch zwischen anscheinend weit auseinanderklaffenden Gegensätzen lässt sich immer eine Brücke errichten. Davon sind die ganzen 13,5 Kilometer des Kanals mit nicht weniger als acht Stück ausgestattet, wie zum

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Beispiel die neben der Anlegestelle, wo jährlich Sankt Nikolaus meinen Stadtteil besuchen kommt, das ehemalige Dorf Hatert, das dem Bau der Brücke 1970 sowohl Kirche als Kneipen opfern musste.

Kurz darauf trifft man aufs Bootshaus des Studentenrudervereins Phocas. Die Mitglieder Nelleke Penninx und Annemarie van Rumpt gewannen zwischen 1995 und 2004 mehrere Bronze- und Silbermedaillen bei Weltmeisterschaften und Olympiaden: bislang die Höhepunkte der Vereinsgeschichte. 2018 wird der Verein zur neuen Waal-Nebenrinne umsiedeln. Jetzt aber wird noch den Kanal entlang eifrig gerudert, auch an Libellen vorbei, die sich im Sommer unter den hohen Eichen des Deiches an Blüten ergötzen.

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Dies wiederum soll nicht heißen, dass die Umgebung insgesamt arkadisch ist: Am linken Ufer gegenüber findet sich der in den 1970ern erbaute, von Bäumen mittlerweile gut verhüllte Stadtteil Dukenburg. Wie ich mitbekommen habe, ist nicht jeder Deutsche von der Schönheit der Stadt Nijmegen überzeugt, aber da war

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man wohl noch nie in Dukenburg, wo das Rechteckige einige seiner schlimmsten Siege eingefahren hat. Hatert ist da nicht wesentlich schöner, wenn auch von keinem geringeren als Gerrit Rietveld mitentworfen – der sich aber bald gegen die muffige Richtung des Projektes sträubte und zurücktrat.

(Der niederländische Autor Lucas Hüsgen erkundet für rheinsein den – oder wie es heute häufiger in Gebrauch ist: die Waal, einen der niederländischen Rheinabschnitte. Diesmal stellt er in einem zweiteiligen Portrait den Maas-Waal-Kanal vor, der unweit seiner Nijmeger Wohnung verläuft. Teil 2 mit Elvis Presley und einem fulminanten Gedicht über Neerbosch-Oost folgt in Kürze.)

Neger am Rhein

Im Rheinland saugen die Neger den Boden aus. Sie schwängern die Frauen in Kompagnie, gehen straflos aus, lachen über alle Proteste der Bevölkerung. Die Haltung der Bevölkerung ist in Deutschland vorbildlich: es gibt keine Meldung von Mord und Totschlag. Diese Leute, denen die Frauen kaputtgemacht werden, sind von Lynchjustiz himmelweit entfernt. Sie knirschen mit den Zähnen, aber dazu gehen sie auf den Abtritt, daß es niemand hört. Sie nageln die Neger nicht an die Türen, sie sägen die Neger nicht entzwei, sie ballen die Fäuste im Sack und onanieren nebenbei. Sie beweisen, daß ihnen Recht geschieht. Sie sind die Überreste des großen Krieges, der Abschaum der Bevölkerung, die niedergehauenen Mäuler, das entmenschte Massenvieh, deutsche Bürger von 1920.

(aus Bertolt Brecht: Werke: Journale I (1913-1941), Tagebücher 1913-1922)

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In England sowohl als in Italien ist der Zwiespalt in den Anschauungen der besseren bodenständigen Staatskunst und dem Wollen des jüdischen Weltbörsentums klar, ja manchmal kraß in die Augen springend.
Nur in Frankreich besteht heute mehr denn je eine innere Übereinstimmung zwischen den Absichten der Börse, der sie tragenden Juden und den Wünschen einer chauvinistisch eingestellten nationalen Staatskunst. Allein gerade in dieser Identität liegt eine immense Gefahr für Deutschland. Gerade aus diesem Grunde ist und bleibt Frankreich der weitaus furchtbarste Feind. Dieses an sich immer mehr der Vernegerung anheimfallende Volk bedeutet in seiner Bindung an die Ziele der jüdischen Weltbeherrschung eine lauernde Gefahr für den Bestand der weißen Rasse Europas. Denn die Verpestung durch Negerblut am Rhein im Herzen Europas entspricht ebensosehr der sadistisch-perversen Rachsucht dieses chauvinistischen Erbfeindes unseres Volkes wie der eisig kalten Überlegung des Juden, auf diesem Wege die Bastardisierung des europäischen Kontinents im Mittelpunkte zu beginnen und der weißen Rasse durch die Infizierung mit niederem Menschentum die Grundlagen zu einer selbstherrlichen Existenz zu entziehen.
Was Frankreich, angespornt durch eigene Rachsucht, planmäßig geführt durch den Juden, heute in Europa betreibt, ist eine Sünde wider den Bestand der weißen Menschheit und wird auf dieses Volk dereinst alle Rachegeister eines Geschlechts hetzen, das in der Rassenschande die Erbsünde der Menschen erkannt hat.
Für Deutschland jedoch bedeutet die französische Gefahr die Verpflichtung, unter Zurückstellung aller Gefühlsmomente, dem die Hand zu reichen, der, ebenso bedroht wie wir, Frankreichs Herrschgelüste nicht erdulden und ertragen will.
In Europa wird es für Deutschland in absehbarer Zukunft nur zwei Verbündete geben können: England und Italien.

