O de Cologne

Heute ein Link zum Thema Köln-Tourismus aus Donauaugen. Schöne Bilder, pointierte Ansichten und ein Bonusvideo mit Musik aus der Domstadt.

Die Süddeutsche über Literaturblogs

Florian Kessler schreibt in der Süddeutschen Zeitung von heute in einem recht launigen Artikel über Autorenwebsites und Literaturblogs. Besondere Erwähnung findet darin litblogs.net, ein loser Verbund diverser deutschsprachiger literarischer Blogs, dem auch rheinsein assoziiert und verbunden ist. Wir geben den Artikel hier in Ausschnitten wieder:

“(…) Die karge Landschaft deutscher Autorenhomepages bietet so ein geradezu spektakulär trostloses Panorama unversuchter Möglichkeiten. Obwohl sich vermutlich die meisten ihrer Besitzer als Schreibtischtäter viele Stunden täglich durch ihren Literaturbetrieb hindurch klicken, hat in den vergangenen Jahren geradewegs eine Regression hin zum schnöden reinen Arbeits-Portfolio stattgefunden. Begraben worden ist so nicht bloß die Hoffnung, im und durch das Netz anders schreiben zu können, sondern ebenso jeder Anflug, Autorschaft in einem alles prägenden, aufmerksamkeitszentrierten Massenmedium anders und neu zu denken.
Wo bleibt denn etwa das deutschsprachige Literaturprojekt, bei dem falsche Foren-Freunde, Phantom-Webseiten und echte Romane erfundener Autoren den Leser so in den Irrealis führen, wie das im vergangenen Jahr der “My Darklyng”-Vampirroman des amerikanischen Slate-Magazins versuchte, der sich live auf Facebook vollzog? (…)
Es muss Gründe dafür geben, warum die deutschsprachigen Autoren ihre Autorenseiten vor allem anderen dazu benutzen, möglichst stumpfe und eindeutige Images ihrer selbst zu entwerfen, verkörpert in den lediglich graduellen Abweichungen der Gestaltungen und der Wahl der Bildmotive. (…)
Ein Autor, der seine Webseite danach ausrichtet, ein möglichst nachvollziehbares Image von sich zu entwerfen, bibliographische Information zu gewährleisten und außerdem auf die nächste Lesung in der Stadtbibliothek hinzuweisen, vertritt diesen Betrieb in seiner derzeitigen Spätphase. Literaturarchiv Marbach, übernehmen Sie! Die Trostlosigkeit dieser Webseitenwüste bietet ein Sittenbild zwischen alter Bundesrepublik und digitaler Zukunft, das unbedingt abgespeichert gehört.
Womit wir bei den Ausnahmen wären (…). Die gut zwei Dutzend avantgardistischen, sperrigen, oft einfach grandios verstiegenen literarischen Blogs nämlich, die Christiane Zintzen und Hartmut Abendschein unter litblogs.net kuratieren, werden schon lange komplett vom Literaturarchiv Marbach gesammelt. Sie werden aber gerade umgekehrt archiviert, weil sie die allgemeine Aufmerksamkeit vollkommen unterschneiden, mit keinem Bein im herkömmlichen Print- und Förderlager stehen. (…)”

Auf rheinsein, auch auf andere bei litblogs.net versammelte Blogs, trifft der letzte Satz im Übrigen genau (bis teilweise auch ungenau) nicht zu. Es gibt (unseres Wissens) keine klare Sammelansage Marbachs und es gibt bei den meisten Kollegen sicherlich keine Abneigung gegenüber dem Print, sondern vielmehr durchaus Print- und sonstige herkömmliche Erzeugnisse derselben. Selbst Fördergelder bezieht der ein oder die andere gelegentlich. Daß sich die “allgemeine Aufmerksamkeit” seltenst auf literarische Werke richtet, ist wohl kaum mehr als ein Gemeinplatz, der sich natürlich mit Leichtigkeit unterschneiden läßt. Und in unserem Falle zieht die Webpräsenz, ob das nun erstrebenswert ist oder nicht, sicherlich (noch) deutlich mehr Leser an als unsere Printprodukte. Den gesamten Artikel gibts heute bei der SZ Online in der Rubrik Kultur.

