Diderot über den Rhein

„Le Rhin et la Meuse sont les deux principales rivières; elles arrosent le pays ; il faut y joindre l’Escaut, le vieux Issel, le petit Issel, l’Amstel, qui a donné son nom à Amsterdam. A mesure que les rivières s’avancent dans le pays, leur lit devient plus majestueux. Le Rhin, ce fleuve si grand et si fameux, se perd dans les sables de Catwik, et n’arrive pas à la mer.“

„Ils font régulièrement leurs quatre repas : le matin, c’est le café ; entre une heure et deux, c’est le dîner ; sur les cinq à six heures du soir, c’est le thé ; on soupe à neuf. On n’y connaît guère de vins français que le Bourgogne, qu’on boit pur dans les maisons riches. On a du vin du Rhin de 50, de 60 et même de 100 ans. Les grand-pères font en vins du Rhin les provisions des petits-fils de leur enfans.“

„A propos de la grosseur et de la grandeur de l’homme, le docteur Robert dit qu’il y avait à peu près quatre-vingts ans qu’il existait à Lekerkée, un homme assez maigre, nommé Gerrit Baastransée, pêcheur de son métier, qui avait huit pieds du Rhin de hauteur, et qui pesait cinq cents livres.“

(Zitate aus: Denis Diderot: Voyage en Hollande, 1773)

Die Flüsse

Rhein
Treu, wie dem Schweizer gebührt, bewach` ich Germaniens Grenze;
Aber der Gallier hüpft über den duldenden Strom.

Rhein und Mosel
Schon so lang` umarm` ich dich lotharingische Jungfrau;
Aber noch hat kein Sohn unsre Verbindung beglückt.

Donau in B***
Bacchus der lustige führt mich und Komus der fette durch reiche
Triften, aber verschämt bleibet die Charis zurück.

Donau in O***
Mich umwohnt mit glänzendem Aug das Volk der Phaiaken;
Immer ist`s Sonntag, es dreht immer am Herd sich der Spieß.

Main
Meine Burgen zerfallen zwar; doch getröstet erblick` ich
Seit Jahrhunderten noch immer das alte Geschlecht.

Saale
Kurz ist mein Lauf und begrüßt der Fürsten, der Völker so viele;
Aber die Fürsten sind gut, aber die Völker sind frei.

Ilm
Meine Ufer sind arm; doch höret die leisere Welle,
Führet der Strom sie vorbei, manches unsterbliche Lied.

Pleiße
Flach ist mein Ufer, und seicht mein Bach, es schöpften zu durstig
Meine Poeten mich, meine Prosaiker aus.

Elbe
All` ihr andern, ihr sprechet nur ein Kauderwelsch – unter den Flüssen
Deutschlands rede nur ich, und auch in Meißen nur, deutsch.

Spree
Sprache gab mir einst Ramler und Stoff mein Cäsar; da nahm ich
Meinen Mund etwas voll, aber ich schweige seitdem.

Weser
Leider von mir ist gar nichts zu sagen; auch zu dem kleinsten
Epigramme, bedenkt, geb` ich der Muse nicht Stoff.

Gesundbrunnen zu ***
Seltsames Land! Hier haben die Flüsse Geschmack und die Quellen,
Bei den Bewohnern allein hab` ich noch keinen verspürt.

Pegnitz
Ganz hypochondrisch bin ich vor langer Weile geworden,
Und ich fließe nur fort, weil es so hergebracht ist.

Die ***chen Flüsse
Unsereiner hat`s halter gut in ***cher Herren
Ländern; ihr Joch ist sanft, und ihre Lasten sind leicht.

Salzach
Aus Juvaviens Bergen ström` ich, das Erzstift zu salzen,
Lenke dann Bayern zu, wo es an Salze gebricht.

Der anonyme Fluss
Fastenspeisen dem Tisch des frommen Bischofs zu liefern,
Goss der Schöpfer mich aus durch das verhungerte Land.

Les fleuves indiscrets
Jetzt kein Wort mehr, ihr Flüsse! Man sieht’s, ihr wisst euch so wenig
Zu bescheiden, als einst Diderots Schätzchen getan.

(aus Friedrich Schillers Xenien, 1796)