(aus Adolf Hitler: Mein Kampf, 855. Auflage 1943)

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Zyklisch kehren Ängste sich in Pogromschwangerschaften. Sprache dient als Mittel der Aufstachelung, die politischen Lager ergehen sich in Fehleinschätzungen, begleitet von Propagandalügen (das rechte) sowie zynischer Ironie (das linke) und steuern gemeinsam, als befänden sie sich in einer unlösbaren Situation, auf die Katastrofe zu. Für den ungeschulten Leser sind die Geisteshaltungen hinter beiden Texten kaum zu unterscheiden. Weder Brecht noch Hitler haben sich in ihren Texten häufig zum Rheinkomplex geäußert, doch gehören beider Äußerungen definitiv zu den unpoetischsten, die wir bisher gesammelt haben.

Presserückschau (Oktober 2016)

1
Paradies auf Erden
“Forscher wollen in einer badischen Kleinstadt das Paradies auf Erden schaffen. Acht Jahre lang soll in Gaggenau (Kreis Rastatt) ausgelotet werden, welche Lebensumstände ein besonders hohes Alter ermöglichen. Die Wissenschaftler wollen verschiedene Maßnahmen in Kitas, Schulen, Seniorenheimen und bei ansässigen Betrieben testen. Es geht beispielsweise um städtische Strukturen, mit denen Ältere vor Vereinsamung bewahrt werden können. Oder um eine für Körper und Seele möglichst optimale Arbeitswelt. Hinter dem Projekt stehen die Uni-Kliniken in Mannheim und Tübingen sowie das Mannheimer Zentrum für seelische Gesundheit.” (Spiegel)

2
Marathonrudern
“42 Kilometer über den Rhein mit seinen teils tückischen Windungen: Das 45. Düsseldorfer Marathonrudern war eine große Herausforderung, die diesmal 180 Mannschaften aus ganz Europa annahmen. Sie starteten (…) beim RTHC Bayer Leverkusen und ruderten von dort zum Gelände des RC Germania in Düsseldorf-Hamm. “Der Schmerz geht, und der Stolz kommt” lautete das Motto.”" (Rheinische Post)

3
Fahrradfriedhof
“Es sind traurige Bilder, die der Rhein da zum Vorschein bringt… Bei niedrigem Wasserstand kommt so allerlei verloren geglaubtes Hab und Gut wieder ans Licht. Aktuell kursieren unter anderem im Kölner NETT-Werk Fotos, die einen regelrechten Fahrrad-Friedhof im Rhein zeigen.” (Express)

4
Reifenfriedhof
“Mit einem Fall von Umweltkriminalität muss sich die Niederkasseler Stadtverwaltung jetzt beschäftigten. Unbekannte haben im Rhein zwischen Rheidt und Niederkassel-Ort zahlreiche alte Autoreifen entsorgt. Die Reifen, die offenbar bereits vor längerer Zeit in unmittelbarer Ufernähe in den Fluss geworfen worden waren, wurden kürzlich von Spaziergängern entdeckt. Begünstigt wurde der Fund durch das derzeitige Niedrigwasser des Rheins.” (Kölnische Rundschau)

5
Lachse und Kontrastmittel
“30 Jahre nach dem Großbrand im Schweizer Chemieunternehmen Sandoz bei Basel tummeln sich wieder viele Lachse im Rhein. 2015 seien rund 800 dieser sensiblen Wanderfische gezählt worden, teilte die Internationale Kommission zum Schutz des Rheins (…) mit. Der Bau vieler weiterer Kläranlagen und andere millionenschwere Investitionen hätten gezeigt, «dass es möglich ist, aus der Kloake Rhein wieder einen weitgehend sauberen Strom zu machen». Weltweit gelte dies in der Fachwelt als ein positives Beispiel der Umweltpolitik. Dennoch bleibt laut der IKSR viel zu tun. Beispielsweise gebe es neben der Verschmutzung mit Mikroplastik noch viele Mikroverunreinigungen wie Medikamente, Hormone der Antibabypille, Insektizide, Duftstoffe aus Reinigungsmitteln und Röntgenkontrastmittel.” (proplanta)

