Fischadler

Versuche zur Wiederansiedlung des Fischadlers am Hochrhein vermeldete vor Kurzem die Südwest Presse. Dafür werden derzeit in den Kronen geheimgehaltener, starker Kiefern Horste (Vorhorste?) angebracht, eine Kooperation des Naturschutzbundes mit örtlichen Förstern. Ob und wann die Fischadler zurückkehren, bleibt allerdings ungewiß. Das letzte Brutpaar am Hochrhein verschwand vor 106 Jahren, nachdem ihm seine Hauskiefer unterm Hintern weggesägt worden war. Der Artikel enthält nebst der Hoffnung auf die Rückkehr des Adlers eine bemerkenswerte kleine Geschichte, die sich zu Volksglauben auswuchs:

“Immer dann, wenn er (Daniel Schmidt, der Horstbauer; Anm. rheinsein) Menschen in Dörfern den Hochrhein entlang darüber aufklärt, dass der Fischadler eine wunderbare Tierart ist und sich womöglich bald wieder in ihrer Nähe ansiedelt, dann ist das Publikum aufgeschlossen, freundlich – und will wissen, ob es tatsächlich stimmt, dass der Vogel bei der Jagd manchmal ertrinkt. “Das geht zurück auf eine fingierte Geschichte, die vor 30 Jahren einmal in einem Naturheft stand. Bis heute hält sie sich in der Öffentlichkeit.”"

Existiert nicht die fatale Gesetzmäßigkeit, daß alles, was denkbar ist, eines Tages auch geschehen wird? Wohl bezieht sich dieses Gesetz nur auf denkfähige Gottesgeschöpfe. Wie auch immer. Bevor er sich am Rhein frisch ausbreiten oder ertrinken kann, wird der Fischadler sich zunächst an den Ort der Vertreibung seiner Ahnen zurücklocken lassen müssen.