Literatur als Radiokunst: Am Alpenrhein (2)

Am 06. Juni ist es soweit: das ORF-Kunstradio strahlt auf Ö1 ab 23.03 Uhr das erste auf Rheinsein basierende Hörspiel aus, gemeinsam mit einer Produktion der Wiener Zeichnerin elffriede. Interessierte, die den ORF nicht per Antenne empfangen können oder wollen, klicken auf den: Livestream.

Was zu erwarten steht: sicherlich der charismatische Pfiff des Alpenmurmels; recht eklektische Beschreibungen spezifischer Bergnahrung, paradiesischer Urlandschaften und ihrer modernen Bewohner, mit nützlichen lexikalischen Links unterfüttert, in teils äußerst seltenen Sprachen, von denen es mindestens eine nicht einmal mehr gibt; (bearbeitete) lokale Anekdoten aus Büchlis mythologischer Volkskunde; den Schrei des Murdlers und Maschinenjodeln. Auf diese Weise wird der wilde alte Hinterrhein in diesem Stück „Literatur als Radiokunst“, für das, außer dem Murmelpfiff, sämtliche Stimmen und Geräusche aus meinem körpereignenen Repertoire stammen, zum mehrschichtigen Interrhein zwischen Tälern, Flußläufen, Dörfern, Zeiten. Bereist nicht zuletzt von Superhiroshi natürlich, dem berühmten japanischen Avantgardetouristen, hier zu hören im freudigen Gespräch mit einer Alexanderklugepuppe.

Mein Dank für die Ermöglichung  dieses Hörspiels geht an die Kulturförderung Graubünden und Kuratorin Christiane Zintzen, für die Umsetzung an Tonmeister Martin Leitner.

Literatur als Radiokunst: Am Alpenrhein

Auf ihrem auch sonst sehr empfehlenswerten Blog in|ad|ae|qu|at (mit u.a. ausführlichen Rundschauen zur österreichischen Literaturszene plus kommentiertem Klangapparat) schreibt Kuratorin Christiane Zintzen heute von ihren Eindrücken bei der Produktion des ersten Rheinsein-Hörspiels in den heiligen Hallen des ORF. Der Text wird von einigen Bildlein flankiert: Studioatmosfäre. Desweiteren findet sich ein Link zum Livestream der Ausstrahlung.

Rheinsein an der Donau

In Kürze begibt sich Rheinsein nach Wien, um ausgerechnet an der schönen blauen Donau, des Rheins leibhaftigem, in puncto Myth- und Mystik mindestens  ebenbürtigem Schwesterfluß immerhin, einige alpenrheinische Sequenzen zu einem Stück “Literatur als Radiokunst” für den ORF einzusprechen, einzujaulen, einzugrummeln, einzuplaudern etc. Im schlimmsten Fall gar: einzujodeln. Die von Christiane Zintzen wunderbar betreute und im deutschsprachigen Raum wohl einzigartige Sendereihe verspricht dem Autor die Erfüllung eines langgehegten Traums: einen literarischen, speziell fürs Radio erstellten mehrschichtigen Text nur mit eigener Stimme und eigenem Körper aufzunehmen; eine einzige Ausnahme wird gestattet sein, für die ich das originale Pfeifen eines Alpenmurmels gewählt habe, denn selbst akribischstes Imitationstraining führte bisher nur zu dilettantischen Annäherungen an diesen charismatischen Pfiff (falls überhaupt). Momentan herrscht Hektik bis Panik, den Text (der zu erheblichen Teilen auf hier vorhandenen Notizen fußt) und die Partitur zu einem runden Ganzen zu schleifen: kommenden Montag starten die dreitägigen Aufnahmen inkl Bearbeitung und Schnitt, wovon zu gegebener Zeit noch zu berichten sein wird. Die Ausstrahlung ist für den 06. Juni vorgesehen, genauer zu finden in der Rubrik “Termine”. (Ob die Sendung auch übers Internet verfolgt werden kann, werde ich noch herausfinden und ggf  hier bekanntgeben.)