6
Mundartdichtung
“Die Sprache und der Einsatz für den Dialekt verbinden: Das zeigte sich bei der Autorenbegegnung (…) im Weiler Kesselhaus. Auf dem Podium saßen sieben Dichterinnen und Dichter aus drei Ländern, die Kostproben aus ihrer aktuellen Lyrik und Prosa vortrugen (…). Roter Faden bei dieser Mischung aus Lesung und Talkrunde war der grenzüberschreitende Dreyland-Dichterweg. Auf dieser Strecke vom Rheinpark in Friedlingen über Hüningen bis zum Voltaplatz in Basel sind 24 Bronzetafeln angebracht, auf denen ausgewählte Mundartautoren aus dem Dreiland vorgestellt werden. (…) Den Anfang machte der Elsässer Edgar Zeidler. “Was wir gemeinsam haben, ist die alemannische Sprache, die alemannische Kultur”, sagte der Mundartforscher, “diese Wurzeln sollten wir nicht verleugnen.” Zeidlers Texte sind politisch, kritisch, nachdenklich, gehen auf zeitgemäße Themen ein. So las der Autor auf den Punkt gebrachte Gedichte über offene Grenzen, offene Herzen, offene Arme, aber auch über den aufkeimenden gefährlichen Nationalismus, die globalisierte Welt und die Internetgeneration, die nicht mehr kocht, nicht mehr backt, nicht mehr strickt. Als “Grande Dame” begrüßte (Kulturamtsleiter; Anm.: rheinsein) Paßlick die Baslerin Hilda Jauslin, die in Allschwil lebt. Ihre Inspirationen holt sie aus dem Alltag, aus Beobachtungen in der Natur. Hilda Jauslin las sensible Gedichte über das Dreiland: “Drei Länder, drei Dialekte, drei Belchen”, über Grenzen, Schlagbäume, Stacheldraht, Überwachung und den Rhein, der unaufhörlich weiter fließt. Beim Blick auf den “Ryy” werden die Gedanken leicht und weit, heißt es in einem Gedicht der Baslerin, die auch eine anspielungsreiche Geschichte über einen alten Mann und den Dreiländerblick las.” (Badische Zeitung)

7
Neozoon
“Sie sieht aus wie eine Tarantel, ist aber keine. Die haarige Kräuseljagdspinne breitet sich derzeit im Süden von Deutschland aus. Wissenschaftler der Zoologischen Staatssammlung München haben den genetischen Code der Spinne entschlüsselt, die kürzlich erstmals in München entdeckt wurde (…). Eigentlich ist die haarige Spinne, die bis zu fünf Zentimeter groß werden kann, im Mittelmeer-Raum zu Hause, soll aber inzwischen das gesamte Oberrheintal besiedelt haben. Seit etwa zehn Jahren ist sie angeblich in Deutschland auf dem Vormarsch. Forscher vermuten, dass das Tier von Menschen eingeschleppt wurde, weil die ersten Funde an Nord-Süd-Hauptverkehrsachsen belegt sind.” (Kölner Stadt-Anzeiger)

8
Grenzfunktionen
“Als die Alemannen den zugefrorenen Rhein um das 5. Jahrhundert herum überquerten und sich auf der anderen Seite des Flusses niederließen, schufen sie einen gemeinsamen linguistischen Raum, in dem man alemannische Dialekte spricht. Paradoxerweise wurde der Rhein noch nie so leicht überquert wie heute, die badischen und elsässischen Dialektsprechenden scheinen jedoch ihre sprachliche Nähe nicht wahrzunehmen. Noch erstaunlicher: Die Dialekte des Elsass’ und Baden-Württembergs folgen verschiedenen Entwicklungen. Das zeigt jedenfalls eine erste deutsch-französische Studie, an der Pascale Erhart, Dozentin an der Unistra und Leiterin des Département de dialectologie alsacienne et mosellane, beteiligt ist. „Thema des Forschungsprojekts“, erklärt sie, „ist es, zu verstehen, wie der Rhein als Landesgrenze diesen gemeinsamen Raum trennt. Tatsächlich verschwinden die lokalen Dialektcharakteristika gerade unter dem Druck nationaler Standards. (…) Es verhält sich tatsächlich so, als würde eine sprachliche Grenze die politische ablösen.“” (Unistra)

9
Rheintote
“Rettungskräfte haben (…) in Wesel eine Leiche aus dem Rhein geholt. (…) Wie die Polizei (…) mitteilte, meldete eine Anruferin (…) eine im Rhein treibende Person. Polizei, Feuerwehr und Notarzt rückten zum Rhein bei Wesel aus. Mit einem Hubschrauber wurde nach der Person gesucht. Gegen 13.10 Uhr fand man einen leblosen und unbekleideten Mann. Die Polizei geht davon aus, dass der Mann Ende 40 oder Anfang 50 Jahre alt ist. Die Ermittlungen der Polizei laufen. Es gilt herauszufinden, wer der Mann ist und woran er gestorben ist.” (Rheinische Post)

“Mindestens zwei Tote, mehrere Verletzte und ein hoher, noch nicht absehbarer Sachschaden – das ist die vorläufige Bilanz einer gewaltigen Explosion und mehrerer Brände auf dem Gelände des Chemieriesen BASF in Ludwigshafen. Bei den Getöteten handelt es sich dem Unternehmen zufolge um zwei Mitarbeiter. Außerdem würden noch zwei Menschen vermisst, teilte BASF am Abend mit. Zunächst war von sechs Vermissten die Rede gewesen. (…) Es gebe auch noch keine näheren Erkenntnisse, welcher chemische Stoff in Brand geraten sei. In dem Hafen würden Flüssiggase, aber auch brennbare Flüssigkeiten verladen. (…) Nach der Explosion wurden demnach Wassersperren zwischen dem Landeshafen Nord und dem Rhein errichtet.” (SHZ)

die Freude eines ausgebrochenen Sommers

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Rhein vs. Mississippi

The Mississippi is the American Rhine, Weser, Elbe, and Oder all combined. It furnishes the best American comparison with the Rhine and perhaps an occasion for applying the lessons in waterway transportation which the Rhine has to teach. Both Rhine and Mississippi flow through the heart of a rich continent; each represents nature’s route of communication between its own fertile valley and the outside world. In their history the streams present a striking parallel up to the period 1860-70; then transportation on the Rhine is modernized and the river takes its place as the greatest waterway in the world, while the Mississippi retains its ancient form of transportation and goes down under the competition of the American railroads.
We saw that the early railroads in Germany were built perpendicular to the Rhine and were considered as feeders to it. When the short railroad lines had begun to be connected up, and the through routes began to compete with, the Rhine, the change in the nature of the traffic between the Rhine Valley and foreign parts was already one that signified a preponderance of bulk goods: coal, iron ore, lumber, wheat, petroleum. Not only did these goods clamor for lower rates than the railroads could give, the cost of loading these goods into the huge river barges at Rotterdam and of unloading them at the river port was also far smaller than the corresponding operation in the case of the little standard 10-ton Dutch and German cars. The spill and scoop principle at the basis of this handling of bulk goods is one whose advantage obviously increases with the size of the transporting unit. (…)

Up to 1860 the history of traffic on the Mississippi is similar to the history of the Rhine, excepting that the American river was not burdened by river tolls which it took half a century to remove. During the first half of the nineteenth century the exports of most of the country west of the Allegheny Mountains were drained off to New Orleans by means of the magnificent system of waterways at the disposal of that port. Staples of commerce were corn, lard, bacon, whiskey, apples, potatoes, hay, etc. — lumped under the name of “western produce,” which supplied the southern plantations and were exported from New Orleans. The southern states added cotton, tobacco, and molasses to the downstream trade. Planters in northern Alabama sent their cotton down the Tennessee River to the Ohio, down the Ohio and Mississippi to New Orleans. In 1860 New Orleans saw 3500 river steamers arrive, bringing cargo to the value of 185 million dollars.’New Orleans was accounted the fourth seaport in the world — after London, Liverpool, and New York — and handled in 1860 27 per cent of our exports. In 1907 her percentage was 9 per cent.
In the Mississippi region, as along the Rhine, railroads at first served primarily as short lines connecting inland communities with waterways; for example, the Madison and Indianapolis, the Evansville and Crawfordsville, the Louisville and Frankfort. The Pennsylvania Railroad for some time after reaching Pittsburg was dependent on the Ohio packets for westward connection. But the railway lines did not long regard themselves as feeders to the waterways. In 1858 there were two through rail connections between Chicago and the eastern seaboard. These, in conjunction with the water route formed by the Great Lakes and the Erie Canal, were already drawing off to the Atlantic coast our exports of western produce.
The Civil War suspended navigation on the lower Mississippi. In the meantime the transcontinental railroads, north of the line of operations, extended their connections and services and got the exports of the West once for all in their grasp. When the war was over the channel of the Mississippi had gone wild, after five years of neglect. At the end of the war New Orleans found her channel to the sea too narrow for large steamers to enter. This evil has been remedied and the Mississippi has been given a lowwater depth of 9 feet for 840 miles (up to Cairo), a depth of 8 feet for 1000 miles (to St. Louis). We need not look to find the inferiority of the American river in the insufficiency of its channel. The Rhine has a channel of only 6 1/2 feet at low water and that for only 350 miles upstream from Rotterdam.

(aus Edwin J. Clapp: The Navigable Rhine, Boston/New York 1911)